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Kia PV7: 1,2 Tonnen Nutzlast, 460 km Reichweite – kommt jetzt der E-Camper, auf den wir warten?

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Kia hat den PV7 heute auf der IAA Transportation in Hannover gezeigt. Es ist das zweite Modell der PBV-Strategie („Platform Beyond Vehicle") und ordnet sich klar über dem PV5 ein, den wir uns hier schon genauer angeschaut haben. 535 cm Länge, bis zu 8 Kubikmeter Laderaum, bis zu 1,2 Tonnen Nutzlast und 800-Volt-Technik.

Auf dem Papier ist das ein Fahrzeug für Paketdienste, Handwerk und Shuttle-Betriebe. Uns interessiert eine andere Frage: Was passiert, wenn da ein Camping-Ausbau reinkommt?

Die wichtigsten Daten zum PV7

Kia baut den PV7 als Cargo und als Passenger. Beide stehen auf der PBV-Plattform E-GMP.S und haben einen komplett ebenen Boden.

Die Langversion misst 535 cm in der Länge, 199,5 cm in der Breite (mit Außenspiegeln 203 cm) und 199 cm in der Höhe. Der Radstand liegt bei 350 cm. Zum Vergleich: Der PV5 kommt auf 469,5 cm Länge und 300 cm Radstand.

Damit rutscht der PV7 in die Klasse VW T7 Transporter lang, Ford Transit Custom L2 und Mercedes Vito lang. Also genau dorthin, wo die meisten Kastenwagen-Camper herkommen. Unter sechs Meter bleibt er trotzdem, was bei Fähren, Maut und Stellplätzen hilft.

Beim Antrieb gibt es zwei NMC-Akkus mit 71,5 und 96,2 kWh. Der Motor sitzt vorn und leistet je nach Markt und Konfiguration bis zu 200 kW, also rund 272 PS, bei 420 Nm. Eine Allradvariante hat Kia angekündigt, aber ohne Termin.

Interessant ist die Ladetechnik: Der PV7 fährt mit 800 Volt. An einer 350-kW-Säule soll der Akku in rund 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent gehen. Die Reichweite gibt Kia für den Cargo mit dem großen Akku mit bis zu rund 460 Kilometern an. Achtung: Das ist ein Kia-interner Wert nach WLTP-Kriterien, die Homologation der deutschen Ausführung steht noch aus.

Neu für einen Kia sind Ladeanschlüsse vorn (AC/DC) und optional hinten (AC). Und der PV7 kann Strom auch wieder abgeben: V2L mit 230-Volt-Steckdosen innen und außen.

Das Fahrerhaus des Kia PV7
Das Fahrerhaus des Kia PV7

Cargo oder Passenger

Der PV7 Cargo fasst als Langversion mit Normaldach bis zu 6,1 Kubikmeter, die Hochdachversion bis zu 8,0 Kubikmeter. Die Nutzlast liegt bei 1.165 kg (Langversion) und 1.200 kg (Standardversion). Die Ladekantenhöhe von 55 cm ist niedrig, drei Europaletten passen rein. Am Heck kannst du zwischen Doppelflügeltür und klassischer Heckklappe wählen, die Bodenbeläge lassen sich an den Einsatzzweck anpassen.

Der PV7 Passenger bietet in Europa bis zu neun Plätze. Die Siebensitzer-Variante hat längs verschiebbare Sitze, die sich leicht herausnehmen lassen. Dazu gibt es eine separate Klimaanlage im Fond, USB-C mit 100 Watt und beim Infotainment Pleos Connect auf Android-Automotive-Basis mit 12,9- und 14,6-Zoll-Displays.

Marktstart in Europa und Korea: zweites Halbjahr 2027. Kia will die Palette danach auf 23 Varianten ausbauen, inklusive Chassis Cab und einer Reihe von Umrüstmodellen. Beim „Global PBV Conversion Partners Day" in Hannover sind 31 Umrüstpartner dabei.

Kia PV7 E-Transporter Innenraum
Der Innenraum wirkt großzügig und macht Hoffnung auf spannende Ausbauvarianten.

Camping-Potenzial: Das spricht dafür

Die Nutzlast. Es ist davon auszugehen, dass hier genügend Spielraum für einen komfortablen Ausbau und genügend Zuladungsreserven bleibt.

Der Radstand und der ebene Boden. 350 cm Radstand und ein flacher Boden ohne Kardantunnel sind eine gute Ausgangslage für einen Ausbau.

800 Volt und der große Akku. 96,2 kWh und 25 Minuten Ladezeit ändern die Reiseplanung spürbar. Beim PV5 heißt es aktuell 400 Volt, 150 kW und rund 30 Minuten bei kleinerem Akku.

V2L mit Steckdosen innen und außen. Kühlbox, Induktionsplatte, Kaffeemaschine, Werkzeug am Stellplatz. Du sparst dir einen Teil der Aufbau-Elektrik, zahlst den Strom aber aus der Traktionsbatterie. Wer viel frei steht, wird trotzdem Solar und ggf. eine zweite Batterie brauchen.

Der Ladeanschluss hinten. Klingt nach Kleinigkeit, ist aber praktisch, wenn du rückwärts an der Säule stehst oder vorn ein Aufbau im Weg ist.

Chassis Cab und ein Umrüster-Netzwerk. Kia plant von Anfang an Umbauversionen und hat schon jetzt 31 Partner an Bord.

Camping-Potenzial: Das spricht dagegen

Die Reichweite mit Ausbau. Die 460 km gelten für den leeren Cargo unter “Laborbedingungen”. Je nach Ausbauvariante und im realen Einsatz dürfte der Verbrauch ein gutes Stück höher und die Reichweite damit niedriger liegen.

Keine Camper-Variante angekündigt. Der PV5 hat ein Weekender-Konzept und mehrere Ausbauten am Markt. Beim PV7 redet Kia bisher nur über Flotten, Logistik und Shuttle. Camping ist in der Pressemitteilung kein Thema.

Offene Punkte. Zu Anhängelast, Dachlast, Innenmaßen des Laderaums und weiteren relevanten Fragen gibt es noch keine Angaben.

Frontantrieb, kein Allrad zum Start. Kein Ausschlusskriterium, aber unpraktisch: Für Waldwege, nasse Wiesen, Schnee oder Schotterpisten bleibt es beim gleichen Problem wie beim PV5 (und ganz vielen Verbrennern, wie z.B. unserem Citroen Jumpy aus der Stellantis-Familie) – mangelnde Traktion. Der Allrad soll jedoch „zu einem späteren Zeitpunkt" kommen.

PV5 oder PV7: der direkte Vergleich

Kia PV5 (Cargo L2H1)

Kia PV7 (Langversion)

Länge

469,5 cm

535 cm

Breite (ohne Spiegel)

189,5 cm

199,5 cm

Höhe

192,3 cm

199 cm

Radstand

300 cm

350 cm

Akku

43,3 / 51,5 / 71,2 kWh

71,5 / 96,2 kWh

Reichweite (WLTP)

bis 416 km

bis rund 460 km (Kia-intern)

Leistung

89 bis 120 kW (122 bis 163 PS)

bis 200 kW (rund 272 PS)

Bordnetz / Laden

400 V, bis 150 kW, 10 bis 80 % in rund 30 Min.

800 V, 350 kW, 10 bis 80 % in rund 25 Min.

Nutzlast (leerer Kastenwagen)

645 bis 790 kg je nach Variante

1.165 bis 1.200 kg

Laderaum

rund 4 m³ (Kurzversion) bis über 5 m³ (Hochdach)

6,1 m³ (Normaldach) bis 8,0 m³ (Hochdach)

Anhängelast gebremst

1.200 kg

noch offen

Antrieb

Front

Front, Allrad angekündigt

Preis

ab 35.990 Euro (Cargo)

noch offen

Verfügbar

seit Mitte 2025

ab 2. Halbjahr 2027

Der PV5 bleibt der kompakte, bezahlbare Van. Er passt in die Stadt, ins Parkhaus und auf den Hof, und es gibt ihn schon heute fertig ausgebaut oder zum Selbst-Ausbau. Wer damit reist, braucht etwas Disziplin beim Gewicht und einen Reisestil, der zur Ladeinfrastruktur passt. Genau das haben wir damals beim PV5 geschrieben, und daran ändert der PV7 nichts.

Der PV7 löst zwei der drei “Schwächen”: Platz und Nutzlast. Die dritte, die Ladeinfrastruktur, löst er nur zum Teil. Mit 96 kWh und 800 Volt kommst du weiter und stehst kürzer an der Säule, aber du bist natürlich weiterhin auf Lademöglichkeiten angewiesen.

Fazit

Der PV7 ist in der Theorie das interessantere Camper-Fahrzeug. Auf dem Papier bringt er alles mit, was dem PV5 für längere Touren fehlt: Länge, Breite, Nutzlast, Akku und Ladetempo. Ob daraus ein guter Reisemobil-Unterbau wird, entscheiden Innenmaße, Preis und die Umrüster. Das sehen wir frühestens 2027, realistisch eher 2028.

Wir bleiben dran und melden uns, sobald Kia Innenmaße und Preise nennt.

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    Nele Landero Flores

    Träumte seit ihrer Kindheit von einem Leben auf Rädern. Tourt jetzt mit Mann und Hund ganzjährig im Wohnwagen durch Europa und verbringt die kalten Wintermonate in Mexiko. Expertin für Caravan, Camping-Ausstattung, Reise-(Geheim)Tipps, Dauerreisen und Arbeiten unterwegs. Lieblingsspots: Andalusien, Baskenland, Albanien & Mexiko.

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