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Der Kabe Van Für Wintercamping

Luxus-Vanlife im Schnee – der Kabe Van 390 LB

Die Schweden. Billy-Regale, Hipster-Deckenlampen und unsinnige Deko, die man sofort haben will, können sie. Doch da ist mehr als das große, gelb-blaue Einrichtungshaus. Der schwedische Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller Kabe hat sich auf rollende Behausungen spezialisiert und mit dem Kabe Van 390 LB seinen ersten Van herausgebracht. Schwer, winterfest und mit einer Prise Luxus. Wir stellen ihn vor.

Wintercamping ist so eine Sache. Für die einen ein absoluter Graus und für die anderen ein Abenteuer mit ausgetüftelten Heizanlagen, einer Menge Wolldecken und Schneeketten an den Schlappen. Der Kabe Van 390 LB stammt nicht nur aus skandinavischer Herstellung, sondern ist auch für subpolares Klima ausgerüstet. Das gesamte Fahrzeug ist bis in den letzten Winkel mit Styropor isoliert, besitzt eine Alde Compact 3020 Zentralheizung und eine Fußbodenheizung, die sich in Heizschlingen bis ins Fahrerhaus zieht. Damit will Kabe den gefürchteten Kältebrücken entgegenwirken.

Wintercamping mit dem Kabe Van

Auch eine weitere Sorge von Wintercampern behebt der Kabe Van: eingefrorene Wasserleitungen. Der 90 Liter fassende Grauwassertank ist ständig beheizt und das gesamte Wassersystem vollständig isoliert und frostgeschützt. Außerdem gibt es einen Warmwasserbereiter für alle Warmduscher, die sich nicht bei minus zwanzig Grad im Schneegestöber unter eine Solardusche an der Reling stellen wollen. Sogar die Außenrückspiegel sind beheizt. Eine rasende Sauna quasi. Ach nee, das ist ja finnisch.

Der Camper basiert auf einem Mercedes Sprinter mit Heckantrieb. Wer so richtig in die Berge will, kann den Kabe Van 390 LB aber auch mit Allradantrieb bestellen. Mit einer Länge von 6,98 Metern, einer Breite von 2,02 Metern und einer Höhe von 2,89 Metern gehört er nicht gerade zu den kleinen Kastenwagen. Dafür beträgt die Stehhöhe im Heck aber auch komfortable 1,96 Meter. Kein Kriechen, Ducken und Fluchen. Bei all dem räumlichen und beheizbaren Luxus kommt auch das entsprechende Gewicht ins Spiel. Das beträgt 3,45 Tonnen im fahrbereiten Zustand und 4,1 Tonnen beim zulässigen Gesamtgewicht. Das bedeutet, dass der Führerschein B leider nicht mehr ausreicht. Ein echter Nachteil im Vergleich zu anderen Vans.

Der Motor des Kabe Van bringt 163 PS. Zum Fahren stehen euch sieben Gänge zur Verfügung. Kabe hat vier Sitzplätze und drei Schlafplätze montiert. Das wird dann abends fast ein bisschen wie bei der Reise nach Jerusalem – nur mit Betten.

Innenausstattung im Van von Kabe

Apropos Betten. Ein Schlafplatz wird durch das Umklappen der Dinette errichtet. Die Liegefläche beträgt hier 1,60 Meter mal 60 Zentimeter. Da ruht es sich besonders gut für Frodo und Schmalhans. Weiter hinten befinden sich zwei Einzelbetten, die 1,90 Meter mal 70 Zentimeter groß sind – deutlich angenehmer. Zumal die Heckbetten mit einer Federkernmatratze und einer dicken Matratzenauflage ausgestattet sind. Hinten im Van lassen sich die LED Lichter gemütlich dimmen.

Zwischen den beiden Schlafmöglichkeiten befinden sich Küche und Bad. Das Bad kann durch eine Jalousientür erreicht werden und besitzt eine Dusche, ein Waschbecken und eine drehbare Toilette. In der Küchenzeile findet ihr einen dreiflammigen Gaskocher, einen Kompressorkühlschrank, ein Edelstahl-Spülbecken sowie eine Dunstabzugshaube. Damit es nicht wieder die ganze Nacht nach Omas Linsensuppe riecht. Dagegen schaffen wir übrigens auch mit dem einen oder anderen Campingrezept Abhilfe.

Weitere Annehmlichkeiten im Kabe Van sind Fliegengitter, Verdunklungsgardinen, ein Dachfenster sowie eine atmungsfähige Tapete gegen tropische Luft am Morgen. Natürlich darf bei allen nützlichen Einbauten auch das Entertainment nicht fehlen. Deshalb gibt es eine TV-Antenne und einen LCD-Sockel. Nur das eigentliche Gerät ist nicht mit dabei.

Luxus-Vanlife: Große Sicherheit und großer Preis

Mit einem Diesel-Tank von 93 Litern kommt man ein paar Kilometer durch karge Landschaft, ohne jede halbe Stunde panisch nach einer Tankstelle suchen zu müssen. Auch sonst sorgt der Kabe Van für viel Sicherheit. Die komfortable Gasanlage hat eine Leck-Anzeige und ein Schlauchbruch-Ventil. Das funktioniert ähnlich wie der Aquastop bei einer Waschmaschine. Sobald ein Leck entsteht, schließt sich ein Kegel in der Armatur und sperrt die Gaszufuhr ab, damit kein flüssiges Gas unkontrolliert austreten kann.

Weiterhin gibt es eine Rückfahrkamera, die besonders bei großen Vans durchaus Sinn macht, einen Seitenwindassistenten, einen Tempomat, der einen bei korrekter Einstellung vor extrem teuren, skandinavischen Knöllchen bewahrt, und ein Sprachsteuerungssystem. Wenn ihr alleine reist, könnt ihr also wenigstens mit eurem Camper reden. Die AGM-Bordbatterie fasst 130 Amperestunden.

Ganz offensichtlich hat Kabe hier versucht, an alles zu denken. Vanlife nicht als klappriges Abenteuer im notdürftig geflickten Oldtimer, sondern als High-End-Reise mit Rundum-Sorglos-Gedöns. Das hat natürlich auch seinen Preis. Und zwar 94.995 Euro. Kabe ist übrigens bekannt für außergewöhnlichen Camping-Luxus. Mit dem Kabe Tower haben sie einmal den größten Wohnwagen der Welt gebaut.

Kabe stellt seit 1957 Wohnwagen und Wohnmobile her. Hauptsitz des Unternehmens ist Tenhult in der schwedischen Region Smaland. Ich spare mir an dieser Stelle einen erneuten Ikea-Witz. Durch den Produktionsstandort im hohen Norden beruft sich Kabe auf besonderes Wissen in Sachen Klima und Wintercamping. Bis zu 850 Wohnmobile produziert das Unternehmen jährlich.

Fotos (c): KABE

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