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Der Hyundai Porest - Kompaktes Wohnmobil

Wohnmobil made in Südkorea – der Hyundai Porest

Wenn ich mit meinem Kleinwagen, einem Hyundai i10, um die Ecke biege, findet es ein Teil meiner Freunde witzig, zu rufen: „Guck mal, da kommt die Knutschkugel angefahren!“ Ja, Hyundai ist nicht gerade für riesige Luxusfahrzeuge bekannt. Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass der südkoreanische Autohersteller auch Wohnmobile im Angebote hat. Der neue Camper Hyundai Porest erscheint auf den ersten Blick klein und knubbelig. Doch er kann was – auch wenn er aktuell erst einmal nur in Südkorea auf dem Markt ist.

Es gibt Dinge, die nimmt man grundsätzlich nicht ernst. Zum Beispiel Leute, die drei Wochen nach Bayern fahren und behaupten, es hätte nicht ein einziges Mal geregnet. So ist das auch auf den ersten Blick mit Hyundai und Wohnmobilen. Unsere Englisch sprechenden Mitbürger machen sich sogar schon über den Namen des Hyundai Porest lustig, da er sie an „poorest“ erinnert, was „der Ärmste“ bedeutet.

Also – was kann „der Ärmste“? Erst einmal steckt hinter der Bezeichnung in Wirklichkeit eine Zusammensetzung aus „Porter“ und „Rest“. „Porter“ bedeutet Träger und „Rest“ ist Erholung. Genau dafür ist der Hyundai Porest gedacht – ein unkomplizierter, kompakter Ort der Erholung, der nicht groß wirkt, aber vergleichsweise viel Luxus mitbringt. Neben drei Schlafplätzen, die teils auf Knopfdruck von der Decke schweben, gibt es eine Küchenzeile, ein Bad, Smart Home Control und einen kleinen Slide-Out im Heck.

Stehhöhe im Hyundai Porest Wohnmobil

Basis des Hyundai Porest ist ein Lastwagen, der Hyundai H100. Das Wohnmobil ist 5,60 Meter lang, 2,10 Meter breit und 2,90 Meter hoch. Reisende, die nicht größer als 1,87 Meter sind, können drinnen aufrecht stehen. Der Rest schaut halt raus wie ein Hund aus dem Seitenfenster, bei dem das Fell im Wind flattert. Angetrieben wird der Porest von einem 2,5 Liter Dieselmotor, der 133 PS mitbringt. Damit rast man jetzt nicht unbedingt den Brennerpass hoch, muss aber auch nicht anschieben helfen wie beim T1. Das Getriebe ist Automatik.

Außen hat der Hyundai Porest zwei Features, die besonders von Vorteil sind, wenn es sonnig und heiß wird. Das passiert übrigens, wenn man nicht drei Wochen nach Bayern fährt. Zum einen gibt es eine Markise und zum anderen eine Außendusche. An die muss man allerdings auch denken, wenn es Winter wird, um Frostschäden zu vermeiden. Außerdem ist in die Eingangstür ein Mülleimer integriert. Hyundai versucht, jeden Zentimeter in seinem Knubbelmobil auszunutzen.

Innenausstattung des Campers von Hyundai

Die beiden Sitze im Fahrerhaus lassen sich als Sitzgelegenheiten um den Esstisch nutzen und ein Vorhang trennt den Wohnbereich vom Fahrerhaus. Man soll ja Arbeit und Erholung immer voneinander trennen.

Wenn Grillgut und Feierabendwein vom Tisch verschwunden sind, kann dieser in ein Bett umgebaut werden. Das ist nichts Neues für Wohnwagen und Wohnmobile. Spannend wird es allerdings, wenn man auf den Knopf in der Wand neben dem Tisch drückt. Dann fährt nämlich ein weiteres Bett herunter, das auf Höhe des Alkovens stoppt und den Bereich in ein Hochbett konvertiert. Das gibt Hostel-Gefühle ganz ohne ein Klo auf halber Etage, das man sich mit grölenden Backpackern aus New York teilen muss.

Der dritte Schlafplatz befindet sich im Heck und kann durch einen Slide-Out um 80 Zentimeter vergrößert werden. Dadurch ergibt sich Raum für zwei weitere Personen. Laut eines südkoreanischen Testfahrers können so bis zu acht Leute im Hyundai Porest nächtigen. Dabei sollte man vielleicht berücksichtigen, dass der durchschnittliche Südkoreaner nur 1,70 Meter groß ist. Aber wenn’s nicht passt, schläft einer halt in der Dusche.

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Bad mit Dusche und Küche mit Mikrowelle

Eine Dusche gibt es nämlich nicht nur draußen. Der Hyundai Porest besitzt auch ein Bad. Dort findet sich eine weitere Dusche, ein wegfaltbares Waschbecken, eine Toilette und ein Spiegel. Warmes Wasser gibt es natürlich auch. Allerdings ist das Bad nur optional erhältlich.

Die Küchenzeile ist für Europäer etwas ungewöhnlich. Amerikaner dagegen würden sie lieben. Es gibt nämlich keinen Kocher oder Herd, sondern nur eine Mikrowelle. Wer anders „kochen“ möchte, muss einen tragbaren Kocher mitbringen. Dafür gibt es neben einer Spüle einen 150-Liter Kühlschrank mit leisem Nachtmodus und Turbomodus, falls man spät abends genervt irgendwo aufschlägt und sich noch schnell ein kaltes Bier einschütten möchte. Zusätzlich besitzt der Kühlschrank eine Art Deo, das unangenehme Gerüche tilgt, falls mal wieder wochenlang keiner den Blumenkohl essen wollte. Der Frischwassertank fasst 80 Liter.

Der Hyundai Porest: Moderne Steuerung, Preis und Verfügbarkeit

Die Steuerung im Hyundai Porest ist modern und läuft über Touchscreens. Dort könnt ihr Licht, Klimaanlage, Heizung und Wasserfüllstände kontrollieren. Es gibt sieben Steckdosen für 220 Volt und fünf USB-Anschlüsse. Auch sonst sind ein paar Extras eingebaut: Das Fahrzeug gibt Laut, wenn ihr Seitenstreifen oder Mittellinien überschreitet und bremst automatisch, wenn ihr eurem Vordermann zu dicht auffahrt. Eine Rückfahrkamera hat es leider nicht. Das gibt Stress mit den Nachbarn, wenn man nach Hause kommt und beim Einparken erstmal ihren Gartenzaun über den Haufen fährt.

Aktuell könnt ihr den Hyundai Porest nur in Südkorea kaufen. Für den deutschen oder nordamerikanischen Markt steht noch kein Datum fest, obwohl es bereits viel Interesse zu geben scheint. In Südkorea kostet das Wohnmobil umgerechnet 47.800 Euro.

Der Porest ist nicht das erste Campingfahrzeug von Hyundai. Seit einigen Jahren wird bereits der Grand Starex Camper hergestellt. Mit dem Porest beweist Hyundai, dass auch Unternehmen, die klassischerweise nicht auf dem Wohnmobilmarkt vertreten sind, eine Chance verdienen, gehört und gefahren zu werden.

Fotos (c): Hyundai Motor Company

 

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