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10 Jahre Camping: Was sich wirklich verändert hat – mit Jenny & Lukas von der Camping‑App

Episode 323 · 01:46:16

Wir nehmen dich mit auf eine Zeitreise: Von unseren ersten, herrlich chaotischen Camping-Schritten bis zu den Trends von heute – gemeinsam mit Jenny und Lukas von der Camping‑App plaudern wir über Erfolge, Fails, Freiheiten und die großen Fragen: Buchen oder treiben lassen? Stellplatz, Campingplatz oder irgendwas dazwischen? Und warum uns Camping als Menschen verändert hat.

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Kurzzusammenfassung

  • 10 Jahre CamperStyle & 10+ Jahre Camping-App: Wie zwei Projekte „gemeinsam groß geworden“ sind – inkl. Blick hinter die Kulissen ihrer neuen Features wie Community & Spezial-Apps.

  • Erste Campingjahre: spontane Trips ab Frankfurt, Masuren-Roadtrip, dann 8 Wochen Norwegen – mit Haustieren im Camper und vielen Learnings.

  • Anfänger-Fails zum Schmunzeln (und Lernen): fehlende Adapter, kaputter Frostwächter, lausiger Wasserschlauch, Überladung, teure Gasfüllungen im Winter. Camping-Tipps: wie man es heute besser macht.

  • Stellplatzsuche früher vs. heute: Von gedruckten Führern zur App – warum spontane Übernachtungen schwieriger wurden und wie Buchungen helfen (oder nerven).

  • Entwicklung der Stellplatzlandschaft: mehr Vielfalt, aber auch mehr Schranken/App-Zugang. Camping-Car Park zwischen Rettungsanker und Monopolisierung – Pro & Contra aus der Praxis.

  • Markttrend „Alles wird feiner ausdifferenziert“: Luxusliner & Komfort auf der einen Seite, Minimalismus, Zelt, Hochdachkombi, Bikepacking auf der anderen. Vanlife wird durchlässiger.

  • Tourismus & Politik: Warum viele Regionen Camping erst jetzt als Tourismus begreifen – gute Beispiele u. a. Fränkische Schweiz und Halle (Saale).

  • Technik & Ausbauten: Boom der kleinen Ausbauer/Manufakturen; Qualität statt Billigkauf. Trockentrenntoiletten & Entsorgung – Pragmatismus statt Verbote.

  • Mit Tieren unterwegs: Katzen & Hunde im Camper – Gewöhnung, Routinen, Stressreduktion.

  • Persönlichkeits-Upgrade durch Camping: Weniger Konsum, kleinerer Raum genügt, mehr Offenheit, Community-Momente – und diese herrliche Unabhängigkeit.

  • Traumrouten: Amerikas, Zentralafrika, Mongolei, Russland (irgendwann), längere Reisen ohne Arbeitsdruck – und was Haustiere dabei bedeuten.

  • Ausblick: Wir sehen uns auf den Messen (Leipzig, CMT) – und bald gibt’s unsere gemeinsame Skandinavien-Folge zu Overtourism & Saisontrends.

Wie blickst du auf 10 Jahre Camping zurück – eher „Buchungsfuchs“ oder „Spontan-Nomade“? Erzähl uns von deinen größten Anfänger-Fails, deinen Stellplatz-Geheimtipps oder deinem Traumziel für die nächste große Tour.

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Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian und heute gucken wir mal zurück auf zehn Jahre Camping.

Und das tun wir nicht alleine, sondern mit unseren lieben Kollegen und ich würd auch sagen, mittlerweile Freunden Jenny und Lukas von der Camping-App. Wir hatten die beiden ja schon öfter zu Gast bei uns. Viele von euch dürften sie also bereits kennen und wir wollen heute mal 'n bisschen, ja, 'n bisschen plaudern einfach. Heute haben wir uns gar kein festes Thema gesetzt, sondern wir wollen einfach mal schauen, was, was hat sich bei uns so getan in den letzten zehn Jahren. Also sowohl die Camping-App als auch Camper Style gibt's ja jetzt genau zehn Jahre beziehungsweise zehneinhalb Jahre. Wir sind also fast 'n bisschen gemeinsam groß geworden und ja, wollen mal schauen, was, was ist so unser Blick aufs Camping? Wie ist unsere Geschichte mit dem Camping? Wie hat sich das vielleicht auch alles verändert? Und ja, wie ist so heute unsere Camping-Philosophie?

Aber bevor wir da einsteigen, stellt euch doch bitte noch mal kurz vor und erzählt mal den Hörerinnen und Hörern, die euch noch nicht kennen, was ihr alles macht. Das ist ja mittlerweile sehr viel und wo man euch findet.

Hallo, ihr beiden. Ähm, schön, dass wir hier sein dürfen.

Hallo.

Ähm, ja krass, zehn Jahre ist schon echt 'ne lange Zeit. Ähm, für die-- Also ich bin Jenny.

Ich bin Lukas.

Und für die, die uns noch nicht kennen, ähm, wir machen seit jetzt ja über zehn Jahren die Camping-App. Damals hieß sie noch Womo Stellplatz EU, jetzt Camping-App EU. Ähm, und wie du schon gesagt hast, Nele, mittlerweile ist das 'n bisschen mehr noch sogar, was wir machen. Ursprünglich 'ne einfache Stellplatz-Campingplatz, ähm, App, die wir entwickelt haben aus Eigenbedarf damals. Mittlerweile haben wir ein eigenes kleines, ähm, soziales Netzwerk für Camper integriert, die Camping-App Social. Und wir haben noch zwei weitere Apps, ähm, über die wir auch schon gesprochen haben: Die Nordcamp-App, ein Reiseführer mit Stellplatzführer für den nordischen Raum, also Skandinavien+ und noch die WellnessCamp, ähm, das ist eine, einfach 'n Thermenführer mit Stellplätzen in Deutschland.

Da fällt mir gerade ein, ähm, die Wellness-App, die, die könnten wir uns jetzt, wo wir den Winter über hier sind, auch mal holen und ausprobieren. Das war ja bisher nie so unser Thema, aber ist gerade mal so, hab ich gedacht, das wär eigentlich 'ne gute Idee. Ähm, wer die Folge zum Thema Geheimtipps Norwegen mit euch gehört hat, weiß ja, dass ihr mittlerweile in Norwegen auch lebt. Aber das war ja nicht immer so, sondern ihr habt ja in Deutschland beziehungsweise in Europa auch mit dem Campen angefangen, glaub ich, ne. Wie lange ist das jetzt her?

Ja, angefangen haben wir, ich glaub, 2013.

Mhm, würde ich auch sagen.

So was.

So wie wir.

Ja, wirklich. Äh, da haben wir in Frankfurt gewohnt und, ähm, wollten, also so klassisch, glaub ich, auch mal aus der Stadt raus und haben uns 'n alten Camper gekauft. Also ich meine, wir waren noch 'n paar Jahre zuvor, äh, zelten. Also das war, wo wir wirklich so ganz ursprünglich angefangen haben. Na ja, aber zelten ist halt zelten. Und deswegen haben wir uns ja auch mal 'n alten Camper gekauft. Und, äh, so, ja genau, aus Frankfurt heraus haben wir dann angefangen, Deutschland erst mal zu erkunden. Und na ja, ein paar europäische Länder, Nachbarländer.

Ja, dann haben wir auch das Campen mit Fahrzeug zeitgleich angefangen. Wir haben nämlich 2013 unseren ersten Wohnwagen bekommen, damals von meinen Eltern. Das war ja unser Hochzeitsgeschenk und das haben wir netterweise nicht erst im Dezember bekommen, als die Hochzeit anstand, sondern schon 'n halbes Jahr vorher. Meine Eltern haben da sehr drauf vertraut, dass wir auch tatsächlich heiraten werden. Und da sind wir dann auch direkt losgestartet. Da kommen wir ja gleich auch so dazu, wie unsere ersten Campingerlebnisse überhaupt waren und haben dann ja im, im nächsten Jahr 2014 direkt 'n halbjähriges Sabbatical genommen, um dann auch richtig reisen zu können mit dem Wohnwagen unter anderem. Und bei dir, Sebastian, wann, wann habt ihr noch mal gestartet? Ich weiß es nicht mehr.

Also mit dem Wohnmobil-Thema ging es 2016, '17 los. Ich bin grad nicht ganz, ganz sicher und davor waren wir auch eher Festivalzelter, würd ich sagen. Also primär haben wir eben auf Festivals gezeltet. Ich glaub, ich war mit meiner Frau auch einmal an der Ostsee auf 'm Campingplatz und ich war mit Kumpels mal irgendwie zelten, kann ich mich dunkel erinnern. Ähm, aber ja, so tatsächlich so das Richtige, ich weiß gar nicht, campen eben war's auch nicht, sondern eher so im Wohnmobil leben, das ging, glaub ich, 2016, so 2017 um die Gegend los.

Also du bist der Nachzügler hier in der Runde.

Ich bin das Küken, was, was sozusagen Dauer oder lange Camping angeht, ja.

Jetzt ist ja 'n, 'n großer Sprung zwischen, ja, wir gehen mal campen und finden das irgendwie ganz gut zu: Das ist so cool, dass wir das Ganze auch beruflich machen wollen. Wie, wie war das bei euch? Wann war so euer, sagen wir mal, Schlüsselmoment, wo ihr gedacht habt: Ja, okay, eigentlich ist das so auch das Leben, was wir gerne führen möchten.

Ja, ich glaub, so richtig diesen Moment gab's gar nicht. Wir sind da irgendwie so über die Zeit reingerutscht, würd ich sagen. Ähm, wir hatten uns eben diesen alten Camper gekauft und sind dann damit losgefahren, weil wir dachten irgendwie so völlig naiv, alles, was man zum Campen braucht, ist 'n Camper und dann läuft's auch. Und das war halt nicht so, weil wir waren da eben noch, ähm, berufstätig in Frankfurt. Wir hatten unseren Coworking Space und sind dann halt klassischerweise freitagabends losgekommen und dann fahr mal freitagabends irgendwo auf 'n Stellplatz, der von Frankfurt aus zu erreichen ist an einem Abend. Und dann stellst du eben fest, dass alles einfach voll ist, weil die Rentner schon am Mittwoch, äh, hinfahren konnten oder am Donnerstag und die anderen natürlich auch Bescheid wussten, wie's geht. Und Campingplätze eh schon zu haben die Uhrzeit. Also das war einfach, ähm, überhaupt gar nicht so, so leicht und dann haben wir auch gedacht, dass es so unpraktisch ist.

Ich mein, das kann man sich heute schwer vorstellen, aber damals war das meiste einfach in Buchform und mit Karten noch vorhanden, so als, äh, Campingführer. Da hat man da wild rumgeblättert, ähm, hat festgestellt, dass man doch mal in Erdkundeter aufpassen sollen, weil man gar keine Ahnung hatte, wo die ganzen Orte überhaupt liegen. Hat sich da wild orientiert, aber irgendwie war das alles nicht so, nicht so gut.

Ja, und dann kommt ja dazu, dass tatsächlich, als wir angefangen haben, die allermeisten Campingplätze entweder gar keine Website hatten oder auch bei Google oder ähnlichem gar nicht irgendwo auffindbar waren. Und wir haben uns auch am Anfang noch mit den gedruckten Führern rumgeschlagen. Und ich weiß auch, dass es viele Leute gibt, die da immer noch drauf schwören, aber ich muss ehrlich sagen, für mich ist es gar nix. Für mich ist es überhaupt nicht intuitiv, weil ich immer nie das finde, was ich brauche. Und das, was man ja beim spontanen Campen eigentlich am meisten braucht, ist zu sagen: „Ja, ich bin jetzt hier und ich möchte hier in der Nähe irgendwie mich für 'ne Nacht oder für länger hinstellen." Und das hast du halt mit den gedruckten Sachen gar nicht, weil da musste dann, musste man teilweise nach den Städtenamen fil-- also suchen, ähm, oder-

Ja, das ist ja zum Teil sind ja nach Postleitzahlen sortiert.

Wollte ich grade sagen, oder nach Postleitzahlen.

Das ist ja totaler Abort. Also es ist, ich glaub, es kommt 'n bisschen drauf an, wie man reist. Also wenn man tatsächlich, wenn man den Jahresurlaub plant und sagt: „Oh, ich fahr jetzt vielleicht zwei Campingplätze an in drei Wochen, die ich hab", oder: „Ich mach halt 'ne kleine Tour, drei Wochen und mach drei Aufenthalte an drei Orten."

Mhm.

Kann das funktionieren? Durchaus. Man weiß, wo man hinfährt, man hat 'n festen Plan. Aber sobald man 'n bisschen davon abrückt und so 'n bisschen spontaner, äh, fahren will, äh, pff, also für uns hat das überhaupt nicht funktioniert.

Ja. Ja, für uns auch nicht. Wir waren da teilweise ehrlich gesagt ziemlich verzweifelt.

Ja, genau. Und also so kamen wir halt dann dazu, weil Lukas eben programmieren kann und wir dann irgendwie gedacht haben, es muss ja irgendwie besser gehen, ähm, im Zeitalter. Ich mein, vor zehn Jahren gab's auch Google schon und es gab auch schon das Internet ziemlich gut ausgebaut, sodass es irgendwie für uns naheliegend war, da zu gucken, ob man das verbessern kann. Und so hat Lukas sich irgendwann nach so 'nem frustrierenden Wochenendtrip, äh, wo wir, glaub ich, in der Pfalz waren. Ich weiß gar nicht mehr genau. Ich glaub, da wollten wir auf 'n Weingut oder so fahren. Ähm, kam wir zurück und er meinte: „Ich setz mich jetzt dahin und versuch, das irgendwie mal selber zu machen." Und so sind wir dann irgendwie Schritt für Schritt da so reingerutscht. Ähm, als wir dann die App das erste Mal im Store hatten, was jetzt vor zehneinhalb Jahren war, haben wir halt festgestellt, dass irgendwie andere Leute das auch gut finden. Und, und so war dann irgendwie so, ja, der schrittweise Weg in, in Camping, die Camping-App als unser Beruf.

Aber das war nie so 'n Moment, glaub ich, wo wir gesagt haben: „Jetzt machen wir das ganz und voll und nur noch das." Also.

Aber ja. Nee, also, aber es ist witzig, weil man konnte damals 'ne Camping-App in den Store stellen mit irgendwie sechs, 700 Plätzen drin und die Leute haben das sich's runtergeladen und fanden's geil. Also das war's.

Mhm.

Heute unter 60.000 geht gar nichts.

Aber was ich, glaub ich, noch mal sagen würde bei uns, ist, dass, ähm, parallel zu diesem beruflich Hineinwachsen sind wir auch als Camper da mehr reingewachsen, weil das kam dann schon, dass man-- Also das eine hat das andere irgendwie befruchtet. Also dass mehr, mehr Spaß am Campen zu haben, als wir dann gelernt hatte, wie das halt geht und dass man eben nicht einfach nur losfahren muss immer, sondern irgendwie so 'n, so 'n bisschen auch 'n Überblick haben muss, wie das funktioniert und wo man noch hin kann, zu welchen Tages- und Nachtzeiten. Ähm, das hat dann mehr Spaß gemacht und dann hat auch, dann wurden auch mehr Trips zu so Recherchetrips. Also das hat sich dann auch kombiniert. Dann hat man gedacht, fährt man mal in die Gegend oder man hat über die Recherche zu Plätzen rausgefunden, dass es 'ne schöne Gegend gibt, in die man jetzt mal fährt. Und dann wurden wir halt auch mehr zu so intensiveren Campern, wo das nicht nur so 'n Jahresurlaub oder Wochenende war, sondern eigentlich jede Gelegenheit, äh, hat sich dann geboten und dann haben wir auch aufgehört, irgendwie andere Arten von Urlaub zu machen.

Oder Urlaub. Also ich weiß gar nicht, was Urlaub ist, aber so reisen.

Ja. Ja, also wir sind richtig voll rein gestartet. Also bei uns gab's die Übergangsphase nicht so wirklich. Wir haben den Wohnwagen bekommen, sind dann auch direkt vom Händler sozusagen auf 'n Campingplatz gefahren. Da hab ich ja schon mal in unserer Anfänger, ähm, wie haben wir's genannt, Anfängerfehler-Folge ausführlich drüber berichtet, was da alles nicht geklappt hat und was wir alles nicht dabei hatten. Und dann hat uns das wirklich auch gar nicht mehr losgelassen. Also das war dann so, dass, dass wir gesagt haben: „Ja, das ist eigentlich die Urlaubsform oder die Reiseform, die wir haben möchten", weil wir nie so richtig Hotel- oder, ähm, oder Hosteltypen waren. Das haben wir dann auch später noch mal bestätigt bekommen bei 'ner, äh, dreimonatigen Rucksackreise durch, durch Mexiko, wo wir uns dann teilweise auch hätten Zimmer mit Menschen teilen müssen, mit fremden Menschen.

Und das ist für mich halt wirklich-- Also ich glaub, mein Mann, der könnte das noch eher, aber für mich ist das halt gar nix und das fand ich immer so schön am Wohnwagen oder auch an Wohnmobilen, dass du halt einfach deinen eigenen Bereich, deine Privatsphäre bis zu 'nem gewissen Punkt hast, dass du deine eigenen Sachen hast, dass du nicht dann in irgendwelchen fragwürdigen Betten schlafen musst, wo entweder, ähm, Plastik, Plastikbettlaken drauf sind oder, oder sonst was, Hinterlassenschaften noch von irgendwelchen, ähm, Vormietern sozusagen, sondern wo du halt einfach in deinem eigenen Bett und in deinem eigenen Bad lebst so.

Ja, ich finde, für uns ging noch, äh, wir haben dann mit Eltern und so weiter, ähm, Reisen mit so Ferienwohnungen gemacht. Das find ich echt noch okay. Also das könnten wir noch und wir machen halt wenig Urlaub, aber ansonsten, das wär auch schon 'ne Form, die ich mir immer noch vorstellen könnte. Aber das, also mit anderen Leuten im Zimmer, bin ich zu alt für.

Aber mir ist da grad eingefallen, Nele, als du das erzählt hast, ähm, ich glaub, für mich war so 'n bisschen der Schlüsselmoment und ich glaube, auch danach haben wir tatsächlich angefangen, nach 'nem Wohnmobil zu suchen. Wir waren in Südtirol zum Snowboard fahren und wir waren in 'nem wirklich schnuckeligen Hotel und da war Frühstück inklusive und wir sind morgens ans Frühstücksbuffet und wir sind eh schon nicht so die Frühaufsteher, waren aber relativ früh dran, weil wir wollten snowboarden. Und also da war einfach so 'ne Truppe von jungen Männern, würd ich jetzt mal sagen, die einfach das Buffet überfallen haben in einer Lautstärke und Art und Weise und wir so vorm ersten Kaffee. Das war so, also das war so alles andere als Urlaub, dass wir irgendwie gesagt haben: „Okay, das ist irgendwie die Idee, so im Hotel zu übernachten, ist ganz toll, aber irgendwie so richtig ist es nicht unseres und ach, wie wär's denn mit 'nem Wohnmobil?"

Und da, ich glaube, das war so 'n Schlüsselmoment für mich, wo ich auch gesagt hab: „So eigentlich so 'n bisschen weniger Menschen, so morgens und abends um mich rum ist auch nicht schlecht."

Ja, und auch, dass man nicht schon drüber nachdenken muss, was, was zieh ich 'n jetzt schon wieder an da, um irgendwie zum Frühstück zu gehen und nicht, äh, 'ne Spende in meinen Kaffeebecher geworfen zu bekommen. Und das find ich halt so schön, dass auf 'm Campingplatz ist es einfach wurscht, ne. Dat, äh, stehst du halt auf und gehst auch mal ungeduscht irgendwie an den Frühstückstisch.

Ja, ja klar. Oder du hast halt alles dabei. Du bist, also musst ja gar nicht mehr aus'm Auto raus, wenn du nicht willst.

Und natürlich, was ich auch total wichtig finde, wir hatten euch ja auch schon in einer Podcast-Folge zum Thema Camping mit Katzen. Äh, ihr habt ja auch genauso wie wir alle Anhang dabei, der in Hotels auch nicht immer so gerne gesehen ist, beziehungsweise manchmal auch sehr viel extra kostet. Das spielt ja auch noch 'ne Rolle, ne, dass man beim Camping halt die, die Tierchen einfach mitnehmen kann.

Ja, die Pixie stimmt dir grad zu. Die quiekt hier.

Ja, ich hör's.

Ähm, ja, auf jeden Fall und vor allen Dingen bei Katzen ist es noch mal das Spezielle, selbst wenn du's dürftest. Also es gibt wenig, ähm, Hotels, die überhaupt das explizit erwähnen oder anbieten. Aber für so 'ne Katze ist so für ein, zwei Nächte so 'n Raumwechsel auch eher stressig. Also das ist dann nicht so, die, die mag das dann nicht so. Also das würde schon gehen, aber es ist immer entspannter, ähm, im Wohnmobil zu bleiben, weil das ist ihr Zuhause. Das kennt sie, da weiß sie, wo was ist und da sind auch wir und, äh, das würden wir auch nicht antun wollen, grade weil wir eben selten länger an einem Ort bleiben. Wenn man dann alle zwei Tage woanders ist, dann sind das halt sehr, sehr viele Ortswechsel und das muss man dem Tierchen ja nicht antun.

Ja.

Ja.

Ja, das stresst auch ja Hunde genauso. Also da ist es nicht viel anders. Ich glaub, die sind noch 'n bisschen entspannter, weil die mehr menschenbezogen sind. Also gibt auch Katzen, die sehr menschenbezogen sind, aber bei Hunden ist ja meistens 'n bisschen mehr und damit kommen die noch ein wenig besser damit klar. Aber nichtsdestotrotz stresst sie das genauso und, äh, das war eigentlich auch... Gut, bei uns ist der Hund halt erst danach eingezogen. Also den oder die Hunde haben wir eher erst aufgelesen, als wir dann unterwegs waren. Gestartet sind wir ja irgendwann mal ohne Haustiere beziehungsweise haben wir halt, ja, gewartet, bis unsere Katzen gestorben sind. Das klingt 'n bisschen falsch, aber die waren einfach alt und ist halt leider irgendwann so der Punkt. Und da, und als die dann quasi gestorben sind, war das ja für uns so der Punkt des Aufbruchs, wo wir dann gesagt haben: „Okay, jetzt, jetzt haben wir eben nichts mehr, was uns hier an die Wohnung bindet", und sind dann halt losgezogen.

Ja. Ja, wir hatten ja das Glück, dass wir unsere oder Glück, na ja, wir haben die halt von vornherein gleich mitgenommen und die, also als die ganz klein waren, als wir sie bekommen haben und das war die Hölle. Aber die haben sich dran gewöhnt, sie haben sich, ja, also ganz junge Katzen, das ist, also da muss man wirklich viel, viel Leid erst mal ertragen, 'n paar Monate lang. Äh, aber dann, es lohnt sich auf jeden Fall. Also für uns hat sich's auf jeden Fall gelohnt.

Also ich kann dir sagen, ähm, Welpen waren auf fünf Quadratmetern ist jetzt auch nicht vergnügungssteuerpflichtig. Ähm, das ist manchmal, war auch, war auch teilweise 'n bisschen schwierig und dann hast du ja auch diese Temperaturschwankungen, ne. Dann musst du auch immer gucken, ist's dem Tier nicht zu kalt, ist's dem Tier nicht zu warm und so weiter. Das machen wir natürlich immer noch, aber es ist was anderes bei 'nem Jungtier, was ja auch noch nicht, ähm, sein Immunsystem voll ausgebildet hat und so weiter. Das war auch teilweise so, dass wir gesagt haben: „Oh, hoffentlich ist jetzt bald diese sensible Phase vorbei, dass man dann so ins zumindest in die Pubertät starten kann." Ähm, aber es, ja, es geht alles und wenn man die Tiere halt rechtzeitig dran gewöhnt, dann machen die das ja auch meistens mit.

Ja.

Ja, zum Glück.

Mhm.

Ja.

Ja, das, ich merke die ganze Zeit auch, dass, dass ich ja mit meiner Frau gar nicht so die, die Camper waren und dass wir das eigentlich auch nie so richtig als Camping bezeichnet haben, sondern wir haben halt ja irgendwann aus Versehen das Wohnmobil gekauft und sind halt einfach eingezogen, sind halt damit rumgereist. Ähm, und f-ich, so für uns war das eher so Mittel und Zweck, äh, Mittel zum Zweck damals. Aber was mich noch interessieren würde, wo ihr denn so unterwegs seid oder wo ihr am Anfang unterwegs wart. Also bei dir, Nele, weiß ich's ja, aber vielleicht die Zörer nicht. Das können wir gleich noch mal erzählen. Aber wie, wie habt ihr angefangen? Also du hast ja schon gesagt oder ihr habt ja schon gesagt, aufm Stellplatz wart ihr am Anfang. S-seid ihr eher auf Stellplätzen, eher auf Campingplätzen, eher ganz woanders oder kommt das immer ganz drauf an?

Ja, also wir haben angefangen tatsächlich mit so kurzen Trips. Wir haben sogar mal so nur einen Tagestrip gemacht an den Main, einfach von Frankfurt aus. Ähm, und haben uns da so 'n bisschen rangetastet, auch so 'n bisschen zu gucken, wie das so ist, was kann man damit so machen. Und dann waren wir aber schnell, ähm, also einmal waren wir auf 'nem Campingplatz und haben festgestellt, dass wir wirklich gar keine Ahnung haben, weil wir kamen-

Das war wirklich einer der ganz, also der aller, ich glaub, das war sogar der erste Trip oder so. Also da hatten wir ja nicht mal Kabel dabei.

Ja genau, also wir sind da hingefahren und die Schranke war natürlich zu und dann haben wir gedacht, Strom gibt's schon irgendwie, hatten aber keine Adapter und kein Kabel und sind dann da irgendwie so in die Rezeption, so: „Äh, hallo, ähm, bitte." Ja, da ist man natürlich besonders hilfreich. Das war dann auch schon so 'ne nette Erfahrung.

Aber die hatten 'n Kabel dabei, also die hatten Adapter, die konnten die uns geben. Da hat sich wahrscheinlich gedacht: „Mann, was für Idioten", aber es hat geklappt.

Es hat geklappt und dann waren wir relativ schnell, ähm, ja, das war sogar im ersten Jahr war das, da haben wir 'n längeren Trip nach Polen gemacht, mit meinem Vater sogar, den wir mitgenommen.

Ja, Masuren, ne?

Masuren. Und das war ganz, das war 'n bisschen dramatisch sogar noch, weil da hatten wir kurz davor sind die Kätzchen bei uns eingezogen und wir hatten das alles eigentlich so geplant, dass das hinhauen wird und haben dann festgestellt, dass es genau mit der Tollwutimpfung bei Jungkatzen nicht ging, dass wir über die Grenze durften. Und dann hab ich, ähm, In, in Tränen stand ich dann zu Hause und hab dann zum Glück 'ne Nachbarin gefunden, haben wir gefunden, die dann auf die Katzen aufgepasst hat. Aber das war schon fies. Drei Wochen Katzen neu, durften nicht mit. Wir hatten eigentlich gedacht, dass es geht, aber wir haben uns da um 'n paar Tage verrechnet, weil wir auch nicht wussten, wann die Katzen geboren wurden. Das ist alles-

Oh Shit.

Genau. Aber dann haben wir diesen dreiwöchigen Trip nach, äh, Masuren gemacht und ja, das war super. Also das war schon sehr, ähm, also es hat einfach noch mal bestätigt, wie, wie cool diese Urlaubsform für uns ist, dass das genau unsere Geschwindigkeit ist des Reisens, das Naturnahe, dass man aber auch die Möglichkeit hat, in die Städte zu fahren und also einfach diese Flexibilität, eben nicht planen zu müssen, mit Laune und Wetter zu fahren und, ähm, das war einfach also super, ja.

Ja, da hatten wir auch, glaub ich, viel Glück, weil es war schon September, mein ich, oder Anfang September.

Mhm, es war September.

Äh, wir hatten aber 'n mega Wetter und, ähm, damals war das ja auch noch nicht so turbo wie heute. Ähm, und man konnte wirklich auf kleinen Höfen dann einfach irgendwo also alleine auf 'ner Wiese stehen, irgendwo am Fluss, am See.

Mit 'nem Zelt.

Da waren Pferde, die uns permanent um uns herumgelaufen sind-

Süß

... und so. Also das war schon-- Und ja, eben auch die Möglichkeit, dann auch mal in eine Stadt zu fahren. Und wir sind halt gerne in Städten und, äh, gucken uns gerne Städte an und, äh, da hat einfach alles gepasst. Äh, und ich glaub, das hat uns dann wirklich, das war so der Trip, wo, wo wir so 'n bisschen angefixt wurden und gesagt haben: „So, das ist einfach geil." Ja.

Ja. Und das da hat uns auch den, den Mut gemacht, irgendwie längere Reisen zu machen. Also von diesen Wochenendtrips oder mal vielleicht 'ne Woche dann länger zu fahren. Wir waren dann im Sommer drauf, waren wir zum ersten Mal in Norwegen und ich meine, da waren wir sogar schon gleich acht Wochen da, weil das-

Krass.

Da hatten wir, ähm, einer unserer Coworker hat den Coworking Space für uns gemanagt in der Sommerzeit. Da ist ja eh durch die Sommerferien bisschen weniger los gewesen, auch so mit Veranstaltungen und so. Und ich hab da schon nebenher promoviert und, ähm, hatte eben auch dann über den Sommer viel zu tun, also lesen und schreiben und so. Und da war das eigentlich total gut. Und dann sind wir einfach losgefahren und waren noch nie, ähm, mit dem Wohnmobil in Skandinavien, ja, gewesen und sind einfach losgefahren ohne Plan.

Ja, und so relativ weit in Norden, ne?

Ziemlich weit in Norden, genau. Und, ähm, ja, haben dann so 'ne Mischung aus Arbeiten und Reisen schon gemacht und dann halt eben über zwei Monate, ja.

Ja.

Das war, glaub ich, auch die Reise, wo ihr euch dann in Norwegen verliebt habt, ne?

Ja.

Ja, das war mit Sicherheit nicht so, also das, ja, eine der Reisen definitiv. Ja.

Wir kamen dann ja wieder und haben uns dann eben auch entschieden, die Sprache zu lernen und haben uns dann eben als Gast hörer eingeschrieben an der Uni und haben da 'n Sprachkurs gemacht. Damals aber wirklich nicht mit der Absicht auszuwandern, sondern wirklich nur, weil wir gedacht haben, das ist so 'n schönes Land, das hat uns so gut gefallen, da werden wir sicherlich häufiger hinfahren. Und dann war das einfach auch für uns beide was, ähm, Schönes nebenher zu tun, so als Hobby. Wir haben nicht so viele andere Hobbys außer essen und trinken gehen und reisen. Ähm, und da war das einfach auch 'ne schöne Beschäftigung und dann hat sich das irgendwie alles so ergeben und wir sind ja dann jedes Jahr nach Norwegen gefahren.

Ja.

Also da verlinken wir euch die Folge auch noch mal in den Show Notes, die wir da mal zusammen aufgenommen hatten, hier bei uns zu Hause am, am Esstisch. Das war so interessant, was ihr da alles erzählt habt, weil ihr natürlich da die ganzen, ähm, ja, Insider-Infos uns gegeben habt. Aber mich würde jetzt noch mal interessieren, so ganz klassisch: Ihr habt ja vorhin schon gesagt, ihr hattet nicht mal 'n Kabel und bei uns war's ähnlich. Also wenn man, wenn man sich heute anschaut, wie die meisten Leute gut vorbereitet sind, da hätten wir uns ja wirklich 'ne Scheibe abschneiden können. Also wir, wir waren auch ähnlich wie ihr halt so völlig-- Ja, wir haben uns beim Händler noch 'ne sauteure Kabeltrommel aufschwatzen lassen. Also ich glaub nicht, dass sie so viel Geld hätte kosten müssen, auch wenn das natürlich der richtige Kabelquerschnitt war und so weiter.

Aber ich glaub, wir haben damals schon vor, vor zwölf Jahren irgendwie 140 Euro oder so dafür berappt. Das war schon ordentlich. Was-- Wie war das denn bei euch so? Wie, wie seid ihr gestartet? Was waren so eure, eure größten Fails, äh, die ersten Male, also die so aufgetreten sind? Und wer, wer war vor allem verantwortlich für die meisten Anfängerfehler bei euch? Da möchte sich keiner äußern.

Niemand.

Niemand.

Äh, ja, dann fangen wir mal an. Also ja, also wir haben erst mal, wie gesagt, uns hat die Ausstattung gefehlt. Also wir hatten 'ne Kabeltrommel, wir hatten aber keine Adapter. Ähm-

Wir hatten 'n richtig schlechten Wasserschlauch.

Ja. Und, äh, vom Truma, dieser Frostwächter war kaputt. Das haben wir auch erst festgestellt, als wir auf'm Campingplatz standen und da Wasser reingefüllt haben. Das ging dann einfach nicht, ne. Der war dann einfach, der ging immer auf einfach und den mussten wir dann noch mal neu bestellen, aber das war ein altes Ding. Das war damals schon acht, weiß gar nicht. Das war Baujahr '94, so 'n alter Hymer.

War schon 20 Jahre alt, ja.

Ja. Ähm, ja, aber ansonsten, ja, ich bin 'n paar Mal rückwärts vor irgendwelche Dinge gefahren, weil wir zum Glück vorher 'ne Kamera eingebaut hatten.

Natürlich, weil die, natürlich, weil die Jenny dich nicht richtig eingewiesen hat.

Das hab ich gar nicht versucht.

Wirklich gar nicht, gar nicht. Also das war so, da ist-- Nee, wir saßen beide im Auto und dann so einparken. Nie schlimm, aber halt so beim Rangieren auf 'm Campingplatz, das war schon, das war schon so 'ne Tradition quasi. Und ja.

Ich glaub, ein Fail, der uns aber erst viele Jahre später aufgefallen ist, ist, ich glaub, wir waren von Anfang an einfach fundamental überladen.

Ja, ähm, hier auch.

Weil das Auto war auch schon eh schwer. Also das war noch so, das war super gut. Also die Schränke und das war alles noch ori-original, aber das sind die schwere Holz. Wir hatten 'ne Dachbox oben drauf, die wir dann, ähm, äh, abgemacht haben später und so. Und wir hatten das Auto natürlich auch, das war unheimlich viel Stauraum in den Sitzen und so und hier und da. Und dann hat man auch ganz viele Sachen dabei. Wir haben uns nie gewogen, aber ich weiß, als wir das Auto verkauft haben und ausgeräumt haben, dass uns aufgefallen ist, dass da doch 'ne ganze Menge Zeug drin ist, die da wahrscheinlich uns leicht über die zulässige, äh, Gewichtsgrenze gebracht hat. Und das ist natürlich schon so 'n Fail. Also ich mein, da sollte man dran denken und ich glaube, das ist auch heute nicht besser geworden mit den Fahrzeugen, die so wenig Zuladung haben teilweise und dann kriegt man das ganze Zubehör noch aufgeschwatzt oder hat noch eigene Sachen. Und am Ende kommen die Tiere mit rein und man selber.

Und na ja, also auf jeden Fall, ich glaub, das war so 'n Fail, der wirklich nich uns bewusst war, aber das hätte natürlich auch mal zu Problemen führen können. Hat es glücklicherweise nich. Aber, äh, ja, das war schon...

Mhm.

Sonst so richtige Sachen war bei uns eher tatsächlich das Thema so Stellplatz suchen, würd ich sagen. Weil wir da einfach so blauäugig rangegangen sind und ich weiß nicht, wie oft wir irgendwie um 23 Uhr noch sieben Stellplätze angefahren sind-... weil alles halt voll war, weil man gedacht hat: „Ach, guck mal, der schöne idyllische Stellplatz bei 'nem Weingut, da ist bestimmt noch Platz für uns. Die haben bestimmt auf uns gewartet." Und das war natürlich nie so. Das ist uns wirklich häufiger passiert.

Ja.

Ähm, aber ansonsten so beim Campen selber. Ich weiß, wir hatten einmal-- Wir hatten so 'n Vorzelt noch mit dabei, das man in die Markise so einfahren, einschieben konnte. Das hatten wir vom Vorbesitzer mitgenommen und waren dann wirklich, es war saukalt in Südtirol. Haben das dann irgendwie so aufgebaut und also dümmer hätte man sich, glaub ich, nicht anstellen können. Wir haben das auch nur einmal gemacht und's dann verkauft.

Ja. Aber wir hatten auch keine Anleitung. Das war-- Also was da nich so smart war, äh, da war's wirklich kalt. Es waren also sogar für südtirole Verhältnisse, würd ich sagen, es waren bestimmt minus acht, minus zehn Grad immer nachts. Äh, und dann haben wir festgestellt, so 'ne Gasflasche, wenn man heizt und es schön warm im Auto haben will, nur zwei Tage.

Ja. Ja, genau.

Und dass die sehr teuer sind in so touristischen Gegenden.

Damals, keine Ahnung, über zehn Jahren hat die dann so 40 Euro gekostet auf dem Campingplatz einmal füllen. Und ja, da das ja. Seitdem haben wir Heizlüfter gelernt.

Genau.

Und so Sachen.

Also, also zum Vergleich, wenn ich mich richtig erinnere, war damals die Füllung so der Normalpreis irgendwas die 18, 20 Euro, ne. Also die hatten-- Die haben euch dann eben mal das Doppelte aus den Rippen gelatzt.

Ja, ich glaub, es war noch weniger damals.

Noch weniger.

Ja, auch, auch auf jeden Fall.

Ist grade so 'n bisschen wie Oma und Opa erzählen vom Krieg, ne. Ja damals, da hat die Gasflasche ja noch 18 Euro gekostet.

Genau.

Und wir hatten ja nix und wir hatten ja wirklich nix.

Nee.

Wir hatten ja auch wirklich keine Informationen, ne. Was ihr grade angesprochen hattet mit überladen sein und so weiter. Das war ja bei uns auch total krass. Wir sind ja, hab ich schon, hab ich schon mehrfach erzählt hier, glaub ich, aber wir sind ja 14.000 Kilometer durch Europa mit, ähm, 150 Kilo Stützlast gewackelt, weil wir's halt nicht besser wussten. Also zum Vergleich, wir durften 80.

Ja.

Und-

Kamen wir hin.

Und die Überladung, die war auch krass. Das erinner ich jetzt nicht mehr genau, wie viel das war damals. Aber, ähm, weil's halt damals diese ganzen Infoportale, wozu wir uns ja auch zählen, einfach noch nicht gab, wo man mal schnell sich 'n Überblick verschaffen konnte, welche Regelungen gelten, worauf muss ich achten, auch schon vielleicht beim Kauf eines Fahrzeugs. Sebastian hat hier ja auch schon oft die Geschichte gebracht, wie Sie aus Versehen zu Ihrem, ähm, ersten Wohnmobil gekommen sind. Und bei uns war's auch so, ich hatt mir ausgemalt, wie der Grundriss sein soll und dann wurde das Fahrzeug so, wie's wollte, irgendwann angeboten und dann hab ich meinen Mann morgens um sieben, äh, vom Ruhrgebiet nach Hannover gehetzt, um den Wohnwagen zu kaufen und den haben wir dann auch direkt mitgenommen ohne irgendwas, ne. Also das, das war irgendwie ganz anders und, und ich hab das Gefühl, jetzt auch durch die vielen, ähm, Blogs und Magazine und auch YouTube-Videos und Podcasts und so weiter sind die Leute viel, viel besser vorbereitet.

Gott sei Dank, weil das ist ja auch gefährlich, ne, wenn man da irgendwie so Mist baut.

Ja, auf jeden Fall. Wobei heute ist, glaub ich, das Problem 'n anderes, dass man eben, deshalb ist es so gut, dass es euch gibt, ähm, und wir empfehlen euch deswegen ja auch so gerne, aber es gibt einfach so viele Informationen, die einfach auch nicht mehr stimmen oder veraltet sind oder, ähm, die Länder haben unterschiedliche Regelungen und dann gilt das eine hier und das andere da. Und dann ist man, ich mein, das kennen wir auch hier, man ist schwuppdiwupp mal irgendwie über 'ne Landesgrenze gefahren und, ähm, dann gelten auf einmal andere Regelungen und so. Das ist schon wichtig, da sich schlau zu machen. Das ist halt auch teuer und gefährlich natürlich, ne.

Ja. Und es gibt auch so viele Informationen mittlerweile. Das macht's ja an manchen Stellen auch nicht einfacher.

Ja. Und was auch, äh, 'n Thema ist, dass natürlich auch das ganze Thema Camping immer komplexer wird, ne. Also die Technik wird immer komplexer. Es gibt immer mehr und feiner ausdifferenzierte, ähm, Fahrzeugtypen, Grundrisse, Ausstattungsmerkmale, ähm, Zubehör und so weiter. Und das ist ja für uns schon manchmal, obwohl wir jetzt wie gesagt das Ganze seit zehn Jahren machen und auch in der Branche wirklich genauso wie ihr gut vernetzt sind, ist es manchmal echt schwer, den Überblick zu behalten. Und da denk ich immer: Wie soll das 'n Einsteiger leisten? Wenn ich manchmal mich mit, mit Anfängern so im Bekanntenkreis unterhalte, die mich halt dann fragen, weil die wissen, was ich beruflich mache: „Ja, was, was-- Ich möcht mir 'n Campingfahrzeug kaufen, worauf muss ich denn da achten?" und so weiter.

Ja.

Dann merk ich manchmal, dass sie nach 'm ersten Gespräch eigentlich so weit sind, dass sie sagen: „Nee, ich hab keinen Bock mehr. Ich möcht eigentlich nix mehr machen mit Camping."

Ja.

Ferienwohnungen.

Ja, das stimmt schon. Das ist aber auch-- Also ich weiß nich, ob das so 'ne Wahrnehmungssache aber ist, ne. Also was ich so gemerkt hab, ist, ähm, irgendwie geht das ja alles so 'n bisschen in Zyklen. Also ich glaub, als wir angefangen haben, haben wir eben gesagt, das ist alles ganz einfach. Dann kam irgendwie so 'n Campingboom, schon mal so 'n erster oder so 'n, so 'n bisschen, dass es zugenommen hat. Ähm, das hatte auch damals was, glaub ich, mit den Preisen zu tun. Es wurde auf einmal irgendwie bezahlbarer eine Zeit lang. Das kann man sich gar nicht vorstellen, aber vor Corona gab's ja unheimlich viel auf dem Gebrauchtmarkt auch.

Ja.

Wo man eben als Einsteiger relativ leicht dazu kam, so wie wir ja auch.

Wir haben ja 10.000 Euro für das Ding bezahlt.

Ja.

Der war ja top in Ordnung. Also mit-- Also wirklich, der war alt, aber sehr, sehr gepflegt und war 'n Top-Auto. Also es war 'n Alkoventeil, der hat 'n schwachen Motor so 'n bisschen, aber der war top für 10.000.

Ich glaub, 15 haben wir bezahlt. Wir haben für zehn dann noch verkauft 'n paar Jahre später. Aber, äh, also auf jeden Fall war das eben der Einstieg war dann irgendwie einfacher, finanziell gesehen. Und viele Leute, die vielleicht auch so das Dauercampen oder so was kannten von den Großeltern, dann gesagt haben: „Och, das war ja immer gar nicht so schlecht. Ich versuch das mal." Und dann haben das mehr Leute gemacht und dann haben sich auf einmal ganz viele Sachen auch entwickelt. Also unsere App, euer, euer, ähm, Camper Style D und so weiter. Also es kamen ja dann viele Sachen, die versucht haben, das Camperleben wieder 'n bisschen einfacher zu machen, auch was Zubehör angeht und so. Und dann aber irgendwann durch den großen Boom hab ich das Gefühl, wurd es dann wieder so wahnsinnig komplex.

Mhm.

Und jetzt aktuell aber hab ich 'n bisschen den Eindruck, dass man das zwar versucht irgendwie spannend zu halten, aber dass es irgendwie auch 'n bisschen einfacher wieder geworden ist. Also ich weiß nicht. Ich finde auf dem Markt so, wenn man guckt, nicht nur was Fahrzeuge angeht, aber auch so Zubehör und so, dass doch viele Sachen irgendwie wieder so 'n bisschen 'n Schritt zurückgehen. Also man findet immer natürlich immer noch irgendwelche Hightech-Sachen, irgendwelche tollen Gadgets, irgendwelche fancy Dinge am Fahrzeugbau oder so, aber es gibt halt auch wieder Sachen, die 'n bisschen ursprünglicher vielleicht sind, wo man tatsächlich nur losfahren muss und campen kann. Ich weiß es nicht. Also ich hab das Gefühl, das ist so 'ne Parallelentwicklung. Das seh ich zumindest auch bei den Nutzern von, von unserer App, dass du hast natürlich da wirklich die Leute, die, ich weiß nicht, 100.000, 150.000 Euro in ihr Fahrzeug stecken, aber du hast eben auch ganz viele, die wirklich sich wieder was Gebrauchtes kaufen, weil's die jetzt auch wieder gibt, ähm-

Ja

... ein altes Mietfahrzeug dann übernehmen und so und das irgendwie so 'n bisschen lockerer wieder angehen. Ich find das eigentlich ganz spannend, ja.

Also ich, ich nehme 'ne zunehmende Ausdifferenzierung wahr auf dem Markt. Also dass es sowohl immer weiter sich in den Luxusbereich verästelt, auch selbst bei normalen Fahrzeugen, also bei, ich sag jetzt mal, ganz normalen Wohnwagen, Wohnmobilen, nicht jetzt nur im Luxusliner-Bereich. Ähm, und auf der anderen Seite auch, dass es halt wieder diese, diese Entwicklung hin zur Einfachheit gibt, also mit Dachzelt, mit ausgebauten, ähm, Caddies und also, ne, VW Caddy oder ähnliche Hochdachkombis, wo die Leute wirklich unter sehr einfachen Bedingungen campen. Ich bin nur immer nicht so ganz sicher, auch, ähm, bei dem, was auf 'm Markt angeboten wird zurzeit, ob diese Vereinfachung wirklich dem Trend geschuldet ist oder ob die da nicht 'n bisschen auch aus der Not eine Tugend machen, weil die auch Geld sparen wollen.

Also dass dann halt auch Fahrzeuge angeboten werden, in denen nicht viel drin ist und es wird einem dann so verkauft in Richtung: „Ja, und wir wollen hier wieder back to the roots", und so weiter. Und eigentlich ist es aber eher 'n Kostenthema vielleicht. Das ist jetzt aber nur meine Spekulation, ne.

Also vermutlich, ich glaub schon, also wir hatten ja vor 'n paar Jahren 'n extremen Preisanstieg, äh, und ich glaub, das hat schon viele Leute dazu bewogen, auch einfach zu sagen: „Okay, ich Microcamper oder irgendwas ganz Einfach ausgebautes." Ich glaub schon, dass das 'n Teil ist. Auf der anderen Seite muss man auch sagen, äh, dass sich zum Beispiel die Stellplatzlandschaft eher in die entgegengesetzte Richtung entwickelt.

Mhm.

Das ist so unser Gefühl. Es wird alles, äh, 'n bisschen fancier. Also das ist, äh, krasseste Beispiel wahrscheinlich die Entwicklung in Frankreich, wo man ganz einfache Camping Municipal hatte und 'nen ganz einfachen Stellplatz mit 'ner, äh, VE-Station und heute vieles halt von Camping Carpark zum Beispiel übernommen wird-

Ja

... wo dann auch man nur mit 'ner App draufkommt und 'n, 'ne Schranke und keine Ahnung, alles Hightech, mehr Ausstattung. Also ich hab das Gefühl, im Stellplatzbereich hat sich da mehr, also das entwickelt sich eher zum Komplexeren. Das Schöne ist, dass es viel mehr Arten von Stellplätzen gibt als vor zehn Jahren noch. Also das ist 'n Wahnsinn, was sich da getan hat.

Mhm.

Äh, und bei Fahrzeugen ja vermutlich auch aus der Not heraus, äh, zum Teil auch einfacher geworden ist. Das stimmt.

Aber ich glaube, was du gesagt hast, Nele, eben mit dieser Vielfalt, das ist schon auch noch mal 'ne Sache, die, glaub ich, aus verschiedenen Richtungen kommt. Also wir haben ja zum Beispiel, wir sind ja eine der wenigen Apps, die sich auch explizit an Zelter richtet, ja. Und also zum Beispiel die Zunahme an Fahrrad- und Motorradzeltern, ähm, ich glaube, die ist nicht nur irgendwie finanziell 'ner Situation geschuldet, sondern einfach auch, weil das eben wieder das, ähm, Naturnahe ist. Also grade auch zum Beispiel so in Skandinavien, die Motorradfahrer mit Zelten, die dann zur Not, wenn's Wetter richtig fies ist, in 'ne Hütte gehen oder so. Das ist einfach auch 'n Lebensgefühl. Also das ist jetzt nicht nur so, weil das billiger ist, als 'n Wohnmobil zu kaufen, sondern weil man eben anders reist. Genauso mit den, ähm, Radzeltern zum Beispiel. Da in Holland unfassbar viele ältere Pärchen, die sich einfach 'n ziemlich cooles Zelt gekauft haben und dann eben wirklich damit durch die Gegend fahren.

Haben wir schon in Schweden und Norwegen auch gesehen.

Mhm.

Und, ähm, ich glaube auch nicht, dass es da immer nur, ähm, so 'n wirtschaftliches Thema ist, sondern ich glaube, das sind eben diese verschiedenen Richtungen. Also wirklich die naturnahen, vielleicht das Aktivsein kombinieren mit dem Hobby Camping. Ähm, und natürlich, was, was ihr gesagt habt, ihr beide jetzt auch dieses, dieses Luxussegment oder dieses, ähm, höherer Standard und so, ähm, dass das so 'ne Parallelentwicklung ist. Und da fand ich zum Beispiel ganz interessant, ich hatte mich jetzt auf einer Messe unterhalten mit, ähm, einem Stellplatzbetreiber aus den Niederlanden und die haben grade unheimlich viel Geld in Privatbäder investiert. Und dann hab ich mal so gefragt: „So ist das wirklich die, die Nachfrage?" Und er hat gemeint: „Nein, aber bei uns ist es einfach so: Wir haben viele Leute, die mindestens eine Woche bleiben. Und wenn wir den Leuten 'n Privatbad vermieten gegen 'nen kleinen Aufpreis, haben wir viel weniger Reinigungskosten."

Ach krass, weil die dann besser aufpassen, ne, auf ihre-

Ja, weil die besser aufpassen, weil es eher sichtbar als wert ist und weil jemand, der sein Privatbad hat, eben nicht erwartet, dass da jeden Tag dreimal gereinigt wird.

Ja, ja, ja.

Im Hotelzimmer ja auch, wo man irgendwie sagt, aus, ähm, Nachhaltigkeitsgründen, dass man nicht immer sauber macht. Und die meinten: „Ja, mittlerweile gibt's gute so Duschcontainer und, und WC-Sanitärcontainer-Anbieter. Da kriegst du zwölf Stück in einen Container oder so und dann ist das halt gar nicht mehr so 'ne große Investition.

Mhm.

Und am Ende spart man über die Jahre halt extrem viel Geld in Reinigungskosten." Da hab ich überhaupt nicht drüber nachgedacht. Ich dachte-

Interessant

... Entwicklung. Aber wie du gesagt hattest davor, ist auch so kostengetrieben so 'n bisschen, ne.

Mhm.

Ja, und es sind ja auch immer so Wellen, ne. Also ich, ich beobachte grade, mag zwar daran liegen, dass ich auch so 'n bisschen in der Bubble bin, ähm, dass Bikepacking halt grad 'n großes Thema ist, dass ganz viele auch grade junge Menschen Bikepacken gehen, also und dann natürlich auch auf Campingplätzen landen und, und nicht nur irgendwo in der freien Natur unterwegs sind. Und das ist gefühlt grade 'n Trend und der war aber vor zwei Jahren noch nicht da und der wird wahrscheinlich auch in zwei Jahren vielleicht wieder 'n bisschen abgenommen haben, dann hast du wieder weniger. Und so hast du ja auch so die Wellen, ne. Es gab gefühlt irgendwie die große Vanlife-Welle.

Ja.

Ich weiß nicht, ob die noch so stark es gibt. Also es gibt sicherlich noch ganz viele Leute, die das irgendwie leben wollen und leben und wir beobachten aber zum Beispiel auch alle Menschen, die, die damals mit uns so um die Zeit ins Wohnmobil gezogen sind und unterwegs waren. Da sind jetzt heute grade die letzten, äh, haben wir gesehen bei Facebook, die, die in Camper verkaufen beziehungsweise nee, ein Pärchen ist noch unterwegs und wirklich schon immer gefühlt und alle anderen haben das 'ne Weile gemacht, äh, so wie wir auch und irgendwann bist du reide..., reisemüde, irgendwann willst du halt 'ne Base haben und mittlerweile wohnen sie alle zumindest auf ihren Grundstücken, auf ihren Campern oder auch wieder im Haus wie wir. Und das sind ja alles immer so Trends und Wellen, ähm, und die sicherlich auch nicht immer genauso synchron verlaufen, ne.

Da gibt's sicherlich auch mal wieder kleinere, größere Vanlife-Fälle, die wir auch gar nicht mitbekommen, weil wir nicht so drin sind. Und ich glaub, so ist das immer mit allen Sachen auf und ab und Corona war halt 'n sehr hohes Auf noch mal, weil, weil, ne, die Leute halt, also weil Hotel irgendwie schwierig war und weg von Menschen und so und da war halt Camping ganz klar 'n Thema. Und dann sind aber auch wieder die abgesprungen, für die das dann doch nicht so geil war, diese, diese Geschichte. Aber ich beobachte trotzdem, dass auch viele Menschen jetzt noch ins Camping starten, weil sie einfach diese Unabhängigkeit trotz alledem mögen. Obwohl du ja gar nicht so unabhängig bist, weil du hast's ja schon gesagt, selbst vor zehn Jahren war's schon 'n Thema, manchmal freie Stellplätze zu finden und demzufolge bist du ja, du musst vorbuchen, dies, das, jenes, aber das ist halt einfach irgendwie anders, ne.

Also so dieses Vorbuchen ist ja auch so 'n Thema, was sehr groß geworden ist, weil früher waren Buchungen gar nicht mal so relevant. Mittlerweile muss man das einfach machen, schlicht weil es einfach so viele Leute gibt. Und dazu kommt noch, wir hatten ein paar Jahre, äh, in denen freistehen gut ging, sag ich mal. Das ist ja mittlerweile, ist das ja, also es ist noch viel Wunschdenken, dass das noch geht, aber so die Realität ist eigentlich, dass man's eigentlich vergessen kann in den allerallermeisten Ländern. Es gibt noch 'n paar Länder, ähm, die werden dann aber auch so schnell überlaufen, dass sich das auch wieder schnell erledigt. Also ja und ja.

Ich glaub aber auch, also zusätzlich zu diesem sowieso schon diesen Wellen, ich glaube, dass auch der Camper im Schnitt vielleicht einfach auch so 'n persönlichen Wandel durchlebt. Also diese Freiheit und ich mein, wir wissen das ja alle, die sehr viel Zeit in den Camper verbringen, auch wenn jetzt aktuell zumindest keiner von uns im Camper lebt Vollzeit.

Mhm.

Ist halt auch nicht nur geil, ne. Also und ich glaub, das ist auch ehrlicher geworden, so 'n bisschen, wie das gezeigt wird, ähm, was da halt so die, die Einschränkungen sind, die Probleme. Ähm, nach Corona wurden natürlich insbesondere auch in Deutschland wieder die Arbeitgeber etwas strenger mit wo man denn ist, wenn man arbeitet. Dann viele Leute haben vielleicht Kinder, die jetzt schulpflichtig geworden sind oder haben überhaupt Kinder und das ist dann spätestens beim zweiten im Camper dann auch interessant, ja. Wenn man dann noch Tiere dabei hat, dann ist das auch wieder was anderes. Dann tut's der kleine Kastenwagen vielleicht auch nicht mehr auf Dauer und dann wird man älter und hat vielleicht auch 'n paar Wehwehchen und will dann doch so einen festen Arzt oder Standort haben oder die Eltern sind älter geworden. Ich hab keine Ahnung. Also es gibt auf jeden Fall unzählige Dinge, die ja auch einfach im Leben so 'ne Entwicklung bedeuten, dass das vielleicht für 'ne Zeit immer, ähm, ganz gut passend ist, viel unterwegs zu sein und viel zu campen, aber halt irgendwann vielleicht nicht mehr.

Und also wir fanden's jetzt ganz witzig. Wir waren ja wieder auf dem Vanlife Europolis dieses Jahr. Da sind wir jetzt seit einigen Jahren, ähm, ja regelmäßig, ähm, vor Ort. Ähm, und noch als wir zum ersten Mal da waren, waren es eigentlich nur selbst ausgebaute Vans, die da standen. Ja, und das war so 'n, so 'n Riesending und das war auch sehr beeindruckend, was da Privatleute, die jetzt nicht unbedingt da die, die handwerklichen, äh, Fachkünste hatten, Sachen gebaut haben und Innovation betrieben haben, um das für ihre Zwecke eben auszubauen. Und dieses Jahr war's wirklich so, dass da ziemlich viele Standard-, äh, Fahrzeuge standen, also schon so Kastenwägen natürlich auch, aber auch viel Weißware und so und-

Ach, tatsächlich?

... auch dort das Publikum ziemlich gewandelt hat. Es gibt immer noch die abgefahrenen Dinge, aber es ist viel mehr so-

Ja, es ist auch größer geworden. Es ist viel und das ist genau dieses Vanlife-Thema hat sich ja sehr verwässert. Also es gibt halt einfach Leute, die fahren halt 'n Kastenwagen und machen trotzdem Vanlife in ihrem Pössel oder so. Äh, und man muss nicht irgendwie was selbst gezimmert haben, ähm, um sich zumindest... Es gibt ja auch Leute, die machen Teilzeit-Vanlife. Das gibt's auch und mittlerweile ist das alles so 'n bisschen durchlässiger geworden. Ich glaub, man macht, also es gibt wirklich wenig Leute, die wir kennen, die auch also totale Vanlifer sind, die mittlerweile, äh, die, die, die jetzt sagen würden so: „Oh, der fährt dieses oder jenes Fahrzeug, das hat mit Vanlife nix zu tun." Also das hat sich sehr, sehr gewandelt, finde ich, zum Positiven.

Ich finde das auch und ich erinner mich noch an ein Gespräch, was ich hatte beziehungsweise auch mitbekommen habe, weil ich hab mich dann aus dem ausgeklinkt, weil's mir zu dumm war einfach, auf einem Leben-im-Wohnmobil-Treffen, wo dann Menschen ernsthaft darüber diskutiert haben, ob man denn wirklich auch quasi würdiges Wohnmobilleben führt, wenn man noch 'n Lagerraum hat, wo noch 'n paar Sachen stehen. Ähm, und das ist halt, also das hat mich total überrascht, dass grade die Menschen, die sehr für sich beanspruchen und zu denen wir ja auch gehören, sehr viel persönliche Freiheit zu haben und, äh, sehr weltoffen zu sein, dass die dann doch wieder das Bedürfnis haben, so stark in Schubladen zu denken. Also hier weiß, das sind die Weißware-Leute und das sind die coolen Vanlifer und das führt ja teilweise auch zu so absurden Situationen bei so Bloggertreffen auf irgendwelchen Messen, dass sofort die Vanlifer sich separieren und 'ne kleine Gruppe bilden, obwohl man ja Kollegen, also es sind ja alles Kollegen

Ja.

Weil die wollen dann nicht mit den Weißwarenleuten sitzen, ne.

Ja.

Ja.

Also das hat si-- also aus meiner Sicht zumindest, also aus unserer Erfahrung hat sich das echt gewandelt so 'n bisschen. Find ich cool, weil am Ende sind wir alle Camper. Also ob, ob man das will oder nicht, also man sich als Camper bezeichnen will oder nicht, äh, man ist es.

Ja, ich find halt auch, dass das viel stärker an das gebunden ist, was man grade macht. Also wenn ich jetzt mit meinem, wir haben ja auch 'n selbst ausgebauten Van momentan und, ähm, wenn wir damit auf 'm Campingplatz stehen, dann ist das eher klassisch Camping und wenn wir damit jetzt irgendwo mal auf 'm Übernachtungsplatz stehen und da halt arbeiten, dann ist es grade irgendwie Vanlife mit Arbeit. Also ich mein, das ist halt auch nicht so-- das lässt sich eben nicht so schön sauber in so 'ne Schublade packen, weil's halt total unterschiedlich ist und abhängig ist von, von der jeweiligen Situation. Und ich glaub, viele Leute sind glücklicherweise nicht mehr so, ähm, drauf erpicht, dass sie das eine oder das andere nur sind. Und ich glaube, eine Sache, die das auch, ähm, vorangetrieben hat, ist die Tatsache, dass wie Lukas eben schon gesagt hat, dass das Freistehen und einfach so sein Ding zu machen, eigentlich in ganz wenigen Ecken Europas noch so möglich ist und man dann eben doch eh auf die Infrastruktur angewiesen ist, die eben bereitgestellt wird.

Ob das 'n einfacher Parkplatz ist, wo man eben stehen darf oder 'n Campingplatz und somit ist man irgendwie doch wieder näher zusammengerückt, weil wir alle an den gleichen Orten landen. Das ist so 'n bisschen mein Eindruck.

Mhm.

Ja, weil dann halt auch die Weißware neben dem Offroad-Fahrzeug steht, ne. Weil's Offroad-Fahrzeug einfach in Südfrankreich nicht mehr durch die Absperrungen kommt, um am Strand zu stehen.

Ja.

Genau.

Ja, ist so. Es ist, es ist wirklich schade und das ist halt auch so 'ne Entwicklung. Ähm, genauso wie die Bucherei, die betrachte ich wirklich so mit sehr gespaltenen Gefühlen. Ich weiß nicht, wie's euch geht, ähm, auch jetzt sowohl privat als auch beruflich. Man hat da ja teilweise so unterschiedliche Herzen, die in der Brust schlagen, ne. Beruflich find ich's natürlich toll mit dem Boom, weil das hat uns auch das Leben ermöglicht, was wir jetzt machen. Ähm, privat würd ich's manchmal lieber haben, dass die Campingplätze nicht so voll wären und man auch noch spontaner mal irgendwo 'n Platz bekommt.

Ja.

Ähm, auch in Gegenden, wo man früher einfach hinfahren konnte. Und da würde mich mal interessieren, wie, wie ihr das so seht und wie ihr überhaupt diese Entwicklung mit dem lange vorausplanen beim Thema Camping und Wohnmobilreisen seht. Und ihr hattet vorhin auch schon mal die Camping Carpark angesprochen-

Mhm

... den ich ja auch sehr zerrissen gegenüberstehe. Da würd mich auch mal eure persönliche Meinung zu interessieren, wenn ihr die äußern könnt und möchtet.

Ja, also wir haben noch nie geplant oder gebucht. Wir sind sehr, sehr schlechte Planer. Also das ist war nie unser Ding. Ähm, manchmal, wenn wir jetzt zum Beispiel nach Deutschland fahren, buchen wir tatsächlich mal einen Platz, weil wir wissen, wir müssen irgendwo an der Ostsee übernachten, irgendwo in Norddeutschland. Ähm, und speziell in der Hauptsaison ist, da geht's ja nicht anders. Also es sei denn, wir wollen auf 'nem Autobahnrastplatz übernachten und das möchten wir meistens nicht, müssen wir buchen. Aber das ist eigentlich, äh, that's it. Also mehr, mehr kommt es, oft öfters kommt das nicht vor. Wir sind aber auch letztes Mal tatsächlich auch in der Hochsaison ohne zu buchen losgefahren und haben am gleichen Tag noch 'n richtig coolen Campingplatz gefunden. Also 'n Platz auf 'nem Campingplatz.

Mussten dann zwar für-- weil wir zwei Nächte blieben, dann einmal umziehen, aber es ging trotzdem. Ich find's schon cool, wenn man, dass es mehr Möglichkeiten gibt zu buchen. Das find ich für, für alle Camper insgesamt gut, weil nicht alle haben die Möglichkeiten, so spontan zu reisen wie wir. Äh, das find ich schon okay. Ähm, natürlich, ich glaub, wir alle wünschen wir uns auch, dass es einfacher wäre, spontan zu reisen wieder. Äh, das ist aber halt nicht mehr die-- es, es ist einfach nicht mehr so. Und, äh, ja, also ich weiß nicht. Sag noch mal kurz was zu CCP.

Ja, ich wollte noch ganz kurz ergänzen. Also ich finde aus der eigenen Perspektive, ähm, wenn ich zurückdenke, wie wir angefangen haben, da hab ich mir schon manchmal gewünscht, dass wir eben auf 'nem schönen Stellplatz auch mal hätten buchen können, weil wir eben erst berufstätig, ne, bedingt freitagabends los konnten. Und dann wär's einfach nett gewesen zu sagen, ich weiß, dass ich auf diesem kleinen Stellplatz von den 15 Plätzen eben einen bekomme. Von mir aus auch kurzfristig buchbar, ähm, jetzt nicht Wochen im Voraus. Aber das hat mir damals schon so 'n bisschen gefehlt und heute denk ich auch oft, es wäre schöner, wenn es eben nicht so, ähm, alles so buchbar wäre und das klassische Konzept von dem Stellplatz vor dem Campingplatz, wo man halt ohne Buchung hinfahren kann und übernachten kann, wenn das weiter ausgebaut würde. Ähm, man sieht 'n bisschen den Trend, dass die Buchungsgebühren tatsächlich sehr stark ansteigen.

Also wir-- Wenn wir Platzkorrekturen machen, dass man teilweise 15 bis, was haben wir neulich gesehen, 70 Euro die Nacht, äh, äh, die, die Buchung bezahlt. Also nicht pro Nacht, sondern für den Aufenthalt-

Ja

... wenn man verbindlich buchen möchte. Ähm, das ist interessant. Also ich denke, das wird viele Leute davon abhalten, auch zu buchen tatsächlich, sodass vielleicht weniger Leute buchen und man dann spontan wieder höhere Chancen hat. Aber bei dem Buchen denk ich auch immer an Leute, die einfach andere, äh, Herausforderungen und Bedürfnisse haben als wir. Also zum Beispiel jemand, der auf, ähm, ähm, rollstuhlgerechte Sanitäranlagen angewiesen ist. Für den ist es halt wichtig, dass er auf seinem Campingplatz, den er sich rausgesucht hat, eben auch 'n Platz bekommt. Oder Familien mit Kindern, die einfach auch nicht noch mal drei Stunden in der Nacht rumfahren können, um jetzt irgendwie 'n Platz zu finden. Von daher find ich die Option schon gut. Ich fände vielleicht so 'ne Quotierung gut. Also 'n Teil ist buchbar und 'n Teil bleibt eben immer für die spontanen Anreisenden übrig. Aber ich verstehe auch, dass das für manche Stellplatzbetreiber einfach nicht, äh, funktioniert.

Also da, die sind darauf angewiesen, dass die Plätze dann eben fest gebucht sind und sie, ähm, dann so vergeben werden können. Und da ist übrigens, ähm, gleich der Übergang auch zu Camping Carpark. Also, ähm, es ist 'n interessantes Konzept und von außen ist das eigentlich sehr zu begrüßen, dass eben 'ne große Firma Geld in die Hand nimmt und Stellplätze, die vielleicht sonst geschlossen würden, grade in Frankreich, ähm, weil die Kommunen das eben nicht mehr betreiben können oder möchten, die aufzukaufen und 'n bisschen herzurichten und zur Verfügung zu stellen. Und die Preise sind ja aktuell auch noch Ziemlich moderat-

Moderat

... muss man sagen. Sie haben zwar dieses Mitgliedschaftskonzept, aber das find ich jetzt auch nicht schlimm, da irgendwie ich glaub, 29 Euro waren's jetzt dieses Jahr für diese Mitgliedschaft, mit der man dann eben Zugang hat. Ähm, es gibt zwei Sachen, die kritisch zu sehen sind und die, das ist jetzt nur so meine persönliche Meinung von Feedback, was wir bekommen haben, ist dass Camping Carpark teilweise sehr großen Druck auf die Gemeinden ausübt, um Konkurrenz-

Ja

... zu unterbinden. Das find ich problematisch, weil ich finde, jeder, der irgendwie die Möglichkeiten dazu hat, sollte auch, äh, in der Lage sein, 'n Stellplatz anzubieten. An vielen Orten fehlen immer noch Stellplätze, was dann dazu führt, dass die Leute eben trotzdem irgendwo anders parken müssen und das passt niemandem. Also das find ich problematisch, diese Art Knebelverträge mit irgendwelchen Auflagen an Gemeinden zu stellen, die, ähm, überzogen sind. Auch mit den Investitionsvorgaben und so. Und dann eine Sache, die ich nicht so richtig verstehe, ähm, beim Thema Buchung ist, dass sie ja dieses Mitgliedschaftsmodell haben und es gibt dieses Prestige, glaub ich, heißt dieses Programm.

Privilège.

Privilège, Entschuldigung, genau. Privilège heißt das, ähm-

Ja, genau

... wo man, wenn man den Platz gebucht hat, auch auf vollen Plätzen einen Platz garantiert bekommt. Was ja irgendwie Umkehrschluss bedeutet, dass irgendjemand, der da schon steht, dann vertrieben wird. Wie das genau funktioniert, weiß ich nicht, aber damit haben sie 'n bisschen Werbung gemacht, dass man da 'ne Sicherheit hat, auch auf den ausgebuchten Plätzen noch einen Platz zu bekommen. Vermutlich wird dann angezeigt, keine Ahnung, auf Parzelle sieben steht einer, der eben kein Privilège hat und der da nur so angekommen ist und der wird jetzt, äh, vertrieben für dich. Ich weiß es nicht. Es ist auf jeden Fall 'n komischer Ansatz.

Ich denke, das wird wie beim Fliegen vielleicht auch sein. Da hast du ja auch wenn du 'n Status hast, dann hast du garantiert noch 'n Platz, zumindest in der Eco und vermutlich wenn, wenn die mehr Plätze haben, dann haben die auch gute Statistiken und wenn die 'n bisschen organisiert sind, dann wissen die auch, es gibt ja immer No-Shows und Ähnliches. Und vermutlich haben die einfach 'ne Statistik, wo sie wissen, ähm, ne, da gibt's immer irgendwas. Oder die viel einfache Möglichkeit, die lassen einfach 'n Platz frei-

Genau

... weil die durchkalkuliert haben. Wenn sie das machen, äh, und quasi diese Garantie geben, kriegen, verdienen sie viel mehr durch das Privilège als quasi wenn sie das nicht machen. Das, das kann ja ganz verschiedene Gründe haben. Ich glaub nicht, dass sie jemand rausschmeißen, weil das ist immer ganz schlechte Promo. Das sieht man auch beim Fliegen, wenn mal 'n Flieger überbucht ist. Das ist immer nicht gut. Deswegen zahlen die ja auch, guck mal, Fluggesellschaften zahlen teilweise 500.000 Euro, wenn du im überbuchten Flieger freiwillig zurückbleibst plus Hotel und so weiter. Und da siehst du ja quasi, dass diese Garantien und so was halt auf der anderen Seite wahrscheinlich viel mehr einspielen. Und ich denke, dass das eher so 'ne-

Ja

... wirtschaftliche Kalkulation ist, die sie da machen.

Ja.

Ja.

Ich geh auch davon aus, aber ich find die Kommunikation eben 'n bisschen unglücklich, weil es eben so wirkt wie dass Buchungen sein müssen und das war früher grade bei den französischen Stellplätzen einfach kein Thema. Und natürlich möchten sie das monetarisieren, weil dann muss man Mitglied werden und dann dieses Privilège eben haben, um buchen zu können überhaupt, weil sonst kann man nicht buchen. Und es ist, es ist für mich so 'n bisschen so, ah, ich weiß nicht. Also ich, ein Kunde von uns, ein, ein App-Nutzer hatte das neulich als Nötigung beschrieben. Ich würd jetzt vielleicht nicht so hart formulieren, aber ich versteh schon, dass es so 'n bisschen dieses Gefühl von ich hab mein Wohnmobil und ich nutze extra Stellplätze wegen dieser Freiheit doch sehr einschränkt, zumindest so in der Wahrnehmung, ja. Das kann natürlich auch Vorteile haben, aber machen wir uns mal nichts vor, ganz viele von diesen grade Camping-Carpark-Plätzen in Europa sind auch recht in kleinen Orten, in abgeschiedenen Orten.

Ja, das ist jetzt nicht alles auch in Spanien und, und Portugal, wo sie ja auch Plätze aufkaufen und ausbauen. Das sind ja jetzt nicht alles die touristischen Hotspots. Und, und dann an solchen Orten buchen zu müssen, ist für mich einfach irgendwie so 'n bisschen schon Verlust von diesem Freiheitsgefühl-

Genau

... was ich als Stellplatznutzer sonst eigentlich sehr zu schätzen wusste.

Aber sie werden noch erhalten, was-

Absolut. Also es ist zweischneidig auf jeden Fall. Wir haben noch keinen benutzt bisher selber, weil's sich noch nicht ergeben hat. Also von daher können wir selber nicht drüber urteilen. Ähm, aber grundsätzlich, ähm, befürworten wir natürlich jeden Ausbau von, von Stellplätzen, auch grade eben von kleineren Plätzen an vielen verschiedenen Orten, weil das einfach noch fehlt, ja.

Also wir haben die schon genutzt und fanden das Konzept 'ne lange Zeit sehr genial, ähm, bis wir halt auch so festgestellt und 'n bisschen mitgelesen haben in französischen Camping-Communities, dass die halt offenbar immer aggressiver vorgehen. Und es wird spekuliert und da würd ich auch gerne mit spekulieren, weil das ist die Erfahrung bei vielen anderen Unternehmen auch, dass sie im Moment noch moderate Preise anbieten und wenn die dann halt viele Orte monopolisiert haben, dann werden die auch die Preise anziehen aus verschiedensten Gründen. Aber gut, das, das wissen wir nicht. Das ist nur so die Vermutung, die ich ehrlich gesagt auch 'n bisschen habe. Und das ist halt, das passiert halt immer, wenn Wettbewerb dann unterbunden wird.

Ja.

Ja. Ja, wir werden's sehen. Wir werden's sehen. Frankreich ist ja immer noch 'n sehr günstiges Campingland, äh, wenn man jetzt nicht die Fünf-Sterne-Plätze nimmt. Ähm, und keine Ahnung, ob die da so tatsächlich, äh, da so extrem hochgehen können. In anderen Ländern ist es natürlich anders.

Und die Franzosen sind ja auch schnell dabei, wenn ihnen irgendwas nicht passt, was anzuzünden. Also da-

Oder zumindest zu demonstrieren.

Genau, das mein ich. Also die sind ja auch schnell dabei, dann irgendwie Missstände anzuprangern und sich nicht so viel gefallen zu lassen. Also wenn die selber sozusagen davon genervt sind, ist natürlich auch 'ne, 'ne Chance groß, dass die dann so 'n bisschen auf die Barrikaden gehen. Ähm, muss man einfach mal abwarten, was da, was da die nächsten Jahre so bringen.

Ich seh da so eine Parallele, weil also der Preis ist gar nicht aktuell das, was mich da am meisten besorgt, sondern es erinnert mich so 'n bisschen, ähm, an die Diskussion die wir in Deutschland lange hatten und glaub ich auch teilweise immer noch haben, dieser Kampf zwischen Stell- und Campingplatz, ne. Dass Wohnwagen nicht auf Stellplätze dürfen, weil es gibt ja 'n Campingplatz und das hat von mir aus irgendwelche Ähm, brandschutzrechtlichen, ähm, Gründe oder was auch immer und Parkregulierung und an anderen Orten geht's dann doch. Und das ist ja so 'n bisschen immer so dieser, dieser Kampf gewesen, dass dann auch Campingplatzbetreiber nicht so gerne einen Stellplatz in der Nähe hatten. Und na ja, also und so 'n bisschen, das haben wir in Deutschland auch schon mitbekommen, gibt es eben im Zusammenhang mit dieser Campingcarpark-Erweiterung auch in Deutschland eben schon die Situation, dass zum Beispiel versucht wird, ähm, privat angebotene Stellplätze zu unterbinden in Nähe von einem Stellplatz.

Und das find ich dann halt wieder nicht gut, weil das ist einfach, diese Vielfalt ist wichtig. Ich glaube auch nicht, dass der klassische Stellplatzbesucher auf einmal sich die Privatwiese bei irgendwie dem Herrn Schmidt mietet, weil das einfach unterschiedliche Arten sind zu reisen in so einem Ort und dass die Vielfalt eigentlich allen etwas bringt, weil verschiedene Leute kommen. Und wenn das in die Richtung gehen sollte, dann fänd ich das viel problematischer, als wenn da die Preise jetzt zwei, drei Euro angehoben werden, weil da steckt ja auch viel Investition dahinter. Aber ich möchte eben nicht, dass die Vielfalt eingeschränkt wird.

Damit sind sie auch nicht die Ersten, die so was machen. Also das haben wir schon vor vielen Jahren, äh, wir haben Freunde in Malaga, die da einen Stellplatz aufgebaut haben und, äh, auch da, äh, hat die in dem Falle die Campingplatzlobby, die lokale, ähm, die auch gute Beziehungen zu den Bürgermeistern so hat, hat alles getan, damit dieser Stellplatz zugemacht werden muss. Also ich, ich weiß noch, was, was die beiden, also es ist ein Pärchen, die das betreiben, was die für einen Aufwand betrieben haben und wie, wie viele Gerichtsverhandlungen die sich quasi mit, mit dem Verband sozusagen der Campingplätze dort in Andalusien, ähm, quasi gegeben haben, wie viel Geld das gekostet hat, bis sie dann irgendwann rechtliche, ähm, Sauberkeit und Ruhe hatten. Also ich glaube, das ist, das ist ganz häufig so, dass dann auch da, wo viel Geld zu verdienen ist, mit, mit harten Bandagen gekämpft wird und je mehr Geld dahinter steckt.

Ich weiß auch gar nicht, ähm, ob, äh, also wo das Geld von Campingcarpark herkommt, ne, ob das vielleicht auch Investorengeld ist. Und da am Anfang ist man dann ja sehr freigiebig damit, ne und kann vieles auch kostenlos anbieten oder günstig anbieten. Aber irgendwann wollen die Investoren natürlich auch, äh, Marge und Gewinne sehen und spätestens dann muss halt, äh, irgendwie Kohle übrig bleiben und spätestens dann werden Preise erhöht und dann wird vielleicht auch der Druck noch viel, viel höher auf so 'ne Sachen.

Ja.

Also ich glaube, das ist leider ganz klassischer Kapitalismus und das, und das geht ganz häufig eben immer zu Lasten der Verbraucher, der Vielfalt und Ähnliches. Also das, das sehen wir auch nicht nur im Camping, das siehst du in ganz vielen Branchen leider, dass, dass so 'ne Dinge passieren. Ich würd mir aber auch schon wünschen, dass es mehr vielleicht nicht in dieser Ausprägung, aber dass es mehr solche Konzepte gäbe. Wir haben, äh, mit der Stadt Frankfurt zum Beispiel am Main, äh, ja auch schon geschrieben und, äh, kommuniziert, auch sogar über Zeitungen. Also wo sie dann auf, äh, Dinge geantwortet haben und dann heißt es so: Ja, die Stadt, äh, also eine, eine V-und-E-Anlage in, in Frankfurt, das ist viel zu großer Aufwand.

Deswegen gibt's in Frankfurt einfach null, null Stellplätze für Camper. Der Campingplatz wurde zugemacht, der wurde von irgendwelchen Investoren gekauft, die darauf hoffen, dass sie da ein Hochhaus drauf bauen können. Und die Stadt interessiert's nicht, weil ja nee, das ist ja viel zu aufwendig. Das ist ja-- Und es wollen sehr viele Leute mit dem Camper nach Frankfurt. Es gibt sehr viele Gründe dazu. Das ist ja nur ein Beispiel für zig Städte und es wär schon cool, wenn sich irgendjemand so was annehmen würde und sagen würde: Wir machen 'n Standardstellplatz in jeder Stadt. Grundsätzlich begrüße ich das sehr.

Auf jeden Fall.

Ja, absolut. Ähm, und ich frag mich auch immer, warum so viele Städte noch nicht gecheckt haben, wie viel Geld Campingtouristen in die Stadt oder auch in die Region bringen, ne. Die gehen dort einkaufen-

Natürlich.

die gehen auch essen. Viele machen ja auch aktiv irgendwas wie zum Beispiel, ähm, Besichtigungen, irgendwelche Sportangebote, Freizeitaktivitäten. Das ist ja nicht mehr so, dass, dass da der, ähm, ich sag's jetzt einfach, dass der adipöse Opi im Rippenunterhemd nur in seinem Vorzelt sitzt, sondern es ist ja wirklich mittlerweile eine total vielfältige und auch vielfältig interessierte Bewegung entstanden. Viele Leute mit Kindern auch, die vielleicht jetzt mit dem Camper kommen und 'ne Stadt kennenlernen und später noch mal wiederkommen, um dort irgendwie 'n Hotelurlaub zu verbringen oder Ähnliches. Aber ja, wir haben, wir haben natürlich überall so'n bisschen das Problem, dass, dass dieser Tourismusbereich leider häufig noch sehr stiefmütterlich behandelt wird.

Das Spannende ist ja, dass, äh, Camping für-- Wir waren mal, ähm, vorletztes Jahr auf der ITB in Berlin, auf der weltgrößten Tourismusmesse, wo Camping gar nicht stattfindet. Also nicht.

Mhm. Ja. Deswegen gehen wir da schon seit Jahren nicht mehr hin.

Genau, aber das war schon ein spannendes Erlebnis, weil wir haben sehr viele Termine gemacht, auch mit Regionen und so weiter. Und dann wurde uns, das war auch, äh, das war uns überhaupt nicht klar, aber es hat sich dann rausgestellt, dass die Touristiker in den Regionen Camping ist kein Tourismus. Camping fällt unter Sonstiges, weil dieses Bild eben von dem Feinripp-, äh, -Menschen, äh, in seinem, äh, wie heißt das, in so seinem festen, in seinem Dauercamper- äh, -Wohnwagen immer noch so vorherrscht in den Köpfen, dass die das gar nicht interessiert. Dieses, für die ist das kein Tourismus. Das ist so, ich denke, es gibt 'n paar Leute, die sich in den Ländern jetzt auch anfangen, tatsächlich dafür zu interessieren. Ich kann jetzt nur von Deutschland sprechen.

Ähm, da, äh, da ist es, da wird getrennt zwischen Tourismus und Camping. Und Camping ist kein Tourismus.

Da möcht ich mal schnell einen kleinen Werbeblock in eigener Sache einschieben. Es gibt nämlich auch Messen, die sich sehr wohl dieser geglückten Kombinationen bewusst sind, wie zum Beispiel, ähm, in Leipzig und auf der CMT in Stuttgart und auch auf der Reisen Hamburg, wo Camping eben wohl 'ne Rolle spielt, ähm, und auch, ja doch auch mit 'nen Schwerpunkt bildet. Und-

Das Touristik

... genau und da sind wir ja auch dieses Jahr auf allen drei Messen. Ihr seid, glaub ich, nur auf der CMT oder seid ihr Leipzig auch?

In Leipzig.

Nee, wir sind Leipzig auch.

Ah ja, super. Dann, äh, sag doch mal unseren Hörerinnen und Hörern, in welcher Halle man euch findet. Dann kann man euch ja auch mal besuchen.

Oh, jetzt hast du sie unvorbereitet erwischt.

Alle fünf.

Ja, dann, da sind wir auch. Wir sind in der Nähe, also direkt neben dem Wohnzimmer angesiedelt.

Wir auch.

Und dann, wer uns besuchen möchte, kann dann ja auch mal bei euch vorbeischauen und umgekehrt.

Ja, sup-super gerne.

Kaffee abholen.

Ähm, ja, Werbung Ende.

Genau, aber das ist schon schön, weil also Messen tun das tatsächlich und es gibt nicht so viele, aber tatsächlich CMT macht da 'n super Job, ähm, aber in den, in den Tourismusverbänden, also ja.

Ja, du, wir, wir merken das doch auch, wenn wir Anfragen bekommen, ne. Da, also ab und zu kriegen wir mal 'ne Anfrage von, von irgendwelchen Tourismusverbänden oder Agenturen und die laden einen dann mal ein, dass man auch mal kostenlos auf so 'nem Campingplatz stehen darf, ähm, mit 'ner ganz langen L-Latte an, an Anforderungen, die man dann aber auch zu erfüllen hat dafür, dass man gratis zwei Nächte übernachten darf mit 500 Kilometer Anreise. Und wenn du dann sagst: „Ja, das machen wir gerne, kostet aber Geld", ähm, dann ist das Interesse halt ganz schnell weg, weil die immer noch nicht, wie du sagst, das aufm Schirm haben, dass das wirklich 'n ganz, ganz gewichtiger Wirtschaftsfaktor auch mittlerweile ist.

Ja, aber wir haben-- Also da find ich auch, da ist es eigentlich ganz positiv zu sehen, wie sich das entwickelt, weil ich weiß noch in Leipzig vor, oh Gott, war das jetzt schon vor zwei Jahren, glaub ich, hat mir das erste Mal so 'n kleinen Mini-Workshop, so 'n, so 'n Satelliten-Workshop zum, im Rahmen der, der Messe dort, ähm, die CMT hatte das organisiert und da haben wir uns so 'n bisschen unterhalten mit Touristikern und Leuten aus der Campingbranche und versucht mal so rauszufinden, so warum ist das eigentlich so? Und daraus ist dann eher so 'n Format geworden, dass wir uns da jedes Jahr unterhalten. Und jetzt hatten wir im Januar auf der CMT dieses Jahr auch dazu 'n größeren Workshop wirklich, wo wir versucht haben, so Turis-Touristiker und die Leute aus der Campingbranche zusammenzubringen und gemeinsam mal zu überlegen, was passiert da eigentlich? Und da gibt's eben schon auch Beispiele. Also mir fällt da spontan, ähm, äh, die fränkische Schweiz ein, ähm, mit der Nicole Mackie, die habt ihr vielleicht auch schon mal getroffen.

Die ist ja sehr umtriebig und unterhalt-unterhält sich mit vielen Leuten und versucht da wirklich, ähm, das voranzubringen. Die hat da 'ne Projektstelle tatsächlich, um genau diesen Wohnmobiltourismus eben zu bedienen, ist selber Camperin und, ähm, hat da wirklich, also ich glaub, in zwei Jahren unfassbar viel politische Arbeit erst mal leisten müssen-

Ja

... aber mit dem, mit dem schönen, ähm, Effekt, dass sich da auch wirklich was getan hat und sie auch so mittlerweile so für uns so 'ne Vorzeigeregion geworden ist, weil unter Einbindung von, ähm, Gastronomen, von Landwirten, von touristischen Anbietern überhaupt, ähm, zu versuchen, wirklich die Leute dorthin zu lenken, wo man sie haben möchte als Touristen und eben nicht als Fahrzeuge, die halt irgendwo parken müssen. Und das ist halt dann 'n Umdenken, was wir mittlerweile an verschiedenen Ecken sehen. Also 'n Beispiel ist auch zum Beispiel Halle, ähm, Halle an der Saale. Die haben unfassbar tolles, ähm, Konzept Stadtmarketing verliebt in Halle und die haben dann irgendwie angefangen, überall Stellplätze zu sammeln, also kommunale Plätze, aber auch Privatleute, auch Gaststätten und so, die dann alle in so 'n, in so 'ne Karte aufgenommen wurden und dann auf einmal 'ne Sichtbarkeit, ähm, der Wohnmobilisten als Touristen und Besucher einer Stadt eben geschaffen hat.

Und das ist einfach toll und das entsteht immer mehr. Also ich glaube, da sind schon viele Leute sehr motiviert dabei, aber muss man auch dazu sagen, die Budgets für den Bereich Tourismus sind gering. Das Verständnis für die Bedürfnisse von Campern, die eben keine Dauercamper sind, ist auch gering und die Zusammenarbeit, die Verzahnung zwischen dem klassischen Übernachtungstourismusgeschäft, wo eben Stellplätze nicht reingehört hatten, ähm, und sozusagen dem, dem Wirtschaftsgedanken dahinter, das ist einfach nicht verzahnt, ja. Also das ist, da hinken wir auch hinterher. Das ist in anderen Ländern etwas besser, ähm, aber es tut sich viel. Also ich find's sehr spannend grade und ich seh die Richtung auch als sehr positiv grade.

Welche Entwicklungen gibt's denn jetzt außerhalb der Stellplatz- und Campingplatzthematik, die ihr besonders spannend findet? Also ich sprech jetzt über Technik. Wir haben vorhin schon das Thema Community mal kurz angerissen. Was, was sind denn da so die aktuellen Tendenzen, die ihr beobachtet und wo ihr sagt, das interessiert uns oder das macht uns auch besonders viel Spaß?

Also ganz persönlich find ich das Thema so kleine Ausbauer total spannend. Weil unser Problem war halt auch irgendwann, wir haben ja angefangen mit 'nem alten Alkoven Hymer, den se gefahren sind, da hat man, ähm, Eura Mobil auch Alkovenfahrzeug und irgendwann haben wir festgestellt, dass die Standardfahrzeuge für uns als, ähm, arbeitendes, reisendes eben Fahrzeug teilweise lange lebendes Paar halt nicht so geeignet war. Einfach zu wenig Platz und zu wenig Steckdosen und solche Dinge. Also und dann haben wir eben was selber gebaut, ähm, aber können das natürlich nicht so richtig und haben dann auch gemerkt, dass das so an seine Grenzen stößt und haben uns dann mit dem Thema Ausbau, so kleine Ausbauer, Manufakturen und so eben beschäftigt und das hat sich unheimlich gewandelt in den letzten Jahren. Also, ähm, da gibt's wirklich von ziemlich günstigen Angeboten bis hin zu absoluten Luxusausbauten ja alles für jede Lebensreise, Campingart und das find ich persönlich total spannend.

Also, ähm, dass da einfach 'n, 'ne Alternative geschaffen wurde zu dem Wohnmobil von der Stange oder Wohnwagen von der Stange. Es gibt ja auch unheimlich viele tolle ausgebaute Wohnwagen, da liebäugeln wir ja auch immer mal mit noch so als Ergänzung. Ähm, das find ich persönlich total toll, weil man wirklich so diese Kreativität sieht. Viele Leute, die eben auch aus 'm Campingbereich kommen oder auf ihre Kunden, potenziellen Kunden halt hören und da wirklich sich 'n Spaß draus machen, auf engstem Raum halt alle Wünsche, die man nur so haben kann, umzusetzen mit tollen Materialien, mit Zubehör, was vielleicht gar nicht ursprünglich aus 'm Camper-Bereich kommt und so. Find ich mega spannend. Guck ich mir auch immer super gerne an.

Wie ist das denn bei euch, Nele oder bei dir? Oder, ne, was, was sind denn für dich so die Sachen, die du am spannendsten findest entwicklungstechnisch?

Ja, also auch kleine Unternehmen, nicht nur Ausbauer, sondern generell, ähm, teilweise auch Unternehmen, die du nur auf den regionaleren Messen findest. Also in Stuttgart zum Beispiel, da bin ich jetzt dieses Jahr wirklich gespannt. Wir haben ja die ganzen letzten Jahre geschwänzt, weil wir immer in Mexiko waren. Aber da haben wir immer wirklich, wirklich tolle Anbieter, tolle Aussteller gefunden, die man nur sieht, weil die vorher gar keine große Werbung überregional machen. Die findest du nur, wenn du über die Messe läufst und 'n bisschen die Augen offen hältst. Und die sind manchmal an ganz kleinen Ständen, aber haben so tolle Ideen, Produkte, Konzepte mitgebracht. Ähm, das find ich ganz interessant. Und was mich auch interessiert, auch wenn ich's selber nicht wirklich so nutze, ist halt, wie sich die Technik entwickelt hat.

Ähm, ich find's aus beruflicher Sicht spannend, ich find's aus privater Sicht spannend. Wie gesagt, wir sind ja eher so Camper, die 'n bisschen reduzierter unterwegs sind. Wir haben natürlich jetzt auch mehr Zeug in unserem Wohnwagen drin, als wir das in unserem ersten hatten. Da haben wir ja sogar irgendwann die Therme ausgebaut, weil die uns im Winter gerissen ist und wir gesagt haben: „Na, wir brauchen sie eigentlich nicht. Uns reicht kaltes Wasser." Und heute im, im aktuellen haben wir 'ne Dusche und wenn der Halil mal vergisst, ähm, morgens die Therme anzuschalten und ich muss mir dann meine Prinzessinnenhändchen kalt waschen, dann bin ich schon so: „Oh, nee, möcht ich aber nicht." Also man gewöhnt sich natürlich sehr schnell auch an 'nen gewissen Komfort. Aber das, ähm, ja, das find ich ziemlich spannend. Und ja, ansonsten muss ich sagen, gibt's auch Dinge, die mich nerven.

Ich weiß nicht, ob wir da auch mal drüber sprechen wollen.

Ja.

Ähm.

Was nervt dich denn?

Also mich nervt manchmal die Attitüde von Leuten sehr. Ähm, mich nervt sehr, dass, dass sowohl bei uns im beruflichen Umfeld mit, ähm, einigen Kolleginnen und Kollegen als auch wenn wir campen gehen, dieses, diese Ellenbogenmentalität sehr stark zugenommen hat. Ähm, die wird ja immer gerne den Neucampern zugeschrieben. Das empfinde ich anders. Also ich, ähm, ich glaube nicht, dass das was mit alt oder neu oder alt oder jung zu tun hat, sondern das ist 'ne Persönlichkeitssache. Und wenn ich 'n Ellbogenmensch bin, dann bin ich der, egal ob ich 20 oder 85 bin.

Ja.

Und das hat für mich sehr, sehr stark zugenommen, dass, ähm, äh, so ich zuerst und ich glaube, dass es, dass es durch Corona noch mal sehr stark befördert wurde, weil viele Menschen da ja auch das Gefühl hatten, dass ihnen lange Zeit was weggenommen wurde und jetzt sind sie mal dran so.

Mhm.

Ähm, kann ich auch in gewisser Weise nachvollziehen, aber das ist wirklich so 'n Punkt. Also angefangen von Leuten, die ihre Hunde an, äh, fremde Fahrzeuge markieren lassen oder auf die Parzellen kacken lassen, bis hin zu, ähm, dass Menschen das manchmal ganz toll finden, wenn ihre Kinder den halben Campingplatz zerlegen, weil die ja so wahnsinnig lebhaft und süß sind. Und ich finde 'n bisschen mehr, ähm, wieder Gemeinschaftsgefühl und mehr sich zurückbesinnen auf, auf das, was es eigentlich mal war, nämlich so 'ne, so 'n Community-Gedanke und zu sagen: „Ja, wir sind da jetzt zusammen. Wir, wir respektieren einander. Wir sprechen vielleicht auch 'n bisschen miteinander, wenn wir da Bock drauf haben. Wir sitzen da abends zusammen, wenn die Leute uns so prinzipiell sympathisch sind, ähm, und wir helfen vor allem einander bei allen Dingen, die so rund um den Campingplatz passieren."

Das wär auch in jeder Nachbarschaft schön, nicht nur auf 'm Campingplatz. Aber ich finde, da könnten wir mal starten, weil da war's ja sehr lange auch so.

Ja, vielleicht ist das die Rückseite der Medaille, dass halt so viele Leute Camper geworden sind. Früher waren vielleicht Leute hauptsächlich Camper in ihrer Identität. Heute sind es halt, ist viel diverser geworden. Es sind so viele Leute Camper und dass das halt, dass man nicht mehr dieses Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe hat, sondern wir sind jetzt halt alle hier auf dem Campingplatz und, äh, manche sehen sich als Camper, manche vielleicht nicht. Und man hört das ja schon immer wieder so: „Camper helfen sich immer", und so weiter. Joa, na ja, aber Camper-

Na ja

... grumpen sich auch mal gerne an oder belehren einen sehr gerne und so weiter.

Also mir wird immer-

Es ist halt 'n Bevölkerungsquerschnitt.

Ja, genau.

Mir wird immer erklärt, wie ich das Wasser einfülle, wenn der Lukas außer Sichtweise ist.

Ich weiß.

Also hilfsbereit auf jeden Fall.

Mir wird auch, mir wird auch erklärt, wie ich den Mover zu bedienen habe, aber-

Gar nicht so einfach

... nie von, nie von Frauen. Klammer zu.

Die wissen das ja auch nicht, wie's geht.

Genau.

Nein, aber also ich würd da auch noch anknüpfen. Also zum Beispiel ich, ich find auch dieses, ähm, innerhalb der Branche, aber auch nicht nur unbedingt zwischen den Campern selber, sondern-

Ja

... mein absolutes Hassbeispiel momentan ist, dass wir zunehmend Campingplätze sehen, die die Entsorgung von Trockentrenntoiletten oder Einschweißtoiletten verbieten. Und, ähm-

Okay

... das ist so, also ich weiß nicht, vielleicht leben wir einfach jetzt seit fast acht Jahren in Norwegen einfach zu, zu lange, um diesen mangelnden Pragmatismus, ähm, verstehen zu können. Weil hier ist es einfach so: Meistens, wenn's hier 'n Wanderparkplatz gibt und da sieht man, dass da immer wieder Müll abgeworfen wird, dann findet man das auch richtig blöd, aber dann steht da halt irgendwann 'ne Mülltonne. Und Deutschland ist es halt so, irgendwie hab ich das Gefühl, da wird halt immer Müll hingeworfen und dann sucht man den Schuldigen. Dann sind's die Neucamper, dann sind's die Vanlifer, dann sind's die Asozialen. Ich hab keine Ahnung. Und dann statt dass man da irgendwie pragmatisch einfach sagt: „Guck mal, hier entsorgen die Leute ihren Krempel, weil das 'n beliebter Ort ist. Lass uns doch mal da was hinbauen." Und dann ist das vielleicht auch nicht kostenlos und dann gibt's 'n QR-Code, dann kostet er halt fünf Euro, aber dann hast du die Infrastruktur.

Aber das passiert nicht. Stattdessen wird alles irgendwie immer verboten. Das ist so 'n bisschen mein Eindruck.

Ich möchte da einmal kurz dazwischen gehen, weil ich's tatsächlich auch-- Ich hab ja mal bei 'ner Stadt gearbeitet und wirklich und da hab ich erfahren, dass die Strategie ist, wenn man irgendwo Mülleimer hat und die sind immer voll, dass man die dann abbaut, damit man die Leute dazu erzieht, ihren Müll wieder mit nach Hause zu nehmen, damit man da keinen Aufwand mit hat.

Ja.

Also wenn irgendwo Müll ent, ab-abgelagert wird, dann wird da eher noch der Müllbehälter in manchen Stellen, an manchen Orten weggemacht, weil sonst müsste man den ja auch leeren.

Smart.

Ja. Also es ist halt ein anderer Ansatz, aber ich finde eben solche Diskussionen schaden. Wir haben auch schon viel da auf, auf so politischer Ebene mit Leuten gesprochen, zum Beispiel mit dem Thema Trenntoiletten und so weiter. Und man kann da teilweise vielleicht die, ähm, Bedenken nachvollziehen, aber es gäb für alles relativ einfache praktische Lösungen. Und die werden halt nicht unbedingt gesucht, sondern man macht sich's dann halt einfach und macht dann damit 'n Statement. Ich mein, ich find's okay, weil das schließt für mich einfach bestimmte Plätze aus. Aber ich find es eben so kollektiv als Branche, dass man da mehr zusammenarbeitet. Auch grade diese Themen, die uns alle irgendwie betreffen, so Nachhaltigkeit und auch die Wahrnehmung von Campern in der freien Wildbahn von Nicht-Campern, ne? Also ich möchte halt irgendwo stehen können und mich freuen, dass dann jemand sagt: „Ach, guck mal, du guckst dir unsere schöne Gegend an.

Ich freu mich, dass du da bist" und nicht, ähm, drei Fotos von mir gemacht, irgendwie auf Social Media geteilt und irgendwie beschuldigt werden, alles Mögliche zutun. Das find ich einfach 'ne, 'ne Entwicklung, die ich sehr schade finde und ich glaube, die ist unnötig. Ich glaube, das ist einfach überhaupt kein Problem, wenn man keins draus machen würde so groß, sondern man könnte das alles lösen. Und wie gesagt, aus-- Wir haben ja 'n paar Nutzer in unserer App und von den ganzen Rückmeldungen, die s-, die wir so bekommen, wissen wir auch, dass es nicht stimmt, dass Camper nicht dafür auch 'n bisschen Geld bezahlen würden. Die wollen natürlich nicht veräppelt werden und 20 Euro für 'n Platz bezahlen, wo sie gar nichts bekommen und der vielleicht auch noch hässlich ist. Ähm, aber dass sie durchaus bereit sind, für funktionierende Infrastruktur auch Geld dazulassen, zusätzlich zu dem, was sie so ohnehin ausgeben. Ähm, aber man muss ihnen halt die Möglichkeit auch dazu geben.

Wir gehen ja nicht mehr weg, glaub ich.

Nee, also zumindest, ich sag jetzt mal, die überwiegende Mehrzahl. Natürlich gab's 'n paar, die gemerkt haben: „Nee, ist doch nix für uns." Das ist ja auch völlig in Ordnung. Ähm, auf die muss man auch nicht herabgucken. Das ist ja auch so schade, dass teilweise in den, in den Communitys auf Facebook und so weiter dann, dann da immer so Kämpfe ausgebrochen sind: Ja, wer ist jetzt 'n richtiger Camper und wer ist aber kein richtiger? Und ob man dann abends Fernsehen guckt oder mit Leuten sprechen muss und ob man Internet braucht oder nicht, ist mir ehrlich gesagt alles scheißegal. Und, ähm, deswegen glaube ich, habt ihr ja auch jetzt eure Community ins Leben gerufen und machen wir ja auch unsere Community grade, die wir aufbauen, um eben den Leuten, die sich austauschen wollen, in 'nem gezielten und geschützten Rahmen wieder 'n Zuhause zu bieten und eben diese Ellenbogenmentalität so 'n Stück weit abzuschwächen und wieder 'n Gefühl zu schaffen, wo man so denkt: „Okay, wir machen", wie du vorhin auch gesagt hattest, Lukas, wir machen doch alle das Gleiche.

Ob wir jetzt in 'nem GFK-Fahrzeug sitzen oder, äh, in 'ner Blechbox, ist eigentlich wurscht. Wir, wir wollen es alle schön haben. Wir haben unterschiedliche Bedürfnisse, ne? Der eine fährt nach Marina di Venezia mit seinen Kindern und freut sich über 'n Wasserpark und über Daueranimation, was mein persönlicher Albtraum wäre. Nichts, nichtsdestoweniger find ich's gut, dass es solche Angebote gibt, ne? Weil dann, dann können, kann ja auch jeder so seine Zeit verbringen, wie er das gerne hätte. Genauso wie ich's auch gut finde, dass es hundefreie Campingplätze gibt, weil dann muss ich mir keine Sorgen machen, dass die Leute, die neben uns stehen, vielleicht Angst vor unserem Hund haben.

Ja.

Oder den scheiße finden oder was auch immer. Jetzt hab ich schon wieder Scheiße gesagt. Jetzt wird uns Spotify gleich wieder bestrafen.

Echt?

Sag's nicht so oft.

Ja, ich, ich-- Wir können es ja immer, wir können ja immer so 'n Camping drüberlegen.

Im Prinzip sind ja aber die Sachen, die ihr grade ansprecht, keine Campingprobleme, sondern gesellschaftliche Probleme-

Ja

... die wir ja überall sehen.

Absolut.

Und, ähm, und ge... wie jede Menschengruppe es, hat halt auch die Camping-Menschengruppe einen Querschnitt durch die Gesellschaft. Ich glaub, Nele, du hast es vorhin schon gesagt und, ähm, ja, warum soll's da anders sein? Es war vielleicht ganz früher mal ein bisschen anders. Vielleicht auch nicht. Das, ich, das weiß ich gar nicht. Ich kann das gar nicht so ganz genau sagen, weil ich war ganz früher nicht dabei, als alles noch besser war. Ähm.

Damals.

Aber vielleicht war da auch die Gesellschaft, äh, in, in Gänze auch noch eine, also nicht nur vielleicht, sondern war definitiv auch anders. Und, ähm, ja.

Ja.

Können wir am Ende ja nur selber einfach leben, wie wir es für sinnvoll halten und hoffen, dass sich da andere 'n bisschen was abgucken und das auch so machen. Und dann wird's, glaub ich, deutlich entspannter für alle.

Yes.

Das würde mich jetzt auch noch mal zu 'nem persönlichen Thema führen, was mich interessieren würde, weil da haben wir privat auch, glaub ich, noch nie wirklich drüber gesprochen: Wie hat euch das Campen denn persönlich verändert? Beruflich wissen wir's. Ihr habt da genauso euer Unternehmen drauf aufgebaut wie wir. Aber was, ähm, was hat das mit euch gemacht, so für euch selbst, für eure Paarbeziehung, für euer Verhältnis zum Konsum, zu Komfort, all diese Dinge, die man vielleicht früher mal ganz anders gesehen hat?

Ja, es ist ja immer 'n bisschen zusammengesetzt, würde ich sagen. Ähm, ich glaube, man, also zumindest mir persönlich reichen jetzt auch kleinere Räume definitiv. Das ist, glaub ich, kann man sich gar nicht vorstellen. Viele Leute können sich das ja nicht vorstellen, wenn die 'n Haus haben irgendwo aufm Land mit Garten und 13 Etagen, dann denken die so: „Oh mein Gott, auf fünf Quadratmetern." Ist eigentlich total cool. Und ich freu mich auch, wenn wir, also immer wenn wir lange unterwegs sind, wie jetzt, wir sind vor einer Woche zurückgekommen von 'ner Tour von zwei Monaten, ja. Das ist halt, da campen wir nicht nur. Wir sind da auch oft irgendwie auf Veranstaltungen und Messen, was nicht so viel mit Campen, mit dem klassischen Campen zu tun hat, aber wir halten uns ja doch, wir wohnen in dem Auto dann.

Ähm, und dann denk ich auch so: „Oh geil." Also wir haben schon sehr gerne unsere Home, Homebase. Das ist uns sehr, sehr wichtig und wir haben schon sehr gerne einfach unsere Wohnungen, in die wir zurückkommen. Dann freuen wir uns auch immer mega drauf. Aber zwei Wochen später freuen wir uns auch wieder loszufahren. Und einfach, man wird verwöhnt. Also ich finde, mich hat's verwöhnt gemacht, weil du immer losreisen kannst. Du kannst einfach fahren und, ähm, Urlaub ist 'n Riesending für viele Leute, glaub ich, äh, im Sinne von riesen logistisches Ding. Und, äh, man wird nach 'n paar Jahren Campen total verwöhnt, weil das gar keine Logistik ist. Du steigst ins Auto, im besten Fall, wir haben mittlerweile alles doppelt, nimmst 'n paar Klamotten mit und dann fährst du einfach und wir fahren einfach mal nach Schweden, ja.

Ich meine, das ist halt nicht weit von weg hier. Äh, aber wenn du irgendwo in Freiburg wohnst, dann fährst du halt mal nach Frankreich, ja. Oder in die Schweiz oder keine Ahnung. Also du kannst das, was Leute, äh, das für viele Leute sehr, sehr aufwendig ist, kann man sehr einfach haben und das find ich schon, das versaut einen 'n bisschen.

Also ich würd auch noch ergänzen: Ich glaub, so mein Konsumverhalten hat sich ziemlich verändert. Ähm, also zum Beispiel ich wär, bevor ich, ich seh manchmal Dinge und dann denk ich: „Ach, das ist ja schön." Und dann denk ich: „Aber würdst du das mitnehmen auf die nächste Reise?" Und wenn die Antwort „nein" ist, dann kauf ich das gar nicht, weil dann sitzt das 'n halbes Jahr ohne mich zu Hause in unserer Wohnung in Oslo. Und auch so zum Beispiel, ähm, am Anfang haben wir sicherlich einer von unseren Hauptcampingfehlern war, dass wir billig gekauft haben. Und dann kauft man zweimal, dreimal, fünfmal und das, das ist auch komplett weg. Also mittlerweile, ich glaub, alle unsere Produkte, die wirklich viel im Einsatz sind, sind sehr hochwertig und auch haben den entsprechenden Preis und dafür haben wir weniger.

Aber diese Dinge müssen halt funktionieren. Du kannst dir halt unterwegs nicht erlauben, dass ständig alles kaputtgeht und du musst es dann irgendwie mühsam nachkaufen. Grade wenn man so Technik, hast du ja auch erwähnt, nee, da tut sich ja auch viel. Das, das funktioniert einfach nicht, ja. Ich red jetzt nicht über 'ne Kaffeetasse, das ist sicherlich nicht das Problem, aber es gibt eben andere Sachen, die müssen funktionieren. Und das ist zum Beispiel auch schon so ein leichtes Paar Wanderschuhe, die halt permanent im Auto wohnen, weil die brauchst du immer, ja. Im Zweifelsfall knietief im, im Matsch auf deinem Campingplatz. Na ja, hoffentlich nicht ganz so schlimm, aber dann brauchst du eben solche Sachen. Und da hat sich einfach das Konsumverhalten, ähm, viel mehr dahin gewandelt, dass man da schon auf die Qualität und die Zweckmäßigkeit auch fürs Reisen im, im Camper eben, ähm, gewandelt hat. Das war früher 'n bisschen anders.

Und ich glaube, für mich persönlich, das hat aber sicherlich auch was damit zu tun, dass die letzten Jahre auch, ähm, für mich persönlich durch Verluste und so geprägt waren, dass eine Sache für mich am Campen eben auch bedeutet, dass ich zu jeder Zeit nah an den Leuten sein kann, die mir wichtig sind und eben zu denen kommen kann, ohne dass die 'n Gästezimmer brauchen, ohne dass die 'n Bett beziehen müssen für mich, sondern ich kann mich einfach mal in die Einfahrt stellen oder auf die Wiese des netten Nachbarn, den ich zwar nicht-

Ja.

Aber, ähm, also dass es einfach diese Freiheit gibt. Das hat natürlich auch was mit unserer beruflichen Situation zu tun, aber ich hab halt immer alles dabei, um zur Not irgendwo zu sein oder auch nicht nur zur Not, zur Freude auch, ja. Das ist einfach etwas, was mich als Person sehr stark geprägt hat und was ich mir nicht vorstellen kann, jemals wieder aufzugeben, auch wenn ich manchmal von 'nem Hotelurlaub träume. Ich weiß genau, nach zwei Nächten würde ich da wieder wegwollen. Aber das ist schon so die prägendste Veränderung für mich persönlich, würd ich sagen.

Ja, das ist ziemlich genau beschrieben, wie, wie ich das auch empfunden habe für mich. Also ich hab's auch hier schon mit Sicherheit mindestens einmal gesagt, dass mir das ganze Campingthema und auch dieses dauerhafte im, im Wohnwagen unterwegs sein über mehrere Jahre sehr, sehr viel Zukunftsängste genommen hat, weil ich weiß, dass ich damit gut klarkomme und dass ich mich da wohlfühlen kann und dass ich auch glücklich bin, ohne diesen ganzen wahnsinnigen Überfluss, den man ja in jeder Wohnung auch immer um sich hat, ne. Wenn ich jetzt schon wieder, wir wohnen jetzt fünf Jahre in der, in der Wohnung, die ihr ja auch kennt, wo ihr uns besucht habt, wo ihr auf der Wiese standet, ähm, was man da schon wieder angehäuft hat in dieser Zeit, was man vorher vier Jahre lang gar nicht brauchte und auch teilweise oder nur sehr wenige Dinge wirklich vermisst hat, wie zum Beispiel 'ne Waschmaschine.

Ähm, das ja, auch da gewöhnt man sich wieder schnell an den, an den Komfort und, und denkt dann: „Ja, 'ne Munddusche brauch ich jetzt aber auch noch." Ähm, äh, hab ich mir jetzt auch gekauft. Aber, aber das, aber das alles ist... Also mir ist es klar, dass ich's nicht brauche. Mir ist es klar mittlerweile, dass es für mich 'n Komfortthema ist, ähm, aber dass ich ohne auch gut leben kann. Und das war für mich 'ne total wichtige Erkenntnis, weil ich ja auch immer so 'n Impulskäufer war und auch immer noch wäre. Ähm, und dass du eben weißt, ich hab im Grunde ein Zuhause, was ich auch bewegen kann, wenn mal irgendwas wäre, wie du's beschrieben hast, dass man bei jemandem sein muss oder möchte oder auch, dass es mal irgendwo ungemütlich wird und man sagt, vielleicht möcht ich jetzt grade hier nicht sein aus politischen oder sonstigen Gründen.

Ähm, und dann weiß man auch, hier da steht das Ding vor der Tür und ich muss eigentlich nur einsteigen.

Und wir sind überall eigentlich gern gesehene Gäste, weil jeder weiß, dass er für uns, wie, wie du auch schon gesagt hast, kein Gästezimmer braucht und dass wir keine, keine Mühen verursachen, weil im Zweifel muss, müssen die Leute uns nicht mal zum Frühstück einladen, wenn wir da übernachten, sondern dann versorgen wir uns selber.

Ja.

Sebastian, bei dir, wie war's bei euch?

Also bei mir hat sich am massivsten verändert, dass, also wir sind ja, bevor wir losgezogen sind, haben wir in Leipzig so mitten in der Stadt gewohnt und das kann ich mir heute nicht mehr vorstellen. Also da hat mit Sicherheit natürlich auch die letzten Jahre in Portugal auf 'm Land leben noch einen zusätzlich getan, aber auch davor haben wir ja schon eigentlich fast überwiegend frei, nee, nicht fast, sondern überwiegend frei gestanden und meistens abseits von Menschen Zeit verbracht und das hat mich sehr stark geprägt. Also wir wohnen jetzt ja auch wieder in 'nem Steinhaus, aber sehr, sehr am Rande vom Speckgürtel, vom Speckgürtel sozusagen, wo, es ist eigentlich 'n Dorf, das ist halt eingemeindet in die Stadt, aber es ist 'n Dorf so, das ist okay. Aber wenn ich mir überlege, wieder in unsere Wohnung ziehen zu müssen, das ist für mich undenkbar, weil das einfach die andern Menschen viel zu nahe sind und du kannst nicht mehr irgendwie Musik hören, ohne dir Sorgen zu machen, dass der Nachbar gestört wird oder so was.

Da empfehle ich Norwegen als Lebensmittel.

Ja.

Äh, da kann man mitten im Zentrum von Oslo wohnen und diese Dinge sind alle nicht da.

Okay, dann kenn ich das noch nicht.

Ja.

Aber, aber es sind einfach auch die, also Städte sind schon lange nicht so das, was ich sehr lange möchte. Also ich, ich, ich flieg ja ab und zu noch, ähm, äh, beruflich irgendwo auch weiter weg und bin dann halt auch in irgendwelchen Metropolen. Und ich schick mich drei Tage nach Hongkong, das ist völlig okay, aber dann ist auch gut und dann bin ich auch froh, wenn ich wieder zurück bin und wieder irgendwo hier meine Ruhe habe oder, oder mehr auf 'm Land bin so. Also ich glaub, das hat's verändert. Das, die Sicht auf die Welt hat das Camping verändert, aber vielleicht weniger das Camping, sondern mehr das Reisen. Also dass, dass wir so viel gesehen haben, so viele Menschen mit so unterschiedlichen Lebensentwürfen, mit so unterschiedlichen auch, wie, wie formulier ich das denn, finanziellen Situationen haben, ne.

Wirklich vom, vom bettelarmen Menschen, der trotzdem glücklich war, bis hin zum, äh, Millionär, der unglücklich war, um mal jetzt wirklich einfach zwei krasse, krasse Punkte rauszu-

Mhm

... ähm, holen. Das, das hat das Reisen mit sich gebracht. Also der, der Blick auf die Welt, die Perspektivwechsel, die du dadurch bekommst. Ähm, und dass ich weiß, das hast du auch grade schon gesagt, Nele, dass ich mit ganz wenig, äh, zurande komme. Ich mein, ich sitz jetzt ja auch wieder vor drei Monitoren an 'nem höhenverstellbaren Schreibtisch, ähm-

Mit neuer Küche oder noch nicht?

Nee, noch nicht. Das, das-

Ach so.

... ist noch 'n Thema, aber ich b-bin ganz schnell dabei, mir auch wieder, die Munddusche war grad 'n schönes Beispiel, so Sachen anzuschaffen. Aber ich weiß auch, ich brauch das alles im Grunde nicht. 'N Laptop aufklappen und Internet und das würde auch reichen. Ähm, das, das nimmt mir jetzt keine Ängste, weil die hatt ich noch nicht, aber, ähm, ich weiß, dass es geht und damit kann man natürlich generell viel entspannter, äh, im Leben unterwegs sein, ne, und, und viel weniger, also es gibt ja immer gute und schlechte Zeiten im, im eigenen Leben auf, auf allen möglichen Ebenen und man, ich kann da viel entspannter halt quasi auch mal durch die schlechten Zeiten durchgehen. Ich glaube, das hat so Reisen Schrägstrich Camping bei mir sehr stark verändert.

Und dass man mit Leuten in Kontakt kommt, mit denen man sonst überhaupt keine Überschneidungspunkte hätte.

Das stimmt.

Ja, absolut.

Und Menschen, die wirklich wahnsinnig inspirierend sind. Also grade so sehr alte Leute, die man unterwegs trifft, die dann erzählen: „Ja, wir kommen jetzt grade von 'ner Afrikatur zurück", oder, ähm, weil du, weil ihr vorhin die Niederländer angesprochen hattet, die, ähm, dann im Zelt viel unterwegs sind. Das sind ja auch wirklich, da sind Leute dabei, die sind so hartgesotten, die teilweise ja dann wirklich noch mit, mit, äh, über 70 irgendwie Bikepacking machen oder so. Und mich, mich inspiriert das immer so, dass man auch nicht immer so das Gefühl mitnimmt aus den Medien, dass irgendwie, äh, mit, mit 40 schon das Leben halb vorbei ist sozusagen, ähm, sondern dass man wirklich auch gerade solche Sachen wirklich, wenn man einigermaßen gesund ist, noch bis ins hohe Alter machen kann.

Das, das find ich auch immer interessant. Und wir haben jetzt übrigens auch über euch wieder, über unser Treffen neulich Menschen kennengelernt, die wir so nicht getroffen hätten, wenn's das Camping, das gemeinsame Campingthema nicht gäbe.

Ja. Ich find, eine Faszination so für viele Leute, glaub ich, am Camping ist ja auch, dass man zwangsläufig so sehr nah in das Leben anderer Leute reingelassen wird, ne. Also man zeigt sich ja auch ganz, äh, fröhlich irgendwie die Fahrzeuge gegenseitig auf 'm Campingplatz, wenn einer fragt und so. Das ist ja schon sehr ungewöhnlich. Das macht man ja jetzt nicht mit Leuten, die am Haus vorbeigehen.

Nee, und ich würd jetzt auch mit unserem Nachbarn nicht über seinen Toilettengang sprechen, mit unserem Nachbarn im Haus zum Beispiel.

Genau, aber irgendwie ist das ja schon, man ist zwangsläufig so 'n bisschen auf das Menschsein, was uns alle verbindet, so reduziert und kommt sich da irgendwie näher. Und ich find, das, ähm, Sebastian, du hast es so Perspektiven genannt, aber ich finde auch, das erdet halt auch ungemein, ne. Also wenn man halt so erlebt, so, wir sind ja in unserer Bubble, jeder ist so 'n bisschen in seiner Bubble, auch mit dem, was wir beruflich machen und so. Aber man hat eben dann so 'n ganz direkten persönlichen Zugang zu Menschen, die ganz anders leben, ganz anders ticken, andere Erfahrungen gemacht haben und ich find das unheimlich bereichernd. Also ich brauch das jetzt auch nicht jeden Tag und nach einer Woche Messeparkplatz ist es auch irgendwann echt schön, wenn man dann wieder alleine irgendwo ist. Aber also ich, diese Mischung find ich einfach fantastisch, weil das ist inspirierend, wie du schon gesagt hast, aber es ist auch, ähm, eine Möglichkeit Seine eigene Situation irgendwie zu wertschätzen und auch vielleicht zu hinterfragen und zu sagen: „Okay, Moment mal, ich bin mit dem ein oder anderen nicht zufrieden, aber das kann, das kann ich ja auch verändern.

Ich hab jetzt diese Leute kennengelernt und die kriegen's ja auch irgendwie hin, weil die anderen An-Ansatz haben in ihrem Denken oder Handeln." Und ich finde, so diese Vielfalt von Leuten zu treffen, das ist einfach außerhalb vom Camping, glaub ich, sehr schwer. Also im Hotelurlaub oder einfach nur so zu Hause in seinem Wo-Wohnort, grade wenn man etwas anonymer in 'ner Großstadt wohnt, ähm, das ist, das passiert da einfach nicht. Und im Camping passiert das. Ob das Messen sind, ob das die Messeparkplätze sind, ob sie Campingplätze sind oder Stellplätze oder Freistehplätze, wo man doch mal jemanden trifft. Ich find das einfach toll. Also das macht mir sehr viel Spaß einfach.

Ja, und, äh, weil jetzt, wo du's grade sagst, hab ich auch noch gedacht, mir hat das wirklich auch schon 'n paar Mal selber den Kopf 'n bisschen zurechtgerückt im Sinne von selber auch Leute in Schubladen zu packen, ne. Also-

Absolut, ja.

Man, man ist ja immer von sich selber überzeugt, dass man, dass man so sehr offen ist und, und ja, und keine Vorurteile oder wenige Vorurteile hat, aber dann beobachtet man sich ja auch ab und zu mal 'n bisschen selbstkritisch und da ist mir jetzt grade 'ne Begegnung eingefallen, ähm, die wir in Osten Deutschlands hatten. Nicht dieses Jahr, sondern vor zwei Jahren, glaub ich. Da hatten wir Nachbarn und so auf 'n ersten Blick auf, auf diesem Campingplatz hab ich gedacht: „Hm, mit 'nem braunhäutigen Mann und, äh, ist vielleicht sind das jetzt vielleicht nicht unbedingt die allernettesten Nachbarn und man sollte eventuell auch nicht das Politikthema aufgreifen." Also ihr wisst, in welche Richtung ich gehe, ne.

Das war so der, die, der erste Eindruck, den ich hatte. Und dann, und dann hab ich gedacht: „Aber, ne, die haben uns ja nix getan. Bist halt trotzdem mal freundlich." Und dann hab ich die irgendwas gefragt. Ich glaube, es ging darum, dass ich zum, zur Tankstelle gefahren bin und hab, und weil die mit 'm Wohnmobil da waren, hab ich die gefragt, ob sie auch was brauchen, damit die nicht wegfahren müssen, weil es war 'n bisschen abgelegen. Dann waren die supernett und als ich wiederkam, ähm, stand dann halt die dunkelhäutige Adoptivtochter mit im Vorzelt und ich hab gedacht: „Okay." Also, ne, wie man sich halt dann auch täuschen kann in, in den Menschen. Und dann hatten wir 'n super Abend zusammen, haben uns total gut verstanden. Ich glaub, wir saßen sogar zwei Abende zusammen. Und wenn ich die jetzt auf der Straße gesehen hätte nur, hätt ich gedacht: „Oh, oh, schnell weitergehen."

Ja. Aber das ist tatsächlich auch wahrscheinlich bei uns so. Wir hatten vorher jahrelang Coworking Space in Frankfurt betrieben, äh, in dem wir uns unsere Bubble gebaut haben. Wir haben Leute, da, da musstest du dich quasi vorstellen, ob du Mitglied werden kannst. Und wir haben uns da Leute schon sehr selektiert und wir waren in unserer Bubble und das war auch alles schön und cool. Ähm, und ich glaub, Camping hat mir persönlich auf jeden Fall genau-- Also klar, ich hab genauso Vorurteile und, äh, ich da, ich hab schon eben so nachgedacht, ob das vielleicht 'n bisschen fies ist, zu sagen, dass man echt lernt, toleranter zu sein. Äh, Toleranz hört sich so 'n bisschen negativ an, äh, aber vielleicht, ums positiv-

Offenherziger einfach.

Offener Leuten gegenüber, die man optisch sonst, wie du sagst, so sagen würde, so: „Wa, na ja." Äh, und definitiv kann ich sagen, äh, für mich hat sich, äh, also ich hab mich da zum Positiven entwickelt, äh, durch die vielen Leute, die ich getroffen hab. Also was das angeht, auf jeden Fall. Also ich bin schon, ich bin offener geworden und manchmal blick ich zurück und denk so: „Och, das war eigentlich nicht so, also kein, kein schöner Charakterzug, äh, manchmal so Leute wirklich in Schubladen zu stecken." Und das hab ich durch das Camping gelernt.

Sehr schön. Das ist doch jetzt wieder ein, ein schöner, ähm, wie sagt man Neudeutsch, whole summer, ähm, Abschluss. Ich möcht aber noch euch eine Frage stellen, weil die beschäftigt mich selber auch immer sehr: Wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen würde, was wäre euer Traumcampingprojekt oder auch eure Traumreise, die ihr auf jeden Fall machen würdet?

Hmm.

Also die Pixie sagt, sie möchte auf jeden Fall mit dabei sein.

Ja, und auf gar keinen Fall noch 'ne weitere Katze.

Ja.

Ähm.

Ja.

Ach, joa.

Also ich hab ja schon, also 'ne Reise auf jeden Fall. Ähm, das ist aber geplant, wenn wir halt mal kein Haustier haben. Ähm, ich träum tatsächlich davon, mal wirklich so 'n US-Roadtrip zu machen. Das ist schon, träum ich schon ganz lange von. Äh, würd ich allerdings momentan nicht machen. Äh, nicht wegen der Katze, sondern aus anderen Gründen, die wir nicht weiter ausführen müssen, damit wir uns nicht die Laune verderben. Aber das ist auch so 'n Projekt, was ich denke, das kann man auch noch gut machen, wenn man 'n bisschen älter ist. Ähm, aber hätt ich schon Lust drauf, einfach weil's so anders ist. Ähm, ich hab mal 'n Jahr lang in Kanada gelebt und das hat mich auch sehr gereizt und so 'ne nordamerikanische Tour, richtig diese Weite, diese Distanzen so mitzunehmen. Da hätt ich schon wahnsinnig Lust drauf. Also das wär wirklich so Zeit und, und Geld und vor allen Dingen auch mal dann, äh, nur diese Reise zu machen und eben nicht nebenher die ganze Zeit arbeiten zu müssen.

Genau.

Wirklich 'n Wunsch, ja.

Afrika.

Dann plant auf jeden Fall 'n Schwenk nach Mexiko mit ein, weil wir haben ja jetzt dann ein Grundstück, auf dem wir auch Campingfahrzeuge beherbergen können.

Auf jeden Fall.

Das machen wir.

Das, das wäre ja, ja, die Amerikas. Und ich meine, wir haben ja auch schon mal drüber gesprochen. Äh, also Afrika reizt mich persönlich total, nicht nur Marokko, sondern tatsächlich Zentralafrika zum Beispiel. Und sich das, das wirklich mal in Ruhe mit, äh, viel Zeit und ja, ohne halt täglich schon den Computer aufklappen zu müssen.

Ja.

Ich meine, w-will jetzt nicht jammern. Also wir haben immer noch ein sehr flexibles und freies Leben, äh, in unserem Job. Das- Dazu gesagt. Ähm, aber trotzdem, das ist, das wär schon 'ne coole Sache, ja.

Bei dir, Sebastian oder bei euch?

Arbeiten unterwegs ohne arbeiten.

Ja.

Also der Insider-

Also nur noch das arbeiten, wo du Bock hast.

Nee, nur noch unterwegs. Also das, das, der, der Insider ist unser, unser damaliger Reiseblog als wir gestartet sind, heißt halt Arbeiten unterwegs. Und, ähm, eigentlich das, was ihr auch gesagt habt, Reisen, ob nah, ob fern, gut, wobei es mich aktuell auch eher in die Ferne zieht, aber dann auch nicht unterwegs arbeiten müssen, sondern wirklich auch Zeit zu haben, auch, auch einfach mal 'n ganzen Tag auch mal vielleicht irgendwo, wo's schön ist, nichts zu tun, nur rumzugucken oder wandern zu gehen oder was auch immer, worauf ich grade Bock habe. Also wirklich mal reisen ohne arbeiten, wobei das auch überhaupt nicht ist, dass mich das nervt. Na, also wie du's auch grade gesagt hast, dass allein das Privileg, dass wir ja auch das kombinieren können, ist ja gigantisch, ne. Ich kann irgendwo hinfahren, ähm, und zwar jederzeit, weil ich klapp meinen Laptop auf und wenn ich Internet habe, kann ich arbeiten und das lässt sich ja perfekt kombinieren.

Also es ist weniger sozusagen der Schmerz, dass ich das unbedingt machen will. Deswegen mach ich auch seit, ich weiß nicht, seit wir unterwegs sind, auch ja ge..., keinen richtigen Urlaub, sondern-

Mhm.

Wenn, dann ist es irgend 'ne Businessreise, wo man halt vielleicht mal noch oder wo einfach der halbe Tag dann manchmal irgendwie 'ne Stadt angucken oder wo hier 'n halber Tag mal irgendwas ist oder selbst wenn ich Neuseeland war, war das ja immer 'n Mix. Und das ist ja geil, dass wir das können, ne. Also das ist genau der Punkt. Und ich, ich bin auch nicht sicher, ob mir's nicht nach 'ner Woche schon, äh, mich nervt, wenn ich nicht arbeiten kann. Weil das, was ich tue, macht mir ja auch unheimlich Spaß. Also ich bin ja jeden Tag wieder aufs Neue begeistert von den Dingen, die ich tue. Aber ich wünsch mir erst mal, ob's dann, ob's dann mich nach 'ner Woche nervt oder nicht, werden wir dann sehen. Aber so einfach, ja, irgendwo hinreisen, wo man sein will. Mich, mich reißt's eher, glaub ich, noch mal nach Neuseeland oder, ähm, Asien. Und mi-mich würd auch Russland unheimlich interessieren.

Ähm, so vom oder überhaupt der, der ganze sozusagen nordasiatische Bereich, den find ich unheimlich spannend. Ähm, ja, da gibt's schon 'ne ganze Menge.

Ja.

Und du, Mira?

Ihr seid irgendwie alle bescheidener als ich.

Okay, wo willst du hin? Was hast du vor?

Also ich hab noch ganz viel vor und ich hab vor allem vor, dafür, also wie gesagt, Geld und Zeit spielt keine Rolle, ne. Ähm, dann hätte ich ein absolut autonomes und autarkes Expeditionsfahrzeug. Also mit Wasseraufbereitungsanlage und ich brauch nicht, also ich brauch kein Smarthome oder so, ne. Ich möchte nur dieses, dieses funktionelle, diese funktionelle Unabhängigkeit von allem haben. Also so diese absolute Freiheit, dich um nix mehr großartig kümmern zu müssen, außer um, ähm, Kraftstoff und, und, ähm, ja, halt punktuell quasi Lebensmittel und so weiter.

Also so 'n Fahrzeug mit Munddusche auch, ja?

Mit Munddusche, aber die ist dann schon integriert. Da ist der Schlauch dann quasi schon im Waschbecken integriert.

Ja.

Und, ähm, das würd ich, das würd ich mir wirklich sehr wünschen, einfach unabhängig von allem zu sein. Und meine Reiseziele wären dann die Panamerikaner.

Mhm.

Ja.

Ähm, da müsst ich aber nicht unbedingt bis nach, äh, Feuerland runter, weil irgendwie, ja, ich weiß auch nicht. Es gibt so Länder, die reizen mich gar nicht und es gibt Länder, die reizen mich unheimlich. Leider die, die mich am meisten reizen, sind immer die gefährlichsten. Ähm, dann würd ich auch gerne in die Mongolei.

Mhm.

Und dann würd ich gerne mal ungefähr 'n halbes Jahr bis 'n Jahr in Albanien verbringen und dort die Sprache lernen. Und dann würd ich auch noch mal nach Ostafrika, aber richtig auch unabhängig, also, ne, mhm, da auch noch mal die Sprache lernen, also Kiswahili lernen richtig. Und, ähm, dann würd ich wohl auch noch mal Russland mir eventuell antun, ähm, wenn der Diktator mal, äh, das Zeitliche gesegnet hat und wenn nicht noch was Schlimmeres nachkommt. Das wären so meine...

Ja.

Also ich bräuchte vielleicht 'n paar Lebensjahre mehr dafür, bitte.

Ich wollt grad sagen, da müssen wir jetzt ganz dringend aufhören, weil du hast noch so viel vor. Wir gehen ja die-

Ich muss jetzt schon mal in die Planung gehen.

Ja.

Ja, jetzt solltest du ja schon mal losfahren.

Ja.

Ja, ich weiß. Ich hab mich ja damit abgefunden, dass das in diesem Leben nicht mehr alles passieren wird, vor allem, weil ich ehrlich gesagt bei uns auch glaube, dass wir immer 'nen Hund haben werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir 'nen langen Übergang, wenn überhaupt haben werden und dann kannst du bestimmte Sachen halt einfach nicht so machen.

Ja.

Punkt. So was wie Neuseeland oder Australien würd ich auch total gut finden. Geht halt nicht mit Tier.

Seh ich genauso. Aber ich finde, das ist auch ganz hilfreich. Ich hab da neulich drüber nachgedacht, weil man kann eh nicht alles machen und dann ist dann hier eben auch 'n bisschen der eine Filter, den man dann hat.

Ja.

Also ich seh das bei uns genauso. Ich kann mir das auch nicht mehr vorstellen ohne. Ähm, von daher, das wird immer eine Einschränkung bleiben, aber eine, die halt wichtig ist für uns.

Ja, ja, hier auch. Ja, jetzt haben wir wieder schön gequatscht. Ganz viele Fragen sind noch unbeantwortet geblieben. Die können wir entweder mal in 'ner weiteren Folge aufgreifen oder mal privat weiterführen. Aber wir werden euch ja bald auch noch mal zum Thema Skandinavien hier zu Gast haben. Das können wir, glaub ich, schon mal anteasern. Wir haben noch keinen Aufzeichnungstermin, aber, ähm, wir haben gedacht, dass wir das mal so in, in den Winter reinspielen, weil das auch so 'n schönes Kuschelthema ist. Ähm, da wollten wir über Tourismus und Overtourism und die ganzen, ähm, ja, eure Gedanken dazu und die skandinavische Perspektive auf den Tourismus mal 'n bisschen näher beleuchten. Da bin ich sehr gespannt.

Wir auch.

Ich auch.

Und dann sehen wir uns ja in einem Monat circa in Leipzig.

Ja.

Ja, da freue ich mich schon. Halle fünf, ihr Lieben da draußen. Nicht vergessen.

Genau.

Genau, vielleicht sehen wir euch da draußen. Ähm, ich, ich kann sogar schon sagen, warte mal, jetzt hab ich hier den Hallenplan offen. Halle fünf G31 ist unser Stand.

Hast du CampingApp auch?

Dummerweise, ich hab vorhin versucht, nebenher quasi, äh, den zu finden, aber auf diesem Plan ist nicht alles beschriftet.

Wir sind im Wohnzimmer.

Ach, ihr seid im Wohnzimmer. Ah, deswegen. Okay, das ist quasi nebenan.

Dann sind wir ja Nachbarn auch. Cool.

So, also da kommt uns alle gerne besuchen und, ja, wenn ihr den Podcast cool findet oder gerne hört, dann, dann tragt das doch weiter an Menschen, die noch gar nicht wissen, was 'n Podcast überhaupt ist und sagt ihnen, wie einfach das geht. Und wir freuen uns schon mal, wenn ihr wieder bei uns seid und wir das Skandinavienthema mal betrachten. Also weil das interessiert mich wirklich, wie das auch so aus eurer Perspektive, die ihr da lebt, äh, quasi so ist. Wir kennen ja so andere Perspektiven. Und ansonsten hören wir uns alle am Mittwoch wieder, wenn ihr mögt, zur nächsten kurzen Kaffeepause mit uns. Ich verabschiede mich schon mal und geb an Nele ab. Macht's gut. Tschüss.

Vielen Dank euch beiden. Vielen Dank, ihr Lieben da draußen, dass ihr so lange zugehört habt. Und ja, guckt bei CampingApp vorbei, schaut euch auch die anderen Apps an, die da sind und geht vor allem auch in die Community rein. Da werden wir auch bald sein. Wir hatten nur noch keine Zeit, uns da entsprechend zu positionieren, aber vielleicht sieht man sich da dann auch virtuell. Ansonsten, ähm, ja, dürft ihr beiden dann noch das letzte Wort an unsere Hörerinnen und Hörer richten.

Oje, äh, vielen Dank, dass wir bei euch sein durften. Das ist immer sehr schön. Ähm, und ja, wir hoffen, dass es auch für eure Hörer und Hörerinnen interessant war. Ähm, wir hätten noch so viel sagen können, aber es ist schön, gemeinsam mal diese zehn Jahre ein bisschen reflektiert zu haben. Und ja, dann, ähm, bis zum nächsten Mal.

Jo. So viel dazu von mir.

Tschüss.

Ciao. Ciao.

Tschüss.

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