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Camping in Nordwestfrankreich – entdecke Normandie, Bretagne und Hauts-de-France

Episode 277 · 01:22:31

In dieser Folge nehmen wir dich mit in eine der schönsten Regionen Europas: Nordwestfrankreich. Gemeinsam mit unserer Gästin Barbara, die seit Jahren in der Normandie lebt, sprechen wir über das authentische Camping-Erlebnis zwischen Dünen, Salzwiesen, bretonischer Kultur und französischer Lebensart.

Barbara ist nicht nur Frankreich-Expertin in unserem CamperStyle-Magazin, sondern auch passionierte Touristenführerin, Bloggerin, Buchautorin und Frankreich-Kennerin mit Leib und Seele. Sie teilt ihre besten Tipps, verrät versteckte Orte abseits der Touristenpfade und gibt viele praktische Hinweise für Camping mit Hund, bei jedem Wetter und in allen Jahreszeiten.

In dieser Folge erfährst du:

  • Warum die Normandie, Bretagne und Hauts-de-France so faszinieren – landschaftlich, kulturell und kulinarisch

  • Was Nordwestfrankreich für Camper:innen besonders macht – von unendlichen Stränden bis zu authentischen Märkten

  • Wie Barbara in die Normandie ausgewandert ist und was das Leben dort so besonders macht

  • Tipps für Urlaub mit Hund in Frankreich: Einreise, Regeln, Hundestrände und mehr

  • Die besten Jahreszeiten fürs Camping in der Region – und warum auch der Winter seine Reize hat

  • Unterschiede zwischen den Regionen: Klima, Mentalität, Landschaft

  • Warum auch das Landesinnere eine Reise wert ist – inkl. konkreter Empfehlungen wie das Pérche oder das Pays d’Auge

  • Persönliche Tipps von Barbara für entspannte Touren, authentische Märkte und kulinarische Highlights

  • Wissenswertes zum Thema Freistehen, Campingplätze und Infrastruktur in Frankreich

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Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian und heute sprechen wir über Camping in Nordwestfrankreich.

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Werbung Ende. Da haben wir einen Gast, den ich mir schon ganz lange gewünscht habe, beziehungsweise eine Gästin, und zwar unsere Autorin Barbara. Viele von euch, die das Magazin lesen, kennen Barbara sicher. Sie schreibt ganz, ganz tolle Frankreichartikel über alle möglichen Themen. Und, ähm, ja, Barbara lebt selbst in der Normandie. Das wird sie uns gleich auch erzählen. Und wir wollen heute mal uns 'n paar Tipps und vor allem auch Geheimtipps von ihr abholen. Barbara, herzlich willkommen. Sag du doch noch mal 'n paar Worte zu dir und auch zu deinem Blog und zu deinen Touren gerne, denn du bist ja auch Tourguide.

Ja, hallo. Schön, dass ich da sein darf. Ähm, ich heiße Barbara. Ich wohne mit meinem Mann und zwei Hunden seit 2016 in der Normandie. Ähm, hab seit 2017 einen Blog, der sich hauptsächlich mit dem Thema Hund in der Normandie, Urlaub mit Hund in der Normandie beschäftigt.

Du darfst den Blog auch gerne nennen.

Das, der Blog heißt cher-normandie.de und zu diesem Blog gehören dann auch noch, äh, 'ne Facebook-Seite und zwei Facebook-Gruppen. Einmal die Gruppe Cher Normandie, Urlaub mit Hund in der Normandie und einmal Urlaub mit Hund in Nordwestfrankreich, was das gesamte Gebiet in der, also mit Bretagne und Hauts-de-France, äh, behandelt. Ähm, ich selber mach Touren hier vor Ort, äh, hauptsächlich auch so direkt vor meiner Haustür in den Salzwiesen drin, aber man kann mich zum Beispiel auch tageweise oder halbtagesweise buchen und, äh, sich von mir die Gegend zeigen lassen. Ähm, und dann biete ich noch, äh, so Sachen an wie Fotoshootings am Strand oder Käsetastings am Strand oder was, was auch immer die Leute auch zum Teil an mich herantragen.

„Kannst du das machen?" In den meisten Fällen kann ich das machen. Also wenn's nicht gerade irgendwie mit dem Flieger in die Luft gehen ist oder solche Sachen, äh, dann kann ich das normalerweise auch Wünsche erfüllen für die Leute, was sie gerne hätten. Ähm, ja.

Und du bist ja auch Buchautorin. Das-

Und ich bin auch Buchautorin.

Erzählste auch noch mal kurz. Ja.

Ich habe einen Krimi geschrieben, der heißt Das Grab am Havre, ähm, der natürlich auch hier in der Normandie spielt und sitze grade im Moment an meinem zweiten Krimi, der jetzt so langsam wächst und gedeiht. Ähm, ja, und hoffe, dass dann nächstes Jahr, also 2025, wieder ein neuer Krimi auch erscheinen wird.

Wir verlinken euch die ganzen Informationen auch noch mal in der Folgenbeschreibung, also, ähm, den Blog, die Touren, das Buch. Dann könnt ihr euch da mal so 'n bisschen umgucken und könnt ja dann auch Barbara kontaktieren, wenn ihr da Bedarf habt.

Ja, wie, was mich jetzt erst mal als Erstes interessieren würde, also ich mein, ich, ich verstehe, warum man, äh, sich in Nordfrankreich wohlfühlt, ähm, aber wie hat's euch denn dahin verschlagen?

Hm. Also mein Mann kommt schon seit ewigen Zeiten hier in die Gegend, weil, ähm, der Ort, in dem er schon in jungen Jahren gelebt hat und Saint-Marie-du-Mont, das ist ein kleiner Ort an der Küste, an der Landungsküste. Äh, die haben eine Sch, äh, Sportvereinspartnerschaft. Also das heißt, der Fußballverein von dort hat eine Partnerschaft mit dem Fußballverein in Bad Mergentheim gehabt beziehungsweise in Edelfingen, einem Teilort. Daraus hat sich 'ne Städtepartnerschaft entwickelt. Und als wir uns kennengelernt haben, hat mein Mann gesagt, „Wir müssen in die Normandie fahren." Und dann sind wir also in die Normandie gefahren und, ähm, ich war halt schockverliebt.

Und damals schon haben wir gesagt: „Na ja, wenn wir dann irgendwann mal nicht mehr arbeiten müssen, dann ziehen wir in die Normandie." Und jetzt ist es so, dass ich in Deutschland, ja, arbeitslos geworden bin, äh, und mein Mann in absehbarer Zeit die Rente durchhatte. Und dann haben wir überlegt: „Na ja, gut, verkleinern wollen wir uns eh, warum ziehen wir dann nicht gleich in die Normandie?" Also es kam so eins zum anderen und hat sich dann halt einfach so entwickelt. Wir haben dann aktiv hier Häuser gesucht und 'n Haus gefunden, wo wir hinziehen wollten und irgendwann mal waren wir halt umgezogen. Ja, ganz einfach. Völlig unspektakulär. Ähm, ja, weil wir uns halt hier auch einfach wohlfühlen. Das ist, ähm, es ist halt einfach so diese gewisse Mischung aus am Meer wohnen und gutes Essen genießen, Lebensart genießen, ähm, nette Leute kennenlernen, weißes ich was.

Äh, die Mischung macht's für uns irgendwie. Also wir fühlen uns halt hier einfach irgendwie sehr, sehr heimisch und wir waren auch in den all den Jahren vorher eigentlich, egal wo wir hingefahren sind mit unserem, mit unserem VW-Bus, wir haben immer 'n Zwischenstopp hier in der Normandie gemacht. Immer. Also Umwe-Umweg gefahren und drei Tage Normandie mitgenommen, war immer drin. Und ich mein, wenn das dann so ist, dass dein Herz hier hängen bleibt, dann, äh, ist es halt so, ne, wo die Liebe halt so hinfällt.

Ich glaub, das kann jeder von uns hier auch sehr gut verstehen.

Ja, also ich versteh auch den Punkt, in der Normandie mal 'n Zwischenstopp zu machen. Ähm, jetzt, jetzt wollten wir ja heute nicht nur über die Normandie sprechen, sondern, ähm, haben's 'n bisschen weiter gefasst, äh, Nordwestfrankreich. Ähm, ich hab jetzt wie, wie so häufig, wenn wir so 'ne Sache machen, Google Maps offen und guck mir quasi das Ganze so 'n bisschen an. Für alle, die da draußen jetzt zuhören und keine Karte haben: Von, von über welches Gebiet, quasi von wo bis wo reden wir so ganz grob?

Also wir reden von der nördlichen Küste ab dem Moment, wo du von Belgien nach Frankreich reinfährst. Das nennt sich Hauts-de-France. Das kennen viele noch als Nord-Pas-de-Calais oder so oder als Picardie. Und daran anschließend kommt dann die Haute-Normandie. Das ist praktisch das, was viele Leute mit der Steilküste verbinden, mit Étretat und den Kreidefelsen. Daran anschließend tut sich die Basse-Normandie. Das, äh, sind praktisch die Landungsstrände im Calvados und in der Marge und auf der anderen Seite die Westküste der Marge, was dann wiederum in der Bucht von Mont Saint-Michel mündet. Und daran anschließt sich ja dann die Bretagne, die sehr weit westlich in, in den Atlantik reinragt.

Ähm, und da, wenn du praktisch aus der Bretagne die Atlantikküste wieder südlich fährst, da hört für mich Nordwestfrankreich definitiv auf, weil dann bist du schon so weit südlich, dass wir nicht mehr von Norden reden können. Aber so diese drei, drei Regionen würd ich jetzt mal als Nordwestfrankreich einfach verschlagworten. Man kann da sicherlich noch 'n bisschen das Landesinnere Mayenne oder so mit dazunehmen, aber halt alles noch vor Paris, ne? Also Paris als alleröstlichsten Punkt, weil das ist dann, dann bist du auch wieder in der Mitte von Frankreich irgendwie angekommen.

Okay.

Ich hoff, ich hab das jetzt einigermaßen plausibel erklärt.

Also für mich, der schon mal da war, also auch ohne dass ich jetzt auf Google Maps spickere, äh, war das so weit verständlich. Ähm, für alle, die sich das noch nicht vorstellen können, müsst ihr vielleicht doch mal kurz Google Maps aufmachen und mal Normandie eingeben und euch das angucken. Ähm, aber es ist auf jeden Fall 'ne spektakuläre Landschaft, also auch an der Küste, sowohl da als auch in der Inland und natürlich auch sehr geschichtsträchtig, und zwar nicht nur, was den, den Zweiten Weltkrieg angeht, sondern, äh, äh, auch generell 'ne ganz spannendes Gebiet. Und vielleicht das noch, bevor du gleich erzählst: Für mich ist dieses Gebiet immer ganz stark mit – das hab ich immer im Kopf, wenn ich darüber nachdenke – mit, mit, äh, Garnelen und, ähm, Cidre verbunden.

Weil das, weil das die, die ersten Dinge waren. Ich weiß gar nicht, also das erste Mal da quasi von Deutschland rübergefahren sind Richtung, Richtung Spanien, sind wir da durch und das Erste, was wir da irgendwo gekauft hatten, war genau das und haben das dann irgendwo am Meer steh oder nahe des Meeres stehen zubereitet. Und das ist für mich halt so ganz fest eingebrannt. Hat wahrscheinlich jeder was anderes, aber für mich ist immer, wenn ich Normandie denke, hab ich quasi Garnelen, wie wir sie da im Wohnmobil zubereiten und Cidre dazu trinken im Kopf und, und Baguette dazu.

Und Käse, unbedingt den Käse. Also-

Den gab's beim ersten Mal nicht, aber generell stimm ich dir zu.

Also, äh, es geht nichts da drüber, äh, irgendwo 'n bisschen Käse kaufen, 'n bisschen Baguette kaufen und 'ne Flasche, in dem Fall sogar 'ne Flasche Rotwein statt dem Cidre und dann irgendwo an 'nem Strand sitzen und ganz rudimentär Käse, Baguette und Rotwein. Und dann ist es, mehr brauchst du eigentlich nicht so. Also wir haben ganz viele unserer Campingurlaube so zugebracht. Erst mal irgendwo was kaufen und dann das Auto irgendwo parken und ab in die Dünen und aufs Meer gucken, ne? War also das, das Allererste, was wir immer machen mussten so. Ähm, typisch für die, für die, äh, Normandie ist dann noch der Calvados, ne?

Mhm.

Und, ähm, was auch so kulinarisch unbedingt noch dazu gehört, äh, sind, sind Crêpes und Galettes, ähm, die, also Pfannku..., süße und salzige Pfannkuchen, entweder aus Weizenmehl oder aus Buchweizenmehl, äh, die's ja auch in der Bretagne sehr viel gibt, die in der Bretagne eigentlich auch viel verbreiteter sind noch als bei uns in der Normandie, weil sie da ei-einfach wirklich auch 'ne richtige Crêpe-Kultur haben. Aber das ist praktisch in die Normandie rübergeschwappt. Mittlerweile gibt's auch gute Crêperien bei uns, ähm, aber ist nicht ganz so weit verbreitet wie in der Bretagne.

Ich find's faszinierend, dass wir jetzt zehn Minuten miteinander sprechen und schon wieder beim Essen gelandet sind. Das ist wirklich...

Das ist doch auch sehr wichtig.

Also wenn du jetzt wissen würdest, dass ich die letzten Wochen, äh, locker vier Kilo auf meine Rippen drauf gefuttert haben, habe, dann wüsstest du auch warum, ne? Also Essen ist schon elementar hier.

Das, also nicht nur bei euch, das versteh ich total.

Essen ist ein Stück Lebensqualität und Lebens-

Absolut.

Also gute Lebensmittel und die Qualität der Lebensmittel ist hier einfach, du kannst mir sagen, was du willst, ist hier in Frankreich grundsätzlich einfach besser. Also sowohl was die F..., Meeresfrüchte und Fisch, da merkst du einfach die Frische, den Unterschied, ob du das jetzt wirk, ob das wirklich fangfrisch ist oder ob das mal noch fünf Tage durch, durch halb Europa gekarrt worden ist. Und auch so bei, bei Fleisch und, äh, beim Gemüse muss ich sagen, ist die Qualität durch die Bank weg also einfach so mega, mega gut hier, dass ich immer, wenn ich in Deutschland bin, entsetzt bin, wie man, wie man eigentlich so wenig Werte drauflegen kann, ne?

Also ich mein, das ist was, was ich jeden Tag, was jeden Tag irgendwie zu meinem Leben gehört. Und die Franzosen legen sehr viel Wert auf gutes Essen. Also das ist hier ja nicht nur Nahrungsaufnahme, das ist ein Stück Kultur. Und deswegen werden wir wahrscheinlich den ganzen Nachmittag über Essen reden.

Für, für uns ist es okay. Ich weiß nicht, vielleicht wird dann der eine oder die andere Hörer mal aussteigen, aber ich finde es total spannend.

Die brauchen dann zwischendrin mal was zu essen. Beziehungsweise mir hat mal jemand gesagt: "Ich habe dein Buch gelesen, ich musste irgendwo einen Calvados kaufen."

Ja, ich hab, ich hab heute in weiser Voraussicht vor dem Podcast gees, gegessen. Wir haben nämlich manchmal auch Gäste, mit denen wir auch dann übers Essen sprechen und da habe ich noch nix gegessen und dann ist es immer ganz schlimm für mich, ähm, das zu thematisieren und mir das alles-- Weil ich stelle mir das dann immer so, so bildlich vor und habe dann die Gerüche so im, in der Nase und dann, ähm, ist es mit der Konzentration ein bisschen schwieriger.

Dann wechseln wir jetzt das Thema.

Ja, ich, ich würde auch gerne noch mal so ein bisschen generell in den drei, ähm, Regionen, die du jetzt genannt hattest, noch mal so ein bisschen eingrenzen, ähm, Klima, Landschaft, Kultur, Mentalität. Ähneln die sich sehr stark oder, ähm, stellst du da größere Unterschiede fest in, in diesen verschiedenen Punkten? Wie würdest du das beschreiben?

Wir fan, wir fangen jetzt, wir fangen jetzt einfach mal mit dem Einfachsten an, nämlich mit dem Klima oder mit dem Wetter. Ich glaube, da hast du nicht die signifikanten Unterschiede. Das Wetter ist erst mal generell schlecht.

rau. Lass es uns rau nennen. Das klingt etwas eleganter.

Lass es uns rau nennen, ne. Also die Normandie hat, äh, im statistischen Mittel hundertvierzig Sturmtage im Jahr.

Das ist viel.

Das ist also schon, schon 'ne Hausnummer. Äh, in der Bretagne hast du wahrscheinlich nicht mehr Sturmtage, aber grundsätzlich ist der Wind noch ein bisschen fieser, zumindest im Winter. Ne? Also das ist schon was, womit du gerade wenn du outdoor lebst, einfach anfreunden musst. Dir muss klar sein, es kann wirklich windig sein. Und das ist es an der Küste hier in Nordwestfrankreich eigentlich überall, ne? Also das ist was, womit ich rechnen muss. Da muss ich auch entsprechend, ähm, entsprechend zum Beispiel mit der Bekleidung mich drauf einstellen. Also ohne Regenjacke und ohne vernünftige Gummistiefel solltest du nicht zum Campen gehen. Vergiss es einfach, ne. Und genügend Wechselklamotten dabeihaben, weil du dich immer wieder trockenlegen musst.

Weil du gehst bei Sonnenschein raus und gehst jetzt zum Beispiel aufn Strandspaziergang und dann kommt ein Schauer und der duscht dich so, dass du wirklich nass bis auf die Haut bist. Und dann gehst du zurück in dein Wohnmobil und ziehst dich um und denkst: "Oh, die Sonne scheint ja wieder. Wir könnten ja noch mal", ne. Das, das kannst du dreimal am Tag machen oder viermal oder fünfmal. Es ist-- Die Wetterwechsel sind halt sehr schnell und sie sind sehr häufig. Also auch im Sommer kann dir passieren, dass du richtig ordentlich weggeduscht wirst. Ist so. Ist halt, glaube ich, auch an der deutschen Nordseeküste nicht viel anders oder an der holländischen Küste nicht viel anders. Der Wind ist hier halt noch ein bisschen rauer und noch ein bisschen fieser. So, dann, äh, Kultur.

Landschaften. Ah, okay.

Landschaften. Die Landschaft, ähm, ist in der Bretagne jetzt mal, würde ich sagen, schon noch mal anders als in der Normandie oder in Nordwestfrankreich, also in Haute-Franck, in, in Haute de France, ähm, weil sie, weil sie halt insgesamt mehr dem Meer ausgesetzt ist und mehr, also mehr den Elementen ausgesetzt ist. Also auch die Landschaft ist ein bisschen rauer und ein bisschen, ja, bisschen wilder noch als der Rest, ne, als jetzt die Normandie. Wobei wir jetzt zum Beispiel in der Basse-Normandie auch Landschaften haben, die an die Bretagne erinnern, so rein von dieser Felsküste und dann wieder Bucht und Felsküste und wieder Bucht.

Gibt es hier durchaus auch. Aber das ist halt so das Normale. Also das Erscheinungsbild von der bretonischen Küste ist insgesamt, glaube ich, landschaftlich gesehen das Schönste, was du haben kannst, so mit diesen, mit diesen Verformungen und mit diesen wilden Klippen und so, ne? Wohingegen du in sowohl in Haute-France als auch in, in der Haute-Normandie diese Kreidefelsen, die hast du halt normalerweise eigentlich kennst du von Dover, ne. Also so musst du dir das vorstellen. Diese weißen, hellen, hohen Klippen, die dann halt auch wieder verformt sind, aber anders halt als in der Bretagne sind. Und z-- Da, wo ich jetzt wohne, zum Beispiel, haben wir unendliche Sandstrände, die du jetzt, ähm, äh, so in der Bretagne nicht hast, zum Beispiel.

Also wirklich das Meer, da, da wir so einen großen Tidenhub haben, das Meer verschwindet einen Kilometer weit weg. Da ist dann nix mehr bei Ebbe und, ähm, du kannst dann wirklich also fünfzehn Kilometer lang am Strand entlanglaufen und siehst auch zum Teil keine Menschenseele. Es ist also schon 'ne Spezialität von hier. 'Ne weitere Spezialität von hier sind diese Trockenhäfen oder Avres. Hm. Oder das ist das, was du auch in Norddeutschland als Salzwiese kennst. Ist auch noch mal eine ganz eigene ursprüngliche Landschaft. Aufn Bli, ersten Blick vielleicht ein bisschen unscheinbar, aber unglaublich spannend, wenn man sich näher damit auseinandersetzt.

Was ist das denn genau, so eine Salzwiese?

So eine Salzwiese ist irgendwas zwischen Land und Meer. Also das, äh, wird in-- Bei ganz großen Springfluten wi-wird dieses Gebiet überflutet. Also da läuft das Meer dann praktisch vier, fünf Kilometer ins Landesinnere rein und ansonsten ist es eine Wiese, wo Schafe grasen. Ja, und dadurch, dass aber die Flut an mehreren Tagen im Jahr wirklich das ganze Gebiet überflutet, wachsen da spezielle Pflanzen, die mit dem Salz auskommen müssen. Also es hat ein ganz, äh, eine ganz eigene Vegetation zum Beispiel und ist halt dann auch wieder, äh, Rückzugsort für viele Vögel, ist, äh, auch jetzt im, im Herbst und im Frühjahr Durchzugsgebiet für viele, äh, Zugvogelarten.

Und wir haben dann im Landesinneren auch noch, auch noch so Sümpfe, die, die dann auch nur im, im Winter praktisch Wasser führen, ne. So also Marschland oder Sumpfland oder wie auch immer, was auch sehr, also auch ein ganz eigener Naturraum ist, ähm, den man so jetzt normalerweise nicht auf dem Zettel hat, wenn man hier durch die Gegend fährt. Weil wenn du im Sommer kommst, siehst du da nix, ne. Und im Winter ist das eigentlich eine durchgehende, äh, Seenlandschaft. Also ist schon, äh, schon landschaftlich sehr abwechslungsreich. Man kann da also nicht sagen, die Landschaft ist so oder so. Es ist, es gibt überall so ganz spezielle, so ganz spezielle, äh, Räume, die halt sehr faszinierend sind, wenn man sich Zeit lässt, da einzutauchen, ne.

Äh, wo waren wir noch? Die Mentalität, die Bretonen-

Genau, Mentalität finde ich-

Die Bretonen sind, ähm, sind keine Franzosen. Da legen sie, glaube ich, Wert drauf.

Okay.

Dass sie ein bisschen, dass sie ein bisschen an-anders ticken, ein bisschen anders sind. Und die legen auch sehr viel Wert auf ihr bretonisches Kulturerbe, ähm, überhaupt auch auf ihr-- Also Breto, die Bretagne ist eigentlich nicht mehr Frankreich. Äh, also weder im Sinn von den, von den Bretonen glaube ich noch, noch so von dem, äh, von dem Ganzen-- Also Selbstverständnis ist schon so, man ist so ein bisschen, äh, man ist nicht einverstanden mit allem, was als von der Zentralregierung in Paris kommt. Und, äh, man, wie gesagt, man pflegt sehr viel die eigene Kultur und, und die eigene Religion, ist sehr regional bewusst. Das ist jetzt in der Normandie und auch in Hauts-de-France, glaube ich, nicht so ausgeprägt.

Also dieses, äh, deutliche Regionalbewusstsein gegenüber, gegenüber dem Rest des Landes sind-

Ist das so ein bisschen wie, wie, wie im Baskenland, dass es da auch, ähm, dann eine eigene Sprache gibt?

Es gibt eine eigene bretonische Sprache, die auch jetzt wieder mehr gepflegt wird. Also zum Beispiel gibt's jetzt viele Ortschaften, die ihre Ortsschilder wieder auch mit der bretonischen Bezeichnung, äh, benennen. Also hängt dann erst der französische Name und dann der bretonische Name drunter. Das gibt's in der Normandie mittlerweile auch, aber die meisten Normannen halten das jetzt nicht für so wichtig, ne. So. Oder auch wenn du jetzt das Radio anschaltest in, würde ich mal sagen, in ganz Frankreich ist es so, es wird ein, ein englischer Pop-Song gespielt und dann wird ein französischer Chanson gespielt. Immer schön im Wechsel. Wenn du in die Bretagne fährst, wird ein französischer Chanson gespielt, dann wird, äh, ein bretonischer, äh, Song gespielt und dann wird ein englischer Song gespielt.

Ne? Also es ist in der, in der Bretagne doch deutlich, also die, die lokale Identität ist in der Bretagne viel wichtiger als jetzt in der Normandie oder, oder in Hauts-de-France.

Mhm. Und wie wurdet ihr oder werdet ihr auch nach wie vor als Deutsche dort aufgenommen? Habt ihr euch gut integrieren können?

Also ich würde mal sagen, überraschenderweise, man, man hat ja lange Zeit irgendwie gedacht: „Oh, bloß nicht in die Normandie fahren", ne, weil da haben wir Deutsche so viel Schaden angerichtet.

Ja.

Äh, ich muss sagen, dass wir ja schon zu Zeiten in die Normandie gefahren sind, als wirklich noch wenig deutsche Urlauber da waren und ich das nie so empfunden habe, dass es da irgendwelche Ressentiments gab. Und ähnlich ist es auch mit dem Hier-Leben. Also du gehörst, du gehörst halt zu so einer Dorfgemeinschaft halt dazu, ne. Also das ist so. Und es ist relativ egal, ob du jetzt Deutscher bist oder ob du, äh, als Pariser zum Beispiel hierhergezogen bist. Es kommen ja ganz viele Pariser, haben hier erst ihren Zweitwohnsitz und wenn sie dann die Rente durchhaben, ziehen sie ganz her. Im Prinzip ist unsere, ist unser Status ähnlich. Also wir sind jetzt keine Normannen.

Mhm.

Ne? Aber wir, wir sind halt Zugezogene, aber wir werden nicht anders behandelt jetzt als, äh, als irgendwelche anderen Zugezogenen oder so. Also es ist eigentlich-- Das ist ja auch das, weil, wo wir vielleicht noch mal mit der Mentalität, Franzosen sind schon erst mal so drauf leben und leben lassen, ne. Also wenn du jetzt die nicht störst in ihrem Leben, dann lassen sie dich auch leben, so wie du das für gut und für richtig hältst, ne.

Mhm.

Ja, das ist schon so. Also so, so eine gewisse Toleranz gegenüber allem, was so kreucht und fleucht, ist schon irgendwie sehr ausgeprägt. Ja.

Und jetzt, jetzt hast du ja vorhin so ausführlich das stürmische Wetter geschildert und die raue Küste. Warum sollte man denn jetzt überhaupt zum Campen in die Normandie oder nach Nordfrankreich oder Nordwestfrankreich fahren?

Ja, weil's halt, äh, unglaublich entschleunigt, ne. Also, äh, ich glaube, es macht-- das klingt jetzt erst mal so negativ mit dem Wind und so, aber es ist diese, grade dieses raue Klima und dieses Einswerden mit den Elementen. Das Meer tobt, der Wind tobt, äh, meinetwegen auch der Regen oder die, oder du sitzt dann Viertelstunde später wieder in der Sonne. Äh, es lässt dich eins werden mit den Elementen und ich glaube, dass es genau das ist, was uns Menschen ja normalerweise im Alltag fehlt, dass wir so die, die Bodenhaftung zur Natur haben. Und die hast du hier einfach. Also grade beim Campen ist es so, du kommst mit den Naturelementen in Kontakt und, äh, das erdet dich und das entschleunigt dich.

Das heißt, der Erholungseffekt ist natürlich enorm, ne. Also drei Tage Normandie und, äh, es geht dir einfach besser. Es kann dir jeder bestätigen, der hier ist, dass, äh, dass einfach so dieses Ganze, was du sonst so mit dir rumträgst, a-alles, was dich in der Vergangenheit belastet und worüber du dir in Zukunft Sorgen machst, das ist weg und du bist dann halt wirklich im Hier und Jetzt. Und das ist halt vom Entspannungsfaktor schon ziemlich groß einfach.

Weil du so damit beschäftigt bist, immer die Klamotten zu wechseln, dann kommst du gar nicht so zum Nachdenken über die Vergangenheit oder die Zukunft.

Nein, nein, nein. Also wenn ich jetzt mit meinen Hunden rauslaufe in mein, in meine Salzwiesen, dann hörst du nichts anderes außer Wind, 'n paar Vögeln, ein paar Schafen, ähm, und das Meerrauschen. Und es fällt, es fällt einfach von dir runter, auch wenn's schönes Wetter ist. Glaub mir, das, es ist einfach, es fällt-- irgendwelche Stresspäckchen, die du mit dir rumträgst, die kannst du irgendwo in der Natur liegen lassen und die belasten dich nicht mehr. Das merkst du sogar, du merkst es sogar an den Hunden. Selbst die Hunde sind entspannter hier, also als sie in Deutschland sind. Das sagen alle Urlauber, wenn sie vorher irgendwie irgendwelche Erziehungsprobleme hatten oder irgendwelche Pro-- Psychoprobleme mit ihren Hunden hatten, dass die Hunde hier auch runterkommen.

Das ist so. Ja, ich kann's nicht besser erklären. Sorry.

Also ich, was mich immer in, in Frankreich, also jetzt nicht grade in Paris oder so, ne, nicht in den Großstädten, weil da werden ja auch ordentlich die Ellenbogen ausgefahren und ist ja auch ganz schön, ähm, Dampf im Kessel allgemein. Aber so wenn man so in den ländlichen Regionen in Frankreich unterwegs ist, hab ich halt das Gefühl, dass viel auch, also zum einen mit der Natur zusammenhängt, zum anderen aber auch schon mit der Lebensweise der Einheimischen, die ja auch sehr entschleunigt sind. Und also ich hab das auch nie als Klischee empfunden, dass man da auch wirklich so, so die, die Leute auf der Straße sitzen sieht. Ähm, dann, dann sieht man die im Café und alles ist irgendwie langsamer, nicht so, nicht so hektisch und nicht so immer aufs nächste Ziel bedacht oder auf den nächsten Tagesordnungspunkt, sondern eher so einfach mal genießen, beobachten.

Und ich finde, das überträgt sich halt auch ganz stark auf einen selbst.

Also die Uhren gehen hier tatsächlich immer noch 'n Stückchen langsamer. Wobei ich sagen muss, dass sich das in den letzten Jahren auch gewandelt hat, ne. Also so die allgemeine europäische Hektik, die schwappt auch selbst bis auf die, bis aufs französische Landleben. Aber natürlich ist es immer noch anders und die Leute haben auch mehr Zeit. Das ist schon so. Also wenn ich jetzt durch 'n Ort lauf, du kan-- du, du stoppst dann schon immer, wenn du jemand triffst und wechselst mit dem fünf Worte oder so. Du läufst nicht einfach weiter, ne. Oder wenn du jemand beim Einkaufen triffst oder so. Selbst beim Einkaufen haben die Leute mehr Zeit an den Kassen, ne. Also das ist einfach so, wo, wo man in anderen europäischen Ländern jetzt Kassen einführt, äh, wo's dann auch mal langsamer gehen darf, ist das halt hier grundsätzlich so, dass es an der Kasse erst mal 'n bisschen langsamer geht.

Und da richtet sich auch jeder drauf ein und keiner drängelt und keiner schubst und ne. Äh, es ist schon so. Aber du musst halt natürlich als, wenn du als Urlauber kommst, musst du dich da natürlich auch drauf einstellen, ne. Also so, dass es halt auch mal 'n bisschen länger dauert. Aber es ist ja ganz in Ordnung.

Kommt man denn auch zurecht, speziell jetzt in, in deiner Region, wenn man kein Französisch spricht? Weil das ist ja immer 'ne große Sorge, ähm, die man auch immer wieder in den Gruppen liest: „Ja, ich kann aber kein Französisch. Und was, wenn die Franzosen...“ Die haben ja diesen Ruf, dass sie sich auch gar nicht bemühen, da irgendwie mit anderen Menschen, äh, irgendwie da hilfreich ins Gespräch zu gehen.

Ich sag mal so: Wenn du, wenn du, also es gibt ja heute viele so Apps, mit denen man so 'n bisschen Sprache lernen kann, Babbel oder Duolingo oder so, wie sie alle heißen. Wenn du dir fünf Vokabeln antrainierst, mit denen du dein Essen bestellen kannst, guten Morgen sagen kannst und, ähm, bitte und danke und ein bisschen höflich bist, dann kommst du in Frankreich super zurecht. Ne? Also du darfst halt nicht davon ausgehen, dass wenn du jetzt jemand auf Deutsch oder auf Englisch ansprichst, dass der dich dann versteht. Das ka-- tut er unter Umständen halt wirklich nicht. Aber wenn du jetzt praktisch zeigst, dass du dich ein bisschen bemühst, in der Landessprache zu kommunizieren und es kann wirklich, da reicht es wirklich, wenn's rudimentär ist, dann wird sich jeder Franzose bemühen, dir auch weiterzuhelfen.

Also es ist hier noch keiner verhungert, noch keiner verdurstet. Es ist noch keiner, es ist noch keiner mit seinem kaputten Auto dann irgendwo in der Pampa liegen geblieben. Ähm- Äh, wir haben auch noch keine verirrten Wanderer als, äh, skelettierte Leichen wiedergefunden. Also es ist wirklich so, dass man locker hier überleben kann, auch wenn man kein Wort Französisch kann, was die meisten Urlauber nicht können. Also die meisten, die meisten Urlauber, die aus Holland kommen oder aus England kommen oder auch aus Deutschland kommen, sprechen kein Französisch. Also es funktioniert schon irgendwie, ne. Also witzigerweise macht man sich auch den Gedanken immer nur bei Frankreich, nicht bei Spanien, nicht bei Italien. Ähm, nur die Franzosen haben den Ruf, dass sie dann nicht, dass sie, da-dass sie dann nicht mit dir kommunizieren, aber das stimmt irgendwie nicht.

Also in Paris ist es, in Paris ist es sicherlich so, weil die Pariser halt da schon anders drauf sind als der Rest vom Land, aber so aufm Land wird dich keiner verhungern, verdursten oder in der Scheiße stecken lassen, nur weil du kein Französisch sprichst. Du kommst auch grad in den Urlaubsorten kommst du durch mit Englisch, weil viele auch grade von den jüngeren Leuten dann doch auch so weit Englisch können, dass sie dich verstehen.

Ich frag mich auch immer, wie, wie häufig einfach dieses Vorurteil dafür verantwortlich ist, dass die Leute das Vorurteil wieder stärken, weil sie halt schon damit rangehen: „Der will mir ja gar nicht helfen. Die Franzosen sind ja alle so", und das gegen-- und ich ja dann auch, wenn ich das denke, so auftrete, ähm, und das Gegenüber das ja mitbekommt unbewusst und dann einfach halt entsprechend wahrscheinlich auch weniger Bock hat. Also ich glaube, dass, dass viel von diesen Vorurteilen sich auch selber quasi am Laufen hält, weil ich, ich hör das immer wieder und ich muss sagen, von meiner Erfahrung kann ich das nicht sagen. Ja, ich hab Franzosen getroffen, die sprachen kein Wort einer anderen Sprache. Okay, das ist ihr gutes Recht. Das gibt auch viele Deutsche, die sprechen kein anderes Wort in irgendeiner anderen Sprache. Aber ich hab noch niemanden gesprochen, äh, oder getroffen in Frankreich, der irgendwie, als er gemerkt hat, dass ich Deutscher war, unhöflich war oder sich nicht mit mir unterhalten wollte oder sonst was.

Und gut, komische Menschen, ja, die gibt es in jedem Land, die, die vielleicht irgendwie, sei es aus, aus Angst oder sonst was nicht mit einem sprechen wollen oder weil sie sich auch was für was Besseres halten, die wird's überall geben. Aber ich kann tatsächlich dieses Vorurteil, was viele haben und was ich auch immer wieder höre, überhaupt nicht bestätigen. Also null.

Ja, es ist aber-- Also ich denk, ich denk mal, das ist schon so, ich, ich les das manchmal dann in deutschen Gruppen, dass sie irgendwo schlecht behandelt worden wären in Frankreich. Aber ganz ehrlich, wenn du dann so'n bisschen liest, was die Leute so sonst so in den Gruppen auch schreiben und wie sie schreiben-

Ja.

-dann sind es halt Leute, die mit so einer gewissen, mit, mit einer gewissen Mentalität an die Sachen rangehen, äh, wo ich denke: Na ja, gut, in Deutschland würden sie vielleicht auch anecken, nur da versteht sie halt jeder irgendwie, ne. Und hier verstell-- Also hier kann das dann dir halt einfach passieren, der Franzose, den du da vollkäst mit deinem Ba-ba-ba-ba-ba-ba-ba, der, der versteht dich halt einfach net, ne. Also wenn du da kommst und einen auf dicke Hose machst, der lässt dich abblitzen, weil er versteht dich halt net. Ja, aber wie gesagt, das ist ganz oft 'n Problem mit dem in den Wald reinschreien und so kommt's halt auch wieder zurück, ne. Deswegen hab ich gesagt, wenn du, wenn du, wenn du fünf Vokabeln kannst und ein bisschen merci und s'il vous plaît und so die, die, die grundsätzlichen Worte irgendwie hast, dann wird dir jeder gerne-- Die freuen sich ja auch dann, ne.

Also das ist schon so. Wenn du dann dich bemühst, mit ihnen auf die Land, mit in der Landessprache zu kommunizieren, wird sich jeder Franzose erst mal freuen, dass du dich bemühst. Und die sind also wirklich supernett. Und ich kann nur sagen, als ich zum Beispiel, als wir ganz frisch hier waren, hab ich 'n Bürostuhl gekauft und bin in 'n Möbelgeschäft gefahren. Und als die mitgekriegt haben, dass ich Deutsche bin, haben die extra ihren Azubi geholt. Der hatte nämlich Deutsch auf der Schule.

Oh.

Und dann durfte der Az, dann durfte der Azubi seine fünf deutschen Vokabeln, die er in der Schule gelernt hat, und dann haben wir uns halb auf Englisch, halb auf Französisch und so 'n bisschen auf Deutsch unterhalten. Und der war so richtig stolz, dass er, ne, er hatte, war dann so richtig stolz, dass er das an, an den Mann beziehungsweise an die Frau bringen konnte und ich fand das so süß, ne. Das ist wirklich so süß. Oder wenn du hier beim Tierarzt bist, ist es, ist-- Wir hatten mal 'n komplizierteres Problem beim Tierarzt und war das auch so, dass ich mit meinem Französisch irgendwann mal nicht mehr weitergekommen bin. Dann wurde auch irgendwie der, der Azubi geholt, der dann, äh, besser Englisch kann als der Fachtierarzt für Hautkrankheiten. Und dann hat man das praktisch das Problem so gelöst.

Also sie sind wirklich super, super hilfsbereit mit allem. Also das ist einfach, ist einfach so. Ich kann diese ganzen Vorurteile wirklich nicht bestätigen.

Okay, also wir halten fest, ähm, liebe Camperinnen und Camper aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, ihr braucht keine Angst vor den Franzosen zu haben. Die beißen meistens nicht. Ich möchte jetzt gerne einmal noch mal kurz so 'n bisschen auf die konkreten Tipps zu sprechen kommen. Und zwar, ähm, waren wir ja vorhin schon so 'n bisschen beim Wetter hängen geblieben beziehungsweise beim Klima. Und, ähm, da würde mich jetzt mal interessieren, wann wäre denn so aus, aus der deutschen Sicht, wenn man jetzt vielleicht auch nicht unbedingt nur im Regen sitzen möchte-

Mhm.

-die beste Jahreszeit zum Reisen? Beziehungsweise welche Unterschiede gibt's auch zwischen den Jahreszeiten? Wie ist da so Sommer, Herbst, Winter, Frühjahr? Gibt's da, gibt's da größere, äh, Veränderungen im Klima?

Na ja, klar, im Sommer ist es, also wenn du die Sommermonate und sprechen wir mal von Juni, Juli, August und September, weil der, weil auch der Juni und September mittlerweile zwei sehr beliebte Reisemonate geworden sind. Natürlich ist es im Sommer grundsätzlich wärmer. Ne, als, äh, den Rest vom Jahr, was aber trotzdem keine Garantie ist, dass du jetzt drei Wochen am Stück Badewetter hast. Das ist-- Wobei wir auch schon Sommer hatten, zwanzig zweiundzwanzig, zwanzig einundzwanzig, die sehr trocken und sehr heiß waren. Ähm, also Juli zwanzig zweiundzwanzig hatten wir vierzig Grad. Es passiert, ne.

Ja.

Ähm, im Frühjahr und im Herbst wird, ist es halt durchwachsener. Aber du kannst auch im Frühjahr schon sehr schöne Tage haben und du kannst auch im Oktober noch Badewetter haben. Hatten wir jetzt dieses Jahr Anfang Oktober noch mal so 'n Wochenende, wo's richtig warm war und letztes Jahr auch. Also so 'n Wochenende, wo richtig noch mal Sommertag mit fünfundzwanzig Grad und Sonne und so. Also, aber ansonsten halt eher durchwachsen. Und wenn-- Jetzt würd ich halt sagen, wenn du, wenn du lieber, wenn du lieber Strandurlaub möchtest, dann sind wirklich der Juni, der Juli und der August die besten Monate. Äh, wenn du gerne wanderst oder, oder sonstigen Outdoor-Aktivitäten nachgehst, würd ich halt praktisch sagen, von O bis O die beste Reisezeit, also von Ostern bis, bis in den Oktober rein.

Hm, so haben auch die Campingplätze die meisten geöffnet, ne, mittlerweile. Also die machen Ostern auf und machen dann so mit, mit Ende Oktober spätestens zu. Manche schließen auch schon Ende September. Hm. Das ist also schon so die Hauptreisezeit. Wobei ich sagen muss, dass ja jetzt dadurch, dass sehr viele Menschen ja mit dem Wohnmobil unterwegs sind und auch nicht mehr auf Campingplätze angewiesen sind, ähm, eigentlich das ganze Jahr über gereist wird und es ist halt im Herbst und Winter rauer. Punkt. Windiger.

Gibt's denn auch viel Schnee? Gibt's auch viel Schnee bei euch?

Nein, nein. Schnee ist absolut, äh, hat Seltenheitswert. Äh, wir hatten ja jetzt, also wir, wir hatten jetzt dann mal im November Schnee, was so selten ist, dass ich nachgucken musste. Also der letzte Schnee im November war, äh, 2010, ne. Also das ist dann-- Und der ist dann aber auch nach zwei Tagen wieder weg. Also es sind dann zwei Tage Schnee und dann ist aber auch wieder gut. Und so ist es, ähm, vielleicht hast du dann mal im Januar oder im Februar auch zwei Tage mit Schnee, aber es ist in der Regel kannst du das Thema Schnee vernachlässigen. Also zum Skifahren brauchst du nicht kommen.

Ja.

Nein, nein, definitiv nicht zum Skifahren. Aber es, es, es hat halt auch was so, also grade wenn du so auf raue Felsen und, und, und so, so unbändige Natur stehst und wenn du gerne, wenn du gerne Urlaub machst, ohne jetzt viele Menschen zu sehen, sondern einfach gerne wandern gehst oder so, ist der Herbst hervorragend. Und im Februar hast du wirklich manchmal schon Tage, die sind halt so warm und so frühlingshaft. Das ist halt auch schon richtig irre, äh, wie schön das im Februar sein kann. Also für, für so richtige Naturburschen und Mädels ist, ist der Winter 'ne klasse Jahreszeit, ne. Also da musst du halt bisschen wetterfester sein als im Sommer.

Aber es ist schon, hat schon was. Ja.

Und dann kann man sich so richtig schön einmuckeln, wenn man dann von der Wanderung wiederkommt.

Wenn du von der Wanderung zurückkommst, dich dann richtig schön einmuckeln und 'n warmen Tee kochen oder, oder 'n warmen Kakao und 'n gutes Buch lesen, das hat schon was, ne. Das ist schon richtig, richtig toll eigentlich so. Also wir mögen das. Deswegen sim, hat's uns auch nicht geschreckt, äh, das ganze Jahr über hier zu wohnen, weil der, der Herbst und Winter ist schon auch toll. Also keine Frage.

Und welche, ist natürlich jetzt schwer für so 'ne Riesengebiet, das ganz detailliert zu sagen, aber welche Gebiete oder Orte sind denn so die beliebtesten unter den Campern? Und gibt's da Unterschiede vielleicht wie die, keine Ahnung, die, äh, Deutschen und Niederländer und Engländer, wo die hinfahren und wo die Franzosen hinfahren? Oder suchen die eigentlich alle so dieselben Fleckchen auf?

Also das, das kann man tatsächlich bei diesem Riesengebiet nicht, nicht tenden, nicht wirklich sagen. Aber was du ganz generell sagen kannst, der Küstenstreifen zehn Kilometer vom Meer weg ist das, was am beliebtesten ist. Und wenn du also, wenn du die Sommerferien anguckst, da ist dann auch alles voll und dann ist es auch egal, ob du Holländer bist oder Bretone oder Normanne oder, oder Pariser. Es sitzt alles an der Küste. Etwas weiter im Landesinneren, äh, ist es dann schon anders. Gerade die Engländer und die Holländer haben auch ein, ein Näschen für schöne Orte im Landesinneren, ähm, was die Deutschen zum Beispiel nicht haben.

Also wenn du jetzt so fünfzig Kilometer ins Landesinnere fährst, wirst du kein deutsches Auto mehr sehen oder nur noch sehr selten. Du triffst aber immer noch Holländer, grad auf den, auf den Campingplätzen, äh, und auch Engländer. Engländer wohnen zum Teil da, äh, wo, wo keine Touris mehr hinkommen. Da ha, wohnen auch sehr viele Engländer. Das ist ganz interessant. Und es sind aber Gegenden, die auch wunderschön sind. Wenn du jetzt nicht unbedingt das Meer vor der Haustür haben willst, ist das Landesinnere w Sowohl in der Bretagne als auch in der Normandie als auch in Haute-de-France wirklich total interessant und spannend, wo's auch viel zu entdecken gibt, ne.

Ha-hast du da so 'n paar Orte im Kopf, die man den Hörerinnen und Hörern verraten könnte?

Also jetzt grad in der Normandie würd ich sagen, ähm, ist es, ist es zum Beispiel d-d-das Hinterland von, äh, in Haute-de-France, was total spannend ist. Also einfach nur mal 'n Stück von der Küste wegfahren, so zwanzig, dreißig, vierzig Kilometer. Total spannende Gegend. Ähm, ist die Swiss Normande, aber die Swiss Normande ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr. Also unter Deutschen vielleicht schon, aber so ansonsten ist es halt, äh, wirklich unter den Franzosen sehr, 'n sehr beliebtes Gebiet, weil du da hervorragend wandern kannst. Du kannst Kanu fahren, du ka..., es gibt Klettersteige, wo du hochsteigen, also so richtig in den Felsen klettern kann.

Also ist so für, für Outdoor-Sportarten, äh, eigentlich super cool. Ähm, mir selber gefällt das Pays d'Auge sehr gut. Das ist praktisch, ähm, wenn du von der Küste zwi-von zwischen, äh, Deauville und Honfleur oder zwischen Caen und Honfleur einfach 'n Stück ins Landesinnere fährst, das ist das Pays d'Auge. Ist total malerisch und lieblich mit vielen Fachwerkhäusern und Apfelheiden und s..., also schon fast kitschig, kitschig schön, so wie man sich Frankreich so vorstellt. So richtig schönes Landleben. Die Kühe stehen auf den fetten Weiden und, ähm, ja, und die Häuser sind alle so kleine Puppenstuben oder so.

Also wirklich ein totales Landidyll. Und wir waren jetzt dieses Jahr im Perche und das kennt wirklich überhaupt niemand. Äh, ist so 'ne ganz urwüchsige Gegend, äh, in der Orne praktisch, im Département Orne. Ähm, ja, überraschenderweise gab's relativ viele Campingplätze, aber es ist halt wirklich nicht viel los. Du hast also dann wirklich nur ganz winzig kleine Orte und, ähm, nette kleine Städte, aber es ist überhaupt nicht touristisch. Also wenn du abseits von Tourismusströmen reisen willst, musst du in solche Gebiete fahren. Das ist so. Lohnt sich aber unbedingt, vorausgesetzt, du willst nicht ans Meer.

Jetzt ist ja grade für, für die Wohnmobilfahrer Frankreich eigentlich ein wirkliches Paradies, weil, also das ist mir in Frankreich vor allen Dingen so aufgefallen, ich ja gefühlt jedes Dörfchen irgendwie 'n kleinen Wohnmobilstellplatz hat, ne. Zumindest gibt's irgendwo meistens zwei, drei Plätzchen, wo man sich hinstellen kann. Ganz häufig gibt's, ähm, auch 'ne Ver- und Entsorgung dazu. Wir haben's auch einmal gesehen, dass es sogar kostenlos Strom gab, äh, äh, also was ich bis dahin nie erlebt hatte, ist vielleicht jetzt auch, also das ist jetzt, glaub ich, auch schon drei, vier Jahre her, dass wir da waren. Vermutlich jetzt mit den gestiegenen Energiekosten in den letzten Jahren nicht mehr. Aber es gab so 'ne oder es, wir haben da so 'ne unheimlich krasse Infrastruktur erlebt, wirklich bis ins kleinste Dörfchen, was ich total faszinierend fand.

Und das ist natürlich für Wohnmobilisten spannend. Nutzt ihr das auch oder seid ihr eher Fraktion Campingplatz oder, oder sowohl als auch?

Wir haben ja kein Wohnmobil. Wir haben, äh, zurzeit nur einen Minicamper, wirklich nur noch einen Minicamper. Das heißt, ähm, wenn wir irgendwo campen gehen, fahren wir auf einen Campingplatz, ne. Aber ich kenn natürlich, also ich, ich weiß natürlich, dass es wirklich in je, wirklich in jedem Dorf irgendwo 'n Platz gibt, wo du entweder, wo's halt auch als Wohnmobilplatz ausgewiesen ist, ähm, oder wo du zumindest ohne, ohne Behinderung stehen bleiben kannst. Das ist schon, schon noch so, aber wir sind hauptsächlich Campingplatz-Camper zurzeit. Deswegen, äh, kann ich dir jetzt zu den, zu den Stellplatzsplätzen, also Stellplatzerfahrung im, äh, persönliche Stellplatzerfahrung aus den letzten Jahren haben wir nicht, weil wir wie gesagt mit dem, mit dem kleinen Auto unterwegs sind.

Mhm.

Wir waren, wir hatten zwischendrin, zwischendrin hatten wir 'n Wohnwagen und mit dem sind wir natürlich auch eher auf Campingplätze gefahren. Aber die Campingplatzstruktur ist ja ähnlich verrückt, ne. Also wenn du hier die Küst-Küste entlangfährst, du hast, würd ich mal sagen, spätestens alle zehn Kilometer, wenn nicht alle fünf Kilometer irgendwo 'n Campingplatz, auf den du fahren kannst. Das ist so, ne. Die sind aber im Sommer trotzdem alle voll.

Es gibt ja auch diese in Frankreich generell diese ganz, ähm, wirklich schönen kommunalen Campingplätze oft, ne. Auch in kleinen Dörfern, ähm, da steht dann immer Ca..., äh, Camping Municipal und die sind meistens noch sehr günstig auch so im Vergleich zu anderen und ja, haben halt den Vorteil, dass man da auch relativ spontan häufig noch 'n Plätzchen findet, weil die auch oft so als, als Durchgangsstation genutzt werden meiner Erfahrung nach, zumindest in den Regionen, in denen wir so unterwegs waren bisher. Und da find ich auch, dass, dass Frankreich wirklich 'n sehr, sehr campingfreundliches Land ist oder camperfreundliches Land. Und ja, man hat da keine, man hat da keine größeren Probleme, was zu finden.

Wobei, wie du gesagt hast, auch in der Hauptsaison natürlich der Campingboom in Frankreich genauso zugeschlagen hat wie in allen anderen Ländern drumherum, dass man halt auch in der Hauptsaison oft dann 'n bisschen suchen muss, bis man was findet.

Also ich würde mittlerweile wirklich empfehlen, im Juli und im August, wenn man-- Also kommt bisschen drauf an, wie du unterwegs bist. Aber wenn du jetzt Familienurlaub planst, ne, also so aus den Zeiten, wo wir als Familie unterwegs waren, weiß ich noch, mhm, du willst dir nicht antun, dass das Kind jeden zweiten Tag irgendwie sagt: „Boah, gefällt mir nicht, mag ich nicht." Und es ist zu windig, es ist zu kalt, ähm, es ist zu wenig los, es ist zu wenig geboten. Also wenn du mit Kindern reist, bereite dich gut vor, plan das gut und reservier deine Plätze, weil das macht keinen Spaß, ne, wenn du dann irgendwie, äh, klar kommst du, findest du, wenn du jetzt der eine Campingplatz ist voll, dann fährst du halt eben zwei Dörfer weiter und irgendwo findest du schon was, ne.

Aber, ähm, wenn du jetzt so 'n entspannten Familienurlaub machen möchtest, dann würd ich wirklich vorher reservieren und sagen: „Okay, wir, wir fahren vielleicht eine Woche dahin und eine Woche dahin oder, ne, wechseln zwischendrin noch mal, dass wir zwei unterschiedliche Regionen sehen." Aber im Sommer würde ich definitiv re-- Also wenn die französischen Schulferien sind, würd ich reservieren.

Das gilt aber mittlerweile für fast alle Länder. Also dass man in den Sommerferien, in unseren Sommerferien reservieren muss, das haben wir wirklich überall mittlerweile erlebt, von Kroatien sowieso bis Spanien, teilweise glaube ich auch Portugal in den touristischeren Gebieten. Also das, und da unterscheidet sich Frankreich und, und auch Nordwestfrankreich sicher nicht von den anderen Boomländern. Ähm, wie sieht's denn aus mit freistehen Wildcampen in der Region?

Das ist, ähm, also ich würd mal sagen, außerhalb der, der Saison ist es jetzt nicht das große Thema, dich einfach irgendwo hinzustellen, ne. Ähm, in der Saison wird es zunehmend schwierig, äh, bis unmöglich und zum Teil auch außerhalb der Saison wird es in manchen Gegenden mittlerweile, also kommt drauf an, wieder immer wie du unterwegs bist. Wir rutschen mit unserem Minicamper immer noch irgendwo unten durch, wenn's sein muss, müsste. Ähm, aber zum Beispiel in der Südbretagne ist mittlerweile wirklich jeder Parkplatz irgendwie auf zwei Meter abgeschrankt. Da findest du noch nicht mal 'n Parkplatz oder 'ne kurz 'ne Parkbucht, um 'n Foto zu machen.

Es ist echt wirklich schwierig geworden. Sagen wir's mal so. Und auch bei uns, obwohl das hier, obwohl hier immer noch sehr viele, äh, kostenlose Stellplätze gibt und auch Freistellplätze, wird zunehmend, äh, den Campern das Freistehen schwer gemacht. Das hat natürlich auch seine Gründe. Es sind einfach zu viele geworden. Das ist mal Punkt eins, ne. Und wenn dann alle Parkplätze an der Küste mit Wohnmobilen voll stehen und jeder, der zum Baden hin will, keinen Parkplatz mehr findet, dann, äh, stehen die anderen Urlauber natürlich auf der, auf der Matte und sagen: „Das geht so nicht, liebe Leute. Wir wollen hier auch noch parken", und das alles steht voller Wohnmobile.

Ähm, zum Teil ist, muss man halt auch sagen, viele Wohnmobilfahrer führen sich auch nicht so toll auf, ne. Also Müll in der Gegend liegen lassen, ähm, Grau- und Schwarzwasser entsorgen in der Natur, weiß, was ich weiß. Also es sind 'n paar wenige, es sind nicht, also der, der Großteil der Leute ist natürlich nicht so drauf, aber die paar wenigen versauen's halt für den Rest schon. Und dann achtet man halt auch in Frankreich mittlerweile zunehmend auf Küstenschutz. Das heißt, viele von diesen Parkplätzen, die bislang zum Freistehen genutzt wurden, die liegen irgendwo in den Dünen. Und natürlich ist es nicht wirklich lustig, wenn du mit deinem Wohnmobil oder mit deinem Campervan dann da in die Dünen fährst und irgendwo in der Walachei stehst.

Das ist einfach so. Das heißt, es freistehen ist außerhalb der Saison immer noch eher möglich, aber es wird zunehmend schwer, also schwerer gemacht. Dafür ist aber ja auch die restliche Infrastruktur eigentlich so gut, dass du nicht unbedingt irgendwo in der Pampa stehen müsstest. Also ich weiß schon, dass es, ähm, dass überzeugte Freisteher wegen dem Freistehen freistehen, äh, weil's halt schon noch mal was anderes ist, wenn ich irgendwie nur Natur mich rum hab, als wenn ich Tür an Tür mit zehn anderen Campern steh. Ähm, aber wie gesagt, es wird, und es wird in den nächsten Jahren halt, denk ich mal, immer weniger werden, dass ich wirklich noch entspannt freistehen kann und legal freistehen kann.

Wobei es grundsätzlich so ist, dass ich ja auch mit dem Wohnmobil in Frankreich überall stehen bleiben darf, wo's nicht verboten ist, ne. Also erst mal zum-

Ja.

Wenn du jetzt, also wenn nicht da irgendwo 'n Schild steht, was sagt: „Du musst auf den Campingplatz gehen", oder wenn da 'n Schild steht: „Parken für Wohnmobile verboten" oder, oder sonst irgendwas, dann ist es erst mal erlaubt, dass du zumindest über Nacht dort stehen bleibst.

Und was mich jetzt zum nächsten Punkt bringt, der mich auch interessieren würde, man da auch relativ viel liest. Also wir brauchen nicht drüber sprechen, ob Camping mit Hund möglich ist, aber was viel spannender ist: Welche Stolpersteine gibt's denn vielleicht, wenn ich mit 'm Hund in Frankreich unterwegs bin beim Campen?

Also bezüglich des Campings insgesamt muss man sagen, dass viele von den etwas schöneren, also etwas höher klassifizierten Campingplätzen mittlerweile Begrenzungen haben, wie viel Hunde du pro Parzelle mitnehmen darfst. Das sind entweder ein oder zwei, je nachdem, ne. Und, äh, es wirkt wirklich, wenn du jetzt mit Hund unterwegs bist und du irgendwo, ähm, dich zum Beispiel für eine Woche oder so irgendwo was buchen möchtest und du hast drei Hunde, solltest du unbedingt fragen, ob auch drei Hunde pro Parzelle erlaubt sind. Weil es könnte sein, dass du sonst gebucht hast und die dann am Empfang feststellen: „Ja Leute, aber eigentlich dürft ihr nur zwei Hunde mitbringen, ne."

Dann nützt dir auch deine Reservierung nichts. Das hatten wir also, nicht ich, aber, ähm, andere Leute hatten dieses Problem schon, dass sie dann praktisch, äh, weggeschickt worden sind, weil sie zu viel Hunde dabei hatten. Äh, und ansonsten muss man halt sagen, ähm, Einreisebestimmung ist wie in jedem anderen EU-Land auch. Also du musst ein, also gechippt muss der Hund sein, er muss gegen Tollwut geimpft sein. Ähm, theoretisch darfst du nicht mehr als fünf Hunde einführen. Ist aber auch EU-EU-Ge-Gesetz, ne. Ähm, dann hat Frankreich eine Rasseliste.

Die-

Ich glaub auch eine ziemlich strenge, ne?

Eine ziemlich strenge Rasseliste. Äh, die verbietet dir grundsätzlich, Hunde gewisser Rassen überhaupt einzuführen, ne. Also was, also unter die Rasseliste fallen der American Staffordshire Terrier, der Tosa Inu und der Mastiff, also Bear Bull. Äh, die gehören in die Kategorie eins. Die sind komplett verboten, außer der, wenn du, wenn du jetzt 'n Papier hast, also 'ne, äh, 'n Zuchtpapier hast für den, für den American Staffordshire Terrier, dann ist, fällt er nur in die Kategorie zwei. Das heißt, du musst nur Auflagen erfüllen. Unterm Strich ist es-- Und der Rottweiler fällt auch noch in die Kategorie zwei, also zu, gehört zu den Rassen, wo du Auflagen erfüllen musst.

Jetzt sind die Auflagen aber so gestaltet, dass es völlig egal ist, ob du einen Hund der ersten oder zweiten Kategorie hast, weil die Auflagen sind halt so, dass du den Hund eigentlich nicht einführen darfst. Also du, wenn, du brauchst zum Beispiel die Genehmigung deiner Wohnsitzgemeinde und das nützt dir gar nichts, wenn du 'ne, wenn du 'ne deutsche Genehmigung in Frankreich vorzeigst. Das interessiert hier keinen Menschen. Du brauchst 'ne französische Genehmigung. Du brauchst 'ne französische Verhaltensbegutachtung deines Hundes und du brauchst 'ne französische Eignungs-, äh, Urkunde, dass du selber geeignet bist, den Hund zu führen. Hast du alles drei nicht, ist es eigentlich verboten. Und ich würd auch wirklich den Leuten, äh, den Leuten definitiv abraten, jetzt mit so 'nem in Frankreich kategorisierten Hund nach Frankreich einzureisen.

Weil natürlich kannst du sagen: „Ha, es passiert schon nix. Bin ja nur zwei Wochen im Urlaub." Aber wenn was passiert, ist der Hund der Leidtragende. Und ich, also mir sind meine Hunde so wichtig, dass ich das Risiko n-nie eingehen würde, dass ich sie so einfach irgendwie gefährde in 'nem fremden Land, dass sie vielleicht eingezogen werden, im Tierheim sitzen und ich dann den Rechtsweg beschreiten muss, um meine Hunde wiederzukriegen.

Ja.

Würd ich nicht machen.

Zumal es ja dann auch vor Ort teilweise starke Einschränkungen gibt. Wir haben zum Beispiel immer wieder auf Campingplätzen gesehen, dass die solche Hunde, die auf der Liste stehen, auch gar nicht aufnehmen.

Also Campingplätze nehmen, die meisten Campingplätze nehmen keine Kategorie-eins- und zwei-Hunde auf, ne. Ähm, es gibt welche, den, die das dann auch machen, aber auch da ist es zum Beispiel so, dass du, dass du ja dann trotzdem 'n Maulkorb brauchst und weiß ich was. Und wie gesagt, als deutscher Urlauber ka, bringst du halt schon die ganzen Voraussetzungen eigentlich nicht mit, die du haben müsstest, um so 'n Hund überhaupt halten zu dürfen. Also von daher ist es einfach zu kompliziert, ähm, und eigentlich auch verboten, ne. Also ja.

Und existieren jetzt über diese allgemeinen Einreisebestimmungen, jetzt egal für welche Rasse, ähm, die du genannt hattest, Tollwut, Impfung, ähm, gechippt, Heimtierausweis und so weiter, auch noch regionale Vorschriften? Also ich kenn das zum Beispiel aus Spanien, da machen ja teilweise die Provinzen dann noch mal ihre eigenen Regeln und Gesetze. Gibt's so was bei euch auch?

Also ich wüsste jetzt nicht was, ne. Also ist, das Einzige, wo du, wo du sagen musst, es gibt halt, also wo du's dann halt merkst, ist, äh, ist dann halt praktisch an den Stränden. Weil an den Stränden ist es, das, so wie du das aus Deutschland kennst, es gibt 'n ausgewiesenen Surferstrand, es gibt 'n ausgewiesenen Hundestrand, es gibt 'n ausgewiesenen FKK-Strand. Dieses Prinzip ist so hier in, in Nordwestfrankreich nicht weit verbreitet, ne. Also im, ausgewiesene Hundestrände gibt es eigentlich so gut wie gar nicht. Es gibt jetzt in einzelnen Orten in der Bretagne ein paar Gemeinden, die das jetzt so die letzten Jahre angefangen haben, weil da die Hundeverbote relativ strikt sind von in der Saison und die haben dann angefangen, jetzt irgendwelche Strände explizit als Hundestrände auszuweisen.

Aber ansonsten ist es so, dass es halt dieses Konzept des Hundestrandes eigentlich nicht gibt, sondern es gibt nur entweder der Strand ist frei für Hunde oder du darfst nur morgens und abends mit dem Hund dran oder es ist verboten, ne. Fertig. So und im Normalfall ist es halt so, du teilst dir den Strand halt mit allen anderen Strandurlaubern und versuchst möglichst viel Rücksicht aufeinander zu nehmen. Und mit Hund in der Saison bist du normalerweise mehr oder weniger davon ausgeschlossen. Also in vielen Orten darfst du im Juli und im August mit dem Hund gar nicht an den Strand. Und in manchen Gemeinden ist es halt so, dass sie nur bei den, bei den, äh, bei den wirklichen bewachten Badestränden dann da Wert drauf legen, dass du nicht mit dem Hund an den Strand gehst und andere Gemeinden wiederum sagen: „Okay, morgens und abends, wenn keiner mehr da ist, darfst du dann mit dem Hund auch mal an den Strand."

Äh, aber das macht wirklich jede Gemeinde für sich im Prinzip. Jede Gemeinde entscheidet das für sich selber. Und wenn ich dir heute erzähle, bei uns in Saint-Jean-Montserey darfst du in der Hochsaison mit dem Hund sogar noch an den Badestrand, kann das nächstes Jahr trotzdem anders sein, äh, weil die Gemeinde halt einen neuen Beschluss fasst und dann ist das wieder anders. Kann passieren.

Wie kann ich da mich denn im Vorfeld als Tourist, Touristin, ähm, informieren, ob ich dann meinen Hund auch mitnehmen darf? Weil für viele Leute, für uns zum Beispiel auch, ist es schon ein wichtiger Bestandteil, dass der Hund dann auch am Alltagsleben teilnehmen darf und vor allem, dass man dann halt nicht nur irgendwie um den Wohnwagen herumsitzt, wenn's irgendwie im Sommer warm wird und natürlich den Hund dann auch nicht im Wohnwagen lässt und selber an den Strand geht. Das, also würde ich zumindest jetzt nicht machen. Gibt's da irgendeine Möglichkeit? Gibt's irgendwelche Übersichten oder hast du vielleicht auf deinem Blog auch Informationen dazu, wenn man in deine Gegend reisen möchte?

Also auf meiner Seite, ähm, habe ich drei Übersichten, also für alle drei Departments, wo, ähm, wo Strände sind, eine Übersicht über, über die Regelungen am Strand. Die überarbeite ich auch einmal im Jahr, sodass sie eigentlich auch immer aktuell sind. Aber es kann dir natürlich trotzdem passieren, wenn du das jetzt im alten Jahr anguckst und die im Frühjahr neuen Gemeinderatsbeschlüsse haben, kann dir tra-- natürlich theoretisch trotzdem passieren, äh, dass du an einen Ort reist, wo die Gemeinde das dann halt gerade mal geändert hat. Ist aber relativ selten. Es ist jetzt nicht so, dass da ständig irgendwelche neuen Gesetze kommen oder so. Also bei mir auf der Seite gibt's das, äh, unter Cher Normandie Slash Hundestrände.

Einzeln aufge, äh, gelistet für Saumuritim, Calvados und die Marsch. Wenn du jetzt in die, in die Bretagne fährst, äh, musst du wissen, dass im gesamten Finistère vom, glaube ich, vom 15. Juni bis 15. September vom Department aus 'ne Verordnung besteht, dass du mit dem Hund nicht an den Strand darfst.

Okay.

Da können die Gemeinden von abweichen und können dann halt zum Beispiel einen Hundestrand ausweisen oder halt auch gewisse Zeiten öffnen. Aber leider ist es im Finistère so, dass du halt, äh, eigentlich nicht mit dem Hund an den Strand darfst. Und ansonsten ist es wirklich so, dass du halt im Zweifelsfall am besten bei der Touristinfo nachfragst, ob du darfst oder nicht, ne. Also das ist dann halt-- Also du suchst dir deinen, erst mal deinen Campingplatz und deine Lieblingsgegend aus und dann fragst du mal auf der Touristinfo, an welche Strände du darfst. Ich würde auch sagen, wenn du dann mal fünf oder zehn Kilometer fahren musst, ne, dass du dann halt vielleicht, dann finde ich das jetzt auch nicht so tragisch. Hm. Es gibt auch Campingplätze, wo das dann so ist, dass die mehr oder weniger einen eigenen Strandzugang haben, wo das dann zwar eigentlich offiziell der Hund am Strand nicht erlaubt ist, aber die Leute vom Campingplatz trotzdem alle mit dem Hund an den Strand gehen, ne, zum Beispiel.

Also mal, es lohnt sich dann auch beim Campingplatz nachzufragen: Wie ist die Regel für die Hunde am Strand?

Okay.

Ähm, ich meine, dass die, die, ähm, in Haute-de-France, äh, das Tourist, äh, die Touristikseite selber 'ne Übersicht hat über die Regelungen vom Hund am Strand. Das ist, glaube ich, so, dass die, dass die da eine, eine eigene, eine eigene Übersicht haben, wo die Hunde erlaubt sind und wo nicht. Auch da ist es so: Es gibt Gemeinden, da darfst du relativ viel und, äh, zwischendrin aber auch Orte, wo du dann noch nicht mal über die Strandpromenade laufen darfst, ne. Also nicht nur nicht an den Strand, sondern auch nicht über die Promenade.

Okay, also da auf jeden Fall sich vorher informieren, wenn man mit dem Hund gerne dahin reisen möchte. Wir haben Frankreich generell immer als sehr hundefreundlich empfunden. Ähm, nicht nur was die Strände angeht. Da haben wir's halt immer so ein bisschen gehalten wie die Einheimischen. Wenn wir gemerkt haben, die gehen da morgens mit ihren Hunden an den Strand, dann sind wir da auch hin und wenn nicht, dann halt nicht. Ähm, aber auch so generell bei Aktivitäten haben wir immer das Gefühl, dass da Hunde deutlich willkommener sind als, äh, in vielen anderen Ländern, wie zum Beispiel Italien oder auch teilweise Spanien. Also von daher plant ruhig was mit eurem Hund. Es gibt ja auch viele andere hundefreundliche Aktivitäten, die man gerade auch in Nordfrankreich machen kann, weil das Wetter eben meistens nicht so heiß ist wie in anderen Regionen. Und dann informiert euch einfach vorher bei Campingplatz oder Tourismusinfo.

Ich würde jetzt gerne noch mal ein bisschen dich persönlich anzapfen und, und von dir persönlich noch mal mir ein paar Tipps einholen. Man liest ja immer viel. Es gibt natürlich auch Reiseführer, aber ich finde, es geht nichts darüber, jemanden zu fragen, der wirklich dort lebt und auch sehr tief da in der Kultur und in der Region mittlerweile verhaftet ist. Was sind denn so aus deiner Sicht Versteckte Juwelen oder wenig bekannte Orte, wo du sagen würdest, da lohnt sich's auf jeden Fall, da mal 'n Abstecher zu machen oder auch Regionen. Ein paar hattest du ja vorhin schon erwähnt, äh, dass man eben von der Küste mal 'n bisschen wegfahren soll, dreißig, vierzig, fünfzig Kilometer ins Landesinnere.

Aber hast du da vielleicht auch noch mal in anderen Gebieten so 'n paar Geheimtipps für uns?

Äh, es ist ja schwierig mit den Geheimtipps, ne. Also in der, also ich muss sagen, in der Normandie gibt es eigentlich keine Geheimtipps mehr. Das ist, ähm, die, die, äh, wird und auch in der Bretagne, denk ich, sind Geheimtipps eigentlich, ja... Also in Zeiten des Internets gibt's eigentlich keine Geheimtipps mehr. Das ist, das müssen wir uns alle irgendwie selber ans, an, äh, auch an die eigene Nase fassen, ne. Du schreibst irgendwo was voller Begeisterung: "Oh, das war so schön", ne. Äh, und dann kommst du fünf Jahre später wieder und dann ist der Ort total überlaufen, mm, weil er dann irgendwie gehypt wurde.

Also es gibt eigentlich den, den absoluten, den absoluten Killer-Geheimtipp, den gibt es eigentlich nicht. Äh, aber wie gesagt, äh, man muss sowohl, denk ich mal, in der als, in der Normandie als auch in der Bretagne und in Hauts-de-France, denk ich, ist es ähnlich. Wobei Hauts-de-France eigentlich ja schon der Geheimtipp eigentlich ist für alle, denen's in der Normandie zu voll ist, einfach 'n Stück nörd-, 'n Stück nördlicher zu fahren. Ähm, aber das Landesinnere ist wirklich halt schon der Geheimtipp an sich, weil du fährst weg von dieser, von der Hauptroute, wo sie alle entlangfahren und, und schon bist du, ist A, die Landschaft anders und, ähm, und B ist halt auch, ist halt auch nicht mehr so überlaufen.

Also das beste Beispiel ist wirklich das Pays d'Auge, was ich ja vorhin schon mal erwähnt habe. Also diese Küste zwischen Honfleur und Honfleur, die Côte Fleurie, ist ja sozusagen die Badewanne der Pariser. Das heißt, da ist wirklich ein Badeort nach dem anderen und die Küste ist wirklich, es ist schön und für 'n Badeurlaub super geeignet, aber es ist halt auch wirklich sehr voll. Und dann fährst du also in dieses Pays d'Auge, wirklich diese dreißig Kilometer ins Landesinnere. Du bist wirklich in 'ner völlig anderen Welt. Also so irre schön. Und was ich zum Beispiel ganz gerne mache, ist so kleine, äh, ist so kleine Schlösser suchen, die's da so am, am Wegesrand gibt.

Die, also nicht diese großen, riesigen Schlossanlagen, sondern halt so, so eher so kleine Schlösser oder halt auch kleine Dörfer angucken, äh, die's ja auch wirklich überall gibt und die also alle, fast alle von diesen kleinen Dörfern haben irgendwie ja was Besonderes so. Also du hältst irgendwo und gehst dann halt mal einmal durch 'n Ort und du kaufst dir irgendwo 'n Croissant oder findest 'n kleinen Laden oder sonst irgendwas. Und wie gesagt, als wir zum Beispiel im Perche waren, wo wirklich nicht viel ist, aber wir sind in wirklich unglaublich vielen Dörfern einfach gehalten, sind rumgelaufen, haben paar Fotos gemacht, haben geguckt, was gibt's da so? Und es war eigentlich auch sehr entspannend, weißt du?

Also man muss sich-- Ich bin so 'n Mensch, der sich gerne durch den Tag treiben lässt, der auch keinen Plan macht, sondern der einfach sich ins, ins Auto setzt oder ins Wohnmobil setzt oder in den Minicamper setzt und losfährt und da stehen bleibt, wo's dann halt mal gerade Klick macht, ne. Ähm, es gibt so 'n paar Orte, so 'n paar Orte, wo ich jetzt sagen würde, aha, die kennt jetzt nicht jeder. Also zum Beispiel gibt's an der Calvados-Küste den Ort Port-en-Bessin. Das ist 'n Fischerort. Der liegt so praktisch auf der Höhe von Bayeux. Den Prak-- Bayeux kennt praktisch jeder. Das ist praktisch so einer von den Mastorten, wo man auch unbedingt hin muss.

Und Port-en-Bessin steht so 'n bisschen im Schatten von allen Landungsstrandorten und so. Das liegt so zwischendrin, mittendrin und ist halt so 'n richtiger, echter, authentischer Fischerort noch. Mm, also wo die Leute auch wirklich zum Fischen rausfahren und wo das nicht nur so 'n paar Segelschiffe im, im Hafen liegen, damit du 'n schönes Fotomotiv hast, sondern wo noch richtig gearbeitet wird und wo's nach Motorenöl und Männerschweiß riecht im Hafen. Also so. Wo noch, wo du noch das Gefühl hast, das ist echt und das ist authentisch, ne. Also das ist zum Beispiel so 'n Ort, wo ich sagen würde, der ist wirklich super, super schön. Einer meiner Herzensorte, den ich also auch wirklich...

Ähm, und trotzdem kannst du, da gibt's da zum Beispiel Cafés und Restaurants direkt am Hafenbecken, wo du dann auch einfach 'n Kaffee trinken gehen kannst oder auch was Gutes essen kannst. Mm, du kannst, äh, es hat keinen richtigen Strand der Ort, aber du kannst da, wo bisschen, wenn da Ebbe ist, zum Beispiel Jakobsmuschelschalen am Strand sammeln. Und wenn du Glück hast, findest du auch die eine oder andere Versteinerung. Ist klein und fein und ist, äh, nix, überhaupt nix Aufregendes, nix, was dich sofort auf den ersten Blick anspringt, sondern so 'n Ort für den zweiten Blick. Ähm, und was, was auch so 'n Ort für den zweiten Blick ist, ist zum Beispiel Isigny-sur-Mer, was ganz viele Leute nur vom Camembert kennen.

Und wenn du an der, auf der Schnellstraße an dem Ort vorbeifährst, denkst du: „Oh Gott, ist das hässlich", weil du siehst nur die, die Fassaden von den Milchfabriken. Aber das Innere von dem Ort ist so putzig. Es hat einen winzig kleinen Hafen, es hat so'n altes Fischerviertel mit kleinen engen Gassen und du kannst ewig lang am Kanal entlang spazieren gehen und, äh, es ist wirklich nett, aber auch keine Schönheit, die dich auf den ersten Blick anspringt. Ähm, und so könnte ich dir jetzt noch fünf Orte an der Küste erzählen, die jetzt nicht so bekannt sind, ne. Also einfach, weil sie halt nicht unbedingt im Reiseführer stehen. Ähm-

Also dein Tipp wäre auch einfach dann, sich da mal auf 'n Weg zu machen, runter vom Campingplatz, 'n bisschen, bisschen durch die verschiedenen Orte stromern, an der Küste entlang oder auch ins Landesinnere und, ähm, einfach gucken auch ohne, ohne jetzt 'n bestimmtes Ziel, sondern einfach mal so'n bisschen schauen, wo's einen hin verschlägt.

Ja genau, weil, weil ich mach das so. Also ich mach das ja selbst so, wenn ich jetzt hier unterwegs, also nur mal 'n Tag unterwegs bin, ich mach keinen Plan für den Tag, sondern ich guck halt, wo ich dann rauskomme. Manchmal komme ich wo ganz anders raus als das, wo ich ursprünglich gedacht hab, da könnte ich jetzt mal hinfahren, ne. Also so. Ähm, weil du dann auch unterwegs so viel siehst und was ich halt auch den Leuten wirklich gerne an, äh, wirklich ans Herz legen würde: Hm, wann immer, wann immer ihr das könnt, lasst das Auto stehen und lauft zu Fuß. Weil die Welt sieht zu Fuß so viel interessanter aus und du kommst in Ecken, die du halt mit dem Auto überhaupt nicht siehst. Grad hier in der Normandie gibt es wirklich so viele kleine Rundwanderwege, die auch zum Teil gar, also auch dann machbar sind, wenn du, wenn du jetzt gar kein so Wanderfreak bist.

Die sind dann manchmal nur drei oder vier Kilometer lang. Das ist 'n, ist 'n kleiner Spaziergang und die führen dich dann aber zum Beispiel zu irgend'ner Naturschönheit oder führen dich um irgendeinen See rum oder, äh, durch 'n besonderes Dünengebiet oder so. Also wirklich das Auto auch mal stehen lassen und sich zu Fuß das Ganze angucken, äh, ist unglaublich schön. Ja.

Ich finde eigentlich, dass es jetzt schon 'ne ganz gute Abschlussempfehlung ist. Gibt's denn noch irgendwas, was du sonst noch den Hörerinnen und Hörern ans Herz legen möchtest? Ähm, irgendwelche Aktivitäten, die man mal gemacht haben sollte oder so was, ich weiß nicht, so was wie auf Märkte gehen, was ich zum Beispiel immer wahnsinnig gerne mache? Oder hast du da irgendwie noch was für die Region?

Ähm, unbedingt auf die Märkte gehen, alles einkaufen, was, was so geruchs... Wir wollten ja nicht mehr übers Essen reden. Ich hab's mir jetzt die ganze Zeit-

Jetzt zum Abschluss, zum Abschluss ist es in Ordnung.

Also unbedingt, also unbedingt, äh, auf die Märkte gehen, alles kaufen, was einen so anduftet. Also ich find, es ist ja so'n, so'n Erlebnis für alle Sinne und wenn ich über den Markt laufe, dann rieche ich ja auch schon, was da, was es da so gibt. Und ich kaufe ganz gern das, was, was mir so in die Nase steigt dann auch, ne. Also es, es, es steigt, äh, steigt mir in die Nase und dann muss ich das auch haben. Äh, wenn wir beim Einkaufen sind, irgendwelchen Süßkram kaufen. Äh, so Karamellzeug ist, ist, äh, mit, mit Salzbutter, ist wirklich unschlagbar lecker, unfassbar lecker. Ähm, auch, ähm, was bei den kleinen Erzeugern einkaufen, also so bei Bauer-, auf Bauernhofläden.

Ganz viele von diesen kleinen Bauernhofläden machen jetzt alle irgendwie was Besonderes, zum Beispiel auch Bauernhofeis, ne, wo wir grad bei dem Süßkram waren. Äh, Karamelleis mit Salzbutter, da, da legst du dich rein. Also es ist einfach so lecker. Also so Süßkram ist einfach, dieser ganze Süßkram ist so fein, was hier gemacht wird. Hm. Überhaupt bei den kleinen Erzeugern einkaufen. Unbedingt authentisch irgendwo essen gehen. Also in einem Restaurant, was, ähm, französische Küche anbietet. Nicht, nicht am Pizzaautomaten die Pizza ziehen, weil's so schön praktisch ist, sondern, äh, wirklich einmal, zumindest einmal richtig, äh, französisch in 'nem französischen Restaurant essen gehen, keine Angst haben vor der Karte oder sonst irgendwas.

Es ist alles lecker und gut und es ist noch keiner vergiftet worden. Hm, und es ist halt 'n Erlebnis mit den vielen Gä..., mit den mehreren Gängen und, äh, und dann halt sich da auch durchzu-- Also wirklich auch gucken, nicht nur die Hauptspeise essen, sondern 'ne Vorspeise und 'ne Nachspeise noch mit einplanen. Und wer wenig, wer ein kleines Budget hat, der kann mittags zum Beispiel, äh, in irgend so 'ner echten Dorfkneipe auch so Mittagstisch bekommen, was dann relativ günstig ist und wo dann zumindest zwei Gänge schon mal im Preis enthalten sind und meistens sogar dann noch 'n Glas Cidre dabei ist oder so. Also für relativ kleines Geld. Wäre jetzt noch so, was man unbedingt gemacht haben muss und, hm, unbedingt in die Dünen sitzen und aufs Meer gucken.

Nicht zu viel in den Tag reinpacken, sondern genießen, so gut wie das geht und sich auf diese etwas langsamere Lebensart hier einlassen. Ja.

Wunderbar, dem hab ich nichts, aber auch gar nichts mehr hinzuzufügen. Sebastian, du darfst die Abmoderation machen.

Tatsächlich waren das auch alle so Fragen, die mir so im Kopf rumgeschwirrt sind. Ähm, von daher war das ein sehr, sehr schöner Ausflug noch mal in, in die Gegend. Vor allen Dingen auch noch mal mit vielen Tipps, die halt abseits des, äh, ich besuch die, die klassischen Touristenattraktionen quasi ist, ähm, die, die ja man in jedem Reiseführer findet. Ähm, vielleicht an der Stelle auch noch mal der Hinweis auf die Seite von, von, ähm, dir, die wir auf jeden Fall in den Shownotes ja verlinken, hat Nele vorhin gesagt. Und auch vielleicht die Touren, die du anbietest, die ja dann auch noch mal, wie ihr jetzt gehört habt, ein bisschen anders sein können als die klassische „Ich guck mir einfach die schönen Touri-Sachen an". Ich-- Da bin ich nämlich auch großer Fan von, so 'n, so bisschen eher das zu machen, was nicht jeder sieht und nicht jeder unbedingt sehen soll und will.

Und, äh, von daher war das ein sehr, sehr spannender Einblick. Ähm, vielen Dank dafür. Ähm, also bei uns steht jetzt erst mal ganz viel Veränderung an, äh, mit, mit wieder Umzug nach Deutschland und so weiter, aber ich bin mir sicher, so wie das auch eingangs quasi als, als ich Normandie und Nordfrankreich gedacht habe, ich dieses, ne, diese, diese Garnelen und den Sidra, auch wenn er, wenn da jetzt der Käse gefehlt hat und der Rotwein, ähm, wie ich den im Kopf hatte, weiß ich, dass es uns da auch wieder hinziehen wird, wenn wir dann wieder, äh, quasi campingmäßig unterwegs sind und da freue ich mich sehr drauf, äh, wieder in der Gegend zu sein. Von dem her vielen, vielen Dank für den Einblick und wenn ihr da draußen, liebe Hörer und Hörerinnen, noch Fragen habt, vielleicht auch an die Barbara, ähm, dann gern her damit, podcast@camperstyle.de.

Schickt uns da 'ne E-Mail hin oder nutzt einfach den Shownotes, unseren WhatsApp-Link. Da könnt ihr uns 'ne Sprach- oder Textnachricht schicken und dann leiten wir das gerne auch, wenn wir es selber nicht beantworten können, an die Barbara weiter, dass ihr da dann noch mal die Informationen kriegt. Ja, vielen Dank, dass du hier warst. Ähm, ich übergebe das Wort an Nele.

Ja, ich hab ja schon gesagt, ich, ähm, hab eigentlich gar nichts mehr dem, was Barbara gesagt hat, hinzuzufügen. Das entspricht genau auch so meiner und unserer Herangehensweise an, ans Entdecken und an, ähm, ja, Länder zu bereisen. Und von daher ganz, ganz lieben Dank, Barbara, dass du zu uns gekommen bist und dass du uns auch wirklich so anschaulich hast, ähm, ja, teilhaben lassen auch an deinem Leben, was du ja in dieser schönen Region führst. Und wir verabschieden uns schon mal. Abonniert unseren Podcast, damit ihr auch die nächsten Folgen immer als Erste in euren Feed gespült bekommt. Und Barbara, du hast das letzte Wort. Kannst jetzt noch mal dich an unsere Hörerinnen und Hörer richten.

Also erst mal bedanke ich mich, dass ich hier sein durfte. Es war total spannend und schön, mit euch zu reden. Also es war echt, ähm, richtig, richtig toll und, ähm, wer immer da jetzt zuhört, ihr dürft euch auch gerne an mich persönlich wenden. Ich helf euch auch persönlich weiter mit, wenn ihr jetzt mit der Urlaubsplanung nicht weiterkommt oder wenn ihr 'ne konkrete Frage zu dem habt, was wir jetzt heute da, äh, besprochen haben. Ähm, und dann hoffe ich, dass ich euch alle wiedersehe hier in der Normandie und wünsche euch bis dahin à bientôt.

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