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Geheimt(r)ipps Deutschland durch die Mecklenburgischen Schweiz

Geheimt(r)ipps Deutschland – Mecklenburgische Schweiz: Eine winterliche Campingtour

Manche von uns lieben den Winter, andere hassen ihn. Während für die einen das Wintercamping inmitten schneebedeckter Natur die Krönung des Camperlebens ist, können die anderen es nicht abwarten, endlich wieder bei sommerlichen Temperaturen das Leben unter freiem Himmel zu genießen.

Egal, zu welcher Gruppe du gehörst: Die Szene der Freizeitfahrzeugbranche hat sich verändert. Die Wohnmobile wie auch die Caravans sind in den vergangenen Jahrzehnten immer komfortabler und gemütlicher geworden. Mit Heizung und meist großem Sanitärraum mit Dusche wird auch die Reise während der kalten Jahreszeit zum Vergnügen.

Und wenn du nicht zu jenen gehörst, die wintersportbegeistert und in Massen in Richtung Alpen oder Mittelgebirge unterwegs sind, haben wir heute den passenden Geheimtipp für dich. Lass dich überraschen. Ein Kurzurlaub während des Winters in einen von Gletschern und Schmelzwasserströmen geformten Landstrich wird dir gefallen. Er wird dich entschleunigen und für eine Menge Abwechslung in der „staaden Zeit“ sorgen.

Folge uns heute in die Mecklenburgische Schweiz mit ihren Höhen und idyllischen Seen. Hier findest du während der Wintermonate Ruhe und Erholung, kannst aber auch abwechslungsreiche Ausflüge machen und jede Menge Sehenswertes entdecken.

Die Anreise erfolgt über die A19 Berlin-Rostock, Abfahrt Güstrow. Über die B104 kommst du in Richtung Teterow und in dein Kurzurlaubsdomizil.

Abwechslungsreiche Tour zwischen Ostseeküste und Seenplatte

Nicht nur im Sommer, wenn die Seen locken, sondern auch in den Wintermonaten laden zahlreiche interessante Ausflugsziele zu einem Besuch in die Region ein. Neben bekannten Besuchermagneten wie dem Müritzeum und Bärenwald Müritz findest du hier viele sehenswerte „Geheimtipps“, die du bei einem Besuch in der Mecklenburgischen Schweiz gesehen haben solltest.

Start und Ziel für Reisemobilisten und Caravaner

Das CampingParadies Dahmen, Am Erlengrund 1 in 17166 Dahmen ist ein Familiencampingplatz im Herzen der Mecklenburgischen Schweiz, direkt am Südufer des Malchiner See.

Der Campingpark Seedorf am Malchiner See, Campingplatz 1 in 17139 Basedow, ist ein romantisch und ruhig gelegener Naturcampingplatz auf einer Waldlichtung direkt am See.

Ebenfalls direkt am See liegt der Camping- und Wohnmobilpark Am Kummerower See, Am Hafen 2 in 17111 Sommersdorf. Hier sind Blick aufs Wasser und romantische Sonnenuntergänge im Preis inbegriffen.

Peenecamp, der Campingplatz Mecklenburgische Schweiz GbR in der Schulstraße 3 in 17154 Neukalen, liegt an einem der letzten ursprünglichsten Flüsse Deutschlands, der Peene, inmitten zwei artenreicher Naturparks.

Gut zu wissen: Bei den Rundfahrten nutzen wir Neben- und Seitenstraßen, auf denen es manchmal eng wird und hin und wieder etwas holprig zugeht. Beachte das bitte, wenn du mit einem größeren Wohnmobil unterwegs bist.

Zwischen jeweils 60 und 80 km spulst du auf den Tages-Rundfahrten ab, sodass du den Tag ganz gemütlich angehen lassen kannst und genügend Zeit hast, dir alles in Ruhe anzusehen.

Rundfahrt 1. Tag – Kultur und Handwerk

Die heutige Tour beginnen wir in Teterow. Das Städtchen scheint aus der guten alten Zeit herüber gerettet worden zu sein. Kopfsteingepflasterte Gassen und einstöckige Häuser bieten einen Eindruck aus eben jener Zeit und du gibst dem ehemaligen Reichskanzler Bismarck wohl recht, dem der Spruch „Wenn die Welt untergeht, ziehe ich nach Mecklenburg. Dort passiert alles 50 Jahre später …“ zugeschrieben wird.

Und während du über den rechteckigen Marktplatz flanierst, entdeckst du mit dem Hechtbrunnen das Wahrzeichen Teterows und die Backsteinbasilika St. Peter und Paul aus dem 13. Jh., die mittelalterliche Kostbarkeiten und 650 Jahre alte Gewölbemalereien birgt.

Ebenfalls aus der guten alten Zeit stammen die Erinnerungen und Exponate, die im Stadtmuseum im Torschreiberhaus des Malchiner Turms zu besichtigen sind.

Auch während der Wintermonate solltest du dir eine Fährfahrt von Teterow zur Burgwallinsel gönnen. Das beliebte Ausflugsziel war zwischen dem 7. und 12. Jahrhundert eine slawische Siedlungs- und Zufluchtsstätte, an die heute noch ein 90 Meter langer und vier Meter hoher Wall erinnert.

Nordwestlich der Stadt liegen die Heidberge, auf denen du einen Aussichtsturm besteigen kannst, der dir einen wunderschönen Rundumblick über die umliegende Region beschert. Der Turm wurde 1927 als Mahnmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs errichtet.

Damit verlassen wir Teterow und fahren in südlicher Richtung durch eine einzigartige Kulturlandschaft. Sie ist das Werk einer mehrere Jahrtausende währenden Landeskultur von eindrucksvoller Schönheit. Unser nächstes Ziel ist die etwa acht Kilometer entfernte Burg Schlitz. Eine mächtige Lindenallee steigt leicht zu der in der Region bedeutsamsten klassizistischen Schlossanlage aus dem 19. Jahrhundert an. 

Seit 1999 beherbergt die Schlossanlage ein Luxushotel. In der großzügig im englischen Stil angelegten Parklandschaft inmitten herrlicher Natur kannst du 40 Denkmäler und Findlinge bewundern. Neben einer neugotischen Kapelle, die 1822 erbaut wurde, entdeckst du den Nymphenbrunnen mit drei Grazien, die einen verspielten Reigen tanzen. Und nach deiner Besichtigung des Parks lohnt ein kurzer Spaziergang hinauf auf den 96 Meter hohen Röthelberg, von dem du eine eindrucksvolle Aussicht auf Teile der Mecklenburgischen Schweiz genießen kannst.  Spaßvögel stellten auf dem Gipfel einen Wegweiser auf, der dir zeigt, dass dich von hier genau 832 Kilometer von den Schweizer Eidgenossen trennen.

Wir kehren der Burg Schlitz den Rücken und fahren in nordöstlicher Richtung nach Schorssow, wo uns ein eindrucksvolles zweigeschossiges Schloss aus dem 18. Jahrhundert empfängt. Auch dies wurde zum Luxushotel umgebaut. Weiter Orts-einwärts sehen wir nun das Fischerhaus. Der verputzte, reetgedeckte Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert zeigt anschaulich, wie die Landbevölkerung dort einst lebte. Gleich in der Nähe am See, liegt die bekannte Kirchenruine Schorssow, die allein schon als Fotomotiv einen kurzen Abstecher wert ist.

Bewegen wir uns zurück auf die B109, ist handwerkliches Geschick gefragt: Die Wassermühle von Ziddorf hat sich seit ihrer Stilllegung im Jahr 1975 zu einer touristischen Attraktion entwickelt. Hier werden heute mit traditionellen Techniken Gebrauchsgegenstände und Souvenirs gefertigt. Wer möchte, kann auch selbst am Spinnrad, an der Töpferscheibe oder dem Webstuhl Hand anlegen. Die Wassermühle ist eine der letzten ihrer Art im Peenetal. Das restaurierte Backsteingebäude bildet auch einen gemütlichen Rahmen für den Besuch der kleinen Gaststätte und des Mühlenmuseums.

Wenige Kilometer weiter südlich erreichen wir die letzte Etappe unserer heutigen Ausfahrt. Wir kommen nach Ulrichshusen, das für Musikfans seit langem ein Begriff ist. In einer riesigen, 1820 erbauten Feldsteinscheune, entstand die größte Konzerthalle des Bundeslandes. Hier gastierten bereits namhafte Größen der Musikszene wie der Geiger und Dirigent Yehudi Menuhin und viele weitere weltbekannte Solisten und Orchester.

Darüber hinaus zählt das Schlossensemble Ulrichshusen direkt am gleichnamigen See zu den wertvollsten Baudenkmälern des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Es wurde um 1560 erbaut und ist ein bedeutendes Renaissanceschloss, das wehrhafte Züge einer mittelalterlichen Burg mit dem repräsentativen Aussehen eines Schlosses vereint. Dorf und Schloss waren – von kürzeren Unterbrechungen abgesehen – über Jahrhunderte Sitz der Familie von Maltzahn.

Nach so viel Kultur und winterlichen Eindrücken in der Mecklenburgischen Schweiz wird es Zeit für eine Pause. Daher kehren wir hier um und steuern unser Übernachtungsdomizil an.

Rundfahrt 2. Tag – Wasserburg und 1000-jährige Eichen

Den heutigen Tag kannst du ganz behutsam angehen. Als erste Station unserer Rundfahrt steht die Wasserburg Liepen auf dem Programm. Inmitten der atemberaubenden Landschaft zwischen Mecklenburger Schweiz und der Seenplatte liegt die mittelalterliche Burg mit einem Burggraben und einem malerischen Park. Das Entstehen der Burg geht auf das Jahr 1337 zurück und wurde als Herrschaftssitz und Wehranlage errichtet. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde 2015 die Hahnsche Gutsmanufaktur eingerichtet, in deren Hofladen heute Köstlichkeiten aus der Region erworben werden können.

In Liepen selber lädt der Badesee zu einem winterlichen Spaziergang ein oder zum Schlittschuhlaufen, wenn die Witterung das hergibt.

Nun bewegen wir uns einige Kilometer in Richtung Norden, wo das Schloss Basedow auf uns wartet. Das Schloss mit seinem Park und der Marstall sowie die Kirche gehören zu den Aushängeschildern der Mecklenburgischen Schweiz. 

Das gesamte Ensemble aus Park, Schloss und Dorf steht seit 1985 unter Denkmalschutz und bildet eine harmonische Einheit. Der Park ist jederzeit öffentlich zugänglich. Das Schloss, das sich im Privatbesitz befindet, kann zum Teil im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Darin sind unter anderem die imposante Eingangshalle, das Musikzimmer sowie das Badezimmer von 1860 mit Delfter Fliesen und einer gemauerten Badewanne sehenswert. Im Dorf lohnt ein Blick in die Kirche. Dort befindet sich Mecklenburgs älteste bespielbare Orgel aus dem Jahr 1683.

Eine Landschaft als Kunstwerk schuf der preußische Gartenkünstler Peter Joseph Lenné (1789-1866). Zahlreiche Gehölze und viel Wasser bestimmen den weitläufigen Landschaftspark, der nach ihm benannt ist. Der Park verbindet Schönes mit Nützlichem, denn die Blickachsen geben Ausblicke auf Felder und Seen, auf Büsche, Bäume und Teiche frei, die sich hier zu einer durchdachten Komposition vereinen. Der Spaziergang durch diese Landschaft entschleunigt und bietet dir viele beeindruckende Aus- und Einsichten.

Hinter dem Ort strebt die Straße auf den Malchiner See zu und führt dann an der einstigen Seeniederung entlang, die mit dem Kummerower See ein zusammenhängendes Gewässer bildete.

Zu den sehenswerten Schätzen des Landes gehört der nächste Ort unserer Rundfahrt. So geht es auf der Deutschen Alleenstraße weiter nach Malchin, wo uns die St. Johanniskirche aus dem 15. Jahrhundert mit einer – in ihrem Klang einzigartigen – Frieseorgel empfängt. Sehenswert in der Kirche ist auch der Marienaltar, der auf das Jahr 1430 zurückgeht und die Renaissance-Kanzel von 1571. Ein Großfeuer vernichtete den Ort zum Ende des 2. Weltkriegs. Die Wunden sind bis heute vielfach zu erkennen. Dennoch zeigt sich das Städtchen mit zwei restaurierten Stadttoren, einer Stadtmauer und einem sehenswerten Rathaussaal, in dem farbenprächtige Zunftzeichen zu bewundern sind.

Auch das Heimatmuseum in der Stadtmühle sollte auf deinem Plan stehen, zeigt es doch eine Dauerausstellung des „Pioniers der Elektrizität“, Siegfried Marcus. Das in Malchin geborene Genie war Erfinder des ersten mit Benzin betriebenen Fahrzeugs der Welt.

Unser nächstes Ziel ist Kummerow, das dem viertgrößten See Meckenburgs seinen Namen gab. Hier führt dich eine zwei Kilometer lange Allee hinauf zum Barockschloss aus dem 18. Jh. Der stattliche Bau mit quadratischen Pavillons zu beiden Seiten ist ein besonders schönes Fotomotiv. Für Fotointeressierte ebenso sehenswert ist die Privatsammlung im Schloss, die moderne Kunst mit dem Schwerpunkt internationale Fotografie präsentiert.

Bist du mit Kindern unterwegs, lohnt sich noch ein Abstecher zu den Ivenacker Eichen mit Wildpark und Baumkronenpfad. 

Als tausendjährige Eichen sind die im ehemaligen Schlosspark von Ivenack stehenden Bäume überregional bekannt. Doch ganz so alt scheinen die Eichen dann doch nicht zu sein, auch wenn das Alter nicht nachweisbar ist, weil sie alle im Inneren hohl sind. Mit einem Stammumfang von zum Teil über elf Metern haben sie aber eine so beeindruckende Größe, dass sie als nationales Naturmonument unter einem besonderen Schutz stehen. Bereits 1710 wurde das Waldstück als eingezäunter Tiergarten genutzt. Hier kannst du das frei laufende Wild aus nächster Nähe beobachten und seit 2017 kannst du die Ivenacker Eichen auch von oben betrachten: Ein Baumkronenpfad mit einem 21 Meter hohen Aussichtsturm ist barrierefrei zugänglich.

Nach so viel sehenswerten landschaftlichen und kulturellen Highlights in der Mecklenburgischen Schweiz kehren wir nun zurück auf unseren Campingplatz.

Fazit

Die Mecklenburgische Schweiz bietet auch im Winter jede Menge Abwechslung für einen Kurzurlaub. Die landschaftliche Schönheit und die verwunschenen Winkel bei winterlicher Witterung mit zahlreichen Bewegungsmöglichkeiten an der frischen Winterluft lassen Körper und Geist wieder zu Kräften kommen. Gönne dir doch eine Auszeit und lass die Seele baumeln. 

Fotos: (c) Christin Drühl

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