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Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele und heute mal wieder ohne Sebastian am Start, dafür aber mit einem lieben alten Bekannten, nämlich Dieter Schäffler von der AMV. Ähm, ihr kennt ihn sicherlich schon aus etlichen anderen Folgen zum Thema Versicherungen und wir hatten vor ein paar Wochen schon gemeinsam eine Folge aufgenommen, wo's um Versicherungen, Versicherungen für Mietwohnmobile ging. Und da hatten wir das Ganze aus Mietersicht betrachtet. Heute schauen wir uns die Vermietersicht an, also welche Versicherungen brauche ich, wenn ich ein Fahrzeug vermieten möchte. Herzlich willkommen, Dieter. Du bist ja hier im Studio schon fast zu Hause, aber stell dich doch trotzdem noch mal bitte ganz kurz den Leuten vor, die dich vielleicht noch nicht kennen.
Ja, schönen guten Morgen, Nele. Äh, guten Morgen kann man ja sagen, ne. Ist immer noch so früh, dass man noch guten Morgen sagen kann.
All.
Ja, ich freu mich, dass ich, äh, heute mit dir noch mal über dieses Thema auch der privaten Vermietung sprechen kann und was man denn dann auch so benötigt oder vielleicht auch nicht benötigt und worauf man achten mag, wenn man privat vermietet. Ja, Dieter Schäffler, bin Geschäftsführer der AMV MMV. Mittlerweile, ich muss mal ein bisschen überlegen, 19 Jahre im Unternehmen, hab bald das 20-jährige hier und bin, äh, ein Stück weit auch verantwortlich, grade auch für den Bereich, äh, der Selbstfahrervermietfahrzeuge, ähm, neben dem privaten Kundenbereich und versuche hier paar Tipps zu geben oder auch ein paar Hinweise zu geben, worauf man denn achten mag, wenn man grade in den Bereich der privaten Vermietung einsteigen mag.
Ich stell dir mal eine etwas provokante Eingangsfrage: Würdest du dein privates Wohnmobil oder deinen privaten Wohnwagen vermieten?
Ja, ist, ähm, 'ne direkte Frage. Da geb ich auch eine direkte Antwort drauf: Nein.
Okay, das hatte ich jetzt nicht erwartet. Ich wollte jetzt grade schön ausholen. Ähm, magst du's 'n bisschen erläutern, warum nicht? Was, was dich davon abhalten würde?
Das ist aber jetzt auch meine persönliche Einstellung dazu und, ähm, das, das mag daran liegen, dass man natürlich schon ein paar Erfahrungswerte hat, grade in, in dem Bereich der, der Vermietung, selbst dann, wenn's gewerbliche Fahrzeuge sind, ähm, weil ich einfach aus meiner persönlichen Empfindung heraus einfach sagen kann, dass wenn ich mir was anschaffe, was einen gewissen Wert darstellt, ähm, dann bin ich schon der Auffassung, dass diese, äh, private Anschaffung ich nicht unbedingt zwingend dann an, an Personen weitergeben möchte, die das für eine gewisse Zeit nutzen und, äh, worauf ich nicht zwingend darauf vertrauen kann, dass das, was ich an Personen weitergebe, auch genauso wieder zurückbekomme, wie ich's habe.
Im Zweifel hab ich darauf gespart. Ich erfülle mir einen Wunschtraum, ähm, möchte damit fahren und, äh, dann krieg ich dieses Teil zurück und dieses Teil ist dann beschädigt. Nicht nur vielleicht außen, sondern auch vielleicht innen. Und, äh, nicht jeder, dem ich das anvertraue, ähm, von dem weiß ich 100%, ob er's auch so wiederbringt. Und, ähm, die, die Verärgerung, äh, ist extrem groß und dann würde ich auch auf den finanziellen Vorteil, den ich erzielen kann, deutlich verzichten. Aber das ist meine persönliche Meinung. Da mag jeder eine andere Meinung zu haben. Gibt auch Aussagen wie: „Okay, es steht eh nur die Hälfte der Zeit rum, also da kann ich's auch abgeben, verdien ich 'n bisschen Geld damit." Klar, keine Frage, ne. Aber im Grunde her, ähm, steck ich nie drin, ob dieses Fahrzeug nicht doch dann verunfallt zurückkommt oder aber, ähm, auch von innen nicht so behandelt wird, wie ich es tun würde, äh, wenn ich, äh, etwas miete oder mir etwas leihe, ne.
Also es geht ja da um die Vermietung, nicht um die Leihe. Vermietung ist ja, äh, entgeltlich und Leihe ist unentgeltlich, ne. Also von daher, ähm, jetzt hab ich mich schön ausgeführt, aber die Frage: Nein, ich würd's nicht tun.
Okay. Nichtsdestowener, nichtsdestoweniger gibt's ja viele Leute, die das trotzdem tun. Ähm, ich kenn auch selber ein paar, die das sehr erfolgreich machen und mittlerweile auch von der kleinen Privatvermietung mit einem Fahrzeug wirklich schon so ein Kleingewerbe haben mit vier, fünf Fahrzeugen, weil's bei denen eben ganz gut funktioniert. Und da würde ich jetzt auch gerne einsteigen, ähm, zunächst mal in die Unterscheidung zwischen einer privaten Vermietung und einer gewerblichen Vermietung. Ähm, welche Versicherungen brauche ich denn bei der privaten Vermietung unbedingt? Und im zweiten Schritt schauen wir dann, welche wären ratsam, aber sind vielleicht auch optional.
Also im Prinzip ist ja so, in dem Moment, wo ich, ähm, mein Fahrzeug vermiete, sei es nur für einen kurzfristigen Zeitraum, äh, muss dieses Fahrzeug ja einen besonderen Versicherungsschutz haben, weil der Verwendungszweck ein anderer ist. Es ist nicht die reine private Nutzung, sondern es ist die gewerbliche Nutzung. So. Jetzt stellt sich immer die Frage, ob dieses Fahrzeug als Selbstfahrervermietfahrzeug an- oder umgemeldet werden muss. Das macht man ein Stück weit auch davon abhängig, wie hoch die, die Nutzungs-, äh, -auslastung eines solchen Fahrzeugs ist und da sollte man sich halt immer mit der Zulassungsstelle in Verbindung setzen, weil, ähm, genau das, ähm, würde ja zu dem Punkt führen, wenn ich das Fahrzeug auch als Selbstfahrervermietfahrzeug komplett das ganze Jahr zulassen muss, obwohl ich es vielleicht nur zehn Tage oder 14 Tage in die, in die Vermietung gebe, ähm, dann stellt sich die Frage: Muss ich es als Selbstfahrervermietfahrzeug zulassen?
Zumal ja die Vorschriften bei einem Selbstfahrervermietfahrzeug etwas anders sind. Äh, das muss also meines Wissens jedes Jahr zum, zum TÜV, ja, während ein privat genutztes Fahrzeug eben eine längere Frist hat, ne, unabhängig davon. Und es muss als solches versichert werden als Selbstfahrervermietfahrzeug und das kann man dann punktuell, ja. Und der Versicherer spricht dann immer Ähm, pro rata, das heißt pro Tag kann ich eine entsprechende Abrechnung machen. Es gibt Versicherungen, die dann diesen Versicherungsschutz für den Mieter beziehungsweise für den Vermieter als sogenanntes Selbstfahrervermietfahrzeug anmieten. Das bedeutet, dass ja das Fahrzeug einen Versicherungsschutz hat für die privaten Fahrten, die ich als Vermieter tue, einen Versicherungsschutz und in dem Zeitraum, wo ich es vermiete, also selber nicht nutze, der Verwendungszweck sich verändert, nämlich dann in die Vermietung geht, in die gewerbliche Vermietung, ich erziele ja Einnahmen, muss ich jetzt als Selbstfahrervermietfahrzeug versichern und dieser spezielle Versicherungsschutz wird dann im Prinzip über den noch vorhandenen privaten Versicherungsschutz drübergestülpt.
Sollte ein Schaden passieren, um das noch mal auszuführen, sollte ein Schaden passieren, wird immer der Versicherungsschutz, der für dieses Selbstfahrervermietfahrzeug über den privaten Versicherungsschutz drübergestülpt wird, gezogen. Der private Versicherungsschutz heißt, die Selbstbeteiligung aus dem Privatversicherungsvertrag, die eventuelle Rückstufung, wenn's ein Vollkasko oder ein Haftpflichtschaden ist, äh, bleibt komplett unberührt.
Mhm.
Also man muss das Fahrzeug auch als Selbstfahrervermietfahrzeug versichern, wobei da die Konditionen natürlich deutlich höher liegen, als wenn ich im privaten Bereich bin.
Jetzt hatte ich ja schon gesagt, wir schauen uns die private Vermietung und die gewerbliche Vermietung an. Wann bin ich denn überhaupt noch ein privater Vermieter und wann bin ich ein gewerblicher Vermieter? Hängt das an mit, äh, ab von der Anzahl der Fahrzeuge oder von der Vermietdauer pro Jahr? Oder wie, wie muss ich mir das vorstellen?
Also grundsätzlich bewegt man sich immer noch so 'n bisschen in der Grauzone, ne, bei 'ner privaten Vermietung. Also, mm, das hat auch 'n bisschen was mit dem Steuerrecht zu tun und da würd ich also immer, immer empfehlen, wenn man in diesem Bereich einsteigt, sich mit dem Steuerberater in Verbindung zu setzen, damit man später bei möglichen Abrechnungen über das Finanzamt keine Probleme bekommt. Also es gibt so 'ne Faustformel, die sagt, diese private Vermietung grenzt sich von der gewerblichen Vermietung insofern ab, dass man sagt, dass die private Vermietung ja eigentlich im Prinzip nur dazu dient, meine laufenden Kosten, die ich für das Fahrzeug habe, ins Verdienen bringe. Heißt Versicherungen, Steuern, Unterhalt, vielleicht auch 'n Stück weit die Finanzierung, damit sich diese laufenden Kosten amortisieren.
Sobald ich in die Gewinnzone komme, mach ich eine sogenannte Gewinnerzielung. Die Gewinnerzielung muss ich logischerweise versteuern und dann bin ich nicht mehr der private Vermieter, so, sondern ich bin der gewerbliche Vermieter. Aber w-wir bewegen uns hier ein Stück weit in der Grauzone, ja. Wenn ich eine reine gewerbliche Vermietung betreibe, dann wird das Fahrzeug ja generell nicht privat genutzt, sondern es ist ein reines Selbstfahrervermietfahrzeug und wird durchgängig das ganze Jahr als solches auch, äh, entsprechend vermietet, ja. Das heißt, wenn ich jetzt beispielsweise eine eigene Homepage habe und auf dieser Homepage zwei, drei, vier Fahrzeuge anbiete, dann bin ich der gewerbliche Vermieter, dann bin ich nicht mehr der private Vermieter. Wenn ich aber mein Fahrzeug privat inseriere oder mich auf dem einen oder anderen Portal einklinke, bei dem eine private Vermietung angeboten wird, ähm, dann bin ich für diesen Zeitraum der private Vermieter, so, und dann stellt sich die Frage: Hab ich dadurch eine Gewinnerzielung, ja?
Also mach ich dann durch einen, einen tollen Reingewinn oder sind das, dient das nur zur Amortisierung meiner laufenden Kosten? Noch mal Empfehlung: Immer da den Steuerberater fragen, damit hinterher nicht das böse Erwachen kommt und das Finanzamt dann mit einer schönen Nachzahlung winkt, ne.
Ja, und ganz wichtig auch, ähm, das müssen wir immer bei solchen Themen dazu sagen, wir können und dürfen auch keine steuerliche, keine steuerlichen Auskünfte geben. Daher eben von dir auch jetzt nur der Hinweis: Bitte Steuerberater konsultieren, ähm, weil es, also ich bin sicher, dass es auch wie bei anderen Themen ist, dass das auch teilweise von Finanzamt zu Finanzamt 'n bisschen unterschiedlich betrachtet werden kann. Wir sehen das ja auch bei unserem Job, dass es da durchaus unterschiedliche Auffassungen gibt, ähm, je nachdem, ob man in Nordrhein-Westfalen oder in Bayern irgendwo sitzt.
Ja, es kommt auch, es kommt auch 'n Stück weit darauf an, wie viel Tage vermiete ich denn, ne? Es gibt also sicherlich auch Rechtsprechungen dazu, die sagen, wenn man jetzt nur bis zu einer gewissen Anzahl von Tagen im Jahr vermietet, ne, kann das ja bedeuten, dass die Anzahl der Tage zwar sehr gering sind, aber aufgrund des hohen Mietpreises, äh, dieser, dieser Betrag schon ein höherer Betrag ist, als dass ich zur Amortisation meiner Kosten aufwende, ne. Also wie gesagt, das ist sehr komplex, das Thema und, ähm, man kann damit Geld verdienen, keine Frage, ne. Unabhängig jetzt mal von meiner subjektiven Einstellung dazu, man kann damit Geld verdienen, grade dann, wenn man das Fahrzeug nicht nutzt. Aber, ähm, das kann auch Nachteile mit sich bringen und da würd ich einfach empfehlen, äh, sich zu erkundigen und, ähm, dann kriegt man 'ne sicherlich verlässliche Aussage und danach kann man sich dann auch entsprechend richten, ne.
Genau und kann sich dann eben überlegen, ob sich dann auch der Aufwand lohnt für vielleicht sehr kleine Gewinne, den ganzen, ähm, Heckmeck mit Finanzamt und was damit alles zusammenhängt, Gewerbeanmeldung und so weiter zu machen oder ob man sagt, dann, dann lass ich's halt lieber. Jetzt hattest du schon die Selbstfahrervermietversicherung angesprochen. Ich mein, wir brauchen nicht darüber sprechen, dass so 'n Fahrzeug natürlich auch immer haftpflichtversichert sein muss, weil sonst darf's ja überhaupt nicht im Straßenverkehr bewegt werden. Das hatten wir ja auch in der letzten Folge schon mit angesprochen und das ist ja für jedes Fahrzeug, was in Deutschland irgendwie genutzt wird, sowieso Vorschrift. Gibt's denn noch andere Versicherungen, die vielleicht vorgeschrieben sind oder wo du sagen würdest, die sind nicht irgendwie rechtlich bindend, aber ich würde dringend empfehlen, die zu machen?
Also rechtlich bin ist ja nur die Haftpflicht, ne, Kraft Gesetzes. Was andere ist ja dann entscheidend des, des Vermieters. Wobei jeder Vermieter, der, äh, mhm, noch ein anschafft, äh, natürlich auch im Rahmen seiner Finanzierung das eine oder andere machen sollte oder vielleicht sogar vorgeschrieben bekommt, nämlich eine Vollkaskoversicherung für das Fahrzeug. Eine Vollkasko beinhaltet ja auch die Teilkaskoversicherung. Da gibt's ja den einen oder anderen Versicherer. Wir machen's ja ebenfalls über die MMV, dass wir den Versicherungsschutz für Selbstfahrer, Vermietfahrzeuge an-anbieten, ähm, wobei wir keine einzelnen Fahrzeuge eindecken, sondern nur dann, wenn's wirklich rein gewerblich ist. Ähm, so und, ähm, auf der anderen Seite ist es so, dass man noch Zusatzversicherungen dafür abschließen kann, ne. Das heißt also, empfehlenswert ist immer ein Schutzbrief, wenn das Fahrzeug mal liegen bleibt.
Grade dann, wenn ein Vermieter mit dem Fahrzeug unterwegs ist, äh, oder auch einen speziellen Schutzbrief, wenn man einen Schaden im Ausland hat, äh, einen Verkehrsunfall im Ausland, geht's ja die Schadenregulierung aus. Empfehlt sich sicherlich auch 'ne Rechtsschutzversicherung abzuschließen, ne. Also 'ne Vermieterrechtsschutz. Ähm, sind natürlich auch nicht unerhebliche Kosten, ja. Also das muss man immer wissen und die müssen sich auch dann erst mal gewinnbringend niederschlagen.
Mhm.
Dann gibt's so was wie eine sogenannte Fahrerschutzversicherung für jeden berechtigten Fahrer. Wir sagen immer, das ist ein Goodie für den Mieter, ja. Weil dadurch, dass ich einen solchen Versicherungsschutz habe, sage ich die Mieter: „Pass auf, wenn dir was passiert und du bist jetzt selber schuld und erleidest dadurch einen Unfall, bist verletzt, bekommst du aus der Fahrerschutzversicherung heraus eine Entschädigungsleistung." Und, äh, was wir besonders wichtig empfinden, ist, äh, auch ein, ein Punkt, äh, wollen wir mal darauf hinweisen, auch bei gewerblichen Vermietern, ist eine sogenannte Veruntreuungsversicherung. Veruntreuung bedeutet Unterschlagung, ne. Man leiht sich ein Fahrzeug, Quatsch, man vermietet ein Fahrzeug. Leihen ist ja unentgeltlich. Man vermietet ein Fahrzeug und, äh, derjenige, der das Fahrzeug dann gemietet hat, bringt es nicht wieder.
Also er unterschlägt das Fahrzeug. Das kann natürlich, äh, ganz schön böse enden und, äh, vor allen Dingen, äh, die finanziellen Nöte sind dann sehr groß. Grade angeschafft, hab finanziert und plötzlich sind dann sechzig, siebzigtausend Euro einfach weg. Ja.
Und das würde dann nicht von der Kasko gedeckt, weil's kein Diebstahl ist.
Korrekt, das ist, das ist halt kein Diebstahl. Das Fahrzeug ist ja nicht von einer dritten Person entwendet worden, sondern ist von dieser Person, ja, ich sag mal, enteignet worden, indem er's einfach nicht wiederbringt, ja. Da hat sich, dass jemand so schön sagt, komplett den Nagel gerissen, ne. Ja.
Liest man immer wieder. Also kommt auch bei Probefahrten immer mal wieder vor, aber auch bei, bei, ähm, Vermietungen. Deswegen ganz wichtiger Hinweis, dass es eben einer zusätzlichen Versicherung bedarf. Die Versicherung für oder gegen, besser gesagt, Unterschlagung. Du kannst jetzt wahrscheinlich keine konkreten Preise nennen, aber mal so, so in etwa, wenn du jetzt sagst, ähm, ich hab mein Fahrzeug Vollkasko versichert. Welcher Prozentsatz in etwa kommt dann noch mal drauf für 'ne Unterschlagungsversicherung? Oder wie heißt, heißt die Unterschlagungsversicherung?
Ja, und Veruntreuung. In, in der Sprachgebrauch der Versicherer spricht man immer von einer Veruntreuungsversicherung.
Okay.
Aber, ähm, Unterschlagung trifft ja das Gleiche. Das kommt immer auf, auf, auf verschiedene Faktoren an, ne. Was versichere ich? Wie versichere ich? Kommt's auf den Wert des Fahrzeugs an? Wie gestalte ich den Versicherungsschutz? Kann man in Prozenten nicht ausrechnen. Meistens gibt's bei Versicherungen eine sogenannte Stückprämie. Das heißt, man versichert unter Umständen nach Fahrzeug dreihundert, vierhundert, fünfhundert Euro im Jahr als Prämie für die reine Veruntreuung des Fahrzeugs, wobei man da nicht die Fahrten eingrenzt, ne, sondern oder die Vermietungen eingrenzt, sondern eher so das Thema: Dieses Fahrzeug ist, äh, für die Zeit, wo es zugelassen ist, ist egal, wie viel Fahrten mit dem Fahrzeug, äh, stattfinden im Rahmen dieser Veruntreuungsversicherung, äh, versichert. Also prozentual kann man da wenig sagen.
Also viel arbeitet man an der Stückprämie. Wie gesagt, das, da sollte man sich bei 'nem Versicherer erkundigen, der dann auch diese Veruntreuungsversicherung anbietet. Meines Wissens tun's auch nicht so viele auf dem Markt, ne. Ja.
Habt ihr eine?
Wir bieten, wir bieten das an, ne, im Rahmen einer gewerblichen Vermietung. Und, äh, grade dann, äh, also wie, wie wir sagen also ganz klar, ähm, wir empfehlen diese Veruntreuungsversicherung. Wir haben, also muss, muss dazu sagen, wir decken ja im gewerblichen Bereich, ähm, knapp vierzig Prozent des gesamten Marktes ein. Also wir haben da schon einen gewissen Erfahrungswert. Also auf Druck, auf Druck vieler Vermieter haben wir zwei Tarife, nämlich einmal nur die Kasko- und die Haftpflichtversicherung, genau dann, wenn man's recht günstig machen will und einmal ein Paket, äh, wo wir dann auch den Schutzbrief drin haben, den Fahrerschutz und die Veruntreuung in einem Paket. Und, ähm, ich bin jemand, der sagt, ich biete nahezu fast nur grundsätzlich das zweite Paket an, nicht das Erste, ne.
Weil das aus meiner Sicht am falschen Ende gespart ist, grade dann, wenn man ein Start-up hat. Ne, man macht drei Fahrzeuge, vier Fahrzeuge, gibt die in die Vermietung, man möchte ja Geld sparen. Natürlich ist das Versicherungspaket mit den weniger Komponenten natürlich günstiger. Aber auf der anderen Seite, grade dann, wenn ich Start-up bin und ein Fahrzeug wird veruntreut, habe ich schon ein riesiges Problem am Weilen. Und dann ist es aus meiner Sicht am falschen Ende gespart. Oder ein spezieller Schutzbrief, das Fahrzeug kann nicht zurückgeholt werden und, ähm, das Fahrzeug hat einen Schaden erlitten und es ist ein sehr aufwendig, die Schadenregulierung über den ausländischen Versicherer zu bekommen. Klar, dann gehe ich über meine eigene Vollkaskoversicherung und dann kommt ein großer Punkt, der sehr oft unterschätzt wird, weil wenn man dann über seine eigene Vollkaskoversicherung gehen muss, weil man von dem ausländischen Versicherer nicht das bekommt oder so schnell das bekommt, was man haben will, damit man in die Folgevermietung gehen kann.
Man möchte ja ein bisschen auch Umsatz machen. Ist einfach, dass dies ein Schadenfall im Rahmen der Vollkaskoversicherung ist. Und hab ich viele Schadenfälle, dann überlegt der Versicherer natürlich grad in dem Bereich der Vermietung, ist das ein Kunde, der für uns rentabel ist. Und dann spricht man im Versicherungsbereich von einer sogenannten Sanierung. Da wird gegenübergestellt, wie viel Einnahmen hab ich bei dem Kunden und wie viel Ausgaben hab ich bei dem Kunden. Hab ich also viele Schäden, hab ich viele Ausgaben. Und die Fahrzeuge sind sehr oft unterwegs und nicht jeder geht mit diesem Fahrzeug so sorgsam um, wie ich das als Privatperson tun würde. Weil ich hab's ja gemietet, hab eine gewisse Kaution gezahlt und ich bin ja im Prinzip nur für meine Kaution haftbar zu machen. Ja, so. Und von daher wird der Vermieter eine Vollkasko haben und dann kann er das über seine Vollkaskoversicherung abwickeln, unternehmerisches Risiko.
Mhm.
Von daher sollte man da nicht am falschen Ende sparen.
Und ich könnte diese Veruntreuungsversicherung aber auch als Privatvermieter bei euch abschließen?
Nein.
Oder auch bei anderen?
Bei anderen vielleicht, bei uns nicht, weil wir diese private Vermietung, äh, denken wir nicht ein. Das heißt, wir versichern zwar den Versicherungsschutz für den Kunden als Privatfahrer, ja, Privatkunde.
Mhm.
Vermietet er es aber als Selbstfahrervermietfahrzeug privat, bieten wir den Versicherungsschutz für einzelne Fahrzeuge nicht an.
Okay.
Liegt auch zum Grunde daran, dass die Schadenfälle grade im Bereich der privaten Vermietung aus unserer Sicht, wir haben da auch ein paar Erfahrungswerte, wir haben's mal getan bis vor einigen Jahren-
Mhm
... ähm, sehr hoch sind, weil wie gesagt, komme ich zurück zur Eingangsfrage, ob ich's privat tun würde. Nein, Erfahrungswerte einfach die sind, dass, äh, die Schadenfälle schon sehr hoch sind und das sehr oft unterschätzt wird.
Das find ich wirklich sehr überraschend. Ich hätte es genau umgekehrt vermutet. Also ich hätte vermutet, dass man als Kunde, Kundin mit dem Fahrzeug von 'ner Privatperson, was ja dann auch teilweise sehr liebevoll eingerichtet ist und wo man ja weiß, das sind die eigenen Fahrzeuge, die diese Person auch für ihre Urlaube und für ihre, ähm, Reisen nutzt, dass man damit sehr viel pfleglicher umgeht als in so 'nem anonymen Betrieb, wo man weiß, ja, ist eigentlich, na egal nicht, aber läuft halt so durch. Also das ist eine spannende Erkenntnis für mich grade.
Ja, das ist halt, ist halt immer so sind der Erfahrungsweg, den man hat. Das kann durchaus sein, dass ich als privater Vermieter ein Jahr keine Probleme habe und auch der, mit dem ich den Kontakt habe, ein sehr netter Mensch ist, eine sehr nette Familie ist. Man ist auf einer Wellenlänge und man hat keine Probleme, das Fahrzeug herauszugeben. Es kann aber genauso gut sein, dass es im zweiten Jahr gut geht, aber im dritten Jahr kommt dann der große Schaden. Da sieht das Fahrzeug nicht nur von außen, sondern von innen auch ziemlich demoliert aus.
Ja.
Das kann auch bei der ersten Fahrt passieren, weil auch das, was unterschätzt wird, ist also zwei Faktoren. Der erste Faktor ist: Bin ich Profi genug, um demjenigen, dem ich das Fahrzeug vermiete, eine komplette Einweisung in das Fahrgeschehen zu geben? Dann muss ich versuchen zu ergründen, ist der, der das Fahrzeug dann, dann auch mietet, hat der genug Fahrpraxis? Kennt er sich mit dem Fahren eines solchen Fahrzeugs aus? Ich bring immer das, das Beispiel dazu, dass man ein Fahrzeug mietet und, äh, ganz, ganz lustigerweise der Mann einen auf dicke Hose vor seiner Frau macht und die-
Ja
...Frau kann überhaupt mit dem Fahrzeug fahren. Der Mann, da ist alles kein Problem, krieg ich locker hin. Ja, umgekehrt, äh, will er vor seiner Frau nicht zugeben, dass er doch das ein oder andere Problemchen hat. Man mietet das Fahrzeug, der Vermieter ist froh, hat dann auch die Dollarzeichen in den Augen stehen. Er kann 'ne Vermietung durchführen, auch noch für 14 Tage. Supernette Familie, alles gut. Dann auf der ersten Fahrt zurück, äh, muss rückwärts einparken. Der Mann unterschätzt das. Die Frau weist ihn zwar ein, aber laut Aussage des Mannes hat die Frau falsch eingewiesen. Der, der Streit ist vorprogrammiert. Das Fahrzeug fährt den Spiegel ab und ich bin gerade mal vielleicht 70 oder 80 Kilometer bis zum ersten, äh, Stellplatz gefahren. Ähm, und da passiert genau das, was nicht passieren soll. So, und dann weiß man nicht, was in den restlichen zwölf Tagen der Vermietung auch noch passiert. Ähm, oder ich lass den Stücke, den Schlüssel in der Heckklappe stecken und mach die Heckklappe auf und der Schlüssel steckt noch.
Das sind so, oder tank ich richtig oder wie verhalte ich mich innen? Also man kann es endlos so weitermachen und allein die Einweisung dauert natürlich schon im, im gewerblichen Bereich etwas länger, weil das Profis sind und die genau wissen, wo sind die Haken und Ösen bei jemand, der das Fahrzeug mietet. Natürlich kann der, der das Fahrzeug mietet, falsche Angaben machen. Ja, hab ich schon dreimal gemacht. Ich kenn mich damit aus, äh, bin so 'n Fahrzeug schon mal öfter gefahren. Alles gut, alles schön, ja. Ähm, aber man kann ihm nur, wie man so schön sagt, vor den Kopf gucken. Man weiß es nicht hundertprozentig, ja. Und das ist so.
Ja, und man muss ja auch dazu sagen, es ist ja auch jedes Fahrzeug anders, ne. Und grade auch in der Privatvermietung haben die Fahrzeuge ja häufig viele Macken, weil die ja auch schon was älter sind, auch im Gebrauch sind, ähm, bei den Leuten selbst. Wir hatten das auch, wir mieten ja auch immer mal wieder privat. Ähm, und da ist dann bei dem einen darf sie das Dachfenster nicht öffnen, bei dem anderen klemmt das, äh, Ausstellfenster, beim nächsten ist die Antischlingerkupplung hakelig und da geht natürlich dann auch schnell was kaputt, wenn man das halt nicht alles weiß oder vielleicht auch bei der Einweisung als Nutzer nicht so gut aufgepasst hat, weil man müde ist oder aufgeregt oder sonst was.
Genau.
Deswegen sagen wir den Leuten auch immer und das würde ich als Vermieter auch so weitergeben, dass die Mieterinnen und Mieter mindestens anderthalb Stunden bis zwei Stunden rein für die ganze Übergabe in, ähm, in ihrem Plan einkalkulieren sollten und eben das nicht schon als Urlaubstag verplanen sollten.
Also sehe ich genauso und, äh, im gewerblichen Bereich gibt's ja, ähm, bei größeren Firmen mehr Personen, die, die sind nur für die reine Vermietung zuständig, ja. Die kennen sich-
Ja
...explizit damit aus und die wissen auch genau, worauf man, worauf man Wert legt. Und das ist immer so, so 'n Haken dabei, jetzt hat man längere Zeit keine Vermietung gehabt, dann ist man ja froh, wenn dann jemand kommt und das Fahrzeug mietet, ja. So und dann hat man so ein bisschen Bauchschmerzen, ob das denn dann gut geht. Ach, es wird schon gut gehen und es ist dann leider Gottes nicht gut gegangen. Also es ist, ist wie gesagt eine, eine Grauzone, in der man sich bewegt. Es kann gut gehen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht gut geht, sind einfach auch dann nur Erfahrungswerte, ähm, die ich gemacht hab oder die wir gemacht haben hier als Unternehmen, als wir mal den Versicherungsschutz für die private Vermietung angeboten haben. Ist schon ein paar Jahre her, ja.
Ja, ich erinnere mich dunkel. So sind wir ja auch immer mal wieder zusammengekommen.
Genau.
Ähm, das heißt also, wenn ich jetzt ein neuer Vermieter bin und vielleicht noch wenig Erfahrung habe, vielleicht entweder wirklich sich vorher gut überlegen, was möchte ich bei der Übergabe alles abhandeln? Was lasse ich mir auch unterschreiben? Wo gebe ich Checklisten mit aus? Wo gebe ich vielleicht auch schriftli-schriftliche Informationen dem Mieter mit? Oder dann eben die ersten Vermietungen, bis man Erfahrung gesammelt hat, über ein Portal abwickeln. Wir können's ja auch, wir können ja auch Namen nennen. PaulCamper ist zum Beispiel so ein Portal. Yescapa ist so ein Portal. Ähm, was haben wir denn noch, Dieter? Du, ich hab's grade nicht aufm Schirm.
Die beiden, die beiden würden mir jetzt aus, aus dem Stegreif einfallen, ne.
Und die bieten eben auch Hilfestellung. Das heißt, bei denen gibt's fertige Verträge, bei denen gibt's, ähm, auch Checklisten, soweit ich weiß. Ich hab da nie vermietet, aber ich kenn's halt als Mieter, ähm, dass, dass die sehr viel Unterstützung leisten, auch in, in rechtlichen Fragen und viel beraten im Vorfeld auch schon, ähm, wenn jemand sich interessiert, dort Kunde zu werden. Natürlich kostet das Geld. Das heißt, das geht dann alles von den, äh, vom Gewinn oder von den Einnahmen eben wieder ab, diese Provision, die die Plattform verwendet. Aber dafür habe ich halt auch 'ne richtige Anleitung, wie ich so ein Vermietgeschäft abwickele. Also, ähm, da vielleicht sich dann einfach mal erkundigen und schauen, ob das, ähm, ob das hilfreich sein könnte. Und dann kann man da ja mal ein Jahr oder zwei bei bleiben. Und wenn man sieht, okay, es läuft alles ganz gut, dann, ähm, kann man ja immer noch sagen, ich mach das jetzt auf eigene Rechnung.
Korrekt. Also genauso würde ich's auch machen und, äh, vor allem sind dann Hilfestellungen, wenn ich da ein bisschen Erfahrung gesammelt habe. Vielleicht gibt's ja auch Erfahrungsberichte, Erfahrungswerte, worauf man nicht. Sicherlich bin ich, wenn ich Privatvermieter auch schon mal Mieter gewesen und weiß, äh, worauf ein Vermieter dann entsprechend abzielt. Aber wenn ich's dann selber mache und selber dafür verantwortlich bin, ist das immer eine ganz andere Geschichte, ne.
Ja, auf jeden Fall. Also ich, ich wirklich jetzt als, wir sind jetzt 15 Jahre Camper bald, aber ich würd's mir jetzt im Moment immer noch nicht zutrauen, so aus dem Stegreifen ein Fahrzeug zu vermieten und alles richtig zu machen, obwohl wir da immer wieder auch Kontakte hatten in, in diesen Bereich rein. Jetzt haben wir viel über die Übergabe, äh, geredet, also was, ähm, dass man eben alles genau erklären sollte und dass man sich Zeit nehmen sollte. Aber ich muss ja als Vermieter auch noch ein paar andere Sachen abprüfen, bevor ich so ein Fahrzeug übergebe. Und da würde mich mal interessieren, was davon versicherungsrelevant ist. Also, äh, Stichwort Führerschein, Alter. Muss ich mich nach der Fahrpraxis erkundigen? Wie kann ich sicherstellen, dass ich nicht angelogen werde? Was würdet ihr oder was würdest du da empfehlen?
Worauf soll ich da genau gucken?
Also vieles ist ja rein subjektiv, ne. Was Fahrpraxis anbelangt, das kann ich ja nie im Leben prüfen. Der kann fünf Jahre einen Führerschein haben, mit so einem Fahrzeug noch nie gefahren sein. Ähm, das ist alles, äh, oder ob er Erfahrungswerte hat. Das sind subjektiv, entweder ich glaub ihm oder ich glaub ihm nicht. Das ist das, was ich damit meinte. Ähm, ähm, man muss sich ein Bild über den Vermieter machen. Passt die Chemie, passt die Chemie nicht und fährt man mit Kindern, ohne Kindern. Das ist sehr, sehr schwierig. Also wenn der, der reine Versicherungsschutz für ein selbstfahrender Vermietfahrzeug ist ja der Versicherungsnehmer unser Ansprechpartner. Er bekommt die Entschädigungsleistung und er bekommt sie im Zweifel halt nicht, wenn was jetzt ausgeschlossen wäre im Versicherungsschutz. Nur der, der, den Vermieter ist für seinen Mieter insofern nur verantwortlich, indem er, äh, dann auch klären muss, wie ist dieser Schaden entstanden, ja, dass damit die Entschädigungsleistung kommt.
Da ist nicht Voraussetzung, dass man sagt, okay, ähm, er muss jetzt fünf Jahre einen Führerschein besitzen oder so, ja. Sicherlich, äh, ist es so, dass man ein gewisses Alter haben sollte, nämlich deutlich über 21, ja. Bei uns ist 21 die Grenze für die Kaskoversicherung, damit nicht fünf Jugendliche, ich nenn's einfach mal so zwischen 17 und, äh, 19 mal eben zu 'nem Festival fahren, äh, fünf Tage mit 'nem Reisemobil, wobei ich immer die Frage stelle: Vermiete ich das überhaupt privat? So. Der gewerbliche Vermieter wird's im Zweifel nicht tun, weil der seine Erfahrungswerte grade mit dem Klientel hat, ohne das jetzt negativ zu sehen. Ähm, wir waren ja alle mal jung, aber man weiß selber, äh, dass man dann anders unterwegs ist, als wenn man jetzt, äh, Mitte 30 bis 40 ist.
Das ist einfach so und grade mit Kindern unterwegs ist. Ähm, was man natürlich wissen muss, ist, dass, äh, gewisse Vorgaben vorliegen, aber genau dann, wenn ich vermiete, tu ich's ja sowieso. Ich lass mir den Führerschein zeigen, ich lass mir den, ich lass mir den Personalausweis zeigen, Reisepass, ich mach mir Kopien davon. Da muss man aber auch genau dann ist man auch nicht immer 100 % davor gefeit, äh, sind die Sachen nun echt oder sind sie gefälscht?
Mhm.
Ah, und dann gibt's da noch ein paar Hinweise, die man einpflegen kann und sagen kann: Okay, gut, gibt's ein Postident-Verfahren. Äh, will ich diesen Aufwand da durchbetreiben, ne? Äh, ist, äh, hab ich eine, hab ich eine E-Mail bekommen von dem, der gemietet hat? Kann ich darüber im Nachhinein eine mögliche IP-Adresse ermitteln? Hab ich über ein Bankkonto gezahlt, ne? Sind wir bei dem Thema Kaution oder Miete, den Mietpreis. Wie hab ich den bezahlt? Hab ich den bar entrichtet oder hab ich den jetzt über ein Bankkonto gezahlt? Also große Vorsicht kann ich nur sagen, ist immer dann gegeben, wenn ein plötzlicher Mieter auftaucht und sagt: „Ah, ich hab gelesen, wir haben noch ein Fahrzeug frei", bla, bla, bla, bei dem privaten Vermieter. Bei einem gewerblichen Vermieter wär's nur dann, wenn ich ein junges Unternehmen bin, grade Start-up und der, der ein Fahrzeug veruntreuen will, das heißt unterschlagen möchte, der sucht sich solche Firmen aus.
So von Start-ups Unternehmen. Und auf der anderen Seite ist es einfach so, dass wenn ich jetzt privater Vermieter bin, ja dann schaue ich mir das Fahrzeug an, dann tingelt er vielleicht den einen oder anderen Vermieter ab und weiß ganz genau, wer legt worauf Wert. Und wenn das jemand ist, der legt keinen großen Wert drauf, ja alles klar, können wir machen. Man legt 'n Ausweis vor, mit Führerschein vor, ob der jetzt gefälscht oder echt ist, das kann schon dahingestellt sein. Aber der, der Mieter legt das Geld der Kaution beispielsweise bar auf den Tisch. So. Dann hat natürlich der Vermieter auch ein bisschen Dollarzeichen in den Augen stehen, zahlt den Mietpreis auch. Ja, ich war grad bei der Bank und wollt unbedingt losfahren. Ich hab gelesen, zufälligerweise gelesen, dass ja und dann ist das Fahrzeug vermietet für zehn Tage. Am zehnten Tag abends kommt nichts. Man ruft den Mieter an, dessen Handynummer man hat, aber der Mieter ist nicht erreichbar.
Am elften Tag nicht, am zwölften, am dreizehnten auch nicht. Das Fahrzeug ist weg. Und dann kommt das böse Erwachen. Und davor gefeit ist man natürlich nicht, wenn man alle Sachen eingeholt hat. Das sind also auch nur Hilfsmittel, die man nicht geben lassen kann. Wie ich eben sag, IP-Adresse, kein Bargeld, sondern Bankkonto, weil man auch solche Sachen dann strafrechtlich und schon besser nachverfolgen kann, ne. Wohin das Fahrzeug dann geht, ist auch dann zweifelhaft. Kann in den Osten gehen, wo auch immer und man nicht dann davor Zugriff darauf hat. Und bevor es dann in der Fahndung ist, äh, ist das Fahrzeug schon über alle Berge, ne. Das muss man einfach so sehen.
Also würdest du empfehlen, Kaution überweisen zu lassen? Also w-wir mussten die bisher, soweit ich mich erinnern kann, immer bar auf die Kralle geben und haben die dann auch bar wiederbekommen.
Das ist klar, kann man tun. Also ich bin dann eher der vorsichtige Mensch, ne, bin ja auch der Versicherungsmensch und ja, ne. Dann sag einfach nur, das sind so die Risiken, die man hat. Das ist, das ist ja alles eine Vertrauenssache. Vertraue ich demjenigen, dem ich miete, so. Jetzt kennt man euch vielleicht, ne, durch, durch, durch Camper Style, aber Privatpersonen, die einen nicht kennen, vertraue ich drauf oder nicht? Ich würd nicht darauf vertrauen. Das ist so meine persönliche Meinung. Und wenn man das Risiko minimieren will, kann man's ja dadurch minimieren. Jemand, der das Fahrzeug veruntreuen will, der versucht ja möglichst seine Spuren zu verwischen oder sich nicht ausfindig machen zu lassen und mög- zumindest möglichst schnell nicht oder beteiligt der Personen, wie auch immer. So. Und, ähm, von daher ist das, äh, dann sicherlich 'ne Möglichkeit zu sagen, okay, da kommt man nicht so schnell dran.
Du hast ja keine Adresse, Führerschein. Okay, im Rahmen der EU komm ich sowieso erst mal hin. Da komm ich schon mal ziemlich weit in den Osten und da bin ich erst mal weg. So. Äh, ob's, das ist natürlich hochkriminell, brauchen wir nicht drüber zu sprechen, aber fünfzig bis siebzigtausend Euro oder wenn das Fahrzeug sogar noch teurer ist, was ich in die Vermietung gebe, wenn es ein Neufahrzeug ist, selbst dann wenn's ein gebrauchtes Fahrzeug ist, schon was älter ist. Es ist ja ein Stück weit auch mein Wohnmobil, ja, mein Schätzchen, das ich schon die ganze Zeit habe und wenn das weg ist, dann ist das tut einem das schon in der Seele weh. Ich kann nur davor warnen, ne. Man kann es sich bar geben lassen, unterschreiben, man kriegt's auch zurück nach Übergabe, wenn keine Schäden da sind, aber ich kann's genauso gut auch mir überweisen lassen. Was sollte jemand dagegen haben, es zu überweisen, wenn er doch keine bösen Absichten hat, ne?
Ja. Und wenn ich jetzt mal nicht so weit gehe, dass das Fahrzeug komplett unterschlagen wird, sondern wenn ich jetzt von 'nem, von 'nem ganz normalen Mieter ausgehe, der nichts Böses im Sinn hat, aber ja, vielleicht halt trotzdem 'nen Schaden verursacht. Ähm, inwiefern bin ich dann als Vermieter versicherungstechnisch benachteiligt, wenn ich bestimmte Dinge nicht ausreichend geprüft habe? Also ich sag jetzt nur mal, eigentlich, ähm, greift die Versicherung erst ab einundzwanzig Jahren Alter des Vermieters, äh, des, des Mieters, aber ich hab mir den Ausweis nicht zeigen lassen blöderweise.
Oder, ähm, der Führerschein ist abgelaufen. Irgendwas. Also dass irgendwas mit den Dokumenten nicht in Ordnung ist, ähm, die ich mir hätte zeigen lassen müssen und dann passiert was und sagt dann die Versicherung: "Nee, mein Freund, jetzt, äh, da hättest du mal genauer hingeguckt", oder springt die trotzdem ein oder wiem, wie läuft das in der Regel ab?
Also grundsätzlich ist das immer so bei solchen Fragen, ähm, es kommt auf die Umstände an. Das hat jeder Schadensachbearbeiter. Das kann man, das kann man pauschal, nicht pauschalisieren. Es gibt sicherlich in den verschiedensten Versicherungsbedingungen Vorgaben. Werden die Vorgaben nicht erfüllt, kann der Versicherer aufgrund der nicht erfüllten Vorgaben entweder die Leistung kürzen oder die Leistung ablehnen. Punkt. Wenn da jetzt ein Schaden eingetreten ist, der auch passiert wäre, wenn der Fahrer vierzig Jahre alt gewesen wäre-
Mhm.
Dann sag ich mal, sind die Umstände nicht so gegeben, dass das nicht vorhandene Fahreralter kausal für den Schaden ist. Wenn das nicht kausal ist, ist es immer so, dass der Versicherer dann prüft, ob nicht eine Entschädigungsleistung doch gewährleistet ist. Also mein Fahrzeug hat gestanden. So. Normalerweise ist der Mieter ein, nicht einundzwanzig Jahre alt, sondern zwanzig Jahre alt. Jemand fährt gegen das Fahrzeug, begeht Fahrerflucht. Dann hab ich einen Vollkaskoschaden. Dann kann der Fahrer auch alt sein, wie er will. Das Fahrzeug wäre beschädigt gewesen. Nur mal so als Beispiel jetzt, ja. Ähm, wenn ich natürlich keinen Führerschein habe und fahre, fahre ohne Führerschein, ja, dann ist von vornherein kein Versicherungsschutz gegeben, ne. So. Das, das sind alles so Sachen, die werden sicherlich geprüft, ne.
Keine Frage. Und dann kommt's ja immer auf die Umstände an, ähm. Nur letztendlich ist es so, dass, dass ich glaube, dass wenn, wenn kein Führerschein da ist oder wenn die Daten abgelaufen sind, das sind ja Grundsachen, die ich auch schon mal prüfe, wenn ich vermiete. Das ist ja das Erste, worauf ich achte, ne. Ähm.
Ja.
Und das, das ist dann, nehme ich, 'ne Geschichte, die dann, die dann schon gegeben ist. Also es kommt immer, wie gesagt, auf die Umstände an. Ne, und auch Thema grobe Fahrlässigkeit ist, ist so'n Thema, ähm, bei der Shania's Co-Pilot wird dann gezahlt. Ja, grobe Fahrlässigkeit ist in den meisten Versicherungspolicen im Rahmen der Kaskoversicherung mitversichert. Es sei die Sache entsteht halt vorsätzlich, ne. Wenn Alkohol im Spiel ist und wenn Drogen im Spiel sind, ist das natürlich wieder ein komplett anderes Thema. Aber auch das wird dann im Zweifel mit dem Versicherungsnehmer versucht zusammen zu klären. Ja, das muss dann, das muss ja auch dann festgestellt worden sein und das passiert meistens nur dann, wenn ein Verkehrsunfall stattgefunden hat, ja. Ansonsten gibt's ja mit Sicherheit niemand zu, ne. Also das, dann krieg ich's ja gar nicht raus.
Das heißt also, dass ich auch auf jeden Fall genau in die Versicherungsbedingungen schauen muss, was da gefordert ist. Also ob's irgendwelche Altersgrenzen nach unten oder nach oben gibt.
Genau.
Ähm, auch wahrscheinlich Ländereinschränkungen, nehm ich an. Gibt's, äh, wird's auch bei der ein oder anderen Versicherung geben oder ist es, ähm...
Standard ist meistens geographisches Europa, ne. Nur manche Versicherungen bieten auch darüber hinaus noch was an gegen Zusatz, äh, Entgelt. Ähm, das, das müsste man, da müsste man im Einzelnen schauen, was der, der Versicherer im Zweifel dort angibt, ne.
Okay.
Und man sollte natürlich darauf achten, dass gewisse Selbstbeteiligung grade bei Vermietfahrzeugen deutlich höher sind als die Selbstbeteiligung, wenn ich eine Privatperson bin. Das sollte man auch wissen.
Wir hatten bisher immer bei den Fahrzeugen irgendwas zwischen tausend und tausendfünfhundert Selbstbeteiligung und das war auch die Höhe der Kaution, die wir jeweils hinterlegen mussten.
Mhm.
Ist das auch deine Erfahrung oder gibt's da sehr stark abweichende Werte?
Also sagen wir so, es schwankt zwischen fünfhundert und zweitausend, ne.
Mhm.
Im privaten, im privaten Bereich eher so um die tausend und im gewerblichen Bereich, ähm, erlebt man mittlerweile auch zweitausend Euro.
Was ja vielleicht als, also aus Vermietersicht auch gar nicht so doof wäre, weil wir haben ja jetzt auch schon mehrfach drüber gesprochen und, ähm, wir, ich werde auch mit Sebastian noch mal über das Thema reden, dass ja die Versicherungs, ähm, Prämien sehr stark angestiegen sind.
Mhm.
Wir hatten das Thema, ich glaub, dieses Jahr war's auch, wir beide miteinander.
Ja, glaub auch, ja.
Ähm, und wenn ich jetzt natürlich dann 'nen Schaden habe und den reparieren lassen muss, dann, ähm, ist vielleicht, sind vielleicht tausend Euro gar nicht mehr so aktuell Stand der Dinge, ne. Also weil ja auch die Ersatzteilkosten gestiegen sind, die Reparaturkosten gestiegen sind. Deswegen gibt's ja auch diesen Sprung, ähm, in den Versicherungen. Was, wo würdest du sagen, liegt ein vernünftiger Wert für 'nen privaten Vermieter, der dann auch, ich sag jetzt mal, grundsätzliche Schäden abdecken würde?
Also das ist schwer zu sagen. Also da müsst, da, wenn ich jetzt immer davon ausgehe, dass ein Durchschnittsschaden schon in dem Bereich zwischen zweihundert und dreitausend Euro liegt, ja.
Mhm.
Also normaler Kaskoschaden. Bei 'ner Scheibe kann's ein bisschen drunter liegen, dann liegen, kommen wir vielleicht mit fünfzehnhundert Euro hin. Aber auch da sind die Ersatzteilpreise für so Scheiben deutlich gestiegen. Man muss halt wissen, was ist'n das für 'n Fahrzeug? Hab ich jetzt 'n Hagelschaden, ist der Schaden deutlich größer. Hab ich jetzt 'n Vollkaskoschaden, ist der Schaden deutlich größer. Dann hab ich wahrscheinlich in meiner Versicherung als Selbstfahrer vermiet, 'ne Selbstbeteiligung von tausendfünfhundert Euro. So. Und darüber hinaus ersetzt mir ja die Kaskoversicherung meinen Schaden. Hab ich jetzt eine Kaution von tausendfünfhundert Euro, dann amortisiert sich ja die Selbstbeteiligung. Ja, die brauch ich dann, brauch ich dann nicht zu zahlen. Und wenn ich dann aber einen Schaden von zweitausend Euro habe, muss ich mir als Vermieter überlegen, meld ich jetzt diesen Schaden, bei dem ich ja fünfhundert Euro selber aufbringen muss, als ein Schaden im Rahmen meiner Vermietversicherung.
Und das Ganze muss ich natürlich dann sehen, wie viel Schäden hab ich denn jetzt bereits gehabt oder wie viel Schäden können denn dann rein theoretisch noch eintreten. Ist der nächste Schaden dann schon viertausend Euro, dann hab ich mit den fünfhundert und den zweieinhalbtausend Euro Schaden immer mal tausendfünfhundert Euro Berücksichtigung der Selbstbeteiligung, schon viertausend Euro Schaden und habe vielleicht bei dem Versicherer in diesem Zeitraum nur tausendfünfhundert oder zweitausend Euro Prämie gezahlt. Heißt, dass der Versicherer deutsch weniger Einnahmen erzielt hat, als er an Schäden rausgegeben hat. Der Versicherer ist Kaufmann und sagt: "Rentiert sich für uns nicht. Lieber Kunde, wir können dir keinen Versicherungsschutz mehr bieten."
Ja.
Dann wird's für den Vermieter schwierig, einen neuen Versicherer zu finden. Deswegen-
Weil ja immer abgefragt wird, ob man gekündigt wurde, ne, bei der alten Versicherung.
Gekündigt wurde, wie hoch sind die Schäden gewesen und dann muss man nachweisen, wie viel Schäden hab ich bisher gehabt. Dann kriegt man unter Umständen ein Angebot von einem neuen Versicherer, dass ein Beitrag oder der einen Beitrag oder die einen Beitrag aufruft, der immer Vielfaches höher ist, als ich vorher gezahlt habe.
Mhm.
Deswegen muss man das, das muss man immer, muss man immer wissen. Und wenn ich jetzt aber plötzlich eine Kaution aufrufe von zweitausend Euro, dann ist natürlich der Hasenfuß dabei, wer mietet denn dann, wenn ich eine Kaution von zweitausend Euro aufrufe. Also das ist nicht ganz so einfach, ne, wie man sich das vielleicht vorstellt, neben den ganzen Effekten, über die wir die ganze Zeit schon gesprochen haben, ne.
Wenn ich jetzt so'n bisschen zurückblicke auf Gespräche, die ich auch geführt habe, sowohl mit Mietern als auch mit Vermietern, kam immer mal wieder diese Diskussion um die Kaution auf und ich hab auch schon von Mietern gehört, die sich ehrlich gesagt 'n bisschen über 'n Löffel balbiert gefühlt haben, weil die 'nen kleineren Schaden verursacht haben, aber der Vermieter dann die komplette Kaution einbehalten hat einfach mal. Ähm, wie ist es, also darf ich das überhaupt, wenn ich jetzt zum Beispiel gar nicht den kompletten Betrag brauche?
Ja, ist 'ne gute Frage. Die kann ich rein rechtlich gar nicht beantworten. Ich kann immer nur davon ausgehen, was ich machen würde. Also ich würde, ne, würde zunächst mal, es gibt ja auch sicherlich Mietbedingungen. Die Mietbedingungen sagen ja aus, das sind dann AGBs, die entweder eigene AGBs sind, wobei ich kann das bei 'nem privaten Vermieter so nicht konkret vorstellen kann, dass er seine eigenen AGBs aufsetzt, sondern sind vielleicht Standard-AGBs. Und in diesen Standard-AGBs sind sicherlich solche Sachen aufgeführt, was wann, wo, wie einbehalten werden darf, ja, rein rechtlich gesehen, ne. Und wenn die sich nicht an den AGBs halten, dann gilt meines Wissens ja das BGB. So und dann komme ich für den Schaden auf, den ich auch jemand anderen zugefügt habe. Wenn der Schaden aber nur 500 Euro ist und der Vermieter sagt: „Die ganze Kaution, mein lieber Freund, die kriegst du nicht zurück", da würde ich mich natürlich dagegen wehren wollen, weil ich habe nur dann den Schaden zu erstatten, den ich auch selber verursacht habe.
Okay.
Also das, so, das ist jetzt meine Meinung, die ich rechtlich nicht fundieren kann, aber da würde ich von BGB ausgehen. Alles andere müsste in den AGBs des Vermieters geregelt sein.
Ist ja auch kein Versicherungsthema, ähm, fiel mir jetzt nur gerade so beiläufig ein.
Also man muss natürlich aufpassen, das ist immer auch so eine Sache mit den, mit dem, mit der, mit den Kautionsschäden oder mit den Kautionssachen, die kommen würden. Man macht eine Übergabe, man guckt sich das Fahrzeug an. Das ist ja bei, bei der Mietung eines PKWs nichts anderes. Ja, man macht eine Flugreise und man ist in Urlaub und man mietet jetzt einen PKW für die Zeit, wo man mit dem PKW fahren will. Der, der da in, in den diversen Ländern das Fahrzeug dann vermietet, der macht mit einem eine sehr schnelle Übergabe. Guck hier, da ist ein Schaden. Guck hier, da ist ein Schaden. Wenn einem was auffällt, würde ich von diesem Fahrzeug, wo ein Schaden war, schon mal ein Foto machen, damit man hinterher nicht sagen kann, diesen Schaden habe ich verursacht, weil es kann ja auch sein, dass das Fahrzeug bereits Vorschäden hat.
Ja.
Ja, und wenn ich das nicht dokumentiere, dann ist natürlich jemand, der sehr clever ist, sagt: „Wo ist denn Schaden noch gewesen? Also diesen Schaden, der, der war vorher noch nicht da." Und dann geht das Theater natürlich los und dann reicht die Kaution. Aber ansonsten vielleicht kriege ich noch was zurück, ne.
Also auf jeden Fall sowohl aus Vermietersicht als auch aus Mietersicht immer vorher wirklich Fotos machen, Dinge aufschreiben, sich gegenseitig unterschreiben lassen. Das wirkt in dem Moment sehr korintenkackerisch und kleinkariert, wenn man das macht und das ist einem auch manchmal ein bisschen peinlich. Also mir ist es peinlich, wenn ich dann mehr oder weniger demonstrativ mit der Handykamera ums Fahrzeug gehe. Ich mache teilweise sogar auch Videos, auch bei normalen Mietfahrzeugen, also nicht Womos, sondern, ähm, wenn's um, um PKW geht, laufen wir mit der Videokamera das Fahrzeug herum und natürlich wird da auch mal komisch geguckt. Aber es hat sich bisher tatsächlich immer gelohnt, dann wirklich auch eine Dokumentation zu haben. Und das würde ich Vermietern natürlich genauso empfehlen und das kann man ja auch ruhig gemeinsam mit dem Mieter machen, dass er auch sieht, ich habe jetzt nicht vor, dich irgendwie, ähm, über den Tisch zu ziehen, sondern wir dokumentieren jetzt hier einfach gemeinsam, wie sah das Fahrzeug vorher aus und wie sah es hinterher aus oder sieht es hinterher aus.
Dann wird er später keinen, keinen Stress haben, ne. So weder der Vermieter noch der Mieter. Und wenn man keinen Stress hat, alles ist gut, ähm, dann ist das für den Vermieter gut und der Mieter kommt vielleicht auch in der Tat im nächsten Jahr oder wann auch immer noch mal wieder. Ganz einfach.
Ja. Ja. Ich denke, dass die meisten der Leute, die diese Folge hören, tatsächlich eher in die, in die Richtung Privatvermietung gehen, wenn sie darüber nachdenken. Ich möchte aber trotzdem auch noch mal mit dir kurz die ver, gewerbliche Vermietung anreißen. Also wir haben ja vorhin schon so ein bisschen die Unterschiede erklärt. Ähm, wir haben darüber gesprochen, wie die Privatvermietung versichert werden muss. Wie ist es denn, ähm, bei der gewerblichen Vermietung? Da hattest du ja vorhin auch schon was dazu gesagt, welche, welche Pakete es da so gibt, aber, ähm, gibt's sonst noch irgendwas, wo du sagst, da sollte ich als Vermieter, als gewerblicher Vermieter vielleicht mich noch zusätzlich absichern über diese beiden Pakete, die ihr jetzt habt, hinaus beziehungsweise bei anderen Anbietern gibt's vielleicht andere Pakete, aber gibt's sonst noch irgendwelche Produkte, die sinnvoll wären?
Ja, es gibt sicherlich, also was man jedem Vermieter empfehlen kann, aber das, das, das wird in der, in der allgemeinen Police immer vorhanden sein. Das ist also eine Rechtsschutzversicherung, gerade für, für Streitigkeiten, Vermieterrechtsschutz, äh, die er sowieso auch dann braucht, wenn er Gewerbetreibender ist, wenn er nicht nur Fahrzeuge vermietet, sondern sehr oft s-s-sind ja Vermieter auch, ähm, Händler, Reisemobilhändler, die Fahrzeuge verkaufen. Und die wissen halt schon ganz genau, ähm, dass es auch mal zu Rechtstreitigkeiten kommen kann, auch in der Vermietung. Ja, dann ist es eine Geschichte, wo man, wo man dem Mieter anbieten kann, ähm, so einen Haftungsausschluss zu machen im Rahmen einer Kautionversicherung. Äh, da gibt's auch diverse Pakete, wir nennen's Urlaubsschutzpaket, andere nennen's Miets-, Mietkaution oder reine Kautionversicherung, weil man immer wissen muss, da ist aber trotzdem der Mieter der Versicherungsnehmer, die Versicherungsnehmerin.
Da ist nicht der Vermieter der Versicherungsnehmer, sondern der Mieter kann im Zweifel seine Kaution oder einen Teil seiner Kaution zurückbekommen, Reiserücktrittsversicherung. Das ist noch eine interessante Geschichte. Also sicherlich das eine oder andere Paket, wo man einen sogenannten Haftungsausschluss, ne, sodass ich keine Kosten habe, vereinbaren kann, ne. So, das, das kann man immer noch mal, äh, dem, dem Mieter anbieten. Wobei, wie gesagt, der Mieter ja der Versicherungsnehmer ist. Das ist nichts anderes. Ich bring's immer mal wieder auf den Punkt, wenn man eine Reise, wenn man eine Flugreise macht, eine Reiserücktrittsversicherung, eine Reisekrankenversicherung so in dem Paket. Vieles ist aber auch sehr, mittlerweile sehr oft über die Kreditkarte abgedeckt, ja, wenn ich mit Kreditkarte zahle. Und, äh, von daher sind das die Sachen, die ich so empfehlen kann.
Und wenn ich jetzt als gewerblicher Vermieter gehe ich ja mal davon aus, dass ich mehrere Fahrzeuge in der Vermietung habe. Ab wann gilt ein Fuhrpark als Flotte? Schon ab dem zweiten?
Das, das ist Auslegungssache des, des Versicherers, ne. Also es kommt darauf an, wie er das definiert. Bei uns sind drei Fahrzeuge eine Flotte. Ähm, aber auch da gibt's immer Ausnahmen, die Ausnahme der Ausnahme, ne. Er hat jetzt zurzeit zwei Fahrzeuge, kommen aber noch zwei dazu, weil zwei sind schon, sind verkauft und, äh, die Wartezeiten haben sich zwar mittlerweile verkürzt, aber er will bestimmte Fahrzeuge haben. Also in der Regel sind's vier, dann aber momentan nur zwei, dann gelten auch zwei als Flotte. Das ist also wie gesagt, von, von, von Versicherung oder von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich. Auch was die, was die Prämiengestaltung für solche Fahrzeuge anbelangt, das ist sehr unterschiedlich, ne. Es gibt manche, die Versicherer, die immer auch da noch mit einem Beitrag über alles gehen, ne, und dann sagen, ist der Schadenquote gut, gibt's weniger Beitrag, ist die Schadenquote schlecht, gibt's höheren Beitrag über alles.
Oder gibt's, äh, den Versicherungsschutz für einzelne Fahrzeuge nur, so wie wir es also machen, damit man das Risiko besser beurteilen kann, aber auch das ist 'n Erfahrungswert, den wir haben. Und das ist dann sehr unterschiedlich, ne. Dann prüft man natürlich auch, wenn man, wenn man neu ist, äh, wie viel Fahrzeuge, welchen Wert die haben, die Fahrzeuge. Oder man prüft dann, wenn jemand, äh, zu uns kommt, der vorher woanders versichert war, warum ist man nicht mehr dort? Hat der Versicherer vielleicht, ähm, das, äh, Geschäft für, für Wohnmobile privat als auch gewerblich eingestellt. Ist ja am Markt momentan so, dass sich da sehr viel bewegt. Der Versicherer, die sich von dem Segment zurückziehen. Äh, dann prüft man auch, äh, sind Schäden eingetreten und dann steigt man vielleicht ein bisschen genauer ein, welche Art von Schäden sind eingetreten.
Man muss einfach wissen, so 'n klassisches Beispiel ist, ich bin Vermieter, mach das seit fünf Jahren, hab fünf, fünf Fahrzeuge in der Vermietung und dann zahl ich über diese fünf Jahre hinaus einen gewissen Beitrag. Jetzt hab ich aber nur einen einzigen Schaden gehabt. Dieser Schaden war aber so hoch, weil das Fahrzeug einen Totalschaden erlitten hat. Kommt leider vor. Und dieser Totalschaden ist so hoch, dass die Ausgaben des Versicherers das übersteigen, was sie, was sie überhaupt eingenommen haben. Also sagen wir, da ist die eigentliche Schadenquote, das heißt das Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben, ist die Ausgabe höher, also die Schadenquote schlecht. Sind die Einnahmen höher, ist die Schadenquote gut. Die Schadenquote wird aber im Zweifel dann immer schlecht sein, weil dieser hohe Schaden, ähm, dem Versicherer natürlich deutlich mehr Geld gekostet hat.
Und das machen wir in einer Einzelbetrachtung, weil wir sagen, okay, das kann dann vorkommen, weil ansonsten ist ja nichts passiert. Also würden wir diesen Vermieter dann schon eindecken. Und in ähnlicher Art und Weise machen's auch Versicherer, die dort also spezielle Sachbearbeiter haben, die das schon genau prüfen. Aber da gibt's dann wieder Regularien und Vorgaben. Und da wir das schon sehr lange tun, haben wir da einen gewissen Erfahrungswert.
Dazu hab ich jetzt grade noch mal 'ne halb private Frage.
Okay.
Nutzt ihr schon künstliche Intelligenz für Auswertungen von Schadenquoten?
Nein.
Okay.
Nein, weil wir-
Da sprechen wir dann noch mal zum anderen Zeitpunkt drüber. Das find ich nämlich wahnsinnig spannend, was sich da auch für Versicherer, ähm, und natürlich dann auch für Vermieter für Möglichkeiten ergeben, um die eigenen Risiken auch besser einschätzen zu können.
Ja, das ist richtig. Wir, wir machen's immer noch sehr hausbacken, weil wir uns die Einzelschäden anschauen-
Ja
... und die, und die Ursachen der Einzelschäden anschauen, ähm, und dann auch mit den Vermietern separat ins Gespräch gehen und auch da mitteilen, wie hoch denn da die Schadenfälle sind. We-welche Art von Fahrzeugen, welche Art von Glasschäden haben, wie hoch die Kosten in den einzelnen Fahrzeugen sind. Aber auch da steckt man, äh, trotz aller Technik nicht drin, weil ich glaube, dass, äh, man ja nie 100 % weiß, wohin fährt denn der, der Mieter mit seinem Fahrzeug.
Klar.
Hab ich jetzt zehn Fahrzeuge in der Vermietung, acht davon sind unterwegs und acht sind ganz zufälligerweise an der Mosel. Und an der Mosel hat's ganz zufälligerweise genau an dem Platz gehagelt.
Ja.
Ja, dann kann der Vermieter 'ne künstliche Intelligenz haben bis zum Gehtnichtmehr, hat keiner Ausrechnen, weil ich ja nicht weiß, wo fährt der Mieter hin. Ist 'n schwieriges Thema, ja.
Jetzt vielleicht abschließend, ähm, noch die Frage: Gibt's bei den Selbstfahrervermietversicherungen und auch bei den gewerblichen Versicherungen irgendwelche Mindest- und Höchstgrenzen in puncto Fahrleistung? Also dass die Fahrzeuge, die versichert werden, minimum so und so viel Kilometer im Jahr laufen müssen oder maximal so und so viel Kilometer im Jahr laufen dürfen.
Also bei uns gibt's nicht. Ich kenn auch keine Versicherung, die, die es hat. Man muss immer noch wissen, ähm, das wäre ja 'ne Tarifgestaltung, ne. So wie man die Beiträge kalkuliert und, äh, daraus kristallisiert sich auch eine mögliche Entschädigungsleistung, wenn das Fahrzeug entwendet oder einen Totalschaden hat. Dann schaut man ja danach, welchen Wert hat das Fahrzeug zum Schadenzeitpunkt? Hab ich 'ne höhere Laufleistung? Hat das Fahrzeug einen wenigeren Wert, äh, als wenn das Fahrzeug jetzt kaum gefahren ist, ne. Wenn das Fahrzeug jetzt kaum gefahren ist, ähm, hat der Vermieter ein Problem, weil er hat ja keine Einnahmen erzielt. Also der ist schon bemüht, das Fahrzeug sehr oft in die Vermietung zu geben. Und, äh, Profivermietungen, die das rein gewerblich betreiben, die haben dann also auch schon ihre Möglichkeiten, indem die Nachlässe geben, Sondernachlässe geben, in den Ferien vielleicht einen Rabatt geben, Vielfahrer, wie auch immer.
Das ist dann eine, ein Geschäftsmodell, das man hat, ne. Und, äh, dass man sich vielleicht auf bestimmte Arten von Fahrzeuge konzentriert, die vielleicht bei junge Familien gehen. Äh, wo ist man ansässig? Welches Klientel wohnt da? Man fährt ja nicht Hunderte von Kilometer, um ein Fahrzeug zu mieten, sondern man bleibt in der Region. Ja, weil so stell ich mir das einfach vor, weil ich würde kein Fahrzeug mieten, um damit in den Urlaub zu fahren, wenn ich damit nach München muss, möchte ja dann mit, aber dann nach Skandinavien reisen. Also da würd ich mir lieber einen Vermieter suchen, der in dieser Richtung liegt, äh, damit ich nicht noch mal hin und her fahren muss, ne. Also es sind, und man muss ja wissen, dass wenn ich mit dem Reisemobil unterwegs bin, dir braucht's nicht zu sagen, fahre ich nicht so schnell und vor allen Dingen eher gemütlicher, bis ich von A nach B komme, als wenn ich mit dem Pkw fahre.
Klar, ja. Also wir sagen immer mit Wohnwagen zumindest rechnen wir immer die 1,5-fache Reisezeit mindestens. Mit Wohnmobil oder mit Kastenwagen geht's natürlich 'n kleines bisschen schneller, aber grade wenn man auch das Fahren mit so, äh, stattlichen Fahrzeugen nicht so gewöhnt ist und das wär auch was, was ich als Vermieter immer meinen Mietern mit auf den Weg geben würde, dass sie einfach genug Zeit einplanen und nicht sich von den Kilometern, ähm, die Google Maps anzeigt, leiten lassen, sondern wirklich sich darüber im Klaren sind, dass man eben bei so großen Gefährten auch 'n bisschen mehr Pausen braucht, weil man einfach sehr konzentriert sein muss. Viel mehr als mit dem gewohnten Alltags-Pkw, den man zum Einkaufen nutzt.
Klar und genau das ist ja auch 'n Punkt, den gewerbliche Vermieter ja auch wissen und den man ja aufgrund der Erfahrungswerte den Mietern mit auf den Weg gibt. Ein privater Vermieter wird das sicherlich auch so tun und sagen okay, mein Fahrzeug ist jetzt 'n teilintegriertes Reisemobil der Marke XY und da kann man nicht so schnell mit fahren. Ist auch ein bisschen größer. Gucken Sie sich mal gut an, welchen Stellplatz Sie nehmen. Passen Sie hier drauf, da drauf. Und der gewerbliche Vermieter, der würde aufgrund seiner Erfahrungswerte noch das eine oder andere hinzufügen. Ja, also-
Mhm
... das ist einfach so, ne, dass wir festgestellt haben, dass unsere Mieter sagen grundsätzlich das und das, ne und wie auch immer.
Vielleicht können wa da noch mal im Nachgang so 'ne kleine Checkliste gemeinsam machen für private Vermieter, die jetzt vielleicht nicht so viel Erfahrung haben bisher-
Ja, gerne
... was wir so abfragen würden. Die ohne Anspruch auf Vollständigkeit nur als kleine Unterstützung, wenn man mit so 'nem Business startet. Ähm, wie gesagt, dann auch gerne an die großen Plattformen wenden. Die haben da sehr viel umfangreicheres Material, aber dass man so 'ne kleine Einstiegshilfe bietet. Und wenn ihr, liebe Hörerinnen und Hörer, Fragen zu dem ganzen Thema Versicherungen für Vermieter habt, dann schreibt uns gerne entweder an podcast@camperstyle.de oder per WhatsApp. Da findet ihr den Link in den Shownotes. Ähm, wir werden dann mal gucken, wenn viele Fragen dazu eingehen, dann würd ich's bei Dieter auch mal anklopfen, ob wir vielleicht mal 'n Live Q&A oder so was machen. Also dass, dass ihr eure Fragen in so 'ner Art Live-Chat stellen könnt. Ähm, aber schickt uns die erst mal gerne vorab und dann gucken wir, ob da das Interesse da ist, dass man vielleicht noch mal so 'n zusätzliches Format organisiert.
Und ja, Dieter, vielen Dank, dass du wieder uns so in deine, äh, Wissenskiste hast schauen lassen und du darfst wie immer dann noch mal das letzte Wort übernehmen.
Ja, vielen Dank Nele. Es, äh, hat wie immer Spaß gemacht, ein bisschen, äh, berichten zu können. Sind sehr viele Erfahrungswerte, auch persönliche Meinungen dazu, die, die ich da ganz gerne kundtu. Und, ähm, ich denk einfach mal, dass, ähm, vieles daraus resultiert, dass wir das eine oder andere grad in dem Bereich hier auch erlebt haben, ne. Also im privaten Vermietbereich genauso wie im gewerblichen Vermietbereich. Man lernt sehr viele Vermieter kennen, ähm, hat auch das eine oder andere aufgeschnappt und was auch 'n Stück weit realistisch und nachvollziehbar ist, muss man an der Stelle einfach sagen. Ähm, abschließend kann ich nur sagen, man kann damit sehr viel Geld verdienen, ne, wenn man, wenn man das, äh, dann macht und semiprofessionell macht auch und viele steigen ja auch dann später ein und kaufen sich 'n zweites oder 'n drittes, äh, Fahrzeug und steigen in die Vermietung ein.
Aber jetzt kommt der erhobene Zeigefinger. Man muss auch einfach wissen, dass das auch ganz schöne Haken haben kann. Nicht nur, weil man einen, äh, mit materiellen Verlust erleidet, sondern auch durchaus sehr viel Stress haben kann, wenn ein Mieter mal unterwegs ist und, äh, 35-mal anruft, weil er diverse Fragen zu seinem Fahrzeug hat, nur weil er nicht damit klarkommt. Also deswegen, äh, würd ich die Frage wieder verneinen, die du mir am Anfang gestellt hast. Nein, ich würd's nicht tun. Ähm, aber auch das ist nur meine persönliche Meinung. Es hat Spaß gemacht. Vielen Dank. Ich hoff, ich konnte 'n paar Einblicke geben. Ähm, ja, wünsch allen einen schönen Tag. Nele, dir auch und wir hören und sehen uns. Bis dahin. Kommt zur Zeit.
Tschüss.
Tschüss.