|

1001 Nacht im Wohnwagen – Plausch mit just touring

Episode 219 · 01:36:05

In dieser Episode sind Giuls und Markus von just Touring bei uns zu Gast. Die beiden verraten uns,

  • warum sie sich entgegen aller innerer Widerstände doch plötzlich in einen Wohnwagen verliebt haben

  • wie ihr Teilzeit-Leben im Eriba Puck aussieht,

  • wie sie am liebsten Reisen,

  • welche Ausrüstung für sie unverzichtbar ist,

  • was sie durchs Campen über sich selbst gelernt haben.

Zwischendurch und vor allem am Ende wird’s dann ein bisschen “philosopisch”: Wir diskutieren über Minimalismus, die Bedeutung von Geld, unsere persönlichen Prioritäten und unsere Lebensgestaltung.

Lass uns mal wissen, was du davon hältst, und schick uns deine Gedanken an podcast@camperstyle.de oder per Whatsapp!

Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, komm in unseren WhatsApp-Kanal. Dort versorgen wir dich jeden Tag mit spannenden News rund ums Camping: Fahrzeugneuheiten, Schnäppchen, Reisetipps, Campingplatzempfehlungen, Kuriositäten, und, und, und…

Weiterführende Links

Weiteres Equipment von just Touring in verschiedenen Videos

Unser Buch
Camping – das große Handbuch

Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian und heute geht's um tausendundeine Nacht im Wohnwagen.

Und dafür haben wir wieder zwei Gäste im Studio, nämlich Julia und Markus von Just Touring. Und bevor ich jetzt hier lange anfange, euch vorzustellen, macht es doch am besten selber, das könnt ihr am besten.

Moin.

Moin, hallo zusammen.

Wir sind Jules und Markus und wir reisen mit einem kleinen Mini-Wohnwagen durch die Welt und halten unsere Erlebnisse auf YouTube fest.

Und wollt ihr gleich sagen, wo auf YouTube, damit wir das hinter uns haben?

Ihr dürft schamlos Werbung machen.

Also, und, äh, Just Touring auf YouTube, äh, just Bindestrich touring.de ist unser Blog und da kann man so verfolgen, was wir schreiben. Und wir haben Spaß am Lagerleben und an Ausrüstung und Dingen, die wir so...

Erleben. Genau. Und, ähm, ja-

Ich will schlecht in selber Werbung machen.

Wir verbinden so 'n bisschen, ähm, Wohnwagen-Camping mit Outdoor, weil wir vom, vom Zelten herkommen und, ähm, ja, lieben es einfach, auf naturnahen Plätzen zu stehen, wo man Lagerfeuer machen darf, gerne an 'nem schönen See in den Bergen oder am Strand.

Oder auch freistehen. Also wir sind an den Wohnwagen gekommen wie, also du, als hätten wir uns überhaupt nicht, wir haben den seit 2018 und wenn mir jemand 2017 gesagt hätte, du hast mal 'n Wohnwagen und 'ne Anhängerkupplung, dann hätte ich gesagt, auf gar keinen Fall-... weil Jules kommt halt vom Trekking, ich vom vier mal vier, bin jahrelang Defender gefahren und, äh, jetzt fahren wir 'n Kombi mit 'm Wohnwagen hinter dran, hinten dran und sind dann, als wir klassische Campingplätze angefahren haben, dann über 'n Campingplatz in Polen, haben wir Lagerfeuer gemacht und haben gedacht so: "Mensch, das haben wir wie früher und man kann auch mit Wohnwagen Lagerfeuer machen", und haben uns dann so in die Richtung entwickelt und kombinieren halt, ähm, wie soll man sagen, so klassische, klassisches Campen mit Outdoor-Geschichten im Sinne von, wir verwenden Tarp. Wir haben viel Eisenküche, kochen über Feuer, solche Dinge halt, die man vielleicht klassischerweise nicht mit 'nem Wohnwagen verbinden würde.

Und ihr sitzt ja jetzt auch grade im Wohnwagen. Wir haben ja 'ne Kamera an, damit wir ihn so 'n bisschen sehen können und das seht ihr, liebe Hörer und Hörerinnen da draußen ja nicht. Die beiden sitzen jetzt auch in ihrem Wohnwagen. Sagt mal schnell, was ist das für 'n Wohnwagen?

Das'n Eriba Puck. Äh, Puck ist die Modellbezeichnung. Das war und ist der kleinste aus der Serie der Eribas. Die Besonderheit ist, dass er halt nur zwei Meter breit ist und, äh, erst mal so keine Stehhöhe hat, sondern ein Aufstelldach mit Stoff und dann ist Stehhöhe da. Und-

Wir sagen immer, das ist so unsere, unser Fünf-Quadratmeter-Glück, so unser Fünf-Quadratmeter Zuhause. Und wir haben hier wirklich alles drin, was wir brauchen. Also wir, äh, haben 'ne große Sitzecke, wo man super bequem sitzen kann, arbeiten kann, äh, spielen kann und man kann auch mit, mit mehreren Leuten hier sitzen. Also wir haben hier wirklich schon zu sechst drin gesessen und alle hatten trotzdem das Gefühl, man hat noch Platz.

War halt zwei gegenüberliegende Sitzbänke, hier zwei Meter und entsprechend großer Tisch drin, den wir brauchen, weil wir auch unterwegs arbeiten. Und da müssen halt auch zwei Rechner gegenüberstehen können, also nebeneinander, sodass man sich mit dem Bildschirm mit 'm aufgeklappten nicht ins Gehege kommt. Und abends baut man, in dem Fall Jules-

Also ich.

... äh, das, äh, die Sitzecke.

Um, genau. Und das geht aber richtig schnell und viele fragen auch immer so: "Oh, hast du's nicht total nervig, wenn ihr jeden Tag das Bett umbauen müsst?" Und da muss ich sagen, in, weiß ich nicht, hundert Fällen sage ich vielleicht zweimal so: "Oh, ich hab da heute überhaupt keine Lust zu." Aber die anderen Male, da weiß ich einfach, hey, dass ich das jetzt umbaue, ermöglicht uns morgen einfach eine große Sitzecke und es ist wirklich einfach 'n Raumwunder. Und dadurch, dass es so klein ist, ist es einfach 'n super, super schönes Raumgefühl. Es hat so was, wir sagen immer gemütlich, so was Hüggeliges irgendwie und wir lieben das einfach. Und ja, wir haben wirklich mittlerweile tausend, über tausend Nächte in diesem Wohnwagen verbracht. Also wir haben immer noch 'ne ganz klassische Wohnung, äh, in 'nem, in 'nem Steinhaus, aber wir lieben es einfach unterwegs zu sein und haben das über die Jahre, ja, immer mehr gemacht.

Am Anfang waren wir hier und da mal 'n Wochenende unterwegs und ja, das wurde dann immer mehr und ja, wir lieben es einfach.

Das heißt, ihr kommt jetzt ins oder seid im verflixten siebten Jahr mit eurem Wohnwagen, wenn ich das richtig berechnet habe?

Ja, genau. Wir sind im verfluchten siebten Jahr und auch nicht vor, das zu ändern, aber es scheint zu halten.

Ja.

Okay, das, das wollt ich jetzt fragen. Und warum genau dieser Wohnwagen?

Der, also die Geschichte geht tatsächlich so: Wir waren, wir kommen vom Zelten halt gemeinsam dann halt.

Wirklich so 'n ganz kleines Outdoor-Zelt, äh, sehr spartanisch.

Und damit sind wir dann halt rum, so mit, ähm, Einflammenkocher, Kartuschenkocher. Und dann waren wir auf der Rückreise von 'nem Trip in Südfrankreich und auf der Autobahn riefen uns Freunde an und sagten: "Hör mal, bist du freitags, samstags Caravan Salon. Äh, habt ihr Lust, da mit hinzukommen?" Und wir so: "Was haben wir auf 'm Caravan Salon? Da gibt's Wohnwagen, Wohnmobile. Das interessiert uns nicht. Wir sind Zelter, wir kommen vom Outdoor-Bereich."

Ich muss auch dazu sagen, ich fand Wohnwagen und Wohnmobile, für mich war das immer was unfassbar Spießiges und hätte nie, wirklich einfach nie gedacht, dass, dass wir mal einen Wohnwagen haben.

Und dann sind wir, äh, mitgegangen, äh, zum Caravan Salon und dann ist Jules an 'nem Wohnwagen vorbei, so 'n Teardrop. Das ist so 'n tropfenförmiger Wohnwagen, wo hinten draußen die Küche ist. Und dann blieb Jules stehen und sagte: "Wir brauchen diesen Wohnwagen, der wird unser Leben verändern."

Das muss ich dazu sagen.

Und ich so: "Wow, Offenbarung. Deine Frau hat gesagt, Leben verändern. Äh, nimm das mal ernst." Und dann hab ich einem Freund Fotos von diesem Wohnwagen geschickt, der seit zwanzig, dreißig Jahren mit Wohnwagen unterwegs ist. Und der sagt: "Das ist 'n schöner Wohnwagen, kann man auch genauso machen, aber dann zieht ihr original 'n Bett hinter euch her-

Mhm

... mit Außenküche. Und da, ihr habt keine Stehhöhe, ihr müsst", ich sag, "stell dir einfach vor, du isst 'ne Suppe, die isst du im Bett und jonglierst den Suppenteller." Und da hab ich gedacht, na ja, da, da ist was dran. Und ich sag, wir wollten aber so 'n kleinen Van-Wohnwagen, 'nen kleinen so reduced to the max, so viel ermöglichen auf möglichst kleinem Raum. Und dann sagt er: "Ja, wenn du den Wohnwagen suchst, da brauchst du 'n Eriba, 'n Eriba Puck genau. Und den verkauf ich grade." Und dann-

Ach, was für 'n, was für 'n Zufall.

Ja, das, das ist auch immer so krass, weil es waren letztendlich genau drei Wochen. Also wir waren samstags auf der Caravan Salon. 'Ne Woche später samstags haben wir uns den Wohnwagen bei unserem Kumpel angeguckt.

Wobei ich da sagen muss, er hatte halt vorher Fotos geschickt. Ich war direkt schockverliebt in den Puck und Jule so: "Oh nee, das ist mir zu klassisch konservativ."

Ja, weil ich gesagt hab, das ist der Teardrop, es ist der Teardrop. Und da hab ich aber gesagt: "Komm, Markus findet den so cool. Wir gucken uns den einfach mal an." Und wir haben da auch 'n Foto von. Das war-- Ich hab den ersten Schritt in diesem Wohnwagen gemacht und ich hab-- Ich, ich wusste, das ist unser Wohnwagen. Das Absurde war, wir haben den dann 'ne Woche später auch gekauft, also wirklich drei Wochen nachdem wir auf der Caravan waren. Und wir hatten zu dem Zeitpunkt noch nicht mal 'ne Anhängerkupplung. Und das Auto-

Wow, noch unvorbereiteter als wir. Das ist ja echt Wahnsinn.

Und wir hatten so überhaupt keine Ahnung. Ich weiß noch, unsere erste Tour, die wir mit dem Wohnwagen gemacht haben. Äh, also Zuladung, da haben wir überhaupt nicht drüber nachgedacht. Wir haben gedacht, na ja, das, was in den Wohnwagen-

Was reinpasst.

Ja. Und wir haben wirklich alles mitgenommen, von riesen Liegestühlen über... Also er hat uns dann noch superviel Zubehör mitgegeben. Wir hatten irgendwie-

Vorzelt dabei.

Vorzelt dabei, 'n Küchenschrank dabei. Wir hatten alles dabei. Und irgendwann haben wir dann gedacht, so als wir auf der Rückfahrt waren: „Sag mal, gibt's da eigentlich irgendwie Beschränkungen, was man so mitnehmen darf?"

Also ach, guck mal, ach guck mal, maximales Gesamtgewicht, zulässiges Gesamtgewicht und ach, 150 Kilo Zuladung haben wir. Beim letzten Zeitpunkt hatten wir 90 Kilo Zuladung. Wir konnten ihn dann aufm Papier auflasten von 790 Kilo auf 850 und 700 wiegt er nackt, also haben wir 150 Kilogramm Zuladung. Und so kam es dann auch, dass wir uns an die Outdoor-Zeiten-- Das heißt, wir haben halt sehr vieles dabei, was uns vieles ermöglicht, aber eben leicht ist. Also ob die Sachen jetzt aus Titan sind oder ob sie mehrfach verwendbar sind, dass wir Sachen haben, die, äh, aus Edelstahl sind, die man dann sowohl aufm Feuer verwenden kann, aber eben auch so. Und das hat uns dann Spaß gemacht, diese, diese Nutzungsformen zu finden und da wirklich auszuprobieren. Und das ist eben auch, was wir eben sagten mit dem Bettumbau beispielsweise.

Wir haben dann relativ schnell gemerkt für uns, dass die Sachen, die du mitnimmst und auch dein Gefährt selber bestimmen natürlich auch, was du erlebst. Also es ist halt so, wenn du-- Wir haben das letztes Jahr waren wir in, in der Schweiz viel unterwegs, in der französischen Schweiz. Da hast du halt so 'n, so 'ne Landyacht und die haben halt Klimaanlage dabei und genug Strom und so und dann, äh, und dann waren's 35 Grad. Und dann bist du natürlich, wenn du mit 'm Zelt unterwegs bist oder auch mit 'm kleinen Wohnwagen, dann suchst du halt Abkühlung. Und insofern superschöne Badestellen gefunden an der Doubs.

Ja, megaschön.

Und, äh, haben da echt schöne Stunden verbracht und, äh, viele Menschen kennengelernt. Auch zum Beispiel 'ne alte Mühlenbesitzerin, die uns schon früher erzählt hat und sagt: „Ihr dürft das Grundstück ruhig benutzen", und da unseren Uferzugang zum Fluss. Während natürlich dann die, ähm, Kolleginnen in der Landyacht schön klimatisiert Netflix, äh, geschaut haben als Beispiel. Was ja auch okay ist, aber es zwingt dich dann halt dazu, andere Sachen zu machen.

Und was wir auch besonders lieben, ist, wir müssen improvisieren und wir haben über die Jahre das einfach total zu schätzen gelernt. Wir, wir lieben es mittlerweile zu improvisieren, weil's uns einfach Spaß macht und ja, uns, uns erfüllt irgendwie. Markus hat vor Jahren mal 'ne total coole Halterung für unser iPad, dass wir abends mal 'n Film gucken können, entwickelt mit zwei Karabinern und 'ner Schnur, die dann eingehängt wird. Und ja, so was lieben wir einfach. Das macht richtig, richtig Spaß.

Ja, das ist bei uns auch so im Grunde. Wir haben ja auch mit sehr kleinen Wohnwagen gestartet. Also nicht so klein jetzt, ähm, wie eurer, glaub ich, aber so von der, von der Länge her kommt's ungefähr hin und genauso blauäugig, ne. Alles reingepackt, was irgendwie ging in die Stauräume und dann irgendwann nach 14.000 Kilometer Europatour waren wir mal bei AL-KO wegen irgendwie Antischlingerkupplung oder was. Dann haben die den mal auf die Waage gepackt und wir hatten halt original irgendwie 150 Kilo zu viel und die doppelte Stützlast, die wir haben durften, weil wir noch schön die Fahrräder vorne auf 'n Deichseladapter gepackt haben. Das ist auch 'ne Geschichte, die ich immer gerne den Anfängern erzähle, weil es, es hat ja nix mit Blödheit zu tun, wenn man so was einfach nicht weiß. Und es gibt so viele Sachen, die man da beachten muss und irgendwie war's auch cool, einfach so, so blind ins Abenteuer zu starten, aber hinterher denkst du dir da auch manchmal so: „Oje, was haben wir da gemacht?"

Das haben wir aber zum Beispiel auch am Anfang gemerkt. Wir haben uns ja damals überhaupt keine Gedanken da drüber gemacht, welches das richtige Fahrzeug für uns-- Also irgendwie, ist es 'n Wohnwagen? Ist es 'n Van? Ist es selbst ausgebaut, nicht selbst ausgebaut? Ist es 'n VW-Bus?

Welcher Grundriss?

Genau, welcher Grundriss?

Mit Air-Airbed, Betten, mit Toilette, ohne Toilette.

Sondern bei uns war's halt direkt eben der Puck und dann waren wir damit unterwegs. Und ich weiß noch, wir haben den im September, ähm, haben wir den Puck bekommen und so im November fing Markus dann an, sich mal schlau zu machen, was es sonst noch so gibt und hat das angefangen, angefangen zu hinterfragen, ob denn der Puck das Richtige ist, weiß ich noch. Da mussten meine Eltern, die haben uns besucht und dann sind wir irgendwie zu keine Ahnung wie viel Wohnmobilhändlern gefahren und haben uns da Sachen angeguckt in die Kastenwagen rein, äh, bis wir dann zu dem Entschluss gekommen sind: Nee, wir haben absolut die richtige Entscheidung getroffen und der Puck ist genau das, was uns glücklich macht und genau unser Fahrzeug.

Wenn ihr uns da jetzt mal mit reinnehmt. Ich kenn den ja so 'n bisschen, ähm, und wir sehen jetzt auch 'n kleinen Ausschnitt, aber unsere Hörerinnen und Hörer sehen's natürlich nicht. Wir kommen zur Tür rein. Was sieht man da alles? Also was habt ihr alles drin?

Also wenn du zur Tür reinkommst, wenn du jetzt vor dem Puck stehst, dann ist links am Ende, also am Heck ist die Tür. Du kommst rein und dann hast du, äh, links unten die Heizung, da drüber ist 'n Kleiderschrank. Dann ist daneben die Spüle mit Schublade drunter und entsprechend unten 'n Fach, wo jetzt, äh, der Mülleimer drin steht und 'ne Trockentrenntoilette. Und geradeaus, wenn du von der Tür aus geradeaus guckst, ist 'n Kühlschrank, obendrauf ist 'n Zweierkochfeld, Gaskochfeld. Und in der Ecke ist da so 'ne, äh, Küche, die so über Eck geht und daran anschließend an den Kühlschrank fängt direkt die Sitzbank an und die geht direkt bis zum Bug, ist zwei Meter lang. Das heißt, wir haben zwei Meter mal eins achtzig ist die Bettfläche.

Super, größer als unser Bett zu Hause. Da muss-

Ja, genau. Wenn du also zwei Meter lange Sitzbänke hast, dann kannst du da wirklich zu dritt sehr gut sitzen. Auch je Bank, also zu sechst. Und dann ist das Besondere bei den Eriba Tourings, dass sie im Bug, ähm, so schräg zueinander, also spitz zulaufende Fenster haben im Prinzip. Das sieht so 'n bisschen aus wie 'n Flugzeugcockpit. Das macht es unserer Ansicht nach mega gemütlich und du hast halt auf diesen kleinen Wohnwagen eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs Fenster. Das heißt, du kannst halt überall rausgucken. Und der Tisch ist recht groß. Ist, weiß ich nicht, eins zwanzig lang oder so und, äh, achtzig tief.

Also mit vier Leuten kann man an diesem Tisch wirklich richtig gemütlich essen, mit vielleicht mal auch eine Pfanne aufm Tisch stehen.

Und der sieht so 'n bisschen aus wie 'n Zirkuswagen, weil das Holz ist halt dunkel und mit noch dunkler abgesetzt. Also nicht Gelsenkirchener Barock irgendwie anders und dann mit roten Vorhängen und Vorhänge, die wollten wir eigentlich direkt rauspacken, aber mittlerweile finden wir sie schön. Und, äh, es hat so 'n bisschen was von Zirkuswagen.

Ja, absolut. Und, und was halt total toll ist, wir haben ja eben dieses Hubdach, was man aufstellen kann und dadurch haben wir immer ein sehr, sehr, sehr angenehmes Raumklima. Wir haben da auch noch so Dreiecksfenster drin, die können wir aufmachen. Da ist dann einfach nur Fliegengitter dahinter. Und, äh, wir lieben das einfach, wenn man dann morgens das, äh, Dreiecksfenster aufmacht und dann guckt man aufs Meer oder auf Wald oder-

Berge.

-Berge. Es ist einfach super, super schön.

Das-

Und was ich am Wohnwagen liebe oder an unserem Wohnwagen liebe, wir haben hier nur Sachen dabei, die wir wirklich brauchen und alle Sachen haben ihren Platz und wir haben 'ne super, super schöne Wohnung, aber da ist-- Das haben wir eigentlich erst durchs Campen festgestellt, da haben wir so viele Dinge, die wir eigentlich überhaupt nicht brauchen. Und hier alles, was wir dabei haben, brauchen wir und das brauchen wir auch regelmäßig und ich liebe das einfach. Und egal wo ich hingucke, ich freu mich. Ich, ich freue mich, weil wir diese Sachen einfach zum Leben brauchen und benutzen.

Ja.

Also würdest du auch sagen, dass für euch quasi dieses reduzierte Leben eher 'ne Bereicherung als 'ne Einschränkung ist?

Hundertprozentig.

Hundertprozentig, ja.

Ja, ich empfinde das auch oft so.

Und da muss man sagen für mich, eigentlich ist es gar keine Reduzierung, weil wir immer noch so viel dabei haben und so viel mit den Sachen machen können, dass ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, wir sind reduziert unterwegs. Ab-- Außer das muss ich sagen, wir haben jetzt seit Dezember 'ne Trockentrenntoilette dabei und ich weiß nicht, wie wir vorher ohne Trockentrenntoilette unterwegs sein konnten. Also die würd ich echt nicht mehr hergeben. Grade nachts, wenn man mal auf Klo muss, ist das einfach sehr, sehr komfortabel.

Hattet ihr vorher gar keine Toilette?

Nee, wir hatten eine, so 'ne Klapptoilette, so als Notfall, wo nur einfach 'ne Tüte reinkommt, aber die haben wir auch wirklich nur als Notfalltoilette benutzt. Nicht, ähm, ja, als, als normale Toilette. Genau.

Also ohne Toilette würde ich gar nicht auf Reisen gehen. Wir haben sogar in Mexiko 'n Porta Potti dabei, weil-

Ja.

-ach, so Hygiene und so ist manchmal schwierig unterwegs.

Voll verstehen.

Und jetzt habt ihr ja vorhin gesagt, ihr arbeitet auch im Wohnwagen. Das-- Da drängen sich mir zwei Fragen auf. Die erste Frage wäre: Was macht ihr denn beruflich? Und die zweite Frage darin oder daran anschließend wäre: Wie viel Tage im Jahr seid ihr denn quasi dann im Wohnwagen unterwegs?

Also die erste Frage, die Antwort auf die erste Frage ist platt. Hat, hat mich Jahre gekostet, eh ich das aussprechen konnte. Wir sind Unternehmensberater. Ähm, also eins nach Kursuppe. Ähm, nein, also, äh, wir sind, also ich bin Digitalexperte und, äh, hab dann Unternehmen im Schwerpunkt Banken, Volksbanken, Sparkassen im Bereich Digitalisierung beraten. Da weniger technisch als viel mehr kulturell, was es bedeutet. Einfach Machtverlust, Kontrollverlust. Das ist für Vorstände, die 20 Jahre lang, sagen wir mal, tendenziell eher, ja, allein herrschend quasi walten und schalten konnten und jetzt plötzlich hat sich die Erwartungshaltung der Kunden massiv verändert. Nicht, „Kommen Sie doch mal in der Filiale vorbei", sondern man möchte das fallabschließend in der App, äh, erledigen können oder auf der Webseite.

Maximal vielleicht, wenn's unangenehm wird, mit 'ner Videokonferenz, äh, denen das zu zeigen, dass sich die Welt dahingehend verändert hat. Richtig. Die Fragen sind die gleichen, die Antworten haben sich aber auch verändert. Und das-- Jetzt hab ich die zweite Frage vergessen.

Wie, wie lange ihr unterwegs seid.

Wie lange oder wie viel Tage, wie viel Tage im Jahr seid ihr im Wohnwagen?

Das hat sich so gesteigert. Ähm, also mittlerweile sind wir die Hälfte des Jahres Minimum unterwegs.

Nicht am Stück. Also es kann auch mal sein, dass wir, weiß ich nicht, letztes Jahr war's so, da waren wir im Sommer drei Monate am Stück unterwegs, waren aber auch Anfang des Jahres mal vier Wochen unterwegs. Also das, äh, variiert bei uns.

Ja.

Genau. Ist jetzt nicht, dass wir irgendwie die erste Hälfte des Jahres unterwegs sind und die zweite zu Hause.

Und seid ihr dann, wenn ihr unterwegs seid, eher langsam, eher stationär unterwegs? Also bleibt ihr lange an einem Ort oder vielleicht sogar dauerhaft? Oder macht ihr, ähm, ja, sehr viel mobile Reisen?

Also langsam ist noch zu gehetzt ausgedrückt. Wir versauern dann auch schon mal gerne. Also wir haben festgestellt, das kam 'n bisschen bedingt durch die Corona-Zeit letztlich. Wir waren im Januar 2020, äh, waren wir in Schweden unterwegs und, ähm- Da wollten wir auch bloß 'ne Woche bleiben und dann weiterfahren und dann alle drei Tage weiterziehen. Am Ende, äh, des Tages waren wir anderthalb Monate am gleichen Ort, weil Jules halt meinte: „Hör mal, wenn wir jetzt weiterfahren, dann kommt's nächste Fjord, der nächste See und, äh, wir haben hier 'n tollen See, stehen hier allein und ist alles super."

Und da haben wir halt auch gemerkt, dass wir es halt auch einfach total toll finden, eine Gegend so richtig zu erkunden, weil wir standen dann wirklich, ich glaube, vier Wochen auf, äh, dem einen Platz direkt am See und wir haben dann da die Menschen kennengelernt. Wir haben, äh, sind super viel spazieren gegangen, haben Elche gesehen und d-das hat uns einfach total Spaß gemacht, so die Umgebung zu erkunden. Ja, und einfach, ja, die Menschen auch kennenzulernen. Also ich weiß, wir haben da dann 'n Pärchen, äh, kennengelernt, die haben den Campingplatz betrieben. Äh, die waren schon, ich glaub, 84 war er und die saßen dann irgendwann mit uns am Lagerfeuer und wir haben, äh, Kaffee getrunken und die haben aus ihrem Leben erzählt. Und ja, das, das war einfach 'ne sehr, sehr schöne Situation, die wir einfach nicht erlebt hätten, wenn wir jeden Tag woanders hingefahren wären.

Und das war eigentlich so das erste Mal, dass wir festgestellt haben: Hey, das ist so 'ne Art zu reisen, die wir irgendwie sehr mögen.

Und wo seid ihr jetzt grade?

Jetzt grade sind wir ganz exotisch unterwegs in Niedersachsen.

Oh.

In der Nähe von Schwie--

Im Outback.

Im Outback, ja. Ich bin froh, dass wir überhaupt Empfang haben.

Ja.

Hallo. Wir, äh, und haben müssen 'n paar familiäre Dinge klären und das machen wir dann eben auch so im, im Wohnwagen und haben uns jetzt hier auf 'n Campingplatz, äh, gestellt auf 'm Bauernhof, der insofern – das ist so back to the roots – weil hier haben wir unser erstes YouTube-Video gedreht, was damals hieß auch: „Hilfe, wir haben einen Wohnwagen. Was nun?" Und war ja, war gar kein Clickbait oder reißen, reißenerischer Titel, weil ich erinnere mich an unsere erste Ausfahrt mit dem geliehenen Fahrzeug, wo ich dann rückwärts den Wohnwagen versucht habe, äh, einzuparken und dann hab ich versucht, den abzukuppeln und dann kam direkt 'n Kollege rüber mit zwei Flaschen Bier in der Hand und sagte: „Kollege, so wird das nix. Du bist grad rückwärts gefahren, die Handbremse ist noch drin. Da kriegst du nicht ab. Trink erst mal 'n Bier, danach fährst du 'n Stück vor und dann schieben wir den da hin, wo der hin muss." Okay. Ja, und dann hab ich gedacht: „Ja gut, dann so."

Das muss ich auch sagen, also, ähm, falls auch Neu-Camper zuhören, äh, wir haben einfach so viele nette Menschen, also so viele nette Camper kennengelernt und ich mein, wir sind ja wirklich sehr unbedarft da rangegangen, aber in allen Situationen auf den ersten Touren wurde uns wirklich immer weitergeholfen und wir haben immer jemanden gefunden, der genau wusste, wie's läuft, die schon seit 30 Jahren Camping machen. Also, äh, ich bin im Nachhinein sehr, sehr froh, dass wir da gar nicht so viel drüber nachgedacht haben und es einfach gemacht haben. Ja, weil wir dadurch einfach... Ja, es, es war so, so 'ne Leichtigkeit. Wir haben das nicht so zerdacht, sondern wir haben einfach gemacht und alles hat sich danach geregelt.

Und deshalb die Kunden haben das, also die Kunden, was den klassischen Job anbelangt, auch gut angenommen, weil dadurch, dass wir dann auch den YouTube-Kanal gestartet haben – wir hatten vorher 'n Foodblog, weil ich gerne fotografiere und mit Kameras rumhantier-

Und ich lieb es zu kochen und zu backen.

Und das war mir irgendwann insofern zu anstrengend, dass ich sagte: „Jules, ich kann das nicht immer fotografieren. Ich will das jetzt essen. Ich hab Hunger." Also wenn ihr 'n Foodblog startet, fangt satt an.

Genau, das haben wir dann auch gelernt.

Und da haben wir gesagt: „Hör mal, es gibt noch gar keinen YouTube-Kanal seinerzeit über Wohnwagen." Es gibt, äh, gefühlt 20 mit Van Life und so weiter, aber, äh, nicht Lürg und Bushcraft sowieso, aber eben nicht mit Wohnwagen. Und dann haben wir da so angefangen und das begleitet. Also vom-- Wir vom großen Wiegen, als wir dann festgestellt haben, das ist alles zu schwer, da hab ich dann gesagt: „So, wir wiegen jetzt alles."

Wir haben alles gewogen, alles. Die Besteckschublade, äh, je-- alles aus'm Kühlschrank. Wirklich, wir, ich weiß das noch, wir haben das, das war im Sommer, wir haben das alles draußen alles ausgeräumt und wirklich von meinen Eltern – wir waren in der Nähe von meinen Eltern – 'ne Waage geholt und wirklich aufgeschrieben, was was wiegt und dann entschieden, was wieder reinkommt.

Das ist-

Sehr strukturiert.

Ja, Unternehmesberatung halt.

Ja, aber oftmals hat ja der Schuster die schlechtesten Leisten von dem her sehr gut, dass ihr quasi dann, ne, selber die Struktur da auch habt.

Ja.

Bei uns war's, bei uns war's eher so, ähm, hemdsärmelig wie immer. Ah, Toilettenchemie verschenken wir. Ähm, Gasflasche? Nee, schmeißen wir raus. Also so eher so Trial and Error und dann, ähm, noch mal auf die Waage, bis es passte. Aber ich find es gut. Also wir sagen ja auch den Einsteigern: „Macht euch Listen und schreibt euch auf, was wie viel wiegt", und ne. Selber macht man's dann nicht immer so korrekt. Aber gut, dass ihr das dann, äh, so umsetzen konntet.

Das war nicht so penibel. Das hört sich jetzt so penibel an, als es war, sondern wir wollten das halt wirklich wissen. Wir hatten halt dann die Papiere von dem Wohnwagen und da hab ich gesagt: „Das kann nicht so viel wiegen, was wir da drin haben." Und dann hab ich gesagt: „So komm, jetzt schmeißen wir alles raus." Ähm, das war auch auf dem Platz, wo wir jetzt grade stehen. Und da haben wir halt gesagt, äh, ich sag: „Ich muss alles raus von den Gasflaschen, äh, alles raus, was, äh, keine Miete zahlt." Und, äh, dann sind wir mit dem Wohnwagen halt auf die Waage beim Ralf-Eisenmarkt und das waren dann 700 Kilo und wir hatten 790 Kilo zulässiges Gesamtgewicht, also 90 Kilo. Und dann hab ich gesagt, das-- Und dann sind wir erst mal auf die Suche gegangen, weil der Wagen sollte nackt eigentlich nur 620 Kilo wiegen. Und dann kommst du da drauf, ja, der hat aber zwei Stauklappen mehr als üblich. Der hat 'n Steinschloss-, äh, Blech da dran.

'Ne Markise.

Der hat 'ne Markise da dran. Die sind, die schlägt auch schon mit 20 oder so Kilo zu Buche und, und, und. Und so eben hat sich das aufsummiert auf 700 Kilo und dann blieben halt 90 Kilo über. Und dann sagte uns damals schon die Community, also der YouTube-Kanal, da haben wir zu dem Zeitpunkt so 'n Smart Spot erwischt. Der ging dann halt für die Nische relativ, äh, ab. Und da hatten wir halt gesagt so: „Wo wie kommt das her?" Und dann schrieb einer, sagt: „Hör mal, ihr könnt den auflasten unter Umständen auf 850 Kilogramm." Und das haben wir dann gemacht. Also wenn ihr Zuladungsprobleme habt, guckt, ob ihr euer Fahrzeug auflasten könnt. Äh, das ist meistens oder es geht oft über 'ne Papierauflastung. Das war hier. Wir haben halt unter 800 Kilo wollten sie ihn anbieten. Das hat führerscheintechnische und versicherungstechnische Gründe und die Achse ist aber für 850 Kilo zugelassen und dann braucht man bloß das Gutachten vom Hersteller, in dem Fall von Eriba.

Und damit geht man dann zum TÜV und lässt es dann halt umtragen. Und, äh, nicht vergessen, der Versicherung Bescheid zu sagen, dass man jetzt 850 Kilo hat. Und, äh-

Ja, und als der dann leergeräumt war, haben wir irgendwie auch großen Spaß daran entwickelt zu gucken, was nehmen wir jetzt eigentlich mit? Und dann noch mal zu fragen: Was brauchen wir eigentlich wirklich? Und das, was Markus eingangs schon sagte, das, was du mitnimmst, bestimmt halt auch so 'n bisschen das, was du erlebst. Und Markus liebt halt einfach Equipment. Da ist er mittlerweile den Spitznamen Mister Equipment und ich liebe es halt zu kochen und zu backen. Und dann war irgendwie relativ schnell klar, okay, wir wollen cooles Equipment dabei haben, wo man zum Beispiel Feuer mit machen kann. Ich wollte dann auch gerne, ich hab gesagt: „Hey, ich möcht auch irgendwie über Feuer kochen. Das' total cool. Können wir da nicht was machen?" Dann ja, kam so eins zum anderen und wir haben unsere Ausrüstung, ja, immer mehr optimiert, so dass wir möglichst viel damit erleben können und einfach, ja, viele schöne Momente erleben können.

Dann würd ich jetzt mal gerne von euch wissen, was ihr so an Ausrüstung dabei habt und auch gerne so Sachen, auf die man jetzt vielleicht nicht direkt kommen würde. Ich kenn zum Beispiel Leute, die, ähm, die mit, äh, Dutch Oven oder so was reisen, der ja relativ schwer ist, die dann halt gerne auf was anderes dafür verzichten, um dieses Kocherlebnis zu haben. Was sind da so eure Must-haves?

Also Must-haves. Also grundsätzlich ist so, ich bin für das zuständig, was draußen passiert und Juls für das, was drinnen passiert. So-

Ja, klassische Aufteilung auch bei uns.

Sehr gut. Und, äh, jetzt ist's halt, also Imok haben wir dabei, weil eben nur 150 Kilo, ähm, 150, ja, 150, 150 Kilo Zuladung. Ähm, da sind halt dann Stühle drin, das sind auch so Ultraleichtstühle beispielsweise-

Genau, du musst an der Stelle vielleicht sagen, wir haben 'ne Grundausstattung, die immer mitkommt und dann haben wir auch viel an Equipment, was wir nur zu bestimmten Touren mitnehmen. Wie lange sind wir unterwegs? Wo sind wir unterwegs? Also wenn wir jetzt-

Welche Jahreszeit und so.

Wenn wir jetzt zum Beispiel dich, Sebastian, in Portugal besuchen kommen, brauchen wir sicherlich nicht so viel an Feuerküche mitnehmen, weil man im Sommer wird es wahrscheinlich schwierig mit Feuer. Also dann-

Weil Brandschutzstufe.

Genau.

Und-

Ja, ja, definitiv kein Feuer im Sommer.

Wo ich drauf hinaus wollte, ist, dass wir halt dann eben im Kombi den Kofferraum eben auch haben. Da hab ich drei Euroboxen, wo ich meinen Kram reinpacken kann und da fährt auch immer mindestens zwei Dutch Öfen mit. In dem Fall 'n viereinhalber und 'n Dreier, weil der Dreier in den viereinhalber passt. Dann haben wir immer 'ne zerlegbare Feuerschale dabei, die uns schon oft ermöglicht hat, Lagerfeuer da zu machen, wo's der Ranger beispielsweise in Schweden nicht gerne sieht und dann sagt er: „Mach das Feuer." Oh, es steht 30 Zentimeter überm Boden, dadrunter ist Gras, da ist schon viel Glut drin. Es ist nichts angebrannt. Ah, lass grad brennen. So, und, ähm, das, also eben die Dutch Öfen, Feuerschale, dann Feuerhaken, wo du 'n Dutchofen auch dranhängen kannst übers Feuer. Dreibein, Dreibein, aber so einfach nur mit 'ner Platte, dass du drei Äste suchst, wo du's damit selber aufbaust.

Und dann haben wir, also ich mag halt die Feuerküche auch, äh, dann hab ich immer 'ne kleine Buschbox dabei. Das ist so die Schnellkochplatte beim Lagerfeuer, äh, im entsprechenden Topf und 'n Kessel und 'ne Pfanne. Das ist so auch Grundausrüstung, fährt an sich immer mit. Und dann so Kleinkram. Also wenn wir sagen, Equipment, das geht jetzt nicht in Richtung, auch hier nichts dagegen, wer gerne so unterwegs ist oder so, es geht. Also es sollte alles ohne Strom zu betreiben sein, idealerweise. Wenn jetzt jemand gerne mit Thermomix unterwegs ist oder so, ist auch super. Also jeder ist seines Glückes Schmied und jeder wie er möchte. Ich bin Rheinländer, also jeder Jäg ist anders. Insofern sind es also Equipment-Sachen, die gerne leicht sind, einfach zu benutzen und idealerweise ewig halten.

Was auch immer mitfährt, ist, wenn man Feuerküche macht, braucht man auch 'ne Axt oder zwei, damit man Holz spalten kann oder eben auch zurechtwängeln kann. Dann 'ne Säge, 'ne Klappsäge ist, äh, standardmäßig dabei. 'N bisschen Werkzeug, um kleine Reparaturen direkt ausführen zu können. Und...

Ja, ansonsten haben wir im Auto noch, äh, immer 'ne Kiste mit Lebensmitteln, also mit haltbaren Lebensmitteln, weil ich lieb es halt, äh, frisch zu kochen und zu backen. Das heißt, wir haben da immer so 'ne Standardausrüstung, äh, mit und kaufen dann vor Ort eben nur die frischen Sachen ein. Äh, und ja, bei mir ist es definitiv, also eins meiner, meiner Lieblingssachen sind unsere beiden Campingbacköfen. Wir haben da auch tatsächlich zwei mit, den Omnia und den Nonna Aurelia. Der eine hat ja 'n Loch in der Mitte, der andere nicht. Ähm, ja, und da mach ich so unfassbar viel mit. Also es vergeht eigentlich, äh, keine Tour, wo ich nicht irgendwas koche, backe, äh, und ja, im, im, in den Campingbacköfen halt eben Kuchen, Brötchen, Aufläufe, Ofengemüse haben wir jetzt heute Mittag noch gegessen. Äh, das darf bei mir nicht fehlen und wir haben, äh, den Ridge Monkey immer dabei.

Das sind quasi, ähm, zwei viereckige Pfannen mit Griffen dran, die man zuklappen kann, wo man dann zum Beispiel, äh, weiß ich nicht, sich 'n Toast richtig lecker belegen kann und dann von beiden Seiten, das kann man, diese Pfanne kann man halt wenden und dazu läuft dann der Käse und das wird so richtig kross und das ist einfach super lecker und da kann man halt auch so Bratkartoffeln drin machen. Also, äh, das liebe ich halt.

Insbesondere schön fürs Wintercamping, wenn man, also weil wir kochen meistens draußen, wenn's eben geht. Das heißt entweder über Feuer oder wir haben auch 'ne Außenküche, weil wir halt einen Tisch einhängen können am Wohnwagen und da steht immer, da stand immer 'n Gaskocher drauf, mittlerweile steht der Benzinkocher drauf. Das hat mit der Schweiz zu tun, weil da Gas unglaublich teuer ist.

Genau, und wir waren die letzten Jahre halt sehr viel in der Schweiz unterwegs und ich muss aber sagen, bevor du weiter erzählst, der Benzinkocher ist auch meiner mittlerweile eins meiner absoluten Lieblingsausrüstungsstücke, weil du kriegst auf der einen Seite die Flamme richtig auf volle Stufe, kann man wirklich mal Wasser so richtig zum Kochen bringen, was mit unserem, ähm, Gaskocher vorher immer so 'n bisschen schwierig war, aber man kann sie auch so weit runterregeln, dass man auch wirklich mal einfach was leicht köcheln lassen kann und, äh, den lieb ich. Ich hab dich übertroffen.

Ja, das mit dem, mit dem Benzinkocher, den haben wir jetzt standardmäßig dabei, weil's einfach auch 'ne große Freude ist beim Wintercamping, wenn man da mit 'ner Gaskartusche, mit 'm Gaskartuschenkocher arbeitet oder selbst auch mit der Mit der Gasflasche bei -20 Grad. Wir waren jetzt im Winter in der Schweiz und auf Morteratsch, ist auf knapp zweitausend Meter der Europas höchster Wintercampingplatz und da haben wir auch nachts -24 Grad, also dreiundzwanzig Komma acht Grad. Und da bist du halt froh, wenn du einen Benzinkocher hast, weil der dann eben auch läuft. Der war auch komplett eingefroren, aber ein bisschen Benzin drüber, anmachen und dann verdampft's auch wieder vernünftig, übervergast es auch, äh, richtig gut und dann hast du halt eine schöne starke Flamme und kannst dann auch draußen. Das führt zu ungläubigen Blicken der vorbeifahrenden Langläufer und denken sich nur die Deutsche, Idiot. -23 Grad und die stehen draußen und kochen sich und haben Lagerfeuer an, ne.

Ja, aber was du gerade noch sagen wolltest, wo ich dich unterbrochen habe, was bei dem Ridge Monkey total toll ist, ähm, dadurch, dass man den zuklappen kann, kann man den drinnen sehr, sehr gut benutzen, weil es riecht dann eben nicht so. Also wenn man Kartoffeln macht in einer normalen Pfanne riecht es halt wesentlich mehr und das mögen wir halt gar nicht, wenn's innen zu sehr oder zu lange nach Essen riecht. Ähm, und da ist der wirklich, äh, richtig, richtig toll. Und weil du ja gerade nach Equipment gefragt hast, was bei uns natürlich auch nicht fehlen darf, ist, äh, ein mobiler Router, weil wir ja einfach von unterwegs arbeiten müssen. Also, ähm, der ist auch immer dabei und-

Und Bestandteil ist auch Power Station.

Genau.

So dass wir halt Strom machen. Wir haben so einen Begriff geprägt, Solarmüllern, dass du halt, äh, nur die Energie verbrauchst, die du eben auch mit der Sonne einfangen kannst. Und das ist bei Wintercamping herausfordernder, aber hat bisher immer gut funktioniert. Wir hatten immer strategisch gut verteilte Sonnentage.

Ja. Oh, da kann ich übrigens das auch mal erzählen. Ganz viele fragen immer, äh, wie der Begriff Sonnenmüllern entstanden ist. Und es war tatsächlich so, dass Markus und ich vor, äh, einigen Jahren in Holland unterwegs waren. Da sind ja so viele Windmühlen und da hat Markus gesagt: „Oh, guck mal, die müllern Wind." Und als wir dann campen gegangen sind, habe ich gesagt: „Guck mal, wir müllern Sonne", und dadurch ist Sonnenmüllern entstanden.

Ja.

Nur mal als kurze Anekdote.

Finde ich ein sehr schönes Wort. Kann man sich so richtig-

Oder?

-gut vorstellen.

Und für, für alle anderen, die jetzt wie ich verzweifelt den Ridge Monkey vielleicht bei Google suchen, ähm, er wird nicht Rich mit reich geschrieben, sondern R I D G E-

Genau.

-Ridge Monkey und wir verlinken es aber auch noch mal in den Show-Notes, ähm, weil finde ich auch ganz spannend.

Mega.

Weil den, den kannst du vermutlich auch über einfach Feuer benutzen, oder?

Nee, tatsächlich nicht. Ist-- Der ist jetzt in dem Fall aus Aluminium und innen-

Ah, okay.

Und-- Also ja, du könntest den über Feuer verwenden, aber würde ich nicht so machen. Und da gibt's ja sowieso, schalten sich die Geister mit Aluminium. Gut beschichtet ist das jetzt nicht so tragisch, aber dann sagen-- Also es gibt ja Menschen, die sagen: „Oh, Aluminium, alle müssen sterben." Ähm, und wir nutzen, wir nutzen Aluminium, also jetzt beispielsweise auch beim Campingbackofen, beim Omnia, da aber eben auch mit der beschichteten Form.

Genau, mittlerweile mit der beschichtete Form, genau.

Mit der Silikonform. Jetzt, äh, was wollte ich sagen?

Ja, über Feuer ist der, weil der hat auch Plastikgriffe, würde ich nicht machen.

Okay.

Was man aber noch sagen kann, was ziemlich cool da dran ist, es sind ja zwei Pfannen, die man zusammenklappt. Man kann die aber auch auseinandernehmen und dann hat man halt einfach zwei einzelne Pfannen.

Ah, cool.

Also gerade wenn du zum Beispiel mit superleichten Gepäck reist, weiß ich nicht, in einem Van oder mit einem Zelt, ist das praktisch, weil du halt eben auch noch ein Spiegelei und, äh, Würstchen machen kannst.

Der kommt bei uns mit. Wir sind halt auch gerne mal mit dem Kanu unterwegs und da ist er halt, weil er leicht ist und klein. Du kannst die Griffe abmachen und reinlegen und er auch kein großes Packmaß hat, kannst du da halt auch schnell mal eine Sache überm Gaskocher machen.

Ein neuer Tag auf der Liebesinsel. Es wird gezwitschert, geflirtet. Bist du einfach reich? Ich bin reich mit Liebe. Gestritten. Viel Spaß mit der Hexe hier im Haus. Und gefeiert. Die Party kann losgehen. Love Island VIP is back. Endlich ab Donnerstag, zwanzig Uhr fünfzehn bei RTL zwei und vorab auf RTL+ Stream.

Also wenn ich euch jetzt so reden höre und auch, ja, die Begeisterung sehe, mit der ihr über dieses Leben sprecht, was ihr da führt, drängt sich mir so ein bisschen die Frage auf, warum ihr nicht komplett im Wohnwagen lebt.

Gute Frage. Haben wir uns auch schon des Öfteren gestellt. Es ist so, wir sind letztlich, wenn man jetzt der Wahrheit komplett die Ehre gibt, sind wir also im Unternehmensberatung, Banken beraten, macht große Freude. Jetzt ist Digitalisierungsberater in Deutschland nicht vergnügungssteuerpflichtig. Es ist gut bezahlt, da will ich gar nicht meckern, aber wir sind mit der Digitalisierung wirklich weit hinten. Und also wirklich weit hinten. Also wir sind europäisch gesehen auf Platz zwanzig, glaube ich. Äh, sind noch einen Platz abgerutscht. Wir waren mal auf Platz neunzehn und da muss man sich-- Das ist tatsächlich, wenn ich richtig informiert bin, hinter Albanien und ich nichts für oder gegen Albanien, aber ich sehe gerade, Sebastian lacht schon ein bisschen so und es ist halt einfach, wir wohnen in Essen und wenn ich von Essen nach Berlin fahre beispielsweise, kann ich noch nicht mal unterbrechungsfreien GCE telefonieren.

Geschweigt und große Datenmengen hin- und herschieben oder so. Das können sich jetzt Damen und Herren Politiker teilweise nicht vorstellen, warum man viele, ähm, Mbits braucht in einer Internetverbindung. Die gucken, denken dann immer, man guckt sich hochauflösend vielleicht Filme an, die einem peinlich sind, wenn's rauskommt und das stimmt halt einfach nicht. Du kannst halt Datenvolumen auf unterschiedlichste Arten und Weisen verbrauchen. Und, äh, wenn man beispielsweise über Videodateien redet und zusammen an einem Videoprojekt arbeitet, dann sind das halt schnell einige Gigabyte und Terabyte. Und du-- Und das, was vielen nicht klar ist, ist, dass wir natürlich international, äh, Wettbe-- Also im Wettbewerb stehen, auch auf YouTube beispielsweise oder auch in Unternehmensberatungen und so weiter. Und wenn du da einfach vier Stunden, weil du nicht innerdeutsch fliegen möchtest, äh, mit der Bahn unterwegs bist und kannst die vier Stunden nicht arbeiten, nicht mit deinem Team kommunizieren beispielsweise, dann geht dir einfach hart Zeit flöten, insbesondere wenn diese Zeit teuer bezahlt ist.

Und das ist dann halt ein Wettbewerbsnachteil, wenn jemand schon in den Niederlanden sitzt oder in der Schweiz. Ich bin-- Wir sind in Schweiz durch den Sankt-Gotthard-Tunnel gefahren, gefahren. Das habe ich dann noch erst mal gerne, äh, an Verantwortliche geschickt und sag einfach, ich habe hier Tonnen von Fels über mir und habe vierhundert Mbit im Upload und dreihundert Mbit im Downlink. So, das sind Sachen, da träume ich in Essen von. Also und zwar, wenn ich unter freiem Himmel keinen Baum, keine Häuserschluchten stehe, krieg ich das-- Also mir ist kein Ort in Essen bekannt oder in Köln, Düsseldorf, wo ich das hinbekomme. In Berlin, Berlin doch, kenn ich 'n Spot, aber das sind einfach solche, solche Geschichten. Aber zurück zur Frage: Warum wohnen wir nicht im, im, äh, ziehen wir nicht in 'n Wohnwagen? Es ist so, dass wir für uns auf der Suche sind und uns auf die Suche gemacht haben, wie wir leben möchten. Und das hat auch mit dem eben angesprochenen Minimalismus was zu tun für uns.

Also ich überleg, ich weiß nicht, ob ich für dich mitred, Jules.

Definitiv.

Für mich ist die Welt zu komplex geworden. Ich kann vieles einfach nicht mehr verstehen und vieles seh ich, wo ich, und zwar ohne Meinung erst mal, sondern wo ich das nicht verstehe. Und Dinge, wo ich, also Dinge, die ich nicht verstehe, da kann ich auch keine Meinung zu entwickeln. Also wenn du mir jetzt 'n Ding zeigst und ich weiß nicht, was es tun soll, kann ich ja keine Meinung dazu entwickeln, ob es gut ist oder nicht, weil ich weiß ja gar nicht, wofür's da ist. Und das ist im, wenn wir im Puck unterwegs sind, komplett weg. Wir haben einfach Tagesaufgaben, die sind schlichtweg da. Du musst für Wasser sorgen, du musst für Strom sorgen. Du hast halt, du musst mit klappen, knappen Ressourcen haushalten, äh, sei es, äh, eine begrenzte Anzahl von Tellern, begrenztes, äh, Wasservolumen, Abwasser und so weiter. Und damit ist der Kopf dann einfach schon voll.

Da kann dann schon keine Hiobsbotschaft mehr rein, da ist schlicht kein Platz da und Radio hast du auch nicht an, Fernsehen schon zweimal nicht. Und das ist das eine. Und das andere, das wir wissen, wir, wir wollen jetzt auch nicht aussteigen. Also jetzt irgendwie in der Höhle zu wohnen auf Goa, äh, nicht auf Goa, auf, äh, Fuerteventura oder nee, nee, warte, wie heißt denn die Insel, wo die Hippies-

La Gomera.

Gomera, genau. So, also find ich toll, wär jetzt aber nicht meins. Ich weiß nicht, wie das ist.

Nee, ist bei mir genauso.

Ähm, und da jetzt zu suchen, wie, wie macht man das? Also wie kann man so'n bisschen raus, ohne aber komplett auszusteigen? Also Krankenversicherung find ich schon geil. Und-

Ja, und man muss auch dazu sagen, wir leben halt zurzeit noch in der Großstadt und sind da aber schon seit 'ner ganzen Weile, ähm, nicht mehr glücklich. Also wir haben 'ne superschöne Wohnung mit 'nem tollen Garten und netten Nachbarn, aber wir fühlen uns halt einfach in der Großstadt nicht mehr wohl und suchen halt auch schon, also wir möchten halt gerne wieder aufs Land ziehen ins Grüne und mussten für uns aber auch erst mal rausfinden, was wir da wollen. Also wir haben uns, ähm, viele Resthöfe angeguckt. Da ist tatsächlich in Deutschland immer das Problem gewesen, dass das Internet zu schlecht war.

Ja.

Weil da war durch, waren durchaus einige dabei, mhm, ja-

Und es war auch egal, ob kaufen oder mieten.

Genau, wir hätten beides gemacht. Dann hätten wir, haben wir 2020 hätten wir fast 'n kleines Häuschen in Schweden gekauft und es hat uns tatsächlich an dem Tag, als wir losfahren wollten, äh, es gab einen Interessenten vor uns und der hat's dann gekauft.

Ach Scheiße.

Ja, und wir waren damals Feuer und Flamme und ich bin jetzt einfach heilfroh, dass das nicht geklappt hat, weil ich weiß nicht, ob das für uns zu dem Zeitpunkt das Richtige gewesen wär. So oder dann letztes Jahr hatten wir uns dann irgendwie total in die Schweiz verguckt und haben auch überlegt, hey, ist die Schweiz vielleicht was für uns? Und jetzt haben wir irgendwie gemerkt so, nee, wir fühlen uns in Deutschland schon sehr wohl und wir wollen jetzt auch nichts-

Als Base, ja.

Genau, als Base. Wir wollen jetzt auch nichts überstürzen, denn wenn wir umziehen, wollen wir auch gerne was für uns Passendes haben und bis dahin reisen wir einfach viel, sind einfach viel mit dem Wohnwagen unterwegs und, äh, ja, gucken einfach mal, was sich da ergibt.

Haben aber auch keinen Stress.

Genau.

Und sagen, da wirfst du klassisch fünf Euro in die Phrasenkasse, aber der Weg ist es mir einfach so zu schauen. Und wenn man jetzt und auch so Langzeitreisen beispielsweise, also ich glaube, wenn man jetzt sich vornimmt, man fährt die Panamericana oder-

Transafrika.

Transafrika, wo man sagt, okay, wir nehmen uns 'n Jahr oder zwei dafür Zeit, dann hat das 'n, äh, einfach also ist es 'n Projekt und 'n Projekt definiert sich ja dadurch, dass es 'n Anfang und 'n Ende hat im Vergleich zu 'nem Prozess, der ongoing ist, also andauert. Und dann, da hätte ich schwer die Befürchtung, dass wir da so versumpfen und dass du quasi immer langsamer reist und irgendwann kriegst du den Wohnwagen gar nicht mehr angekuppelt und sagst: Ach, ob wir jetzt noch weiterfahren oder nicht und dann lässt vielleicht auch die Körperhygiene nach. Nein, also so irgendwie so klassisch. Und dann immer wieder zurückzukommen, das ist ja nicht so, als wenn wir 'n Steinhaus nicht genießen. Äh-

Das muss man auch dazu sagen, so wir, wir haben uns wirklich sehr, sehr gerne und wir verbringen gerne und viel Zeit miteinander, aber fünf Quadratmeter auf Dauer-

Da muss man sich schon lieb haben.

Da muss man sich lieb haben und vor allem fängt's da schon an, wenn es draußen, also im Sommer kein Problem, wenn's draußen schön ist, aber wenn's im Winter regnet oder kalt ist und wir wollen beide mal parallel telefonieren, dann sitzt einer im Auto oder irgendwo anders. Also dann wird's halt einfach schwierig. Ähm, oder auch eben einer, also es geht zum Glück hier im Puck wunderbar. Wenn einer sich hinlegen will, kann man das auch, wenn das Bett nicht umgebaut ist, weil die Sitzflächen quasi groß genug sind. Man kann die Polster hinten, die Rückenpolster wegnehmen, dann kann man sich da wunderbar mal für 'n Stündchen hinlegen.

Die andere kann arbeiten.

Genau, aber wir haben das jetzt im Sommer gehabt, da, äh, war ich richtig, richtig krank und da war's halt einfach toll, dass Markus die ganze Zeit draußen sein konnte, weil ich natürlich drinnen im umgebauten Bett im Bett lag so. Und-

Mhm.

Wär das jetzt im Winter gewesen, hätte Markus einfach von morgens bis abends-

Blaue Lippen gehabt.

Genau, oder im Bett liegen müssen. Ähm, von daher kommt das sicherlich noch dazu, dass, ähm, ich mir das nicht vorstellen könnte, ähm, im, im Puck zu leben. Also vielleicht mal für einen Zeitraum, was wir ja schon gemacht haben, dass man sagt, drei Monate oder wir machen das jetzt mal 'n halbes Jahr oder wenn jetzt, ähm, wenn wir umziehen und man hat irgendwie so 'n Übergang von zwei Monaten, gar kein Problem, aber dauerhaft-

Auch 'n halbes Jahr wär gar kein Problem.

Genau.

Also vier Monate war bis jetzt das Längste-

Ja.

Was wir im Puck waren. Genau, das hatte dieses lange, wir hatten das mal, wie erwähnt, das, wie war der Titel? Nicht weit, aber tief. So, da waren wir halt vier Monate an einem Ort. Das war an der Hunte. Wir hatten einen oder einen Platz an der Hunte. Das, den haben wir dann dauerhaft gepachtet. Das kam uns sehr zugute. Es war Ende 2019 und dann kam Corona und dadurch galten wir quasi als Dauercamper und waren von den Beschränkungen eines Campingplatzes nicht so betroffen. Welche Logik da immer hinter gesteckt hat, äh, aber Dauercamper sind, waren da nicht so anfällig. Keine Ahnung.

Genau, also wir durften auf den Platz, als man als normaler Camper keine Plätze anfahren durfte, war's für Dauercamper halt erlaubt, was uns natürlich echt zugute kam.

Und- Und sind, haben dann da, weil wir konnten da auch Feuer machen und uns austoben, wie wir, wir wollten, weil unser Platz. Und da haben wir halt festgestellt, dass wir halt Lager-Camper sind. Wir mögen es halt einfach, 'n Lager zu spielen und zu gucken. Ich hab dann da beispielsweise draußen in der Außenküche immer meinen Zunderbeutel hängen. Das heißt, ich mach kein, kein Lagerfeuer mit 'nem Feuerzeug an, sondern reiß das halt immer mit 'm Feuerstahl an, suchen irgendwelches trocken Material. So, und das, das macht mir halt einfach Spaß. Und das sind so Sachen, wenn wir noch mal auf die Komplexität der Welt grade zurückkommen, es ist so schön einfach. Und in der Schweiz haben dann viele gefragt: „Sag mal, warum machst du das nicht mit dem Feuerzeug? Das geht doch viel schneller." Da hab ich gesagt: „Ja, dann hab ich fünf Minuten gespart. Was mach ich denn mit den fünf Minuten?" Also nicht, dass ich nicht mit meiner Zeit was anzufangen wüsste. Aber gibt es was Sinnvolleres, als von Hand 'n Feuer zu machen, beispielsweise, oder-

Und Spaß daran zu haben.

Spaß dran zu haben.

Das ist, find ich, so der Punkt.

Und das macht mir viel mehr Spaß, weil die fünf Minuten, die ich spare, äh, die steck ich doch abends vielleicht, äh, ins, äh, Doom-Scrolling auf 'm Handy oder in 'ne Netflix-Serie oder was, was weiß ich für 'ne Serie. Und ich sag: „Nee, da mach ich lieber Feuer an", oder so. Und das ist genauso mit 'm Brot backen. Du kannst ja immer diese ganzen-- wir haben ja so mittlerweile so die Selbstvermessung, ob du Smartwatch an hast und so. Also, also ich kann das supergut verstehen und ich bin ja auch Nerd und, äh, digitalaffin, aber ich möchte keine Uhr haben, die mir sagt: „Jetzt stehste mal besser auf." Also da hätte ich-- Also ich find das superpraktisch und ich kann das auch verstehen entsprechend, wenn man die Jobs hat im Büro und so, da brauchst du einfach diesen Impuls von außen. Gar keine Frage, da möcht ich mich überhaupt nicht lustig drüber machen, aber ich find 'n Leben für mich schöner, wo ich selber merke, aufstehen.

Nele, du, ich seh, du möchtest was sagen, oder?

Nee, nee, ich wollt dich nicht unterbrechen. Ich nicke nur zustimmend, weil, äh, mir geht's genauso eigentlich. Und diese, diese Wiederentdeckung der Langsamkeit und auch mal der Langeweile, das find ich eigentlich immer sehr schön. Und deswegen sind wir ja grade auch in Mexiko sehr reduziert unterwegs und sehr, sehr einfach. Also wir hatten bis dieses Jahr noch nicht mal richtige Stühle. Wir haben uns jetzt mal so Klappstühle gekauft, so Faltstühle. Aber auch das, ähm, alles irgendwie von Hand machen zu müssen. Natürlich nervt's auch manchmal. Also ich denke, das geht euch auch so, dass ihr auch Momente habt, wo ihr denkt: „Ja, ich würd jetzt einfach gerne auf 'n Knopf drücken und dann funktioniert einfach alles." Aber generell dieses, dieses Leben auch so im, im Rhythmus mit, mit der Natur und auch mit den Naturgewalten find ich schon sehr, sehr spannend und vor allem auch so erholsam, dass ich dann teilweise wirklich so was von runterkomme, dass ich an gar nix anderes mehr denke.

Und was ich gern noch ergänzen würde, ich stimme dir da hundertprozentig zu und ich glaube, es ist nicht nur die Entdeckung der Langsamkeit, sondern ich glaube auch die Entdeckung der Einfachheit, also zumindest uns. Wir, wir können hier bestimmte Dinge viel mehr schätzen als zu Hause. Ich hab das neulich gesagt: Wir hatten, äh, im Sommer, als wir in der Schweiz waren, waren Freunde von uns da und ich hab Pfannkuchen gemacht. Und Pfannkuchen ist ja im Prinzip 'n total einfaches Essen und alle haben diese Pfannkuchen so gefeiert und waren, haben, haben mir noch tausendmal gesagt, wie lecker das war. Und ich hab gesagt, es wäre etwas anderes gewesen, wenn ich sie zu mir nach Hause eingeladen hätte und zu Hause Pfannkuchen gemacht hätte. Vielleicht auch, weil ich dann gedacht hätte: „Ja, jetzt hab ich ja nur Pfannkuchen gemacht." Und beim Camping ist es halt eben, ich hab nicht nur Pfannkuchen gemacht, ich hab Pfannkuchen gemacht über Feuer.

Und diese einfachen Dinge, 'n gutes Feuer, was Leckeres zu essen und liebe Menschen, das sind so die Dinge. Und dann in der schönen Natur, die lieben wir einfach am Camping. Und ja, d-das haben wir auch einfach wiederentdeckt. Also das hatten wir so 'n bisschen verloren.

Ich, ich denke, dass halt auch in der, in der Gesellschaft vieles mittlerweile ritualisiert ist und nicht mehr hinterfragt wird: Warum macht man das einfach? Das fängt vom Untersetzer auf 'm Holztisch oder auf 'm Glastisch an, wo man sich ja fragen könnte: Warum stellst du da 'n Glastisch hin, wenn dich doch die Ränder da stören? Du bist ja die ganze Zeit mit Glasreiniger und 'm Lappen unterwegs. Also ich kenne da wirklich Kolleginnen, die das so, äh, betreiben. Und auch das ist gut. Wenn man da Freude dran hat, ist immer alles in Ordnung. Aber wenn man genervt ist, dann sind wir mittlerweile auch durchs Campen dazu übergegangen zu fragen: Warum gestalten wir den Prozess so? Ist-- das ist doch eigentlich, äh, totaler Quatsch. Und das ist halt, ja, Lebensqualität zu reduzieren. Und dann gibt's natürlich auch wieder die, die sagen: „Minimalistisch. Ihr seid doch nicht minimalistisch unterwegs. Markus, du hast ein, zwei Buschboxen dabei, du hast zwei Dutch Oven dabei, du hast, äh, 'n Schuhhaken dabei, du hast 'n Dreibein dabei und und und.

Ist doch nicht reduziert. Und, äh, oder es ist nicht minimalistisch." Und minimalistisch, da haben wir so 'ne eigene Definition. Minimalistisch ist für uns nicht, möglichst wenig zu haben, sondern minimalistisch ist, möglichst nichts zu haben, was dich belastet.

Und Dinge, die du brauchst oder die du gerne benutzt. So.

Und wenn du Spaß an 25 Pfannen hast und die dich nicht belasten, dann hol dir 25 und auf 'm Weg zu 50. Kein Problem. Ähm, aber-

Ich glaub, das Nicht-Belasten ist der, ist der Trick. Das, das, das ist genau der Casus Knaxus, ne. Wenn du 50 Pfannen dabei haben willst, dafür aber dann jeden Tag zehn Stunden arbeiten gehen musst, dann ist halt der Punkt erreicht, wo's nicht mehr funktioniert.

Ganz genau.

Wenn du die 50 Pfannen dabei haben kannst, das auch völlig fein ist, dass sie sind, wie sie sind, du nicht davon genervt bist, dass du sie sauber machen musst, pflegen musst, dann ist es schick. Und ich, ich hab da nämlich auch grade drüber nachgedacht, als ihr so erzählt habt, wie ihr auch Nele und, äh, back to Natur und langsam, da dachte ich grade: Bei mir ist das gar nicht so. Das kann ich alles überhaupt nicht unterschreiben. Was aber vielleicht auch daran liegt, dass unser Leben ja mittlerweile so ist, dass ich ja hier rausgehe aus meinem Häuschen und dann bin ich in der Natur, ne. Dass ich draußen sowieso ja ganz viel koche. Also jetzt bei uns wird's jetzt warm und dann wird's kaum 'ne Mahlzeit geben, die ich drinne koche. Also bei mir ist das tatsächlich auch schon Alltag, hab ich grade so für mich festgestellt. Vielleicht nicht alles, ähm, aber viele dieser Dinge haben wir quasi in unseren Alltag integriert, weil sie auch Spaß machen und schön sind.

Das ist mir auch grade noch mal bewusst geworden, ne. Mir macht dieses-- Mir macht Kochen Spaß, deswegen werd ich auch nie 'n Food Blog oder 'n, 'n YouTube-Kanal oder 'n Restaurant haben, weil in dem Moment kommt Druck dazu und dann Macht's mir keinen Spaß mehr. Ja, alle sagen immer: „Du kochst so gut, du musst 'n Restaurant", nein, ich muss kein Restaurant machen. Wenn ich das mache, ist das Thema durch und es macht mir halt auch noch viel mehr Spaß, das draußen zu machen, am Grill zu stehen oder am Pizzaofen zu stehen oder nur an meiner Kochplatte drau... Ich hab so 'ne, so 'ne, äh, so 'ne Cerankochplatte, so 'ne einfache für draußen. Ähm, die liebe ich halt auch, weil die steht einfach vorne aufm Tisch und dann, und dann kann ich halt draußen kochen. Das ist irgendwie anders als drinnen. Und es ist mir grade bewusst geworden, dass wir quasi unbewusst oder bewusst, wie auch immer, unser Leben tatsächlich auch in die Richtung schon gestaltet haben, dass es einfach freier und entspannter ist.

Was mir halt immer auffällt, ist, dass man eigentlich immer das Gefühl hat, man kann bestimmte Dinge nicht lösen, außer mit irgendwelchen Komfortartikeln.

Ja.

Also, ähm, als Beispiel: Wir sind in Mexiko unterwegs, total spartanisch und haben auch wirklich jeder nur irgendwie drei T-Shirts oder vier T-Shirts für zwei Monate dabei. Und die Leute, die uns kennenlernen, die fallen aus allen Wolken, mit wie wenig Zeug wir da rumreisen. Und ich denk immer: „Ja, aber ich kann die doch waschen. Die sind doch in Mexiko an der Sonne, in, in 'nem halben Tag sind die T-Shirts trocken", ne. Und dann wäscht du die halt mal mit der Hand und du brauchst dann nicht unbedingt 'ne Waschmaschine am Campingplatz. Wenn ich die habe, dann freu ich mich. Aber dann wasch ich da alles durch.

Ja, übrigens Empfehlung: Scrubba Bag. Da kannst du's wunderbar-

Die hab ich. Ja, die hab ich.

Wenn man diese Basics wieder selber machen muss – wir haben das ja letztes Jahr in der Schweiz auch gemacht, drei Monate ohne Waschmaschine und dann per Hand waschen – dann weiß man, wenn man wieder zu Hause ist, eine Waschmaschine so was-

Oh ja

... weil das ist echt Arbeit. Aber ich finde, es ist auch so 'ne total erfüllende Arbeit, weil du hängst dann die Wäsche auf und legst sie dann zusammen, ziehst 'n frisches T-Shirt an und weißt einfach: „Hey, die hab, das hab ich jetzt per Hand gewaschen" und-

Das hat 'n anderen Wert.

Das hat echt 'n anderen Wert.

Ja, total.

So, und ich finde, was für mich noch so 'n Kernpunkt ist, äh, würd mich auch interessieren, wie ihr beiden das seht: Hm, wir haben irgendwie gelernt, ohne esoterisch zu klingen, so das innere Kind wieder mehr rauszulassen und wieder mehr Freude an kleinen Dingen zu haben. Und die sind so erfüllend wie Markus zum Beispiel, der irgendwie mit Feuerstahl das Lagerfeuer anmacht. Und es ist manchmal lustig, weil einige Leute sagen dann so: „Ja, aber das ist doch total absurd. Nimm doch 'n Feuerzeug", wo ich so denke, ich komm gebürtig aus Vechta, superschöner Ort und da gibt's einen Garten, da fahren wir ab und zu vorbei und der hat, ähm, so in Form geschnittene Buchsbäume, Hecken in-

Kennt ihr das so mit Schmetterlingen, Schira?

Ja, grauenhaft, ja.

Und da denk ich mir so: „Okay, du sagst jetzt, Markus macht 'n Lagerfeuer an mit Feuerstahl. Ja, das ist doch total absurd", wo ich so denke: „Na ja".

Das ist kindisch.

So, das ist kindisch.

Und dieser Buchsbaum in Spiralform ist total erwachsen. Da denk ich, da sind wir irgendwo auf 'm Weg falsch abgebogen, in meiner Welt.

Genau und ich find's nicht schlimm, dass man die Buchsbäume so schneidet, weil wenn man da Spaß dran hat-

Wenn du Buchsbaum wärst schon.

Ja, genau. Aber wenn man da Spaß dran hat, mega. Aber, musst, es muss doch jeder einfach für sich selbst finden, ja, wo, wo er Freude dran hat und wo er vielleicht das innere Kind wieder mehr rauslassen kann. Bei uns ist es halt Lagerfeuer machen, Brot backen, lachen. Wir lachen unfassbar viel und machen Witze und albern rum. Das ist für uns wirklich, ja, essenziell.

Ist lustig, weil ich hab da neulich erst vor 'n paar Wochen mit Halli drüber geredet, weil ich auch gesagt hab, ich komm mir manchmal vor, als wär ich überhaupt nicht altersgerecht. Also als wär ich so, so infantil irgendwie, weil ich manchmal so 'n Spaß an so, an so Kleinzeug habe und auch dran habe, Sachen zu entdecken und-- Aber auf der anderen Seite möcht ich mir das eigentlich bewahren, weil wie schön war das als Kind, wo du dich noch über den Herbst gefreut hast, weil du da bunte Blätter sammeln konntest oder über jede Schneeflocke und jetzt ist man nur noch so als Erwachsener: „Oh nee, ich bin genervt, weil es ist jetzt kalt und ist nass und, und jetzt kann ich nicht raus und jetzt ist das Auto zugeeist" und, und eigentlich, eigentlich besteht das halbe Erwachsenenleben daraus, von irgendwas genervt zu sein und rumzujammern. Und eigentlich möcht ich genau das nicht, sondern eigentlich möcht ich, genau wie du das beschreibst, so, ja, Spaß an Kleinigkeiten zu haben.

Ich saß zum Beispiel auf dem letzten Campingplatz in Mexiko mehr oder weniger den ganzen Tag vorm Auto und hab mich darüber gefreut, dass da die Hühnermama mit ihren Küken vorbeilief und die Ente an meiner Hose gezuppelt hat und so weiter.

Ja.

Und, und da die Mangos zu ernten, die halbreif an den Bäumen hingen und solche, solche kleinen Sachen einfach. Und genau das, finde ich persönlich, fehlt uns im Erwachsenenleben so oft, dass man einfach nur sich auf den Moment fokussiert und-

Absolut

... und so das grade genießt, ob das jetzt dein Feuer machen ist. Ich bin ja auch so 'n Pyromane. Ich liebe das auch. Und einfach genau das genießt, was man grade macht.

Ja, genau und voll in dem Moment sein, so das, das ist irgendwie was, was wir auch durchs Campen eigentlich wieder gelernt haben, den Moment einfach mehr zu schätzen und auch einfach wieder zu lernen, im Moment zu sein. Und was für mich auch noch so 'n Kernpunkt ist, ähm, dass man sich immer wieder bewusst macht, dass es an dir selbst liegt, wie du auf Situationen reagierst. Also in einem meiner Lieblingsbücher ist das: Die größte Freiheit besteht darin, wie du auf Dinge reagierst. Ich glaube, genau das ist der Punkt. Wir sind vor 'n paar Wochen, äh, in der Schweiz richtig, richtig eingeschneit. Es war wirklich richtig krasser Wintereinbruch und wir haben-- es war halt wirklich klatschnasser Schnee und wir haben das halt völlig unterschätzt, weil wir dachten: „Ja, es schneit 'n bisschen, alles gut."

Wir waren grad zwei Wochen vorher auf dem Motorrad, da hat's auch 30 Zentimeter geschneit, war gar kein Problem.

Genau, aber es war halt eben kein nasser Schnee und es hat uns dann wirklich nachts, hätten wir gewusst, dass das nasser Schnee ist, hätten wir das Hubdach runtergemacht, aber der Schnee war dann so schwer, dass uns das Hubdach wirklich eingeklappt ist und auch richtig Vorzelt. Äh, wir hatten dann im Hubdachstoff auch 'n Riss. So, und du hast jetzt ja zwei Möglichkeiten: Du kannst entweder sa... schimpfen und sagen: „Jetzt ist das kaputt" und was weiß ich. Oder das haben wir gemacht: Wir sind da nachts um vier aufgestanden und hatten einen Heidenspaß draußen, den Schnee vom Dach zu machen. Und ja, einfach, wir haben einfach die ganze Zeit rumgealbert, haben 'n Schneemann gebaut und haben einfach das Beste aus der Situation gemacht, weil wir gesagt haben: „Na ja, es ist ja jetzt kaputt. Wir können's doch sowieso nicht mehr ändern, aber ich kann doch jetzt ändern, wie ich da drauf reagiere. Und wir können doch, wir werden jetzt für immer diesen, diese Nacht In Erinnerung, in, in positiver, toller Erinnerung haben und ich erzähl die Geschichte einfach total gerne, weil ich selber schmunzeln muss, wenn ich, äh, an uns beide zurückdenke, wie wir nachts um vier im Schlafanzug draußen waren und Schneeschaufeln.

Ich denk jeden Dach, Tag dran, weil ich das geflickte Hubdach sehe. Das haben wir ganz hart uns repariert, muss ich sagen. Da hab ich mich selbst übertroffen.

Mit Gaffer Tape?

Gaffer Tape.

Ja, das ich-- Das wär jetzt auch mein erster Tipp gewesen.

Aber hey, muss man sagen, also es ist so, ja, ich weiß nicht, war's Schiller oder Goethe, der gesagt hat, der Mensch ist nur da Mensch.

Schiller.

Schiller. Der Mensch ist nur da Mensch, wo er spielt. Und es ist halt einfach so, dieses selbstvergessene Spiel. Spiel hat halt kein Ziel. Äh, du machst es halt einfach und das ist fertig. Und das ist halt auch schön, wenn du siehst, wenn man sich mit Spielen beschäftigt, ist noch mal ein ganz anderes Thema. Ähm, wir haben ja bei uns kompetitive, kompetitive Spiele, also gegeneinander beispielsweise. Mensch, ärger dich nicht, der eine gegen den anderen. Tennis gegen. In anderen Regionen auf der Welt werden viel mehr kollaborative Spiele gespielt, wo es nicht darum geht, den, äh, den anderen zu besiegen und besser zu sein, sondern gemeinsam eine Aufgabe zu lösen. Und wenn du dich dann komplett in dem Moment verlieren kannst, so, das ist einfach, ja, wunderbar.

Schafft ihr das, dieses Gefühl dann auch wieder in euren normalen Alltag mitzunehmen, wenn ihr dann von so einer Reise zurückkommt, zwei Monate unterwegs wart und dann kommt der, also ja, der normale Trott halt wieder?

Also es ist erstaunlich. Wir waren jetzt von Januar bis Ende März in der Schweiz mitten in der Natur unterwegs, äh, an verschiedenen Orten und es ist erschreckend oder erstaunlich, wie schnell man wieder drin ist.

Ja.

Das geht innerhalb von vier, fünf Stunden oder so. Es ist dann aber, was bleibt, ist dieses, dieses Hinterfragen. Du stellst, also wir stellen uns dann die Frage, du gehst an eine Kreuzung beispielsweise und dann denkst du: Wer ist jetzt aufgestanden morgens, mit welchem Gefühl, dass die Kreuzung so aussieht, wie sie aussieht? Das hätte man noch auch in schöner machen können. Also schön, Schönheit liegt ja im Auge des Betrachters, aber in, in etwas menschenfreundlicher und nicht so laut und, und so. Oder dann siehst du, in der Innenstadt hat, ist immer irgendein, ein Lärm. Also ob's, äh, Krankenwagen ist, Polizei, Laubbläser gerne genommen, wo ich halt denke: Alter, das sind zwanzig Meter Gehweg. Ist das zu viel? Dann nimm dir doch 'n Besen. Ist auch für die Umwelt viel besser, für, für das Viehzeug, was da rumkreucht, was wir brauchen, Insekten und so viel besser und so.

Aber nee, äh, 'tschuldigung, der Jochen muss halt. Und, und du denkst einfach so: Boah.

Sorry an alle, die Jochen heißen.

Und alle, die Laubbläser nutzen, wie mein Papa zum Beispiel.

So. Ja, du, wenn das jetzt jemand nutzt und sagt: „Hör mal, ich hab's im Kreuz oder so und es geht mir", das ist ja, also nichts gegen Laubbläser. Ist dann-- Der dahinterliegende Gedanke ist halt einfach, wir optimieren uns alles. Und die Frage ist halt: Wo führt diese Optimierung hin? Also du kochst nicht mehr selber Essen ein beispielsweise, um, um 'n Vorrat zu haben. Du gehst immer just in time in den Supermarkt einkaufen. Das ist ja auch alles sehr bequem, aber wofür ist diese Bequemlichkeit gut? So, damit die Leute, äh, sehr viel früher sehr viel immobiler werden, weil sie sich zu wenig bewegen, weil sie Übergewicht haben, weil sie Gicht haben, zu hohe, also, äh, Cholesterinwerte und, und, und, und, und. Wenn man das möchte, ist es ja alles in Ordnung, aber es ist dann halt, ich finde, es ist halt schwierig in dem Moment, was du eben sagtest. Du hast so 'n gewisses Defizitgefühl oder so 'ne gewisse, so nach dem Motto: „Ich bin zu alt für mein Verhalten", oder so hast du's, glaub ich, gesagt, Nele.

Und da, und das ist das, was wir gelernt haben, davon lassen wir uns nicht mehr, äh, beeinflussen. Also da kannst du halt auch, äh, jeden mehr oder weniger in eins setzen, wenn er wirklich mal fies um die Ecke kommt, Schach matt setzen und einfach sagen so: „Okay, und dein Leben ist jetzt erwachsen, weil..."

Das kommt gar nichts von außen, sondern es ist eher so 'ne Beobachtung irgendwie, dass, dass ich das an anderen Leuten halt nicht feststelle und dass andere Leute in meinem Alter irgendwie, ja, viel reifer wirken und viel ernsthafter und viel, ähm, vielleicht auch mit mehr Sorgen, weil die 'n anderes Leben haben als wir. Aber dass ich manchmal denke, ich bin echt eher so auf 'm Stand, also was diese Dinge angeht, von so 'nem Achtjährigen, ne. Oh guck mal, 'n Schmetterling. Oh nein, und guck mal, wie süß die Enten schnattern.

Ja, aber es ist ja, ist ja mega wertvoll, find ich. Also das ist ja so. Ich hab das halt auch. Das, also ich hab das bis heute, wenn du irgendwas, wenn ich irgendwas vorbereite, keine Ahnung, du machst, weiß ich nicht, äh. Also ich stell mir vor, wenn wir jetzt 'n Haus kaufen würden beispielsweise, ist ja doch mit einigen, äh, bürokratischem Aufwand verbunden und mit, äh, Notar und beglaubigen und so weiter. Und ich hätte da jetzt 'n Vertrag und man hat ja auch irgendwie mit der Bank gesprochen irgendwo und hätte dann die Verträge, da hätt ich immer so das innere Gefühl, so nach dem Motto: „Mhm, ich hab das jetzt so weit vorbereitet. Ähm, jetzt müsste aber noch mal 'n Erwachsener drübergucken, bitte."

Ja. Das kenn ich total.

Und, und der-

Aber dafür hast du ja 'n Anwalt, der das dann machen kann.

Und, äh, und dann gibt's ja Leute, die sind einfach so mega erwachsen, wo ich auch Respekt vor hab, wo ich denk so: „Alter, das, das wirst du in diesem Leben nicht erreichen", also diesen Status so, wo ihm-- Und letztlich möcht ich ihn mittlerweile auch nicht mehr.

Ich wollt grad sagen, das kommt ja noch dazu, ne.

Ja, bei uns ist es halt auch so, weißt du, wir haben, wir haben Bekannte, die haben Kinder, die sind jetzt mit 'm Studium fertig und die sind in unserem Alter, also die, die Menschen, die Erwachsenen und, und bisschen älter vielleicht. Und ich denk immer: „Oh nee, also ich könnt mir das jetzt gar nicht vorstellen, jetzt schon 'n Kind zu haben und ich bin halt 45. Also, äh, das-- Irgendwie so diese Verantwortung, die andere Leute haben für, für 'n Haus, für 'ne Familie, die haben wir halt gar nicht. Und deswegen kommt es, glaub ich, auch, dass ich mich halt in der Hinsicht immer noch so 'n bisschen unreif fühle.

Ja.

Und, und mehr so, mehr so diese, ja, diese einfachen Freuden halt pflege.

Ich glaube, das liegt auch viel daran Ihr lebt ja ähnlich wie bei uns auch anders als die meisten. Also die meisten sind ja in ihrem klassischen Weg und du hast den Job und da fährst du morgens um acht hin und dann kommst du um 17 Uhr wieder und du hast Wochenende und so weiter und du weißt genau, am Ende des Monats kommt dieses Gehalt. Das ist alles in sehr geregelten Bahnen. Da ist es natürlich auch wesentlich einfacher, da zum Beispiel 'n Haus zu integrieren, Kinder zu integrieren. Das ist ja, hm, bei der Art, wie wir leben, schon mal 'ne ganz andere Nummer und da muss ich auch dazu sagen, so viele schreiben uns immer: „Hey, wir beneiden euch so und das ist so toll, wie ihr lebt und wir wünschen uns das auch."

Mhm.

Da sag ich immer gerne zurück: „Ja, ich bin da auch dankbar für und es war 'n sehr langer Weg. Also wir haben uns das ja wirklich über Jahre erarbeitet, aber es gibt nicht selten die Momente, wo ich denke: „Boah, ich würde mir jetzt einfach 'n klassischen Job wünschen, wo ich morgens hingehe, abends wiederkomme, genau weiß, was ich mache, die To-dos hab und 'n freies Wochenende hab." Also es hat ja alles Vor- und Nachteile. Oder bei uns ist es zum Beispiel so: Ich war früher, äh, ich hab im Chor gesungen, ich war in der Theater-AG, hab Handball gespielt. Das sind natürlich alles Sachen, wo du an 'nem gewissen Zeitpunkt in der Woche da sein musst. Das hab ich natürlich aufgegeben. Dafür hab ich vielleicht unter der Woche abends 'n Lagerfeuer, ähm, kann, kann mitten in den Bergen stehen im Januar bei minus 23 Grad. Also es hat ja alles Vor- und Nachteile. So.

Ja, bei uns genauso und ich sag das auch immer zu den Leuten, es ist eins fürs andere. Ich würd wahnsinnig gerne Dinge tun, die man in 'nem Team macht oder wo sich Leute auf dich verlassen können. Also zum Beispiel in Seniorenheime gehen, mit den Leuten quatschen, aber da kannst du nicht einmal hingehen und dann drei Monate gar nicht mehr dich sehen lassen. Und das sind-- Oder auch so, so diese rituellen Geschichten im Freundeskreis, ne, dass dann halt Leute gibt, die treffen sich halt jeden Mittwoch und gehen ins Kino oder gehen essen oder so. Da bist du halt nie dabei. Ähm, dafür haben wir halt extrem viele Freiheiten, die andere nicht haben. Und man muss halt für sich einfach definieren: Was möcht ich denn? Ist es mir wichtiger, ähm, 'ne Sicherheit zu haben und so gesettelt zu sein und zu wissen, ich komm jeden Abend in mein Haus zurück und mach am Wochenende meinen Garten, was ja auch wunderschön sein kann.

Oder möcht ich halt, brauch ich diese Sicherheit vielleicht nicht so, auch die finanzielle Sicherheit nicht so und hab aber dafür irgendwie mehr im Außen. Da gibt's auch kein richtig oder falsch. Das muss einfach jeder für sich entscheiden.

Genau, das ist halt immer nur, einfach nur anders. Nicht, nicht richtig oder falsch. Ganz genau. Das ist genauso wie der eine spielt gerne Handball und der nächste Basketball. Das ist nicht richtig oder falsch. Das sind einfach völlig, äh, das sind so unterschiedliche Spiele.

Ja, wir merken das immer. Ein Freund von uns, also ist 'n Pärchen hier, mittlerweile auch zwei Kinder, beide in klassischen Jobs, äh, haben jetzt 'n Reihenhaus gekauft so, ähm, und aber auch total outdoorbegeistert und immer wenn wir uns mit denen treffen, dann ist das immer so, wir sagen beide voneinander: „Boah ey, ich, ich beneide dich um dein Leben, aber ich könnte es nicht eine Minute leben, weil's überhaupt nicht unseres ist." Trotzdem seh ich, was, was die da haben und die sehen aber auch bei uns, ähm, was wir da haben. Und irgendwie ist das so 'ne total schöne Ebene, auf der wir uns treffen, wo wir, ja, wo wir uns, wo wir uns austauschen können und wo man genau weiß, wo der andere steht und wo man auch nichts im negativen Sinne neidet. Also ich gönn denen von Herzen alles, was sie haben, genauso wie sie uns das gönnen. Und das ist, find ich, dann richtig, richtig schön, wenn man solche Menschen trifft und da einfach 'ne gemeinsame Ebene hat.

Ja.

Ja, und, und wie Markus vorhin gesagt hat, ne, solang's dich glücklich macht-

Genau

... ist es genau das Richtige. Wenn du, wenn du unglücklich bist und meckerst, dann änder halt was, ne. Das ist ja auch möglich jederzeit.

Das ist halt so, dass-- Ich finde, wir haben so viele Sachen gelernt mittlerweile durch unsere Gesellschaft und ich glaube, wir sind uns einig dadrüber, das ist ja völlig unpolitisch gemeint und es ist auch egal, aus welchem Lager man da jetzt kommt oder so, aber dass wir zurzeit nicht so richtig gut mit, also mit der, mit der Welt umgehen und mit den Gesellschaften, dass unsere, dass unsere Gesellschaften viel zu viele Menschen produziert, die sich nicht als, also die sagen, wir partizipieren nicht genug an dem System. Äh, nicht genug Sicherheit, nicht genug Freiheit, nicht genug irgendwas. Also, äh, keine Ahnung. Sieht man auch und ich kenn das von mir, mir geht es so. Mich würd mal interessieren, wie es euch geht. Ich bin halt lange Jahre so mit 'nem Defizitgefühl durch die Welt gelaufen. So, und ich war immer auf der Suche nach dem, nach dem Motto: Da draußen gibt's doch bestimmt 'ne bessere Version 2.0 von dir selbst.

So. Und der virtuellen Person bin ich so hinterhergelaufen irgendwo. Also mit Haus, mit Kindern, mit Verantwortung, mit, äh, Spitzenjob und so weiter. Und die, die Problematik, die sich für mich dabei aufgetan hat, ist, dass du dann-- Also ich hab dann irgendwann zu hinterfragen: Ja, würd dich das denn in irgendeiner Art zufrieden machen? Und jetzt guckst du mal die Menschen, die das leben, ist das 'n Konzept und wir leben immer noch nach den Maßstäben – also ich zumindestens, die ich mitbekommen hab in meiner Jugend – äh, was verantwortungsvoll ist, was wertvoll ist, so beispielsweise Haus, Kinder, also mein, mein Haus, mein Boot, meine Kinder und so weiter. Und dann guckst du dir die Konzepte aber an und dann stellst du relativ schnell fest, dass die Konz-- das Konzept meistens nicht funktioniert. Also es sind überwiegend keine tief zufriedenen Menschen.

So, will damit sagen – oh Gott, jetzt krieg ich bestimmt Kloppe. Also, ähm, will einfach sagen, was vor 40 Jahren noch gingen die Maßstäbe, dass du sagst, sagen wir mal so, das, äh, Arbeitsethos, das protestantische „Schaffe, schaffe Häusle baue" beispielsweise. So, wir leb, wir leben in Zeiten, wo wir überlegen, ob, äh, Einfamilienhäuser noch sinnvoll sind oder ob die nicht für zu wenig Menschen zu viel Fläche verdichten beispielsweise. So, da bist du dann schnell, äh, da, da bist du halt schnell weg davon. Oder du guckst dir halt einfach an, guck dir die Scheidungsraten an, nach zehn, nach 20, nach 30 Jahren. Also Ehe ist-- Also wir sind verheiratet, muss man dabei sagen, auch glücklich. Will nur einfach sagen, das sind keine-- Also wenn das 'n Medikament wäre, dann würdst du sagen: „Puh, 40 % Misserfolg. Das, das können wir nicht einführen, dieses Medikament."

Mhm.

Und trotzdem hängt man, äh, das kenne ich auch von mir selber, hängt man dem nach und denkt, man erfüllt da etwas nicht. So, und das ist, das ist schade. Und für mich war es sehr schwierig, das abzustellen und ist es bisweilen auch heute noch, weil ich halt einfach denke, die Maßstäbe sind einfach andere geworden. Das heißt einfach, Kindererziehung ist heute einfach auch wesentlich komplexer als früher mit gucken, mit machen, mit tun. Gott sei Dank, also wie auch immer, aber alles ist komplexer. Wenn du heute-- früher, wenn du dir ein Auto gekauft hast, dann hast du gesagt: „Ja, es kommt, passt schon, äh, Benziner oder Diesel, ja, Kombi oder Limousine." Und dann warst du durch mit den Entscheidungen so mehr oder weniger. Und, äh, und heute sagst du halt: „Ja, ist individuelle Mobilität überhaupt noch zeitgemäß? Kann ich das überhaupt? Mache ich Elektromobilität? Wie ist mein Mobilitätsverhalten überhaupt beispielsweise?"

So solche Sachen. Und alles komplex, komplex, komplex. Und das zu vereinfachen, das-

Ich glaube, das ist auch ein Grund, warum Camping und Vanlife und diese ganzen Geschichten so boomen, weil sich sehr, sehr viele Menschen, glaube ich, wieder nach dieser Entkomplexisierung sehnen und einfach dieses einfache Leben sich das wieder wünschen. Also es-- so eine Vermutung von mir, äh, würde mich mal interessieren, ob ihr das unterschreiben würdet.

Ja, glaube ich schon.

Kann durchaus sein.

Obwohl das teilweise ja mittlerweile auch schon sehr komplex geworden ist alles.

Stimmt, ja.

Ähm, deswegen werden uns auch die Themen allen beiden nicht ausgehen, aber, aber ich, ich sehe das im Grunde genauso. Bei mir war es ein bisschen anders. Ich hatte schon als Kind eigentlich den Wunsch, so zu leben, mehr oder weniger, wie wir es jetzt tun. Also ich wusste eigentlich schon immer, dass ich so leben möchte. Es gab nur zu der Zeit überhaupt keine, kein Wort dafür, kein Konzept dafür, ne. Es gab nichts Digitales. Es war einfach, da hättest du halt irgendwie ein Hippie-Aussteiger werden müssen, ohne Geld. Und ich bin so froh, dass, dass sich das jetzt hat so umsetzen lassen. Da könnte man auch immer noch was optimieren natürlich, ne. Weniger arbeiten, mehr reisen, was weiß ich. Aber generell so eigentlich haben wir neulich erst wieder darüber gesprochen, wie wenig komplex und wie einfach unser Leben eigentlich geworden ist durch diese Entzerrung und durch diese Reduzi, Reduktion und durch diese Prioritätenverschiebung.

Also weg vom Konsum, der dich immer, immer in immer kürzeren Abständen nur noch glücklich macht, hin zu eben diesem eher erlebnisorientierten, ähm, Leben und dafür halt dann echt viel Geld ausgeben auch. Das, also wir-- das ist ja nicht so, dass wir jetzt irgendwie wahnsinnig sparsam wären, äh, in, in der Hinsicht, sondern wir sparen halt das Geld an anderer Stelle ein und wir haben aber dadurch relativ wenig Zukunftsängste, weil wir nicht das Gefühl haben, so, ähm, dass uns jetzt irgendwie das, das Leben wegnehmen würde, wenn wir mal weniger verdienen oder wenn wir mal weniger konsumieren können.

Ja, aber ich glaube, das ist ja auch genau das, was, wo wir vorhin drüber gesprochen haben. Wenn du lernst, an den einfachen Dinge Freude zu entwickeln und dich über die Mango, die du vom Baum pflücken kannst, freust oder über das Lagerfeuer oder über die Natur, dann ist das ja einfach schon sehr, sehr viel wert, weil das kann dir dann ja keiner nehmen. Also-

Ja.

Freude an den kleinen Dingen im Alltag so.

Ja, man merkt es auch, finde ich. Das war am Anfang in meinem Bekanntenkreis, gerade auch beruflich, so dass die Leute das überhaupt nicht verstanden haben, dass ich da, äh, mich so rausschleiche aus dem Unternehmensberatungs-, äh, Job beispielsweise, wo wir uns jetzt auch mehr-- also Jules hat da mitgemacht, ist da mit eingestiegen und-

Stimmt, das haben wir vorhin gar nicht erzählt. Also als wir angefangen haben, mit dem Wohnwagen zu reisen, äh, habe ich noch meinen Bachelor und dann meinen Master gemacht.

In Medienwissenschaften.

Genau, in Medienwissenschaften.

Und dann kamen halt immer mehr Banken auf uns zu und sagten: „Mensch, ihr könnt doch gut Social Media und könnt ihr das machen?" Ich hab mit Social Media nichts am Hut. Und, äh, dann sagten die: „Ja doch, aber ihr habt doch den Kanal und das-

Und das so authentisch.

Und so könnt ihr es auch machen." Hab ich gesagt: „Ja klar, wenn ihr mir das Gleiche bezahlt, also den gleichen Tagessatz bezahlt wie für strategische Unternehmensberatung, dann, äh, dann wow, ne. Und haben sie gesagt: „Ja klar." Und dann, äh, haben wir das halt auch gemacht. Und du siehst, also und dann kommst du ja mit sehr vielen verschiedenen Menschen, mit sehr vielen unterschiedlichen Lebensentwürfen, aber alle gut ausgestattet mit Geld, sagen wir mal, äh, zusammen. Und dann siehst du halt, was du gerade sagtest, Nele: Was ist überhaupt Sicherheit? So, es, also es gibt auf dieser Welt keine Sicherheit. So, dann hast du alles safe, dann gehst du – ich will jetzt keinen Teufel an die Wand malen, toi, toi, toi – aber dann gehst du zum Arzt und dann sagt er dir: „Ja, Sie haben da ein raumgreifendes Geschwür, äh, am Hals, am Fuß, an sonst irgendwas", äh, wie auch immer, dann ist vorbei mit der Sicherheit. So und, äh, ähm, solche Dinge. Oder du lebst dich auseinander mit deinem, äh, Partner.

Oder, äh, ja, irgend, irgendeine Störung von außen kommt. Und da ist es halt schon so – und das geht so in die Richtung, wie du es eben sagtest, Nele, mit, mit den Stoikern – dass wir uns wirklich überlegen: Haben wir es in unserer Kontrolle oder nicht? Und wenn wir es nicht in unserer Kontrolle haben, dann brauche ich mich damit nicht zu beschäftigen, weil ob ich-- solange ich nicht das in die Tat umsetzen kann, macht es überhaupt keinen Sinn, mich damit zu beschäftigen. Ich kann mich über Politiker aufregen oder über Situationen, wie zwei Länder miteinander umgehen oder so. Solange ich nicht aktiv etwas tue, ist einfach nur die Gesamtlaune schlechter geworden, wenn man sich dann... Dann ist es schöner, wenn man sich über halbreife Avocados oder Mangos oder sonst irgendwas, äh, unterhält, die man pflückt beispielsweise und dann eine Riesenfreude dran hat. Oder sich mega darüber freut, dass man eine tolle Badestelle entdeckt hat, beispielsweise.

Ja.

Und eine alte Frau entdeckt hat, hier bei der, äh, Mühle Bannertalt, äh, wo man einfach noch ein bisschen was erfährt, wie es früher war in der Schweiz, äh, und warum die einen Französisch sprechen und warum die die Welschen heißen und solche Sachen. Du nimmst noch so ein paar Sachen mit. Und, äh, ja, und das andere ist halt alles so eine gefühlte Sicherheit, aber es ist keine, keine wirkliche Sicherheit. Und das fällt mir zumindest auch an manchen heute noch schwer, weil ich es so gelernt habe.

Ja.

Über Jahrzehnte.

Das lernt man-

Wie wir alle, ja.

Und da muss man einfach sagen, diese Sachen haben sich einfach komplett verändert. Was ich eben schon anfing. Wenn du sagst, einfach, wenn du vor 40 Jahren beim Daimler angefangen hast, dann war dir klar, hier werde ich auch in Rente gehen. Und wenn meine Kinder hier arbeiten möchten, dann können die hier auch, äh, arbeiten. So. Und es war lange, lange Jahrzehnte so. Heute, ich weiß, als ich vor zehn Jahren in den Raum geworfen hab, vielleicht geht ja Daimler ja pleite, äh, auf 'n Vortrag. Da waren Menschen im Publikum, die gedacht haben: „Kann mal jemand den jungen Mann da vorne, der, dem geht's-- der muss mal, können mal zwei starke Herren kommen und den in seine Kabine zurückführen", irgendwie so, ja.

Im Jäckchen.

Ja genau, im Jäckchen. Ganz genau so, Nele, ganz genau so. So, wenn du heute sagst, na ja, ob's Daimler in fünf, äh, Jahren noch gibt oder BMW oder Audi oder so oder VW, dann sagen die Leute: „Fünf Jahre? Wow, so weit können wir aber nicht nach vorne gucken."

Mhm.

Weil halt einfach jetzt, äh, Wettbewerb aufn Markt kommt. Das konnte man sich einfach vor 30, 40 Jahren nicht vorstellen. Und wir haben aber immer noch die gleichen Erwartungshaltungen da dran. Das heißt, wenn du heute settelst, du weißt nicht, ob du den Job morgen noch hast. Und selbst wenn du ihm beim, äh, der Daimler muss jetzt mal herhalten, ne, also, äh, bei, beim Daimler arbeitest oder so, das, das ist halt nicht mehr gesagt. Und da tun sich einfach Dinge drauf und ich glaube, insgesamt müssen wir auch damit umgehen lernen und ich glaube, da hilft es auch, wenn man sich-- weil sich zu reduzieren hat ja nichts damit zu tun, find ich, bescheidener zu werden. Also bescheidener zu werden und 'n bisschen demütiger gegenüber der Natur oder sonst wo, ist in meinen Augen kein Fehler. Aber ich seh's gar nicht als Bescheidenheit, sondern einfach da reinzufühlen, was tut mir gut? Was macht mir Freude? Wo hab ich tief empfundenen Spaß?

Und wenn du dann, wenn die sagen: „Ja, sag mal, Sie stellen es aber ein bisschen, äh, Sie sind da 'n bisschen blauäugig", oder so. Und wie viele Vorstände ich schon gefragt hab, äh, ich mach mal 'n Beispiel, Herr Meier, das sind ja meistens Herren, äh, wo du dann einfach sagst: „Okay, Herr Meier, wann sind Sie das letzte Mal morgens aufgewacht und haben gedacht: Yes, ich freu mich auf den Tag. Oder wenn Sie's von Abend betrachten wollen, wann sind Sie das letzte Mal ins Bett gegangen und haben gesagt: Heute war 'n richtig schöner Tag." Und dann hörst du nichts und das sind Sachen, die kann ich dir mittlerweile wie auf der Pistole, äh, geschossen beantworten. So, weil da einfach Sachen, ob jetzt in Bern Aare schwimmen beispielsweise, äh, Lagerfeuer, Lagerfeuer letzte Woche.

Ja, oder die Menschen, die wir kennengelernt haben, ne. Da waren einfach so viel schöne Momente dabei.

Und das sind ja, und das sind ja eigentlich die, was heißt eigentlich, auch uneigentlich, das sind die, das sind die wertvollen Momente, Erinnerungen schaffen beispielsweise.

Und die nimmt uns halt auch keiner mehr weg. Das ist so der Punkt. Mm, ich hatt-- Wir haben uns letztes Wochenende mit besagtem Freund getroffen, der den klassischen Job hat und so weiter. Dann hab ich auch gesagt: „Boah, in den letzten zwei Jahren irgendwie, äh, ihr habt noch 'n zweites Kind gekriegt, ihr habt 'n Haus gekauft", und so. Und dann hat er gesagt: „Ja, aber guck mal, ihr wart irgendwie 600 Nächte im Puck unterwegs und ihr habt so viel erlebt. Das hab ich nicht. So, und dafür hab ich Haus und Kind und hab da schöne Momente erlebt, aber ihr habt dafür, ihr habt vielleicht kein Haus und kein Kind, aber ihr habt dafür super, super viele schöne Momente, habt Länder bereist, habt Menschen kennengelernt, habt Feuer gemacht, habt gelacht." Also dass man da, ähm, ja, auch einfach seine eigenen Prioritäten setzt und da, ja, auch einfach in den Momenten glücklicher ist und die auch einfach mehr wertschätzt.

Ich hab ja-- Wie lang ist euer Podcast eigentlich?

Wir sind eigentlich schon 'ne halbe Stunde drüber, aber es war halt zu schön, mit euch zu quatschen. Sind wir halt noch, noch 'n bisschen ins Philosophieren gekommen.

Ich, genau, ich hab's jetzt tatsächlich auch mal laufen lassen, weil ich ja auch mal sehr gespannt bin, was unsere Hörer und Hörerinnen dazu sagen, dass wir mal vom Camping grade sehr stark abgeschriffen sind und mal 'n bisschen, vielleicht können wir sagen, ins Philosophieren geraten sind. Wobei es ja nicht direkt Philosophieren ist, sondern wir eigentlich nur unsere Erfahrungen-- Und da, da schließt sich ja wieder der Kreis zu unserem heutigen Thema. Das ist ja genau das, was, was ihr auch in den letzten Jahren für euch und auch über euch gelernt habt und festgestellt habt und auch entschieden habt, ja, unter anderem auch durch die Zeit im Puck.

Ich glaub, hauptsächlich durch die Zeit im Puck. Das ist der Punkt. Ich glaube wirklich, wenn wir, ähm, wenn wir den Puck nicht geholt hätten, hätten wir diese Dinge so für uns nicht wiederentdeckt. Glaub-- Weiß man natürlich nicht, aber ich, ich hab schon das Gefühl, dass der maßgeblich dran beteiligt ist.

Kann ich für uns auch so unterschreiben.

So schließt sich halt auch dieser Kreis wieder, warum wir jetzt über diese Dinge gesprochen haben, weil wir ja auch alle, alle drei Pärchen, sag ich mal, die wir jetzt hier nicht ganz vollständig da sind, aber zum Teil zumindest da sind, ja auch viele dieser Entscheidungen ähnlich getroffen haben. Zwar auf 'n bissl unterschiedliche Arten und Weisen, aber ja genau auch geguckt haben, die manche bewusster. Ich, ich sag ja bei mir immer, bei mir ist, also ich stolpere eher so durchs Leben und gucke, wo es mich hinführt. Ja, bei mir ist, vielleicht ist das auch nicht ganz richtig, aber das ist zumindest mein Bild und für mich selber ist diese Geschichte auch sehr schön, ne. Ich guck einfach, was das Leben mir, mir quasi bringt und dann guck ich quasi, was ich draus machen kann, so mehr oder weniger. So, ne.

Ich glaube, wir müssen uns alle wieder trauen, uns mehr zu vertrauen. Also es klingt 'n bisschen esoterisch, aber ich, ich hab irgendwie auch durch die vielen Nächte unterwegs gelernt, wir haben bislang für jede Situation 'ne Lösung gefunden und egal was gekommen ist, ja, wir haben das geschafft und wir haben das durchgestanden. Und das ist auch das, was ich mir versuche, immer wieder auch in schwierigen Situationen zu sagen: „Nein, jetzt vertrau, es wird schon werden in der einen oder anderen Weise." Und ich glaube, das wieder mehr zu tun, ist sicherlich 'ne, 'ne gute Geschichte.

Und das ist wirklich auch 'n Spruch, den, den ich auch gerne Unternehmen mit auf den Weg gebe oder auf, auf den Weg gegeben hab auch, ist halt einfach, äh, Vertrauen reduziert Komplexität. Das muss man einfach-- Viele fragen beispielsweise: „Das Lager, wie macht ihr denn die Feuerküche? Da macht ihr das sauber und dann stellt ihr das ins Auto. Das könnt ihr ja nicht draußen lassen." Ähm, wir lassen immer alles draußen stehen. Also da ist auch egal, ob's regnet oder sonst was. Also die, äh, Pflege der Ausrüstung gehört halt auch dazu und die wird halt bei uns auch wirklich hart rangenommen. Ähm, aber wenn's jemand klaut, ja, dann ist halt doof, aber dadurch hab ich halt unglaublich viel Zeit gespart im Putzen. Also Feuer putzen ist eh Quatsch, weil die häng ich ja beim nächsten Mal wieder übers Lagerfeuer, dann ist sie wieder dreckig. Und die anderen Sachen, ja, wenn da jemand jetzt den Benzinkocher mitnimmt oder die Schüssel oder weiß nicht was, äh, dann, dann ist das halt so und dann ist das auch ärgerlich.

Aber so ist die Komplexität halt einfach viel, viel geringer und

Und davon geht die Welt ja auch im Normalfalle nicht unter.

Ja.

So, das ist ja auch was, was wir gelernt haben, ne. Dass du, ändere die Dinge, die du ändern kannst und akzeptier die Dinge, die halt einfach-

Ja

... du nicht ändern kannst. Das, das macht halt das Leben deutlich einfacher. Und was bei uns auch so 'n wichtiger Spruch ist, jetzt sind wir jetzt wieder am Phrasenschwein: Alles ist für irgendwas gut, ne. Es-

Ja

... dauert manchmal sehr lange, bis du's siehst. Und wenn wir ehrlich sind, ist es auch eher sozusagen der Leitspruch, der wichtig ist. Manche Dinge sind vielleicht für nichts gut, aber wenn du fest dran glaubst, dann macht's halt auch den Moment irgendwie deutlich einfacher. Also das, das ist, glaub ich, ganz, ganz wichtig, ne. Es ist also grade wenn ich, werd ich nie vergessen, ich hab mal zu jemandem auch diesen Spruch gesagt, um eine, äh, zehn Sekunden später zu erfahren, dass ihr Mann grad gestorben ist, ne. Das ist natürlich, äh, in dem Moment definitiv nicht der passende Moment, den Spruch zu, zu sagen. Das wusst ich aber in dem Moment nicht. Und es, du wirst auch von diesem Menschen in dem Moment, der wird das auch nicht so wahrnehmen, ne, was ja ganz normal ist. Ähm, aber es gibt oft 'n Blickwinkel, der dir das ermöglicht und das macht einfach auch das Leben für uns einfacher und entspannter und, und, und leichter sozusagen.

Ähm, und, und nimmt uns halt da auch so 'n bisschen die, die Schwere zu 'nem Stück zumindest raus. Deswegen-

Es liegt auch an einem selbst, ob dir eine Situation etwas bringt oder nicht. Also einfach die eigene Haltung dem gegenüber.

Ja, genau, weil du dann ja auch erkennen kannst, du kannst vielleicht hier an der Stelle auch einfach was ändern, ne. Also mit, ich hatte die Diskussion oder mit Diskussion, aber das Gespräch mit meiner Frau heute Vormittag auch, wo sie quasi in 'nem Hundeshelter hier sehr engagiert ist und da auch grade sehr tief reingezogen wird in die Arbeit, ne. Und dann, und dann sag ich: „Du kannst ja Dinge ändern." „Ja, aber nein, aber das die, die und die bestimmt ja über mich." „Nee, das tut sie nicht. Du lässt das entweder zu, ja, oder du entscheidest halt selber, das anders zu machen." Die, diesen, diese Möglichkeit haben wir ganz, ganz häufig. Man muss sie halt nur dann eben in dem Moment sich bewusst machen und das auch hinkriegen. Das ist dann noch mal 'ne andere Geschichte. So, aber ich versuch jetzt auch mal, dass wir nicht zu weit wieder vom Camping wegkommen. Ähm, wenn das euch spannend ist, so 'ne philosophischen Runden zu hören, dann gebt uns gerne auch mal Feedback an podcast@camperstool per Mail oder schickt uns über unseren WhatsApp-Link hier in den, äh, in den Show Notes auch 'ne Sprachnachricht dazu.

Ich bin da mal sehr gespannt zu.

Was ich noch, was ich eben einmal ergänzen und das kann man vielleicht auch als Abbinder, was den philosophischen Teil, dann haben wir lang den Hobby-philosophischen Teil, ist, ich hab mir so 'ne Notiz, äh, abfotografiert, äh, als Screenshot und das hab ich gelesen. So, ein Gelehrter versucht jeden Tag was zu lernen. Ein Student des, äh, Buddhismus versucht jeden Tag etwas zu verlernen. Und das ist, glaub ich, genauso der, der Punkt. Wir haben vieles gelernt, was uns am Ende des Tages nicht gut tut, weil wir letztlich, glaub ich, versucht haben, wir waren doch auf dem Weg dahin zu sagen, uns kann nichts passieren, wir können alles beherrschen. So als, als Gesellschaft, als Mensch. Wir können Natur verändern, wir können noch Kilometer hoch bauen oder sonst irgendetwas.

Und wir haben gesehen, dass die, äh, also ich will mal so sagen, die, die Gebäude, die Menschen mit psychischen Erkrankungen aufnehmen, die sind nicht weniger geworden und die sind voller geworden. Und da muss man sich ja irgendwann mal hinterfragen und was ich, um den Punkt zu machen, wir haben durchs Camping und durchs, das unterwegs sein, durchs Reduzierte, so wie wir's eben definiert haben, das hilft uns halt dabei, Sachen zu verlernen. Also-

Die uns nicht gut tun.

Genau, sei es einfach beispielsweise, wenn ich zu Hause bin, nehmen wir wirklich 'ne, äh, also Real Talk. Wenn ich campe, kann ich fünf Tage hintereinander dieselbe Unterhose anziehen. Kein Problem. E-easy. Riecht auch nicht oder sonst irgendwas oder so, weil ja Körperhygiene noch dabei ist oder so. Du guckst mich grade ganz komisch an.

Nein, nein, nein, nein.

Aber zu Hause.

Ich dachte, du nimmst jetzt 'n T-Shirt.

Nein, aber oder ja, oder auch T-Shirt, fünf Tage oder so. So, solang ich da jetzt nicht 'n Klafter Holz mit gehackt hab bei 30 Grad in der prallen Sonne, riecht es einfach nicht. Und das riecht nach Mensch. So, äh, aber zu Hause hätt ich doch gerne, äh-

Jeden Tag Neues.

Jeden Tag. Und das verlern ich grade, sodass das nicht so wichtig ist beispielsweise. Oder ich weiß, wenn du, wenn du halt so auf Projekten bist, dann bist du halt immer in sehr, sehr guten Hotels. So, und wenn ich, äh, beispielsweise so 'ne Wüstentour mit dem Defender gemacht hab beispielsweise, da hab ich mich in Sand gehockt, äh, Loch gegraben, mein Geschäft verrichtet und zugemacht. So, oder dann haben wir in der, äh, Feldküche zusammen gekocht und dann haben halt, äh, alle vom, mit demselben Löffel mal probiert beispielsweise so. Oder da lag 'n Haar, ja gar kein Problem. Haar in der Suppe, wird eben rausgezogen, weitergegessen. So, aber im Hotel, fünf Sterne plus, da liegt 'n Schamhaar auf der Toilette, auf der, auf der, äh, äh Brille. Da denk ich: Oh, hier ist nicht richtig sauber gemacht worden und und und. Ich könnte hier einfach das Haar mit 'm Mund so einmal wegpusten und dann wär gut. Nee, da ruf ich unten die Rezession an, äh, Rezeption an und sag, äh, noch einmal bitte Roomservice, danke schön.

Und die machen das, denen ist das auch hoch einig und so. Wo du denkst: Was für 'n, was für 'n Quatsch. Es ist ja eigentlich das Gleiche, aber du funktionierst halt auch immer anders, je nachdem, in welcher Umgebung du gerade bist oder so.

Ich versuche ja seit Langem, diese Welten zusammenzubringen, ne. Also das ist ja mein Vorteil hier, ich lebe sehr abgeschieden. Ich hab wenig Menschenkontakt, was natürlich viele Sachen einfacher macht und, äh, und dann ist es jetzt aber dieses Jahr wieder so, dass ich öfter mal unter Menschen bin, weil ich jetzt ja auch den einen oder anderen Event und, und Reise vor mir habe und ich versuche, das quasi grade auch zusammenzubringen, ne. Auch so, so banale Themen wie kein Shampoo mehr zu benutzen, sondern, was weiß ich, 'ne Haarseife oder auch mal nur Wasser zu benutzen und so 'ne Sachen, ne. Dann hast du fettige Haare. Dann, dann weiß ich schon, nächste Woche komme ich meine Schwester besuchen, die halt ein, ein Leben mit vielen Menschen führt. Die wird mir als Erstes an Kopf schmeißen, deine Haare sind fettig. Ja, sind sie, ne. Das ganz bewusst, weil, äh, der Fettfilm hat ja 'n gewissen Zweck. Den brauchen wir vielleicht in unserer heutigen Welt nicht mehr immer, aber wenn ich mir halt meinen Haaren oder meine Haare mit Shampoo wasche, dann fängt meine Kopfhaut nach einem Tag an zu jucken und ich krieg die, die Krise.

Wenn ich Wasser benutze und das lange genug trainiere, dann komm ich halt auch 'ne Woche mit, äh, nur mit Wasser waschen aus, ohne dass da irgendwie was passiert. Also ich versuch quasi, diese Welten Unter einen Hut zu bringen, was tatsächlich nicht einfach ist

Das hat aber auch übrigens wieder was mit, mit fair lernen zu tun, weil ich weiß noch, das hat meine Mama mir erzählt. Die hatte als Kind ganz, ganz lange schwarze Haare und bei denen war das ganz normal, dass die einmal, also dass die die gebürstet haben, dass die maximal einmal die Woche gewaschen haben. Ansonsten wurden die Haare ausgebürstet und das war völlig normal.

So hundert bürsten pro Abend oder so, ja.

Genau so. Also im Prinzip konnten wir das alles schon und haben aber dann irgendwann angefangen, im Prinzip das auch zu optimieren.

Stimmt. Jeden Tag waschen und dann noch 'ne Pflegespülung und noch 'ne Maske drauf und dies und das und jenes. Ja, das, das also nicht, also ich hatte noch keine Haare zum Bürsten als Kind, aber, äh, jetzt wo du das sagst-

Kannst damit anfangen.

Ich, ich, ich glaube, die Welt wäre 'ne bessere, wenn, wenn gewisse Führungskräfte einfach öfter campen gehen würden, sich am Lagerfeuer versammeln würden und dann einfach das genießen würden, anstatt sich Gedanken darüber zu machen: „Ja, die Nachschublinie von X ist bombardiert worden, dat geht jetzt nicht", und so, wo ich denke-

Geht mehr campen.

Wo du einfach denkst: „Ey, da hab ich grad keinen Bock mich mit zu beschäftigen", ja. Oder mich irgendwie halbnackt auf 'm Pferd fotografieren zu lassen oder so, wo ich immer denke: „Was muss in meinem Kopf vorgehen, dass ich das für 'ne gute Idee halte?", und das dann auch wirklich multinational zu publizieren, dieses Bild, ja. So ist in 'ner anderen, äh, Welt oder orangene Gesichtscreme ins Gesicht zu cremen oder so. Hat mir-- So was, was willst du denn von so 'nem Menschen erwarten? Da ist meine Erwartungshaltung wirklich mega gering. So das, das, äh, das, das ist einfach. Oder wenn du das dann siehst, so beispielsweise, ja, kommt nicht.

Wir können an der Stelle mal das zusammenfassen: Wir können nach über 1.000 Nächten im Puck sagen: „Leute, geht mehr campen, es macht großen Spaß."

Und man lernt viel über sich, den anderen und, ähm, die Umwelt vielleicht auch.

Ja, würd ich unterschreiben.

Und auf die nächsten 1.000 Nächte vermutlich.

Auf jeden Fall.

Es wird eher mehr als weniger, stellen wir auch fest. Und wir werden irgendwann unseren Ort finden, wo wir settlen und wenn nicht, dann ist auch so schön gewesen. Also eben im Moment und viele schöne Momente und das ist halt eben auch wichtig. Also ich könnte jetzt schon lange von Erinnerungen zehren beispielsweise.

Ja.

Also das ist und das ist einem auch wichtig. Das, äh, und da, das hört sich immer-- Ja, man hat sich's ja selber, sagt: „Ja, redest du dir das schön oder legst du jetzt", das ist so mein Teufelchen auf der Schulter sagt: „Ja, der feine Herr legt die Messlatte jetzt tiefer, damit er auch drüber springen kann", oder so. Aber das ist es halt nicht, sondern bei-- Ich hab das wirklich viel reflektiert und bin auch immer noch dabei, um zu sagen: Nein, und zwar nicht vergleichend, sondern ich guck einfach, funktionieren die anderen Konzepte. Und ich stelle halt fest, die funktionieren mehrheitlich nicht.

Ja, und selbst wenn du dir Sachen schönreden würdest und, äh, und wenn du die Messlatte niedriger hängen würdest, wer, wer legt denn fest, wie hoch die hängen muss?

Ja, und es geht ja ums Glücklichsein. Und wenn man selber mit der Messlatte dann glücklicher ist als andere Leute, die die total hoch... Ist ja auch egal. Man muss ja auch nicht immer vergleichen, solang man selbst für sich glücklich ist. Das ist ja der Wicht-

Das, das war-- Das wollt ich, wollt ich auch zu Markus eben noch mal sagen: Wenn man sagt, okay, die anderen Konzepte funktionieren nicht oder funktionieren für die Leute, ist eigentlich völlig egal. Für mich würden sie zumindest im Moment nicht funktionieren.

Es geht nur um meine inneren, ähm, ja, ich will es jetzt nicht Dämonen nennen, das wär ein bisschen übertrieben, aber die inneren, die Maßstäbe, die ich so eingepflanzt bekommen hab.

Und das kleine Nörgeln, was man manchmal noch so hört.

Da sagst du: „Ja, du musst aber noch das erreichen." Also es gibt schon Tage, da wach ich auf und denke einfach so über Tag so irgendwie: „Mensch, Alter, was hast du eigentlich erreicht im Leben?" Ja, so wo du halt, äh, denkst, du hast kein Haus, du hast keine nennenswerte Reichtümer. Ihr wisst, was ich meine, oder? Ich-

Ja, geht uns ja genauso.

Wo du dann denkst so. Und da davon Abstand zu nehmen, zu sagen: „Nein, das ist überhaupt nicht wichtig", und da eben nicht auf den Teufel, äh, auf der Schulter reinzufallen, zu sagen: „Ah, der feine Herr legt die Maßstäbe jetzt niedriger", dass das nicht wichtig ist, sondern einfach zu sagen: „Nein", das ist halt eben das Geschwätz vom Teufelchen auf der Schulter wegschieben, sondern einfach es geht um dich. Es geht im Moment, dass du zufrieden bist. Du musst keinem was beweisen und jeder soll es machen, wie, äh, wie, wie er oder sie möchte. Easy. Und, äh, aber ich eben auch so, wie ich es möchte. Das ist aber schwierig, das mit den eigenen Maßstäben. Das war am Anfang, ich will jetzt nicht sagen Höllenqualen, die sehen vielleicht noch mal anders aus, aber es war so 'n Weg.

Mhm. Ich bin da schon, das-- Tatsächlich bin ich da schon relativ weit. Also ich hab auch die Momente noch, ne, wo ich, wo ich manchmal mir so, wo, wo kurz so'n, so'n Angstmoment kommt irgendwie, ne. Du musst noch das und jenes, aber mittlerweile geht das dann sehr schnell, dass ich mir sage: „Nee, warte mal, das, äh, darum geht's doch gar nicht." Also das hab ich tatsächlich gelernt.

Ich hab das gar nicht mehr.

Ah, sehr schön. Super.

Nee, ich, ich denk immer so, wenn ich dann so Leute in meinem Alter sehe oder auch viel jünger, die CEOs von multinationalen Konzernen sind oder Präsidenten oder sonst was und dann denk ich immer: „Mensch, echt Respekt", aber ich würd kaputtgehen, wenn das mein Leben wäre. Und deswegen hab ich eigentlich immer das Gefühl, ich bin so genau richtig da, wo ich jetzt bin und eigentlich könnt's eher noch so'n bisschen weniger werden mit Arbeit und mit dem, was man so erreichen sollte.

Na, dann brechen wir jetzt die Aufnahme hier an der Stelle ab.

Gehen in Feierabend. Also ich muss ja sagen, ich freu mich natürlich, wenn wir euch beide wiedersehen, weil, äh, Nele, du machst dann mit Markus Feuer und Sebastian, wir beide kochen, oder?

Ja.

So, Deal.

Auf jeden Fall, wobei Nele sich dann halt wirklich zwischen Feuer und Kochen. Also da seh ich, da wird sie, das wird schwie-- Also wir müssen's vielleicht verbinden.

Ja, Nele, wir können ja bei Feuer den Nachtisch oder die Vorspeise oder auch die Hauptspeise machen und die anderen zaubern dann halt, äh-

Den Rest.

Den Rest, ja.

Oder ich koch mit Sebastian und Jules bäckt, weil ich kann gar nicht backen.

Ja, guck mal, das, das doch ein Deal und Markus macht Feuer. Sagen wir das einfach.

Sehr gut.

Ja, beginn im Gasofen.

Genau.

Das kriegen wir hin. Wir haben, wir haben auch heute, glaub ich, in die Richtung Treffen auch vorhin grade noch entschieden, dass vielleicht auch für unsere Hörer und Hörerinnen spannend. Also ich bin definitiv nicht auf'm Caravan Salon. Das haben wir quasi heute gecancelt, weil's zu stressig wird. Ähm, ich Ähm, das heißt, wir werden uns nicht da sehen, sondern wenn, dann müsst ihr wirklich nach Portugal letztendlich mal kommen-

Oh, dann müssen wir nach Portugal.

Das steht ja auch erst seit anderthalb Jahren aufm Programm.

Ja, aber ist auch relativ weit weg. Das kann schon mal passieren, dass man das nicht gleich schafft und aus Versehen in die Schweiz abbiegt. So, ich würde jetzt aber sagen, ähm, wir haben das ja philosophisch auch ganz schön grade abgeschlossen, find ich. Ich bin wirklich gespannt, was ihr da draußen dazu sagt. Gebt uns da gerne mal 'n Feedback. Also nicht, dass wir jetzt jede Folge nur noch philosophieren wollen. Das soll-- Wir sind schon auch irgendwie 'n bisschen ratgeber- und erklärbärmäßig unterwegs und machen das auch gerne, aber wenn wir zwischendrin mal so 'ne Folge machen, wie findet ihr das? Mir hat das auf jeden Fall viel Freude gemacht. Also ich generell telefoniere ich ja immer gerne auch mit Jules und Markus und aus wir machen fünf Minuten Technikcheck für 'n Podcast sind irgendwie auch, äh, letzte oder Anfang der Woche dreieinhalb Stunden geworden.

Oh mein Gott.

Ähm, mal gucken, wie ihr das da draußen findet, wenn ihr dabei zuhört und, und nicht quasi aktiv mitmacht. Ähm, wir packen noch mal den Kanal von euch beiden und auch die zwei, drei Zubehörsachen, die wir besprochen haben, in die Shownotes rein. Da könnt ihr sie noch mal nachklickern und wie gesagt, auch Feedback könnt ihr uns da recht einfach geben. Und, äh, ja, vielen Dank, dass ihr da wart. Vielen Dank für den, für den tollen Podcast.

Ja, danke, dass wir hier sein durften.

Ja, danke.

Es war eine große Freude.

Und wir sehen uns, äh, und wollt ihr eigentlich auch schon, also ihr habt ja auch irgendwie, ihr treibt euch ja auch mit dem Thema Podcast um. Gibt's denn da schon irgendwie was Neues von euch? Also wird der jetzt starten oder nicht?

Seit zwei Jahren das Equipment dabei. Das hat ja auch Jahre erfolgreich mitgeschleppt. Äh, und ja, aber jetzt, äh-

Es wird jetzt grade konkreter, wir haben jetzt schon Namen und so weiter.

Äh, die ersten Folgen, äh, was wir so machen, weil's halt einfach so 'n bisschen schwierig für uns war, was erzählen wir auf 'm Kanal, weil's da ja nicht nur um Equipment geht, sondern auch 'n bisschen um Lebensfragen oder... Nee, nicht Lebensfragen, das ist jetzt falsch, aber um so-

Nee, aber so unsere Gedanken und so weiter und soll dann der Podcast quasi nur ums Thema Camping gehen oder auch 'n bisschen weiter gefasst.

Mhm.

Aber da wird auf jeden Fall, ich denke, in den nächsten Monaten wird da-

In den nächsten Wochen.

Wochen wird da was kommen.

Nicht auf die lange Bank.

Ja, nicht auf die lange Bank. In den nächsten Wochen.

Und das erfährt man dann auf justtouring.de oder auf eurem YouTube-Kanal oder-

Oder Instagram.

Genau.

Und, äh...

Okay. Okay, auf einem eurer Kanäle wird man das erfahren, ne. Ich bin auch sehr gespannt darüber oder darauf.

Dann seid ihr ja vielleicht irgendwann 'n Gast in unserem Podcast.

Jederzeit.

Sehr schön.

Gut, dann verabschiede ich mich schon mal, übergeb's letzte Wort oder das vorletzte Wort Annele. Macht's gut da draußen. Bis zum nächsten Mal.

Ich hab das Gefühl, ich hab heute schon so viel gesagt. Ich bedank mich auch noch mal ganz herzlich bei euch und allen, die so lange drangeblieben sind. Mich würd's auch mal interessieren, wirst eure Gedanken, liebe Hörerinnen und Hörer, inhaltlich sind. Also nicht nur, ähm, ob, ob euch diese, ähm, leicht philosophische Folge gefallen hat, sondern auch, ob ihr dazu irgendwelche spezifischen Gedanken habt, wie's euch vielleicht geht, wenn ihr so über euer Leben, über euer Reiseleben oder über die zukünftige Gestaltung nachdenkt, dann schickt uns das gerne auch. Und ja, euch beiden, ähm, Jules und Markus, weiterhin ganz, ganz viel Erfolg und hoffentlich kommt ihr bald mal wieder vorbei.

Ja, wir schämen uns bald. Wir sehen, vielen Dank.

Ja.

Und wir sehen uns unterwegs. Die Welt ist ja groß.

Auf jeden Fall. Spätestens im August.

Ja, und da wir ja vorhin über kindisch sein geredet haben, möchte ich nämlich mit einem Kurzgedicht schließen: „Das Reh springt hoch, das Reh springt weit. Wieso auch nicht? Es hat ja Zeit."

Dir hat der Beitrag gefallen?

Dann teile ihn mit deinen Freunden!