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Draußen übernachten Mikro-Camping

Mikro-Camping – kleine Abenteuer in deiner Umgebung

Wenn du eine Nacht unter freiem Himmel verbringen möchtest, musst du nicht gleich um die halbe Welt reisen. Es gibt bestimmt auch ein schönes Fleckchen in deiner näheren Umgebung. Wenn du nicht selbst einen Balkon oder Garten zur Verfügung hast, gibt es die Möglichkeit, privat einen Stellplatz zu mieten.

Was du für die Nacht in der Natur brauchst und worauf du achten solltest, erfährst du im Artikel “Tipps & Tricks zum Übernachten im Freien” – damit du gut vorbereitet bist, wenn im Frühjahr wieder die ersten warmen Tage locken.

Warum eine Nacht in der Natur zu empfehlen ist

Der Aufenthalt in der Natur tut gut und hilft zu entspannen. Zahlreiche Studien belegen diese Wirkung. 1991 wurde im Journal of Environmental Psychologie eine Studie von Dr. Roger Ulrich vorgestellt, die aufzeigt, dass eine natürliche Umgebung sich positiv auf die Verarbeitung von Stress auswirkt.

Nach zwei Nächten in der Natur reguliert sich außerdem der Biorhythmus und die Melatonin-Produktion, die künstliches Licht durcheinander bringt. Das zeigt die 2017 veröffentlichte Studie eines wissenschaftlichen Teams der University of Colorado.

Ebenso hat allein das Betrachten einer natürlichen Umgebung bereits einen positiven Einfluss auf die Konzentration und Aufmerksamkeit, wie eine 1995 publizierte Studie belegt.

Wo du übernachten kannst

Zunächst solltest du dir die Frage stellen, wo du übernachten möchtest und wie die Bedingungen vor Ort sind. Willst du dir ein schönes Plätzchen in der Natur suchen, so sind dringend Naturschutzgebiete zu meiden. Dort ist „wildes Campieren“ verboten. Agrarflächen und landwirtschaftlich genutzte Felder stellen ebenfalls keine Option dar. Private Grundstücke und Gärten dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung betreten werden.

Es gibt allerdings die Möglichkeit, auf verschiedenen Plattformen private Stellplätze in der Umgebung ausfindig zu machen. Diese sind grundsätzlich für Camper mit Wohnwagen oder Wohnmobil ausgelegt, teilweise kann man dort aber ebenso mit einem Zelt übernachten.

Alternativ gibt es eine Vielzahl an naturnahen Trekkingplätzen. Diese sind eher abgelegen und befinden sich oft sogar in Naturschutzgebieten und Naturparks. Daher sind sie größtenteils nur zu Fuß erreichbar und bieten nur wenige Stellplätze.

Wie du deine Übernachtung gestalten kannst

Du kannst deine Übernachtung im Freien auf verschiedenste Weise planen. Wenn das Wetter mitspielt, kannst du deine Isomatte und den Schlafsack auf der Erde platzieren und direkt unter dem Sternenhimmel einschlafen. Als Schutz vor Feuchtigkeit kann der Schlafsack in einem sogenannten Biwak-Sack eingehüllt werden.

Zur Sicherheit kannst du zusätzlich ein Tarp aufspannen. Ansonsten gibt es die Option, eine Hängematte als Schlafplatz zu nutzen. Es gibt sogar Modelle, die mit einem Insektenschutz ausgestattet sind. 

Wenn du dich für eine Übernachtung im Zelt entscheidest, gehören auch hier eine Isomatte und ein Schlafsack in dein Gepäck. Bei der Auswahl deines Zeltes solltest du darauf achten, dass er leicht, robust und idealerweise wasserdicht ist. Dann brauchst du bei leichtem Regen deinen Ausflug in die Natur nicht abzusagen.

Der Vorteil gegenüber dem Freiluftschlafen ist unter anderem, dass du vor Insekten geschützt bist. Nach deinem Abenteuer solltest du dich in jedem Fall gründlich auf Zeckenbisse untersuchen.

Was zu berücksichtigen ist

Grundsätzlich solltest du bei deiner Übernachtung in der Natur Rücksicht auf Tiere und Pflanzen nehmen. Ein achtsamer und verantwortungsvoller Umgang ist gefragt und das Einhalten von geltenden Regeln stellt eine wichtige Voraussetzung dar.

Zu den Regeln könnten zeitliche Begrenzungen gehören sowie ein Feuerverbot aufgrund von Trockenheit. Neben dem Ziel, die Umwelt und Natur zu schützen, wird auch sichergestellt, dass Tiere in ihrem Lebensraum möglichst nicht beeinträchtigt werden. 

Zu deiner Sicherheit solltest du dein Nachtlager nicht unter morschen Bäumen einrichten. Zu groß ist die Gefahr, dass bei starkem Wind oder nach einem Sturm Äste herunterfallen. Untersuche daher bei Ankunft die Bäume in deiner Umgebung.

Eine schöne Übersicht zum nachhaltigen (Wild-)Campen hat unsere Kollegin Elisa von takeanadVANture erstellt: Das grüne Camping-Manifest

Was du im Gepäck haben solltest

Entscheidend ist außerdem, ob du nur für eine Nacht bleiben möchtest oder doch gleich für das ganze Wochenende dein Lager aufschlagen willst. Je nachdem brauchst du mehr oder weniger Proviant.

Zudem kommt es auch daran auf, ob du mit deinem Auto zu dem auserwählten Ort fährst oder mit dem Rucksack rüber wanderst. In deinem Fahrzeug lassen sich Habseligkeiten natürlich komfortabler transportieren und du kannst für das Frühstück in der Natur deine Campingstühle, den Campingtisch und einen Mini-Kühlschrank einpacken.

Bei der Wanderung mit dem Rucksack musst du Prioritäten setzen. Das bedeutet allerdings nicht, dass du auf deinem Abenteuer gänzlich auf Komfort verzichten musst. Wenn du beispielsweise einen Camping-Gaskocher im Gepäck hast, kannst du dir morgens deine Tasse Kaffee zubereiten.

Zu deiner Grundausrüstung sollte definitiv eine Taschenlampe, oder besser noch eine Stirnlampe gehören. Mit dieser kannst du freihändig deinen Schlafplatz einrichten. Nach dem Einrichten deines Schlafplatzes kannst du es dir unter dem Sternenhimmel mit deiner Thermoskanne gemütlich machen und den Klängen der Natur lauschen. 

Hier findest du eine ausführliche Packliste für Zelt-Reisen: Packliste fürs Zelten: Alles an Bord für den nächsten Campingurlaub

Mikro-Camping daheim

Natürlich kannst du auch einfach auf deinem Balkon, deiner Terrasse oder in deinem Garten die Nacht verbringen. Ob du die Schlafcouch auf den Balkon rückst oder doch im Zelt auf einem Trekkingplatz nächtigst, macht einen Unterschied.

Auf diese Weise schläfst du im Freien, verzichtest allerdings auf den Aufwand, den die Planung, Vorbereitung und Umsetzung mit sich bringt. Zudem brauchst du keine Abstriche hinsichtlich des Komforts zu machen und hast die Sanitäranlagen in unmittelbarer Nähe.

Ganz gleich, wo du am Ende draußen nächtigst – wir wünschen dir viel Spaß bei deinem kleinen Abenteuer!

Titelbild: © Jasmin Köchl | jasminkoechl.com

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