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Herzlich willkommen bei Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Sebastian, ich bin heute ohne Nele. Dafür hab ich mir wieder 'n Gast ins virtuelle Podcast-Studio eingeladen. Und zwar ist der Michael Windecker von, ja, Dekalin ist so die, die Marke, die man kennt gemeinhin bei mir und wir haben ja schon letzte Folge über das Thema Kleben, Dichten und so weiter im Camper gesprochen. Und bevor wir jetzt aber heute uns ans Kleben machen und da 'n bisschen tiefer reintauchen, machen wir noch mal 'ne kurze Vorstellung für alle, die jetzt nur diese Folge hören. Herzlich willkommen Michael und stell dich doch unseren Hörer und Hörerinnen noch mal bitte vor.
Hallo Sebastian, vielen Dank für die Einladung und schön, dass ich bei euch sein darf. Leider heute ohne Nele. Ähm, gute Besserung und an dieser Stelle dann mal gleich, werd wieder fit. Ähm, mein Name ist Michael Windecker, ich bin der Geschäftsführer der DK Kleben und Dichten und verantwortlich für die Dekalin-Produkte. Ja, du hast es schon so schön grad gesagt, die Produkte Dekalin ist der reine Name. Die Firma hieß noch nicht Dekalin. Ähm, 1907 bei Gründung hieß die Deutsche Klebstoffwerke Röddiger in Hanau. Allerdings sagt wir machen das schon 'n bisschen länger. Ähm, ich selbst bin seit 28 Jahren in der Klebetechnik zu Hause, seit 25 Jahren im, auch im Fahrzeugbau aktiv, seit 20 Jahren im, im Ausstoß strukturelles Kleben beim Klebstoffverband für die Entwicklung für Klebstoffe und Strategien im Prinzip seich mitverantwortlich. Ich selbst bin European Etif Specialist und habe in den letzten Jahren, ich würde sagen, irgendwo zwischen 3 bis 4.000 Klebeprojekte begleitet, Porsche Rennsportabteilung, ähm, ICE-Verklebung, die Frontmaskenverklebung bis hin zum Sonderfahrzeugbau, ähm, viele Fahrzeughersteller, ähm, und die meisten Reisemobilhersteller sind unsere Kunden und aufgrund unserer Tätigkeiten, dass wir auch auf Messen et cetera, ähm, überall ja mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, also Profiprodukte und Profiwissen.
Bei uns gibt's auch Wissen und so seid ja auch vor einigen Jahren, ja Nele und du bei uns am Stand aufgeschlagen.
Genau. Hatten, hatten Klebefragen, die eine oder andere und sind dann relativ lange bei dir hängen geblieben und an deinen Lippen hängen geblieben.
Genau, kleben geblieben.
Genau, äh, im wahrsten Sinne des Wortes. Und, ähm, jetzt haben wir's endlich geschafft, auch mal gemeinsam 'n Podcast zu machen. Und heute wollen wir uns wirklich rein dem Thema Kleben widmen und in der nächsten Episode werden wir noch mal das Thema Dichten genauer angucken. Ähm, letzte Episode haben wir darüber gesprochen, was wirklich so Grundlagen sind Richtung Oberflächenspannung, Benetzbarkeit, also das heißt, wie gut, ähm, Klebstoff und auch andere Stoffe an Materialien haften können, was sehr wichtig ist. Die Unterschiede beim Kleben von verschiedenen Klebern auch, ähm, was so Produkte aus'm Heimgebrauch vielleicht anders machen, warum sie das anders machen, was man wozu benutzt. Dann 'n paar Mythen uns auch angeschaut und die wichtigste Erkenntnis eigentlich war, dass die meisten Fehler nicht am Produkt liegen, sondern halt an der Anwendung liegen und dass das auch gar nicht so einfach ist.
Dass natürlich für Laien, die das das erste Mal machen, immer 'ne Herausforderung ist. An der Stelle sei ein bisschen, äh, der Hinweis auf das Buch, was Michael geschrieben hat zum Thema Kleben gesetzt. Da haben wir auch letzte Episode drei Exemplare verlost. Da wir jetzt aufnehmen, bevor die Verlosung stattfindet, kann ich noch nichts zu den Gewinnern sagen, aber die werden wir auf jeden Fall dann per E-Mail benachrichtigen. Und falls ihr nicht gewonnen habt, könnt ihr das Buch auch kaufen. Ich glaube, du hast gesagt, es kostet 25 Euro.
Nein, 19,99.
Ah, 19,99.
Nicht einmal 20 Euro.
Wo hab ich denn die 25 her? Ähm, 19,99 und das gibt's bei euch auf der Webseite zu bestellen.
Mhm.
Und das soll überhaupt keine Werbung sein. Ihr müsst es überhaupt nicht kaufen, aber da hat Michael wirklich sein ganzes Wissen reingepackt und, äh, das ist ziemlich viel. Und, ähm, auch ich habe, obwohl ich dachte, ich kann das ganz gut schon mit dem Kleben, doch noch die ein oder andere Sache mitgenommen, wo ich, wo ich dachte: „Ja, okay, hast du dir tatsächlich keine Gedanken drüber gemacht?" Hätte man auch sicherlich noch besser machen können. Es geht beim Kleben ja auch immer darum, wie lang so 'ne Klebeverbindung hält. Ja, ähm, kann 'n paar Jahre gut gehen, kann aber vielleicht dann im fünften oder sechsten Jahr nicht mehr gut gehen und deswegen ist wichtig, da gut zu arbeiten. Ja, und da steigen wir heute ein. Wir gucken heut so'n bisschen auf typische Klebeanwendungen, was man selber machen kann, auch vielleicht so'n bisschen Notfallreparaturen. Wir haben da ja auch letzte Episode schon 'n bisschen drüber gesprochen. Und ja, da gehen wir heute rein und der Michael hatte beim letzten Mal von so 'nem Klebeplan gesprochen, den man quasi durchgehen muss, um die perfekte Klebeverbindung hinzubekommen.
Und da fangen wir jetzt mal quasi an. Das heißt, wir, wir gucken uns mal an, was, über was müssen wir uns und sollten wir uns alles Gedanken machen und was sollten wir auch alles tun. Ähm, wir gehen vielleicht nicht immer super ins Detail, weil wir wollen keine 20 Stunden Podcast machen, auch wenn das dem einen oder anderen da draußen sehr gefallen würde. Ähm, alles, was dann noch mal in die Tiefe geht, äh, könnt ihr auf der Seite von Dekalin oder, äh, entsprechend in, also ich sag jetzt einfach mal Dekalin, weil mir der Firmenname deutlich schwieriger über die Lippen kommt. Ähm, wir verlinken die Webseite auch noch mal in den Show Notes und verlinken auch noch mal das Buch und ihr könnt's auch da nachlesen und ihr könnt, wenn ihr noch Fragen habt, uns auch noch mal löchern. Schickt uns das über die Kontaktdaten. So, jetzt hab ich aber, äh, genug geschwatzt. Ähm, wenn Gäste da sind, sind die zum Reden da.
Ähm, Michael, lass uns doch mal so'n bisschen durch diese, durch diesen Plan durchgehen. Wenn ich etwas, also wenn ich vorhabe, etwas per Kleben zu verbinden, was sind so die einzelnen Schritte, die ich zum einen im Kopf und zum anderen dann auch in der Praxis so nach und nach durchführen muss? Und ich weiß, das ist relativ viel, aber lass uns mal am Anfang so 'n bisschen da reingehen.
Mhm. Also wie gesagt, lass uns so zwei Kleinigkeiten austauschen noch, ähm, weil da bin ich so 'n bisschen eigen. Das sind so selber Dinge wie, ähm, der Unterschied zwischen Kleber und Klebstoff. Also viele sagen ja nach dem Motto: „Oh, das war ein Scheißkleber, der hat nicht gehalten." Und dann sage ich immer: „Ja, das passt, weil Kleber ist der, der klebt und Klebstoff, der ist das, was klebt." Und die sagen meistens liegt, wie gesagt, die Fehlerseite auf den Seiten des Klebers und nicht auf Seiten des Klebstoffes. Und deswegen würde ich gern bei dir das Wort Plan durch Prozess ersetzen, weil wenn man das versteht, dass es ein Prozess ist, wie ich von einer Idee bis zu meinem Endprodukt bekomme, dann wird das im Prinzip relativ deutlich. Und das sind jetzt alles Sachen, die passieren auf keinem Papier noch. Bevor ich überhaupt irgendeine Kartusche gekauft hab oder irgendwas anderes gekauft hab, sage ich: „Okay, was für Teile habe ich und was wird das Produkt, wenn es fertig wird?"
Also das heißt, wenn ich so sage: „Okay, ich will eine Sat-Anlage aufkleben", dann ist die Idee dann, okay, da hab ich zwei Spoiler, die ich verkleben muss und ich hab eventuell eine Kabeldurchführung, die ich verkleben muss und so weiter und so fort. Und dann haben wir ja die letzte Woche schon oder letzte Podcast-Folge schon ein bisschen über die Grundlage gesprochen nach dem Motto: Was muss ich denn da beachten? Ja, was für Fügeteile hab ich denn eigentlich und wo möchte ich denn gleich nachher hinfahren? Das sind so ein bisschen die Grundlagen. Und dann fang ich irgendwo so an, mal die Klebung zu planen und dann fängt's mit den ersten zwei Sachen schon an: Was für Werkstoff, Werkstoffe hab ich denn eigen-ich und was für Eigenschaften haben die? Also wenn ich jetzt zwei gleiche hab, dann ist es relativ einfach. Hab ich aber zwei verschiedene, so der Klassiker, das Aludach und der, der Kunststoffspoiler von der Solaranlage. Ja, und wenn ich mir jetzt die Eigenschaften anguck, dann findet man das im Buch auch relativ schön noch mal dargestellt.
Ähm, das gibt eine Art Längenausdehnung, die mit der Temperatur zusammenhängt. Und dann kann ich fer- wirklich feststellen, dass ein Medium sich bei sechzig Grad auf einen Meter Länge vielleicht so eins Komma vier Millimeter dehnt, aber so 'n PA-Spoiler, so 'n Kunststoffspoiler, Polyamidspoiler von der Sat- und Solaranlage sich aber bis zu fünf Millimeter dehnt bei derselben Temperaturausdehnung. Und jetzt muss ich halt sagen, okay, das muss ich einfach wissen. Und dann ist die nächste Frage auch schon so: Ja, was hab ich denn eigentlich vor? Und das sind so die Dinge, die ich meinen Werkstätten immer mitgebe, wo ich sage: Da kommt Lieschen Müller und du weißt, sie fährt an den Gardasee und dann bewegen wir uns im gemäßigsten Klima, dann passt das alle. Aber jetzt kommt irgendeiner mit so 'nem großen Offroad-Mobil und dann musst du halt höflich mal nachfragen: Fährst du das jetzt nur, wie Leute den Jeep in der Stadt fahren, um der Deko willen? Oder willst du auch wirklich, ähm, dieses Mobil mal ausreizen und willst, was weiß ich, Sahara, Tunesien, Marokko oder irgendwo hin?
Und dann macht es halt schon 'n, 'n Unterschied, ähm, was ich da tue. Das heißt, ich hab eventuell mal sehr wohl sechzig, siebzig, achtzig Grad Unterschied bei der Temperaturausdehnung und dementsprechend muss ich halt auch wissen, was macht das auf meine Verklebung. Und wenn ich die, das dann falsch auslege, weil ich sie zu dünn ausgelegt hab, dann reißt das Ganze. Also muss ich sie wesentlich dicker auslegen, meine Klebefuge, damit sie diese Ausdehnung mitgehen kann. Das kann ich theoretisch auch berechnen. Da gibt's auch Formeln zu. Im Buch haben wir die mal so ein bisschen angerissen und dann 'n Link noch gesetzt, wer das wirklich im Detail tief machen will. Aber das muss ich halt einfach wissen: Was möchte ich mit dem Produkt nachher machen? Was für Temperaturen hab ich? Hab ich Vibrationen? Natürlich am Gardasee andere, als wenn ich im, in der Sahara die, die, die, die, die Düne hoch- und runterfahren will. Ähm, dann, dann sind das natürlich alles solche Dinge, die da im Prinzip, sage ich mal, dafür führt.
Und die kommen im Vorfeld dazu. Das heißt, diese Belastung, über die mache ich mir im Vorfeld Gedanken, weil das natürlich dann nachher bei der Klebstoffauswahl auch wieder 'ne Rolle spielt. Welche Haltekraft hat der? Welche Elastizität hat mein Klebstoff? Welche Dehnbarkeit hat mein Klebstoff? Weil es gibt ja Klebstoffe, die sind extrem fest und absolut unelastisch dann, weil wenn ich die Festigkeit hochgehe, geht die Elastizität runter oder umgekehrt, geht die Elastizität hoch, geht die Festigkeit runter. Also muss ich genau gucken, welchen Klebstoff wähle ich dann da aus für genau diese Anwendung, die jetzt meine Anforderungen halt erfüllt. Und der nächste Punkt ist, nachdem ich den ausgewählt hab, ist okay, ich mache mir halt mal Gedanken, wie muss ich die Oberflächen vorbereiten. Da haben wir letztes Mal relativ viel gesagt, indem wir gesagt haben, okay, staubfrei, fettfrei, trocken.
Eventuell kann ich sie, äh, wenn, noch 'n bisschen anrauen, dass ich die Klebefläche erhöhe. Das war so 'n bisschen zum Thema, ähm, Oberflächenbehandlung, ja. Da gibt's im Buch oder auch sonst generell kann man da ein bisschen in die Tiefe gehen am Klebeprozess, aber das sind so, sage ich mal, die Basics, die ich im Prinzip, sage ich mal, hab. Und wenn ich dann mir weitere Gedanken hab, dann sage ich: Okay, ähm, das heißt in dem Prozess ganz schön Fertigung vorbereiten. Und das fängt halt mit so Kleinigkeiten an. Wenn du jetzt im Sommer nicht so das Problem, aber grad zum Frühjahr oder im Herbst, das Fahrzeug steht draußen und du holst es morgens in die Halle. Ähm, in der Halle hast du zwanzig Grad, draußen hattest du, was weiß ich, sieben, acht, neun, zehn Grad. Dann ist das Problem, du kannst nicht kleben, weil zum Beispiel diese Aluhaut, ähm, sofort Feuchtigkeit zieht und kondensiert. Das heißt, du musst wirklich mehrere Stunden warten, bis das gleich warm ist, dass du auf dem Zeug überhaupt verkleben kannst.
Und das heißt halt Klebung vorbereiten. Das heißt, ich muss mir vielleicht Gedanken machen, am Abend vor, das, das Auto in die Garage oder in die Halle zu fahren, dass das warm ist und nicht kalt ist. Oder ich hab, was weiß ich, die Sat-Anlage in der Garage liegen, wo's kalt ist. Ja, das sind halt all solche Kleinigkeiten, muss man sagen. Dann ist der Klebstoff kalt, dann sind die Fügeteile kalt, dann haben wir Feuchtigkeiten und schon ist das Desaster eigentlich vorprogrammiert, weil du hast es so schön gesagt: Na ja, das soll 'n bisschen halten. Wir gehen immer von aus, dass wenn du das richtig machst, mit unseren richtigen Produkten machst und das auch ordnungsgemäß machst, hält das ein Fahrzeugleben lang. Also da rede ich mal so von zwanzig Jahren plus und nicht von vier, fünf Jahren. Also nach vier, fünf Jahren, ähm, möchte ich nicht unbedingt die Sat- und Solaranlage auf der Autobahn liegen haben, sondern ich möcht eigentlich, dass sie, solang du das Fahrzeug bewegst, ähm, die da bleibt, wo sie sein sollte und so testen wir die auch.
Also jeder, jeder Klebstoff und Fügeteile oder für industrielle Anwendungen machen wir auch hochwertige, langwierige Tests in der Klimakammer, wo wir genau so 'n Klebstoff auf zehn, zwölf, fünfzehn Jahre altern und der darf dann keine große Abweichung zum Original halt haben.
Das, also ich sehe schon jetzt den einen oder anderen Hörer, die Hörerin, die da sitzt und sich jetzt denkt: „Oh, okay, das sind aber schon", also wir haben ja noch nicht mal geklebt, ja. Wir sind noch in der Vorbereitung, in den ersten Gedanken im Prozess und das ist schon so viel, über was die meisten vermutlich nie nachdenken. Woher auch, ja, weil- Da kommt man ja erst drauf, wenn man sich im Detail so wie du mit den Dingen beschäftigt. Aber ich ich glaube, dass das jetzt schon-- Also für mich war das schon super spannend, weil ich jetzt auch wieder ein paar Sachen gehört habe, wo ich dachte: „Ja, das ist völlig logisch", aber habe ich noch nicht drüber nachgedacht. Und ähm
Das ist eine der Nachteile bei der Klebetechnik. So toll, wie sie auf diversen Seiten ist, ja, weil du halt natürlich Dinge miteinander verbinden kannst, die unterschiedliche Eigenschaften haben, weil du, ähm, Temperaturen, Vibrationen, Längenden ausgleichen kannst. Das kannst du nicht mit dem Schrauben, das kannst du auch nicht mit dem Nieten. Das geht nirgends, das geht wirklich nur mit Kleben. Ähm, der Nachteil ist, Kleben hat so ein paar Voraussetzungen, die du einfach erfüllen musst. Und wenn du die richtig machst, dann ist Kleben die geilste Fügetechnik, die es gibt. Aber der Nachteil ist halt, machst du einen Fehler, kann das da schon dazu führen, dass das Ganze versagt. Und das ist so, du musst also, deswegen sagen wir, du musst prozesssicher arbeiten und je besser du das machst und je mehr dir Gedanken gemacht und je mehr achtsamer du halt auch arbeitest, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das nachher perfekt funktioniert.
Und wie gesagt, es ist jetzt keine Raketenwissenschaft, ein Caravaning, was du kleben. Das ist also, wie gesagt, das hört sich vielleicht für den einen so ein bisschen an, aber es ist keine Raketenwissenschaft. Wir müssen aber halt ein paar Sachen machen, wo ich sage, der Schraube ist das egal, ob die unter, ob der Untergrund fettig ist oder nicht. Ja, das stört die überhaupt nicht. Und dem Lead stört das auch nicht. Ja, aber meinem Klebstoff stört's halt.
Mhm. Na gut, bei der Schraube musst du ja wieder auf andere Sachen achten, ne, grad.
Genau.
Nicht, nicht Holz. Also am Ende ist es ja immer so, dass wir bei ganz vielen Dingen, wenn wir in die Tiefe gehen, viel zu beachten haben. Das ist bei einer elektrischen Verkabel, Verkabelung im Camper so und es gibt einfach ein paar Punkte, da ist es nicht so wichtig, wenn ich jetzt meinen Küch, äh, meinen Kühlschrank, meinen Mülleimer an die Türe kleben will. Da ist es jetzt nicht so wichtig, ob der jetzt zwanzig Jahre hält oder nicht, weil das ist nicht sicherheitsrelevant. Das Einzige, was passieren kann, fällt runter, Hund frisst den Inhalt. Okay, ist blöd, aber die Sat-Anlage bei hundertzwanzig vom Dach gefegt wird und dem Nächsten die Windscheibe zerdonnert, das ist halt 'n Thema. Ähm, und da muss man einfach auch bisschen gucken, wie sicherheitsrelevant ist die Geschichte und alles, was irgendwie am und auf dem Fahrzeug dran ist und schwer ist und runterfallen kann dementsprechend. Da sollte man halt einfach dann deutlich mehr sich drüber Gedanken machen, als wenn ich im Inneren mal irgendwas klebe, wo, wenn's runterfällt, ich mich ärgere, aber sonst nichts passiert.
Bin ich vollkommen bei dir.
Außer es geht kaputt, dann ist natürlich auch sehr ärgerlich.
Ja, und das ist auch zum Beispiel ein, ein, eine dieser Mythen, die dann viele sagen: „Boah, das krieg ich ja nie wieder ab." Ja, eine Schraube und ein Niet kann ich natürlich, löse ich die Schraube, dann ist das Ganze wieder demontiert. Beim Klebstoff ist es im ersten Moment, denkt jeder, das geht nicht wieder ab. Das stimmt aber gar nicht. Ähm, man kann auch Klebstoffe demontieren. Ja, etwas mühsamer als die Schraube jetzt, da bin ich dabei, gebe ich zu, aber ich kann genauso, äh, nachher eine Dickschichtverklebung mit dem Schneidedraht vom Glaser – das ist nichts anderes als eine Angelschnur mit so 'n bisschen Zähnchen dran – ähm, jederzeit wieder trennen und dann kann ich die auch von den Fügeteilen, in, bei uns in Hessen sagt man so abpitteln, abpulen. Das heißt, ich kann das mühsam schön abrubbeln. Das funktioniert und das geht auch, ohne dass ich den Lack oder irgendwas kaputt mache. Ähm, also auch eine Klebung kann ich wieder ohne Problem demontieren.
Ja, also das ist mal nur, um die Angst auch da zu nehmen, ähm, dass das so für immer ist. Ja, ich sage, es sollte für immer halten, aber wenn es sein muss, wenn was kaputtgeht, wie du gerade gesagt hast, krieg ich das auch ausgetauscht und ich kriege das auch demontiert.
Ist meist nur nervig.
Ja, da bin ich bei dir. Aber dafür hast du kein Loch in dein Fahrzeug gebohrt-
Das stimmt.
-oder, oder sonstige Sachen gemacht. Du hast keine Dichtigkeitsprobleme. Du kannst Längen ausdehnen, Vibrationen, Schläge et cetera ausgleichen. Das geht mit nicht keinem anderen Fügetechnik dieser Welt.
Und ja, und das Thema Loch, das kann man gar nicht oft genug beim Wohnmobil und Montage, ähm, erwähnen, weil das ist, also eure Campingfahrzeuge bestehen im Inneren meist aus irgendwas mit Holz Verbundenem und Holz und Wasser sind halt einfach keine Freunde, weil das Holz fängt dann an, äh, zu rotten und, äh, sich aufzulösen im Laufe der Zeit und deswegen möchte man alle Löcher so gut wie möglich in der Außenhaut vermeiden. Und das ist genau der Grund, warum wir überhaupt übers, äh, Kleben sprechen, weil das halt einfach, äh, dann ohne irgendwelche Löcher funktioniert. Natürlich könnte ich auch irgendwas schrauben und da Dichtmasse mit reinbringen und so 'ne Geschichten. Ich hab das aber schon gesehen bei 'nem Fahrzeug, was wir gekauft haben. Wenn man auch das nicht richtig macht und auch da gibt's wieder Abnutzung, Spröde, bla, bla, bla, dann hab ich da halt wieder 'n Problem.
Dann hab ich 'n Loch, wo eben die Feuchtigkeit reinkommt. Und, ähm, das ist für mich genau der Grund, warum wir viele Dinge lieber nicht schrauben, maximal, äh, eben Fenster und so was. Da haben wir beim letzten Mal schon gesprochen und sprechen wir in der nächsten Episode. Aber warum's einfach sinnvoll ist, 'ne Dachdurchführung, 'ne Sat, äh, Anlage, 'ne Solaranlage zu kleben, statt sie zu schrauben. Weil ich mir diese Gefahr des Loches einfach spare. Und das wird vielleicht nicht in ein oder zwei Jahren relevant mit dem Loch, aber irgendwann ist es 'n Thema und dann ist es halt einfach ärgerlich. Ist dann vielleicht nicht mehr eures, okay, kann man egoistisch sein. Ähm, und sind vielleicht manche auch und es ist vielleicht auch okay, das muss jeder für sich selber entscheiden, aber deswegen noch mal für mich ist Kleben eben so 'n Thema, weil ich da diese Löcher nicht habe.
Also wie gesagt, ähm, ich bin doch immer überrascht, wie viele Leute doch ihre Fahrzeuge relativ lang fahren und dann mittlerweile ist das Fahrzeug ein Teil der Familie und ist so das Schätzchen, was dazugehört. Und, ähm, ja, man sollte einfach dann schon einfach sich vorher Gedanken machen: Was mache ich? Wie mache ich's? Und es, wie gesagt, es ist nicht so schwer. Es gibt so 'ne Handvoll Sachen, die ich einfach beachten muss. Und das eine ist halt, wie gesagt, einmal der Klebeprozess und dann nachher sind es einfach die einzelnen Vorbereitungen. Wenn ich dann nachher wirklich in die Tiefe gehe, wenn ich sage: „Okay, jetzt hab ich mein Projekt beachtet. Ich hab meinen Klebstoff ausgewählt. Ich weiß, es muss eine Dickschichtverklebung geben, weil die Materialien sich unterschiedlich ausdehnen. Ja, ich will auch mal in den Süden fahren, dann haben wir eine große Temperaturdifferenz. Ähm, ja, ich fahr vielleicht auch mal bisschen Offroad oder mal 'n Feld- und Waldweg und so weiter und so fort. Also hab ich auch noch Vibrationen und Schlagbelastung dabei.
Also ist ganz klar, ich brauch eine Dickschichtverklebung mit einem hochelastischen Klebstoff. Ähm, das hab ich dann gemacht und dann nachher geht's eigentlich nur noch die, um die Arbeitsschritte, die ich einfach machen muss. Und da haben wir ja auch eigentlich so wieder so eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht so 'n Buch wieder drin, wo man genau sagt: Okay, was sind eigentlich meine Arbeitsschritte, wenn ich dann fertig bin? Mal gucken, vielleicht können wir euch das auch noch zur Verfügung stellen mal als oder zumindest 'n Link zu 'nem Whitepaper, wo man sagen kann, da kann der Podcasthörer sich dann auch noch zusätzlich was runterladen, wo wir dann einfach sagen, okay, ähm, diese Arbeitsschritte kommen, wie gesagt, alle aus der Industrie, die kommen alle von geschulten Fachhändlern, die wir ja haben, die man bei uns auf der Homepage auch findet als zertifizierte Fachhändler. Und genau nach diesem System arbeiten wir und deswegen teilen wir ja und deswegen sagen wir ja auch Profi-Produkte mit Profiwissen.
Das Wissen, was, was jetzt der Sebastian und ich euch hier mitgeben, das ist dasselbe Wissen, die wir in Klebeschulungen, ähm, an unsere Händler weitergeben, an Hersteller weitergeben, an sonstige Sachen weitergeben. Also ihr kriegt dasselbe, dasselbe Input, ähm, ja, den die Profis schon auch, sonst auch bekommen.
Dann lass uns mal wieder zurück zu unserem Klebeprozess, wie ich ja gelernt habe, gehen. Ähm, also wir haben 'n bisschen Planung gehabt, wir haben uns die Werkstoffe und die Eigenschaften angeguckt. Äh, wir haben, sie sind jetzt auch schon dabei gewesen, wir haben uns die, also ich hab ja so von Michael ein, ein PDF bekommen mit genau diesem Prozess und den geh ich jetzt grade 'n bisschen durch, weil ich hab das noch, noch lange nicht im Kopf, weil, ähm, in dem Detail hör ich das jetzt auch das erste Mal, ganz offen und ehrlich. Und ich hab auch ein, zwei Sachen in meinem Klebeprozess damals, äh, nicht mitgemacht, bin ich auch ganz offen und ehrlich. So, also wir haben die Klebung gestaltet, weil wir haben ja grad schon vielleicht festgestellt, wir verkleben ein Aluminium mit einem Kunststoff, die dehnen sich unterschiedlich aus. Wir brauchen also eine Dickschichtklebung. Was das bedeutet, ist vermutlich einfach, dass der Kleber eben nicht hauchdünn, äh, wie man's vielleicht zu Hause macht, wenn man zwei, zwei Teile aufeinander klebt, sondern eben dick, ähm, aufeinander ist.
Da wär jetzt gleich noch die Frage: Woher weiß ich denn, wie dick? Also gibt's da wieder Datenblätter, wo ich das lese?
Ja, Punkt eins gibt es Datenblätter, aber ich geb dir einfach mal so 'ne Faustformel mit, ähm, wo wir sagen, die Minimumgrenze nach unten wären zwei Millimeter. Die optimale Gr-Größe liegt zwischen vier und fünf Millimeter und je, je größer dieser Ausdehnungskoeffizient ist, desto dicker muss diese Verklebung sein, weil wie beim Gummiband, wenn ich das ganz kurz fasse, zerreißt es und wenn ich es länger fasse, dann dehnt's sich. Es muss also etwas Futter, etwas Material haben und die Obergrenze wären bei uns neun Millimeter. Also ich möchte unter einem Zentimeter bleiben. Ja, also nach oben neun Millimeter, nach unten zwei sind die Grenzen, optimal dazwischen liegt bei vier und fünf. Und deswegen sind zum Beispiel bei unserem MS fünf, unserem Kraftkleber, der genau für solche strukturellen Verklebungen geeignet ist, auch schon so 'ne, so 'ne V-Naht eingeschnitten in die Kartuschenspitze, die dann dazu führt, wenn du es im rechten Winkel fest aufsetzt und das H zeigt von dir weg, dann erzeugst du immer eine acht Millimeter hohe Kleberaupe.
Die ist acht breit und acht hoch und wenn du sie zusammendrückst, bleibt sie acht breit und ist vier hoch. Also die, die, die Düse ist immer das Doppelte auf die doppelte Höhe ausgeschnitten, wie nachher meine Klebedicht-dicht-Dings sein soll. Also je dicker ich die haben will am Schluss, desto höher muss ich dieses Dreieck ausschneiden. Bei uns sind sie's ab acht Millimeter ausgeschnitten. Das heißt, wenn du's zusammenfügst, kommst du automatisch auf vier Millimeter und du brauchst keinen Abstandshalter, du brauchst das nicht. Du darfst nur eins nicht machen, wie ich's immer wieder mal so in YouTube-Filmen sehe oder anderen, wo dann nachher die Solaranlagen mit Backsteinen am besten beschwert werden und so richtig dick Zeug draufkommt und so weiter und so fort. Das, nee, das will ich alles nicht, weil dann geht's auf null, sondern ich möcht's einfach handfest andrücken und dann bin, komm ich automatisch irgendwo bei drei, vier Millimeter raus und das ist die optimale, für die meisten Verklebungen, die optimale Dicke, die ich, ähm, wirklich brauche.
Ich bin grad happy, dass ich das intuitiv und ich glaub, mit viel Recherche auch so gemacht habe, weil ich weiß, dass meine Klebekartusche keinen Aufsatz hatte, der V-förmig ausgeschnitten war. Ich musste das selber machen.
Mhm.
Ähm, hab damals nicht gewusst, warum ich's tue, aber jetzt weiß ich, jetzt fügt sich sozusagen das Bild zusammen. Äh, also-
Also deswegen machen wir das ja. Deswegen machen wir das ja, um einfach euch das leichter zu machen.
Ja, das ist smart.
Wir sagen, okay, wir arbeiten da, da, davor und sagen, okay, alle Fehler, ähm, die wir für euch wegnehmen können, dass ihr sie erst gar nicht machen könnt, ähm, versuchen wir wegzunehmen. Und deswegen ist sie so vorgefertigt, auch sowohl für meine Profis, wo ich sage, ihr braucht euch keine Gedanken machen. Es ist 'ne optimale Dicke, ist 'ne optimale Höhe und wenn du das richtig machst und sie immer im 90-Grad-Winkel fest aufsetzt, die Kartuschenspitze, dann sehen nachher deine Nähte aus wie vom Roboter gezogen. Die sind alle gleich hoch, immer gleich aussehend, ähm, und du hast eigentlich sofort eine, eine professionelle, äh, ähm, Fertigung eigentlich erreicht. Auch als jemand, der's das erste Mal macht.
Ja, kann ich sagen, das ist sehr hilfreich. Ich erinner mich noch, das war fürs erste Mal gar nicht so einfach, so 'ne, so 'ne Kleberaupe zu ziehen, dass es auch gleichmäßig ist. Ähm, das war tatsächlich gar nicht so einfach beim letzten Mal. Okay, jetzt, jetzt haben wir die Klebung gestellt. Das heißt, wir haben uns Gedanken gemacht, wie dick. Ähm, jetzt müssen wir uns Gedanken machen, welchen Kleber brauchen wir?
Genau, das war jetzt genau die Thematik. Wir haben gesagt, wir bleiben weiter bei unserem Beispiel. Wir verkleben die, die, die, die starre Solaranlage. Das heißt, wir haben zwei Spoiler, ähm, auf dem nachher die Platte verschraubt wird und wir haben eine Kabeldurchführung und haben dann gesagt: Gut, okay, dadurch, dass wir Vibrationen haben, brauchen wir 'ne elastische Verklebung. Ähm, der MS fünf hat 'ne hohe, äh, Elastizität von immer noch 250, 300 Prozent, das ist ausreichend und der hat 'ne hohe Anfangshaftung von 28 Kilo. Also wäre das jetzt für den Fall der richtige Klebstoff. Und wir haben auch gesagt, wunderbar, die Klebstoffdicke kriegen wir über die Kartusche hin. Also wäre das jetzt im Prinzip, sag ich mal, der Punkt vier in dem Fall oder fünf eigentlich auch erledigt. Ne, also Klebung geplant, Werkstoffeigenschaften beachtet, Klebung gestaltet und den richtigen Klebstoff ausgewählt. Und ja, jetzt würden wir uns noch mal halt Gedanken über die Oberfläche machen, aber das-
Ich spring noch mal kurz, kurz vorab zum Kleber, weil ich könnte theoretisch, also einfach, um's mal gesagt zu haben, auch dann für die Kab-Dachdurchführung, das sind ja nur so kleine Plastikboxen, könnt ich theoretisch auch einen weniger starken Kleber nehmen, was ja aber eigentlich Quatsch ist, weil dann hab ich zwei offene Kartuschen. Also wenn ich einen Kleber nehme, der etwas stärker ist Dann geht das 'n bisschen vielleicht auf die Elastizität. Da muss ich also gucken, aber ansonsten gilt halt grade hier bei Solar 'ne Dachdurchführung und die Solaranlage selber, das kann ich beides mit selber selben Kleber machen. Da muss ich jetzt nicht zwei verschiedene nehmen, damit das quasi perfekt ist, weil dann hab ich halt... Also für euch ist schön, ihr habt zwei Kartuschen verkauft, aber für den Kunden-
Nein, ist es okay. Wir raten das dann auch schon mit demselben zu machen, aber genau von den Anforderungen, das hat, da merk ich, dass du jetzt schon doch schon tief drin bist, weil du dir Gedanken gemacht hast. Klar, für die, für die, für die Anforderung der, der Kabeldurchführung hab ich andere Anforderungen als für das, der Halter des Moduls. Ähm, das stimmt, da bräucht ich eigentlich einen nicht so starken Klebstoff, aber ich so mit so 'm MS fünf eine Kartusche kommst du ungefähr so drei, dreieinhalb Meter bei der acht Millimeter Kleberaupe. Also langt das für diese zwei Füße im Normalfall plus deine Kabeldurchführung und wenn du Glück hast, hast du noch 'ne Kleinigkeit übrig, dann kannst du noch deinen Mülleimer drankleben, dann fällt der auch nicht runter und dann frisst dein Hund auch nicht den Müll.
Das, das war grad noch mal 'n guter Tipp. Also, ähm, um das noch mal in, in Solaranlage Optik zu sagen, also das heißt, wir kleben da mit der Menge mit einer Kartusche, was, was Micha grad gesagt hat, eben ein Solarpanel plus die Dachdurchführung. Das heißt, wenn ihr zwei Paneele draufkleben wollt, dann müsst ihr auf jeden Fall dran denken, dass ihr unter Umständen zwei Kartuschen braucht, weil ihr mit einer eben hier nicht weiterkommt. Also das ist jetzt vielleicht noch für die Planung wieder wichtig. Wir müssen auch 'n bisschen uns über die Menge Gedanken machen. Ähm, das war, glaub ich, noch mal 'n sehr guter Punkt, weil je größer eure Solaranlage wird, desto mehr Kartuschen braucht ihr auch. Ähm, das vielleicht noch mal auch ganz, ganz wichtig. Und-
Mhm.
Und was ich hier schon im Kopf habe, ja, ich, weil ich, ich höre schon die Gedanken und ich, die sind mir auch schon ganz oft begegnet. Viele denken jetzt und das hast du auch die letzte Episode schon gesagt, aber ich möcht da noch mal drauf eingehen. Das hält doch nicht. Ich muss das doch schrauben. Wie kann denn der Kleber halten? Das, das, also ich hör das schon, wie, wie Leute das denken und ich bin auch ganz offen, ich hab da auch am Anfang bisschen gezweifelt, ob das wirklich funktioniert und ob ich das nicht schrauben muss. Ähm, wie können wir die Leute mitnehmen und überzeugen?
Also ich nehm dir da noch mal die Angst. Ähm, ähm, jetzt mal e-e-ein Beispiel zu nennen, jetzt bleiben wir doch mal einfach bei unserem, unserem, unserem Sam-Modul oder wir gehen als, als zweites Beispiel nehm ich gern die Markise. Also da ist das Geschrei meistens noch größer und, ähm, da kommen dann so Aussagen, ihr seid mutig oder wirklich oder ihr traut euch so was oder so Sachen. Jetzt bleiben wir doch einfach bei dem Solarmodul. Ähm, ich weiß jetzt nicht, wie, wie, wie, wie, wie breit im Prinzip, sag ich mal, diese Module sind. Gefühlt hätt ich gesagt, irgendwo was weiß ich. Machen wir's einfach zum Rechnen. Das sind fünfzig Zentimeter-
Ja.
Ähm, breit oder sechzig Zentimeter. sechzig Zentimeter-
Sechzig ist realistischer, ja.
Weil sechzig und sechzig sind ein Meter zwanzig und dann haben wir die, was weiß ich, die sind noch mal fünfzehn Zentimeter breit, also tief, sag ich mal, diese Tie-, die Längs-, die Längsstellen. Machen wir's einfach, um am einfacher nachher rechnen zu können. Also wir hätten jetzt sechzig und sechzig und zweimal fünfzehn, das sind dreißig, sind ein Meter zwanzig und dreißig sind ein Meter fünfzig Klebefläche, die wir als laufende umlaufende Sachen haben. Das sind hundertfünfzig Quadratzentimeter Klebefläche.
Aha.
Hundertfünfzig Quadratzentimeter Klebefläche mal achtundzwanzig Kilo. Ähm, vielleicht hast du grad 'n Taschenrechner, weil-
Hab ich.
Also hundertfünfzig mal achtundzwanzig.
Das sind viertausendzweihundert.
Okay. Das wären-
Vier Komma zwo Tonnen.
Vier Komma zwei Tonnen, die du jetzt da dran hängen könntest. So und dann ist der Punkt, wo ich sag, okay, wir, also unsere, bleiben wir bei der, bei der, bei der, bei 'ner SAT-Anlage. 'ne SAT-Anlage wiegt fünfundzwanzig Kilo. Ein Quadratzentimeter Klebefläche hält achtundzwanzig. Rein rechnerisch würde ein, ein, ein daumennagelgroßer Klebepunkt langen, um die SAT-Anlage zu halten, rein rechnerisch gesehen, ne. Weil achtundzwanzig Kilo, die hat nur fünfundzwanzig Kilo, also hält das Ganze. Nein, hält natürlich nicht, weil wir natürlich tausend Belastungen haben wie Bewegungen, Vibrationen, Schlagbelastung und so weiter. Aber wir dimensionieren mit der Klebetechnik die, die, die Werte so hoch, dass wir nie in 'nen Grenzbereich kommen, weil da wollen wir nicht hin. Wir wollen's einfach extremst überdosieren. Ja, und, ähm, ich hab jetzt grad letztens eine, eine, eine Markise ausgeleuchtet.
Wir waren auf der Abenteuer Southside und da war 'n, 'n Schweizer da, der das diskutieren wollte mit mir und dann hab ich gesagt: "Guck mal, vier Meter ist die, ist die Schiene lang wie deine Markise auch. Dort kommen fünf Kleberaupen drauf, also sind das zweitausend, also fünf mal vierhundert sind das zweitausend Quadratzentimeter Klebefläche." Jetzt hast du ja deinen Taschenrechner da, zweitausend mal achtundzwanzig, ich glaub, das sind fünfzig Tonnen Bereich ungefähr.
Sechsundfünfzig Tonnen.
Ja. So und jetzt sag ich: "Guck mal, jetzt, das kann ich an deiner Ding-- und jetzt wird es doch mal deine Markise wird doch wohl das Ganze, ja, diese, dieses, diese, diese Halterung wird deine Markise halten, weil bei fünfzig Tonnen, so schwer wird deine Markise nie werden." Und das ist die Thematik, die wir einfach haben.
Und diese Klebekraft find ich wiederum in den Datenblättern der Kleber, ne?
Genau.
Okay. Also genau, das ist 'n wichtiger Punkt. Jetzt hast du ja bei dem Solarmodul vielleicht auch das noch. Du bist jetzt davon ausgegangen, dass du das komplett rundum kleben oder? Oder nur an den Stirnseiten?
Nee, alle, das ist ja 'n, ist ja so 'n Solarfuß, wo du das, das Solarmodul nachher reinschraubst, das starre Modul. Da hast du ja so zwei Spoiler, wenn du so willst, so zwei, ja. Und jetzt wären die durchgehend, aber die gehen einmal über die Querseite, ja. Also so breit wie dein Modul ist nicht wie Längsseite-
Genau, genau.
Die Breite ungefähr sechzig Zentimeter und dann ist das ja ein, ein, ein Rechteck, wenn du so willst. Du hast zwei Längsseiten bei den Spoiler und zwei kurze Seiten. Und jetzt haben wir's 'n bisschen aufgerundet einfach. Ich weiß nicht, ob die nicht, die nur vielleicht nur fünf Zentimeter oder zehn Zentimeter sind. Na, also das-
Ich will das nur, weil wir ja hier nur sprechen. Ich will das immer noch mal versuchen in Bildern und so weiter auch klarzumachen. Also man, für alle, die noch nie 'ne Solaranlage geklebt haben, sind wahrscheinlich viele. Man hat da sogenannte Spoiler, das sind so, äh, Kunststoffteile, in die wird dieses Solarmodul quasi eingeschraubt wiederum und die werden dann eben aufs Dach geklebt. Und die haben eben genau den Vorteil, dass sie 'ne relativ große Klebefläche haben und die sind eben an den Stirnseiten, also an den schmaleren Seiten des Solarmoduls verbaut. Und dann gibt's welche, da kann ich eben auch zwei Module miteinander verbinden. Es gibt auch manchmal so kleine Eckverbinder, da müsst ihr dann halt gucken, die haben dann 'ne kleinere Klebefläche. Da müsst ihr dann 'n bisschen rechnen und einfach schauen, ob das trotzdem passen kann Ähm, deswegen find ich generell eigentlich immer diese, diese Spoiler, äh, sinnvoll, weil die halt wirklich viel Klebefläche, Fläche mit sich bringen.
Die leiten halt auch den Wind besser drüber, wenn du sie entsprechend aufklebst.
Ja, geräuschtechnisch.
Genau der, der schlauere Weg letzten Endes, ne. D-damit habt ihr noch so'n bisschen Solarkleberinformationen mitgenommen.
Genau, also die Windgeräusche werden wesentlich weniger durch die Spoiler.
Ja.
Und es gibt jetzt auch schon Hersteller, die die Spoiler fest mit den Solarmodulen verbunden haben. Da brauchst du nicht mal schrauben, sondern die sind schon fest an dem Teil dran. Ähm, und da ist die Verkabelung auch schon alles dran. Also von der Seite her wird das immer eleganter. Ich hab's jetzt grad bei Ten Haaft haben wir Klebetests gemacht. Die haben komplette Sachen, da musst du nachher nur noch das komplette Modul einmal bisschen klebend draufsetzen und das ist voll verkabelt und, ähm, d-d-d-d-der, der Durchfunk ist auch eigentlich auch schon dran. Das heißt, du musst nur einfach einmal zwei kleine Löchlein für die Kabel bohren und ansonsten ist es irre vorinstalliert und extremst easy zum Verarbeiten. Da war ich jetzt auch positivst überrascht, wie viel die Hersteller von solchen Modulen sich heute schon Gedanken machen und einfach, ähm, ja mitdenken und sagen: „Hey, guck mal, wir bereiten das alles vor und es ist nur noch drauf machen und fertig."
Ja, das ist natürlich wirklich einfach. Und für alle, die jetzt denken: „Ha, warum kleb ich denn das Modul nicht einfach direkt drauf?" Nehmen wir, also zum einen mit den normalen Modulen würd ich das nicht machen, weil dann klebt ihr quasi auf 'ne sehr, äh, empfindliche Oberfläche, die da unten dran ist. Und, äh, wir haben ja vorhin schon drüber gesprochen, dass sich Fahrzeuge, dass sie vibrieren, dass sie sich bewegen, gegeneinander bewegen, sich auch verschränken, je nachdem wie ihr mal fahrt. Und das kann zu 'nem Bruch führen. Und noch viel wichtiger, Solarmodule müssen oder, oder sollten unterlüftet werden, weil sie einfach kühler sind und je kühler sie sind, desto mehr Strom können sie produzieren. Und deswegen macht man das im Allgemeinen nicht auf'm Dach. Es gibt zwar so flache Module zum Aufkleben, aber ich würd ehrlich gesagt immer mit 'ner Hinterlüftung arbeiten, weil das einfach effizienter ist, grade wenn ihr nicht so viel Dachfläche habt und das ist ja bei vielen Campingfahrzeugen 'n Thema.
Vielleicht das auch noch so als, als Gedanke, auch wenn's 'n bisschen weg vom Kleben ist.
Mhm. Also wie gesagt, von der Grundidee her lassen sich's, erkennt sich deins, da bin ich vollkommen bei dir. Ähm, wenn ich diese flexiblen Solarmodule nehme, äh, muss ich mir halt wirklich Gedanken machen: Wie krieg ich die Temperatur weg? Das heißt, wenn ich 'n Fahrzeug habe, was ein Kunststoffdach hat wie GFK oder andere, ist das halt immer problematisch. Wenn ich jetzt einen Kastenwagen hätte mit einem Metalldach, da ist es wieder einfacher. Das Metall führt mir die Wärme theoretisch in der flexiblem Modul weg. Aber ich sollte, bin ich vollkommen bei dir, mir Gedanken machen: Muss es wirklich ein flexibles Modul sein? Ähm, da lass ich wirklich auch nur die Höhenvorteile genzen, wenn ich sage: „Okay, mit dem anderen passe ich nicht mehr in die Garage", dann kann ich das verstehen. Aber ansonsten bin ich auch der absolute Freund von den starren, hinterlüfteten Modulen, weil meine Erfahrung festgestellt hat, wenn von diesen beiden Alternativen eins kaputtgeht, gehen eher die flexiblen kaputt als die, als die starren.
Und du kriegst sie auch nachher wie gesagt leichter, wie gesagt demontiert und von der Seite bin ich auch wie bei dir bei den, bei den starren Modulen und auch bei den Spoilern, weil die Spoiler einfach halt die, ähm, die Geräuschdämmung auch wegnehmen. Dann pfeift's nicht auf dem Dach ab bei gewissen Geschwindigkeit und von der Seite ist das für mich auch so die Lösung oder Wahl Nummer eins, auch wenn ich mit Mosa-Modulen ja ansonsten nichts zu tun hab, außer dass wir sie verkleben.
Wie, äh, lei-leiten denn eigentlich eure Kleber Temperaturen? Also tun sie das überhaupt? Isolieren sie eher?
Also die sind eher im Prinzip, sag ich mal, 'n bisschen isolierend.
Mhm.
Ähm, es gibt elektrisch und auch andere leitfähige, äh, Klebstoffe. Unsere sind im Prinzip, sag ich mal, eher im isolierenden Bereich, ähm, angesetzt, was natürlich auch den Vorteil hat, ähm, aber das wird jetzt, jetzt 'n bisschen chemisch, sag ich mal, haben wir irgendwann mal in der siebten Klasse gehabt, so Anode, Kathode und Opferung des, des Metalles und, ähm, diese, diese Bereiche, die wir da haben. Und, ähm, das ist für mich so der Klassiker, wenn, wenn so Leute zu mir kommen und sagen: „Boah, ich hab Alufrass auf der Fläche", und dann ist der erste Tipp von mir, wo ich sage: „Da hast 'n Wasserschaden drunter", und dann gucken mir dich auch wieder an und sagen: „Wie kommst du auf die Idee?" Sag ich: „Ja, ist ganz klar. Wir haben irgendwo 'ne Schraube im Innenbereich, du hast 'ne Alu-Außenwand und wenn da kein Wasser dazwischen ist und das beide Sachen keinen direkten Kontakt miteinander haben, dann würde da nichts passieren. In dem Moment, wo du Wasser dahin hast, haben wir ein leitendes Medium und dann opfert sich das edlere Metall. Das haben wir, wie gesagt, in der Schule ja gelernt, die spannungsfreie Metalle.
Ähm, und deswegen hast du dann irgendwo Alufrass irgendwo drauf und dass wenn ich da 'n Klebstoff dazwischen habe, passiert das Ganze halt auch nicht, weil der würde genau da isolierend wirken zwischen diesen beiden, diesen beiden Metallen.
Ich meinte vor allen Dingen aber auch die Temperaturleitfähigkeit, weil du ja grade gesagt hast, wenn ich 'n, 'n Kund, äh, 'n, 'n Metalldach habe, dann leitet mir das bisschen die Wärme weg, aber es wird ja voraussetzend, dass der Kleber, der dazwischen ist, auch die Temperatur leitet, oder?
Ja gut, bei dem Mo, die, die flexiblen Solarmodule sind ja relativ nah dran. Da passiert das schon nicht über den Klebstoff, sondern passiert einfach über die Fläche.
Okay.
Dass da, dass die einfach dann das Metall erwärmen und das Metall's nach außen abgibt.
Gut. Dann machen wir weiter. Jetzt müssen wir, wir haben jetzt 'n Klebstoff ausgewählt. Jetzt müssen wir uns mit unserer Oberfläche beschäftigen. Wir kleben ja am besten direkt auf den Lack, oder?
Mhm.
Und, äh, kann ich auf jeden Lack kleben?
Im Normalfall schon. Also wie gesagt, ähm, es ist ja auch nicht nur der Lack, es kann Metall sein, das kann Alu sein, das kann GFK sein, ähm, das kann tausend verschiedene, kann theoretisch auch Holz sein. Also du kannst auf tausend verschiedenen Oberflächen kleben, und zwar eigentlich relativ problemlos. Und wenn ich Probleme habe oder wo ich etwas sorgsamer gucken muss, sind eigentlich immer die Kunststoffe. Und das hatten wir in der ersten Folge ja schon. Die haben in der Regel eine niedrige Oberflächenspannung und dementsprechend ziehen die die Klebstoffe nicht so gut an und dementsprechend muss man da 'n bisschen vorsichtiger sein. Um 'ne Hausnummer zu nennen, Kunststoff liegen in der Oberflächenspannung irgendwo zwischen fünfundvierzig bis, bis siebzig, dann sind sie einigermaßen gut verklebbar. Alles, was unter vierzig ist mit der Oberflächenspannung, dann sind wir bei Teflon, Silikonen, PE, PP.
Das sind Stoffe, die in der Regel schlecht oder gar nicht zu verkleben sind. Ähm, dann kommen viele Kunststoffe, die wie gesagt zwischen vierzig und siebzig liegen. Die sind eigentlich in der Regel okay verklebbar. Wenn ich jetzt aber vergleichen würde, Aluminium hätte eine Oberflächenspannung von tausendfünfhundert und Stahl von zweitausendfünfhundert. Also wenn du mich jetzt bei deinem Projekt fragst, ähm, was würde ich nehmen? Einen Kunststoff oder einen Aluminiumspoiler? Was wäre jetzt deine Entscheidung heute?
Aluminium.
Aluminiumspoiler, ganz klar, ne. Also ich würde dann sagen, okay, ich nehm Aluminiumspoiler, weil er halt besser verklebbar ist, aber generell können wir fast alle Oberflächen miteinander verkleben.
Dann müssen wir aber auch immer 'n bisschen uns drauf verlassen oder nachgucken, dass der Hersteller des Kunststoffspoilers auch schlau genug war, vielleicht einen Kunststoff zu nehmen, der eben gut verklebbar ist und, äh, äh, wenn es wirklich das Billigste vom Billigsten ist, hat er sich vielleicht darüber gar keine Gedanken gemacht. Also es wird mir grade so bewusst, da sollten wir dann auch noch mal drauf achten, wenn wir schon nicht den Metallspoiler nehmen.
Mhm.
Mhm. Okay.
Also wie gesagt, aber das Problem ist, es werden mehr Mischgranulate von der Seite her oftmals weiß der Hersteller auch gar nicht mehr, was er verarbeitet, weil er einfach aus der Großindustrie nur noch gemischte, ähm, Granulate kriegt und das wird jetzt noch, noch interessanter, weil wir haben ja den Green, äh, den Green Deal oder Green Illogical Deal, den im Prinzip die Frau von der Leyen grade mit der U durchsetzt und es wird noch spannender, weil in ganz naher Zukunft bis 2030 müssen diese Spoiler oder andere Kunststoffabteiler, äh, Sachen bis zu 30 oder 40% mit recyceltem Material hergestellt werden. Und dann wird das ganz spannend, weil dann weiß man doch viel weniger, was dort in diesen Sachen drin sein wird. Und das gilt auch für importierte Spoiler.
Und da merkt man auch 'n bisschen, warum auch aber so 'ne Gesetzgebung gar nicht mal so einfach ist, weil es natürlich genau so 'ne Sachen gibt, die, die da auch immer wieder reinfunken. Manchmal guckt man drauf, manchmal auch nicht und das, das ist ja jetzt nur wahrscheinlich eins der Themen, die da irgendwie 'ne Rolle spielen. Und wahrscheinlich ist das Verkleben von Kunststoffteilen halt auch wirklich nur eine Randbedingung für die Produktion von Kunststoffen, aber da sehen wir mal, wie eben Entscheidungen an ganz anderen Ecken, die wir gar nicht vorherse-- oder wir Laien nicht vorhersehen, auch wieder 'ne Auswirkung haben. Hätt ich auch nie drüber nachgedacht.
Mhm. Deswegen, das sind so Themen, die wir dann im, im Industrieverband haben, wo wir genau so sagen, okay, wir wissen, das kommt auf uns zu. Ähm, das ist der Grund, warum wir seit ungefähr vier, fünf Jahren Förderer des Kunststoffinstituts in Lüdenscheid sind, die Kunststoffforschung machen, um genau solche Effekte, ähm, ja, mitzubekommen, zu gucken, an was forschen die und so weiter und so fort. Also ein Highlight, das wir bei dem letzten Meeting mit denen hatten, war, ähm, die Firma Golden Toast, die vielleicht jeder eine oder andere ausm Supermarkt kennt, also die Toastbrot herstellen, die machen das viel mit Sonnenblumenkernen. Ähm, diese Kerne haben die früher den Bauern gegeben, dann wurden die untergegraben aufm Feld und, ähm, als Düngemittel eigentlich benutzt. Und jetzt haben die mit dem Kunststoffinstitut ein Produkt entwickelt, dass man ein Spritzgussteil draus machen kann. Das heißt, eigentlich reden wir davon, dass du eine Stoßstange produzieren kannst, die du nachher auf deine Komposthaufen werfen kannst.
Ähm, ist ein ganz interessantes Thema. Macht es natürlich für uns Klebstoffhersteller auch relativ spannend, weil wir uns natürlich bis vor ein, zwei Jahren noch nie Gedanken gemacht haben, wie verkleben wir Sonnenblumenkerne. Ähm, aber das sind jetzt Dinge, die kommen auf uns zu und deswegen machen wir genau solche Initiativen, wo wir sagen, okay, wir müssen heute uns schon Gedanken machen, wo das in drei, vier, fünf Jahren hingeht, weil das natürlich, ähm, ja, uns beeinflusst und auch logischerweise irgendwann auch euch als Endkunden beeinflusst. Ähm, und wir wollen natürlich, wenn das auf den Markt kommt oder das durchgesetzt wird, eigentlich am besten schon Lösungen für euch haben und sagen, guck mal, wir haben das auf der Uhr gehabt, wir haben uns da Gedanken drüber gemacht und das Produkt A, B oder C löst dieses Problem.
Okay, ja, mir, mir jetzt vorhin auch grade bewusst geworden, warum so viele damals in meiner Recherche, ich erinner mich noch dran, eben auch, äh, gerne auf Alu-Teil, also auf Aluschienen zurückgegriffen haben. Also viele haben sich auch, haben nämlich die Spoiler gekauft, zum Teil aus Kostengründen, weil die waren damals extrem teuer in Relation. Also zwei Spoiler haben fast so viel gekostet wie 'n Solarmodul. Und, ähm, viele haben dann, sind dann auf Metall gegangen, zum Teil aus Kostengründen, aber ich erinner mich auch zum Teil aus Klebegründen und jetzt hab ich grad verstanden warum. Ähm, auch sehr interessant. Okay, jetzt, jetzt haben wir unsere Oberfläche unter Umständen behandelt. Wir haben geguckt, wir haben gereinigt. Ja, auf jeden Fall. Da haben wir letzte Episode auch, äh, schon einiges zu gesagt. Du hast auch 'n bisschen gesagt, wie man idealerweise wischt, dass du ein schönes Bild verwendet.
Ähm, solltet ihr auf jeden Fall noch mal reinhören, wenn ihr das verpasst habt. Und jetzt klebe ich, ähm, bring also jetzt so wie ich das geplant habe, den Klebstoff, den ich, äh, auserkoren habe, in der Menge, wie ich's für richtig rausgesucht habe, auf. Ähm, bring das dann handfest an, also drück das handfest fest und lass es dann einfach aushärten. Dann guck ich wahrscheinlich wieder ins, ähm, Datenblatt, wie lang muss der unter welchen Umständen aushärten? Auch da ist ja wieder so 'n Thema, Wohnmobil draußen stehen, Solaranlage kleben und es fängt an mit Regnen. Ähm, ist das generell ein Problem oder wirkt sich das nur auf die, auf die Dauer der Aushärtung aus, zum Beispiel?
Okay, Sebastian, dann lass uns mal, ähm, noch mal ganz kurz da in den Prozess gehen, weil eins haben wir in dem Moment jetzt übersprungen, und zwar das Wort heißt Fertigung vorbereiten. Das heißt aber, das passt jetzt auch wunderbar zusammen. Das heißt, ich guck erst einmal, habe ich einen am besten hellen, durchlüfteten Raum. Und ich hätte gern natürlich am liebsten eine, eine Temperatur von mindestens plus 10 Grad, optimal 15 bis 25 Grad. Und genauso gern hätt ich, brauch ich bei vielen unserer Klebesysteme und auch bei unseren Wettbewerbern, das meiste in feuchtigkeitshartende Systeme, eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 30%, optimal 40 bis 60%. Das heißt, erst einmal guck ich, hab ich diese ganzen Sachen auch. Aber das schließt sich der Kreis eigentlich so schön, weil, ähm, wenn ich das habe und, ähm, dann muss ich einfach sicherstellen, dass auch natürlich während der ganzen Aushärtung und das kann bis zu 72 Stunden dauern, ähm, diese, diese Bedingungen vorherrschen habe.
Also das, das Schwierige ist grade so im Frühjahr, wenn du dann sagst, boah, ich mach das draußen, heute Mittag waren's 15, 20 Grad oder 15 Grad, äh, und dann, ähm, wird es aber trotzdem noch mal nachts, was weiß ich, so rund um Ostern doch mal sehr kalt, wo es dann auch mal fünf Grad oder null Grad oder so was wird. Wo ich sage, okay, das, das stört alles meinen Klebstoff bei der Aushärtung, weil der natürlich einfach schon gestresst ist durch die Temperatur- und Ausdehnungskoeffizienten, die wir da haben. Das heißt, er hat einfach wahrscheinlich beim Aushärten schon lauter kleine Mikrorisse drin und so weiter und so fort. Deswegen muss ich einfach gucken, dass ich möglichst diese Temperaturen konstant halte, dass ich die Luftfeuchtigkeit konstant halte. Beruhigen kann ich dich mit dem Thema Regen, wenn sich die Haus gebildet hat, so nach zehn Minuten Viertelstunde stört, seitdem das ist jetzt der, das starke Gewitter, wo halt wirklich es so stark ist, dass es alles wegdrückt, wegschwemmt et cetera.
Wenn es aber normaler Regen ist, stört es die, die, die, die, die, die, die Aushärtung eigentlich nicht mehr. Ja, ähm, der Klebstoff härtet mit Feuchtigkeit aus, der hat also auch gar kein Problem damit, da, dass da 'n bisschen Wasser drankommt oder draufkommt. Und, ähm, das wissen auch die wenigsten unserer MS-Polymere kleben sogar unter Wasser. Also es gibt Bilder von Kunden, die dann ihren Pool einfach geflickt haben mit einem weiteren Flicken, den sie drüber von innen drüber geklebt haben unter Wasser. Also das funktioniert, funktioniert stressfrei, das geht, das, das, das kriegen wir hin. Ja. Ähm, aber die Temperatur zum Beispiel oder zu wenig Feuchtigkeit, das wären jetzt Dinge, die, die nicht so gemocht, gemocht sind.
Trockener Sommer. Und ganz wichtig, denkt auch dran, dass Sonneneinstrahlung direkt da auf eure Klebefläche natürlich Temperaturen deutlich nach oben schießen lassen.
Genau.
Und ja, das-
So 'n schattiges Plätzchen, glaub ich, auch grad im Sommer. Ich mein, wer will denn bei, bei dreißig, fünfunddreißig Grad in der Sonne, äh, irgend so was montieren? Da gehst du ja selbst kaputt. Da, da glühen dir die Finger auf dem Dach oder so. Also von der Seite her. Ähm, mein Prof hat immer gesagt, bei solchen Sachen, ähm, wie hat er das, da hat 'n Kürzel für genannt, aber das, das Kürzel krieg ich grad nicht zusammen. Aber der Kern der Aussage war immer, das Allerwichtigste bei diesen ganzen Checklisten und Prozessen und so weiter ist, benutzt den gesunden Menschenverstand. Ja, er sagt einfach, denkt einfach zwei Sekunden drüber nach, benutzt einen gesunden Menschenverstand. Macht das jetzt gerade Sinn, was ich da vorhabe, oder ist es vielleicht 'ne blöde Idee? Und das ist einfach so, wie gesagt, einfach kurz drüber nachdenken und sagen, okay, passt es oder passt es nicht. Und in dem Moment, wo ich mir die Finger verglühe, ähm, auf dem Dach oben, weil's zu heiß ist, dann ist es meinem Klebstoff auch zu heiß.
Da kann ich noch 'n Tipp mitgeben, sucht euch ansonsten noch 'n zweiten Menschen und diskutiert das kurz, weil manchmal so 'n zweites Gehirn guckt noch mal anders drauf. Man selber ist manchmal dann so 'n bisschen eingefahren an der einen oder anderen Stelle, weil man ja einen Plan schon hat und da hilft manchmal einfach so, mein, mein Entwickler, äh, nennt das immer Rubber Ducking. Also das heißt, man spricht einfach über irgendwas und dabei fallen einem dann Dinge auf. Und da hilft halt so 'n zweiter Mensch einfach ungemein bei diesem Prozess. Also das kann ich euch als Tipp noch mitgeben.
Das stimmt. Wenn du dem anderen das erklärst und er versteht es sofort, dann weißt du, okay, das hab ich wahrscheinlich richtig gemacht.
Ja. Oder er sagt: „Bist du doof? Das kannst du doch nicht so machen", dann weißt du auch, da denkst du noch mal drüber nach. Aber manchmal, manchmal gelingt einem das selber nicht und da ist wirklich mein Tipp, nehmt euch 'n zweiten Menschen dazu, das, das hilft auf jeden Fall. Ähm, okay, ich spicke wieder auf den Prozess. Das heißt-
Aber du hast es gut gemacht. Du hast es sauber aufgetragen. Wir haben geguckt und wichtig ist, wir müssen einfach während der Aushärtungszeit und ich möchte auch ein normales Fahrzeug in der Regel die nächsten vierundzwanzig Stunden nicht bewegt haben. Danach könnt ihr es bewegen, und, aber die Endfestigkeit wird erreicht ungefähr nach 48 bis 72 Stunden. Das heißt auch nicht in die Waschanlage fahren vor 72 Stunden. Ja, ganz, ganz wichtig. Ähm, wenn du dann sagst, oh, ich hab hier 'n paar Fettfinger noch oben aufm Dach und paar, paar Reste und paar das, bei jenes, ich fahr jetzt den, meinen Kastenwagen durch die Waschanlage, äh, et cetera, mit den großen Mobilen geht's ähnlich, aber auch, ich möcht's auch nicht mit der Bürste groß gewaschen haben danach, sondern wartet da einfach mal mindestens zweiundsiebzig Stunden, bevor er die Kiste dann einfach, ähm, irgendwo mit irgendeinem Hochdruckreiniger oder einer Bürste oder irgendwas anderem sauber macht, dass es ausgetrocknet ist.
Okay, guter Tipp. Ja, und am besten stehen lassen, dann geht er auf Nummer sicher.
Genau.
So, danach hängen wir 'n Seil ran und ziehen richtig. Oder wie testen wir jetzt, ob das alles geklappt hat, was wir da gemacht haben?
Das ist eine Superfrage. Mega. Ähm, diese Diskussion hab ich teilweise mit meinen Händlern und, ähm, da gibt's dann oft, dass, ähm, die Kunden sagen, boah, ich hab das ja gesehen, wenn sie das heute Mittag kleben und dann kann ich morgen früh ja, äh, wegfahren aus der Werkstatt. Ja, ähm, das ist so ganz bei der, der Klassiker, insbesondere wenn dann teilweise die Leute versuchen, noch am besten in der Werkstatt zu schlafen oder so Sachen, ähm, dass sie dann schnell wegwollen. Und, ähm, meinen Händlern geb ich dann immer einen Tipp und sag, guck mal hier, wenn du irgendwo zwei ähnliche Teile hast von ähnlichen Materialien, dann kleb die auch mal zusammen und dann lass die einfach da liegen. Und wenn der Kunde am nächsten Tag sagt, nach nicht mal zwölf, fünfzehn Stunden, er will nach Hause fahren, sag ich, dann nimmst du diese zwei Teile und lässt den Kunden diese zwei Teile auseinanderreißen.
Ja. Braucht er vielleicht manchmal 'n bisschen Schraubenzieher, schon so, weil er 'n bisschen angezogen hat. Aber er wird dann feststellen, dass die Verklebung oder der Klebstoff in der Mitte wirklich noch wie beim, ich sag mal, vergleich das mit diesem, mit diesem Nachtisch, dieser, dieser, dieser Lava Cake, ja, dieser, dieses, dieser Schokokuchen mit dem flüssigen Kern. So ähnlich sieht uns Verklebung nach zwölf Stunden auch aus. Außen ist 'n bisschen Haut drum rum und damit ist das Ganze noch flüssig. Deswegen kann er auch noch keine volle Kraft übertragen. Und jetzt kann ich natürlich genau nach zwölf, vierundzwanzig, achtundvierzig Stunden prüfen, indem ich diese Klebung zerstöre, kann ich sehen, wie weit der Klebstoff auf meinem Dach auch ausgehärtet ist. Ja, das ist so 'ne Kontrollfunktion, weil das ist auch da der Nachteil, ähm, beim Kleben, wenn ich 'ne Schraube mach, kann ich das natürlich kontrollieren. Da nehm ich so 'n Drehmomentschlüssel und dann kann ich kontrollieren, ist die Schraube fest angezogen. Ja, bei 'ner Schweißnaht könnt ich theoretisch Ultraschall oder, oder Röntgen machen, da kann ich kontrollieren, ob die Schweißnaht richtig ist.
Beim Kleben geht es nicht. Beim Kleben muss ich im Prinzip, sag ich mal, die Klebung zerstören, um festzustellen, ob sie richtig ist und dann nutzt mir's nix mehr, weil ich nicht weiß, ob die nächste genauso funktioniert wie die erste, die ich gemacht hab. Also bin ich wieder, wieder da vorne und das ist auch der witzigerweise, weil der, äh, bei der letzten Folge haben wir ja über das Thema Klebernorm gesprochen und so weiter. Ähm, das ist zum Beispiel auch, was die DIN-Norm sagt, ähm, die ISO-Zertifizierung, die 9001 als Qualitätssicherung. Die sagt dadurch, es gibt Möglichkeiten, entweder kannst du deine Arbeit überprüfen, dann ist es okay, dann machst du deine Arbeit und prüfst als Qualität. Und in dem Moment, wo du das nicht überprüfen kannst, dann ist dieses Ding ein, diese Herstellung ein spezieller Prozess und dann heißt die, sagt die Norm eigentlich was ganz Witziges: Wenn du nicht prüfen kannst, ob du Fehler gemacht hast oder nicht, dann mach einfach keine Fehler.
Ja, das ist relativ einfach. Die sagen: Okay, du musst einfach die Produktion oder die Herstellung so gut her-herstellen und so gut machen und auch im Prinzip, sag ich mal, die Leute dementsprechend ausbilden, dass sie einfach keine Fehler machen.
Mhm.
Und dasselbe trifft dann logischerweise für dich als Laie auch zu. Mach einfach keinen Fehler.
Okay, und ja, also das heißt, geh halt die Checklisten, die es dafür gibt, einfach alle Punkt für Punkt ganz genau durchlesen, verstehen, durchführen und ähm ja, okay, versteh ich. Ähm
Das war's schon eigentlich. Wir sind eigentlich durch.
Ja.
Gut, dann schön über unser fertigen Produkt.
Das war einfach. Also komplizierter, als ich anfangs dachte und es beim letzten Mal war. Also nicht komplizierter, aber umfangreicher, so ist es richtig. Ähm, weil ich, äh, müsste beim zweit, beim nächsten Mal ein bisschen mehr Dinge noch quasi, äh, beachten und mir überlegen vorab. Also ich hab tatsächlich erst den Kleber gekauft und dann die anderen Sachen gemacht. Ich hatte natürlich schon recherchiert und also so ganz so ist es nicht. Es haben natürlich andere die Denkarbeit schon im Vorfeld gemacht, aber, ne, es war jetzt also nur ein Stück weit auch Glück dabei, dass alles so gepasst hat. Man muss auch dazu sagen, hätte auch alles natürlich anders gehen können, je nachdem, welche Quelle ich gehabt hätte, der ich, mit der ich recherchiert hätte, hätte es auch schlechter werden können. Von daher, ich hab Glück gehabt, aber Glück ist nicht immer so das Beste, um sich drauf zu verlassen. Das ist manchmal auch nicht da.
Aber wie du siehst, eigentlich haben wir uns jetzt nicht mal eine halbe Stunde, würd ich sagen, weil wir haben ja auch bisschen gefachsimpelt drum rum, ähm, nicht mal eine halbe Stunde mit dem Projekt beschäftigt von der Idee bis zum Produkt und haben eigentlich alle Schwierigkeiten erkannt und eigentlich auch ausschließen können, ohne dass es ein großes Problem für uns oder für dich gewesen wäre, auch, ähm, wenn du dir da für diese halbe Stunde Gedanken gemacht hast. Und ich denk halt einfach, ähm, diese halbe Stunde Gedanken machen und, ähm, das Thema Glück können wir halt jetzt ja ausschließen. Ja, also in dem Moment, wo du bei uns auf der Homepage gibt's eine, eine Dekalin-Akademie, wo ich viel recherchieren kann. Es gibt immer wieder, wie gesagt, das Buch, ähm, wo alles drinsteht, was ich wissen müss-muss und das Wissen von dem Buch ist so gut, dass du die erste Stufe der Klebernorm überstehen würdest. Also da brauchst du sonst eine Woche beim IFAM-Institut, es kostet zwoeihundertfünfzig Euro.
Das ist also auch der Wert des Buches mal. Ähm, und siebzehns mal, wenn du da die Sachen nachguckst, dann hast du genau diese, diese, diese, diese, diese Recherchen. Und das war auch mein Problem, warum ich mich vor zwei Jahren entschlossen hab, das Buch zu schreiben, weil ich nachher geguckt hab und hab ähnlich wie du als Profi einfach mal drauf geguckt und hab natürlich viele dieser Dinge aus einem anderen Blickwinkel gesehen. Ja, und ab und zu hat das, okay, nee, kannst du machen, aber es geht besser oder teilweise nee, besser nicht, weil das geht schief so wie du das machst. Und, ähm, das ist ja ganz klar. Ich find's halt immer auch auf der einen Seite mega toll, dass dann irgendwelche Leute, die das zum ersten Mal machen, so das junge Pärchen, die ihren VW-Bus ausgebaut haben, das ist so der Klassiker während der Corona-Zeit gewesen oder den alten Ford Transit oder so Sachen und dann gesagt haben: „Ach, guck mal, so geht das" und, und, und, und, und. Und haben einfach drauf losgearbeitet und dann sagst du nachher: „Ja, okay, hat natürlich noch Luft nach oben oder teilweise sogar ganz falsch."
Und das war der Punkt, warum ich irgendwann gesagt hab, ich muss einfach mal, ähm, Wissen in ein Buch zusammenschreiben, wo du nachher weißt, das ist alles richtig. Es sind keine Fake News in dem Buch enthalten und, ähm, alles, was da drin steht, wenn du's genau nach dieser Checkliste machst, führt auf jeden Fall zum Erfolg.
Und das gab's alles damals noch nicht. Es gab zwar jede Menge Meinungen und auch Wissen im Netz, ähm, an, an ganz vielen Stellen verstreut. Es gab keine Akademie bei euch, es gab das Buch nicht. Ich, äh, kannte euch auch damals noch nicht, ähm, muss ich auch ganz offen gestehen. Und, ähm, ich hab auch wochenlang zum Thema Solaranlage recherchiert. Also ich hab nicht einfach mal losgelegt, sondern ich hab wirklich Wochen gesessen, hab mir alles an Wissen angeeignet. Ist so ein bisschen meine Eigenschaft, wenn ich was machen will, mach ich's, also versuch ich's richtig zu machen. Ich glaub, deswegen ist es auch recht gut geworden. Ja, ähm, aber ich hab wirklich lange gesessen, hab mir die Sachen angeguckt, hab ganz viele verschiedene Blickwinkel mir reingeholt, hab dann geguckt, was klingt eher wie, äh, Meinung und was klingt eher wie Fakt und was, was ist wohl richtig. Und, ähm, bin dann sozusagen zu dem ganzen Punkt gekommen, hab dann meinen Kleber gekauft, hab, äh, dann meine Prozesse gemacht.
Also das Buch hätte mir sehr viel Arbeit erspart, ähm, aber also vielleicht das auch noch dazu: Ich hab nicht einfach, bin nicht einfach losgegangen, hab was aufgeklebt, sondern da ist viel Recherche bei mir vorausgegangen. Und das war dann auch der Grund, warum ich das Ganze noch aufgeschrieben habe, weil ich mir dachte, okay, wenn jetzt der Nächste kommt und dem kann ich ersparen, dass er irgendwie wochenlang, äh, recherchiert und hab dann quasi meinen ganzen Prozess mit allen einzelnen Schritten dokumentiert. Das kann ich jetzt dann mit dem Wissen aus deinem Buch auch noch mal gegenchecken und ich glaub, an der einen oder anderen Stelle noch ein bisschen detaillierter beschreiben. Aber was ich sagen kann, tatsächlich ist Kleben kein Hexenwerk. Es war für mich viel Aufwand. Ähm, mit dem Buch, glaub ich, wenn man das durchliest, das ist natürlich ein bisschen Zeit, die man investiert, aber ist das aus meiner Sicht, wenn ich nicht zwei absolut linke Hände habe und irgendwie 'n Schraubenzieher gerade halten kann und, und so 'n bisschen Basics schon mal gemacht habe, ist es, glaub ich, möglich und machbar, auch 'ne, 'ne Solaranlage auf dem Wohnmobil zu kleben und so, dass die auch hält.
Also kleben ist zumindest mal leichter als schweißen, ja. Deswegen brauche ich ja bei den Profis einen Schweißschein, der auch über eine ganze Woche Ausbildung et cetera geht, bevor ich irgendwann Schweißgerät anfassen darf, gerade wenn's strukturelles Schweißen geht. Kleben geht, ist der Vorteil und Nachteil. Kleben kann jeder, weil das haben wir irgendwann im Kindergarten schon gelernt in dem Bereich und jetzt muss ich einfach nur noch ein paar Dinge, ähm, richtig machen.
Ja, und genau das war jetzt der, der erste Teil der Episode. Haben wir eigentlich, wir haben am Anfang gar nicht angeteast, dass es ein Gewinnspiel gibt, ne. Das wollte ich eigentlich machen und ich hab's vor lauter Klebebegeisterung völlig vergessen. Anyway, alle, die jetzt, also die uns jetzt hier so lange zugehört haben, es gibt gleich noch ein Gewinnspiel. Am Ende der Episode, äh, verlosen wir drei Klebesets von Michael, die er zusammengestellt hat und ihr müsst wie beim letzten Mal eine Frage beantworten. Äh, bleibt bis zum Schluss dran, dann geben wir euch das noch mal mit. Aber, ähm, jetzt haben wir so 'n bisschen so mal 'n Klebeprozess durchgegangen, damit ihr 'n Gefühl dafür bekommt, auf was ich da alles achten muss. Jetzt würd ich noch mal so 'n bisschen in die, in die, also reingucken wollen, was sind denn so die typischen Sachen, ähm, wo ihr vielleicht auch wisst, dass da viele Kunden das gerne selber machen?
Das können wir natürlich so 'n bisschen Richtung Camping uns anschauen, Campingfahrzeuge. Ähm, hast du da Ideen, was viele oder wie viele, auf welche Art und Weise die Kunden, die ihr habt, das einsetzen und was sie so reparieren an ihren gerade Campingfahrzeugen?
Gut, also das ist, ähm, unterschiedlichst, ähm, je nachdem, welche Zielgruppe die auch grad anguckst. Das ist im Prinzip, sag ich mal, ähm, ja also ich sag jetzt mal und das ist jetzt gleich, äh, mir negativ ausgelegt dann so, das ist so Lysia Müller, das ist so derjenige, der normal, ähm, was weiß ich, in irgendwo zwischen, zwischen zwanzig und fünfzig ist und sich sein, sein, sein Reisemobil gekauft hat, entweder neu oder gebraucht und, und dann fängt es ja mit so Kleinigkeiten an. Also ich kann das jetzt aus, aus, aus meiner Geschichte erzählen, als wir das, äh, Wohnmobil vor, vor weit über zehn Jahren angeschafft haben, dann kamen meine Mädels so nach dem Motto: „Boah, hier fehlt irgendwo so noch 'n Haken. Also hier könnt man noch mal 'n Haken hinmachen für 'n Handtuch oder für, äh, für irgendwas anderes im Bad oder in der Küche oder das und jenes." Also so das war die erste Aktion.
Und dann kam irgendwann nach dem Motto: „Na ja, aber hier gibt's ja gar kein Spiegel, in dem man sich ganz sehen kann." Also haben wir dann zwei große Spiegel aufgeklebt auf die Toilettentür, wenn die zumachst, dass du dich einmal im Gesamt sehen kannst. Und dann würden wir uns gerne noch mal sehen, bevor wir das Wohnmobil lassen mit dem Spiegel. Also kam da 'n Spiegel hin. Dann irgendwann 'n halbes Jahr später war dann die erste Winteraktion, wo's hieß: „Boah, was machen wir denn eigentlich mit den Winterjacken? Können wir nicht da oben auch so 'n, so 'n, so 'n, so 'n Leiste aufkleben, wo wir die Winterjacken hinkle-- hinmachen können oder schrauben?" Ähm, dann irgendwann kam der Wunsch, ähm, nach dem Motto: „Wie sieht es denn mit D4-- DVBT aus?, weil hier die Sat-Anlage nicht funktioniert hat. Dann hat es noch 'n Jahr oder zwei gedauert, dann kam halt immer mehr das Thema, ähm, können wir nicht so 'n Internetrouter, ähm, a-am Fahrzeug noch ergänzen, dass wir dann auch da, wenn wir irgendwo sind, normal arbeiten können mit dem Laptop und dass wir da 'ne bessere Verbindung haben.
Ähm, so fängt es bei ganz, ganz, ganz, ganz vielen an. Und es gibt natürlich auch welche, so jetzt sag ich mal, wie Nele oder ihr oder noch andere, die von vornherein sagen: „Boah, ich möcht nicht so'n" – wie gesagt, auf der Adventure Southside waren viele Selbstausbauer, die dann gesagt haben nach dem Motto: „Na ja, du bist ja Fraktion Weißware. Ja, du hast ja diese fertige Kiste da stehen und du hast ja damit mit, mit Selbstausbau gar nichts zu tun", wobei ich gesagt hab, okay, da ist auch mittlerweile auch sie viel selbst ausgebaut und optimiert drin. Aber, ähm, die dann sagen: „Ich mach das alles selbst", und da geht's dann natürlich komplett weiter. Da geht's dann von Möbelblenden, Solarmodule, Dachträger, Kabelkanäle, ähm, Isolierungen und so weiter und so fort. Also das-- man kann das, ja, relativ auf die Spitze treiben.
Man kann da extremst viel machen und man kann auch das meiste behaupte ich selbst machen. Also dass wenn ich so 'n bisschen mit 'nem gesunden Verstand das einfach alles mache und, ähm, wie du das auch gemacht, so 'n bisschen recherchiere und 'n bisschen was gucke mal, was da so passiert, ähm, kann ich, ähm, extrem viel selbst machen.
Mhm. Und jetzt, jetzt ist ja immer das Thema, also du hast es vorhin schon angesprochen, ich muss ja irgendwie rausfinden, welcher, welcher Klebstoff oder welcher, wel-- doch Klebstoff soll ich sagen, nicht Kleber. Welcher Klebstoff eignet sich quasi für den Einsatz, den ich vorgesehen habe. Gibt's da irgendwie 'n, 'n Produktfinder oder 'n Kleberfinder oder 'ne Checkliste oder so was, um mich dem anzunähern? Also ich mein, für dich ist klar, du, ne, du hast das vorhin so schön gesagt, alles klar, du willst 'ne Solaranlage kleben, dann nimmst du den MS fünf, glaub ich, hast du-
Jawohl, super.
Ähm, und aber wie, wenn ich davon jetzt keine Ahnung hab, wie, wie kann ich denn da jetzt den richtigen Kleber finden? Äh, den richtigen Klebstoff finden natürlich.
Wunderbar. Also den Kleber hast du ja vor dir sitzen, das passt. Den Klebstoff finden wir auch. Also wenn ich jetzt bei uns auf die Seite geh, ist relativ einfach, weil wir haben mittlerweile einen Chatbot auf KI-Basis, der mit unserem Wissen oder mit meinem Wissen gefüttert ist. Das heißt, der, der hat, der 97 % meiner Leistungsfähigkeit, würd ich sagen. Paar Exotensachen kann er noch nicht so ganz, aber den, die, die, die, die, wie gesagt, 97 % der Sachen erledigt er sehr, sehr gut und richtig. Ähm, auch da wieder gesunder Menschenverstand. Wenn mir die Antwort komisch vorkommt, frag ich noch mal nach. Dann gibt's auch 'ne Hotline, an der man von 12 bis 16 Uhr bei uns anrufen kann, ähm, in dem Bereich. Aber mit dem Chatbot kann man fragen und ansonsten haben wir auch so 'n schönes Reisemobil auf der Homepage, wo schon so 'n paar Buttons drauf sind, farblich gesehen, wo ich weiß, okay, das wird eher gedichtet, das wird eher geklebt et cetera.
Und bei den Klebstoffen gibt's dann da ja auch nur zwo, drei verschiedene und dann steht dann da schon dran, die, die haftstarke Dichtmasse für kleine Verklebungen oder der Kraftkleber für, für strukturelles Kleben, das wäre dann der MS fünf. Also man kriegt das relativ einfach schon auf den, auf den Seiten und kann natürlich dann irgendwann theoretisch im Endeffekt auf die technischen Datenblätter gehen und kann dann da so Werte wie Elastizität und Kraft vergleichen. Und dann waren wir ja wieder bei dem Anfang, wenn ich diesen Prozess gemacht hab, weiß ich, brauche ich eher was Elastisches oder brauche ich eher etwas Festes und dementsprechend würde die Wahl auf den einen oder anderen Klebstoff, ähm, fallen. Aber im Prinzip von der Grundidee her bist du bei uns mit vier, fünf Produkten optimal eigentlich aufgehoben. Das ist so den zwei Dichtungsmaßen, wenn's um's Thema Dichten geht. Es sind drei Klebstoffe, da ist es der MS eins für, für elastische Verfugungen.
Es ist der MS fünf für kraftschlüssige Verfugungen. Es ist der MS sechs für schlecht verklebbare Kunststoffe und auch da für extrem elastische Anwendungen. Damit hast du schon die meisten Anwendungen eigentlich erschlagen.
Okay. Und also Chatbot werd ich nachher auf jeden Fall mal ausprobieren. Da bin ich sehr gespannt drauf.
Mhm.
Ähm, okay, dann haben wir da jetzt 'n paar Mittel und Wege gefu..., äh, wie wir quasi das, das richtige Produkt, den richtigen Klebstoff quasi finden. Jetzt lass uns noch mal reingehen in das Thema Oberflächenvorbereitung und Reinigung, weil ich weiß, dass, also ja, wir können das Buch lesen, aber trotzdem würd ich da heute noch mal so 'n paar Sachen hier, äh, aus deinem Kopf rausholen wollen.
Mhm.
Ähm, du, du hast ja, da musste mal bisschen lachen, letzte, letzte Episode hast du dieses schöne Bild, wenn wir auf der Toilette waren, wie wir dann mit dem Papier vorgehen, ja, dass wir nicht hin und her wischen, sondern in eine Richtung wischen und 'n neues Blatt nehmen und so lange, bis nichts mehr da ist, ja. Das, das hast du ja als Basic genommen, wie ich reinigen sollte und das fand ich ein sehr schönes Bild dafür. Ähm, gibt es noch, also gibt es noch anderes, äh, zum Beispiel welches, welche, welche, wie nennt man das, Tuch oder Lappen nehm ich zum Reinigen? Äh, muss ich mein altes T-Shirt nehmen oder gibt's da auch, äh, fertige Klebesets? Wir verlosen ja welche, also es wird welche geben, ähm, wo so was mit drin ist. Äh, was sollte ich auf keinen Fall benutzen? Also lass mal so 'n bisschen in die Reinigung reingehen, was ich da falsch und richtig machen kann.
Gut. Also das Set, was wir verlosen, ist ein Klebeset, das enthält ein Reinigungstuch, das hält einen Aktivator mit einem Wollwischel oder in dem Fall mit einem Wollfilzapplikator. So heißt das Zauberwort wirklich richtig. Wir haben vor einigen Jahren mal einen Tag auf dem Caravan Salon gemacht und da war der Frank Stegmanns Mitarbeiter, der auch im Berufungsausschuss, äh, sitzt für die Klebefachingenieure. Und ich hab dann Wollwischel gesagt und er hat dann gesagt: „Michael, du weißt doch, dingerecht heißt das Wollfilzapplikator." Und da hab ich gesagt: „Wunderbar, jeder, der das mitbekommen hat, ist natürlich auf dem Stammtisch der nächste König, wenn einer von einem Wollwischel oder von so 'nem Filzwischel spricht", sagt er: „Nein, das heißt Wollfilzapplikator", und dann bist du der Star, weil du sagst, das ist der dingerechte Ausdruck dafür. Also wie gesagt, da ist ein Aktivator dabei, da ist ein Klebepuch dabei und natürlich auch das Produkt mit der vorausgeschnittenen Düse, sodass du eigentlich deine SAT- oder Solaranlage damit verkleben kannst und eine Kartusche langt dann für ein Modul oder für ein, für eine SAT-Anlage.
So. Ähm, dasselbe brauche ich da. Warum ich das Problem mit deinem T-Shirt habe, ist, weil ich nicht weiß, was da vorher mit passiert ist. Und ich bin auch bei meinen Händlern immer ganz, ganz kritisch, wenn du, ähm, die haben dann so Handtücher, die sammeln die und waschen die dann noch mal.
Mhm.
Und jetzt weißt du nicht, wenn die zurückkommen aus der Wäsche, wie viel Reste von irgendeinem Fett, Silikonentferner, Silikon oder irgendwas doch dran geblieben an deinem Ding, an deinem Tuch. Und das ist das Kritische für mich. Also ich hätte gern, dass du ein frisches, sauberes, trockenes Tuch nimmst, ähm, in dem Bereich, was mir ganz wichtig ist, es darf nicht flusen. Also es darf nicht so fusseln oder so.
Mhm.
Also das ist ganz, ganz wichtig. Ähm, da musst du dann schon gucken. So, das TEWA ist so 'n bisschen, ja, wie gesagt, wenn das 'n bisschen feuchter wird, ja, dann fängt es an, sich aufzulösen und das wäre bei meiner Verklebung absolut kontraproduktiv. Eins, ein flusenfreies, trockenes, sauberes Tuch. Und da gibt es, wie gesagt, du kannst auch den, den, den, den nigelnagelneuen, ähm, Mikrofaserlappen oder Tuch nehmen, den du danach für was anderes noch benutzt. Ja.
Mhm.
Die kosten ja heute eigentlich auch kein Geld mehr. Die kriegst du irgendwo bei diesen günstigen Anbietern für, ich glaub, 'n Euro oder euro fünfzig-
Ja
... das Stück. Also das ist jetzt kein, kein, kein Rieseninvest mehr, ähm, das, das da zu nehmen. Wie gesagt, es muss jetzt kein teurer von, was weiß ich, irgendeiner Markenfirma sein. Ja, da langt das, auch der günstige, weil du willst nachher schön sauber gemacht haben. Also das wären so meine Empfehlung, ähm, und kein gebrauchtes Tuch. Ja, der T-Shirt-Markt, wie gesagt, jetzt noch einigermaßen gehen, je nachdem, wie, wie sehr du vorher geschwitzt hast oder auch nicht. Ähm, aber, ähm, ja, mir wär so 'n Tuch einfach lieber.
Mhm. Okay, ja. Also was Unbenutztes und was Sauberes und was nicht Flusendes.
Genau.
Okay, ja, da sind wahrscheinlich im Hausgebrauch die Mikrofasertücher, auch wenn sie jetzt vergleichsweise teuer gegenüber vielleicht 'nem anderen Tuch sind, aber wahrscheinlich so die beste Wahl, weil die, also zumindest wenn sie neu aus der Verpackung kommen, äh-
Ja, genau
... weil man da das relativ gut sicherstellen kann.
Ja, oder wie gesagt, du gehst in den Baumarkt, da gibt es ja auch diese Reinigungstücher oder, oder da gibt's auch Papiertücher oder im Kfz-Bereich oder so. Also da kriegst du überall, das, ähm, ist jetzt nichts Besonderes, ja.
Und es gibt ja auch dann so spezielle Reinigungstücher, die dann vielleicht mit Alkohol oder mit irgendwelchen Stoffen getränkt sind. Kann ich da eigentlich immer sichergehen, dass die nichts zurücklassen? Oder sollte ich da auch lieber einmal hingucken, was da so drin ist?
Also da würd ich auf jeden Fall hingucken, was es ist. Und grade in der Kombination mit unseren Produkten sind natürlich Alkatrol getränkt, also Isopropanol getränkt. Also das Tuch, das du in 'nem Reinigungsset drin hast, ist auch mit unserem Reiniger getränkt, ähm, schon und dann kannst du das auch, ähm, sicher benutzen. Ja, also ich würde da schon gucken, was drin ist, weil, ähm, wenn du jetzt mal Wettbewerbern guckst, da steht das auch zum Beispiel dran, wenn du zum Beispiel mit unserem Reiniger an ein Wettbewerbsprodukt von Sika kommst, dann härtet das Produkt an dieser Stelle nicht mehr richtig aus, weil die Probleme haben mit Alkohol an ihrer frischen Klebenart. Während bei uns das kein Problem ist, ähm, aber bei deren Aushärtungssystem, die haben ein anderes Aushärtungssystem, andere Chemikalie, die dahinter steht, da wäre das Problem. Also nicht unseren Reiniger mit Sika-Produkten nehmen und auch nicht unbedingt den Sika-Reiniger mit unseren Produkten nehmen. Bleib im System, nimm den passenden Reiniger zu 'm passenden Produkt, hat auch jeder Hersteller.
Dann hast du auch die Sicherheit, was es ist und insbesondere, wenn du nachher Richtung Aktivator oder Primer gehst, die dürft ihr auf gar keinen Fall tauschen, weil die sind immer auf den Klebstoff abgestellt und da kannst du nicht herstellerübergreifend arbeiten. Bleibt im System, dann könnt ihr keine Fehler machen.
Ja, noch mal ganz guter und wichtiger Punkt, da nicht rumzumixen, weil bei dem einen der Aktivator 'n Euro günstiger ist und bei dem anderen das, das Reinigungstuch, äh, kann man machen, bringt einem aber viel Scherereien dann ins Haus, äh, bis hin zu einer nicht, äh, haltenden Klebestelle. Und das ist dann 'n paar Euro Ersparnis eigentlich ganz schnell wieder aufgebraucht, wenn, wenn da wirklich was passiert.
Ja, weil's halt einfach komplett schiefgehen kann.
Ja.
Ne? Es kann zum Totalversagen einfach führen. Das muss man sich einfach, ja, klar machen.
Okay. Wie wir kleben, das haben wir, glaub ich, so ganz gut besprochen. Du hast schon gesagt, welche Temperatur, welche Temperaturen, welche Einflüsse 'ne, 'ne Rolle spielen, auch wie wir bestimmen, wie, wie dick unsere Klebefläche jetzt sein soll, wie, wie wir die Kleberaupen aufbringen. Ähm, vielleicht da noch 'n Punkt: Muss ich unbedingt ein, äh, elektrisches oder hydraulische Kartuschenpresse haben oder tut's auch die normale zum Pumpen und muss ich dabei irgendwas beachten? Also du hast ja vorhin schon, also ich kann's eigentlich selber beantworten, weil du hast ja gesagt, bei euch ist jetzt die Spitze vorne, äh, aufgeschnitten. Wenn ich die im neunzig Grad Winkel aufsetze, dann kann ich eigentlich nicht so viel falsch machen, oder? Weil wenn ich zu viel Druck auf die Kartusche gebe-
Muss einfach schneller ziehen zu dir.
Okay, ich, also ich muss 'n bisschen schon koordinieren, äh, quasi wie schnell ich die Kartusche bewege und wie sehr ich drücke. Also- Da könnten wir euch natürlich empfehlen, vorher das einmal irgendwo zu üben. Das verschwendet natürlich Klebstoff, aber wenn ihr das noch nie gemacht habt, also noch nie so 'ne Kartuschenspritze gemacht habt, macht's vielleicht Sinn, das mal ganz kurz an irgend 'ner Stelle, die nicht zum Fahrzeug gehört, äh, das einfach kurz zu probieren, was da passiert, ähm, damit ihr da 'n Gefühl für habt. Das ist, glaub ich, ganz hilfreich, weil's ja doch die, die richtige Dicke und Verteilung eine durchaus wichtige Geschichte ist. Oder, oder habt ihr da noch 'n anderen Tipp für?
Also fangen wir mal dem hile, hinteren Ansatz an. Also in dem Moment, wo du merkst, dass das keine, keine Raupe mehr ist, sondern es auf den Seiten einfach noch zu viel immer, immer breiter wird, dann musst du einfach schneller zu dir ziehen.
Mhm.
Ja, also das ist relativ einfach. Oder du drückst oben 'n bisschen weniger, also dann ziehst du einfach schneller zu dir, dann sind wir wieder in der Raupenstruktur, dann passt das Ganze. Ähm, wir empfehlen so 'n paar, ma paar Tricks, die eigentlich relativ schön sind, und zwar der MS5 oder auch die anderen Strukturkleber sind in der Regel relativ zäh. Das heißt, die sollten jetzt nicht irgendwo kalt in der Ecke liegen. Das heißt, im Winter leg ich die auf 'ne Heizung oder im Sommer leg ich die 'n bisschen in die Sonne oder vielleicht hab ich sogar 'ne, 'ne Wärmetasche oder so Sachen. Also ich hätte gern, dass der, ähm, der kann auch ruhig fünfzig Grad, sechzig Grad warm sein. Das ist überhaupt gar kein Problem. Desto schöner fließt der, desto kommt er raus. Eins ist ganz wichtig: Das hat ein Kunde uns auf der CMT im Januar erzählt. Ähm, der hat dann gesagt: „Boah, dass der, eure Kartusche hat in der von Tagen ausgehärtet, nachdem ich die aufgemacht hab. Ich konnt sie gar nicht mehr benutzen", und so weiter und so fort.
Und der hat dann gesagt: „Ich hab sie sogar in einen Wassereimer gelegt, dass da kein Sauerstoff dran kommt". Okay, das Problem ist halt einfach, der Sauerstoff ist nicht das Problem, sondern das Wasser ist das Problem, ist ein feuchtigkeitshartendes System, dass die, dass das Produkt dann schneller ausgehärtet hat, ähm, wird euch jetzt alle, da glaub ich, schon selbst klar sein. Also ich möchte das nicht in 'nem warmen Wassereimer erwärmt haben, okay? Ich möcht es irgendwo, wo's trocken ist, erwärmt haben. Ja, also auf der Heizung oder in der Sonne oder keine Ahnung wie, ähm, weil das macht es leichter. Und genauso macht's das leichter, wenn du jetzt nicht die 1,99 Kartuschenpresse aus dem Baumarkt hast, weil wenn du Pech hast, ist 'n bisschen kälter das Produkt, dann wirst du die quer drücken. Dieses dünne Gestänge wird sich kaputt, wird, wird, wird kaputtgehen, wird sich verbiegen. Deswegen sag ich immer, investiert einfach mal in eine übersetzte Pistole, eins zu achtzehn, eins zu zwanzig, eins zu fünfunddreißig, eins zu fünfzig.
Das heißt, der Druck, den ihr vorne ausübt, wird durch 'n Gewinde, ähm, oder durch 'n Ge-Getriebe verstärkt, sodass der um fünfzig, um Faktor fünfzig oder Faktor zwanzig im Prinzip, sag ich mal, verstärkt wird. Es langt fünfzehn bis zwanzig Verstärkung, dann kannst du wunderbar machen und so 'ne Kartuschenpistole kostet bei uns vielleicht fünfzig, sechzig Euro. Im Baumarkt gibt's vielleicht für fünf Mark, fünf Euro billiger in dem Bereich, aber das lohnt sich, weil die schaffst du an, die hält ein Leben lang. Und bei jedem Silikonbadfuge ziehen oder bei jedem anderen Sachen, die du machen wirst, ähm, wirst du, wirst du sagen: „Boah, das hat sich zehnmal gelohnt, dass ich mir die, die fünfzig Euro investiert hab". Ähm, deswegen, das wär so mein Tipp: Nein, du brauchst jetzt nicht für siebenhundert die Einsteiger Elektropistole oder für fünfzehnhundert das Topmodell oder das Druckluftmodell, das brauchst du nicht.
Wobei, wer das öfters macht, dann macht's auch Spaß, mit Profiwerkzeug zu arbeiten. Das macht dir das Leben, auch 'ne Elektropistole macht dir das Leben halt schon leichter und wir haben eine für 'n 2K-System, die kostet fast, ähm, tausendsiebenhundert, tausendachthundert Euro und ich hab 'n Selbstausbauer gehabt, der hat sich so 'n Expeditionsmodell ausgebaut und hat gesagt: „Boah, das kauf ich und, ähm, ich geb so viel Geld für mein Mobil aus. Das kostet sechzig, siebzigtausend Euro und jetzt kann ich viele Dinge alleine machen, weil ich mit dem 2K-System 'ne noch höhere Standfestigkeit, 'ne bessere Aushaltung habe. Das rechnet sich trotzdem und im Worst Case verkauf ich die Pistole nach zwei Jahren wieder für fünfhundert Euro an den Nächsten. Das geht auch. Also von der Seite her, das ist immer so 'ne, so 'n, so 'ne Philosophiefrage, auch 'n bisschen. Du musst es nicht, aber es macht das Leben natürlich leichter und es gibt Bilder bei uns auf der Homepage von meiner Tochter, damals neun Jahre alt, wie sie mit der elektronischen, mit der Elektrokartuschenpresse Raupen zieht und dann sieht die wirklich aus wie vom Profi gezogen.
Ähm, und wie gesagt, da war die neun und mit der Pistole war das easy, easy, easy, easy going und dann, dann kriegt ein, wie gesagt, selbst auch ein, ein Kind das Ganze hin. Also ist jetzt nicht so schwierig.
Okay, ja und wie gesagt, sonst kurz, kurz üben, so 'n bisschen, dass ihr 'n Gefühl dafür kriegt, wenn ihr jetzt nicht die, die teure Elektro habt, ist, glaub ich, auch ganz hilfreich.
Ja, geht auch ohne.
Jetzt haben wir vorhin noch besprochen, hast du's kurz angesprochen, dass man 'ne, 'ne Verklebung auch wieder lösen kann. Also du hast gesagt, dann nimmst du so 'n Schneiddraht. Das, das ist das, womit auch der, der, äh, Kfz-Glaser ja die Fensterscheibe rausschneidet. Ähm, wo krieg ich den denn her? Also muss ich da zum Kfz-Glaser gehen oder wie krieg ich so 'n Schneiddraht her?
Also den kriegst du überall im Internet zu kaufen. Meistens sind die dann so fünf- oder zehnerweise abgepackt. Ich sag immer den, den, den, den, den, den, die Leute mich so direkt fragen, sag ich: „Du weißt ja was, wenn du 'n Glaser bei dir in der Nähe hast, geh vorbei und frag, ob du irgendwo zwei Euro in die Kaffeekasse werfen kannst", weil die benut-, die richtig guten Glaser benutzen den Schneidedraht einmal. Da ist immer ein Schneidedraht bei jedem Klebeset dabei für die Autoverglasung. Das heißt, der benutzt den einmal und danach wirft er den weg, weil er sagt: „Okay, der ist dann 'n Hauch stumpfer als der Neue und ich benutze nur noch den Neuen, der geht schneller und Zeit ist für mich Geld und Qualität", und dementsprechend benutzt ihn die einmal und dann werfen die den weg und dann lässt die dir so zwei gebrauchte geben, weil für dich tut, das tut's es noch langer. Ja, und dann lässt die dir so zwei Stück geben von dem und dann ist es gut, ja. Meistens wollen die nicht mal Geld haben.
Und wie, und dann schneid ich quasi die Klebefläche da, also schneide das beides auseinander und wie krieg ich dann den Restkleber ab?
Na, hast du schon mal versucht, Tesafilm abzureißen irgendwo?
Ja, da kommt-
Wenn du reißt, geht es ganz gut. Und wie kriegst du den Tesafilm richtig leicht ab?
Das weiß ich nicht. Mit anderem Tesafilm draufkleben an den Seiten.
Nee, nee. Indem du einfach vorne an der Kante anfängst und fängst den ab, so ganz leicht an der Kante zu lösen. Und dann immer das nächste Stück und das nächste Stück mit dem Fingernagel. Und so ähnlich kriegst du den Klebstoff auch weg, weil das, das Zauberwort dort heißt Schälbelastung. Du belastest immer nur die erste Klebereihe, auch beim Klebeband. Weil ein Klebeband ist für uns auch ein flüssiger Klebstoff, ähm, ein sehr dickflüssiger Klebstoff. Ja, im Englischen ist es deutlicher, da heißt es pressure sensitive adhesives. Das heißt, der ist so dicker Klebefilm, durch Druck wird der aufeinander gedrückt und damit, äh, haftet auch Tesafilm oder andere Klebebänder. Aber eigentlich, wenn du dann ganz leicht an einer Ecke anfängst, so, und dann ein bisschen so ziehst du, genauso kriegst du unsere Klebstoffe auch weg, weil das ist eine Schälbelastung und da belastet man immer die erste Klebereihe und dann versagt die und dann die nächste, die nächste, die nächste.
Und Klebstoffe generell mögen keine Schälbelastung. Sie mögen Scher und, ähm, andere Belastung, aber sie mögen keine Schälbelastung.
Okay, also ab-abschälen sozusagen.
Abschälen, genau.
Und dann gibt's vermutlich auch noch für, für irgendwelche Reste so 'n, äh, Klebstoffentferner.
Ja, da kannst du gucken. Gibt's aber im Baumarkt, aber in meinem Fall, ich bin immer der Freund von möglichst viel mechanisch entfernen, weil alles, was dort chemisch ist, musst du halt gucken, was für 'n Untergrund du hast. Hast du 'n Lack, ist es nicht ganz so schwierig, aber hast du jetzt irgendwo GFK oder hast du einen anderen Kunststoff oder hast du irgendwas, dann weißt du nie, was du da tust und dann sagst du: "Ey, ich hab den Klebstoff weg", aber jetzt ist alles blind aufgeraut und blöd, blöd et cetera. Was meistens auch ganz gut hilft, ähm, die, die heißen Schmutzradierer.
Mhm.
Ja, die gehen eigentlich relativ gut, die kommen, damit krieg ich so kleine Klebereste eigentlich ganz gut weg, ohne dass ich der Oberfläche schade.
Okay. Ja, und, und Rubbeln geht auch häufig ganz gut mit irgendwie 'nem Tuch oder so.
Genau.
So 'ne mechanische-
Also möglichst wenig Chemie einsetzen, auch bei unseren Dichtungsmassen. Weil mit, mit, mit, mit, mit Lösemittel machst du die bei den Dichtungsmassen, die ja nicht aushärten, machst du sie wieder auch so leicht und flüssig und dann ziehen die, ziehen die Fäden und dann wird's einfach ekelig, das wegzukriegen. Ja, also das mechanische Entfernen ist bei Klebstoffen und Dichtungsmassen traditionell der beste Weg, egal bei welchem Hersteller.
Was sind denn so deine zwei, drei häufigsten Fehler, die du bei Campern immer wieder siehst, die sie rund ums Kleben machen? Gibt's da so Klassiker?
Na ja, da, da, die, die zwei Klassiker haben wir schon gesagt. Das eine ist das nicht richtig reinigen. Das ist immer wieder dasselbe. Oder, oder, ähm, ich hab halt auch von Schadensfällen schon, schon Bilder oder bei meinen Schulungen benutz ich das dann. Ich hab's sauber gemacht und dann fasse ich mit meinen fettigen Fingern in die Klebefläche, weil ich das Teil von A nach B hefte, ja. So, und wenn du das danach mal unter dem Mikroskop siehst oder unter 'm Rasterelektronenmikroskop, dann wirst du erschrocken sein, wenn du dann nachher, äh, äh, so 'ne Testzinte drauf machst oder den Wassertropfentest machst, wirst du halt feststellen, dass an der Stelle, wo dein Finger ist, ähm, halt kein Klebstoff mehr haftet. Ja, also das ist so, ja, einfach nicht richtig sauber machen bis hin zum wieder anfassen, ist so 'n Klassiker, ähm, in dem Bereich. Und das Zweite ist halt immer wieder, ähm, dieses Beschweren von, von irgendwelchen Dingen.
Ja, ich hab's geklebt und dann wird da 'ne Zwinge angesetzt, dann werden drei Backsteine draufgelegt oder, oder so diese Abstandhalter, die werden so reingeschoben in die, in die Klebenaht, weil sie Angst haben, weil sie 'n Klebstoff genommen haben, der zu dünnflüssig ist. Dann wissen sie, oh, ich darf den nicht auf null drücken. Das hab ich irgendwann mal beim, beim, beim Sebastian und bei Michael gehört, ja. Okay, ah, dann leg ich doch zwei Unterlegscheiben oder hier vom Fliesenleger das Gitterkreuz oder so, das leg ich da so rein. Dann sag ich: Ja, aber das ist ja innen drin. Das stört mich ja auch schon wieder. Ich möchte das nicht in die Kleberaupe eingebettet haben. Ja, also wenn du schon so was machst, dann machst du mir das links und rechts am Rand so 'n kleines bisschen, dass du sie nachher wieder rausziehen kannst und schmierst dann 'n bisschen Klebstoff, Dichtungsmasse einfach wieder drüber, ja. Aber, ähm, die, die Spitzung spannen punktuell und so weiter und so fort. Ähm, die, die, die, die Distanzhalter stören, wie man Klebstoff arbeiten kann und deswegen mag ich die da auch nicht drin haben, weder 'n Unterlegscheibe noch 'n Distanzhalter.
Und wenn ich's normal richtig mache und den richtigen Klebstoff ausgewählt hab, brauch ich sie auch nicht. Ja, aber das sind so die, die, die, die Klassiker, die ich halt immer wieder irgendwo sehe, wo ich sag, sag: "Freunde, warum habt ihr das gemacht? Ja, was, was hat euch das gebracht?" "Ja, das soll ja fest an sein." Sag ich: "Ja, aber jetzt ist die Klebung hauchdünn und, ähm, sie wird abreißen."
Ja. Ja, was ich den häufigsten Fehler, den ich tatsächlich gesehen habe, ist zusätzlich noch schrauben, weil man einfach, äh, sich nicht damit beschäftigt hat und dem Kleben nicht vertraut.
Genau, und dann zieh's auch fast auf null. Ne, wenn ich dann die Schraube möglichst fest anziehe, zieh's auf null.
Genau. Und, äh, da hast du zwei Fehler gemacht, ne. Zum einen das und zum anderen hast du halt noch 'n Loch mit reingebracht, obwohl's nicht nötig gewesen wäre. Da musst du da wieder Dichtungsart dichten und so weiter und so fort. Ja, das, also das, das, was ich tatsächlich häufig sehe, ähm, selber auch betroffen war im, im Fahrzeug, was wir davor hatten. Da war das genauso, dass der, der Vorbesitzer halt alles irgendwie zusätzlich geschraubt hat. Und das waren genau die Stellen, wo das Wasser dann eingedrungen ist.
Mhm.
Und das ist halt mega ätzend beim Camper.
Ja, vor allem, weil's nicht sein muss.
Ja. Dann lass uns mal noch reingucken. Also ich, ich, also vielleicht sagst du jetzt auch: „Nee, das ist Quatsch." Also ich würd jetzt erst mal die These aufstellen, wenn ich 'n relativ neues Fahrzeug habe, muss ich mir vermutlich erst mal keinen Kleber als notfallmäßig mitnehmen, weil vermutlich passiert nichts. Bist du da d'accord oder sagt deine Erfahrung was anderes?
Ähm, die Frage ist generell immer, auf was möchte ich mich vorbereiten? Und, ähm, ich hab da alle Möglichen-
Wir reden, sagen wir, vom Standardcamper, der, der zwei, dreimal im Jahr auf 'm Campingplatz unterwegs ist. Also ne, nichts Großes, wir fahren nicht in die Sahara und so weiter, sondern sind auf Campingplatz.
Also ich hab, ich hab da, ich hab da alle Variationen schon erlebt. Also ich weiß zum Beispiel, eins meiner Highlights war, der hat dieses Reparaturset, was wir ja in der letzten Folge verlosen wollen, wo mehrere Klebstoffe und Dichtungsmassen in so 'nem kleinen Koffer sind, wie so 'n Erste-Hilfe-Koffer fürs Fahrzeug. Ähm, der hat sich den mitgenommen, weil er durch Amerika touren wollte und ist in Kanada von der Fähre in Halifax und hat sich tatsächlich an einem, an 'ner Kante die Seite aufgerissen, so zehn, fünfzehn Zentimeter. Ja, und war eigentlich so weit, dass er gesagt hat: „Wunderbar, ich nehm die nächste Fähre nach Hause, ähm, ich fahr wieder weg, fahr wieder nach Hause", und hat ganz hektisch bei uns angerufen und war eigentlich den Tränen nah. Und dann hab ich gesagt: „Weißt du was? Da ist 'n MS5 in 'ner hundert Millimeter Kartube, geh in den Baumarkt, kauf 'n Blech, das minimal größer ist als dein Loch- Und dann klebt dann einfach Blech drüber, genießt deine drei Monate Amerikaurlaub und den Rest machen wir zu Hause.
Ja. Und dann war der ganz happy, weil's seine Reise gerettet hat. Ähm, was ich immer mitnehmen würde, ist halt unser Butyltape, so drei Meter. Das ist gegen alle Undichtigkeiten und ich krieg's nachher auch wieder weg. Da kann ich theoretisch 'ne Dachluke vor Ort austauschen. Ich kann's auch drüberkleben und sag: „Okay, ich kleb's einfach drüber und komm mit nach Hause." Ähm, wie gesagt, ich hab auch schon 'n neues Fahrzeug gehabt und, ähm, weil die Stoßstange im Prinzip, sag ich mal, geschraubt war und wir durch Bulgarien gefahren sind und die Schrauben sich losgerissen haben, aus der Verfugung rausgerissen und die Klebstoffe waren nicht geprimert und haben nicht richtig gehalten. Dann hing die Stoßstange, hinten die Schürze halb auf dem Leuchtenträger im Prinzip auf der Fahrbahn. Ähm, da war ich dann auch froh, dass ich das ganz klassische Gewebeband dabei hatten in größeren Mengen, sodass wir einfach mal 30 Meter Klebeband, ähm, am Auto verarbeitet haben und ich wusste insofern, wie ist der nächste Händler, das waren noch fünfzig, siebzig Kilometer, den ich kenne und hab den angerufen und sage: „Pass mal auf, morgen früh als Erstes, ich bin bei dir in der Werkstatt.
Ich komm vorbei. Wann hast du Zeit für mich?" Ähm, deswegen sag ich so, das hat aber glaub ich auch jeder dabei, so das, das, das typische Gewebeband, ähm, Butyldichtmasse würd ich mitnehmen, also dann Band, dass ich sagen kann, ich kann das Dachfenster auch auf nassen Sachen abdichten et cetera. Ähm, das wären so die zwei, drei Kleinigkeiten oder wie gesagt, das Repairset, ähm, gibt's leider nicht mehr im Handel, aber die, die wir verlosen, die werden das mitnehmen, weil da ist alles dabei. Da ist Gewebeband dabei, da ist das Butyltape dabei, da ist 'ne kleine Dichtungsmasse und kleiner Klebstoff dabei. Damit kann ich mich eigentlich, ähm, fast alle Eventualitäten auch beim neuen Fahrzeug, ähm, erschlagen.
Deswegen hab ich dich gefragt, weil bei dir kommen ja deutlich mehr so 'ne Sachen eben, ja schlagen auf. Wir kriegen das nicht immer so mit. Deswegen hab ich die Frage gestellt. Okay, also ja und ich, fällt mir jetzt gerade ein, wir haben auch Freunde, die haben sich 'nen neuen Camper gekauft und was die so an Problemen grade haben, da ist tatsächlich so 'n, so 'n Notfallset wahrscheinlich ganz hilfreich. Und wir empfehlen ja immer die heilige Dreifaltigkeit des Campings, Gaffer Tape, Kabelbinder und WD40.
Ja, bin ich vollkommen bei dir. Ob das jetzt genau WD40 sein muss oder was anderes, was ähnlich Funktion hat, ist kein Thema. Bin ich bei dir, ähm, in dem Bereich und auch, ja, Kabelbinder und wie gesagt, das war auch die Hauptkritik. Wir, unser-- Wir hatten erst 25 Meter Gewebeband, ähm, in dem Reparaturset drin und dann haben wir das vorgestellt auf der Messe, haben gefragt: „Was würdet ihr" haben, wie ich sie die ersten fünfzig, glaub ich, verlost und haben dann gefragt: „Okay, wir hätten von euch gern Feedback. Was müssen wir ändern? Passt das so?" und so weiter und so fort. Und dann waren 80 % haben gesagt, fünf-- „25 Meter ist zu wenig, da müssen 50 Meter rein." Ja, also das war die Hauptkritik an unserem Reparaturset. Da muss mehr Klebeband rein, weil Klebeband ist wichtig. Ja, das war so ganz interessant, dass dann doch, ja, das, das, das Gaffer Tape oder wie du's auch mal nennen magst, ähm, ja.
Ja.
Ist das, ist der Schraubenzieher des Campers.
Ja, oder Panzertape, genau. Und was ich dann aus eigener Erfahrung auch, auch mitgeben kann, je älter euer Fahrzeug ist und je mehr ihr auch unterwegs seid, ähm, desto mehr macht es auch Sinn, vielleicht die ein oder andere Kartusche tatsächlich auch Kleber, ähm, und Butyldichtmasse dabei zu haben. Also das war bei uns auch. Wir hatten 'n 26 Jahre altes Wohnmobil, waren dauerhaft unterwegs, also sind ja, ähm, über fünf Jahre durch Europa getourt und, ähm, da hatt ich immer einmal Kleber, so einen, der so, ich, war 'n Wettbewerbsprodukt. Ich weiß nicht mehr genau welches, aber einer, der relativ gut so für, für Notfälle geeignet war. Ich hab 'ne Butyldichtmasse, die mit sich selber abtupfbar war, dabei gehabt und ich weiß gar nicht, es war noch was. Ich hab's grad vergessen und eben auch 'ne Kartusche, also 'ne, 'ne Pistole dabei für die Kartuschen, ähm, zusätzlich zu den anderen Sachen.
Das hat dann auf jeden Fall Sinn gemacht, weil es war dann doch eben nach den langen Jahren immer mal das eine oder andere, was, was undicht war. Und ja, den an der Kante hängen geblieben ist, mir auch schon passiert. Äh, und auch da hab ich tatsächlich den Hotfix gemacht mit mir 'n bisschen Blech besorgt. Ich glaub, ich war in der Kfz-Werkstatt, hab die gefragt, hatte 'n bisschen Blech besorgt und hab das dann halt auch aufgeklebt, weil dann war's erst mal dicht und dann kann man sich, wenn man irgendwann wieder zu Hause ist, dann einfach drum kümmern. Das, ähm, jetzt, wo das jetzt erzählt, ist mir das auch wieder eingefallen und ich hab auch schon, bin auch schon mit meiner Solarschüssel an so 'ner Kette an so 'ner Tankstelle hängen geblieben und hab mir die 'n bisschen rausgerissen und auch da war der Hotfix dann wirklich Solarschüssel runterschrauben, ähm, und dann einfach dieses Loch, was da dann war, eben auch mit 'nem Kleber und 'n bisschen Blech, was ich mir besorgt habe, erst mal zumachen, weil wir waren irgendwo in Frankreich und aufm Weg nach Spanien und, äh, hatt-- ich hatte keinen Bock, wieder zurück nach Deutschland zu fahren und, äh, die nächste Werkstatt war auch weit weg und dafür war das super, aber das, denk mal, für 'nen normalen Urlauber ist das vielleicht 'n bisschen viel, aber so'n kleines Reparaturkit kann tatsächlich helfen und im Notfall ist ja auch der nächste Baumarkt oder auch Campinghandel nicht so weit entfernt.
Genau. Also von der Seite bin ich bei dir, wobei ich 'ne andere These so'n bisschen habe. Das hängt für mich nicht bei neu oder alt bei den Reisemobilen, sondern es hängt einfach bei der Nutzung. Und so wie ihr das genutzt habt oder auch teilweise wir unseres nutzen, weil wir dann in Spitzenzeiten aufgrund der vielen Messen, auf denen wir waren, ich kam auf über 200 Tage, ähm, Leben im Reisemobil im Jahr. Ähm, wenn du dich mit den Herstellern unterhältst, sagen die natürlich ganz offen, dafür sind diese Fahrzeuge nicht gemacht. Ja, also die sind dafür gemacht, dass du zweimal im Jahr zwei Wochen in Urlaub fährst und das war's. Und für diese Dauerbelastung, so wie du oder wir sie teilweise nutzen, sagen die ganz offen irgendwann beim dritten, vierten Bier am Abend nicht, aber beim dritten, vierten Bier sagt dann irgendeiner: „Ey, du nutzt das ja nicht so, wie du willst." Und das ist auch der Grund, warum es für Schausteller ganz andere Wohnwagen gibt als für normale Menschen, weil die dann sagen, das und das wissen wir, funktioniert nicht, reiß das gleich raus oder bau's erst gar nicht ein in diesem Bereich.
Also ich denk, die Nutzung ist das Hauptthema, ähm, in dem Bereich. Ja, das Alter spielt auch 'ne Rolle, aber ich glaube einfach, es ist die Nutzung, die da, ähm, noch immer, ähm, zu tun hat. Eingefallen, äh, hab ich-- eine Bitte hab ich an euch. Ähm, ich hab nichts gegen den Baumarkt, aber was ganz wichtig: Bitte, bitte, bitte kauft niemals ein Silikon. Nie, nie, nie, nie, nie. Okay? Weil dieses Silikon dem, dem, dem euch selbst oder wenn ihr es in der Werkstatt machen lasst, der Werkstatt danach das Leben schwer macht. Dieses Silikon, dort wo ich Silikon einsetze, kann ich nachher nichts mehr lackieren, nichts mehr kleben, nichts mehr dichten. Das muss rückstandsfrei weg und das sind mehrere Stunden intensive Arbeit, das Ganze zu reinigen und wieder wegzubekommen. Deswegen geht lieber in den Campinghandel oder guckt, dass ihr euch was schicken lasst oder dann nehmt von mir aus ruhig das, das, äh, das, was du gemacht hast dort.
Dann, dann machst du halt drei Lagen Panzertape dadrüber, ja, bis du die, die Dachschüssel wieder abgedichtet hast in dem Moment. Aber bitte, bitte, bitte kein Silikon. Das ist absolut kontraproduktiv, ja?
Guter, wichtiger Punkt auf jeden Fall. Das und ich les das ganz oft, da machst du, schmierst du Silikon dran. Das mag in dem Moment funktionieren, aber der, die Nacharbeit ist halt furchtbar.
Ja.
Ja. Das, das ist doch eigentlich ein schönes Abschlusswort. Ähm, bevor ich dich gleich frage, ob du, ob, ob wir was vergessen haben, was wir noch mit ansprechen sollten. Erst mal noch das Thema Gewinnspiel. Ähm, beantworte uns bitte die folgende Frage, um gewinnen zu können. Und zwar, welcher Kleber von Dekalin hält 28 Kilogramm je Quadratzentimeter? Schick uns die Antwort kurz in 'ner E-Mail an podcast@camperstyle.de und nutze den Betreff Dekalin Gewinnspiel bitte dafür, damit wir's zuordnen können. Der Einsendeschluss ist der 23.08.23 um 9:59 Uhr. Wir ziehen danach unter allen richtigen Einsendungen die drei Gewinner oder Gewinnerinnen und benachrichtigen euch per E-Mail und dann braucht ihr uns nur noch eure Adresse schicken.
Ihr müsst uns im Vorfeld nicht eure Adresse schicken. Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein. So, und, ähm, ja, wir wünschen euch allen ganz viel Glück beim Gewinnspiel. Und ja, Michael, haben wir aus deiner Sicht jetzt beim Thema Kleben noch irgendwas vergessen? Müssen wir noch irgendwas erwähnen?
Ähm, ich denk, wir haben schon relativ viel gemacht, aber ich möcht dir noch 'n Bild mitgeben. Und zwar, ähm, stell dir doch mal so einen ganz klassischen Wasserhahn vor, wie er im Baumarkt zum Regal liegt. Nur dieser Wasserhahn.
Mhm.
Rein bildlich gesehen. Und, ähm, da gibt's 'ne Geschichte zu. Ähm, und zwar, ähm, als die nach dem Zweiten Weltkrieg die russischen Armeen Berlin besetzt haben, ähm, kamen da ganz viele Soldaten aus dem tiefsten Ural und sonstige Sachen her, die kannten eigentlich nur Wasser aus den Brunnen holen und waschen am See oder Wasser im Prinzip, sag ich mal, aus dem See holen. Und die waren natürlich ganz baff, dass sie in so 'ne Wohnung gekommen sind und haben den Hahn ausgedreht und das Wasser kam aus der Wand. Das war für die natürlich was ganz Neues und das fanden die ganz cool. Und die fanden das so cool, dass die eins gemacht haben. Und zwar haben die den Wasserhahn genommen, haben den rausgerissen, haben den mitgenommen. Ja, und haben den natürlich zu Hause auch in die Wand gesteckt. Und, ähm, ähm, die, die, die Hörer können das jetzt nicht sehen, vielleicht aber hören, weil du hast grad so schön gelacht.
Ähm, und die Zuhörer werden auch lachen und sagen: „Okay, ja klar, wir wissen, dass du natürlich ein riesengroßes Netz brauchst und ganz viel versteckt in der Wand passiert, dass überhaupt das Wasser aus dieser Wand, aus diesem Wasserhahn halt rauskommen kann." Und, ähm, genau das haben wir grade gemacht, Sebastian. Wir haben jetzt die letzten zwei Folgen uns ganz massiv über den Wasserhahn unterhalten und alles, was bei der Klebetechnik so versteckt noch dahinter funktioniert und passiert, da haben wir gar keine Zeit für, weil das dann werden wir zig, 20 Stunden im Prinzip, sag ich mal, am, am Reden. Und genau das soll's mitgeben und nehmt den Wasserhahn. Wir haben euch jetzt den Wasserhahn gezeigt, wir haben euch die wichtigsten Sachen gezeigt. Wenn ihr aber mehr wissen wollt, braucht ihr, ähm, 'n Onlinekurs bei uns oder ihr braucht das Buch „Klebt nicht, gibt's nicht", ähm, weil da stehen natürlich die restlichen Geheimnisse einfach noch drin, wie das Ganze optimal funktioniert.
Und ansonsten, wie's letzte Mal auch: Klebt euer Leben.
Schöner Spruch zum Abschied und noch mal 'n schöner Hinweis und schönes Bild. Vielen Dank dafür. Vielen Dank für dein ganzes Wissen, was du mit uns geteilt hast. Ich hoffe, ihr da draußen konntet das eine oder andere oder auch mehr mitnehmen. Wenn ihr Fragen habt, schickt uns 'ne E-Mail an podcast@camperstyle.de oder nutzt den WhatsApp-Link unten in den Show-Notes. Wir verlinken auch noch mal die Webseite, wir verlinken den, äh, Chatbot, wir verlinken das Buch auch noch mal. Wie gesagt, ihr müsst überhaupt nichts kaufen, aber wenn euch, ihr das spannend findet, dann könnt ihr das gerne tun. Und ansonsten abonniert den Podcast, damit ihr die nächste Episode mit Michael nicht verpasst. Da gucken wir uns dann das Thema Dichten an, äh, mit genauso viel Tiefgang wie hier, denke ich. Und ich freu mich da schon sehr drauf. Vielen Dank, lieber Michael.
Du hast das letzte Wort an unsere Hörer und Hörerinnen.
Ja gut, das, das passt eigentlich. Das hatt ich ja eben schon. Also von der Seite vielen, vielen Dank, dass ihr dabei seid. Ähm, vielen Dank, dass ich, dass du mir die, die tollen Fragen gestellt hast, weil das war auch von meiner Seite hochinteressant und, ähm, natürlich ganz klar, wer, wer wie dieses Gespräch sich unter uns so mitgekriegt hat, wird halt festlich stellen, dass das so schon meine Leidenschaft ist und, ähm, ich hoff, das ist eure zukünftig auch und es wird weniger geschraubt und mehr geklebt und ich freu mich auf die nächste Folge.