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Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.
Und ich bin Sebastian und heute geht's um Antischlingersysteme für Wohnwagen.
Ja, ganz wichtiges Thema, was auch viele Rückmeldungen aus unserer Community immer zeigen und da wir zwar selber beziehungsweise Halil und ich 'nen Wohnwagen haben, aber natürlich nicht so tief in der Technik drinstecken, haben wir heute mal wieder 'nen Gast im Studio, und zwar Lukas Schwer. Lukas ist seit, ja, gut zehn Jahren, glaub ich, Produktmanager bei AL-KO Fahrzeugtechnik und kann uns heute mit Sicherheit auch dazu sehr kompetent Auskunft geben. Hallo Lukas.
Auch ein Hallo von meiner Seite aus. Ja, wie bereits erwähnt, seit zehn Jahren, äh, Produktmanager bei der Firma AL-KO. Ich betreue unterschiedliche Geschäftsbereiche, Caravan-Bereich, Nutzerhängebereich und hauptsächlich dort die Produkte, ähm, Stabilisierungskupplungen und elektronische Stabilisierungssysteme.
Also quasi genau der, den wir heute brauchen, wenn wir über die Themen sprechen wollen. Fangen wir mal damit an. Also für alle da draußen, die jetzt nicht wissen, was es mit dem Schlingern überhaupt auf sich hat: Was, was heißt denn überhaupt schlingern beim Wohnwagen? Was passiert da?
Also im Endeffekt lässt sich's ganz einfach erklären. Ähm, ein Wohnwagen auf der Autobahn oder auf der Landstraße kommt oftmals in, in, in solche Schlingergefahren, ja. Bedeutet, ähm, der Wohnwagen, die Querbeschleunigung des Wohnwagens nimmt zu. Hat vielleicht jeder schon mal, äh, jeder, der wohnte Camper schon mal gesehen im Rückspiegel, dass der Wohnwagen sich seitlich bewegt. Hat ganz unterschiedliche Ursachen. Also gibt von Überholmanövern über Sporillen, über eine nasse Fahrbahn. Gibt unterschiedliche, ähm, ja, Prinzipien, wo, wo so ein Schlingern passieren kann. Ähm, und wie gesagt, kommt immer, äh, kommt gar nicht so, äh, unhäufig vor, ja. Und das ist einfach so.
Ja, bei uns selber auch schon. Wir haben das auch schon leider 'n paar Mal erlebt. Und zwar haben wir festgestellt, da kannst du sicher auch gleich noch was dazu sagen, Lukas, ähm, bei uns ist es zum Beispiel passiert, wenn man über 'ne Brücke fährt, wo, äh, starker Seitenwind dann auf einmal auftaucht oder bei überholenden LKWs auch immer gerne.
Mhm.
Und das ist so 'n Thema, mit dem ich mich auch insbesondere schon 'n bisschen näher beschäftigt habe, weil uns das wirklich erschreckt hat. Wir haben ja die Stabilisierungssysteme drin, da kommen wir gleich dazu, welches es da gibt. Aber trotzdem konnte man das fühlen und es war irgendwie so 'ne ganz komische Bewegung auch im Zugfahrzeug. Also das war, als würde man auf einmal so auf so 'nem, auf so 'nem Boot sitzen, was da so vor sich hinschaukelt. Und wir fahren ja eigentlich immer sehr vorausschauend und relativ langsam auch, also so achtzig, neunzig und trotzdem ist es uns schon passiert. Woran liegt das denn genau?
Also d-die benannten Fälle sind eigentlich so, so typische Szenarien, wo, wo, wo 'n Wohnwagen dann ins Schlingern gerät. Ähm, es ist einfach so und ich erklär's immer ganz gerne beim, beim Überholvorgang vom Lkw. Und zwar am Anfang ist es so, dass, dass, wenn man auf die linke Spur, äh, geht, zum, zum Überholen et cetera, ähm, dann ist es wirklich so, dass der Lkw eigentlich die, die seitliche, äh, Sicht, äh, des, des, des Pkw-Fahrers wegnimmt, dass dort kein, kein, kein Wind anfällt an diesem Caravan. Und dann, wenn man aus dem Windschatten, wenn man's so benennen darf, äh, vom Lkw wieder rausfährt, dann ist auf einmal dieser Wind wieder da. Und diese, das ist dann 'ne einmalige, äh, Bewegung, äh, von diesem Wind an den, an die große Caravanfläche. Und das beginnt dann meistens mit 'nem kleinen Aufschaukeln des Caravans, ja, wobei es sich dann relativ schnell eben in diese gefährliche Schlingerbewegung dann entwickelt.
Warum ist das Schlingern denn so gefährlich?
Ja, also, d-im schlimmsten Fall, ja, wenn man mal verschiedene Videos sich angeschaut hat, wie so 'n Wohnwagen schlussendlich dann mal nach 'nem Unfall aussieht auf der Autobahn, da ist, da ist nicht mehr viel übrig von dem Wohnwagen, will ich mal so behaupten. Im Endeffekt ist es deshalb so gefährlich, dass dieses Schlingern im schlimmsten Fall immer weiter aufschaukelt, dieser Caravan und dass es schlussendlich, ähm, der Wohnwagen dann quer sch-stellen kann und auch so eine Kraft entwickelt, dass auch das, dass auch der Pkw auf die, auf die, auf die Querseite kommt. Und so ist er unkontrollierbar und so entstehen eben sehr gefährliche Unfälle.
Und warum ist das jetzt gerade bei Wohnwagen ein Thema oder ist das generell bei allen Anhängern ein Problem, was da auftreten kann?
Also es gibt verschiedene, äh, Ursachen, wieso was auftreten kann. Ja, neben den Szenarien, wo wir grad erklärt haben, Sporillen, Überholvorgänge et cetera, gibt's natürlich auch, äh, andere Gründe. Also beim Wohnwagen ist es speziell der Fall, da der Wohnwagen einen sehr, sehr großen Aufbau hat, äh, in der Regel und da der Wohnwagen eben dann 'ne große Anflechtskräftfe, äh, äh, Anflechts..., Angriffsfläche bietet, äh, für Wind. Äh, es gibt aber auch noch andere Thematiken, also eine falsche Beladung, eine ungünstige Beladung, ähm, ist sozusagen auch 'n Beschleuniger von solchen Querbewegungen oder natürlich auch, äh, wie eben schon erwähnt, ja, ähm, wenn man ein bissl voraussichtig fährt, äh, dann kann man das vielleicht auch gewissermaßen ein bisschen verhindern. Aber wenn man mit, mit, mit erhöhter Geschwindigkeit, äh, sagen wir mal, mit 100 km/h, 130 km/h fährt, ähm, was ja nicht zulässig ist, dann, dann ist das oftmals auch eine Beschleunigung dieser Quer-, Querbewegung.
Ja, das wär jetzt auch so 'n bisschen meine nächste Frage gewesen, was man denn dagegen tun kann. Du hattest jetzt ja schon genannt, ähm, bisschen vorausschauend und langsam fahren ist klar. Ähm, richtig beladen. Also du hattest ja gesagt, wenn die Wohnwagen falsch beladen sind, dann kann's eben auch zu diesen Schlingerbewegungen kommen. Ähm, wen das näher interessiert, es gibt sowohl eine Podcast-Folge als auch einen sehr ausführlichen Ratgeberartikel zu dem Thema bei uns. Den haben wir, glaub ich, den Ratgeberartikel damals sogar mit euch zusammen erarbeitet, wenn ich mich richtig erinnere. Und mir ist eben noch mal ganz wichtig in dem Zusammenhang auch 'n kleinen Appell zu, äh, an euch zu schicken, an alle Wohnwagenfahrer: Wir sehen es so oft, dass wir, wenn wir schon irgendwie mit 90 da über die Autobahn fahren, weil ganz ehrlich, immer 80 hält keiner ei..., äh, da, also da, da will ich auch aus 'm Glashaus heraus nicht mit Steinen werfen.
Aber wir werden teilweise wirklich auch von großen Gespannen sehr, sehr, sehr schnell überholt und man sieht auch manchmal, dass der Wohnwagen hinten dann plötzlich so 'n bisschen anfängt zu schwänzeln und das ist so saugefährlich. Deswegen bitte guckt euch auch immer, wenn ihr überholt oder, äh, wenn ihr 'n bisschen auf die Tube drückt, an, ob's Seitenwind gibt, ob viele Lkw, ähm, neben euch fahren und schaut da einfach, weil es ist-- Also wir haben schon Wohnwagenunfälle gesehen, ähm, wo dann Fahrzeug und Wohnwagen in den Leitplanken hängen und, äh, Wohnwagen dann gekippt ist und so weiter. Es ist wirklich schlimm. Und was man natürlich auch noch tun kann und deswegen sitzen wir heute zusammen, sind mit Hilfssystemen, also das sind die Hilfssysteme. Ihr unter anderem bietet ja verschiedene, ähm, Systeme an.
Du hattest sie vorhin schon genannt. Vielleicht erklärst du so 'n bisschen, welche Helfer es da gibt. Also wir haben ja 'n mechanisches und 'n elektronisches, ähm, und sagst 'n bisschen was zu, zum Unterschied auch zwischen diesen beiden Varianten.
Mhm. Wie erwähnt, es gibt 'ne mechanische, äh, Variante und eine elektromechanische Variante. Das ist eigentlich der grobe Unterschied. Die mechanische Variante ist vorne eine, eine Stabilisierungskupplung, ja, wo einfach noch 'nen zusätzlichen Stabilisierungseffekt hat. Und es gibt noch 'nen ek-elektromechanischen Helfer. Das ist, äh, bei AL-KO das ATC, ja. Gibt aber auch vom, vom Wettbewerb Produkte, die ähnlich agieren, ähm, und der, äh, reagiert eben elektromechanisch. Kurz zum Unterschied der beiden oder zur Wirkweise von beiden: Im Endeffekt ist es so, dass, dass die AKS oder die Antischlingerkupplung vorne mit ihrem Stabilisierungsgriff, die wirkt aktiv, äh, einer, äh, Schlingerung entgegen, also ist ein Schlingerdämpfer, ja, dass man gar nicht in diese Situation kommt von einem Schli..., ähm, gefährlichen Schlingern.
Ähm, das ATC ist eine, eine reine Hilfestellung, ja, wenn es, wenn es irgendwann mal zu einem kritischen Schlingern kommt, ja. Also das ist nicht dauerhaft aktiv, sondern ein ATC greift wirklich ein, wenn, äh, das System merkt, es ist wirklich dann wirklich kritische, äh, Schlingererung vorhanden und deshalb, ähm, werd ich jetzt mal eingreifen. Also die eine, die mechanische Variante, die Antischlingerkupplung, ist generell da, äh, um, um Schlingerbewegungen, äh, zu dämpfen, zu unterdrücken. Wenn es dann trotzdem zu 'nem gefährlichen Aufschlingern kommt, dann gibt's eben noch den zweiten Helfer, ja, denn das elektromechanische System, welches dann in der Situation auch eingreift.
Das merkt man dann, wenn dann plötzlich so 'n bisschen Ruckeln eintritt. Also so zumindest hab, haben wir das erfahren, ne. Dann, dann stottert, äh, der Wohnwagen hinter einem so 'n bisschen rum und, äh, beruhigt sich dann wieder nach so 'nem, äh, nach so 'ner kleinen Schlingerfahrt.
Genau, also besonders vorne als, als Fahrer und als Beifahrer, aus, auch aus eigener Erfahrung, aus den ganzen Testfahrten, die wir bei, die wir bei AL-KO gemacht haben, merkt man das kurzzeitig, dieses Rucken. Äh, und dann war auch damals mein erster Blick in den Spiegel, wo ich dann gleich gemerkt hab: Oh, da war doch 'ne kritische Situation, wo der mir noch mal gezeigt hat, ähm, man hat nicht immer den, den Überblick, was hinten passiert und darum sind solche Helfer auch ganz sinnvoll.
Und w-was mich jetzt interessieren würde, weil ich kenne das sozusagen aus der Praxis nicht, weil kein Wohnwagen. Hm, was ruckelt da? Ist das so vergleichbar mit 'nem ABS, also was ja quasi so 'n bisschen in die Bremse eingreift oder funktioniert das da ganz anders?
Also es ist, es gibt zwei unterschiedliche, äh, Wirkweisen. Also wie, wie angesprochen, es gibt das klassische Anhänger-ESP, äh, äh, vorne am Pkw, ähm, wo eben anders funktioniert wie, wie, wie unsere, ähm, elektromechanischen Systeme. Da kommen wir aber dann bestimmt auch noch, noch gleich dazu. Ähm, und vom, vom, vom Bemerken ist es wie so 'ne leichte Bremsung, wo man merkt, ja. Also normalerweise fährt man ja, mm, gradeaus mit 'ner Geschwindigkeit, äh, und wenn man nicht bremst, wenn man nicht eigenständig bremst, dann merkt, äh, dann-- Also wenn man eigenständig bremst, dann merkt man das natürlich auch. Aber das ist wirklich so, wenn man nicht auf der Bremse ist, ist so 'n kurzer Moment, wo man wirklich merkt: Oh, jetzt hat's hinten gebremst. Ein kurzes Ruckeln, vielleicht eine Sekunde und dann weiß man auch: Okay, ähm, das ADC hat jetzt hinten eingegriffen. Ähm, ich schau jetzt mal lieber, dass ich von der Geschwindigkeit runtergehe und dass ich vorausschauender fahr.
Was mach ich dann, wenn ich das merke? Also wie du schon gesagt hast, einfach erst mal vom Gas gehen und dann mal 'n bisschen checken, ob ich nicht einfach viel zu schnell bin, quasi entsprechend den Umständen, die auch wirken, ne. Wenn, wenn ich starken Seitenwind habe, kann ich halt einfach nicht so schnell fahren, wie wenn's völlig windstill ist und auch keine Lkw um mich rum sind, ne.
Genau, das ist so die Vorgabe. Also wirklich vorausschauend fahren, gewisse Situationen einschätzen können und auch, äh, die Geschwindigkeit 'n bisschen regulieren.
Ich kenn die Antwort auf meine nächste Frage, aber ich frag's trotzdem noch mal: Kann man die beiden Systeme kombinieren, also die Antischlingerkupplung mit dem ATC beziehungsweise soll man die kombin-kombinieren? Denn in den meisten modernen Wohnwagen ist ja schon 'ne Antischlingerkupplung verbaut.
Ja. Also man kann sie miteinander kombinieren. Wir empfehlen es auch, diese beide Systeme miteinander zu kombinieren, einfach aus der Thematik, was ich vorher schon, äh, angesprochen hab. Es gibt für beide Systeme gibt's 'n Verwendungszweck. Die Antischlingerkupplung vorne ist ein dauerhafter, äh, Dämpfer dieser, dieser Schlingerbewegungen, ja. Nichtsdestotrotz kann es durch, durch erhöhten Seitenwind, ähm, durch andere, durch Sporillen, durch andere Ursachen trotzdem zu gefährlichen Schlingersituationen, äh, kommen und deshalb ist es immer noch gut, etwas in der Rückhand zu haben und das ist einfach unser, unser mechatronisches, äh, Stabilisierungssystem, unser ATC, welches dann wirklich in, in kritischen Situationen auch eingreift.
Wir, ähm, empfehlen das auch tatsächlich Leuten, die uns danach fragen, die beiden Systeme zu kombinieren. Und man kann bei vielen Herstellern schon in der Konfiguration ab Werk auch das, ähm, elektronische Antischleudersystem, ob das jetzt eures ist oder von 'nem, von 'nem anderen Anbieter mit dazu konfigurieren. Und wir haben damit tatsächlich, ja, schon paarmal Erfahrungen machen müssen und du hattest ja schon die verschiedenen Gründe genannt, aber menschliches Versagen sozusagen ist ja auch immer 'n Grund und da muss man sich auch wirklich an die eigene Nase packen. Und wie gesagt, auch bei uns ist es mehrfach passiert und ich hab keine Ahnung, wie das ohne die Antischlingersysteme ausgegangen wäre. Ähm, deswegen auf jeden Fall, äh, darüber nachdenken, diese Investition zu machen und vielleicht dann lieber an anderer Stelle, die nicht in die Sicherheit geht, 'n paar Euro zu sparen.
Genau, also was mich jetzt interessiert, ich bin ja immer sehr neugierig, wie Dinge funktionieren. Ähm, und ich würd gern noch mal sozusagen 'n bisschen mit dir in die beiden Systeme reingucken, also an die Schlingerkupplung und, ähm, dann auch das, das mechanisches oder elektromechanische System. Wie macht die Antischlingerkupplung das denn, dass es weniger schlingert? Also was, was passiert da relativ einfach, äh, gesagt, damit halt wirklich wir auch alle Hörer und Hörerinnen da draußen mitnehmen können?
Also der große Unterschied zwischen der Antischlingerkupplung und einer Standardkupplung, weil ja oftmals auch im Nutzanhängerbereich oder in seltenen Fällen auch im Caravan-Bereich verwendet wird, dass wir einen zusätzlichen Stabilisierungsgriff haben, ja. Und wenn wir diesen Stabilisierungsgriff, ähm, von der Stabilisierungskupplung zudrücken, dann werden zusätzliche Reibbeläge, äh, an den Kugelkopf vom, vom PKW gedrückt. Und durch diese Drückung dieser Reibbeläge, äh, wirken wir dem Schlingern, äh, des Caravans entgegen, ja. Und deshalb ist das auch ein, eine dauerhafte Entgegenwirkung des Schlingerns, weil diese Reibbeläge logischerweise jedes Mal, wenn ich den Stabilisierungsgriff zumache, weil diese dann dauerhaft anlegen und die wirken bei der ganzen Fahrt der, der Schlingerdämpfung entgegen.
Das, das bedeutet quasi, dass die Anhängerkupplung dann auch noch mal so 'ne Art Bremse hat, damit der Anhänger sich gar nicht so wa, so stark bewegen kann.
So kann man's auch ausdrücken, ja.
Okay.
Also die Reibbeläge, die Reibbeläge musst du dir wie so kleine Minibremsbacken vorstellen-
Ja.
sozusagen.
Ja.
Ja, die kenn ich ja schon von der Messe. Das hab ich mir schon angeguckt, aber die, ne, du hast quasi 'ne Bremse, dass die nicht so weit nach links und rechts oder nicht so einfach ausbrechen kann. Okay. Und dass dann euer ADC, also das, das elektromechanische System, was, was macht das? Wie funktioniert das?
Also im Endeffekt funktioniert's folgendermaßen: Da steckt a bissle sehr große Technik in, in, in diesem ADC. Da ist ein sogenannter Querbeschleunigungssensor integriert, der einfach den, den, die Querbeschleunigung des Caravans misst, ja. Und da gibt's bei uns vorinstallierte, ähm, Grenzen, die wir, die wir programmiert haben. Und wenn dieser Caravan über, über diese Grenzen hinausgeht, ähm, dann weiß unser ADC, dass es eingreifen soll und dann kommt eigentlich Folgendes zustande: Das ADC merkt, ähm, da ist eine große Schlingergefahr da vom Caravan und das ADC zieht dann direkt an den Bodenzügen vom Caravan. Heißt, wenn ich an den Bodenzügen ziehe, werden die Reibbeläge an die Trommelbremse gedrückt und es erfolgt eine kurze Bremsung des Caravans. Was wir dann vorne als, als, als Fahrer vorne merken, ist die kurze Bremsung.
Und, ähm, der einfache Effekt, der bissle dargestellt ist der, dass das ganze Gespann gestreckt wird. Also der Caravan bremst, der PKW fährt ganz normal weiter geradeaus und somit erfolgt eine Streckung des Gespanns und eine Streckung führt logischerweise nachweislich auch immer zu einer Stabilisierung des Systems oder des Gespanns.
Spannend.
Und somit, somit kommt dann, äh, das ganze Gespann wieder in 'ne stabilisierende Wirkung, äh, und die Querbeschleunigung ist aufgehoben.
Querbeschleunigung meint Seitenbewegungen, oder?
Richtig, ja. Die seitlichen Bewegungen des Caravans.
Und die Bodenzüge sind, sind die, ähm, Mechanismen, die die Trommelbremsen auslösen.
Ja.
Okay, nur dass wir da noch mal 'n bisschen die Fachterminologie erklärt haben. Im Grunde ist ja diese Streckbewegung auch das, was in Fahrsicherheitstrainings im Gru-- ja empfohlen wird, wobei da ja immer gesagt wird, man soll nicht weiter beschleunigen, wenn der Caravan schlingert, sondern bremsen. Und das ist dann quasi die Arbeit, die das Antischlinger- oder Antischleudersystem übernimmt, richtig?
Richtig.
Okay.
Wobei das, ähm, das ist eben der Unterschied eben. Es gibt ja auch, ähm, um da 'n kleinen Ausflug zu machen, es gibt ja auch das, das PKW-ESP für Anhänger, ja, wobei dieses System eine andere Wirkweise hat wie unsere elektromechanischen Systeme. Beim PKW-ESP läuft es folgendermaßen ab: Das erkennt eben, der Caravan kommt in eine, äh, gefährliche Schlingersituation und dann wird der, äh, PKW kurz abgebremst und der Caravan läuft dann sozusagen auf. Und das führt auch zu 'ner geringen Stabilisierungswirkung, ja, aber nicht nachweislich zu, zu so einer Stabilisierung, wie wir es eben, äh, durch unser elektromechanisches System hinten bewirken. Also im Endeffekt ist es so: Eine Streckung des Gespanns ist immer besser, als den Wohnwagen auflaufen zu lassen.
Daher kommt wahrscheinlich auch dieses, dieses Thema, was man so manchmal hört, wenn's anfängt zu schlingern, Gas geben. Aber man müsste das so präzise und so schnell machen, dass das eigentlich nur mit wahnsinnig viel Übung funktionieren kann. Und, äh, generell, wenn ich 'm Anfänger sage: „Ja, musst du Gas geben, dann fängt sich das wieder", dann würde das halt hoffnungslos ver-vergeigen wahrscheinlich, weil kann man gar nicht in der Präzision machen, wie das, wie das eben 'ne, 'ne Maschine-
Genau.
-mit Sensoren hinbekommt.
Sozusagen das Zeitfenster für eine richtige Beschleunigung ist, ist sehr, sehr klein.
Ja.
Ja. Und da muss man wirklich den richtigen Moment finden, was nicht jeder schafft- -oder nicht schaffen kann. Drum gibt's ja solche Helfer bei uns.
Ja.
Ich hab das Thema, ähm, ja auch bei unserem Fahrsicherheitstraining angesprochen, weil man diesen Tipp überall liest und der Trainer hat ganz klar gesagt, dass es von 'nem normalen Menschen nicht zu handeln ist und das im Gegenteil dann mit 'ner zusätzlichen Beschleunigung unter Umständen alles komplett außer Kontrolle gerät. Also da lieber, ähm, sich dann auf die technischen Helfer so ein kleines bisschen verlassen, bevor man selber rumexperimentiert.
Genau. Und auch noch einen Unterschied zum, zum PKW-ESP, um, um, um das noch mal zu, zu, zu darzustellen: Ähm, wir, wir sind auch mit unserem elektromechanischen System bekommen wir viel früher über die, die, die Querbewegung des Caravans Bescheid, weil unsere elektromechanischen Systeme, unser ATC, wird, äh, direkt hinter der Achse beim Wohnwagen montiert und dort entstehen oftmals die ersten Anfänge einer, einer kritischen Querbewegung, ja. Vonne ein, ein PKW-ESP zum Beispiel, die messen die, die Querbeschleunigung vorne an der Kupplung und bis, äh, vorne an der Kugelkupplung diese Querbeschleunigung ankommt, ist es in der Regel schon so fortgeschritten, dass es, dass es gefährlich werden kann. Also unser ATC erkennt früher diese Querbewegung als PKW-ESP-Systeme.
Kann ich denn, wenn jetzt mein Zugfahrzeug ein Anhänger-ESP hat, kann ich dann noch 'n elektronisches Stabilisierungssystem am Wohnwagen nachrüsten oder kommt sich das irgendwie gegenseitig in die Quere?
Die kommen sich überhaupt nicht in die Ge, in die Quere. Das sind zwei voneinander entkoppelte Systeme. Ja, wir bremsen mit unserem elektro, ähm, elektromecha-mechanischen System den Caravan ab, äh, und vorne der, das PKW-ESP eben den, den, den PKW. Ähm, also ist gar kein Problem. Äh, unabhängig vom Zugfahrzeug, äh, kann der Caravan komplett gezogen werden mit dem elektromechanischen Stabilisierungssystem.
Kann ich die Systeme nachrüsten, wenn mein Wohnwagen das nicht hat?
Ja, ist auch nachrüstbar. Sogar schon seit 15 Jahren am Markt, auch nachrüstbar am Markt. Vieles läuft über den OEM, viele kommen aber auch im Nachhinein noch mal drauf zurück und lassen das gerne nachrüsten. Und auch seit, seit diesem Jahr, seit Beginn dieses Jahres ist das ATC sogar freigegeben für den Nachrüstmarkt, für den kompletten Nutzanhängermarkt. Weil wir einfach merken, im Nutzanhängerbereich wird das Thema auch immer größer, gerade im Pferdeanhängerbereich, Bootsanhängerbereich, Spezialanhänger, Verkaufsanhänger. Dort wird des öfteren mal das ATC auch gerne im Nutzanhängerbereich weg vom Caravanbereich eingesetzt.
Da sprechen wir ja teilweise auch über, über sehr hohe Gewichte bei den Anhängern, gerade wenn man irgendwie Pferde transportiert. Da möchte man ja auch nicht, dass die hinter einem da durch die Gegend geschleudert werden.
Jetzt hast du gerade OEM-Hersteller gesagt. Lass uns das mal noch schnell unseren Hörer und Hörerinnen erklären, was du damit meinst.
Also der Sprachgebrauch bei uns ist, dass, dass, dass ein Aufbauhersteller, ähm, der schlussendlich die Caravans produziert und dann auf den Markt bringt, ist bei uns ein, ein sogenannter OEM.
Das-
Also-
Wollte ich nur noch mal erklären. Genau, das ist jemand, der bei euch die Produkte einkauft und dann quasi in seine Produkte einbaut.
Ja. Hymer, Fendt, Adria, Knaus, das sind so die typischen OEMs bei uns.
Weil ihr halt selber eben keine Wohnwägen oder Caravans herstellt, sondern ihr baut sozusagen diverse Teile dafür und die eigentlichen Hersteller beziehen die dann von euch und bauen die ein und damit sind die eure OEMs.
Richtig.
Das nur einfach, falls sich jemand fragt, was ein OEM ist.
Du hast ja jetzt, ähm, die Funktionsweise von euerm System sehr genau erklärt. Funktionieren denn die Systeme von euren Mitbewerbern ähnlich oder gibt's da große Unterschiede in der Wirkweise? Wie, wie siehst du das? Ich weiß nicht, wie tief du da Einblicke hast in den Markt.
Also prinzipiell unterscheiden sich die Systeme nicht großartig. Ähm, unser Wettbewerb hat auch eine Stabilisierungskupplung und auch ein elektromechanisches System, welches am Markt vertreten ist. Prinzipiell haben beide die gleiche Wirkweise. Ähm, also sind wir komplett unabhängig. Es gibt keine großen Unterschiede dazwischen.
Okay.
Jetzt hab ich ja gerade schon gefragt: „Kann man's nachrüsten?" Hast du mit 'nem Ja beantwortet.
Mhm.
Kann ich das selber einbauen?
Also die Empfehlung von unserer Seite aus ist es, ähm, die AKS, die Stabilisierungskupplung kann man natürlich selber, äh, nachrüsten, aber wenn's dann mal in den Bereich geht von, von Elektronik, ähm, äh, empfehlen wir immer wieder den, den Gang zum Fachhändler, weil das wirklich dann auch richtig ordnungsgemäß verbaut werden muss. Es muss richtig eingestellt werden. Ähm, also da ist unsere Tendenz eher, ähm, Richtung Fach, äh, Betrieb, äh, Fachhandwerksstatt und da auch wirklich noch mal die Funktionsweise sich genau zu erklären. Es gibt auch wirklich europaweit eigentlich, äh, Fachwerkstätten, wo wir das anbieten, ähm, wo man sich dann wirklich über das Produkt schlau machen lassen kann und wo man das dann überall nachrüsten kann.
Du hast jetzt schon mehrfach vom Einstellen gesprochen. Da wollte ich noch mal kurz darauf zurückkommen, weil wir haben ja die Situation, es gibt ja Anhänger, ähm, egal ob Nutzanhänger oder Wohnwagen, die sind relativ kurz und kompakt und auch 'n bisschen leichter. Dann haben wir Ein- oder Zweiachser, dann haben wir welche, die sind, äh, über zwei Tonnen schwer. Muss das bei der Einstellung des ATC oder w-wie auch immer dieses, ähm, elektromechanische System dann heißt, ob von euch oder von 'nem anderen Anbieter, muss, wird das da irgendwie berücksichtigt? Also Gewicht, Länge, Achs, weiß ich nicht.
Also es wird das, das Gewicht des Wohnwagens berücksichtigt. Das kann man auch ganz, ganz einfach erklären. Und zwar, ähm, das ATC, ähm, bremst natürlich, ähm, dementsprechend, wie, wie, wie viel der Wohnwagen oder wie viel der Nutzanhänger auch wiegt. Im schlimmsten Fall wäre es so, äh, wenn ich einen leichten Anwänge, Anhänger hätte oder einen leichten Caravan und das ATC würde zu stark bremsen, das würde zu einer Überbremsung führen. Im Gegenteil dazu, wenn ich einen schweren Wohnwagen, einen schweren Nutzanhänger hab und das ATC bremst zu leicht, bekomme ich gar keine Stabilisierungswirkung hin. Also im Endeffekt ist es so und deshalb auch, ähm, die Expertise beim Fachhändler, ähm, es wird gewichtsabhängig, der Wohnwagen, wie viel der im Endeffekt wiegt, das, das, die Info wird benötigt und dann wird ein spezifisches ATC, was genau für diesen Gewichtsbereich ausgelegt ist, verbaut.
Jetzt haben wir passend zu dem Thema auch immer 'ne Frage, die häufig in unseren Facebook-Gruppen und auch so im Kontaktformular mal aufschlägt: Meine Antischlingerkupplung gibt 'n furchtbares Knarzgeräusch von sich. Was kann ich tun? Soll ich da Fett drauf schmieren?
Ja, also bevor, bevor wir vielleicht auf die Antwort oder, oder auf die Frage gehen, was, was kann man dagegen tun? Vielleicht mal kurz 'n, 'n kleinen Ausflug: Wo kommt denn überhaupt das Quarzgeräusch oder das Knarzgeräusch her? Ähm, im Endeffekt ist das oftmals so, ähm, dass bei, bei, ähm, bei 'ner ersten Ankuppeln mit 'ner Kupplung, dass, dass wirklich die, der, die, die PKW-Kupplung hinten, dass die, dass die Kugel, dass da Farbe drauf ist, dass die verrostet ist, dass da vielleicht noch Fett drauf ist. Ähm, und dann, wenn man diese nicht reinigt – da erzähl ich dann gleich noch was dazu – wenn man diese nicht reinigt und dann ankuppelt, dann kann es später zu so 'nem, zu 'nem sogenannten, äh, Knarzen kommen. Das ist ein ganz leicht erklärbarer physikalischer Effekt. Wenn dort auf der PKW-, äh, Kugelkupplung Farbe, Fett, Rost, äh, drauf ist, äh, und wir, wir kuppeln unsere Stabilisierungskupplung an, ja, mit 'nem Stabilisierungsgriff.
Die Reibbeläge drücken mit, mit zweihundertachtzig Newton auf, auf, äh, auf diese PKW-Kupplung. Ähm, und durch das, durch das Fahren entsteht eine gewisse Wärmung, ja. Überall da, wo irgendwo gedämpft wird oder irgendwo, wo, wo Reibung entsteht, sagt man so schön, entsteht auch immer ein bisschen Wärme. Und durch diese Wärmeentstehung zwischen Reibbelag in der Stabilisierungskupplung und dieser Kugelkupplung, ähm, wird diese, wird diese Oberfläche von der Kugelkupplung Farbe, Fett, Rost, ähm, wird, wird weich gemacht und, und geht in diese Reibbeläge über. Und diese Reibelöge, äh, Reibbeläge in der AKS, wenn die, wenn die von Farbe oder von Fett oder von Rost befallen sind, dann werden die porös, spröde und, und verglasen ein bisschen. Und das führt dann schlussendlich zu diesem Knarzen. Also das ist mal der, der Hintergrund, wie es zu diesem Knarzen kommen kann.
Wenn ich da noch 'n kurzen Einschub, äh, geben darf, wer das noch nicht erlebt hat selber. Also Knarzen ist wirklich sehr harmlos gesagt. Das sind echte Höllengeräusche. Äh, w-wir hatten das auch schon, weil bei uns aufm Stellplatz anscheinend der Mensch, der die Wohnwagen immer einrangiert, eine, eine, einen Gabelstapler dafür verwendet hat mit so nem, mit so ner gefetteten Kupplung, vermuten wir, weil wir sonst nicht wissen, wo es herkommen könnte. Und das sind also Geräusche, wo sich die Menschen auf der Straße nach dir umdrehen. Und es ist, ist nicht nur, nicht nur unter Umständen, äh, der Sicherheit nicht zuträglich, sondern auch total peinlich. Und da hab ich schon die nächste Frage für dich. Jetzt, wo wir dich schon mal im Studio haben, nutzen wir die Zeit, um, um alle möglichen FAQs mit dir zu klären.
Warte kurz, Nele. Warte kurz. Weil der Lukas hat ja jetzt grade zwar erklärt, wie das Knarzen zustande kommt, aber er hat noch nicht die Chance gehabt zu erklären, was man jetzt eigentlich dagegen machen kann.
Ja, das wollt ich ja fragen.
Ach so.
Ja, das-
Okay.
Also im Endeffekt, bevor jetzt, äh, wie vorher geschilderte, die Kupplung, äh, zum ersten Mal sozusagen mit der Kugelkupplung verbunden wird, ja, besteht natürlich die Möglichkeit, wenn man sieht, da ist Fett, Farbe, Rost drauf, dass man das natürlich reinigt, ja, mit 'nem Schmirgelpapier die Oberfläche reinigt beim ersten Mal und dass man vor allem auch, ähm, so ist unsere Empfehlung, auch immer mit 'nem Bremsenreiniger drüber geht, dass man einfach die, die, die Verschmutzungen von dieser Kugelkupplung entfernt. Und wie gesagt, das mit 'm, mit 'm, mit dem Schmirgelpapier sollte man nicht oft machen. Unsere Empfehlung ist eigentlich, beim ersten Mal dieses Schmirgelpapier zu verwenden, weil natürlich so 'n Kugel, äh, natürlich auch genormt ist mit einem gewissen Durchmesser und dass wir nicht durch dieses Schmirgelpapier zu viel wegnehmen, dass wir nachher 'n negativen Effekt haben, sondern in der Regel gilt einmal mit 'm Schmirgelpapier vor Beginn drüber beim ersten Mal und ansonsten immer mit Bremsenreiniger reinigen.
Greift auch nicht die Kugelkupplung an oder die Kupplung und danach sollte das Knarzen eigentlich Geschichte sein.
Wenn's jetzt allerdings schon so fortgeschritten ist, dass die Reibbeläge im Grunde kaputt sind, ähm, muss ich dann direkt die ganze Antischlingerkupplung austauschen oder kann ich irgendwie, äh, mir da Ersatzteile besorgen? Kann ich die selber nachrüsten? Wie sieht's aus?
Also es gibt Ersatzteile. Es gibt 'n, ein Ersatzteilkit von unserer Seite aus, mit denen ihr vier Reibbeläge, welche in der AKS verbaut sind, ähm, und man kann die auch eigenständig, ähm, nachrüsten oder eigenständig austauschen. Es ist auch 'ne sehr ausführliche Bedienungsanleitung vorhanden, äh, weil das Thema des Öfteren mal vorkommt, ähm, aber da ist dann wirklich 'ne Schritt-für-Schritt-Anleitung dabei, wo man ganz klassischerweise die Reibbeläge auch tausend, tauschen kann.
Da würd ich gleich 'ne persönliche Bitte anhängen. Kannst du mir bitte einmal die Bedienungsanleitung zukommen lassen?
Sehr gerne, das mach ich.
Weil wir haben nämlich noch Reibbeläge, aber wir hatten die uns mal bei euch, äh, quasi in der Werkstatt mitgenommen und da war keine Bedienungsanleitung dabei.
Ähm, was ich noch drauf oder wo ich noch drauf hinweisen möchte: Bremsenreiniger, wer das nicht kennt oder nicht weiß, da gibt's dann so Sprühflaschen normalerweise und kriegt ihr im Kfz-Zubehörhandel und, äh, sicherlich auch online. Und, ähm, das hat den Vorteil gegenüber vielleicht zum Beispiel Benzin, was manche nehmen zum Reinigen. Benzin enthält auch immer Öl und das bildet dann eben wieder einen schönen Ölfilm da drauf, was man ja grade nicht haben will. Und bei Bremsenreiniger, es gibt sicherlich noch 'n paar andere Stoffe, aber Bremsenreiniger ist einfach dafür da, um ihn auf, äh, die Bremsscheibe aufzubringen, um die halt wirklich sauber zu machen, ohne die Bremsscheibe zu, ähm, beschädigen und damit wirkt es halt genauso gut für die Kupplung. Also nehmt am besten das und durch die, die Sprühform kommt ihr da eigentlich auch ganz gut ran und könnt alles entfernen und dann nehmt euch 'n, noch 'n sauberes, trockenes Tuch danach, wenn da irgendwie noch Rückstände sind und wischt die einmal weg.
Wir haben's ja jetzt schon mal 'n paar Mal zwischen den Zeilen durchklingen lassen, aber ich stell die Frage noch mal ganz explizit und, äh, ja, weil sie ja eben immer wieder durch die sozialen Netzwerke geistert: Darf ich eine Kupplung fetten, wenn eine Antischlingerkupplung verbaut ist?
Ähm, das lässt sich nicht mit, mit Ja oder Nein beantworten. Ich würd es mal pauschal als, als, als Jein beantworten. Also es gibt gewisse Bereiche bei 'ner Antischlingerkupplung, ja, grad die, die, die Bolzen, die, die Lagernieten, die Kalotte hinten, also eher weit weg vom, vom, vom Bereich, vom Ankuppelbereich. Die darf ich und muss ich natürlich auch, äh, äh, fetten, äh, mit Sprühfett et cetera. Aber gerade, also die Regel bei uns besagt, äh, grade der Ankuppelbereich vorne, ja, wo der Kugelkopf vom, vom, vom PKW in den, die Antischlingerkupplung eindringt, den darf man auf keinen Fall fetten oder, oder ölen et cetera, weil das natürlich der, der Kombination schadet.
Also noch mal ganz klar: Den Kupplungskopf des Zugfahrzeugs bitte niemals fetten.
Ja, und auch nicht die Antischlingerkupplung, den Innenbereich, der darf auch niemals gefettet werden. Also beide Seiten nicht fetten. Alles, was von ab von dem, von dem Kupplungs-, äh, raum bei 'ner Antischlingerkupplung ist, hinten die, die Schraubverbindung zur, zum, zum Auflaufeinrichtungsrohr et cetera, das, das muss, äh, geölt werden et cetera, ge-ge-gefettet werden,, aber nicht vorne den, den, den, den Kupplungsbereich.
Das würde mich jetzt auch zu meiner nächsten Frage bringen. Du hast es ja grad schon 'n bisschen angesprochen: Was mach ich denn für die Wartung einer Antischlingerkupplung? Was, was muss ich tun?
Die muss eigentlich in der Regel selten gewartet werden, ja. Es ist, ähm, ab und zu mal notwendig, ähm, unten, wie grade eben schon erwähnt, weg vom, vom, vom Kupplungspunkt, wirklich mit Sprühfett. Das wirklich auch der Mechanismus des Zudrückens, ja, überall da, wo ein bissle Bewegung ist, muss auch immer mal wieder 'n bisschen Schmiermittel hin-hingepackt werden. Ähm, das sind die einzigen Wartungs. Und wie gesagt, falls irgendwann mal die Reibbeläge vielleicht doch verschlissen sind, ähm, dann muss man die natürlich auchst, auch, auch tauschen, damit einfach, ja, der dauerhafte Stabilisierungseffekt, wie, wie vorher schon erwähnt, dass der einfach dauerhaft zur Verfügung steht.
Woran erkenn ich denn, dass die verschlissen sind?
Da gibt's vorne, ähm, an der Antischlingerkupplung gibt's eine, eine farbliche Anzeige, ja, äh, auch einlesbar in unserer Bedienungsanleitung für unsere, äh, Antischlingerkupplung, wo man wirklich dann sieht, ähm, farblich, äh, okay, die, die Reibbeläge sind jetzt verschlissen, äh, nach 'ner gewissen Zeit, je nachdem. Ist ja immer unterschiedlich von Fall zu Fall, wie oft man mit 'm Wohnwagen in Urlaub fährt, wie oft man damit unterwegs ist. Es gibt da keinen so pauschalen Mittelwert, aber da kann man eindeutig dann ablesen. Ähm, also ist eine visuelle Darstellung, wie man, wie man, wann man die Reibbeläge zu tauschen hat.
Also das ist dann jetzt im Fall von der AL-KO Antischlingerkupplung – ich denk, bei den anderen Anbietern wird's ähnlich sein – ist 'ne Anzeige grün oder rot-
Ja
... sozusagen, ne? Das ist so 'n-
Oder es gibt 'ne, ja, es gibt, wie gesagt, grün, rot. Es gibt vielleicht auch, äh, zwei Linien. Wenn die aufeinandertreffen, dann, dann muss man die, die Reibbeläge tauschen. Also es gibt da unterschiedliche Darstellungsmöglichkeiten, aber im Endeffekt, äh, kann man pauschal sagen, jede Antischlingerkupplung, egal ob vom, von der Firma AL-KO oder auch vom Wettbewerb, die besitzt so eine Anzeige, wo, wo, wo, wo darstellt, dass die Reibbeläge verschlissen sind.
Okay.
Und wie, und wie sieht's beim ATC aus? Muss das gewartet werden? Also bei d... oder bei elektromechanischen Systemen im Allgemeinen?
Also das ATC ist komplett wartungsfrei, ja. Was ich aber immer empfehle, weil wir natürlich auch 'n bisschen abhängig sind, äh, vom Bremsenzustand. Also im Endeffekt, wenn die Bremse schlecht eingestellt oder wenn die, die, der Bremsbelag einfach nur noch ganz, ganz wenig vorhanden ist, ähm, dann kann unser ATC natürlich auch nicht richtig arbeiten. Deshalb ist eigentlich unsere Empfehlung oder ist immer unsere Empfehlung, dass natürlich die Bremsen, wie es in der Regel auch ist, dass die immer, äh, optimal eingestellt sind, dass diese gewartet sind. Aber ansonsten, das ATC an sich ist komplett wartungsfrei.
Und woran erkenn ich, also bei der, bei der An-, äh, Schlingerkupplung, Antischlingerkupplung kann ich ja erkennen, quasi wenn die verschlissen sind, die, die Beläge. Woran erkenn ich denn beim ATHC, äh, beim ATHC, beim ATC, ob es denn funktioniert oder nicht funktioniert?
Ähm, es gibt vorne, ähm, 'ne kleine Statusanzeige, ähm, auch wieder mit 'nem LED-Lämpchen. Das wird vorne im, im, im Deichselbereich montiert, ja, also zwischen Stützrad und Kupplung. Ähm, da gibt's 'ne kleine, äh, Lampe, wo montiert wird, wo direkt auch mit 'm ATC verbunden ist. Und da kann man auch durch die Bedienungsanleitung, wo mitgeliefert wird, gibt's da verschiedene Zustände. Also als Beispiel: Ein dauerhaft, äh, grünes Licht bedeutet, das ATC ist voll funktionsfähig. Sollte man auch in der Regel, ähm, bevor man die Fahrt beginnt, einfach mal checken. ATC ist komplett funktionsfähig. Gibt aber auch noch ganz andere sch, verschiedene Lichtszenarien, wo einfach dann, ähm, 'ne kleine Legende in unserer Bedienungsanleitung ist, welches, welche Farbe was zu bedeuten hat.
Das sieht man, sobald man den, ähm, Stecker, also den 13-poligen Stecker des Wohnwagens eben mit dem Zugfahrzeug verbindet. Dann, ähm, ich glaub, es gibt auch 'n kleines Geräusch. Ich mein, es gibt auch 'n Piepton, ne?
Richtig, ja. Also bezüglich der, der Piepton kommt jetzt nicht von der LED, sondern das ATC, wenn, wenn man den 13-poligen Stecker mit 'm PKW verbindet, das führt 'nen Selbsttest durch, ja, äh, um einfach herauszufinden, ob es, ob es funktionsfähig ist. Und dann, wenn es funktionsfähig ist, wird eben, äh, über die LED, über das grüne Licht angezeigt: „Ja, ich bin bereit und ich helf dir, wenn's, wenn's, wenn's kritische Situationen gibt."
Okay. Und wenn jetzt das Lämpchen aber nicht grün leuchtet, zum Beispiel rot hat's bei uns einmal geleuchtet, da haben wir uns 'n bisschen erschrocken. Was ist dann zu tun?
Also wenn's, mhm, rot blinkt, äh, dann ist unsere Empfehlung, ähm, das, das bedeutet im, im, im Endeffekt, dass, dass die AT, dass das ATC die Bremse nicht mehr lösen kann. Ist ja 'n ganz, ganz seltener Fall, ja. Aber dann ist unsere wirklich, äh, unsere Empfehlung, dass man, ähm, im schlimmsten Fall, wenn man im, im Straßenverkehr unterwegs ist, dass man rechts ranfährt und dann auch wirklich den Händler aufsucht, weil im Endeffekt ist's so, dass dann das ATC nicht mehr die Bremse lösen kann. Im Endeffekt ist dann wirklich so, der, der Wohnwagen würde, würde dann dauerhaft bremsen und das ist natürlich nicht gut. Aber wie gesagt, ist ja 'n ganz, ganz seltener Fall, ähm, wo, wo, wo ganz selten vorkommt und wo, wo, ja-
Wir haben ja schon mal im Podcast mit deinem Kollegen Florian Vorreiter vor einiger Zeit zum Thema Bremsenwartung gesprochen und da würd ich wirklich empfehlen, liebe Hörerinnen und Hörer, dass ihr da auch noch mal kurz reinsnappt, weil, äh, wir haben selber nämlich auch festgestellt, dass wir beim Thema Bremsenwartung leider 'n bisschen zu nachlässig waren und haben uns das, äh, auf die To-do-Liste geschrieben, da künftig mehr drauf zu achten, weil man oft gar nicht weiß, ähm, wie oft und wie, äh, ja wie wichtig auch das ist, die Bremsenwartung durchzuführen.
Ich hab noch eine Frage. Ähm, wir haben ja vorhin drüber gesprochen, das fällt mir jetzt nämlich grade noch ein, wir haben ja vorhin drüber gesprochen, dass man auch das, äh, die Antischlingerkupplung und auch das, das, ähm, elektromechanische System nachrüsten kann. Brauch ich dafür dann auch noch irgend'ne Zulassung oder ABE oder irgend so was? Oder ist das alles quasi beim Wohnwagen nicht so wie beim Auto?
Also es ist komplett genehmigungsfrei. Also es muss nix genehmigt werden. Es, es, man fährt zum Händler, der, der baut das. Also die Antischlingerkupplung, denk ich mal, 'n Viertelstunde dauert ungefähr der Einbau. Beim ATC sind wir 'n bisschen länger unterwegs mit, mit eine Stunde, eineinhalb Stunden. Ähm, aber es muss nix genehmigt werden et cetera. Und was ich auch noch vorher vergessen hab, das will ich auch noch an der Stelle sagen, vielleicht um mal bissle das Gefühl zu geben, ähm, wa-wan, für welches System, weil ich hab jetzt den und den Wohnwagen, welches System soll ich jetzt kaufen? Ähm, also unser System, genauso wie das vom Wettbewerb, zum Beispiel unseres, äh, mechanisch, äh, elektromechanisches System ist natürlich, äh, freigegeben in Kombination mit 'ner Al-KO-Achse und mit einer Al-KO-Bremse, ja. Aber wenn Sie natürlich ein, ein, eine Achse oder eine Bremse vom, vom Wettbewerber haben, dann, dann gibt's natürlich von dem auch das, das gleiche System.
Also unser ATC ist nur freigegeben für 'ne Al-KO-Achse und 'ne Al-KO-Bremse. So kann man mal leicht herausfinden, welches System dann das richtige für mich ist.
Okay, also wenn ich mir da unsicher bin, am besten einmal wirklich ab zum Händler oder zur Werkstatt, zur Fachwerkstatt, die sollen einmal gucken und mir das sagen und dann kann ich da quasi schauen, was dann das richtige System ist. Das war noch mal 'n wichtiger Hinweis.
Ja, das wär richtig.
Ja, ich bin sehr zufrieden, weil ich hab meine Fragen abgearbeitet. Hast du noch was, Sebastian?
Nee, nicht wirklich. Das war jetzt tatsächlich noch meine letzte Frage auf der Liste.
Ja, lieber Lukas, dann sage ich ganz herzlichen Dank. War sehr informativ auch für uns. Also vor allem wahrscheinlich für Sebastian, weil ich als Wohnwagenfahrerin bin natürlich in den Themen da so 'n bisschen mehr drin. Aber waren jetzt doch auch noch für mich 'n paar neue Infos dabei und ich hoff, dass wir dich irgendwann bald mal wieder als Gast in unserem Podcast-Studio begrüßen dürfen.
Sehr gerne.
Ja, auch von mir lieben Dank, ähm, und es hat mich sehr gefreut. Wie immer hier im Podcast hab ich was für mich mitgenommen und was gelernt. Ich hoffe, ihr da draußen auch. Ich hoffe, ihr konntet, wenn ihr mit dem Wohnwagen unterwegs seid, vielleicht auch noch was für euch mitnehmen. Vielleicht habt ihr auch schon alle diese Systeme. Dann umso besser. Ich bedanke euch, abonniert unseren Podcast, damit ihr keine Folge verpasst. Und dann übergebe ich an dich, Lukas, fürs letzte Wort für heute.
Ich möchte mich auch bedanken. Wie gesagt, war eine sehr interessante, interessante Konver-Konversation, wo man einfach verschiedene Themen abgehakt hat und das hat mir sehr viel Spaß gemacht.