Weniger Verkehr auf dem Weg zum Platz, freie Plätze ohne Reservierungsstress und Wanderwege ohne Menschenschlange davor: Der Herbst hat als Reisezeit fürs Camping mehr zu bieten, als viele denken. Wer im September oder Oktober aufbricht, campt nicht nur ruhiger, sondern meist auch deutlich günstiger – muss dafür aber ein paar Dinge mehr prüfen als im Sommer.
Der Herbst ist für viele Urlaubsziele eine der besten Reisezeiten überhaupt: Es ist weniger los, die Hitze ist vorbei, für Wandern und Radfahren aber noch nicht zu kalt. Dazu kommen oft günstigere Preise, Wellnessangebote auf den Plätzen und eine besondere, ruhige Stimmung. Aber bei Ausrüstung und Freizeitplanung lohnt sich ein zweiter Blick, je nach Reiseziel kann Schietwetter dazwischenfunken.
Was die Nebensaison beim Preis wirklich bringt
Die Zahlen sprechen für sich. Europaweit liegen die Preise in der Nebensaison im Schnitt 29 Prozent unter dem Hochsaisonniveau. Am deutlichsten zeigt sich der Effekt in Kroatien: Dort sinkt der durchschnittliche Übernachtungspreis für eine Familie von 73 Euro in der Hochsaison auf 35 Euro in der Nebensaison, ein Unterschied von 53 Prozent oder rund 39 Euro pro Nacht. Bei einer Woche Aufenthalt macht das rechnerisch etwa 270 Euro aus.
Auch Italien (-38 Prozent) und Spanien (-38 Prozent) sowie Frankreich (-36 Prozent) geben in der Nebensaison spürbar nach. In Deutschland fällt der Unterschied insgesamt kleiner aus, hier sind es rund 11 Prozent. Besonders stark ist der Effekt aber an der Küste: Mecklenburg-Vorpommern liegt 24 Prozent unter dem Hochsaisonpreis, Schleswig-Holstein 20 Prozent. Diese Zahlen stammen aus der PiNCAMP-Preisanalyse 2026, ausgewertet wurden Preisangaben von rund 2.300 Campingplätzen in den wichtigsten Urlaubsländern deutscher Camper, berechnet für eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind bis zehn Jahre.
Wer darüber hinaus eine Camping-Rabattkarte besitzt, kann vielerorts von zusätzlichen Preisnachlässen oder Pauschalen profitieren.
Geschlossene Plätze
Der Herbst hat aber auch seine Tücken. Nicht jeder Campingplatz hat außerhalb der Hauptsaison geöffnet, saisonale Schließungen sind selbst in milden Klimazonen wie z.B. Südfrankreich durchaus üblich. Wenn du spontan losfährst, solltest du unbedingt vorher checken, ob der Wunschplatz aktuell überhaupt noch Gäste empfängt.
Langzeitpauschalen
Wer länger bleibt, kann ebenfalls sparen: Gerade in südlichen Ländern wie Spanien werden auf vielen Plätzen günstigere Monatspauschalen für Überwinterer angeboten. Diese Pauschalen sind speziell auf Camper zugeschnitten, die nicht nur ein paar Tage, sondern Wochen oder Monate bleiben wollen, und liegen meist deutlich unter dem Preis für Einzelübernachtungen. Oftmals lohnen sie sich schon ab etwa zwei Wochen Aufenthalt. Falls du sie in der Preisliste nicht findest, kannst du einfach beim Check-in danach fragen.
So bleibst du über Lage und Wetter informiert
Kurzfristige Änderungen der Reiselage lassen sich am besten über verlässliche Quellen abfangen. Für politische Lage, Kriminalität, Naturereignisse wie Waldbrände und generelle Reisewarnungen ist das Auswärtige Amt die erste Anlaufstelle. Die Reise- und Sicherheitshinweise dort enthalten Einreise-, Zoll-, strafrechtliche und medizinische Informationen und werden regelmäßig aktualisiert.
Ergänzend lohnt sich der Blick auf lokale Wetterdienste, Facebookgruppen und Reddit-Subs, dort finden sich aktuelle Meldungen aus erster Hand, die offizielle Kanäle noch nicht erfasst haben. In Camping-Foren berichten Nutzer häufig, dass gerade kurzfristige Wetterumschwünge im Herbst oft zuerst in solchen Gruppen auftauchen, bevor sie in offiziellen Warnungen stehen. Der Deutsche Wetterdienst empfiehlt bei Vorabinformationen ausdrücklich, die weiteren Vorhersagen zu verfolgen, da sich Ort- und Zeitangaben später noch präzisieren.
Die Versicherung nicht vergessen
Ein Punkt, der bei der Reiseplanung gern untergeht: der Check der Kfz-Versicherung. Vor der Fahrt sollte klar sein, ob die Police auch für Ziel- und Transitländer gilt. Gerade bei Fahrten durch mehrere Länder in Richtung Süden lohnt sich ein Anruf beim Versicherer, bevor es losgeht, denn Lücken in der Deckung zeigen sich meist erst im Schadensfall.
Häufige Fragen
Wie viel günstiger ist Camping in der Nebensaison wirklich?
Lohnt sich eine Langzeitpauschale schon für einen kurzen Aufenthalt?
Welche Quellen sollte man vor einer Nebensaison-Reise checken?
Quellen
- „PiNCAMP Preisanalyse 2026“ (Campingportal des ADAC), veröffentlicht im März 2026 mit Nachfolgeberichten im September 2026 zur Herbstsaison.
- 260312_DE_Pressemitteilung_Preisanalyse-2026.pdf (PDF der PiNCAMP-Preisanalyse 2026)
- Aktuelle Auswertung zeigt: Preise für Campingplätze in Kroatien | FR
- Camping 2026: Preise in Österreich und Europa | 1000things
- Camping in NRW wird in der Nebensaison 2026 günstiger (ADAC-Presse)
- Herbstcamping in Bayern besonders gefragt – Preise in der Nebensaison um zehn Prozent günstiger (Nachrichten München)
- Camping in Brandenburg: So viel günstiger wird eine Woche im Herbst (Stadtblatt-online)


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