|

Klebt nicht, gibt's nicht – Kleben und Dichten am Camper

Episode 292 · 01:24:34

In dieser Folge beschäftigen wir uns mit einem spannenden und oft unterschätzten Thema: Kleben und Dichten am Campingfahrzeug. Zu Gast ist Michael Windecker, Geschäftsführer von Deka Kleben und Dichten, bekannt unter der Marke Dekalin. Michael nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise in die Welt der Klebetechnik, erzählt von beeindruckenden Projekten und erklärt, warum Kleben oft besser hält als Schrauben oder Nieten.

Themen in dieser Folge:

  • Warum Kleben häufig besser als Schrauben, Nieten oder Schweißen funktioniert

  • Unterschiede zwischen Baumarkt-Produkten und Spezialklebern fürs Camping

  • Häufige Fehler beim Kleben und wie du sie vermeidest

  • Unterschied zwischen Kleben und Dichten – wann nutze ich was?

  • Warum Silikon am Camper nichts zu suchen hat

  • Einfache Tests, um die Klebfähigkeit verschiedener Materialien zu prüfen

  • Reinigungsmittel fürs Kleben: Worauf musst du achten?

Gewinne eins von Michaels Büchern „Klebt nicht, gibt’s nicht“. Mehr dazu erfährst du am Ende der Episode!

Links & Ressourcen:

Mehr von uns:
Hast du auch schon Erfahrungen mit Kleben und Dichten am Camper gesammelt? Oder möchtest du uns etwas anderes fragen oder mitteilen? Dann schick uns gerne eine Nachricht an podcast@camperstyle.de oder per WhatsApp

Als Podcast-Hörer:in erhältst du mit dem Code podcast15 exklusiv 15 % Rabatt in unserem Online-Shop

Komm in unseren WhatsApp-Kanal: Tägliche Camping-News, Fahrzeugneuheiten, Schnäppchen, Reisetipps, Kuriositäten und vieles mehr!

Unser Buch für Camping-Einsteiger: Camping. Das große Handbuch

Wenn dir unser Podcast gefällt, freuen wir uns riesig über eine gute Bewertung auf deiner Lieblingsplattform und ein Abo – das hilft uns, noch mehr Campingfans zu erreichen.

Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian und wir erzählen euch heute 'n bisschen was zum Thema Kleben und Dichten an einem Camper.

Ja, wir haben heute wieder einen Gast bei uns, und zwar einen Gast, den wir uns schon sehr lange gewünscht haben. Zwar ist es der Michael Windecker von Deka Kleben und Dichten oder vielen wahrscheinlich besser bekannt unter dem Markennamen Dekalim. Herzlich willkommen, Michael. Erzähl du uns doch bitte 'n bisschen, wer du bist, was ihr macht, wie lange schon und ja, was, was dich zum Kleben und Dichten gebracht hat, weil ich glaub, das ist auch so 'n bisschen deine Leidenschaft.

Ja, vielen Dank erst mal für die Einladung. Ähm, schön, dass ich bei euch sein darf. Ähm, ich will dich 'n klein Stück mit zurücknehmen. Ähm, im Winter 1994, ähm, zieht eine kleine Familie in ein Einfamilienhaus ein und, ähm, dieses, der Eingangsbereich von ihrem Traumeinfamilienhaus wird dominiert von einer Aluminiumtür mit einer 68 Kilo schweren Einlegeplatte. Im Sommer des Folgejahres, an 'nem heißen Sommertag, spielt die zweieinhalbjährige Tochter im Hausflur, als es einen Schlag tut und diese Gussplatte sich aus der Tür löst und das kleine Mädchen erschlägt.

Oh Gott.

Ähm, mit dieser Aufgabe bin ich 1999 bei meiner Kleberausbildung von unserem Professor, äh, konfrontiert worden, der gesagt hat, finde den Fehler und guckt, was man hätte, wie wir den Fehler hätten vermeiden könnten. Ähm, ich war damals, ähm, Vater eines zweijährigen Sohnes und einer vierjährigen Tochter. Jeder, der Kinder hat, weiß, was im Kopf dann automatisch abläuft. Wenn man sich das vorstellt, dann sieht man sein eigenes Kind dort drunter. Und das war nachher meine Erkenntnis aus diesem Fall, den ich während meiner Ausbildung gewonnen hab, dass ich sage, okay, es ist oftmals nicht das Produkt, mit dem geklebt wird, sondern es ist oftmals der, der das verarbeitet, ein Verarbeitungsfehler. Und das war der Grund an eigentlich die Geburtsstunde unseres Slogans, den wir heute überall haben, Profiprodukte mit Profiwissen. Das heißt, wir verkaufen Profiprodukte, Klebstoffe et cetera, sonstige Sachen kommen wir auch gleich zu. Aber natürlich geben wir auch das Wissen mit und deswegen freu ich mich, dass ich mich euch über dieses Thema heute unterhalten darf.

Tipps, Tricks, Fehlervermeidung. Ähm, ja, zu meiner Person, ich bin Michael Windecker, ich bin Geschäftsführer der Deka Kleben und Dichten und verantwortlich für die Dekalinprodukte im Dachraum. Ähm, ich bin 58 Jahre alt, hab drei Kinder, beschäftige mich seit 28 Jahren mit Klebetechnik, ähm, bin seit 25 Jahren im Industrieverband Klebstoffe und sitze da seit über 20 Jahre im Ausschuss Strukturelles Kleben. Das heißt, da entwickeln alle Klebstoffhersteller zusammen, ähm, die Klebstoffprodukte eigentlich weiter. Ich hab die Klebenah mitentwickelt, die nachher im B2B-Bereich, ähm, für 'n Verbesserer, ähnlich wie ein Schweißschirm am Schweißen zum Kleben, zum Klebeschein führt. Ähm, in den letzten 28 Jahren hab ich ungefähr drei bis viertausend Projekte, was Klebetechnik, ähm, angeht, gemacht vom ICE vier, wo die ganze Frontmaske zum Beispiel verklebt ist, Porsche Rennsportabteilung und die letzten zehn Jahre relativ viel Caravan in Sonderfahrzeugbau.

Ja, ich bin European Active Specialist. Ähm, das ist so die zweithöchste klebisch, die, die, äh, Ausbildungsstufe, die man eigentlich im Prinzip, sag ich mal, da erreichen kann und hab in den letzten fünf, sechs Jahren, würd ich sagen, ungefähr drei bis vierhundert Leute in Klebetechnik geschult und unterwiesen. Und ja, das ist schon so 'n bisschen mein Leben, da geb ich recht. Ach so, und übrigens seit Anfang des Jahres auch das Autor des Buches "Klebt nicht, gibt's nicht", das sich ganz speziell auch mit Caravaning beschäftigt.

Also ich kann mich noch erinnern, dass wir uns mal, ich weiß nicht, ob du das auch noch im Kopf hast, Michael, vor etlichen Jahren auf 'm Caravan Salon kennengelernt haben und du hast mir da oder uns, ich glaub, Sebastian war auch dabei, ähm, hast du übers Kleben und Dichten gesprochen und ich hatte in dem Moment das Gefühl, dass es einfach nix Schöneres auf der Welt gibt als Kleben und Dichten. Und ich war wirklich davon angetan, weil ich gesagt hab, Mensch, wenn, also ehrlich gesagt, ich hatte bis dahin überhaupt keinen Zugang zu diesem Thema, weil wir, ähm, da jetzt selber auch bei unseren Caravans keine Kontaktpunkte mit hatten bisher. Ähm, aber, aber das war so interessant und dann haben wir jetzt gesagt, jetzt packen wir's endlich mal an und machen eine kleine Serie mit dir.

Und zwar wird's drei Teile geben. Wir starten heute mit den Basics und da haben wir einfach den Titel deines Buchs genannt, "Klebt nicht, gibt's nicht". Ähm, da wollen wir jetzt die Hörerinnen und Hörer mal in die Welt, in die faszinierende Welt offensichtlich des Klebens und Dichtens einführen. Und in den nächsten beiden Folgen geht's dann eben spezifisch um, äh, Kleben am Camper, Tipps für Selbstausbau, Reparaturen und Notfälle und in Folge drei Dichten gegen Wind, Wetter und Wasser, was tun bei undichten Stellen. Also da haben wir's dann noch mal so 'n bisschen aufgesplittet.

Und wir werden auch in dieser Episode eins der Bücher von Michael verlosen, "Klebt nicht, gibt's nicht". Wie ihr das gewinnen könnt, erfahrt ihr am Ende der Episode und es ist auf jeden Fall sinnvoll, die durchzuhören, weil wir 'ne Frage aus der Episode euch stellen werden, die ihr beantworten müsst, um das Buch zu gewinnen. Und auch einer der Gründe, warum, also nicht nur das, das Erlebnis mit Michael am Stand, äh, wie er da quasi sofort 'n Leuchten in den Augen bekommen hat und übers Kleben erzählt hat, sondern auch unsere Erfahrung, dass in ganz vielen Gruppen und Foren und da draußen ganz viel Unwissen auch herrscht und, ähm, also auch völlig okay, dass da Unwissen herrscht, weil wenn man nicht, äh, ne, in allen Bereichen ausgebildet ist, dann kann man eben Dinge nicht unbedingt wissen und auch viel Blödsinn verzapft wird.

Deswegen war's uns wichtig, dass wir das Thema mal angehen und hier sind wir nun und gucken heut mal so 'n bisschen in das Thema basicmäßig rein. Und ja, wie Nele gesagt hat, gehen wir dann immer tiefer in den nächsten beiden Episoden. Nele?

Ich wollt jetzt einfach mit den, ähm, absoluten Basics starten, damit wir die Leute, die uns zuhören, abholen. Wir haben uns ja jetzt schon 'n bisschen mit der Thematik beschäftigt, aber, ähm, ich würde gern wirklich bei null starten, weil ich denke, es hören auch viele zu, die noch keine Berührungspunkte hatten.

Ja, und da können wir ja tatsächlich mit dem Thema einsteigen, was ich letzte Woche erst hatte. Da hat mir 'n Kumpel geschrieben, er hat jetzt hier was, was eingebaut in seinen Camper und hat das geschraubt und, ähm, das war aus meiner Sicht da nicht die beste Idee. Und da fangen wir direkt mal an: Warum schrauben wir Nieten oder schweißen denn nicht alles in unserem Campingfahrzeug? Sondern warum müssen wir uns überhaupt mit, mit Klebern und, und Dichtmassen beschäftigen, Michael?

Na ja, gut, eigentlich muss man sich nicht mit Klebstoffen und Dichtungsmaßen beschäftigen. Du hast ja wohl recht. Man kann vieles schrauben, nieten, bohren et cetera. Ähm, der Punkt ist halt immer einfach, was, was, was, was kann diese einzelne Sache? Also wenn ich etwas schraube oder auch schweiße oder auch niete, hab ich immer eine, eine punktuelle Belastung, ja. Das heißt, an da, wo die Schraube ist, wird die Kraft übertragen. Ich hab 'ne punktuelle Belastung und, ähm, ich zerstöre in der Regel auch das Material. Also beim Schweißen mach ich's flüssig und das erkaltet wieder. Und wenn ich nachher mikroskopisch draufgucken will, hab ich beim Schweißen so drei Zonen. Das eine ist im Prinzip, sag ich mal, da wo die Schweißnaht ist, das meistens auch eine andere Farbe, das ist hart. Dann hab ich so eine Übergangszone und dann hab ich meine beiden Fügeteile. Und wenn ich gucke, wo das dann reißt, reißt es immer in der Übergangszone direkt neben der Schweißnaht, weil da meine Schwachstelle ist, weil ich das Material einfach ja da geschädigt habe in dem Bereich.

Dasselbe hab ich bei der Schraube. Das heißt, ich mach ein Loch ein, ähm, in, in das Material, schraube das Ganze durch und, ähm, wenn ich 'ne Belastung habe, hab ich auch 'ne punktuelle Belastung. Das heißt, die Kraft kann in dem Loch nicht übertragen werden. Die Kraft umläuft das Loch und deswegen hab ich Spannungsspitzen links und rechts neben der Schraube. Und wenn man genau guckt, meistens reißt auch die Verbindung direkt neben der Schraube. Dasselbe Spiel hab ich beim Nieten auch. Da mach ich auch 'n Loch rein und meistens reißt es direkt neben die Niet. Also ich hab zwei Probleme: Ich hab 'ne punktuelle Belastung und ich mach ein Loch in mein Fahrzeug. Ja, das ist so der, der, der Punkt, wo ich sage, okay, jedes Loch, was ich reinmach, kann eine Undichtigkeit nachher vu-vu-verursachen. Und deswegen hab ich so diese zwei Probleme. Das eine ist halt, ich mache ein Loch rein, ich zerstöre irgendwas und die andere, ich hab 'ne punktuelle Belastung. Das ist der Vorteil beim Kleben, ähm, weil ich halt einfach über die Fläche riesengroßen Kräfte übertragen kann.

Und das Problem beim Kleben ist, jeder kennt das von zu Hause. Ja, man hat, was weiß ich, den, den Uhu Britt oder keine Ahnung so was, äh, mal schon alles benutzt. Oder nimmt den typischen Alleskleber, den man so im Baumarkt gekauft hat und hat dann festgestellt: Oh ups, das hat jetzt doch aus irgendwelchen Gründen nicht funktioniert. Und dementsprechend, ich war jetzt gerade auf der, es ist Adventure South Side und, ähm, dann haben wir ein Vorführ-, Vorführmodell gehabt, wo wir einfach jetzt auch Filmaufnahmen gemacht haben und dann haben wir Sat-Anlagen geklebt, Solaranlagen geklebt, aber auch eine Markise geklebt. Und ganz, ganz viele Selbstausbauer, Camper, Besucher waren da und dann kamen Aussagen: „Was? Markise kleben, das ist mutig." Oder: „Das ist sportlich, dass ihr euch so was traut", oder so Sachen. Und das sind halt so Punkte, wo ich sage: Ja, das ist für mich gar nicht mutig, weil wenn ich so eine Markise hab, dann hat die so eine Trägerschiene, wo die eingehängt wird.

Die Trägerschiene ist vier Meter lang. Ähm, da mach ich fünf Kleberaupen drauf. Das sind dann vier Meter mal fünf, das sind zweitausend Quadratzentimeter Klebefläche. Wenn ich jetzt 'n Klebstoff hab, wie, was weiß ich, zum Beispiel unseren MS fünf, der hält achtundzwanzig Kilo auf den Quadratzentimeter Klebefläche, dann liegen wir in einer Größenordnung von mehreren Tonnen, die diese Markisenhaltung aushält. Und deswegen sage ich: Nee, wenn ich das richtig mache, dann ist es auch gar nicht mutig, sondern das hält. Und das Problem ist halt einfach, dass die Klebetechnik, ähm, noch das Image noch nicht hat. Ähm, ja, weil viele von zu Hause sagen: „Na ja, ähm, hält das dann?" Ja, das Ganze ist, ist, ist-- Also beim Schweißen sagt jeder: „Boah, das hält. Das weiß ich. Das ist..." Ja, aber beim Kleben ist so: „Ups, ähm, die erste Frage, ähm, hält das?" So ähnlich so. Ich weiß nicht, wisst ihr, wann der, wann der Eiffelturm gebaut worden ist?

Ist schon lange her.

1890 zur Weltausstellung, ja, äh, in Paris wurde der im Prinzip, sag ich mal, gemacht. Und der Grund, warum's ihn gab, damals war Nieteneue Technik. Und man hat gesagt, Nieten hält nicht und auf gebogenen Flächen hält Nieten schon gar nicht, auf gebogenen Materialien. Und der Herr Eiffel hat dann gesagt: „Okay, wir zeigen, dass das funktioniert." Und eigentlich sollte der Turm nur zehn Jahre stehen und wie gesagt, der steht heute noch und man sieht, Nieten funktioniert. Und so ähnlich geht's uns mit der Klebetechnik. Wir sind gerade so auf dem Sprung, wo doch viele sagen: „Na ja, ähm, das hält nicht." Ja, und ich sag: „Ja, doch, wenn man das richtig macht, hält das."

Also man könnte auch den, man könnte auch den Eiffelturm kleben, meinst du?

Ja klar, wir kleben mittlerweile, ähm, wie gesagt, wir kleben mittlerweile Brücken oder wie gesagt im Fahrzeugbau, weil ich vorhin gesagt hab, ähm, beim ICE 4 ist die ganze Frontmaske, also dieser ganze Triebkopf ist nur geklebt. Ja, das Ding fährt dreihundertfünfzig. Ja, also von der Seite her, also das geht. Da ist keine einzige Schraube, da ist kein einziger Niet, da ist gar nichts. Also ist nur geklebt.

Krass. Das wusste ich nicht.

Jetzt hast du ja schon gesagt, dass, dass wir zu Hause auch manchmal mit einem, 'nem Prittstift, ist ja zwar die Marke, aber auch ja mittlerweile so 'n, so 'n so was wie Tempotaschentücher.

Es gibt auch ganz-

Ja klar

... ganz tolle Stifte von Uhu.

Ja, also wie gesagt, das war jetzt keine, soll keine Markenwerbung sein.

Alles gut, ne. Also es gibt ja, wir haben zu Hause so Klebestifte, da, da können wir mal irgendwie ein Etikett auf ein Paket kleben oder so was. Wir haben auch diese, diese, äh, Powerkleber teilweise, wo man Sachen ankleben kann. Gibt's da eigentlich Unterschiede zu dem, äh, was ihr klebetechnisch macht und sagen wir den Produkten, die man jetzt klassisch von zu Hause kennt?

Ähm, ja und nein. Wir, jeder Klebstoffhersteller optimiert immer seine Produkte für die Anwendung, die er es vorgesehen hat. Ähm, und auch da gibt's nicht eins für alles funktioniert nicht. Okay? Ähm, deswegen leisten wir uns als Klebstoffhersteller in, für die Berufmaschinen drei, vier, fünf verschiedene unterschiedliche Produkte, die, die, die ähnlich sind, aber jedes Mal eine andere Stärke hat. Ähm, weil wie gesagt, das eins für alles nicht funktioniert. Und das Problem zu Hause ist, ähm, zu Hause hast du Temperaturen bei dir wahrscheinlich selten in der Wohnung unter Minus, ähm, meistens Plusgrade, also fünf Grad oder mehr in dem Bereich. Ähm, dein Haus, in dem du wohnst, das vibriert nicht, das hat keine Schlagbelastung, das, ähm, wird keinen großen Schwankungen ausgesetzt et cetera und sonstige Sachen.

Und all das hab ich natürlich beim Camping. Ja, ich fahr vielleicht zum Skifahren, da hab ich minus zwanzig Grad oder ich stehe auf der CMT und hab minus zehn, minus zwanzig Grad. Ich fahr bis hin nach Marokko, da hab ich plus sechzig Grad. Ähm, ich fahr über eine holprige Straße, dann vibriert das, hab ich Schlagbelastung, hab ich Vibrationsbelastung. Und deswegen wird für mich immer kein Schuh draus. Ähm, Produkte aus dem Fahrzeugbau funktionieren bei dir zu Hause in der Dusche auch. Das kannst du ohne Problem abdichten, weil ich die Belastung reduziert hab. Produkte, die du zu Hause bei dir in der Dusche benimmst zum Abdichten, funktionieren im Caravan nur begrenzt, weil einfach das ausgelegt ist für Haus und Hof. Also Produkte in der regeligen Baumarktkauf hat der Hersteller optimiert für Produkte für ja, in Haus und Hof. Deswegen verkauft er's im Baumarkt und nicht wie wir, ähm, im, im, im Fahrzeughandel oder im, im Caravaninghandel oder im Fachhandel oder bei technischen Händlern, wo wir unsere Produkte ansiedeln.

Ja, also deswegen unterscheiden wir das ganz klassisch. Das ist auch der Grund, warum viele fragen: „Boah, warum gibt's das nicht im Baumarkt?" Weil wir sagen: „Okay, wir haben unsere Zielgruppe, die heißt Fahrzeugbau, Sonderfahrzeugbau, Caravaning, Selbstausbau. Ähm, das sind unsere Zielgruppen und da brauche ich spezielle Produkte." Und wenn du dann Baumarkt sagst, okay, ich nehm irgend 'n Produkt mit, was halt zwei, drei Euro günstiger ist, kann das funktionieren, kann aber auch sein, dass das halt nicht funktioniert.

Okay, das glaub ich, kann jeder nachvollziehen und das ist ja letzten Endes auch so, es gibt ja auch nicht nur eine Schraube und einen Dübel und, äh, eine Art des Schweißens und, äh, eine Art des Nietens, sondern es gibt auch ja da jeweils ganz unterschiedliche, äh, Dinge und so ist es halt letzten Endes auch beim Kleben, wie du's schon gesagt hast. Und, und das bringt mich dann zu der nächsten Frage: Kann man denn Kleber auch irgendwie so unterteilen? Also sich bei Schrauben hat man ja grob, keine Ahnung, Schrauben für Holz, für Hohlwände, dies, das, jenes. Kann man das bei Klebern auch machen? Also gibt's da so Klassifizierungen oder Einteilungen? Und wenn das zu weit führt, weil wir müssen ja jetzt nicht die ganze Welt betrachten, dann lass uns nur aufs Camping und den Fahrzeugbau gucken.

Nee, wir können das, wir können das schon, schon so bisschen beleuchten. Also von der Seite her, für mich ist immer Kleben ein Prozess. Das heißt, es gibt so zehn verschiedene Fragen oder Stufen, die ich in meinem Prozess einfach habe. Und eine dieser Fragen, die ich mir immer stellen muss am Anfang: Was war's am Anfang und was wird es, wenn es fertig wird? Also was muss das Endprodukt aushalten? Und dementsprechend ergibt sich dann nachher auch die Klebstoff aus, weil die einer von diesen zehn Punkten halt einfach ist. Weil es ist der Unterschied, ob ich wie, wie gesagt, zu Hause, ähm, bei Nele seh ich da hinten so eine schöne Wandkarte, ähm, Weltkarte oder Europakarte an der Wand hängen, ja. Die ist mit Tesa festgemacht. Also da, da kann nix passieren. Das klebst du fest und das hat nix groß zu halten. Also da langt der, auch jetzt wie gesagt, der Klebestreifen, egal von Tesa oder von wem anders da, ähm, der ist vollkommen ausreichend in dem Bereich.

Wenn wir jetzt über, über, über 'ne SAT-Anlage reden bei 'nem Camper, dann reden wir von 25 Kilo. Wir reden beim Kastenwagen von Geschwindigkeiten bis 180 Kilometer. Wir reden auch da wieder Temperatur, Vibration und so weiter und so fort. Also hab ich andere Anforderungen und aufgrund der Anforderungen auch einen anderen Klebstoff. Und das ist halt genau so für mich der eine Punkt, wo ich sage, okay, je höher die Anforderungen sind, desto höher m-muss natürlich auch der Klebstoff ausgelegt sein und desto besser muss auch die Verarbeitung sein, ja. Bei der Klebenorm machen wir das relativ einfach. Ähm, dort gibt es Sicherheitsklassen von S1 bis S4. So, die S1 wäre jetzt die ICE-Verklebung. Sprich, wenn der ICE durch einen Bahnhof fährt und die Frontscheibe fällt raus oder der, der, der vordere Triebkopf fällt ab, ähm, im, im Bahnhof, dann geht es den Menschen im Zug nicht gut und den Menschen im Bahnhof geht's auch nicht gut.

Das heißt, es ist Leib und Leben in Gefahr. Das wäre eine klassische S1-Verklebung. Da muss ich gewisse Dinge beachten. Da brauch ich technische Ausleitung, brauch 'n Ausbildung, dass ich das machen kann und so weiter und so fort. Wenn bei Nele da, das, das Wandschild da hinten abfällt, dann ärgert sie sich und es ist Komfortverlust und sagt: „Hey, mein schönes Bild ist runtergefallen", aber es passiert halt nichts. Ja, also weder der Nele noch dir geht's danach gesundheitlich schlecht und, ähm, sonstige Sachen. Und da ist es dann auch ziemlich fast egal, was für einen Klebstoff du nimmst, ja, weil da einfach sage ich, es passiert halt einfach nichts. Und das versuchen wir auch, dem Kunden so 'n bisschen klarzumachen. Ähm, bei solchen Sachen musst du auf der einen Seite gucken, dass du den richtigen Klebstoff nimmst, aber du musst auch wissen, was du tust so 'n bisschen. Ja, also wenn ich so Sachen noch nie gemacht habe, ist es vielleicht manchmal dann sinnvoll, doch, ähm, zu überlegen, ob ich mir einen professionellen, ähm, Unterstützung oder Rat halt suche, ne.

Grade bei so Sachen, wo wirklich was gefährlich sein kann, weil wenn so 'ne SAT-Anlage bei Tempo 120 abfäl-abfällt und du fährst hinten dann mit dem Auto oder Motorrad, ähm, kann das sein, dass das nicht so gut für dich ausgeht.

Die zehn Fragen, die man sich eben zu Beginn von so 'nem Klebeprojekt stellen sollte, die würd ich dann gerne vielleicht noch, wenn wir noch Zeit haben, ans Ende einmal anhängen. Ähm, ansonsten bringen wir sie in der nächsten Folge, weil ich glaub, die mal einzeln aufzulisten, ist auf jeden Fall auch spannend für die Hörerinnen und Hörer.

Gut, das sind jetzt keine Fragen, sondern sind Punkte, ähm, aber ich würd es auf das nächste, auf das nächste Mal im Prinzip, sag ich mal, machen, dann bereite ich es auch 'n bisschen vor.

Okay, super.

Und dann kann man da im Prinzip, sag ich mal, so die Stufen des Klebeprozesses im Prinzip, sag ich mal, machen. Aber die Haupt, die Hauptthematik ist wirklich so: Was wird das, was ist es am Anfang und was wird es, wenn es fertig wird und welche Belastung muss es aushalten, wenn es fertig wird? Das ist für mich so der, der Haupt, der Hauptpunkt. Je mehr es aushalten muss, desto mehr muss ich mir Gedanken machen über d-das Tun dazwischen.

Jetzt, jetzt hast du ja grade von diesen Sicherheitsstufen gesprochen, S1 beim ICE, S4 vielleicht bei, bei Neles Poster. Ähm, jetzt, jetzt frag ich mich grade, es kann ja grundlegend jeder auf seinem Wohnmobil die, die, äh, Satellitenanlage oder auch 'ne Solaranlage einfach aufkleben, ohne dass da irgendjemand, äh, mitspricht. V-vielleicht dann danach, wenn was schiefgeht, aber im Grunde genommen ist da auch Leib und Leben in Gefahr, wenn ich meine, meine Solarpanels nicht richtig aufklebe und die mir dann bei 180 auf der Autobahn, äh, runter und dem Nächsten in die Frontscheibe donnern. Wird es davon, also gibt's dafür 'ne Richtlinie oder ist das tatsächlich erst, wenn was passiert ist, dann 'n Problem?

Na ja gut, für dich als Privatmann kannst du so ziemlich alles machen, was du willst.

Mhm.

Ja, also das ist ja, da kann dir keiner im Prinzip, sag ich mal, ähm, auf die Füße treten. Und das ist auch der Grund, ähm, warum ich dieses Buch eigentlich geschrieben hab, ähm, weil ich halt einfach festgestellt hab, und das hat die Nele vorhin auch schon so angedeutet, so schön, ähm Dass du immer ganz viele Informationen aus Foren oder aus, aus anderen Publikationen bekommst. Und oftmals ist es so, ähm, dass Leute etwas zum ersten Mal machen und ich kann mich sehr wohl noch an, an, an tolle Gespräche erinnern, weil ich weiß, wie ihr kamt am Anfang, da waren auch eigentlich nur ein, zwei Kleinigkeit, ein, zwei kleine Fragen und ich glaub, wir haben nachher zwei, zweieinhalb Stunden oder was saßen wir, glaub ich, zusammen. Ich glaub, ihr wart am Schluss sogar zu dritt. Also von der Seite her, ich kann mich da noch erinnern, dass ihr das auch aufges-gesogen habt wie so 'n Schwamm, weil's euch interessiert hat. Also ich weiß, das war noch auch so ein Highlight auf der Messe für mich, wo ich sag: „Hey, guck mal, da kommen zwei, die eigentlich mit nix 'n Vertrag haben, was das Thema angeht", und, und kam eine, eine Frage nach der nächsten Frage eigentlich, die wir da zusammen besprochen haben.

Und oftmals ist es so, es macht jemand und sagt: „Hey, guck mal, so wie ich es gemacht hab, ist es toll." Und ich als Profi sag, sag ich: „Nee, ist nicht ganz so toll", ja, weil da, da hast 'n Fehler gemacht oder das kannst du so nicht machen oder das sollst du so nicht machen. Und aber das siehst du erst moment nicht. Du guckst dir diesen Video an und du hast selbst keine Ahnung, findest es erst mal gut, wie das ist. Du kannst es auch nicht beurteilen. Und dann hab ich auf Vorträge gehalten, ein, zwei und auch dann hab ich gemerkt, selbst von Leuten, die da etwas tiefer in der Materie drin sind, es fehlen einfach elementare Punkte. Und dann hab ich versucht zu recherchieren und zu gucken, gibt's irgend so irgendwas? Und ich habe halt selbst nichts gefunden, außer, sag ich mal, für den Ingenieur. Ja, also für den Ingenieur steht dann in der Ingenieurausbildung drin, was du wie wo machen musst. Das war, was für meine Profis halt so einfach ist. Und dann hab ich gedacht: „Gut, okay, jetzt müssen wir mal einfach hier so dieser, dieser, dieser Halbseiten oder Fake News, wie das heute so schön ja eigentlich heißt, so 'n bisschen aufräumen und einfach alles da reinpacken."

Und das war eigentlich der, der, der, der Start des Buches und hat 'n bisschen länger gebraucht, als ich das gedacht hab, weil ich mal Ass Buch war und dann ganz viele Dinge lernen musste.

Da ist man, geht man immer sehr naiv dran.

Ja, ja, aber, aber am meisten hat mich nachher eigentlich getötet, gar nicht mal so, dass der, der Inhalt, sondern am meisten hat mich getötet, wie, ähm, du musst das anmelden und es gibt 'ne Buchpreisbindung und du musst 'ne ISBN-Nummer beantragen und du musst 'nen, 'nen, 'nen Richtpreis haben, unter dem du's nicht verkaufen darfst und du musst 'ne Recyclingordnung erfüllen und musst Retouren erfüllen und, und, und. Es waren so ganz viele andere Dinge, die mich so aus dem Konzept gebracht haben. Da muss ich sagen: „Was muss ich noch alles?" Also es war, ähm, ja, also spannende Story. Mein zweites wird schneller und ich weiß auch, was ich achten würde. Ähm, aber ja, das war so der Grund, warum ich das geschrieben hab, um zu sagen: „Hey, guck mal, ich nehm euch an die Hand und hier könnt ihr euch durchhangeln von wie behhandle ich 'ne Oberfläche, wie mach ich das, wie mach ich das, wie mach ich das?" Und am Schluss funktioniert das Ganze. Ähm, halt auch, weil da stecken 25 Jahre drin und dann, dann der eine oder der andere sagt: „Boah, 25 Euro, das und jenes", oder „Warum soll ich 'n das kaufen?", und so.

Wo ich sag, sag ich: „Ja, weil wenn du einen Fehler nicht machst, ähm, spart es dir mehr als 20, 20 Euro." Da red ich noch nicht von der gesundheitlichen Gefahr für dich als hinten dran Fahrer.

Aber du, du hattest ja jetzt gesagt, als Privatperson kann man mehr oder weniger machen, was man möchte.

Mhm.

Aber in dem Moment, wo ich mit so 'nem Campingfahrzeug durch die Gegend fahre, bin ich ja nicht mehr in meinem privaten Umfeld, für das nur ich, äh, sozusagen der Geschädigte bin, wenn was passiert. Ne? Also wenn, wenn jetzt auf der Autobahn so 'ne Sattschüssel runterfliegt oder 'n Solarpanel, dann ist das ja 'ne potenzielle Gefahr auch für andere Menschen, die sich jetzt nicht in meinem privaten Umfeld bewegen.

Ja, aber da rei, da greift ganz normal im Prinzip, sag ich mal, ähm, das BGB geh ich von aus, dass da die grundlegenden Sachen ist. Und wenn du andere Leute schädigst in irgendeiner Form, dann bist du erst mal haftbar. Und wenn du Pech hast, kommt es dann zu 'nem Gerichtsprozess, der dann fragt, ähm: „Nele, wie war denn deine Qualifikation, dass du das, ähm, gedacht hast, du kannst hier in die Fahrzeuggeometrie eingreifen, kannst das und das tun, oder wie haben Sie's denn gemacht?", oder so Sachen. Also von der Seite, das wird dann bestimmt, wird dann das eine oder andere, ähm, Gespräch in der Nachfolge halt geben.

Mhm.

Ja, also die gibt es bei unseren Profis ja auch. Deswegen arbeiten wir ja viel mit Klebeprozessen, mit Klebeprotokollen, mit Klebeanweisungen, wo ich denen sage: „Okay, wenn der Mitarbeiter das genauso macht und unterwiesen ist, dann ist es okay." Und wenn der das nicht so macht und es geht nachher schief und du kannst es belegen, dass er das nicht so gemacht hat, dann ist auch ein Mitarbeiter in der Werkstatt mit verhaftbar. Und das wissen die wenigsten, auch ein Werkstattmitarbeiter haftet bis zu zwei Monatslöhne für Fehler, die er macht.

Mhm.

Nützt dir jetzt vielleicht nicht viel, aber, ähm, generell gibt es eine Haftbarkeit.

Mhm.

Und bei den Profis auf jeden Fall.

Und wenn ich jetzt sage, ich trau mir so 'n Klebeprojekt selber nicht zu, sondern ich würde das lieber von, ähm, 'ner fachlich geschulten Person machen, äh, lassen, wie erkenn ich denn in 'ner Werkstatt, ob 'ne Person wirklich die Kompetenzen und die Qualifikationen dafür hat? Müssen die dann irgendwelche Zertifikate nachweisen oder kann im Grunde in, in 'ner, bei 'nem Caravan-Händler in 'ner Werkstatt dann jeder sich an solche Klebeprojekte setzen?

Also auch da unterscheidet sich die Spreu vom Weizen. Ähm, die guten Caravan-Händler lassen ihre Leute in dieser Richtung weiterbilden. Das sieht man bei uns im Prinzip, sag ich mal, auf unserer, wenn du bei uns jetzt Händler suchen würdest, gibt es normale Händler und es gibt einfach zertifizierte Fachhändler. Das heißt, die haben mal zweieinhalb Tage Klebeschulung gemacht, die haben 'ne Prüfung gemacht. Die sollten wissen, wie das funktioniert. Ähm, denen stehen wir mit Rat und Tat zur Verfügung und der eine oder andere größere Caravan-Händler l-macht sogar jedes Jahr 'ne Auffrischungsschulung, dass seine Mitarbeiter immer eigentlich up to date eigentlich sind. Als Weiteres, wenn du das möchtest und ganz, ganz sichergehen willst, dann gehst du einfach zu einem Caravan-Händler und sagst, du möchtest, dass er nach Kleber, nach der Klebernorm DIN 2304 arbeitet. Dort sind alle Sachen geregelt, die Ausbildung, die Arbeitsweise und so weiter und so fort. Und damit bist du auf der sicheren Seite, weil damit diese Norm legt, regelt einfach alles wie richtig, was geklebt werden muss und soll, ja.

Und dann ist es für die guten Händler auch in der Regel kein Problem. Wobei noch mal, wir machen ja hier keine Raketenwissenschaften. Okay, das ist jetzt hier nicht, was wir hier die NASA sind, sondern wir verkleben Anbauteile an ein Fahrzeug und das ist jetzt, wenn du das ordentlich machst, in so mit richtig sauber machen, bisschen anschleifen und so weiter und so fort, ähm, bekommt das auch 'ne, 'ne Werkstatt auf jeden Fall hin und auch du als Privatmann kannst viele Dinge machen.

Okay.

Und

Wo, also jetzt gehe ich mal wieder Richtung Karawane, bisschen spezieller. Jetzt gibt es ja gewisse Dinge, die kleben wir ein oder die können wir einkleben. Es gibt gewisse Dinge, die werden vielleicht auch geschraubt und zusätzlich gedichtet. Mmm, woher weiß ich denn, was wann die richtige Technik ist?

Mmm, ja, auch da wieder die Frage ist, wenn, wa-was ich machen möchte, kann das kaputtgehen, muss es eventuell demontierbar sein und so weiter und so fort. Ähm, auf den Messen oder auch wenn du bei uns in der, in der Hotline anrufst, sagen wir halt ganz einfach so eine Faustformel: Alles, was, ähm, demontierbar sein muss, alle-all was geschraubt ist, also Steckdosen, Fenster, Klappen, Luken, Türen, Kühlschrankgitter und so weiter und so fort. All diese Dinge gehen im Laufe der Zeit irgendwann kaputt. Jeder, der ein bisschen länger im Camping unterwegs ist, weiß das, ähm, dass das passiert und dementsprechend, ähm, müssen diese Dinge ausgetauscht werden. Deswegen werden diese Dinge in der Regel geschraubt mit drei, vier kleinen Schräubchen, damit ist die Kraftübertragung da und dann dicht brauche ich es nur eindichten. Ich könnte das auch einkleben, dann ist es halt bei der Demontage wesentlich schwieriger.

Und das muss ich mir halt vorüberlegen, bei Dingen, die ich weiß, die gehen auf jeden Fall mal die nächsten paar Jahre sehr wahrscheinlich kaputt, würde ich halt eher zum Dichten greifen als zum Kleben, weil kleben halt dann schon einfach durch die Kraftübertragung schwieriger demontierbar ist. Aber auch da spricht nichts dagegen, ein, ein, ein Fenster theoretisch einzukleben. Das geht also auch, ja. Wobei unsere Empfehlung ist halt immer: Okay, solche Sachen, die geschraubt sind, dichtest du, dann kannst du es einfach demontieren.

Ich glaube, so gerade Fenster, Luken, Klappen ist-- Auch Dachfenster, das ist so der Klassiker. Also ich kann mich noch erinnern, wir sitzen in Spanien beim Frühstück aufm, aufm Stellplatz, es fängt an zu regnen und mit einmal tropft's uns auf die Frühstücksbrötchen. Ähm, und dann, dann war einfach nach, ich glaube, 26 Jahren halt das, das Dachfenster einfach die, die Dichtmasse spröde geworden. Die war halt nur noch löchrig und hat da reingeregnet. Und dann musste ich mir damals auch die Frage stellen: Was mache ich jetzt? Was brauche ich überhaupt? Und, ähm, da bin ich dann auch dazu gekommen, alles klar, Fenster am besten dichten, also beziehungsweise mit Dichtmasse, äh, und schrauben. Warum? Weil das wird wieder passieren, was mir da gerade passiert ist. Gerade wenn ich eben auch viel Temperaturschwankungen habe, habe ich gelernt, ähm, ne, kei-- halt, äh, heiß, kalt, Sonne, das macht halt im Laufe der Jahre alles mürbe an Werkstoffen, die wir so haben.

Mhm. Wobei meistens sind so-- Das Schädlichste ist auch die UV-Belastung. Das ist halt einfach so mit so das, das, das, was nachher das Ganze spröde macht, was es dann nachher-

Okay

... ähm, eigentlich auslöst.

Also Sonne ist das Böse.

Sonne, genau. Ja.

Da würde ich gerne noch mal kurz, ähm, bei bleiben, weil du hattest es ja vorhin auch schon in einem Nebensatz mal aufgezählt. Was sind denn so die, die Einflüsse, die, die auf Klebstoffe und auch auf Dichtstoffe am meisten wirken? Also du hattest jetzt gesagt UV. Ähm, wie sieht's aus mit Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Kälte, also Hitze, Kälte?

Also ich würde das mal unterscheiden. Ja, all diese Dinge wirken auf die Verklebung ein und deswegen altert eine Verklebung. Ja, also deswegen hast du Produkte wie ein Silikon, das dann relativ schnell anfängt zu schimmeln, weil es einfach nicht beständig gegen Schimmel ist. Deswegen sagt jeder, ähm, Handwerker, so eine Silikonfuge ist eine Wartungsfuge, die muss alle zwei, drei, vier Jahre spätestens gemacht werden. Kennst du von deinem Bad gleich zu Hause in dem Bereich. Ähm, dann gibt es, wie gesagt, wie wir gerade eben hatten, so den Unterschied schon UV-Belastung. Und ganz klar, wenn ich natürlich Schlagbelastung, Vibrationsbelastung, Chemikalien sind es oft. Aber das, was eigentlich noch viel schlimmer eigentlich ist, warum Klebungen oft versagen, ist eigentlich, dass Fehler bei der Erstellung gemacht werden.

Mhm.

Ja, also das ist der, der, der Hauptgrund, ähm, der, der, der da passiert ist. Und es sind meistens leider, ähm, die, die Anwendungsfehler. Also wir haben kurz vor der Corona-Zeit mit dem IFAM-Institut und der Uni Münster, ähm, eine Studie erstellen lassen für den Klebstoffverband und dort hat man dreieinhalbtausend Fehlverklebungen im industriellen Bereich untersucht. Davon waren 97 % Anwendungsfehler und 95 % im Bereich der Adhäsion, sprich der Anhaftung. Das heißt, da wurde nicht richtig sauber gemacht oder es wurden Sachen übersehen et cetera, sonstige Sachen. Und das ist der Grund, wenn ich da schon den Fehler mache, weil ich nicht richtig gearbeitet habe, dann hält meine Klebung hinten raus natürlich auch nicht lange. Ja, das kann von paar Ta-- von paar Monaten dauern, kann aber auch schon Tage sein.

Also wie gesagt, wir waren jetzt ja gerade auf der Adventure South Side und da war ein Kunde, der mit unseren Produkten gearbeitet hat und war eigentlich ganz angenervt, vielleicht sogar, ja, war mehr als genervt, sage ich mal. Ähm, der hat so einen ähnlichen Fall gehabt wie ihr, nur dass es dem ins Bett halt reingeregnet hat. Und dann war es halt klatschnass. Das heißt, er hat so fünfzig mal fünfzig, äh, nasses Bett gehabt. So, ist natürlich bei so einem Kastenwagen ein Bett, das, was weiß ich, eins vierzig mal eins neunzig oder zwei Meter ist. Wenn da fünfzig mal fünfzig zwischen drin nass sind, ist es blöd zu liegen und zu schlafen in irgendeiner Form.

Mhm.

Und der kam dann, meint: „Boah, das habe ich erst letzte Woche gemacht und es ist schiefgegangen und was wie eure Produkte sind blöd" und so weiter und so fort. Und, ähm, das Witzige war nachher dran, ich habe keine, keine Erlösung gehabt und so weiter und so fort. Und irgendwann, je mehr er erzählt hat, kam dann irgendwann, er hat das alte Fenster rausgemacht, weil es undicht war, hat es neu angedichtet, hat sogar einen Einbau, ähm, fürs Dachfenster sogar einen Einbaurahmen genommen. Und was er dann zwischendrin erzählt hat, er hat das Fenster, also weil er das bei dem Fenster, das andere Fenster war vorher eingeklebt, also hat er den Lack zerstört an der Stelle, wo er es ausgebaut hat, weil das Verkleben halt dazu geführt hat, dass es nicht einfach auszubauen war. Und dann hat er es neu lackiert und hat dann Tage später schon gleich, ein, zwei Tage später, die Dichtungsmasse drauf gemacht. Und dann war der Witz an der Sache nachher, dass ein Lack zwar nach vierundzwanzig Stunden handhabungsfest ist, aber er noch nicht komplett ausgetrocknet ist.

Deswegen solltest du, wenn du ein Auto lackierst, auch die ersten dreißig Tage nicht die Waschanlage fahren, weil der Lack immer noch weich ist und die Waschanlage das, den Lack zerstören könnte. Und genau das hat er gemacht. Der hatte Dichtungsmasse zwei Tage später drauf und die restlichen Lösungsmittel des Lackes sind in die Dichtungsmasse diffundiert und haben die Dichtungsmasse undicht gemacht und deswegen hat's reingeregnet. Und das Schöne war, ich hatte die Vermutung geäußert und der stand draußen auf dem Stellplatz, so drei Reihen neben bei uns. Wir sind dann abends hin, der hat uns ein Bier eingeladen, haben die Leiter angestellt und siehe da, an der Dichtungsmasse waren Blasen drin. Das heißt, richtige Bläschen, wo du gesehen hast, da ist was durchdiffundiert, das ist oben wieder rausgekommen und deswegen war die Dichtungsmasse einfach undicht. War aber eigentlich ein Fehler beim Machen. Und ich behaupte-

Mhm

... die Fehler beim Machen führen meistens dazu, dass die Dichtungen schneller versagen oder auch die Klebungen schneller versagen, als wenn du's richtig gemacht hättest.

Ja.

Und das sind alles so Faktoren, die man auch in deinem Buch nachlesen kann. Also-

Ja klar

... ist es wirklich so. Oh wow. Und wenn man das jetzt, wenn man das jetzt handwerklich korrekt alles durchführt-

Mhm

... was würdest du denn sagen, so im Schnitt alle wie viel Jahre muss man dann so 'ne Dichtung, so 'ne Dichtmasse austauschen beziehungsweise hält 'ne Verklebung?

Also, ähm, wir als Hersteller testen unsere Klebstoffe und auch Anwendungen bei Produkten. Also für, wenn jetzt jemand eine SAT-Anlage verkleben will, was weiß ich, Megasat oder so oder Tenhaft jetzt grade hatten wir, ähm, dann geben die uns die Fügeteile, dann machen wir Probeverklebung und danach gehen die bei uns in den Klimakammer-Test. Und dort werden die acht Wochen lang getestet, die Verklebung auf dem Material. Ähm, und zwar werden die innerhalb von kurzer Zeit auf achtzig Grad hoch erwärmt mit einer sehr, sehr hohen Luftfeuchtigkeit und innerhalb von acht Stunden auf minus zwanzig Grad runter mit einer sehr geringen Luftfeuchtigkeit. Das heißt, Klimakammerwechseltest ist eigentlich ein Automobilindustriestandard. Und dort machen wir das mehrere Wochen und somit können wir feststellen, wie das Material in zwölf bis 15 Jahren aussehen würde.

Mhm.

Und nur wenn die Abweichungen minimalst sind im einstelligen Prozentbereich, dann geben wir ein Gut oder sehr gut für diese Verklebung. Und dann sagen wir: Okay, wir wissen, wie das in zehn bis zwölf, 15 Jahren aussieht. Ähm, und dadurch, dass die Veränderung gering ist, gehen wir oftmals von aus, dass es meistens ein Leben lang halten soll, ein Fahrzeugleben hang, halten sollte. Also so fünfzehn, zwanzig Jahre mal auf jeden Fall. Aber das habt ihr ja bei eurer Dachwohnung festgestellt oder bei Sebastians, wo ihr gesagt hat: „Okay, fünfundzwanzig, sechsundzwanzig Jahre", ähm, ja, dann kann auch mal der Dichtungsmasse altern.

Ja. Ist dann auch paar Wochen später beim Fenster das Gleiche noch mal passiert, aber-

War wahrscheinlich auch dasselbe Material aus der selben Zeit.

Ja. Und da war ich dann schlauer und wusste sofort, wie's geht. Und dann hab ich das tatsächlich an so 'nem Strandparkplatz irgendwie in 'ner Stunde war das Fenster getauscht und, äh, ja, hat von da abgehalten.

Da gibt's ja lustige Fotos von dieser Aktion.

Ja gut, aber, aber, aber du siehst, das ist so, ich sag auch immer, das ist so, also grad bei Dichtigkeiten, da kommen ja ganz viele so, das ist so der Klassiker auch jetzt wieder auf der Messe: „Ah, es ist undicht. Habt ihr irgendwas zum drüberschmieren? Ich möcht einmal was draußen drum rum machen" und so weiter und so fort. Und dann sag ich immer: „Nee, das lass sein, das funktioniert alles nicht. Du musst es einfach demontieren", so wie ihr das gemacht habt und dann wird da 'n Schuh draus und funktioniert das und dann hast du auch die nächsten Jahre Ruhe und alle anderen Sachen funktionieren nicht. Das will natürlich immer keiner hören, weil natürlich jeder denkt, okay, 'ne Viertelstunde drum rum, was drüber geschmiert, das hält mir. Aber Wasser sucht seinen Weg und grad bei Dichtigkeiten, find ich, gibt's halt so keine, keine zweite Wahl, weil wenn du's nicht richtig siehst, dann hast du eventuell 'ne nasse Decke oder 'ne nasse Seitenwand oder irgendetwas und dann ist der Schaden größer als jetzt in 'ner Stunde warst du schon sportlich gut, Sebastian. Das muss man Respekt, ja.

Ich sag immer so-

Vielleicht hat's zwei gedauert.

Ja, also ich sag immer so, ein Samstagvormittag mit einer Tasse Kaffee ohne Stress oder eine Flasche Bier dazu geht auch, je nachdem, was man gern lieber trinkt, ähm, sag ich, ein, nimm dir einen Samstagvormittag, tausch in Ruhe aus, sieh zu, dass das Ganze funktioniert und dann ist das auch relativ stressfrei. Also das ist, wie gesagt, grad so Fenster tauschen oder Luke tauschen, eine Steckdose tauschen, das sind bei so 'nem Fenster der Innen- und der Außenrahmen, das sind sechs, acht Schrauben, dann 'n bisschen sauber machen. Das bitte möglichst gut. Je besser du sauber machst, desto besser wird das Ergebnis nachher werden. Ähm, da gibt's auch so 'n paar Handvoll Tricks und Tipps, wie man richtig reinigt, wie man richtig sauber macht. Ähm, und dann dichtest du das Ganze ein und jemand unser-- das abtupfbar Dichtungsmasse lässt sich mit sich selbst abtupfen. Das kriegst du ratzfatz wieder weg und dann hast du die nächsten zehn, fünfzehn, zwanzig einfach Jahre Ruhe und weißt, es ist dicht, ohne dass du die Angst haben musst, das läuft mir beim nächsten Regen, ähm, ja, auf Wasser aufs Brötchen oder aufs Bett oder in die Wand rein.

Ja, und genau fies sind ja wirklich die Sachen, die du nicht sofort siehst, ne. Ich mein, wenn's oben durch die Dachluke direkt auf deinen Tisch tropft, dann hast du direkt, äh, siehst du das und kannst handeln. Aber an so 'nem Seitenfenster, wo's einfach nur ein bisschen in die Seitenwand reinläuft und die dann einfach im Laufe der Jahre dir weggammelt, ohne dass du's merkst. Das ist halt richtig fies und dann hast du einen gigantischen Schaden.

Ja, genau. Deswegen hab ich bei Dichtigkeit immer so 'ne Meinung, wo ich sage, okay, da gibt es keine zweite Chance. Das muss einfach gemacht werden. Das kann ich nicht verschieben, das kann ich nicht das. Oder die Konsequenzen sind einfach nach, je länger du wartest, desto schlimmer sind die Konsequenzen halt.

Mhm.

Für dein Fahrzeug.

Jetzt hast du vorhin das, das berühmte Silikon angesprochen, was ich auch immer wieder sehe, wie's eben genutzt wird, um, um Fenster einzudichten und, und mal schnell Sachen abzudichten. Du hast schon gesagt, das, das schimmelt, also neigt schnell zum Schimmeln. Ähm, was gibt's denn noch für Gründe, warum Silikon vielleicht nicht das beste Material grade für außen am Camper ist? Also für 'ne Badfuge zu ziehen mag's vielleicht gehen, aber vielleicht auch nicht. Das sagst du uns gleich.

Also, ähm, meine persönliche Meinung ist, dass Silikon im Fahrzeugbau nichts zu suchen hat. Und das hat mehrere Gründe. Das eine ist, wie du schon gesagt hast, das schimmelt, weil der Schimmelpilz kann sich von dem Silikon ernähren. Deswegen machen die Silikonhersteller oder alle Hersteller machen dort Giftstoffe hinein. Ähm, aber da gibt es mit den Giftstoffen so zwei, drei Probleme. Punkt eins haben wir mittlerweile eine Giftstoffverordnung. Das heißt, ich darf nicht mehr so viel reinmachen, wie wir's früher machen durften. Der zweite Punkt, so 'n Kilo, so 'n Kilo Fungizid, wie das richtig heißt, ähm, kostet drei, vierhundert Euro. Das heißt, als Hersteller hast du auch nur begrenzt Lust, so möglichst viel reinzumachen, weil die Rezeptur dann einfach sehr, sehr teuer wird. Punkt Nummer drei, Fungizide sind wasserlöslich. Je mehr du duschst, desto mehr wäscht sich das aus. Also wenn du's am Auto hast, je mehr das Wasser es regnet, desto mehr wäscht sich das aus, desto schneller schimmelt's. Also das ist das, das Hauptthema für mich.

Des Weiteren, ähm- Silikone haben nie irgendeine hohe Festigkeit und da, wo ich Silikon benutzt hab, kann ich nachher weder was lackieren noch was kleben, weil Silikone, ähm, einfach ausgasen und dann hab ich einfach in der E-Ecke nebendran Möglichkeiten, dass ich da nicht weiter kleben kann und oder auch lackieren kann. Und deswegen ist so für mich der Punkt, ähm, alle Fahrzeugbauer, alle, ähm, auch gerade wo zum Beispiel ICEs gebaut werden, ähm, da gilt silikonfrei. Da darfst du nicht mal Silikonschmuck oder Silikonschuhe anhaben, weil das einfach meine Verklebung auch zerstört oder die Haftung auf der Oberfläche stören kann.

Warum nehmen wir denn dann überhaupt Silikon, wenn das ständig schimmelt? Also jetzt zu Hause auch.

Es ist halt einfach, halt preisgünstiger. Ja. Also die nächste Alternative sind dann silikonfreie Produkte wie die MS-Polymere oder unsere Dekasyl-Serie. Ähm, aber 'n gutes Silikon kostet halt zehn Euro und dann 'n gutes MS-Polymer, sag ich mal, vielleicht fünfzehn.

Hatte grad den Gedanken, wenn ich das doch jetzt dann, ähm, öfter austauschen muss, das Silikon und die anderen Produkte vielleicht weniger austauschen muss, dann hab ich doch ganz schnell das Geld wieder reingeholt.

Ja, nee, aber das, das stimmt. Voll-- bin ich ja vollkommen bei dir und die Arbeit sparst du halt auch noch. Das kommt ja noch dazu.

Ja.

Ist ja immer mühsam, was du da machen musst. Ähm, aber dazu musst du's halt wissen. Und das ist das, ähm, ähm, der Bastian hat das so schön gesagt nach dem Motto, dieser Prittstift ist so dieses Allgemeinsymbol für einen, einen Klebestift, ob der jetzt von Pritt ist oder ob da was weiß ich was draufsteht, ist egal. Jeder weiß, was du willst oder dass du sagst, ich will 'n Tempo. Du willst aber kein Tempo, du willst 'n Taschentuch, ähm, Papiertaschentuch. Und so ähnlich ist es auch da. Das Silikon ist so die, das Synonym für alles, was du irgendwo reinschmieren kannst, was du dichtest. Ja, also das ist auch ganz oft, wenn die Leute kommen zu unserem Stand und dann kommt, ach, ihr habt so 'n Silikon. Sag ich: „Nee, wir haben kein Silikon." Ja. So, aber das ist der-- Alles, was in der Kartusche ist, ist 'n Silikon. Ja, das macht dicht, das kann ich irgendwo drüber schmieren, das kenn ich von zu Hause. Ähm, das ist erst mal, dass das grobe, das grobe Synonym. Wenn du dich da näher mit beschäftigst und guckst dir dann auch da wieder, das war ja das Beispiel, wo ich gesagt, was muss es aushalten am Schluss.

Ähm, und dann muss ich mir die Fragen machen: Okay, kann das schimmeln? Würde es mich stören, wenn das schimmelt? Was wäre die Folge, wenn das schimmelt? Und dann sagst du: „Nee, guck mal, dann nehm ich doch lieber was anderes." Ähm, auch fürs Bad zu Hause. Ja, dann nehm ich doch lieber ein Produkt, was nicht schimmelt.

Ich wusste das gar nicht, was du da, ähm, gerade gesagt hast. Also, also klar sieht man, dass immer die Silikonfugen irgendwann anfangen, ähm, nicht mehr so schön auszusehen, aber für mich war das gar nicht klar, dass es dazu jetzt zum Beispiel zu Hause 'ne Alternative gibt.

Mhm.

Und, ähm, ehrlich gesagt find ich das sehr attraktiv, wenn es dann auch nicht nur vom, nicht nur wegen des gesundheitlichen Aspekts, sondern wenn ich dann halt auch irgendwie mir nicht immer das hässliche Zeug angucken muss. Und im Wohnwagen haben wir tatsächlich das Problem immer schon gehabt, dass im Bad, in dem wir auch duschen, ähm, innerhalb kürzester Zeit die Fugen sich komplett lösen. Also da ist quasi diese Duschwanne, ähm, zur Wand hin oder zu den Wänden hin abgedichtet und zur Toilette hin. Und da fliegt das Zeug wirklich nach 'nem Jahr dir entgegen. Wahrscheinlich auch, weil das dann doch die Feuchtigkeit oder so nicht so gut aushält. Ähm...

Da hätt ich 'ne andere Idee.

Okay, bin ich gespannt, weil da hatte ich eh schon immer gedacht, was man da irgendwie vielleicht mal machen könnte. Ähm, sag mal du deine Theorie dazu.

Also was ich denke, es gibt so zwei Variationen, die ich denke, ähm, die Feuchtigkeit, wenn sie's jetzt mit einem normalen Dichtstoff abschließt, der, der, der, der, der witterungsbeständig ist, sag ich mal, ähm, dann macht die Feuchtigkeit da nichts. Wenn das jetzt schneller zu schimmeln anfangen würde als zu Hause, das könnt ich verstehen, weil du natürlich diese Feuchtigkeit vom Duschen oder auch wenn du da drin lebst oder öfters unterwegs bist, nicht so aus dem, aus dem Mobil rausbekommst. Das heißt, da bleibt dann einfach dieses Dauerfeuchte und das fördert natürlich, ähm, den Wachstum von Pilzen, Schimmel et cetera. Das ist so dieser, dieser, dieser, dieser, diese eine Möglichkeit. Jetzt hast du aber erzählt, es löst sich. Und das hat in meinen Augen, und das ist so 'n generelles Thema, auf was ich achten muss, ähm, mit den Oberflächen zu tun, die du da verkleben möchtest. Also ich vermute, dass du irgendeinen Kunststoff hast, den du da als Seitenwand hast und Kunststoffe sind generell manchmal nicht so, nicht gut verklebbar oder nur einige sind gut verklebbar, andere nicht so gut verklebbar.

Und das hat was mit der Oberflächenspannung zu tun. Und die Oberflächenspannung ist eine Einheit, mit der das, der Untergrund diese Flüssigkeit und das Gegenstück anzieht. Und je höher die ist, desto besser ist es benetzbar und je besser es benetzbar ist, desto besser ist verklebbar. Also Beispiel zu nennen: Ähm, wenn du so 'n Kunststoff hast wie GFK oder ASA oder irgend so was, dann hat das eine Oberflächenspannung zwischen vierzig und fünfzig. Das heißt, mit vierzig, fünfzig Einheiten zieht er den Klebstoff an. Wenn ich jetzt ein Aluminium habe, hat er eine Oberflächenspannung von tausendfünfhundert, Stahl eine von zweitausendfünfhundert. Wenn ich jetzt Aluminium gegen Kunststoff verklebe, dann und es würde sich lösen, was würdest du tippen, wo, auf welcher Seite es sich lösen würde?

An der Kunststoffseite.

Ja klar, weil die Oberflächenspannung fünfzig ist und die andere ist tausendfünfhundert, also wird sich's immer auf der Kunststoffseite lösen.

Mhm.

So, das heißt, wenn du jetzt am nächsten Stammtisch, Campertisch, egal wo bist und einer erzählt, das und das hat sich gelöst, er hat, was weiß ich, 'n, 'n, 'n Kunststoffteil auf seinen, auf seinen Sprinter oder auf seinen, was weiß ich, äh, VW geklebt und dann hat sich gelöst und dann sagst du: „Und hat sich auf der Metallseite was drauf und auf der Kunststoffseite hätte sich gelöst." Und dann kommt von dem anderen die Reaktion: „Boah, Nele, woher weißt du denn das? Kannst du hellsehen?" Ja, nein, Nele hat nur kurz zugehört und weiß jetzt, die Oberflächenspannungen von Kunststoffen sind geringer als die von Metallen. Also wird sich's immer auf der Kunststoffseite lösen und nie auf der Metallseite.

Mhm.

Also du hast Kunststoffe genommen, die du verkleben willst, die sind blöd verklebbar und damit kommst du dann hin, dass sich das nach 'ner Zeit einfach wieder ablöst. Das hält am Anfang ganz gut, weil die Adhäsion am Anfang auch ganz gut ist und je länger das ist, desto mehr löst sich's ab, bis du so gesagt nach 'm Jahr hat's weg. Tipp jetzt von mir, ist jetzt 'n bisschen Eigenwerbung, ähm, unser DK Seal MS6 ist optimiert auf Kunststoffe, ja. Und den haben wir genau für solche Anwendungszwecke, äh, entwickelt und ist momentan auf der Markt der, der am besthaftesten Kleb- und Dichtstoff für, für Kunststoffe. Also grad fürs Bad oder MS6.

MS6.

Vor drei Jahren, ähm, in dem Bereich. Das haben wir genau dafür entwickelt, weil es kommen immer mehr Kunststoffe, es kommt immer mehr Leichtbau.

Mhm.

Leichtbau geht nur über Kunststoffe und Kunststoffe kannst du, ähm, eigentlich auch nur richtig kleben. Die kann man nicht richtig schrauben, die kann man nicht richtig nieten, die kann man ein bisschen schweißen eventuell, aber so richtig gut geht eigentlich nur kleben bei Kunststoffen. Und es wird auch immer mehr kommen. Wir werden immer mehr Kunststoffe bekommen.

Da werde ich dann die Folge drei direkt mal für 'ne kleine Privatberatung nutzen. Da können wir dann nämlich-

Sind wir dabei.

-anhand unseres Beispiels noch mal sagen, ähm, wie man so 'ne Oberfläche dann genau vorbereiten muss. Bei uns ist es auch 'n Kunststoff, der ist nicht ganz glatt, der hat so 'ne leichte Struktur. Da bin ich sehr gespannt, ähm, was du mir da empfehlen wirst und dann werd ich das direkt testen.

Gut. Wobei ich mit so 'nem zweiten Mythos gleich dann aufräumen will, weil da gibt's 'n schönes Stichwort. Ähm, dieses Thema Rauigkeit oder du hast Uneben, hast du, glaub ich, hast du's genannt, ne?

Mhm.

Ähm, in dem Bereich. Das ist nichts, was mich stört. Ja, also wenn der Klebstoff in diese Vertiefung da eindringen kann, ist es generell eigentlich sogar gut. Und das ist auch so der Klassiker. Ganz, ganz viele Leute kommen und sagen: „Boah, ähm, ich hab einen Kunststoff, den, der hat jetzt, ähm, ähm, beim Verkleben, der war nicht gut zu verkleben." Also solche Produkte, so der Klassiker ist so dieses Thema, diese, diese Wassertanks oder so. Ja, also das sind so PP, PE-Tanks. Das sind alles Produkte, die haben eine ganz niedrige Oberflächenspannung von unter zwanzig, die sind nicht verklebbar. Und dann kommen Leute und sagen: „Ja, aber ich hab's sogar angeschliffen." Und dann sage ich: „Ja, aber die Eigenschaften der Haftung ist immer noch genau dieselbe, weil durch das Anschleifen änderst du nicht die Eigenschaften des Materials. Du machst nur aus einer geraden Fläche so 'ne kleine Berg- und Talbahn." Ja, wie so 'ne Berg, ja, Berg- und Tal ist ein schöner Begriff und damit vergrößere ich die Klebefläche.

Ja, ich verdoppel die Klebefläche. Damit kann ich mehr Kraft übertragen. Aber die Grundvoraussetzung muss sein, dass der Klebstoff überhaupt auf der Oberfläche haftet. Und wenn der nicht haftet, kannst du schleifen, wie du willst, der haftet immer noch nicht, weil die Eigenschaften des Kunststoffs blöd sind. Also die Unebenheit stört mich nicht. Wäre, wenn der Klebstoff gut haftbar wäre, sogar eher produktiv, weil du dann mehr Klebefläche hättest durch die Unebenheiten.

Ah, okay.

Aber wenn der Klebstoff schlecht benetzbar ist, ist der schlecht verklebbar und das ist vermutlich bei eurem Kunststoff der Fall.

Mhm.

Und dementsprechend müssen wir gucken, was für 'n Kunststoff ihr da benutzt habt. Vielleicht wisst ihr's noch. Ähm, oder ansonsten kann man auch so 'n, so 'n Test machen. Ist deine Badewanne aus demselben Stoff wie deine Seitenwände?

Nee, aber ich kann's dir nicht sagen. Da müsste ich tatsächlich beim Hersteller nachfragen-

Ja, frag mal nach der Oberflächenspannung.

-was da genau benutzt wurde. Mhm.

Oder hast du noch 'n Reststück durch Zufall?

Nee, ich, also wir haben den nicht selber ausgebaut. Das ist 'n, äh, 'n Fahrzeug von Fendt.

Mhm.

Ähm, und da war schon die Duschwanne drin-

Mhm.

-und die Wand natürlich sowieso. Also da müsste ich mal nachfragen, was die da genau verbauen.

Das Problem ist, das weißt, also wenn das jetzt an, von 'nem Hersteller ausgebaut ist, ist das Problem, dass, also da haben sich die Zeiten leider geändert. Ganz, ganz früher, als ich angefangen hab mit Klebetechnik, hast du an jedem Kunststoffteil das Kunststoffteil rumdrehen können und dann war so 'n Stempel drin. Da stand dann drauf ASA, ABS, ähm, PP, PE, egal was es ist, die Materialzusammensetzung war klar und damit war klar, was wir vor uns haben und was ich als Klebemensch machen muss, dass ich's verkleben kann, weil das Eigenschaften zu dem Produkt gab. Die letzten zehn Jahre geht der Trend immer mehr dazu hin, dass alle, ähm, Kunststoffteilehersteller mit, mit, mit verschiedenen Mischungen arbeiten. Die wissen selbst nicht mehr, was da genau drin ist und dementsprechend ist es irgendein Mischgranulat und unsere Kontakte zur Großchemie sind extremst gut.

Und selbst die sagen dann: „Ja, das ist ein Mischgranulat mit 'nem anderen Mischgranulat, 'nem anderen Mischgranulat und die Eigenschaften könnten ungefähr folgende sein." Und das ist das Problem, was wir oft haben, dass du bei Kunststoffen nicht mehr genau weißt, was hast du vor dir. Und dementsprechend wird es schwieriger, auch zu entscheiden, wie verklebe ich's und dann muss man so 'n paar Tipps und Tricks und Tests machen. Also der Klassiker wär, deswegen hab ich dich nach dem Fügeteile gefragt, du nimmst einen Tropfen Wasser und machst, gehst in die Apotheke, kaufst so eine ein Milliliter kleine Spritze und nimmst Wasser oder destilliertes Wasser noch besser und machst einen Tropfen, ein Milliliter groß auf deine Oberfläche. Und dann guckst du dir den Tropfen von der Seite an und dann darf der nicht aussehen wie so beim frisch gewachsten Auto. Der, der darf nicht ganz rund sein, sondern muss möglichst flach verlaufen.

Und je flacher er verläuft, desto höher ist die Oberflächenspannung des Kunststoffs. Wasser hat 'ne Oberflächenspannung von 72. Das heißt, mit 72 Einheiten versucht sich das Wasser zusammenzuziehen. Die Natur möchte immer 'ne Kugel haben, also 'n Kreis. Das heißt, das Wasser wird sich versuchen, zu 'nem, zu 'ner Kugel zusammenzuziehen. Wenn das flach verläuft, dann hat der Kunststoff eine höhere Oberflächenspannung als 72. Damit ist er gut benetzbar und in der Regel gut verklebbar. Und je mehr das wie aussieht wie beim frisch gewachsten Auto, ähm, desto niedriger ist die Oberflächenspannung. Nichts anderes macht die Nanoversiegelung, nichts anderes macht der Wachs auf deinem Auto, der setzt die Oberflächenspannung von deinem Metall runter und damit bleibt der Dreck nicht dran hängen, sondern er läuft ab. In dem Fall, auf dem gewachsten Auto würde mein Klebstoff genau dasselbe machen. Ja, solang der Wachs da wär, würde der Klebstoff an der Stelle nicht halten, weil diese Stelle schlecht, schlecht benetzbar ist.

Und deswegen ist ganz wichtig, dass man reinigt, dass man eine staubfreie, fettfreie Oberfläche ohne Rückstände hat. Wenn ich auf dem Wachs kleben wollte, müsste ich den Wachs definitiv entfernen, bevor ich dort kleben kann. Und deswegen kann man so 'n Wassertest machen. Dann nimmst du denselben Wassertest, machst du auf 'n Stück Metall und dann kannst du sehen, wie der Unterschied ist.

Und wie mach ich das mit der senkrechten Fläche? Da wird ja der Wassertropfen nicht so halten. Also außer 'n Stück rausschneiden und das ebenerdig hinlegen. Gibt's da noch 'n anderen Trick?

Also für dich als Laie weniger. Genau deswegen hab ich ja gefragt: Habt ihr noch ein Reststück? Ja, dann hätten wir es nämlich hinlegen können.

Mhm.

Wenn du da tiefer in die Materie einsteigen willst, wir Profis benutzen Testtinten. Das sieht aus wie, wie, wie so 'n Nagellack oder das gibt's auch als Stift. Von dem Stift halt ich nichts, da komm ich gleich noch mal vielleicht zu, sondern es ist wie so 'n Nagellack mit so 'nem kleinen Pinsel im Prinzip, sag ich mal. Und die gibt es in verschiedenen Stufen, immer so zehnerweise abgestuft, Oberflächenspannung zwanzig, dreißig, vierzig, sechzig und so weiter und so fort. Und mit dieser Testtinte gehe ich über eine Oberfläche und da, wo die Testtinte sich zusammenzieht zu einem kompletten Film, das ist die Oberflächenspannung. Solang's Tröpfchen gibt, ist die Oberflächenspannung niedriger als das, was da passiert. Also ich kann das ja relativ, ich kann das relativ exakt bestimmen auf, auf, auf zwei Einheiten, genau wie die Oberflächenspannung ist. So 'n Testtintensatz kostet halt auch leider zweihundertfünfzig Euro. Ist jetzt für den Laien, seitdem du machst das regelmäßig, ähm, nicht so der, der, der Burner, sag ich mal.

Ähm, aber dieser Wassertropfentest ist halt preisgünstig und, ähm, das empfehle ich meinen Werkstätten immer auch, wenn ihr euch nicht sicher seid, guckt erst mal mit dem Wassertropfentest, wie die Oberflächenspannung ist und dann gucken wir, wie es weiter ist. Weil wenn natürlich der Tropfen so aussieht wie bei einem frisch gewachsten Auto, brauchst du über Kleben dir keine Gedanken machen und das gilt für egal welchen Hersteller. Also da haftet dann keiner drauf.

Und, und dann gibt's auch einfach keine Lösung, sollte das der Fall sein.

Na doch, da gibt's schon Lösungen. Also das Erste ist die Frage: Hab ich wirklich richtig sauber gemacht? Ja, hab ich alle Rückstände wie Wachs oder grad bei so Kunststoffteilen sind, das ist also Trennmittel, die aus der Produktion kommen oder Antislipmittel oder, oder sonstige Sachen, ähm, die ich halt wegmachen muss. Dann könnte ich versuchen, noch mal die Oberfläche, eventuell wenn da Trennmittel drauf sind, sie wegzuschleifen, also reinigen, schleifen, reinigen. Dann mach ich den Test wieder. Ähm, dann, wenn das nicht geht, könnte ich mit einem Aktivator arbeiten. Das sind diese kleinen Fläschchen, die wir auch zusätzlich verkaufen, um die Oberflächenspannung zu erhöhen. Das heißt, ich kann dann einen Aktivator auftragen und nach dem Ablüften den Test noch mal machen, ob's besser ist. Und dann wird's schon, dann geht's Richtung Profi. Die Profis haben bei uns noch ein Plasmagerät, ähm, mit dem sie die Vorbehandlung, ähm, machen können, indem sie die Oberfläche vorbehandeln mit dem Plasmagerät.

Und, ähm, das funktioniert, also es gibt vier Aggregatzustände, drei von kennt ihr, das ist fest, also gasförmig, fest, flüssig. Ähm, der vierte ist Plasma, das ist hochenergetisch, ähm, in dem Bereich. Und meine Frau hat irgendwann gefragt: „Wie geht das?" Und dann hab sagt er erst, wie als wenn Darth Vader dieses Schwert zieht und sagt, Energie, ja, das Blaue, was da rauskommt, ist Plasma. Ähm, kennt ihr auch vom Plasmaschneiden eventuell schon mal gehört, dass man Metalle mit Plasma schneiden kann und so weiter und so fort. Und so mit so 'nem Plasmagerät kann ich die Oberflächenspannung klebetechnisch positiv vorbereiten. Aber das ist dann auch in der Ehe Profi, weil so 'n Plasmagerät kostet auch dreitausend Euro.

Ist der Aktivator, den du gerade angesprochen hast, dasselbe wie 'n Primer oder ist das wieder was anderes?

Das ist wieder was anderes. Und zwar, es gibt Klebesysteme, so der klassische Sikaflex, ja. Grade so die Sikaflex Zweier-Nummer, die Polyurethan-Nummer, da brauchst du immer reinigen. Du brauchst 'n Aktivator, um die Oberflächenspannung zu erhöhen und du brauchst einen Primer, der nachher ein, ein, eine chemische Schnittstelle zu dem Klebstoff schafft. Also deswegen ist auch immer ganz wichtig, ähm, dass man da genau guckt, ähm, was brauche ich genau. Und, ähm, wir als Hersteller machen uns wirklich eine ganz tolle große Mühe. Also deswegen, ich empfehle auch jedem, mal lest mal so 'n technisches Datenblatt. Da schreiben wir Hersteller exakt rein, bei welcher Temperatur, bei welcher Luftfeuchtigkeit, mit welcher Vorbehandlung brauche ich einen Aktivator, brauche ich einen Primer und so weiter und so fort. Ähm, da weißt du genau, wie du das Ganze zu behandeln hast. Bei den Sika-Problemen ist 'n bisschen, bisschen schwierig, ähm, weil die schreiben in den Datenblätter für den professionellen Anwender und schreiben dann im zweiten Satz: „Bitte beachten Sie unsere Vorbehandlungstabelle."

Und wir als Profis wissen sofort, wenn da steht Vorbehandlungstabelle, Vorsicht Falle, ich brauch eine zweite Liste, weil da genau draufsteht, bei welchem Produkt welcher Aktivator, welcher Primer, ähm, zum Einsatz kommt. Und viele Kunden kommen zu uns, akti-- bearbeiten diese Polyurethane ohne Aktivator, ohne Primer und sagen nachher, der, der Schrott hat nicht funktioniert. Dann sag ich: „Hey, da kann der Hersteller Sika nix für, sondern das liegt an euch, weil da gibt's Schritte, die ihr beachten müsst, ja. Und hättet ihr das richtig gemacht, hätt's auch funktioniert." Ja. Der Vorteil bei uns ist, wir brauchen keinen Primer. Wir brauchen nur bei Kunststoffen und da auch nicht bei allen, einen Aktivator. Also ein Aktivator erhöht die Oberflächenspannung, verbessert die Verklebbarkeit. Ein Primer schafft eine Schnittstelle zu dem Klebstoff, sag ich mal, wie Stecker und Steckdose. Ja, und du kannst halt nicht den amerikanischen Stecker in die deutsche Steckdose stecken.

Deswegen immer ein Primer hängt immer an einem abgestimmten Klebstoff. Du kannst jetzt nicht einen, einen Primer von, von, von, von Hersteller A mit einem Klebstoff von, von Hersteller B benutzen. Das funktioniert nicht. Die sind immer aufeinander abgestimmt, weil da genau wie Stecker und Steckdose chemische Brücken drin sind, die exakt aufeinander passen müssen, dass sie funktionieren.

Spannend. Und jetzt noch mal zum Thema Reinigung. Was würdest du denn für Mittel zur Reinigung empfehlen, die auch so relativ empfindliche Oberflächen an Campingfahrzeugen nicht angreifen, aber trotzdem Fettfilme und so weiter ausreichend entfernen, damit man dann mit 'nem, ähm, Klebstoff oder Dichtmittel drangehen kann und, ähm, gleichzeitig nicht selber noch irgendwie 'nen, 'nen Film hinterlassen? Da bin ich nämlich immer total unsicher.

Also das ist eine megagute Frage und man merkt, dass du dich mit dem Thema schon beschäftigt hast, weil dieses Thema Filmbildung ist das absolute A und O. Also ein Reinigungsmittel muss rückstandsfrei verdunsten, verdampfen et cetera und darf keinen Film zurücklassen. Ähm, ich hab so 'n Fall mal gehabt, da kam ein Kunde, der hat Aceton genommen, was ei-- optimal ist zum Fettlösen und zum, zum Entfetten, hat aber das Gute von, keine Ahnung, einem namhaften teuren Hersteller seiner Frau genommen und das hat, ähm, einen Nachteil gehabt. Das war so 'n, ja, schon ein, eines der besseren Nagellackentferner der Frau und der war halt leider rückfettend. Ja, also von der Seite her hat er das auf der einen Seite gemacht, aber das war halt, dass die Nägel, da war so 'ne Art Olivenöl drin, dass die Nägel nachher nicht so, so kaputtgehen, also der war rückfettend. Also Aceton wäre das beste Fettlösemittel, aber im Camping halt absolut unproduktiv, weil kommst du an 'n Kunststoffteil, kommst du an 'ne Scheibe, kommst an irgendwas, dann werden die da blind.

Ähm, dasselbe ist halt, was ganz viele benutzen, ist so dieser Bremsenreiniger und da weißt du halt auch nie, was drin ist, ähm, wie der Lack das verträgt, weil ich hab auch schon welche gesehen, die den Lack direkt angreifen, weil Bremse ist halt, ja, ziemlich unkaputtbar, hält alles aus. Ähm, deswegen bin ich auch nicht mehr der Freund von, von, von, von, von, von Bremsenreiniger. Waschbenzin wäre das Nächste auf meiner Liste, wo ich sage: Ja, da weißt du auch immer nicht, wie rückstandsfrei das ist. Weil wenn du manchmal so Waschbenzin aus dem Baumarkt holst, nachher guckst, äh, gegen die Sonne, siehst du wie so kleine Schlieren oftmals noch auf der Oberfläche. Und das sind genau solche Filme, die die Verklebung verstören. Silikonentferner wär eine Möglichkeit oder halt unser Dekla Clean Ultra, das speziell für unsere Klebstoffe entwickelt ist, weil da kannst du auch mit dem Reinigungsmittel nachher, wenn was rausgequatscht ist, ähm, an der frischen Klebenaht sauber machen.

Du kriegst das Zeug mit dem Reinigungsmittel von uns, ähm, megagut von den Fingern, von Backzeug et cetera weg. Deswegen empfehle ich da auch immer, bleibt so im System, ähm, dann wisst ihr, ihr könnt keine Fehler, keine Fehler machen.

Es ist 'ne richtige Wissenschaft.

Beschäftigt ja das Silikonthema immer noch ein bisschen. Das heißt also, und diese Alternativ, also Nicht-Silikone, was ihr zum Beispiel auch herstellt, sind die genauso gut verarbeitbar wie 'n Silikon oder ist das schwieriger? Oder...

Also das kommt im Prinzip, sag ich mal, drauf an. Generell sind sie verarbeitbar wie ein Silikon. Jetzt haben wir natürlich, äh, bei uns, das hast du Nele gleich am Anfang schon mal gefragt, dass ja, warum macht ihr fünf oder sechs verschiedene Produkte in dem Bereich? Wenn man jetzt bei unserer Produktpalette bliebe, wäre das einmal eins zu eins, das wäre für klein, für Dichtung und für kleine Verklebung. Das lässt sich wirklich verarbeiten wie ein Silikon. Okay, eins zu eins und eigentlich sogar noch besser. Viele meiner Händler kommen zu uns und sagen: „Boah, ähm, ich mach gar nix mehr anders da ausschuben mit MS eins." Die wollen gar nix mehr anders anfassen, als, als das MS eins, weil's so toll zu verfuggen geht. Wenn du jetzt aber weitergehst und sagst, du möchtest aber eine kraftschlüssige Verklebung haben wie bei 'ner SAT- oder Solaranlage, dann wäre das MS eins nicht dafür geeignet, weil die Festigkeit nicht so hoch ist. Also um 'ne Faustformel zu geben: Immer wenn ich die Festigkeit hochdrehe, drehe ich die Elastizität drunter.

Umgekehrt genauso. Drehe ich die Elastizität hoch, geht die Festigkeit runter. Es gibt keinen hochfesten, hochelastischen Klebstoff. Ja, also hochfeste Klebstoffe sind Epoxidharze zum Beispiel, ähm, die werden aber glasartig spröde. Ja, also die sind einfach nicht für Schlag- und Vibrationsbelastung sind. Oder du hast so 'n MS eins oder so 'n MS sechs, den ich dir vorhin empfohlen hab, Nele, der lässt sich sechshundert Prozent dehnen. Ja, aber damit kann ich auch keine SAT-Anlage kleben, sondern das ist ein klassischer Dichtstoff, der hochelastisch bleibt für deine Dusche, für dann mein Fahrzeug über den Übergang zwischen Fahrzeug und Aufbau und so weiter und so fort. Die MS fünf, da hatten wir vorhin von, der hält achtundzwanzig Kilo auf den Quadratzentimeter Klebefläche. Ähm, der ist viel, viel zäher. Ja, den verarbeite ich auch wie ein Silikon, nur ich werde merken, wenn das eine vielleicht dünnflüssig wie Honig ist, ist dann der andere schon fast wie Pudding.

Ja, also der ist viel, viel standfester, viel, viel zäher. Ja, wie beim Pudding, wenn du so 'n Löffel Pudding irgendwo hinmachst, der bleibt da stehen, machst 'n Löffel Honig hin, der verläuft. So ähnlich wäre der Unterschied zwischen MS eins und MS fünf. Und dementsprechend müsstest du gucken, was möchte ich nachher machen? Brauche ich etwas, was kräftig ist, was hohe Standfestigkeit hat, was 'ne hohe Anfangshaftung hat, dann bin ich bei dem einen Produkt. Brauche ich etwas, was hochelastisch ist, nehme ich mir 'n anderes Produkt.

Das heißt, dann sind's eigentlich nur zwei Punkte, die gegen euer oder auch gegen Alternativprodukte statt Silikon sprechen. Das eine ist, ähm, der Preis, das ist jetzt nicht so schlimm und das andere vermutlich aber, dass ihr nicht hundert verschiedene Farbtöne habt, wie das bei Silikon so der Fall ist, sondern dass ihr wahrscheinlich so generell irgendwie 'n, 'n schwarzes und weißes und vielleicht noch irgend 'n Anthrazites habt, weil ich beim Camper nicht so-

Das hast du super zusammengefasst.

Weil wir beim Camper nicht so viele Farben haben.

Genau, meistens haben wir nur, nur, nur, ähm, Manhattangrau und weiß und schwarz, ähm, im Prinzip, sag ich mal. Das ist richtig. Während du Silikon, glaub ich, in sechzig verschiedenen Farben bekommst, wenn du das möchtest, ähm, in diesem Bereich.

Also, aber ihr habt in Manhattan. Das heißt, ich glaube, das passt bei mir. Das heißt, ich könnte damit tatsächlich meine Silikonfugen, die jetzt auch mal dran sind, äh, erneuern und hätte damit bessere Haltbarkeit auch zu Hause in meinem Badezimmer, ja?

Ja, du würdest dein Badezimmer auf das Niveau deines Fahrzeugs bringen, ja.

Okay, gut. Wird das. Dann muss ich jetzt tatsächlich nur noch mal die Farben checken, ob das so passt. Ähm, okay, das, also ich glaube, das, das war jetzt schon, ja, superviel Spannendes und, äh, wir kratzen ja trotzdem noch zum Teil an der Oberfläche. Ich bin gespannt, wie wir dann in den beiden nächsten Folgen in die, in die Themen noch, noch reingrätschen und vor allen Dingen, ob Nele ihre Dusche tatsächlich länger abgedichtet bekommt. Da bin ich sehr gespannt drauf, weil ich glaub, das ist ja durchaus 'n Problem, was, was nicht nur ihr habt, sondern was, was viele Leute haben und, ähm, in allen möglichen Fahrzeugen.

Ich werd den Wassertropfentest machen, spätestens bis zu Folge drei. Dann können wir das nämlich schon mal diskutieren und dann, ähm, ja, dann gucken wir. Also ich hab jetzt mir schon Hausaufgaben aufgeschrieben vorhin, wenn ihr's mal tippen gehört habt.

Ich hätte ja ansonsten auch noch vermutet, dass es vielleicht auch damit zusammenhängt, dass diese, diese Fläche dort oder dass die Auflagefläche vielleicht zu klein ist von der, von der Klebe- oder Dichtmasse. Spielt das auch 'ne Rolle? Also ich sag mal, wie dick meine Naht vielleicht ist, die ich da ziehe mit dem, mit dem Klebe- oder Dichtstoff.

Ähm, ja und nein. Äh, in dem Fall jetzt, wo die Nele sagt: „Okay, ich will eine Dichtnaht ziehen und es muss keine Kraft übertragen", wäre das eigentlich egal. Ja, wenn ich natürlich Kraft übertragen will, ähm, hilft natürlich 'ne größere Fläche immer. Ähm, der Worst Case wäre jetzt, wenn es an der Klebenaht dicke liege, was ich nicht glaube, sondern ich glaub, es liegt an den Grundeigenschaften des Kunststoffs, wäre ja jetzt gar kein Problem, dass wir einfach, ähm, unten an dem, an dem Stück, wo's reinläuft, ich vermute mal, das wird's sein zwischen, zwischen Wand und Dusche, ja, da wo sie aufsitzt. Man könnte ja, um die Klebefläche zu erhöhen, unten noch 'ne Leiste, so 'n Winkelleiste einkleben. Ja, das wär auch 'ne Lösung, wo ich sage: Okay, wir vergrößern die Klebefläche dadurch, damit entlasten wir das Ganze halt. Das würde aber dafür sprechen, dass die Verklebung sich löst, weil das Fahrzeug sich zu sehr verwindet Und, ähm, zu sehr verdreht eventuell.

Also das ist so der Klassiker, wenn die Klebennaht zu dünn ist, Sebastian, wie du gesagt hast, dann ist wie so ein Gummiband. Wenn ich so ein, so ein Gummi nehm und nehm den ganz kurz und will den ziehen, dann reißt der mir. Ja. Nehm ich ihn an beiden Enden und geb etwas mehr Material zu, dann dehnt er sich relativ gut. Und das ist genau der Punkt. Das heißt, ich brauch manchmal eine dickere Klebennaht, wie du gesagt hast, dass der einfach diese Dehnbarkeit und diese Verbindung, die ich im Fahrzeug habe, die du bei deiner Dusche zu Hause nicht hast, ähm, einfach abfangen kann. Und das kann natürlich sein, weil natürlich diese Teile durch das Verdrehen verwinden und dann gibt es so 'n, ja, dann, dann löst sich's so nach und nach halt, ja. Immer mehr halt stückchenweise. Und da wäre dann eine dickere Klebennaht sinnvoll oder eine Vergrößerung der Klebedichtfläche durch so 'n Winkel zum Beispiel, indem wir sagen, gut, okay, wir machen einfach richtig viel nachher drauf und fangen einfach die Kräfte über die Fläche ab.

Mhm. Und okay, d-genau das, das war so mein Gedanke. Ich hatt das mit dem Verwinden eher nur so im Unterbewusstsein, aber genau so, das, so hat sich das in meinem Kopf abgebildet, dass das Ding sich halt bewegt und dann halt einfach abreißt, weil, weil da nicht genug Überlappung sozusagen ist.

Also ich hatt mal aus meiner eigenen Geschichte, das ist jetzt gut 15, nee, 20 Jahre, als wir umgezogen sind. Ähm, kurz danach hatten wir 'n Wasserschaden in der Dusche und da war so was Ähnliches. Und zwar war die, der hintere Teil der Duschtasse nicht so perfekt befestigt. Das hast du eigentlich gar nicht gemerkt. Die hat sich so minimal nach unten bewegt, aber nur, wie gesagt, vielleicht 'n Millimeter oder zwei. Und damit hat sich über die Zeit oder wahrscheinlich beim Vorgänger auch schon, also 'n kleiner Wasserfleck haben wir nachher gesehen, war schon mal außen so an der Wand, ähm, ähm, hat sich die, die, diese, diese, diese Verfugung auch abgelöst und dann war hinten 'n ganz, ganz kleiner Spalt. Und immer wenn du geduscht hast und je mehr du du geduscht hast, desto mehr Wasser ist logischerweise hinten reingelaufen und desto nasser war nachher die Wand und unten drunter die Speisekammer hatten wir dann irgendwann 'n Wasserfleck. Und das war eigentlich aber witzigerweise, weil wir haben's ausprobiert, ist nichts passiert, wenn du nicht drin warst.

Also wir haben diesen Klassiker gemacht, so weißt du, du hältst die Duschbrause rein und guckst, wo irgendwo was rausläuft und es ist halt nichts rausgelaufen. Ja. Standest du aber drin, dann hat, da das Gewicht, ja, also ich bin auch nicht der Kleinste, ähm, und Schmalste, da hat sich durch das Gewicht, das einfach 'n bisschen gelöst und es ist immer einfach so 'n bisschen Wasser immer konstant rein und dann die Kinder größer geworden, haben auch mehr geduscht und irgendwo nach 'm Jahr, anderthalb hatten wir halt einfach 'n, 'n Wasserschaden im Prinzip dadurch. Das war genauso der Klassiker des Ablösens in dem Bereich.

Das bringt mich noch zu 'ner spannenden Frage, die ich auch immer mal wieder lese und auch schon gehört habe. Ähm, machen viele auch am Camper, dass sie quasi testen, wenn irgendwo Wasser reinkommt, das dann mit 'm Wasserschlauch testen und, äh, ob's dicht ist und wo das Wasser reinkommt. Und dann gibt's immer wieder Leute, die behaupten, ja, mit 'm Wasserschlauch findest du das nicht raus, weil Regenwasser ist ganz anders. Ist da was dran?

Na ja, Anna. Weißt du, das ist, das ist wie, wie du es, wo du normales Wasser kaufen kannst oder du kannst Leitungswasser trinken oder es gibt irgendwelches, was weiß ich, von irgendwelchen Spezialfir..., ene-, genau, energisiertes Wasser oder, oder was weiß ich, mit extra O2 oder keine Ahnung, was es da gibt. Ich hab das alles auch schon probiert. Irgendwie hab ich keinen Unterschied gemerkt. Ich bin weder schneller gelaufen noch, noch was sonst irgendwas. Also ja, für mich wär jetzt Wasser primär Wasser, sag ich mal. Also ja, vielleicht die Härte, die Weichheit et cetera, aber, ähm, das fließt auch den Berg runter und, ähm, also nee, über die Brücke würd ich jetzt nicht unbedingt gehen. Dicht ist dicht und Wasser ist, ja, ziemlich, es ist Wasser, fertig.

Ja, es hatte mich auch immer gewundert, aber es, das hab ich tatsächlich, nämlich, ähm, wir hatten auch den Fall, dass unser altes Eura Mobil, also ist auch egal, wie alt, ist ja 26 Jahre alt, hatte dann oben an den, an den Falzen, wo quasi die Seiten und die, die das Dach aneinander kommt, äh, da war alles völlig durchge-, äh, durchgerottet und, äh, da hat's natürlich dann das Wasser rein und dann hat mir auch jemand gesagt: „Ja, also das kannst du nicht mit'm Gartenschlauch testen. Da musst du schon warten, bis es regnet." Und ich dacht mir: „Das ist ja Wasser." Also ich mein, klar, wir haben da vielleicht mehr Kalk drin und wir haben vielleicht noch andere Materialien irgendwo drin, aber am Ende des Tages sind die ja nicht fest mit den Wasser, äh, Molekülen verbunden, die sich ihren Weg suchen. Im Zweifel hab ich Rückstände, die bleiben, die nicht durchpassen, aber ja. Aber das fiel mir jetzt grade so ein, als du, als du darüber gesprochen hast, ähm, dass das auch so 'n, so 'n Mythos ist, den ich immer wieder lese.

Ja, das, das hast du, das, das, das begleitet uns, glaub ich, alle beide oder alle. So, das ist manchmal so, du sagst, okay, wenn du so zwei Sekunden drüber nachdenkst, erst sagst du ja, ja, alles gut und dann irgendwann denkst du drüber nach und sagst nee, macht eigentlich so keinen Sinn. Also es ist so, ist so, ähm, ja.

Was, was gibt's denn noch so an Mythen, die du, die dir immer wieder begegnen rund um das Thema Kleben und Dichten? Fallen dir da spontan welche ein? Oder auch Irrtümer?

Ach, da gibt es, da, da gibt es, gibt's, glaub ich, gibt es, glaub ich, reichlich, aber, ähm, für mich ist so der Klassiker oder das klassische Problem vielleicht so zum, zum, zum Ende hingehend, wo ich sage, okay, ähm, wie reinige ich halt richtig? Und da gibt's halt ganz, ganz viele, die halt, wie man's zu Hause gemacht hat oder wie Mama das auch vielleicht schon immer gezeigt hat oder wie Mama's zu Hause macht oder wie man's überall gesehen hat, ist so dieses Hin- und Herwischen. Ja, also ich, ich nehm 'n Lappen und dann reib ich in Kreisen oder ich reib von links nach rechts und so weiter und so fort. Und dann sagt jeder, das ist sauber. Und ich sag halt, nee, wenn du genau guckst, ist es nicht sauber, weil was machst du eigentlich durch dieses kreisförmige Wischen oder Hin- und Herwischen? Ähm, du verkeilst den Dreck nur. Ja, und das ist für mich halt ganz wichtig und deswegen sage ich immer, okay, wir wischen immer nur in eine Richtung und wir nehmen auch immer, ähm, ähm, ein, ein neues Blatt halt zum Wischen, um einfach richtig sauber zu machen, weil das halt die Hauptfehler sind.

Und dann, ähm, wenn ich dann so Vorträge live meistens halte oder auf Messen manchmal mache, ähm, dann sage ich, okay, ich geb euch jetzt einfach noch mal so 'n Bild mit, das ihr nie wieder vergesst zum Thema Reinigen und dann sage ich, guck mal, ist wie zu Hause auf der Toilette, hoch und runter ist blöd. Ja, also in eine Richtung wird 'n Schuh draus, dass es sauber wird. Und dasselbe Spiel auch zu Hause nimmst du in der Regel ein neues Blatt und benutzt es nicht zwei oder dreimal. Ja, also von der Seite und du wischst so lang, bis nachher, dass keine Rückstände mehr auf dem Blatt sind und genau dasselbe hätt ich gern Beim Reinigen vorm Kleben. Ja, das ist dasselbe Spiel und wenn, wenn, wenn das der Punkt immer ist, dann sage ich: „Okay, wenn ihr das mitnehmt, ähm, von so 'nem Vortrag und das perfekt umsetzt, habt ihr acht von zehn Fehlern schon damit erschlagen.", weil das ist so der Haupt, der Hauptfehlergrund ist einfach die richtige, die richtige Reinigung.

Und das wird halt einfach oftmals unterschätzt und, und dann sagt einer: „Ja, das langt doch, das ist doch gut so.", oder so. Und da ist halt die Problematik, ähm, wir, also wir kleben im Nanometerbereich und der Nanometerbereich ist ein Millionstel Millimeter. Und das Verhältnis von einem Nanometer zu einem Millimeter ist dasselbe Verhältnis wie von einem Millimeter zu einem Kilometer. Das heißt, wir kleben in einem Kilometer Tiefe, wenn man sich das bildlich versucht vorzustellen. Und dann kriegt so 'n Staubkorn plötzlich eine andere Dimension, weil das ist für mich in einem Kilometer Tiefe ein riesengroßer Gefelsbrocken, der dort ist. Und der stört halt einfach meine Verklebung, weil dort kein Kontakt zu dem Untergrund hergestellt werden, wo das Staubkorn da ist und damit verklebe ich auf Dreck und deswegen hält meine Verklebung einfach nicht. Und deswegen ist Reinigen so das absolut Wichtigste, ähm, bevor ich mich zum Thema Kleben überhaupt beschäftige.

Das war auf jeden Fall noch mal 'n sehr schönes, jetzt nicht das appetitlichste, aber ein sehr schönes Bild, um das klarzumachen, wie gereinigt wird. Das glaube, das hilft auf jeden Fall. Ähm, bevor wir, bevor wir jetzt gleich Richtung, Richtung Ende kommen, ähm, glaubst du, und das ist ein bisschen eine fiese Frage und die ist auch gar nicht so 100 % ernst gemeint, aber glaubst du, wenn jemand dein, dein Buch gelesen hat und das auch wirklich verstanden hat, was da drin steht, das ist ja immer wichtig, ne. Lesen ist das eine, verstehen das andere, dass er dann, dieser Mensch, in der Lage ist, auch ohne einen weiteren Profi zum Beispiel, also ich sag mal jetzt einfache Sachen, die nicht unbedingt lebensgefährlich sind, wie zum Beispiel ein Fenster, 'ne Dachluke, 'ne Klappe neu einkleben Schrägstrich dichten, montieren kann und das Ganze auch dicht ist.

Ähm, ja, kann ich stolzen, stolz und froh behaupten, ja, bin ich mir ganz sicher. Ähm, ich hab dieses Buch natürlich auch mal Prof zum Lesen gegeben. Ich hab das Pro... Buch Leuten gegeben, die im Klebeausschuss mit mir seit Jahren zusammenarbeiten und all diese Profis haben mir bestätigt, gut geschrieben, fachlich richtig, locker geschrieben, leicht zu verstehen und, ähm, auch bildlich ganz gut. Ähm, das Wissen, was in diesem Buch steht, es gibt ja, hab ich gesagt, drei Stufen im Prinzip, sag ich mal, bei dem, beim Thema Kleben und der erste ist der European Associate Bonder, das ist der, die Verklebung ausführt. Das heißt, der geht eine Woche, ähm, zum IFOM-Institut und hat dort viel Theorie und 'n bisschen Praxis und macht am Schluss 'ne Abschlussprüfung. Der Spaß kostet ungefähr zweieinhalb tausend Euro plus die Prüfungsgebühren in dem Bereich. Und wer dieses Buch liest und verstanden hat, besteht die Prüfung zum European Associate Bonder.

Das heißt, die Leute, die eine Woche sich nur mit Kleben beschäftigt haben in Theorie und Praxis, diese Prüfung würdest du bestehen, weil die Inhalte ungefähr demselben Wissensstand entsprechen wie das. Deswegen haben wir auch das Buch jetzt, ähm, der Caravaning-Handelsverband und, ähm, die Akademie in Schweinfurt, die, die 'n Caravan-Techniker ausbilden, die nehmen das Buch lehrgangsbegleitend auch und geben das dort ihren Teilnehmern mit, ähm, als Nachlage und Nachlesewerk, ähm, für, für die Profis. Ja, also auch da ist es nicht so, dass das, ähm, Buch jetzt, es ist für den Laien geschrieben, es ist für den Anwender geschrieben, es ist für den Selbstausbauer geschrieben, für den Do-it-Youselfer geschrieben, aber das Wissen, was dort drinsteht, ist absolut Profi- Profiwissen. Und deswegen nimmt auch der eine oder andere Profi das und sagt: „Okay, da kann ich mal was nachlesen, da kann ich was nachschlagen.

Ähm, ich kann was Sachen gucken, da sind auch Tabellen hinterlegt, da sind QR-Codes hinterlegt mit Klebeanleitungen und so weiter und so fort. Ähm, ja.

Also noch spannender fänd ich ja die Frage, ob jemand wie ich danach vernünftig kleben kann. Also jemand, der, dessen, ähm, chemisches und physikalisches Verständnis bereits zu Schulzeiten nicht so ausgeprägt war wie das, wie das sprachliche, ähm, Vermögen sozusagen. Ähm, das, das werd ich mal testen.

Jederzeit, jederzeit gerne.

Da werd ich-

Ich schick dir auch gerne ein Exemplar oder auch dem Sebastian noch, wenn du magst. Ähm, ist von der Seite her gar kein Thema. Ich glaube, dass es ist. Ähm, es ist nicht schwer, weil, ähm, meine Kinder sind ja damit groß geworden und meine Jüngste hat, ähm, gibt es Bilder, ich glaub, da war sie neun oder zehn, sehr wohl perfekte Kleberaupen aufgetragen und so weiter und so fort. Und ich glaube, das kriegst auch du locker hin in dem Moment. Ähm, ja, man muss 'n bisschen handwerklich nicht ganz unbegabt sein. Klar, wer gar keine Schraube irgendwo reindrehen kann und nicht weiß, wie 'ne Kartusche aufzuschneiden geht, der lässt es besser. Aber ich glaube, dass ihr beide da weit weg von seid. Ich glaub, dass ihr da viel näher dran seid und wie gesagt, das ist keine Raketenwissenschaft. Es geht drum, wie, wie, wie, wie trag ich Sachen richtig auf?

Ähm, bin ich in der Lage, abzuschätzen, ähm, wie viel Temperatur haben wir? Kann ich so 'n technisches Datenblatt lesen, wo drinsteht, okay, wie viel Luftfeuchtigkeit brauche ich, wie viel Temperatur brauche ich, welche Schritte muss ich machen? Ähm, und da glaub ich, ist einfach deine Lese, deine Leseskills werden so gut sein, dass du das als Information aus dem Buch rausziehen kannst ohne Problem. Und auch da sind schöne Checklisten drin, so mit acht, neun, zehn Punkten, wo drinsteht: Hast du das beachtet? Also von der Seite her, ähm, das, ich hab da überhaupt gar keine, keine Befürchtung, weil genau dafür ist es gemacht. Leute abzuholen, die sich vorher noch nie mit beschäftigt haben.

Ja, cool. Ja, an den Leseskills scheitert's bei mir nicht, eher an den Geduldsskills, mich dann wirklich einzuarbeiten. Aber da, da bin ich wirklich gespannt, ja.

Das ist aber das Problem heute. Das Lesen, dass keiner mehr lesen will. Keiner liest mehr vor 'nem Fernseher eine Bedienungsanleitung. Der wird eingesteckt und deswegen machen die Hersteller ja schon so diese Plug and Play, folgende-

Ja, das hab ich noch nie gemacht.

Genau, nach der Motto Nummer fünf.

Ja, genau.

Genau, ja, am besten die drei, die drei Punkte musst du beachten. Das versuchen wir ja auch mittlerweile, indem ich sage, hier ist die Checkliste, diese zehn Punkte musst du beachten. Aber ich mach halt dann, ja wie gesagt, trotzdem den Unterschied. In dem Moment, wo du dein Plakat da hinten ankleben möchtest, sag ich: „Ey, mach.", oder dein Haken oder dein Halter oder den Teppichboden, dann geht's halt schief, dann ärgerst dich und machst es noch mal. Aber in dem Moment, wo du halt, wie du so schön gesagt hast, ich mache Dinge, die auch andere außerhalb meinem, meines Umfeldes gefährden können Dann erwarte ich einfach diese Sorgsamkeitspflicht, wo ich sage: "Okay, trau ich mir das zu?" Ich-- dann beschäftige ich mich, dann lese ich das nach und guck, okay, hey, das passt. Oder ich sage: "Nee, mm, jetzt krieg ich Bauchschmerzen. Ich gehe lieber zum Händler, da hab ich eine Garantie drauf, ich hab eine Haftung drauf", et cetera, sonstige Sachen. Und, ähm, mein Highlight war grade so solchen Themen, das ist jetzt kurz nach der Corona-Zeit gewesen, wo dann jemand kam zu mir, der hatte dann schon einen VW-Bus ausgeschnitten und wollte ein Schlafdach aufbauen und der hat mir dann Fragen gestellt und irgendwann kriegtest du mit, ey, das hat der noch nie gemacht.

Der ist auch handwerklich nicht begabt. Und irgendwann fragte ich: "Ey, kommen Sie aus der Branche? Haben Sie Kfz schon mal gemacht? Das gemacht, jenes gemacht?" Nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee. Und irgendwann hab ich ihn gefragt: "Jetzt, wie kommen Sie denn auf die Idee, dieses Schlafdach da aufzubauen?" Du musst dir dein Auto aufschneiden, du greifst vollkommen in die Fahrzeuggeometrie ein und so weiter und so fort. Hat er auch schon gemacht. Und nur das Aufkleben war sein Hauptproblem und die Befestigung und so weiter und so fort. Und dann sagt er: "Ich hab 'n YouTube-Video gesehen." Ja, so ich hab so, weißt du, so diese zehn Minuten YouTube-Video, so baue ich ein Schlafdach auf, wo ich sage: "Freunde, das ist ein Zwei-Tage-Prozess bei einem Profihersteller mit mehreren Leuten, die genau gleichzeitig gewisse Dinge tun. Und nur weil du zehn Minuten 'n YouTube-Video gesehen hast, heißt es nicht, dass du jetzt das auch kannst." Und das ist so diese Thematik, wo ich dann gesagt hab, hatte man: "Was soll ich machen?" Sag ich: "Finden Sie 'n, 'n, 'n, 'n, 'n, 'ne Werkstatt."

Ich hab ihm drei, vier Namen gegeben und dann sagt er: "Aber ich krieg das Fahrzeug ja nicht hin, ist ja oben aufgeschnitten." Sag ich: "Ja, dann musst du dir 'n Anhänger besorgen oder keine Ahnung was machen, aber, ähm, hör auf, es selbst zu machen, weil das geht voll in die Hose." Und das ist so die Thematik, wo ich sage, da trauen sich halt Leute an Dinge dran, wo ich sage, ähm, nein, ich wär nie auf die Idee gekommen, mein Auto aufzuschneiden, weil ich da 'n Dach einbauen will. Ne, so.

Nein.

Ja, es ist auch gar nicht immer so leicht, sozusagen die eigenen Skills richtig einzuschätzen und, und zu merken, wo man sich vielleicht auch überschätzt. Und, äh, man, man wächst ja auch in seinen Aufgaben. Das ist, glaub ich, gar nicht immer so, so leicht aus der Sicht zu betrachten. Ich wär jetzt vielleicht auch nicht auf die Idee zu kommen, gekommen, mein Auto aufzuschneiden, weil mir so da auch das Thema Statik und ja Unfall und so weiter im Sinn kommt, weil ich weiß, ist ja so 'n Auto auch konstruiert ist, eben sehr große Kräfte aufzunehmen und abzuleiten. Ähm, und ich hab auch grad noch mal überlegt, meine erste Klebung der Solaranlage aufs, aufs Wohnmobil, da hab ich mich auch sehr präzise an die Anleitung gehalten und denke daher, dass das so okay war. Aber das sind ja auch wirklich Kleinigkeiten, die manchmal über Erfolg oder Misserfolg, ähm, entscheiden und grad so der Klassiker Solarpanels aufkleben, da bring ich ja sehr große Flächen auf mein Wohnmobildach, ähm, womit ich teilweise sehr, sehr schnell fahre, also die durchaus schon 'ne Gefahr eben auch für andere darstellen können.

Und, ähm, ja, da, da tut's oder ist es, glaub ich, sinnvoll, wirklich genau zu lesen die Anleitung. Also das würd ich noch mal mitnehmen und allen mitgeben wollen, sich minutiös an Anleitungen zu halten und auch lieber dreimal lesen und verstehen, als nur schnell drüberzusuchen. Ja, ja, alles klar, weiß ich schon. Ja, das ist so, wie wenn man IKEA-Möbel sich holt. Man guckt kurz in die Anleitung, alles klar, weiß ich. Äh, und nach zwei Minuten merkst, alles klar, ich hab die beiden Seiten vertauscht und ich muss noch mal anfangen. Wenn ich die Solaranlage schon aufgeklebt habe, ist das blöd.

Spielst du auf gewisse Leute an, die hier mit im Raum sitzen?

Ja, ist mir auch schon-- Also passiert mir regelmäßig. Ja, ich krieg, krieg irgend 'n Möbelstück, guck in die Anleitung, überflieg die schnell, weiß genau, was zu tun ist und merke dann, wusste ich doch nicht. Ich hab, äh, die Seiten vertauscht. Aber da ist es nur ärgerlich, weil ich hab Zeit verschwendet. Wenn ich halt irgendwo was festgepappt habe und festgeklebt habe, das wieder zu entfernen und dann noch mal zu reinigen und hff, das ist dann richtig ärgerlich.

Aber es wäre der sicherere Weg, wenn du dann erkennst, dass du zwischendrin 'n Fehler gemacht hast.

100 %.

Ja. Ist dann, ist dann dieses, dieses einfach noch mal zurückdrehen. Ähm, aber deswegen machen wir ja so Sachen. Deswegen gibt es jetzt ja wie gesagt, äh, Bücher, deswegen kann man ja auch uns auf Messen besuchen. Deswegen kann man uns ja fragen, ähm, bis hin zu 'ner Hotline, wo wir Tipps und Tricks geben. Wir haben im Internet jetzt den, den, den-- seit zwei Jahren sind wir der erste Hersteller, der 'n KI-basierten Chatbot hat, der mittlerweile ungefähr bei 97 % meines Wissens liegt, der dir 24 Stunden hilft, dem du genau solche Fragen stellen kannst in allen Bereichen, bis hin f-fast zur Klebeanleitung, die er gibt. Man kann uns sofort E-Mails schicken, also von der Seite her. Ähm, deswegen sagte ich ja, Profiprodukte mit Profiwissen. Das Wissen ist das Entscheidende, weil, ähm, die namhaften Hersteller der Branche, Sika, Terzo, wir, ähm, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr ein schlechtes Produkt bekommt, geht gegen null.

Also wir haben 'ne Fertigungstoleranz von, ich glaub, 0,005 %. Also alle 2000 Charge wird mal eine eventuell gespart. Also, ähm, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr ein schlechtes Produkt habt, ist sehr, sehr, sehr gering. Es sind meistens die Anwendungsfehler. Und das ist so die Thematik, wo ich sage, okay, beschäftigt euch mit, lest so 'n Datenblatt. Es gibt so 'n paar grundlegende Dinge: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, wie dick muss 'ne Kleberraupe sein. Aber das ist jetzt alles, wie gesagt, keine Raketenwissenschaft, sondern sind so 'n paar Dinge, ähm, die ich durch lesen, Buch lesen, ähm, eure Podcast hören, ähm, einfach dann, dann dazu bekommen und sage, okay, jetzt weiß ich wieder 'n Schritt mehr und jetzt trau ich mich vielleicht auch wieder 'n Schritt mehr.

Und für einen oder für eine von euch gibt's jetzt die Möglichkeit, das Buch zu gewinnen. Dafür müsst ihr einfach die folgende Frage beantworten: In welcher DIN-Norm wird das Kleben, über das wir hier sprachen, äh, behandelt oder quasi definiert? Schickt uns die bitte per E-Mail an podcast@camperstyle.de und nutzt als Betreff „Gewinnspiel Dekalin", damit wir das zuordnen können. Und sendet das Ganze bitte bis zum 9. August 2025 um 23:59 Uhr. Also bis dahin muss eure E-Mail abgesendet sein. Und, äh, im Gegensatz zu dem, was ich gerade behauptet habe, verlosen wir drei Bücher. Der Michael hat noch mal zwei oben drauf gepackt. Das heißt, drei von euch können sich dann über den Gewinn freuen.

Wir benachrichtigen euch dann per E-Mail und dann könnt ihr uns die Adresse schicken, damit ihr dann euren Gewinn bekommt. Wir wünschen euch ganz viel Glück dabei und der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und ihr müsst 18 Jahre alt sein, um am Gewinnspiel teilzunehmen. Ja, wir werden euch dann benachrichtigen, ähm, mit, äh, per E-Mail und ja, viel Glück beim Gewinnen und vielen Dank, äh, Michael, dass du das Buch zur Verfügung stellst und, äh, da sind wir noch gar nicht drauf eingegangen. Du hast ja vorhin angeboten, dass du uns gern das Buch zuschickst. Da komm, also ich auf jeden Fall sehr, sehr gerne drauf zurück. Wir können uns ja alternativ auch auf der, auf dem Caravan Salon abholen, weil da sind wir ja auf jeden Fall. Und, äh, da wäre jetzt noch meine Frage: Hast, also wahrscheinlich nicht, aber trotzdem hast du Zeit, auch auf dem Caravan Salon irgendwo 'n Vortrag zu halten?

Kann man dich irgendwo hören oder ist da einfach, bist du da voll im Stress, weil, äh, Messestress?

Also, ähm, wir haben-- Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Wir haben ja bei uns am Stand in der Halle 13, ähm, da darf auch wie gesagt jeder vorbeikommen. Da kann man, beantworten wir auch Fragen mit unserem Technikteam. Ich werd auch da sein, ähm, in diesem Bereich. Dort haben wir viermal am Tag jeweils so eine 15- bis 20-minütige, äh, Produktvorführung mit Tipps und Tricks in diesem Bereich und in, ich glaub, am 3. September halt ich einen Vortrag auf diesem Selbstausbauforum.

Ach cool.

Ähm, um die Mittagszeit müssten wir, wie gesagt, guckt auf der Homepage, da stehen die genauen Ta... Termine und die Uhrzeiten drin, auch für die Workshop stehen die Termine dann eigentlich auf der Homepage drin, sodass ihr dann, ähm, einfach Produktwissen mitnehmen könnt. Und ja, selbstverständlich verkaufen wir auch das Produkt und wer es dort kauft, kriegt auch eine Widmung von mir, wenn er mag. Ähm, das kriegen wir dann, dann, dann schon noch hin.

Cool. Ja, ich hab von meiner Seite erst mal hier keine Fragen. Also wir gehen ja in den nächsten beiden Episoden noch, noch mehr in die Tiefe. Mmm, Nele, hast du noch Fragen, die dich beschäftigen?

Nein, ich hab aber schon fleißig Fragen aufgeschrieben für die nächsten beiden Episoden, damit, äh, dem Michael dann auch nicht langweilig wird. Und, ähm, ja, ich bin super gespannt, weil mich das Thema eigentlich total interessiert und ich aber wie bei vielen anderen Themen irgendwie immer so 'ne Hemmschwelle hatte, mich damit auseinanderzusetzen tiefer, weil ich immer das Gefühl hab, ich versteh das irgendwie dann doch nicht in der Tiefe. Und ich bin jetzt ganz guter Hoffnung, dass, ähm, sich das auch jetzt schon geändert hat so 'n bisschen und sich auch in den nächsten beiden Folgen dann noch mal ändern wird, dass ich dann vielleicht mich doch ans ein oder andere Do-it-yourself-Projekt trauen werde. Also von meiner Seite auch schon mal ganz lieben Dank, Michael, dass du heute bei uns warst.

Und, äh, ja, wir hören uns ja dann schon bald wieder.

Bevor ich gleich das Wort auch noch mal an Michael gebe, kannst du gleich noch, äh, deine letzten Gedanken loswerden. Wenn ihr noch Fragen habt an Michael, die vielleicht in den nächsten beiden Episoden wir auch oder er beantworten kann, dann schickt die uns gern per E-Mail an podcast@camperstyle.de oder nutzt unseren WhatsApp-Link. Da könnt ihr uns 'ne WhatsApp-Sprachnachricht, Textnachricht schicken und uns die Fragen zukommen lassen. Wenn ihr das zügig macht, dann kriegen wir die auch noch in die nächste Folge mit rein. Ansonsten müssen wir dem Michael einfach noch mal 'ne Mail schreiben, aber dann, also da er ja nicht nur wartet, bis wir ihm 'ne Mail schreiben, kann das dann 'n paar Tage dauern, aber vielleicht kannst du die dann auch noch beantworten, wenn da was kommt. Und jetzt bedanke ich mich noch mal an alle da draußen. Ich bedanke mich auch bei dir. Das war super mega spannend. Ähm, ich freu mich sehr auf die nächsten beiden Episoden und ja, jetzt letzte Worte und was du unseren Hörer und Hörerinnen noch mitgeben willst an dich, Michael.

Also auch vielen Dank. Mir hat das auch tollen Spaß gemacht, weil ich fand die Fragen toll und ich fand eure, ähm, Aspekte eigentlich ganz toll. Deswegen machen wir das Ganze ja, um einfach mal die andere Seite auch zu sehen. Was beschäftigt euch eigentlich so wirklich? Und, ähm, Nele, keine Angst, wir kriegen dich dazu, dass du diese Projekte wirklich, ähm, umgesetzt kriegst. Ich bin da absolut, ähm, guter Dinge, dass wir das schaffen und dir ein bisschen deine Angst nehmen können, weil wie gesagt, es ist keine Raketenwissenschaft. Es ist für mich immer noch, ähm, ordentliches Handwerk und jeder, der ein bisschen handwerklich begabt ist, ähm, bekommt das hin und, ähm, ich freu mich auch auf eure Fragen und wie gesagt, das macht das Ganze nur noch lebhafter und spannender, auch für euch, weil wir dann auch wissen, was euch draußen beschäftigt in der Community. Deswegen freue ich mich da drauf. Ähm, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die auch alle klebetechnisch sauber beantworten kann und bis dahin einfach: Klebt euer Leben.

Das war 'n schöner Abschlusssatz und von mir noch ganz kurz: Wenn ihr das spannend fandet oder was gelernt habt, dann tut uns doch den Gefallen und sagt einfach weiter, dass es diesen coolen Podcast hier von uns gibt. Den kann man überall hören, wo's Podcasts gibt. Sucht einfach nach Camper Style. Bis zum nächsten Mal. Danke euch allen. Tschüss.

Tschüss.

Tschüss.

Dir hat der Beitrag gefallen?

Dann teile ihn mit deinen Freunden!