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Camping-Trends 2021: Kompakte, alltagstaugliche Fahrzeuge und autarkes Reisen

Camping boomt weiter – nicht nur, aber auch durch Corona konnte Branche in 2020 und 2021 weitere Rekorde bei Verkäufen und Zulassungen vermelden. Stolze 107.000 Freizeitmobile wurden laut Caravaning Industrie Verband (CIVD) alleine im vergangenen Jahr in Deutschland neu angemeldet, europaweit waren es mehr als 230.000.

Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf, der größten Caravaning-Messe der Welt, präsentierten die Hersteller erneut eine riesige Auswahl an Modellen. Vom funktionalen Offroad-Wohnwagen über komfortabel ausgestattete Familienvans bis zum Luxus-Wohnmobil, das den Gegenwert einer Eigentumswohnung in bester Münchner Lage besitzt, war so ziemlich alles dabei.

Der Trend zu Mini-Campern, Campingbussen und Kastenwagen bleibt dabei ungebrochen. Neben etablierten, großen Herstellern wie VW, die auf der Messe ihren Hochdachkombi Caddy als Campingfahrzeug „California“ präsentierten, Kabe mit dem neuen Kabe Van oder Hobby, die mit dem beachy Wohnwagen und dem beachy Van gleich zwei Fahrzeuge für eine junge, stilbewusste Zielgruppe mitbrachten, machen auch immer mehr kleine Unternehmen mit individuellen Ausbauten von sich reden. Außerdem finden sich inzwischen auf dem Sektor der herausnehmbaren Campingboxen und -Module praktische Lösungen für fast jedes Modell.

Die Vorteile der kompakten Camper: Sie lassen sich perfekt als Alltagsfahrzeuge nutzen und machen vielerorts das Freistehen einfacher als mit großen, auffälligen Wohnmobilen oder gar Wohnwagen.

Doch die immer individuelleren und ausgefeilteren Grundrisse bergen auch ihre Herausforderungen. Um den Wohnraum und die Zuladung zu optimieren, werden häufig Schlafgelegenheiten verbaut, die in ihrer Größe, ihrem Zuschnitt, ihrem Gewicht und ihrem Schlafkomfort nicht den gewohnten Standards entsprechen. Will man hier nachjustieren, bleibt oft nur der Ausweg, Matratzen nach Maß anfertigen zu lassen.

Wer sich eine Toilette an Bord wünscht, muss bei vielen, vor allem kleineren Fahrzeugen ebenfalls nachrüsten. Hierfür gibt es auf dem Markt neben den klassischen „PortaPotti“-Kassettentoiletten inzwischen einige platzsparende Trockentoiletten, von denen sich das eine oder andere Modell sogar als Sitzgelegenheit nutzen lässt. Mit diesen lassen sich die Hinterlassenschaften deutlich unkomplizierter entsorgen, was wiederum das unabhängige Reisen außerhalb von Campingplätzen erleichtert.

Ist das Fahrzeug nicht für eine autarke Stromversorgung ausgestattet, kann man dies auch als Laie inzwischen durch eine Reihe an tragbaren Power Stations beheben, in denen alle benötigten Komponenten – von der Batterie über einen Laderegler bis hin zum Wechselrichter und verschiedenen Steckdosen – bereits integriert sind. Ergänzen lassen sich diese kleinen Stromkoffer oftmals durch faltbare Solarmodule, die bei Bedarf einfach mit wenigen Handgriffen angeschlossen werden können. Besonders praktisch für Einsteiger, die sich nicht erst lange mit dem Thema beschäftigen, sondern direkt losstarten wollen!

Und zu guter Letzt hat sich auch im Kühlboxen-Bereich einiges getan. Zwar sind nach wie vor die bereits bekannten Kompressorkühlboxen das Mittel der Wahl, wenn man Lebensmittel oder Medikamente über längere Zeit verlässlich frischhalten möchte. Allerdings ist mit dem neuen Hersteller Qool nun erstmals auch eine Passivkühlbox auf der Bildfläche erschienen, die bis zu 10 Tage Kühlung ohne Strom oder Gas verspricht.

Ein weiterer Trend, die Elektromobilität, kommt in der Caravaningbranche dagegen erst langsam in die Gänge. Zwar gibt es auch hier erste Ansätze, wie zum Beispiel das elektrifizierte Hybrid Power Chassis und die Green Trailer Wohnwagen-Plattform der Firma AL-KO, den E-Wohnwagen e.home coco und das E-Wohnmobil e.home von Dethleffs oder das elektrische Reisemobil e.Power Drive. Allerdings sind sich die Hersteller bewusst, dass die Reichweiten für vollelektrische Fahrten bislang noch nicht für eine breite Zielgruppe an Reisenden ausreichen. Hier bleibt abzuwarten, was die technologischen Entwicklungen der kommenden Jahre an Optimierungsmöglichkeiten bringen werden.

Insgesamt lässt sich beobachten, dass der Caravaning-Markt in Bewegung bleibt – in puncto Innovationen zwar derzeit noch etwas behäbig, was sicherlich der Corona-Krise auf der einen und der kaum noch zu bewältigenden Kundennachfrage auf der anderen Seite geschuldet ist. Wir sind jedoch optimistisch, dass künftig auch die Themen Digitalisierung, Connectivity, mobiles Arbeiten Fahrt aufnehmen und nicht zuletzt auch die großen Hersteller individuellere Konfigurationsmöglichkeiten bei ihren Serienfahrzeugen anbieten werden. Die nächsten Messen warten schon!

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