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Camping in der Türkei - Teil 1

Episode 203 · 00:58:00

Heute entführen wir euch mal in ein Land, in dem wir selbst noch nie mit dem Wohnwagen bzw. Wohnmobil waren – und wahrscheinlich auch nur wenige aus unserer Community: die Türkei.

Unsere Kollegin Lisa Rudolph, bekannter als “Lisa Caravanci” ist dagegen ein echter Türkei-Vanlife-Profi. Sie hat längere Zeit dort gelebt, auch im Wohnmobil, und verbringt auch heute noch quasi jede freie Minute in ihrem Herzensland, wo die Menschen so gastfreundlich sind und man (noch) an vielen schönen Ecken freistehen kann.

In Teil 1 sprechen wir mit Lisa unter anderem über folgende Themen:

  • Wie es sie ausgerechnet in die Türkei verschlagen hat,

  • warum sie sich so in Land und Leute verliebt hat,

  • wie es dort um die Sicherheit bestellt ist

  • was man bei der Vorbereitung einer Türkei-Womo-Tour auf jeden Fall beachten sollte,

  • welche Anreiserouten empfehlenswert sind (inkl. Insidertipps)

  • wie die Camping- und Stellplatzinfrastruktur aussieht

  • und vieles mehr.

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Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian und heute geht's Camping in der Türkei.

Ja, ein ganz tolles Thema, mit dem wir uns ehrlich gesagt noch gar nicht so intensiv beschäftigt haben. Aber genau deswegen haben wir heute wieder einen Gast im Studio, nämlich Lisa. Lisa ist eine Bloggerin, ähm, Podcasterin, auch 'ne Autorenkollegin, also, ähm, sehr vielfältig tätig. Wir packen euch die ganzen Links auch noch mal in die Show Notes, damit ihr euch alle Kanäle von ihr angucken könnt. Ist super interessant. Ich hab mich da neulich auch selber total festgele, äh, gelesen. Und jetzt, ähm, ja, Lisa Rudolph ist der richtige Name und mit meinen bescheidenen Türkischkenntnissen würde ich mal tippen, dein, ähm, Name, unter dem man, unter dem man dich kennt, ist Lisa Karavanche.

Ja, genau.

Richtig?

Lisa Karavanche, ja.

Okay.

Sehr gut.

Möchtest du dich auch noch mal kurz vorstellen, Lisa?

Ja, da weiß ich manchmal auch gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Du hast ja grad schon einiges zu dem gesagt, was ich, ähm, mache, gerne mache. Zusätzlich bin ich noch Französischlehrerin. Das ist so im Moment mein Hauptstandbein und hab mir eben mein Leben so gestaltet, dass ich weitestgehend ortsunabhängig, ähm, sein kann und das auch sehr häufig nutze. Also bis vor drei Jahren hätte ich noch behauptet, ja, ich leb Vollzeit im Wohnmobil, dann habe ich mir aber ein Selbstausbauprojekt zugelegt und da ist es jetzt eher so'n bisschen Teilzeit, aber doch noch sehr oft. Und ja, was gibt's sonst noch zu sagen? Ich genieß das Leben, ich, ähm, lieb neue Herausforderungen.

Ich geh selten den einfachen Weg. Und ja, find's einfach wichtig, so das Schönste draus zu machen aus dem Leben, was wir hier haben.

Das ist auf jeden Fall 'ne sehr schöne Eröffnung in das ganze Thema.

Wär schon fast 'n Schlusswort.

Das stimmt. Das, äh, das auf jeden Fall auch. Das, das können wir ja dann, äh, gegen Ende der Sendung noch mal wiederholen. Aber ja, das, das find ich einen sehr schönen Punkt, auch wenn's darum heute gar nicht gehen soll, aber das kann vielleicht noch mal auch ein, ein Thema für eine, eine weitere Session mit dir sein. Aber heute haben wir uns ja die Türkei, äh, vorgenommen und, äh, da ich noch gar nicht in der Türkei war, also außer 'n paar Zwischenstopps. Ich weiß nicht, Nele, warst du schon in der Türkei?

Nein, noch nie. Ich hab türkische Freunde, aber sonst, ähm-

Wir gleich recht noch nicht da gecampt haben, haben uns überlegt, also grade so halt Länder, die nicht die klassischen Campingländer sind, sind ja superspannend, einfach um, um auch vielleicht noch 'n bisschen mehr Abenteuer und, und Neues zu erleben. Und deswegen haben wir dich eingeladen. Und jetzt die erste Frage: Wie kommt's auf die Türkei oder wie kommst du zur Türkei? Warum ist das so dein Camping-Favorite-Land?

Ja, also danke erst mal für die Einladung auch noch mal an der Stelle. Und ja, ich bin... Mich hat's auch schon immer dahin gezogen, wo's eben nicht so krass touristisch ist. Das war einfach schon immer so mein Ding. Meine erste große Wohnmobilreise wollte ich eigentlich nach Albanien machen. Damals habe ich mich noch, ja, einerseits von anderen abhalten lassen, andererseits war ich nicht gut genug vorbereitet, als dass ich das hätte durchziehen können. Also jetzt nicht, was mental angeht, sondern, äh, was ich dabei hatte an Klamotten, weil's dann doch kalt wurde gegen Winter. Ähm, ja und eigentlich war, hatte ich die Türkei eben ähnlich wie ihr eigentlich so auch so gar nicht aufm Schirm. Ich war dann, als ich mit meiner Lehramtsausbildung fertig war, ähm, wollte ich eigentlich mit meinem neu gekauften Wohnmobil die Sommerferien oder die Zeit danach erst mal verbringen.

Und dann hat mich 'ne Freundin nicht eine Woche, sondern zwei Wochen in ihr Ferienhaus mitgenommen. Ich war damals noch 'n bisschen so, mmh, zwei Wochen, ich wollte doch eigentlich mitm Wohnmobil unterwegs sein. Ähm, ja, und nach den zwei Wochen wollte ich aber eigentlich gar nicht mehr zurück, weil es mir so gut gefallen hat in der Türkei. Und jetzt rückblickend muss ich sagen, damals war ich ja auch, ich sag mal, nur als Tourist unterwegs und hatte noch gar nicht so viele Einblicke wie die, die ich jetzt hab, die das Bild einfach noch gefestigt haben und meine Liebe zur Türkei noch haben größer werden lassen. Und obwohl wir damals eben nur als, ich sag mal, mehr oder weniger klassische Touristen unterwegs waren, hat's mir, mich eben schon echt, hat's mir so gut getaugt und, ähm, mir so gut gefallen, dass ich, ja, dass ich's sehr schön gefunden habe und gewusst hab, ich will hier auf jeden Fall mal wieder zurück, aber dass das dann so laufen wird, wie's gelaufen ist, hatte ich damals auch nicht gedacht.

Ähm, ich hab mir dann erst mal, also es war ja dann im Sommer, wo ich das erste Mal dort war und hab mir dann nicht direkt nach meiner Lehramtsausbildung einen Job gesucht, weil ich erst mal bisschen Auszeit machen wollte. Und dann so in den Winter rein dachte ich mir aber doch, okay, es macht schon Sinn, jetzt mal bisschen Geld zu verdienen. Und ich hab mich echt überall hin beworben. Also auch nicht nur an Schulen, sondern auch Richtung Erwachsenenbildung, auch nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. Und, ähm, so stand ich dann letztlich im Dezember vor der Wahl, weil ich da eben dann schon entsprechende Gespräche geführt hab, ähm, Steigerwald fürs zweite Schulhalbjahr oder Türkei. Und es war wirklich dann, ja, so das, sei es das inner, das Herz oder die innere Stimme, irgendwas hat mich in die Türkei gezogen und ich hab mir gedacht, komm, du wirst früher oder später ohnehin ins Beamtentum gehen und bevor du dann hier, dann weiß ich nicht, sesshaft wirst oder auch nicht, ähm, machst du halt jetzt mal noch 'n Auslandssemester und dann wieder zurück in, nach Deutschland.

Und letztlich wurde aus dem Semester zu dem geplanten halben Jahr wurden eineinhalb Jahre, weil's mir da echt so gut gefallen hat. Ähm, in der Zeit bin ich dann auch ins Wohnmobil eingezogen. Das war auch so eins meiner Projekte, die ich eigentlich vorhatte, aber ich hätt nicht gedacht, dass das dann in der Türkei passiert. Und ja, insofern waren das so die ersten Schritte in vielerlei Hinsicht.

Die Geschichte kommt mir sehr bekannt vor. Mir ging's nämlich genauso mit Mexiko. Auch als Touristin hin, direkt ins Land verliebt, ähm, hängen geblieben. Ein Auslandssemester wurden dann am Ende mehr oder weniger drei Jahre. Und wie jeder weiß, äh, ist es ja jetzt auch meine zweite Heimat geworden. Also da gibt's schon sehr viele Parallelen und ich kann das total nachvollziehen, dass man, dass man auf einmal so 'n Zuhause-Sein-Gefühl für 'n Land bekommt, obwohl man irgendwie noch gar nicht alle Seiten davon kennt. Ich glaub, so, so ähnlich war's ja bei dir auch, ne, dass du irgendwie, äh, ja direkt was gespürt hast und gar nicht so genau wusstest, warum.

Ja, also ich sage auch immer, ich mein, ich kann's rational erklären, ja, mehr oder weniger, so wie euch jetzt auch, aber auf der anderen Seite war ich vielleicht einfach in 'nem früheren Leben eine Ayşe, die in der Türkei gelebt hat und sich deswegen jetzt dort einfach wieder so wohlfühlt.

Das kann man nie wissen. Vielleicht hat die auch schon im Wohnmobil gewohnt.

Kann sein.

Was ist es denn genau, was dich so an der Türkei fasziniert und, und was du da so dran liebst, was dich so für die, für die Türkei vereinnahmt hat?

Mhm, zum einen eben die Menschen, also die, die so unglaublich gastfreundlich sind. Du stehst in deinem Wohnmobil, die Türen sind zu, einfach am Straßenrand, jemand klopft und heut-- Also ich, ne, Deutsch wie ich bin, ähm, dachte ich so: „Oh Gott, stör ich jemanden. Versperr ich jemandem die Sicht mit dem großen Wagen." Und dann hat er nur so gemeint: „Ja, ich wohn hier zwei Straßen weiter. Wenn du möchtest, äh, Waschmaschine, sonst was brauchst, dann sag Bescheid."

Oh nein.

Ja.

Oh, wie süß.

Das erinnert mich eins zu eins an Neuseeland, weil da hab ich genau, haben wir genau dasselbe mit demselben eigenen Gedankengut gehabt, dass wir auch dachten: „Oh Gott, was haben wir falsch gemacht?" Und dann kam auch einer und sagte: „Ey, wo seid ihr her? Wo wollt ihr hin? Was macht ihr? Braucht ihr Hilfe?" Also ja, das ist, das ist mega cool und ist auch spannend, weil da, was unser deutsches Gehirn erst mal, ne, quasi damit macht, wenn jemand einfach an unsere Tür klopft, ohne dass wir ihn eingeladen haben oder so.

Oder wenn jemand einfach freundlich ist, dass man dann direkt irgendwie denkt so: „Oh, was will der denn jetzt von mir?"

Ja.

Es ging, ging uns so, als wir mal in Kroatien waren und, und dann, ähm, bei irgend'nem, äh, Eisenwarenhändler kurz 'n paar Sachen gekauft haben und ich hatte fallen lassen, dass, dass wir auch noch 'n Waschsalon suchen. Sagt er: „Nee, Waschsalon gibt's nicht, aber wir haben 'ne Waschmaschine. Kommt einfach rein." Dann haben wir da Wäsche gewaschen.

Ja.

Mitten auf irgend so 'nem Dörfchen und es ist ganz komisch für einen selber, obwohl wir ja auch alle so viel reisen und so viele Menschen kennenlernen und eigentlich bisher, kann man sagen, ausschließlich sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Aber so der erste Impuls ist immer so: „Hoppla, was ist jetzt los?" Und du warst ja auch alleine unterwegs in der Türkei, ne?

Ja. Ja. Also ich bin das allererste Mal bin ich, als ich runtergefahren bin, hatt ich meinen Bruder dabei, weil das war halt auch für mich das erste Mal so 'ne lange Strecke. Und da sind wir dann tatsächlich auch die Mittelmeerroute gefahren und über Griechenland rüber, haben uns auch bissl was angeschaut unterwegs, aber danach, ähm, bin ich eigentlich meistens alleine gefahren, ja.

Hast du dich da jemals irgendwie unsicher gefühlt?

Mhm, auf der Fahrt meinst du jetzt oder in der Türkei?

Nee, in der Türkei in oder insgesamt auf, auf dieser, auf diesen Touren in die Türkei.

Also was jetzt die, die Reise oder Anreise angeht, merk ich halt selber auch immer, dass wenn ich jetzt 'n Land nicht so gut kenn wie jetzt die Türkei, wo ich ja wirklich eineinhalb Jahre gelebt hab, ähm, dann ist da natürlich so 'ne gewisse Unsicherheit. Man muss sich da rantasten. Ich lass dann ungern mein Wohnmobil irgendwie länger alleine stehen und so was. Ähm, aber letztlich ist es halt einfach nur die fehlende positive Erfahrung oder halt eben keine Erfahrung, die man gemacht hat. Und in der Türkei hab ich mich eigentlich nie unsicher gefühlt. Ich war da ab Minute eins, also ich war ja erst mal an der deutschen Schule und war da, da ab Minute eins total gut aufgehoben und hatte Leute, die ich fragen konnte, wenn irgendwas war. Also das war richtig gut und durch diese Anfangserfahrung, sag ich mal, hab ich mich danach dann halt auch sicher genug gefühlt, dass, dass ich mir da eigentlich nie Gedanken gemacht hab.

Und wo wir schon beim Thema Sicherheit sind, ähm, ich find's immer spannend, ähm, was ich so bei anderen auf Insta les. Also grad wenn ich jetzt grad nicht in der Türkei sein kann, dann, ähm, folg ich gern Leuten, die grad dort sind, um mir meine Dosis Türkei abzuholen. Und ma-viele machen ja dann auch am Ende von so 'nem Land 'ne, 'n Fazit und viele schreiben, ähm, dass sie sich eben in der Türkei so, so sicher gefühlt haben wie sonst nirgendwo.

Mhm.

Und das kann ich einfach genauso bestätigen. Also sicherlich ist es in Großstädten was anderes, Istanbul und so was, aber ansonsten, die Türken, die sind einfach superentspannt. Da kann man auch echt eigentlich seinen Schlüssel oder sein Auto offen stehen lassen, wenn man mal ins Meer springt, auch alleine. Das ist ja immer so 'n Thema. Kann ich nicht sagen: „Hier pass mal auf."

Mhm.

Muss ich halt selber gucken, wenn ich klarkomm, aber es ist echt super entspannt.

Es ist übrigens genau dasselbe, ähm, was du erzählst, hatten wir so gefühlt in Albanien, weil du vorhin gesagt hattest, es haben dich auch Leute abgehalten. Bei uns waren auch alle so: „Oh Gott, nach Albanien, was? Ja, oh, das ist aber doch bestimmt gefährlich" und so weiter. Und genau das Gegenteil war halt der Fall. Wir haben uns da wahnsinnig gut aufgehoben gefühlt und auch eben aufgrund dieser Gastfreundschaft, die du auch beschreibst in der Türkei.

Ich find auch, Albanien ist der Türkei in vielen Dingen recht ähnlich. Also ich war ja auch unter anderem in Albanien unterwegs und ich find, da bekommt man schon mal so 'n Vorgeschmack darauf, wie die Türkei ist.

Spannend. Dann wär die Türkei sicher doch 'n gutes Reiseziel für uns auch. Jetzt sprichst du ja sehr gut Türkisch mittlerweile. Ich weiß nicht, ob perfekt oder fließend oder wie auch immer man, äh, es nennen will, aber du kommst auf jeden Fall auf Türkisch sehr gut zurecht. Wenn ich jetzt aber kein Türkisch spreche, mit welchen Sprachen kann ich mich dort bewegen? Auch aufm Land natürlich, in der Stadt mit Sicherheit, äh, in, auf Englisch, aber wenn ich jetzt so auf den Dörfchen unterwegs bin.

Mit Google Translate.

Okay.

Also ich hab, ich hab, ja, eigentlich hält jeder oder packt jeder direkt das Handy aus, wenn er merkt, okay, wir können uns jetzt irgendwie nicht un-unterhalten, sei es auf Englisch, Türkisch oder vielleicht auch Deutsch. Also ganz viele, die ich treffe, die erzählen auch davon, dass sie in Antalya, ähm, mal gearbeitet haben und können da halt auch so 'n paar Brocken Deutsch. Also es reicht selten dafür, um jetzt 'n längeres Smalltalk-Gespräch zu führen, aber so 'n paar Sätze kommen dann doch. Und ansonsten, äh, ja, haben wir zum Glück echt mittlerweile die technischen Helfer, die da auch sehr gern genutzt werden.

Und das ist dann auch für die Leute kein Thema. Also das ist dann nicht so, dass sie dann irgendwie, ähm, ungeduldig werden oder so.

Nee, gar nicht. Das, also, das ist für die irgendwie so das Normalste der Welt, dass du dann dein Handy zückst. Und mittlerweile geht's ja echt so, du sprichst rein, zeigst es dem anderen, das liest du, wird sogar noch vorgelesen. Und sogar die Polizei hat das schon so gemacht.

Ach super. Sind ja fast moderner als bei uns.

In mancherlei Hinsicht, ja. Also vor einigen Jahren war's auch schon so in, gut, es war eher so 'n internationaler Spot, möcht ich meinen, das, äh, also Akyaka, der ist der kleine Ort, in dem ich gern kitesurfen bin. Da war's schon vor einigen Jahren so, dass du im Restaurant auf dem Tisch einfach den QR-Code hattest und darüber das digitale Menü abgerufen hast. Da hatt ich so was, also ich hatte so was in Deutschland noch nicht gesehen, aber ich bin jetzt auch nicht so oft in großen Städten unterwegs. Mag sein, dass es da auch schon so war. Aber ja.

Ja, ich glaub, der Deutsche ist da, n-nicht alle, aber, äh, überwiegend doch eher skeptisch gegenüber allem Neuen und, äh, wartet erst mal ab.

Vor allem wenn's über dieses Internet ist.

Aber wir wollen ja heut nicht über die Deutschen lästern. Wir sind ja selber Teil der Gruppe. Ähm, wie ist es denn jetzt, wenn ich, wenn ich jetzt, also noch haben wir nicht so viel übers Land erfahren, außer d-dass sie sehr gastfreundlich sind und freundlich sind, was ja schon mal sehr, sehr wichtig ist. Ähm, aber trotzdem, wenn ich jetzt quasi vorhätte, äh, mit meinem Wohnmobil nach in die Türkei zu fahren, ähm, und du hast ja vorhin gesagt, du warst zum Beispiel für Albanien nicht richtig vorbereitet. Was, was empfiehlst du denn, was man auf jeden Fall vorher tun sollte, mithaben sollte, vielleicht auch am Fahrzeug machen sollte, wenn man Richtung Türkei unterwegs sein möchte?

Ähm, ja gut, ich mein, so das, den Basic Stuff, sag ich mal, dass der TÜV nicht abläuft während der Fahrt und so weiter. Ich denk mal, das ist selbstverständlich, das brauche ich jetzt hier nicht noch mal nennen. Aber was, ähm, was für die Türkei wichtig ist, ist, dass einmal die Fahrzeugversicherung Asien beinhaltet. Das war bei mir am Anfang nicht der Fall und ja, da war ich auch selber einfach nicht informiert genug. Da hätt ich mir auch gern jemand gewünscht oder irgendeinen Reiseführer, der mich da an die Hand nimmt. Ähm, also das ist wichtig, dass man da vorher das eben entsprechend abklärt und dann e-eventuell die Versicherung wechselt. Man kann auch an der Grenze erst 'ne Versicherung abschließen. Die muss, äh, bar bezahlt werden in Lira, Euro oder Dollar. Und ja, aber da hast du halt als Deutscher nicht so, also ich denk mal, die Papiere sind nicht auf Deutsch übersetzt und dann weißt du halt auch nicht, okay, ich hab zwar 'ne Versicherung, aber was genau deckt die jetzt ab?

Und da macht's natürlich eher Sinn, 'ne Versicherung aus Deutschland zu haben, wo du halt wirklich 'nen Ansprechpartner auch hast, wenn was ist. Und zum zweiten, ähm, sollte der Fahrer oder der Fahrzeughalter gleichzeitig der Fahrer sein, beziehungsweise der Fahrzeughalter sollte dabei sein. Also wenn in den Papieren jemand drinsteht, der nicht im Fa-Fahrzeug mit dabei ist, lassen sie dich nicht rein.

Okay. Oh.

Lässt sich aber auch alles eigentlich ganz gut regeln. Also Bekannte haben mir das eben erzählt, denen ist, ist das pa-passiert, weil die den Firmenwagen vom Vater irgendwie hatten. Und ja, da waren dann die Grenzbeamten auch so nett und haben denen dann Internet gegeben oder telefonieren lassen oder was auch immer, damit sie dann entsprechend das in die Wege leiten konnten, um ein Papier oder 'n Foto von diesem Schrieb dann zuzuschicken.

Okay, das heißt, das, das wär jetzt ein Fall, also zum einen dachte ich jetzt grade an 'n Miet- oder 'n geliehenes Wohnmobil. Bei Mietwohnmobil muss man ja sowieso generell gucken, viele, äh, mit vielen darf man gar nicht ins Ausland fahren oder nur in bestimmte Länder. Also das sollte man grundlegend checken. Aber ansonsten ist es vielleicht noch mal 'n wichtiger Hinweis, dass man sich dann, falls man ein Fahrzeug leiht oder mietet und auch vorhat, in die Türkei zu fahren, dass man sich dann vorher vielleicht auch noch mal schlaumacht, ähm, was quasi da alles, äh, dabei sein soll und ob man das halt auch, ähm, darf mit dem Fahrzeug und wie man sich drauf vorbereitet, wenn man an der Grenze kontrolliert wird. Also das, ne, das sollte man dann im Vorfeld vielleicht noch mal sich schlaumachen.

Mhm. Worauf würdest du sagen, sollte man sonst noch achten, was jetzt vielleicht nicht unbedingt, ähm, das Fahrzeug betrifft, aber die Reisevorbereitungen? Also Stichwort, keine Ahnung, Impfungen, ähm, welche Klamotten nehme ich mit? Äh, w-spezifische, spezifisches Werkzeug. Also wie ist da auch die Infrastruktur? Ich hab wirklich keine Ahnung. Ich, ich red jetzt von der Türkei, als wär das irgendwie so absolutes Buschland, ja. Ist, ist mir klar, aber die Fragen, die Fragen stellen sich ja auch durchaus, ne. Wie, wie ist da auch die Infrastruktur mit Werkstätten, mit Tankstellen, mit, ähm, in den Städten ist klar, aber so auf 'm, auf 'm platten Land, die Türkei ist ja 'n sehr großes Land.

Worauf muss ich mich da einstellen vielleicht auch? Und auch mit Sachen, die ich über die Grenze mitnehmen darf oder auch nicht. Das find ich auch immer ganz wichtig.

Mhm. Ja, also ich denk mal, viele sind schon überrascht darüber, dass die Türkei eigentlich sehr modern ist und sehr westlich. Wobei du sagst grad, die Türkei ist 'n sehr großes Land, das ist richtig. Und ich sprech jetzt hauptsächlich über den westlichen Teil, also die Ägäische Küste und die Lykische Küste bis, äh, Antalya. Weiter hab ich's leider auch noch nicht geschafft, obwohl ich schon so oft dort war, aber irgendwo bleibt man immer hängen. Ähm, also ich war auch im Landesinneren, hab da ein paar Ziele auch schon angefahren. Ähm, genau, deswegen eben, wie gesagt, westlicher Teil, der ist an sich auch sehr westlich ausgerichtet. Man findet zum Beispiel auch in Izmir zum Beispiel, was die Kleidung angeht, auch Leute, die entsprechend, ähm, gekleidet sind und rumlaufen wie bei uns. Aber, ähm, ja, zu den Fragen, mmh, zu den Klamotten: Also es kommt halt drauf an, wann du reist.

In der Türkei kann man durchaus übrigens auch Ski fahren. Das hatte ich auch lange Zeit nicht aufm Schirm. Steht auch ganz oben auf meiner Bucket List, hab ich noch nicht geschafft. Ähm, ansonsten wird an der Grenze eigentlich, mmh, es ist eigentlich 'ne ganz normale Grenzkontrolle, wobei ich jetzt zuletzt die Erfahrung gemacht hab, also selber und auch, ähm, durch andere, dass, ja, Wohnmobile manchmal ein bisschen genauer angeguckt werden. Manchmal muss man auch durch den X-Ray-Scanner, wobei mir das bis jetzt nur passiert ist und ich das nur gehört hab, wenn man mit der Fähre kommt, zum Beispiel über eine griechische Insel. Da ist es wohl einfacher, das Auto da durchzuschicken. Tankstellen gibt's. Also an den Hauptverkehrsrouten mehr als genug, aufm ländlichen Bereich dann eben doch auch weniger entsprechend. Also wenn man da jetzt irgendwie vorhat, länger irgendwie abseits von irgendwelchen bekannten Zielen oder so was unterwegs zu sein, ähm, sollte man vielleicht schon mal früher tanken, als das erste Tankläu-Leuchtchen leuchtet.

Und Werkstätten gibt's auch. Äh, war ich auch schon drin. Ist jetzt auch nicht immer mein Lieblingsgang, in eine Werkstatt zu gehen, aber es waren echt immer sehr gute und sehr positive Erfahrungen. Ähm, wobei es da schon auch Sinn macht, sich vielleicht mal 'ne Werkstatt empfehlen zu lassen von anderen, die schon hier und da und dort waren oder, und oder auch 'n Blick mit drauf zu haben. Also falls es mal irgendwie zu 'nem Missverständnis kommt. Hatte ich zum Beispiel letztens, ich wollte Klimaservice haben und dann wollten sie mir Ölservice machen und ich nur: „Nee, haben wir selber erst vor vier Monaten gemacht, das Öl bleibt drin." Aber ich hab eben auch 'n Blick dafür und hab direkt gesehen so, das ist nicht der Klimaservice hier. Und, ähm, ja, ich glaub, wenn man im Internet auch sich bisschen beliest, das hab ich anfangs auch gemacht. Da gibt's ja dann oft auch so Regeln wie, ja, über die Grenzen darfst du keine Messer mitnehmen und was weiß ich.

Hatt ich bis jetzt noch nie 'n Problem damit. Ähm, haben sie auch nie nachgefragt. Ähm, was halt ganz, ganz wichtig und auf keinen Fall, ähm, passieren darf, ist, dass man aus der Türkei Steine oder sonstiges Zeug mitnimmt. Da war kürzlich auch wieder was. Ich weiß nicht, ob's groß in den Medien war, auf jeden Fall hab ich's mitbekommen. Ähm, da hat eine eben irgendwas, was sie gefunden hat und schön fand, mitgenommen und will's vielleicht in ihren Garten als Deko mitnehmen, aber das ist ganz, ganz, äh, ganz schlimm, wenn man das macht.

Also egal welche Steine, das müssen nicht mal welche von irgendwelchen kulturellen Städten sein, wo man's ja eh nicht macht-

Ja

... sondern auch irgendwelche Steine, die irgendwo rumliegen so und da.

Besser nicht, weil das könnte ja trotzdem irgendwas historisch Wertvolles sein.

Ja, das ist 'n ganz wichtiger Hinweis. Da kommt man jetzt auch nicht unbedingt so direkt drauf.

Ja, weil grad ich, ich hab auch anfangs, ich weiß nicht, ob's die Türkei war oder ein anderes Land, das ist ja in manchen anderen Ländern auch verboten. Ich hab dann auch schöne Steine gefunden. Ich mein, ich hab unter anderem auch Geografie studiert und es gibt sehr schöne Steine.

Mhm.

Aber mach das nicht.

Also da komplett die Finger von lassen und, ähm, ja, wie sieht's mit anderen Sachen aus? Äh, so Muscheln, so was? Ist das auch 'n Problem?

Das weiß ich jetzt ehrlich gesagt nicht.

Also lieber, lieber gar nix mitnehmen.

Lieber gar nichts.

Das ist nämlich in anderen Ländern ja auch 'n bisschen strenger.

Ja.

Ansonsten als Hinweis ist da auch immer der, äh, der Zoll und auch das Auswärtige Amt. Und wenn man auch mal googelt nach, nach Zollbedingungen für das Land, findet man häufig zumindest auf Englisch auch ganz viele Informationen, was erlaubt ist, was nicht erlaubt ist. Das ist jetzt nicht nur für die Türkei, sondern-

Mhm

... macht generell für jedes Land, äh, Sinn, das einmal zu checken, weil's ja doch immer mal wieder auch überraschende Dinge gibt, wie das mit den Steinen, ne. Das ist zwar jetzt im Nachgang, wenn man's so 'n bisschen erklärt, logisch so, weil vielleicht die Gefahr ist, dass Leute auch irgendwelche historischen Städten dann, na ja, nicht plündern, aber Dinge mitnehmen. Aber wie gesagt, checkt das einfach im Internet. Checkt, äh, die, die Zollbedingungen. Da habt ihr dann 'n ganz gutes Gefühl dafür, was erlaubt ist, was nicht.

Ja, man muss ja sagen, vor allem wir Deutsche haben ja ganz schön viel aus der Türkei mitgenommen. Ich sag nur Pergamonmuseum in Berlin. Da steht einiges, was woanders hingehört.

Ist voller, da ist die halbe Türkei drin.

Richtig. Ja, also da, ja. Und das ist auch wichtig, ähm, wo wir grad dabei noch sind bei den Zollbestimmungen für die Transitländer. Also es ist, man soll jetzt nicht nur gucken, was ist in der Türkei erlaubt, sondern ich fahr ja auch durch die anderen Länder und die haben teilweise noch mal andere Grenzmengen. Da kann ich jetzt nicht sagen, ich bring jetzt X Liter Wein oder sonst was aus Deutschland mit-

Mhm

... die jetzt vielleicht für die Einfuhr Türkei okay wären, aber zwischendrin sagt ein, ein Land: „Nee, du darfst zum Beispiel nur 'n halben Liter mitnehmen", oder so. Also wenn man da ganz sicher gehen will, soll man wirklich jedes Land checken.

Wein in andere Länder mitbringen ist ja sowieso 'n bisschen beharrlich vor die Säue. Es gibt ja nu eigentlich wirklich in jedem Land auch Wein. Das ist ja Quatsch, welchen mitzunehmen.

Ja.

Außer, außer nach Norwegen, weil da kannste ihn nicht bezahlen.

Ja, in der Türkei ist es tatsächlich auch sehr teuer.

Ach echt?

Ja, okay.

Also 'ne Bekannte von mir, die nimmt immer 'n ganzen Koffer voller Süßigkeiten mit zum Verschenken und eben ganz viel Alkohol, weil der in der Türkei so teuer ist.

Okay.

Da komm ich auch gleich noch mal drauf, wenn wir, wenn wir nachher noch mal über Lebenshaltung, so und Reisekosten und so weiter sprechen. Aber jetzt hattest du ja schon die Transitländer angesprochen. Dann würd ich da gerne auch noch dabei bleiben, und zwar bei den Anreiserouten. Ähm, welche sind denn auch unter den aktuellen, äh, politischen Gegebenheiten ma, gut machbar oder empfehlenswert?

Mhm, soweit ich weiß, gibt's da jetzt grad keine politischen Dinge, die man jetzt beachten sollte oder die jetzt irgendwas verhindern würden. Ähm, also empfehlenswert ist, wenn man viel Zeit hat und auch unterwegs noch einiges mitnehmen will. Viel Zeit, mein ich jetzt mindestens drei Wochen, ähm, dann kann man die Mittelmeerroute fahren. Äh, ich hatte damals, ich glaube, in neunzehn Tagen durchschnittlich zweihundertsiebzig Kilometer am Tag oder zweihundertfünfzig, was schon relativ viel war. Also da lieber ein bisschen mehr Zeit einplanen. Lohnt sich auf jeden Fall, die Mittelmeerküste runter, Albanien, Griechenland. Richtig schön. Ähm, wenn's schnell gehen soll und das war bei mir zuletzt oder ist bei mir meistens der Fall, dann fahr ich über Österreich, Ungarn, Serbien, Bulgarien in die Türkei.

Das ist so eine der Hauptrouten. Alternativ, ähm, das hatte ich auch einmal, da haben wir Ungarn gemieden, weil das, das war aber aufgrund von Corona ein organisierter Konvoi und da gab's irgendwelche Differenzen zwischen Deutschland und Ungarn. Da sind wir dann von Serbien aus nicht nach Ungarn, sondern Slowenien, Kroatien, Österreich gefahren. Das geht auch. Also machen auch so manche, weil sie die Strecke vielleicht schöner finden oder unterwegs noch das eine oder andere anschauen wollen in den Ländern. Manche Leute fahren auch statt über Serbien über Rumänien. Da hat man den Vorteil, dass man nicht, ähm, aus der EU ausreist, weil Rumänien ja auch ein EU-Land ist, Serbien allerdings nicht. Und das ist halt auch der Punkt. Also ab der Grenze Ungarn, Serbien fangen halt, ich sag mal, die unangenehmen Grenzkontrollen an oder überhaupt Grenzkontrollen.

Und ja, die mag ich immer auch so gar nicht, aber ich hab halt gehört, dass wenn man jetzt über Rumänien zum Beispiel fährt, dass es sich zeitlich eigentlich nicht viel nimmt, weil du da quasi keine sonderlich gut ausgebauten Straßen hast und dann fahr ich eben lieber über Serbien und weiß mittlerweile aber auch ein, zwei Tricks, um nicht so ewig an den Grenzen warten zu müssen, je nachdem, zu welchem Zeitpunkt man dort ankommt.

Und sind das geheime Tricks, die du lieber nicht verrätst, damit sie sich nicht rumsprechen oder kannst du die mit unseren Hörern exklusiv teilen?

Wir sind unter uns. Kann ich sehr gerne ganz exklusiv teilen. Ja, also viele wissen's wahrscheinlich schon. Es ist so, dass zum Beispiel Ungarn, Serbien, die Grenze dauert immer ewig, egal in welche Richtung. Und wenn man auf der Autobahn bleiben will, dann stellt man sich Richtung Türkei ganz rechts an, weil tendenziell rechts weitere Schalter geöffnet werden können und dann da kann man schneller mal nachrücken. Wenn man möchte, kann man auch über Landstraße fahren. Das geht meistens schneller. Ist zwar meist natürlich überall knallviel los, aber, ähm, ich bin meistens bisschen in der Nebensaison unterwegs, also September, Oktober, so was, November. Und da kann man dann über Szeged nach Röske, glaube ich, so heißen die beiden Städte. Ja, genau. Da kann man über die Landstraße fahren und das hat den Vorteil, das ist 'n superkleiner Grenzübergang.

Da sind die beiden Landesposten direkt hintereinander. Manchmal ist auch da die Schlange sehr lang, aber es geht ganz gut. Da muss man allerdings beachten, ich hab jetzt das Foto nicht da, aber da ist auf dem Schild auf jeden Fall 'ne Höhenbeschränkung schon angegeben, weil die Grenze nicht sonderlich hoch ist, aber ich mit meinen zwei Meter achtzig bin da problemlos durchgekommen.

Okay.

Ich glaub, drei Meter oder drei zehn, irgend so was.

Ja, kann für den einen oder anderen Alkoven ja knapp werden.

Ja.

So, das ist auf jeden Fall noch mal 'n guter Hinweis. Also wenn ihr 'n sehr hohes Fahrzeug habt, dann doch lieber Autobahn und ansonsten, ja, ist wahrscheinlich auch immer 'n bisschen Glück, wie der Tag gerade läuft, ne, wo, wo jetzt mehr oder weniger los ist.

Genau, die Land, äh, die Grenze an der Landstraße hat eben leider auch nachts nicht geöffnet. Das muss man noch beachten. Also da muss man einfach je nach Moment entscheiden, wo fahr ich lang und was passt jetzt für mich und mein Fahrzeug.

Du hast ja auch, ähm, Anreiserouten in deinem Türkei-Reiseführer in deinem Buch beschrieben, soweit ich mich erinnere. Ähm, gibt's da auch noch irgendwie konkretere Tipps, dass wir das dann auch noch mal in die Show Notes packen? Also so die genauen Routen zum Beispiel oder, ähm, auch Infos, äh, was man vielleicht auch vorbereiten muss zum Thema Maut et cetera.

Mhm.

Gibt's in der Tür-- Gibt's in der Türkei 'ne Maut?

Ja, also in der Türkei, da kauft man sich quasi so 'n Prepaid-Kärtchen oder so 'n Prepaid-Kleber, den man vorher aufladen muss und dann entsprechend durch die, äh, Stationen durchfährt. Und da kann man mittlerweile auch online dann eben nachschauen, wie viel Guthaben noch drauf ist und ob man's aufladen muss. Oder sollte man auch tun. Ähm, genau.

Und das muss ich mir dann in der Türkei holen oder kann ich das, ähm, schon mal hier vorbestellen?

Das geht erst in der Türkei, ja. Also da gibt's dann entsprechende Stationen auch direkt schon nach der Grenze. Diese Maut nennt sich HGS und entweder sieht man eben dieses HGS-Logo und fährt dahin, weil die verkaufen das dann. Oder, ähm, man geht zur Post, PTT, in den größeren Städten, da bekommt man das dann auch. Und man hat nach dem ersten Durchfahren von so 'nem bezahlpflichtigen Posten dann auch zwei Wochen Zeit, um das zu machen. Also es muss nicht unbedingt ganz am Anfang passieren.

Ah, das ist ja gut.

Man muss jetzt nicht an der Grenze warten. Genau.

Okay.

Wenn man jetzt zum Beispiel nachts einreist, hat natürlich da auch nix offen oder die meisten haben wahrscheinlich zu oder manchmal geht das System nicht oder so was. Dann hat man auf jeden Fall noch 'n bisschen Zeit. Und weil du grad noch das Buch angesprochen hast und die Anreiserouten, ich hab in meinem Buch auch zu jedem Land noch mal, mm, 'ne Seite plus minus stehen mit eben Infos zur Maut und den verschiedenen Klassen, was es kostet oder ja, was und, ähm, auch noch 'n paar Infos zum Land. Äh, die wichtigsten Wörter, um schon mal an der Grenzstation 'nen guten Eindruck zu machen. Guten Tag und danke schön in der jeweiligen Landessprache natürlich. Und, ähm, es sind auch 'n paar Campingplätze oder Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Route genannt, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht hab und die ich gern immer wieder anfahr.

Wie ist denn guten Tag und danke schön auf Türkisch?

Also guten Tag oder Hallo heißt merhaba und auch iyi günler für guten Tag und danke schön heißt teşekkürler.

Gut, ich hoffe, liebe Hörerinnen und Hörer, äh, merhaba.

Sehr gut.

Und teşekkürler.

Super.

Ja, guck mal. Also ihr habt's euch hoffentlich gemerkt und seid jetzt, äh, bereit für die Einreise oder für die nächste Konversation mit eurem lokalen Dönermenschen. Da kann man das nämlich auch ganz gut anwenden.

Und die freuen sich bestimmt auch über so, hm, über solche Aufmerksamkeiten, sag ich mal, die wir bei uns in Deutschland zum Beispiel gar nicht haben. Also das heißt jetzt, beim Dönermann oder, ähm, auch so, wenn man in ein Geschäft kommt in der Türkei, dann wünscht man erst mal „Kolay gelsin". Das heißt so viel wie: „Die Arbeit möge dir leicht fallen."

Oh.

Oder auch wenn man auf der Straße, keine Ahnung, Müllmann oder sonst was trifft, das wird sich eigentlich immer gewünscht und das find ich halt auch super, super schön. Das sagt auch schon viel aus über das Miteinander in der Türkei.

Das find ich schön.

Und dann fällt man auch nicht direkt als Tourist auf.

Ja, das auf jeden Fall. So, so 'n bisschen die paar zwei, drei wichtigen Worte lokale Sprache, äh, sich einmal, äh, einzubläuen. Für mich ist das immer sehr anstrengend, aber hilft auf jeden Fall. So, das bringt einen zwar dann auch öfter in die Situation, dass die Leute dann gleich oder dass manche davon ausgehen, dass du die Sprache sprichst und dann gleich natürlich weitersprechen in der Sprache. Da musst du erst mal einbremsen, ähm, aber das, das ist ja nix Ungewöhnliches und auch nicht schlimm. Äh, halt einfach, ich versuch mir mittlerweile auch dann noch, äh, mehr sprech ich nicht oder ich lerne noch quasi mit, mit einzuprägen, sodass dann klar ist, okay, das, äh, bis hierher und jetzt müssen wir halt, äh, irgendwie anders weiterkommen.

Ja.

Und okay, jetzt, jetzt wissen wir, wie wir hinkommen. Und, ähm, wie ist denn generell so die, die Infrastruktur, Campingplätze, Versorgung, Entsorgung und so weiter in der Türkei?

Also man braucht da jetzt nicht, äh, davon ausgehen, dass es so ist wie zum Beispiel in Deutschland. So was wie, ähm, ganz klassische Stellplätze gibt's eigentlich gar nicht. Also es gibt entweder Campingplätze in allen, äh, ja, Ausstattungsvarianten von luxuriös bis, ja, eher überarbeitungsbedürftig. Und dann gibt's eben Parkplätze, also ganz normale Parkplätze. Wenn man Glück hat, ist da vielleicht eine Toilette in der Nähe oder 'n Park. Aber ja, das ist so das, das, die beiden Dinge, die's eigentlich gibt. Und ich steh ohnehin die meiste Zeit frei. Ähm, ich fahr dann meistens mal auf 'nen Campingplatz, wenn ich 'ne Waschmaschine brauch, weil, ähm, die Waschmaschinen- und Waschsalonsituation in der Türkei ist, äh, verbesserungswürdig.

Also so was gibt's da eigentlich nicht, ne. Man kennt's zum Beispiel von Griechenland, da gibt's irgendwie überall Waschsalons.

Mhm.

Aber-

Spanien ja auch und Frankreich, ne.

Ja, 'n Traum.

Mhm.

Und in der Türkei hab ich mal 'n Spruch gelesen, als ich das mal recherchiert hab, da hieß es: „Den Waschsalon in der Türkei erkennst du an der Wäscheleine im Garten." Also ansonsten hat jeder seine eigene Waschmaschine.

Und die Campingplätze, wie, wie dicht oder rar sind die so gesät? Wie, also wie muss ich mir das vorstellen, gerade im ländlichen Raum, so alle wie viel Städte, Dörfer, Kilometer kann ich da was finden? Ist das eher so sehr verstreut oder gibt's da auch ein etwas dichteres Netz?

Ähm, also tendenziell findet man Campingplätze natürlich eher da, wo auch die Touristen sind. Also an der Küste klar viel mehr als jetzt irgendwie im Landesinneren. Ähm, und im Landesinneren würd ich sagen, eigentlich auch eher nur oder hauptsächlich an Touristenattraktionen, weil die Leute müssen natürlich auch gucken, lohnt sich's, so was aufzubauen. Wenn kaum jemand vorbeikommt, dann tendenziell natürlich nicht. Deswegen eher in den größeren Städten oder da, wo's eben was gibt für die Touristen. Und da hat man jetzt in manchen Städten tatsächlich, wie jetzt zum Beispiel in Kaş an der Südküste, 'ne sehr große Auswahl an Campingplätzen und in anderen, da gibt's halt einen Campingplatz.

Und du hattest gesagt, du stehst eigentlich meistens frei. Wie ist da die rechtliche Situation? Ist es geduldet? Ist es erlaubt? Und auf was muss ich da vielleicht aufpassen?

Also mein Informationsstand ist, dass es nicht rechtlich geregelt ist und insofern geduldet. Allerdings, also die Türkei ist grundsätzlich nach wie vor 'n Freisteh-Paradies. Deswegen bin ich da auch so gern unter anderem. Aber auch in der Türkei wurd's in den letzten Jahren einfach sehr extrem, was diesen, was Wohnmobile angeht. Die Türken, die sind jetzt mittlerweile auch voll auf den Zug mit aufgesprungen. Und, ähm, da kann's oder kommt's mittlerweile tatsächlich hier und da vor, dass man dann doch weggeschickt wird.

Okay, also überall da, wo's halt übertrieben wird, genauso wie hier bei uns auch, kommen dann so langsam die Regulierungen.

Ja, und da darf man sich auch mal drauf einstellen, dass es auch vorkommt. Das war's bei mir das Späteste, ich glaub, elf Uhr, also dreiundzwanzig Uhr nachts. Ich glaub, einmal auch später wurde schon mal bei mir am Wohnmobil geklopft. Ich mein, ich steh halt auch gern einsam und ich weiß, die Polizei, die muss natürlich auch mal 'n bisschen gucken, dass in ihrer Region den Touristen nix passiert und dann schicken die dich halt lieber weg.

Mhm.

Äh, oder stellen dich halt oder sagen halt: „Hier, fahr bitte da und dahin, da ist es sicherer", ähm, um da irgendwie irgendwelche Eventualitäten auszuschließen. Aber ich denk mir halt immer, wenn ich irgendwo bin und da ist eh niemand, was soll schon passieren?

Ist wahrscheinlich sicherer, als irgendwo in der Stadt sich da hinzustellen.

Ja.

Und dann natürlich, wenn man weggeschickt wird, so wie in anderen Ländern auch, nicht groß rumdiskutieren, sondern einfach Sachen packen, wegfahren, ne?

Ja, ja genau. Also die Polizisten, die sind grundsätzlich eigentlich sehr nett. Also es gibt sicherlich auch Ausnahmen, aber ich hab nur gute Erfahrungen gemacht. Und ja Da ist man einfach kooperativ. Ich hatte meistens das Glück, dass es hieß: „Ja, du kannst jetzt noch heut Nacht da stehen und fährst dann halt morgen früh weg." Aber jetzt zuletzt hatte ich jetzt diesen Herbst tatsächlich einmal die Situation, dass es hieß: „Mhm. Nee, hier ist nicht gut. Wir eskortieren dich jetzt mal, folg uns mal bitte und dann kannst du da bleiben." Denen hat's eben nicht gepasst, dass ich an 'nem dunklen Ort stand. Die wollten einfach nur, dass ich irgendwo stehe, wo Beleuchtung ist.

Okay, ja gut. Äh, ob das dann so sinnvoll ist, das lass ich mal dahingestellt. Aber so wie du das jetzt beschreibst, auch mit der, mit dem Campingplatznetz und insgesamt mit der Infrastruktur, wär's ja dann aber schon ratsam, mit 'nem Fahrzeug unterwegs zu sein, das zumindest für einige Tage autark ist, dass man da so'n bisschen unabhängiger ist, oder?

Macht auf jeden Fall Sinn, ja. Aber ich glaub sonst, also wenn man sich jetzt wirklich jeden Tag irgendwo an Strom anstöpseln muss, glaub ich, wird's schwierig. Dann muss man, glaub ich, echt sehr gut vorplanen und ist dann halt eben wirklich drauf angewiesen, okay, wo gibt's jetzt den nächsten Campingplatz? Es gibt auch oder eben die nächste, ja, ja, also Stellplatz, ja, Campingplatzmöglichkeit. Ähm, ansonsten, was jetzt Wasserversorgung zum Beispiel angeht, wenn wir jetzt mal dort bleiben, da gibt's eigentlich ganz oft entlang der Straße Möglichkeiten. Es ist nicht immer so, dass man seinen Schlauch anschließen kann. Manchmal geht's mit Kanistern besser, aber man kommt immer recht einfach an Frischwasser. Und ja, Abwasser muss ich jetzt auch einfach mal nennen.

Es gibt leider nicht so viele Möglichkeit, das Abwasser zu entsorgen. Manche von den neueren und besseren Campingplätzen haben Möglich-Möglichkeiten, aber ja, der Türke, der lässt halt einfach seinen Abwassertank offen. Und ja, das war mir das angeleuchtet.

Das wollen wir jetzt mal nicht als Tipp weitergeben, aber gut, wenn's keine andere Möglichkeit gibt, dann...

Ja, also ich schau halt dann auch immer, dass ich entsprechend natürliche Produkte verwend und jetzt nicht irgend-irgendwelche, irgendwelches Chemiezeug da reinschütte oder so, Punkt eins. Und zum anderen ist es, denk ich, immer noch besser, wenn halt überall 'n bisschen was ist, jetzt so aus Türken Sicht, als dass ich jetzt irgendwo hundert Liter Abwasser hinkipp. Und ja, natürlich kann man das auch auf irgendwelchen, äh, in irgendwelchen Gullys oder so was leiten, aber es ist nicht so, dass wie bei uns alles irgendwie in 'ne Kläranlage leitet, landet. Manchmal geht's dann halt auch einfach straight ins Meer.

Mhm.

Okay, also wär auf jeden Fall auch so 'ne, 'ne Trocken Schrägstrich Trenntoilette 'ne sinnvolle Geschichte und dann zumindest auch die Toilettenentsorgung deutlich einfacher hat, weil Müll, Mülleimer und so weiter wird's ja wahrscheinlich geben.

Ja, gibt's auch entlang der Straße ganz öffentlich große Müllcontainer. Und ja, genau. Also es muss sich jetzt jeder, der in die Türkei will, auf Trenntoilette umrüsten. Ich hab's gemacht, weil ich's für mich besser fand. Ich habe aber kürzlich auch schon den, die Meinung gehört, die ich auch verständlich finde, dass man jetzt nicht das, äh, Müllsystem, was vielleicht auch nicht unbedingt das Beste ist, jetzt auch noch mit seinen Fäkalien belasten muss. Sondern, ähm, wenn man jetzt zum Beispiel 'ne Chemietoilette hat und da einfach die Chemie weglässt und regelmäßig kleine Mengen ausleert, kann die Natur damit sicherlich noch besser umgehen als mit dreißig Liter Chemie und so.

Ja.

Und wie schaut's mit, wenn wir gerade bei Autarkie sind, wie schaut's mit dem Thema Gas aus? Gasflaschen wird's ja vermutlich andere geben wieder in der Türkei. Gibt's überhaupt Gasflaschen?

Ja, das war mein großes Glück. Ich bin da völlig naiv hingefahren und hatte damals halt auch so, ja, 'nen normalen Alkoven-Camper mit Platz für zwei Gasflaschen. Und irgendwann war die leer und dann musste ich halt auch mal gucken, okay, wie schaut's denn jetzt hier aus? Ähm, damals war's noch so, also ich hab 'ne Gasflasche bekommen, die hat, glaub ich, einen Liter mehr als die Deutschen. Ich glaub, die Deutschen haben elf, dort haben sie zwölf Liter. Sind dementsprechend auch 'n bisschen minimal größer im Umfang und oben haben sie noch zum Schutz so 'n Metallring dran. Also in manche Fächer, je nachdem, wie die konzipiert sind mit der Öffnung, passen die nicht unbedingt rein. Die genauen Maße hab ich bei mir auch im Buch stehen mittlerweile. Ähm, aber der Anschluss, der passt. Also wenn man zwei Dichtringe beilegt. Mittlerweile hab ich gelernt, dass man auch den Gasadapter Nummer vier benutzen kann.

Das ist quasi zweimal das gleiche Gewinde plus Dichtung innen drin, eben schon dann die sichere Variante sozusagen. Und, äh, mittlerweile hab ich's, also ich hab meinen Van jetzt komplett auf Türkei ausgerichtet. Ich hab 'nen LPG-Tank dran und das ist einfach das Entspannteste.

Also das heißt, Gastankstellen für LPG, das gibt's wiederum dann häufiger.

Ja, ich mein sogar an jeder Tankstelle bekommt man LPG genauso wie AdBlue. Also die Türken, die haben super viele Autos, auch die alten noch auf LPG umgerüstet, was dort wohl recht günstig ist. Und, ähm, ja, tanken natürlich günstig. Ich weiß nicht, ob's für die auch steuerlich 'nen Unterschied macht, aber das ist dort, finde man, überall eigentlich, ja.

Und beim Thema Strom, weil's mir gerade einfällt, es ist ja unser Gehirn beim Thema Camping funktioniert ja in Richtung alles, was so EU ist, ne, alles, was da so genormt ist mit den Steckersystemen und so weiter. Was gibt's denn für 'n, ähm, Stecker, Stromstecker in der Türkei?

Ach so, den gleichen wie bei uns.

Ach, das ist ja praktisch. Und muss man da auch dann auf den Campingplätzen diese blauen CEE-Stecker verwenden oder ist es einfach der normale Schukostecker?

Mhm, also auf den einfacheren bekommst du einfach 'n Kabel hingelegt. Das ist dann der normale Stecker. Ich überlege grad, ob ich schon mal den blauen gebraucht hätte. Also es macht sicher Sinn, den blauen auch mitzunehmen, weil es doch auch neuere Campingplätze gibt, die das System vielleicht schon haben, aber das weiß ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht, weil ich einfach immer nur mit Solar unterwegs bin und mich quasi nie, fast nie ans Stromnetz anschließe.

Ja, ich glaub, es ist generell 'ne schlaue Geschichte, wenn man Deutschland verlässt mit 'nem Campingfahrzeug, auch wenn es nicht, äh, erlaubt ist, aber einen Schukostecker und einen CEE-Stecker dabei zu haben und auch die entsprechenden Adapter vom einen aufs andere. Ich glaube, damit fährt man auf jeden Fall gut. Das ist 'ne sehr beschaubare Investition, wenn man halt auf Landstrom angewiesen ist von, von zehn, zwanzig Euro. Und, äh, dann steht man zumindest wasser, äh, wasserstrommäßig nicht aufm Trockenen. Also ich glaube, das, das können wir generell für nahezu jedes Land empfehlen-

Ja, auf jeden Fall

... einfach den Adapter dabei zu haben.

Übrigens auch für Deutschland. Da hatten wir auch schon Campingplätze, ähm, wo's eben keinen CEE-Anschluss gab. Und das ist schön, wenn man sich an die Regeln helft, es hält. Es hilft einem halt nur nicht, wenn's dann die regelkonformen Anschlüsse nicht gibt und dann steht man da irgendwie im Zweifel, ähm, 'ne Woche oder zwei Wochen ohne Strom. Das geht ja nicht.

Was denn sonst noch wichtig, was man dabei haben sollte? Fällt dir noch irgendwas ein, was wir jetzt nicht genannt haben?

Mhm.

Ein Ventilator, wenn du im Sommer fährst oder 'ne Klimaanlage.

Äh, guter Punkt. Wie ist denn, wie ist denn das Wetter, äh, in der Türkei? Also mir ist, mir ist klar, dass es darauf keine, keine einfache Antwort gibt, weil das ist ja genauso wie hier. Es kommt drauf an und es ändert sich auch. Aber generell so vom, vom Klima her, wie, wie ist es in der Türkei? Vor allen Dingen in den Gebieten, in denen du jetzt unterwegs warst, so, also westlicher Bereich, die Küsten.

Also im Sommer ist es, äh, fangen wir erst mal damit an, äh, kann's halt auch sehr heiß werden. Ähm, und ich glaub, jeder weiß selber so für sich, was er für 'n Typ ist, ob er jetzt für Hitze mag oder nicht. Ich bin schon eher der Typ, der Wärme mag, aber Hitze irgendwann ist für mich dann auch gut. Also jenseits der 35 Grad, ach, ist mit mir dann auch nicht mehr viel los. Das heißt, ich meide meistens, äh, Juli, ja, Juli und so die erste Augusthälfte. Ich würd sagen, auch, ja, so ab Mitte August fängt's dann langsam an, 'n bisschen, äh, abzukühlen, mehr oder weniger. Und das bedeutet also, ja, im August hast du locker noch die 35 Grad und auch drüber. Grad jetzt im Süden natürlich, je weiter nördlich du kommst, desto, ja, kühler ist es mehr oder weniger und ich bin auch teilweise im August dann schon auf Berge geflüchtet.

Zum Glück gibt's hier und da dann doch auch nicht nur Hügel, sondern auch, ja, wahrscheinlich sind's doch nur Hügel, aber trotzdem paar Höhenmeter, die man eben machen kann. Und mit jedem 100 Metern sinkt ja im Durchschnitt die Temperatur um ein Grad, was dann eben auch nachts 'n großen Unterschied macht, dass man, ob, ob du jetzt halt schlafen kannst oder nicht.

Mhm.

Und wenn halt nachts das Temperatur, äh, die Temperatur nicht unter 30 Grad fällt, dann halt selbst ich's nicht mehr aus. Aber zum Vergleich dann gleicher Zeitraum, am nächsten Tag oder nächste Nacht bin ich auf 'n Berg gefahren, da hatte ich nachts dann angenehme 24 Grad. Das war dann schon 'ne ganz andere Geschichte. Und-

Okay, also ja, kommt halt wirklich immer drauf an, wann und wie. Also sollte man sich sowohl nach lokaler als auch eben aktueller zeitlicher Gegebenheit so 'n bisschen umgucken, wie das Wetter ist. Das, also ich seh halt auch immer die Fragen in jeder Auslandscampinggruppe: „Wie ist'n das Klima?" Ja, unterschiedlich und es verändert sich auch noch jedes Jahr. Ähm, aber generell fliegen ja auch viele in den Süden, in die Türkei, äh, die klassischen Antalya und so weit Urlaubsregionen. Warum machen sie das? Weil Sonne scheint und heiß ist.

Ja.

Ähm, äh, ich glaube, das, das kann man auf jeden Fall sagen und je nördlicher, desto kälter.

Genau. Und wer's eher so 'n bissl, äh, moderater mag, so wie ich, sag ich mal, ähm, für den ist die beste Reisezeit tatsächlich der Frühling. Zusätzlich ist im Frühling noch sehr grün und eben der Herbst. Den Herbst mag ich super gerne, einfach um den Sommer zu verlängern. Für einen Seite bin ich halt vorher noch in Deutschland oder war ich jetzt die letzten Jahre oft in Deutschland, aber im, spätestens Anfang September ging's dann immer in die Türkei und da hast du halt echt noch, je nachdem, wo du dich aufhältst, bis, war's jetzt dieses Jahr, da war ich bis Anfang November in der Türkei, auch noch in Antalya und sogar in Antalya dachte ich mir so: „Boah, es ist irgendwie noch ganz schön warm für die Jahreszeit." Aber das haben auch die Leute vor Ort gesagt, dass es normalerweise um die Jahreszeit nicht mehr unbedingt so warm ist. Also wie du sagst, da gibt's Spielraum und alles, was dann in Richtung, ja, Dezember geht oder auch bis in den März hinein, so das Winterhalbjahr, sag ich mal, da kann's dann schon auch mal, äh, nicht nur regnen, sondern schütten und nicht so wie bei uns mal 'ne Stunde, sondern das geht dann auch mal 'n paar Tage lang.

Also das kann dann schon auch echt fies sein, wenn man da jetzt, ja, nur zwischendurch mal kurz raus kann, wenn's vielleicht mal aufhört. Und die Türkei ist ja jetzt auch nicht so auf Indoor-Aktivitäten ausgelegt. Also wenn's schön ist, dann kann man da echt tausend Sachen machen, aber wenn's dann kalt ist und regnerisch, ja, dann gehst du mal ins Hammam oder so. Aber viel mehr ist da nicht oder ins Einkaufszentrum.

Okay.

Also überwintern in der Türkei, weil dazu, wir haben ja auch immer wieder Fragen, so: Was sind gute Überwinterungsziele? Würdest du dann sagen, kann man machen oder lieber nicht?

Kann man definitiv machen und wenn man's warm möchte, dann würd ich jetzt so echt die Region Antalya oder auch die lykische Küste empfehlen. Das ist so relativ weit südlich, sag ich mal. Aber ähnlich wie man's vielleicht auch schon von Griechenland gehört hat, ist auch da jeder Winter anders. Es gibt Winter, die sind nicht so nass. Es gibt Winter, die sind sehr verregnet. Das ist immer so 'ne kleine Überraschungstüte.

Also man hat keine Wettergarantie.

Nee, leider nicht. Leider hat man ja--

Schade, weil wir suchen ja auch immer nach, nach schönen Alternativen, wo man die kalten Monate bleiben kann.

Ja. Andere Erdhalbkugel, würd ich sagen.

Mhm, ja. Das ist im Moment ja die... Ja, wobei ist nicht die andere Erdhalbkugel, aber Mexiko funktioniert für uns da sehr gut, muss ich sagen.

Wie sieht es denn noch, ich sag mal, so bezüglich Verhaltensregeln für Touristen, ähm, aus? Frage auch, weil's jetzt grade, äh, in Thailand oder auch in vielen arabischen Ländern ist, ne, dass man ja sagt, Schultern bedecken, nicht unbedingt kurze Hosen, äh, grade wenn man zu bestimmten, ähm, Lokalitäten geht. Wie ist es in der Türkei?

Ähm, ähnlich, würd ich sagen. Also sei es jetzt auch Griechenland oder Türkei, wie du sagst, gewisse Lokalitäten, also Moscheen oder so was, da muss man definitiv bedeckt rein, ähm, vor allem als Frau. Und grundsätzlich sag ich einfach immer: „Pass dich den Locals an, schau, wie die rumlaufen", weil spätestens wenn du von allen komisch angeguckt wirst, dann ist es dir selber unangenehm. Und, ähm, soweit ich das gehört hab, ist es auch so, dass man jetzt, je weiter man in den Osten der Türkei kommt, desto traditioneller ist es. Und, ähm, ja, da würd ich mir dann wahrscheinlich auch eher weite lange Hosen kaufen und 'n bisschen was, was halt luftig ist, aber eben länger geschnitten. Und was sonst die Verhaltensregeln angeht, ja, ich denk mir immer, die meisten, die kommen in die Türkei, weil sie Urlaub machen wollen.

Da geh ich jetzt auch nicht irgendwo hin und diskutier großartig über die Politik, egal wie gut oder schlecht's mir gefällt, vor allem nicht in der Öffentlichkeit. Und ich denk, das ist schon mit das Wichtigste.

Und wie ist es so mit Dinge wie in der Öffentlichkeit trinken oder solche Geschichten? Also ich kenn das halt auch aus verschiedenen Ländern, die auch gar nicht muslimisch geprägt sind teilweise, dass du zum Beispiel au-in-auf öffentlichen Plätzen oder öffentlich sichtbaren keinen Alkohol trinken darfst. Da darfst du dich dann auch nicht irgendwo mal mit deinem Bierchen hinsetzen oder rauchen oder Ähnliches.

Mhm. Also da ist mir jetzt nix bekannt, dass-- Ich weiß nicht, ob's vielleicht in Istanbul da irgendwas gibt, dass man hier und da vielleicht nicht Alkohol trinken darf an gewissen Plätzen oder so was, aber ansonsten, ähm, darf man das überall und wird auch überall gemacht. Allerdings, also in Restaurants ist es offiziell verboten. Das fand ich jetzt mal wieder ganz schön, als ich in Serbien in 'nem Café saß und da alle gequalmt haben. Dachte ich mir: „Ah, wie schön ist es in der Türkei", wobei man da eh meistens draußen sitzt und draußen wird natürlich auch geraucht am Nachbartisch, okay. Ja, genau. Ja, also die Türken, die rauchen gerne und viel und schmeißen ihre Stummel auch überall hin.

Oh.

Also das kann mancherorts schon echt nervig sein. Ich pack dann auch oft, wenn ich weiß, ich bin an dem Ort jetzt eh immer länger, dann zuerst meine Mülltüte aus und sammel ein. Manchmal sammeln die Türken mit, aber die verstehen nicht so wirklich, dass die kleinen Müllstummel, äh, Zigarettenstummel dann halt doch manchmal noch schlimmer sind für die Umwelt als ein Taschentuch.

Mhm. Mhm.

Ja, das ist so, also ich muss, ich sag ja immer, man ist oder man muss mit vielem flexibel sein im Kopf, wenn man in 'n anderes Land geht, grad wenn's auch 'ne andere Kultur hat. Und ich kann mich mit viel, an viele Dinge anpassen. Das heißt jetzt auch der chaotische Verkehr oder so was. Aber dieses Müllding, da muss ich mich einfach immer wieder mal drüber aufregen, weil ich's echt schlimm find.

Mhm.

Ja, letz-- Also es ist auch 'n schwie... Also generell sind ja alle Dinge, die man sozusagen versucht, anders zu machen, schwierig, wenn man dann wohin kommt, wo's nicht so ist. Ähm, erwisch ich mich auch immer dabei, aber auf der anderen Seite sind wir halt dann zu Gast woanders auch. Wir können natürlich mit Menschen, wenn sie uns fragen, darüber reden und Dinge erklären, aber halt, ich find's auch schwierig, irgendwie hinzugehen und zu missionieren. Ähm, also im Zweifel dann bleib halt weg, ne, wenn du nicht damit klarkommst, wie's in 'nem anderen Land ist und dass es dann nicht so ist, wie du dir's selber wünschst oder wie du's gewohnt bist, da muss man auch wegbleiben. So, das, das ist auch so 'n Thema. Ähm, aber lass uns da auch nicht so tief reingehen. Also wir haben ja jetzt schon festgestellt, in der Türkei sind definitiv 'ne ganze Menge Dinge anders als in Deutschland und auch nicht so schön geregelt. Das ist für manchen Menschen absolut unvorstellbar und für andere die absolute Freiheit und das absolut Geilste.

Ja.

Und da müsst ihr letzten Endes für euch selber entscheiden, äh, wie gut passt das und wie gut passt das nicht. Ich, ähm, würde gleich noch eine Frage stellen und dann langsam zum Ende kommen, weil wir tatsächlich an unserer Zeit angekommen sind. Ich hab mir auch schon gedacht, oder wir haben uns eigentlich alle schon gedacht, dass wir auf keinen Fall mit einer Folge auskommen, weil wir noch auch 'ne ganze Menge Fragen an, an Lisa haben. Und deswegen kann ich schon mal so viel verraten: Es wird, äh, nächste Woche noch 'ne zweite Folge dazu geben, wo wir dann alle anderen Punkte noch besprechen. Aber ich würd jetzt quasi noch zur letzten Frage kommen. Ähm, so 'n bisschen das Thema Stadt versus Land. Also wie sind die Unterschiede? W-wie gefällt es dir wo und, ähm, ja, wo, wo macht das Campen für dich am meisten Spaß?

Oder das, das Übernachten. Du bist ja nicht auf 'm Campingplatz, hast du gesagt. Wo, wo bist du mit deinem Wohnmobil am liebsten? So rum.

Okay, das heißt, da haben wir zwei, zwei Themen eben, Stadt versus Land und wo bin ich am liebsten. Also ich bin am liebsten in, einmal in Izmir, weil ich dort eben an der deutschen Schule gearbeitet hab, die Region supergut kenn, meine Lieblingsplätze hab und eben auch noch 'ne gute Freundin. Und also allein in der Region Izmir könnte ich, ohne dass mir langweilig wird, drei Wochen verbringen, weil's einfach so viele Dinge zu tun gibt, die ich halt jetzt mittlerweile auch weiß, dadurch, dass ich dort länger gelebt hab. Also du wärst als Tourist vielleicht nie auf die Idee gekommen, Go-Kart zu fahren, aber kann man mal machen.

Okay.

Oder ins Hamam zu gehen. Ähm, genau, das ist der eine Ort. Der andere ist Akyaka, ist, äh, ganz im Südwesten der Türkei, in der Nähe von Marmaris. Das kennt man vielleicht eher. Da stehen auch manchmal Kreuzfahrtschiffe. Und dort bin ich eben hauptsächlich zum Kitesurfen. Also ist einer der, der schönsten Kitespots, auch wenn ich noch nicht so viele kenne, aber ich frag immer die Leute: „Ja, wie ratest du diesen Spot?", und so. Und das ist echt schon 'ne richtig, richtig schöne Bucht. Also nicht nur, dass das Wasser 'ne schöne Farbe hat. Du hast Berge außenrum, es ist grün. Ich glaub, wenn du im April oder Mai aufs Board kommst, siehst du ganz im Hi-hintergrund noch die, die Gebirge, wo noch Schnee drauf liegt. Also es ist richtig, richtig schön da und auch sonst, ähm, hat's da 'nen sehr international Vibe. Also ist jetzt nicht klassisch, klassisch türkisch, aber gleichzeitig auch echt spannend, weil, weil's einerseits einfach 'n kleines Fischerort, Dorf früher mal war und mittlerweile halt durch diese international, internationale Community der Kitesurfer einfach, ja, 'n interessanter Mix ist.

Dann gibt's da Yoga und Retreats und was weiß ich nicht alles, was man halt sonst in der Türkei nicht findet. Also das hab ich auch richtig, richtig gern. Und zum Thema Stadt versus Land: Ähm, also ich bin grundsätzlich lieber nicht in Städten unterwegs oder ja, so Städtetourismus oder so was mach ich auch gerne, wenn ich Leute dabei hab, dann macht so was einfach mehr Spaß. Insofern bin ich eher Also was heißt aufm Land? Ja, ich bin natürlich trotzdem an der Küste unterwegs, die sehr touristisch ist. Ähm, also wie manche sagen, es ist immer so, so 'ne Frage des Blickwinkels. Klar, wenn's, wenn du den Osten der Türkei kennst, dann ist im Westen alles touristisch, aber ich steh halt trotzdem einfach gern in der Natur. Ähm, wenn du aufs Land kommst, also da merkt man schon schnell und es müssen nicht viele Kilometer sein, die du ins Landesinnere fährst, dass da einfach noch die Zeit einfach anders geht.

Teilweise fühlt man sich wirklich so 50 Jahre zurückversetzt. Du erkennst es schon an den Autos, die auf der Straße fahren. Du hast so wirklich noch diese alten, äh, türkischen Autos, Tofaş und Şahin, die fahren da alle rum. Ähm, nach wie vor werden die gefahren. Und, ähm, ja, das Feld wird teilweise auch noch mit kleinen Maschinen oder mit 'nem Pferd oder Esel oder was auch immer bestellt. Das ist schon, es kann schon großer Gegensatz sein, aber dadurch halt auch so vielfältig in Sachen, was man entdecken und sehen kann.

Okay, dann habt ihr da noch mal so 'n bisschen vielleicht ein wenig Kopfkino mitbekommen. Ich fand grad, also ich find hier persönlich immer das Meer zum Baden und dahinter Berge und auch noch schneebedeckt, find ich immer 'n sehr geilen Kontrast, der, den ich, den ich feiere. Ähm, deswegen mal gucken, wie's euch da im Kopfkino geht. Ich würd sagen-

Also ich hab schon Fernweh bekommen auf jeden Fall.

Okay, du hast schon Fernweh bekommen. Sehr schön.

Wie immer.

Ich, ich würde mich jetzt auch hier an der Stelle schon mal für heute verabschieden. Denkt dran, den Podcast zu abonnieren, dann verpasst ihr die nächste Folge nicht, wo wir dann noch 'n bisschen weiter in die Türkei eintauchen, was das Thema Camping angeht. Und, ähm, ich sag schon mal tschüss. Danke, äh, Lisa, dass du bei uns warst und noch mal bei uns sein wirst. Und, äh, bis zum nächsten Mal. Ich übergib das Wort noch an Nele.

Ja, ich hab eigentlich nur noch gedacht, wir geben noch 'n kurzen Ausblick, dass die Leute auch wissen, was nächste Woche alles kommt. Ich guck mal grade ganz kurz in meine Liste, was ich mir so alles noch vorgenommen habe zu fragen. Also wir sprechen dann noch mal über Lebenshaltungskosten, Reisen mit Familie und Hund. Dann, ähm, über einen Plan, den die Lisa hat, geführte Wohnmobiltouren anzubieten. Da bin ich selber gespannt, weil da weiß ich selber den aktuellen Sachstand noch nicht. Und über noch 'n paar andere, ähm, Ecken, also die auch für Türkei-Anfänger gut geeignet sind. 'N paar Geheimtipps gibt die Lisa uns noch und noch, äh, Geschichten, was man so alles gesehen haben muss auf jeden Fall.

Also das sind die Themen, die wir uns vorgenommen haben. Mal gucken, ob wir's alles nächste Woche unterbringen. Dann auch von mir noch mal vielen lieben Dank, Lisa und ja, dann bis zum nächsten Mal.

Super gerne, ich freu mich.

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