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Camping mit Kindern - Teil 1

Episode 190 · 00:57:18

Camping ist eine tolle Urlaubsform für die ganze Familie und für Kinder ein einziges großes Abenteuer. Und da wir selbst bekanntermaßen keinen Nachwuchs haben, sind heute zwei Familiencamping-Profis und gleichzeitig Kolleginnen bei uns zu Gast: Inke und Eva vom Campingkinder-Podcast.

In Teil 1 spricht Nele mit den beiden über folgende Themen:

  • Warum findet ihr Camping für Kinder so toll?

  • Wie findet man (wirklich) familienfreundliche Plätze – worauf sollte man bei der Auswahl schauen?

  • GPS-Tracker, Walkie-Talkies & Co: Wie sicher ist es, Kinder auf Campingplätzen einfach “laufen zu lassen” und welches Equipment nutzt ihr?

  • Stichwort “gegenseitige Rücksichtnahme”: Wie kann man das Zusammenleben mit kinderlosen Urlaubern möglichst harmonisch gestalten?

  • Welche Länder sind aus eurer Sicht besonders kinderfreundlich?

Teil 2 folgt nächste Woche, u. a. mit Empfehlungen für familienfreundliche Plätze, schöne Reiseziele und Tipps zur Beschäftigung unterwegs.

Bist auch du mit Kind(ern) unterwegs und möchtest uns deine Tipps und Erfahrungen mitteilen? Oder hast du einen Themenwunsch, Lob oder Kritik für uns? Dann schick gerne eine Nachricht an podcast@camperstyle.de oder per Whatsapp.

Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele und heute sind statt Sebastian zwei junge Damen bei mir und eine davon kennt ihr schon, nämlich die Inke. Die war schon mal bei uns zu Gast im Podcast. Und jetzt haben wir noch die Eva dabei. Beide betreiben den Podcast Campingkinder und heute sprechen wir wenig überraschend dann auch über das Thema Camping mit Kindern. Ich würd aber sagen, vielleicht stellt ihr euch auch noch mal selber kurz vor. Ihr macht ja nicht nur den Podcast, sondern habt auch Social-Media-Kanäle. Also wo kann man euch hören, sehen, finden?

Ja, ich bin Inke. Ich war schon mal hier zum Thema Familienzelt in einer der älteren Folgen. Ich reise mit meinen vier Kindern und meinem Mann in einem sehr großen Familienzelt quer durch Deutschland und ja, Europa ist vielleicht etwas zu viel gesagt, aber auch in Europa, aber nicht ganz Europa. Genau. Darüber berichte ich auch auf unserem Instagram-Kanal at Luftschloss Unterstrich Liebe und habe vor einem Jahr irgendwie ungefähr die Idee gehabt, mit Eva zusammen einen Podcast zu gründen zum Thema Familiencamping. Und dann würd ich sagen, jetzt erzählt Eva mal, wer sie so ist.

Ja, ich bin Eva, ich bin vom Czamping-Kanal auch auf Instagram unterwegs. Czamping mit C Z und dann einfach Camping hinten dran. Wir haben zusammen den Campingkinder-Podcast, weil wir in der ganzen Geschichte, die beim Podcast unterwegs ist, gedacht haben, irgendwie sind die Familien 'n bisschen unterpräsentiert. Es ist super spannend zuzuhören, wie andere Leute auf Reisen sind. Hier 'nen Spot, da 'nen Spot. Ist mit Familie nicht ganz so umsetzbar und wir fühlten uns ein bisschen unterpräsentiert, sagen wir's mal so. Und da wir beide Mütter sind mit einigen Kindern und viel campen, bot sich das Ganze so an und wir sind jetzt, wir haben grade gesagt, wir feiern fast Jubiläum. Wir sind jetzt 'n Jahr dabei und es macht super viel Spaß, aber Inspiration haben wir natürlich von ganz vielen anderen Camping-Podcasts, wie zum Beispiel eurem, Nele.

Ach, das geht darunter wie Öl hier, Mensch. Ja, wir finden auch, dass das Thema Familiencamping eben nicht so präsent ist, wie's vielleicht sein könnte und sollte. Und wir selbst sind da natürlich auch so 'n bisschen mit schuld, weil wir haben keine Kinder. Wir können uns dazu halt immer nur Gäste einladen, weil man selber nicht authentisch über das Thema sprechen kann. Und das wollen wir natürlich jetzt heute ändern. Und wir haben uns vorgenommen, dass wir heute mal ganz allgemein dieses Thema Camping mit Kindern, Camping mit Familie beleuchten. Das heißt, wir schauen uns an, also warum ist Camping mit Kindern überhaupt so toll und was muss man damit, also wenn man mit Familie unterwegs ist, vielleicht beachten? Was, ähm, macht Camping, ähm, mit auf familienfreundlichen Plätzen aus?

Also wo sollte ich bei der Auswahl 'n bisschen genauer hinschauen, wenn ich mich für 'nen Platz entscheide? Dann sprechen wir über besonders familienfreundliche Länder. Da gibt's ja einige, wo man es mehr und wo man's weniger behaupten kann. Da würd mich auch mal eure Meinung dann speziell zu Deutschland interessieren. Und dann auch noch so 'n bisschen, wenn wir noch dazu kommen, über, äh, Beschäftigung für die Kinder unterwegs und auf den Campingplätzen, schöne Reiseziele und vielleicht gucken wir auch noch so 'n bisschen drauf, was alles mit muss, wenn man mit einem oder vielleicht sogar mehreren Kindern unterwegs ist. Vielleicht zum Einstieg noch mal, damit die Hörer, ähm, Hörerinnen und Hörer es besser einordnen können: Wie alt sind eure Kinder genau?

Eva, willst du mal anfangen?

Also meine Kinder sind drei, fünf und sieben, sind also noch relativ jung und wir sind im Wohnwagen unterwegs. Wir sind auch, ja, in Deutschland, wir kommen aus Westdeutschland, Niederrhein, wunderschön an der niederländischen Grenze. Von da aus bereisen wir die Welt. Ja, und mit fünf Leuten ist man auf jeden Fall schon 'ne Mannschaft, wenn man unterwegs ist. Und da die Kinder in der Überzahl sind, muss man da natürlich auch so 'n bisschen seine Reiseziele und seine Reisegewohnheiten nach ausrichten. Ich denke auch bei einem Kind, aber ich kann nur von den dreien sprechen. Inke, du hast noch mehr Kinder. Erzähl mal.

Genau, ich hab vier, ich sammel die, sag ich immer. Ähm, genau, also ich hab auch 'ne etwas größere Älter-, Altersspanne. Mein Ältester wird jetzt demnächst 14, dann ist das nächste Kind zwölf, dann hab ich eine Tochter, die ist sieben und mein Sohn ist vier. Genau. Und dadurch ist es natürlich bei uns immer auch noch so 'n bisschen die Herausforderung, alle Bedürfnisse und Wünsche unter einen Hut zu bekommen, weil natürlich 'n Vierjähriger sich ganz andere Dinge wünscht im Urlaub als ein 14-Jähriger.

Als ein pubertierender Teenager.

Genau, richtig.

Ja, das ist schön, dass wir, dass wir das Thema dann auch noch 'n bisschen mit anschneiden können, weil grade auch das Thema Teenager ist ja für viele Eltern 'ne Herausforderung auf Reisen.

Nicht nur auf Reisen, würd ich sagen.

Ja, ich kann da leider nicht so mitdiskutieren, aber ich kann mich noch sehr gut an meine Pubertät erinnern und, äh, die hat sich bei mir gefühlt irgendwie bis nach 18 hingezogen. Also da hast du vielleicht noch 'n paar schöne Jahre vor dir.

Super.

Ja, vielleicht steigen wir einfach ins Thema ein und, und, ähm, ja, wühlen uns dann gemeinsam durch über die verschiedenen Bereiche. Generell, was findet ihr am Camping für Kinder besonders schön? Also warum ist es für euch auch die Reiseform, die ihr wählt, anstatt euch irgendwo in, äh, Aldiana-Club oder Robinson-Club zu setzen oder irgendwelche Pauschalreisen zu machen?

Also für mich ganz klar als allererster oberster Punkt, dass die Kinder einfach Kind sein können. Das heißt, ähm, die können in ihrer Jogginghose morgens am Frühstückstisch sitzen, müssen sich nicht wer weiß wie schick machen. Die können spielen, die können herumlaufen, die können einfach auch so 'n bisschen freier sein, als sie's jetzt hier als Stadtkinder vielleicht zu Hause können, sondern die dürfen auch einfach mal alleine, selbst wenn sie erst vier und sieben sind, irgendwie Brötchen holen gehen oder solche Dinge, die im Alltag oft nicht möglich sind und auch in den großen Hotelanlagen häufig schwierig sind. Eva, was würdest du sagen?

Ja, für mich ist es auch ganz klar 'ne Kombination aus man hat seine Homezone direkt dabei. Also wir haben jetzt letztes Jahr aufgrund eines Familienurlaubs mit mehr Mitgliedern meiner Familie noch mal 'n Mobilheim gemacht. Das haben wir vorher auch gemacht. Und es war ganz, ganz unruhig, weil sie sich an diese neue, wirklich coole Bettensituation gewöhnen mussten. Wenn wir campen, dann kommen wir an. Die wissen, wo ihr Bett ist, die wissen, wo ihre Koje ist, ihr Zimmerchen. Die müssen sich nur auf dem Platz 'n bisschen neu orientieren, aber sonst ist alles wie immer und das ist bei Kindern 'ne Sache, die ganz, ganz viel Druck rausnimmt, die ganz, ganz viel Unruhe rausnimmt und da obendrauf kommen dann halt die ganzen Freiheiten, die beim Camping tatsächlich sind. Also wir sind ja alle Camper, wir wissen, wir sind direkt in der Natur, find ich mega schön mit Kindern.

Wir haben ganz viel Angebot. Es gibt so viele tolle Familienplätze, die einfach genau darauf ausgelegt sind. Wir gucken, dass wir uns in die Nähe von 'nem Spielplatz stellen. Somit haben die Kinder die Freiheit, auch selbstständig unterwegs zu sein. Meine Kinder sind ja jetzt nicht so alt, können aber trotzdem der Kleine auf Sicht, der Große auch auf weitere Strecken auf dem Campingplatz unterwegs sein, weil das doch so 'n geschützter Raum ist, weil die Camper tatsächlich auch aufeinander gucken, andere Eltern auch auf andere Kinder mit gucken. Also dann stolpert jemand oder dann weint jemand, dann nimmt sich jemand den, die Situation an. Ich auch bei fremden Kindern. Das ist so 'n schönes Gemeinschaftsgefühl und ich glaube, das kann es in 'nem Hotel auf diese Art und Weise tatsächlich nicht geben.

Na, wir haben ja schon öfter auch Hotelurlaub gemacht, bevor wir mit dem Campen angefangen sind. Und dass jetzt, also ich glaube, wenn da ein Kind am Pool hinfällt und sich das Knie aufschlägt, dann würd's mich doch sehr wundern, wenn sich da keiner kümmert. Das glaub ich schon. Aber was vor allen Dingen auch noch 'n Punkt ist, dass es nicht so eng. Ich mag das nicht, wenn einfach alles so dicht an dicht ist und du liegst auf deiner Liege und hast schon den Zeh von des Nachbarn im, im Gesicht so ungefähr, sondern du hast einfach so 'n bisschen mehr Platz und es ist nicht diese Dauerbeschallung, die hat uns in den Familienhotels immer so 'n bisschen gestört. Und da muss ich auch ehrlich sagen, obwohl ich Mutter von vielen Kindern bin, war ich doch teilweise auch genervt von anderen Familien in 'nem Hotel. Natürlich hast du auf dem Campingplatz auch andere Familien, aber am Tisch kann ich immer noch aussuchen, mit wem ich gemeinsam esse-

Ja.

... und muss nicht irgendwie ertragen, wenn eine andere Familie da grade irgendwie total die Konflikte austrägt, trägt, sondern dann hab ich einfach so 'n bisschen mein eigenes. Also für mich ist es einfach auch allein vom Lautstärkepegel deutlich ruhiger und nicht so bedrängt.

Da habt ihr jetzt zwei ganz wichtige und ja auch in der, in der Camping-Community häufig heiß diskutierte Themen angesprochen. Das eine ist das Thema Sicherheit für Kinder und das andere ist das Thema Zusammenleben. Also, ähm, auch wie, wie sollten sich Kinder und Familien vielleicht verhalten auf Campingplätzen, damit's keinen Stress gibt mit den älteren ruhebedürftigen Nachbarn. Da würd mich auch gleich noch mal eure Meinung dazu interessieren. Aber zunächst mal zum Thema Sicherheit: Habt ihr eure Kinder, wenn ihr die losziehen lasst, also jetzt natürlich nicht den 14-Jährigen um Himmels willen, aber, äh, die Kleineren, habt ihr die mit irgendwas ausgestattet? Also sprich, haben die, was man da so hört, haben die irgend 'nen Tracker dran oder haben die 'n Namensschild oder 'ne, 'ne Telefonnummer ums, ums Händchen?

Oder ist es wirklich so wie bei uns früher, dass die Eltern einfach die Tür aufgemacht haben und gesagt haben: „So, äh, tschüss, wir sehen uns dann fürs Mittagessen wieder."

Also teils, teils. Es gibt auch die so Tschüss-Situation, da darf der Campingplatz dann aber Blickrichtung nicht überschreiten, so mehr oder minder. Alles andere-- Bei 'nem Großen denk ich mir, der findet schon zurück. Das kriegt er auch hin. Der ist da sehr, sehr selbstständig. Der ist auch mit Campen groß geworden. Also der kennt das alles und es gibt so Orientierungspunkte, die wir anfangs durchgehen. Hier ist das Waschhaus, hier ist die Hauptzentrale. Von da musst du dahin abbiegen, dann kriegen die das hin. Wir schreiben denen entweder Telefonnummer und meinen Namen, nicht deren Namen auf 'n Arm oder die kriegen so Bändchen, wo dann auch 'ne Platznummer und die Telefonnummer drauf ist. Ich hab ganz gerne, dass nicht die Namen meiner Kinder da drauf stehen. Ich möchte nicht-

Mhm.

... dass dadurch ein missverstandenes Nähe, eine missverstandene Nähesituation-

Ja.

... geschaffen wird, weil sie mit Namen angesprochen werden von Wildfremden. Ich weiß nicht, wie andere das handhaben, aber für mich ist das 'ne Grenze. Wenn die nicht mit Namen angesprochen werden, dann bindet sich da auch nicht 'ne Situation, die ich vielleicht vermeiden möchte. Und ansonsten gucken wir natürlich, die laufen mit Walkie-Talkies rum. Das ist 'ne Sache, das machen die auch sehr, sehr gerne, tauschen sich dann mit uns aus. Und es gibt halt so Grenzen. Also der Kleine darf bis, wir stellen uns dann in so 'n Rondell, bis Ende Rondell darf der laufen, ohne irgendwie nachfragen. Das ist sein Space, in dem er sich bewegen kann. Der Große darf auch bis zum großen Spielplatz, der vielleicht 'n paar Rondelle weiter ist oder Ähnliches. Aber das ist klar abgesprochen: Wo ist was? Wie weit darf ich? Und wenn da nicht dran gehalten wird, dann bleiben sie halt die ganze Zeit neben mir.

Also das ist dann so, man kann nur immer so viel Freiheit geben, wie funktioniert und muss da 'n bisschen drauf aufpassen, aber eigentlich halten sich meine Kinder zumindest da ganz gut dran und können deshalb auch die entsprechenden Freiheiten genießen.

Ja, bei uns ist es ähnlich. Wir haben diese Walkie-Talkies nicht mehr, weil die mich so hart genervt haben. Ständig wurde da irgendwie drauf gedrückt, da machen die so 'n Klingelton und so weiter. Das, das hat mich einfach so genervt. Die wurden nicht ein einziges Mal für ihren eigentlichen Einsatzzweck genutzt, sondern nur immer für Dinge, die genervt haben. Ja, und wir machen's so bei unserem kleinen Sohn, dass wir dem mit Kugelschreiber meine Handynummer mit Deutschlandvorwahl, also plus vier neun und dann die Handynummer auf den Arm schreiben und auch den Platz, den, den Stellplatz und bisher kam er immer wieder zurück. Also dafür hab ich ja vier. Nein, Quatsch. Ähm, es ist schon so, dass ich das sehr, sehr wichtig finde, dass Kinder auch 'ne gewisse Selbstständigkeit lernen und auch lernen, wie, was mach ich denn in einer Krisensituation?

Denn die Angst und die Frage, die ja häufig dahinter steht, ist: Was passiert denn, wenn mein Kind entführt wird oder Ähnliches? Und, ähm, da hab ich beruflich recht viel zu tun mit diesem ganzen Thema und möchte eigentlich grundsätzlich versuchen, meine Kinder zu starken Persönlichkeiten zu erziehen, die da gar nicht erst als Opfer interessant sind. Und dazu gehört auch, wenn die wissen, wenn jemand kommen sollte und sie mitnimmt, dann brüllen die laut „nein" und kommen zurück. Und die wirken nicht so wie jemand, der einfach total verloren irgendwo rumsteht. Das ist eigentlich so mein, mein Hauptschutzmechanismus. Jetzt überlege ich aber tatsächlich grade meiner Tochter zu Weihnachten beim Weihnachtsmann so eine GPS-Uhr zu bestellen, mit der man auch telefonieren kann. Allerdings nicht primär für den Campingplatz, sondern für hier zu Hause, wenn sie hier im Stadtverkehr unterwegs ist und irgendwie doch mal 'n Unfall passieren sollte oder so.

Und die würde sie dann wahrscheinlich auch auf den Campingplatz mitnehmen. Aber das wär halt in erster Linie, damit sie hier zu Hause selbstständig unterwegs sein kann.

Also wenn ich, wenn ich immer mir so vorstelle, dass ich 'n Kind hätte und das würde dann sich außerhalb meines Sichtfeldes in 'ner fremden Umgebung bewegen, da, also ich glaub, da gehört schon echt, äh, auch viel Nerven dazu, dass man das aushalten kann als Eltern, oder?

Da wächst man rein. Also kann ich einfach nur so sagen. Also beim ersten Kind ist man auch anders als beim dritten. Auch das ist definitiv der Fall. Und ja, natürlich muss man auch gucken, wie's funktioniert, ne? Also erst mal schaut man alles nur bei mir, dann schaut man alles auf Sicht, dann gibt man dem Kind auch die Freiheiten und ich bin selber auch, ich bin in 'nem kleinen Dorf groß geworden und bin da Brötchen holen gefahren vor meiner Schulzeit. Also ich war definitiv noch nicht eingeschult. Das war, boah, sagen wir mal, 'n Kilometer oder so. Da konnt ich mit Fahrrad fahren, hab dann Brötchen geholt, bin wieder zurück. Das kann ich meinen Kindern jetzt hier nicht bieten, wo ich jetzt wohne, auf dem Campingplatz aber schon. Und das ist 'ne Erfahrung, die auf jeden Fall auch was mit dem Selbstbewusstsein des Kindes macht. Also ich kann das alleine, ich hab da Geld in der Hand, ich geh damit einkaufen, ich suche frei aus, ich nehm das Wechselgeld wieder mit.

Das sind Erfahrungen, die machen ganz, ganz viel mit so 'ner kleinen Persönlichkeit. Und ja, ich kontrolliere natürlich auch und ich stand auch immer anfangs hinter der Ecke und hab noch mal so geguckt, dass man mich nicht sieht oder bin auf Abstand gefahren, aber ich möchte denen schon die Idee geben, ich kann das alles alleine bis zu 'nem bestimmten Punkt. Dadurch, dass ich denen das zutraue und sie sich das selbst zutrauen, hab ich das Gefühl, es wird nicht was versucht, was vielleicht nicht drin ist. Also mein Sohn würde nicht den Campingplatz verlassen. Das wäre außerhalb der Regeln und das ist halt das, was abgestimmt ist. Und die haben ganz viel Freiheiten, wenn sie sich an das halten, was wir abgesprochen haben. Und ich finde, das ist bei uns Erwachsenen ja auch so. Wir haben auch die Freiheiten in dem Rahmen, in dem wir unterwegs sind.

Und ich finde, dass man Kinder da durchaus ranführen kann. Und wenn es nicht klappt, mein Patenkind ist 'n Weglaufkind. Da wären andere Regeln angebracht. Das ist einfach so. Das war der schon immer, den würd ich dann nicht so laufen lassen. Muss man halt gucken, was die Kinder so, so machen, was man da für Persönlichkeiten hat. Und das heißt nicht, dass es mit dem Weglaufen 'n Fehler der Eltern ist. Manche Kinder sind halt sehr, sehr freiheitsliebend und mögen das besonders gerne. Boah, ist aber super anstrengend.

Ich würd mich auch eher in diese Kategorie einsortieren. Also ich war auch immer da, wo meine Eltern gesagt haben: „Da gehst du aber bitte nicht hin." Also wir haben am Wald gewohnt, auch in 'ner Kleinstadt so. Und deswegen bin ich da wahrscheinlich, also deswegen wäre ich wahrscheinlich mit meinem Kind total, äh, helikoptermäßig unterwegs, weil ich weiß, was wir alles angestellt haben. Und ich, äh, ja, aber ich find das, ich find das wirklich super und ich find's auch total wichtig, den Kindern diese Freiheiten zu geben, weil sonst hast du die halt nur zu Hause sitzen, ähm, und dann finden die sich ja gar nicht in der Welt zurecht einfach.

Genau, also ich finde, das ist die große Herausforderung am Elternsein heutzutage, dass es auch einfach so 'n bisschen unpopulär geworden ist, die Kinder einfach laufen zu lassen und man immer denkt: Oh, kann ich das jetzt wirklich machen? Aber jetzt schauen wir dich mal an. Also heute hier in diesen Aufnahmeraum hast du zuverlässig gefunden. Das ist doch super.

Das, das hat geklappt, weil ich musste, ich musste mich nur vom Bett durch die Küche hier auf die, äh, Rundsitzgruppe setzen und einmal das Fenster öffnen, damit 'n bisschen Luft reinkommt. Also das, das funktioniert meistens ganz gut, selbst, selbst in 'nem Zustand, wenn man abends noch mal 'n Bierchen getrunken hat. Ähm, wie habt ihr das denn mit euren Kindern vereinbart, wenn sie in Kontakt gehen mit anderen Menschen, was ja auf 'nem Campingplatz unweigerlich passiert? Also ich denk zum Beispiel an Situationen, dass zu uns Kinder kommen, weil wir halt 'nen Hund haben, der relativ süß aussieht. Ähm, die wollen den Hund streicheln. Oder dann gab's auch, äh, schon Kinder, die, die wollten sich unseren Wohnwagen angucken, weil der von außen halt so schön bunt ist, wollten die mal innen reingucken. Und ich bin dann halt immer sehr vorsichtig und sag immer: „Du, pass auf Du kannst gerne reingucken, aber wir gehen zuerst zu deinen Eltern und fragen, ob das in Ordnung ist.

Und dann stelle ich mich davor und sag halt: „Ja, ich bin die und die und ihr Kind möchte mal gerne. Wollen Sie mitkommen?", oder was weiß ich. Aber ich hab das Gefühl, dass Kinder auf 'm Campingplatz häufig sehr zutraulich sind, weil die sich auch in 'nem geschützten Rahmen fühlen. Ähm, und was würdet ihr da empfehlen beziehungsweise wie habt ihr das mit euren Kindern geregelt, dass die sich eben nicht zu nah an, also an Menschen binden dort, die sie nicht kennen?

Also meine Kinder dürfen die öffentlichen Plätze, die werden natürlich in, auf jedem Campingplatz, wo wir dann sind, neu definiert, aber meistens so was wie Spielplatz oder Indoorspielhalle oder irgendwie so was, selbstständig betreten. Wenn sie jemanden besuchen wollen, dann müssen sie uns vorher Bescheid sagen und auch sagen, welche Platznummer das ist. Und dann mache ich es so, dass ich einmal kurz mitgehe und zeig: „Hallo, ich bin hier die Mutti", und, ähm, einmal gucke, wer das so ist. Und wir hatten auch schon durchaus mal 'ne Situation, wo ich dachte: „Ah, mit denen, na komm, wir bleiben vielleicht einfach hier auf'm Spielplatz zusammen", weil ich einfach irgendwie 'n schlechtes Bauchgefühl hatte. Da muss man dann gucken, wie man seinen Kindern das verkauft, ohne irgendwie Ängste zu schüren natürlich, ne.

Da kann man jetzt nicht sagen: „Du, ich könnte mir vorstellen, dass das da total die Verbrecher sind", sondern einfach sagen-- und das ist für meine Kinder ganz klar die Regel, diese Plätze, die besprochen sind und irgendwo mit reingehen oder so nicht. Jetzt hab ich das Glück, dass meine beiden kleinen Kinder aber auch sehr schüchtern sind. Die würden auf gar keinen Fall zu deinem Wohnwagen kommen und sagen: „Hallo, kann ich da mal reingehen?", wenn die dich nicht kennen. Also das würden meine Kinder nicht machen.

Ein neuer Tag auf der Liebesinsel. Es wird gezwitschert, geflirtet. Ist du einfach reich? Bin reich mit Liebe. Gestritten. Viel Spaß mit der Hexe hier im Haus. Und gefeiert. Die Party kann losgehen. The violent VIP is back. Endlich. Donnerstag, 20:15 Uhr bei RTL II und auf RTL+ streamen.

Also meine sind sehr viel Forscher, muss ich wirklich sagen. Aber auch da, es gibt halt klare Regeln und das, find ich halt, ist das Wichtige. Du hast die Freiheit, wenn Dinge abgesprochen sind. Auch wir haben die und jene Bereiche kannst du frei besuchen. Wenn ein Bereichswechsel ist, sagst du aber Bescheid. Also wenn wir vom Spielplatz zum Indoorspielplatz gehen, kommst du zurück, sagst: „Wir gehen jetzt zum Indoorspielplatz", ist fine für mich, aber ich muss da diesen Wechsel auf jeden Fall wissen. Geht natürlich auch mit dem Walkie-Talkie, auch das ist für mich in Ordnung. Fremde Tiere werden auf gar keinen Fall angefasst. Definitiv nicht. Das kann einfach sein, der kann ja noch so süß aussehen, der Hund. Dann ist das Herrchen nicht dabei.

Ja, und dann schnabuliert der mal. Mhm.

Genau. Und das ist ja auch vollkommen in Ordnung. Man bricht ja in den Bereich des Tieres ein. Das macht man nicht. Also da ist immer in Rücksprache, und zwar in Rückspr, in Rücksprache mit mir und dann in Rücksprache mit das Herrchen. Aber das ist nichts, wo man einfach die Hände auf irgendein Tier legt. Das find ich, ist nicht in Ordnung und wir gehen auch nicht in irgendwelche Wohnwägen, Vorzelte et cetera, die nicht abgestimmt sind. Das heißt, ja, die lernen irgendjemand auf'm Spielplatz kennen, kommen dann zu uns, sagen: „Ich möchte gerne mit XY im Vorzelt spielen." Dann sag ich: „Ja, ist in Ordnung." Dann geh ich denen hinterher. Wieder so, dass ich nicht direkt am Kind bin, aber dass ich die ganze Zeit auf Sicht bin, dass die dann anfangen zu spielen und ich mir die Situation angucke. Wenn das eine ist, wo ich mich gut bei fühle, mein Kind da zu lassen, dann sag ich nur, wo ich bin und dann ist das in Ordnung für mich.

Wenn das eine ist, die nicht, dann sag ich, ähm: „Ja, wir, wir müssen noch mal los. Keine Ahnung. Essen steht noch auf'm Tisch."

Oh, ganz vergessen.

Komm doch mal mit. Aber auch so, dass natürlich nicht: Ähm, ich hab hier 'n schlechtes Gefühl, du kannst hier auf keinen Fall bleiben. Die Kinder sollen entspannt aufwachsen mit der Situation, dass was sein kann, aber nicht mit der Angst, dass was sein kann. Und ja, wir gehen nicht mit Fremden mit. Wenn irgendwas passiert, was ich nicht will, sag ich nein, sag ich stopp. Solche Dinge sind natürlich sehr, sehr wichtig. Aber prinzipiell dürfen die schon in die Welt gehen mit „die Welt ist gut und lieb".

Mhm.

Nur wenn was komisch ist, reagiere ich. Aber nicht, ich habe die ganze Zeit Angst, dass ich was machen muss, dass was passieren kann.

Und was würdet ihr euch von anderen Erwachsenen wünschen? Weil ich sag mal, Kinder sind ja auch manchmal mit Situationen überfordert oder sie, ähm, sie sind vielleicht gerade so drin in irgendwas, dass sie auch mal die eine oder andere Regel vergessen könnten. Ähm, wie, was würdet ihr euch wünschen, wie Erwachsene dann damit umgehen sollten, wenn da jetzt so 'n Kind kommt und sagt: „Darf ich mal in den Wohnwagen gucken?" Oder: „Darf ich den Hund streicheln?" Oder, ähm, krieg ich was Süßes, was da auf'm Tisch steht? Also es gibt ja auch Kinder, die jetzt eben nicht so 'ne Distanz wahren. Wie sollten wir als vielleicht auch Nicht-Eltern damit umgehen?

Ich find immer schön, wenn man eben fragt: „Hast du das denn mit deinen Eltern abgesprochen?" Oder: „Frag mal eben deine Eltern", und dann ist es okay. Gerade Süßigkeiten find ich so 'n Thema. Da gibt's auch auf jedem Campingplatz die berühmte Dinkel-Dörte, die hinterher voll den Herzriss kriegt, wenn das Kind dann irgendwie 'n Gummibärchen gegessen hat. Und es gibt halt auch wirklich Kinder, die echt krasse Allergien haben. Also Süßigkeiten zum Beispiel oder generell irgendwas zu essen, gebe ich Kindern nie, bevor die anderen Eltern Okay gegeben haben. Auch wenn die Kinder vielleicht schon mehrere Tage jetzt miteinander befreundet sind, lass ich das immer noch mal erst abklären. Und, ähm, ja, wenn die den Hund streicheln wollen oder da in den Wohnwagen reingehen, würd ich auch immer kurz darum bitten, dass sie das mit den Eltern absprechen. Und dann ist es halt einfach so.

Da muss ich auch Einfach noch mal sagen: Ihr Eltern habt zwar auch Urlaub auf dem Campingplatz, aber ihr müsst natürlich auch eure Kinder irgendwie trotzdem im Blick behalten, denn es gibt auch manchmal Kinder, die wirklich völlig anarchisch irgendwie über den Campingplatz laufen. Keiner kümmert sich. Die Eltern sitzen im Vorzelt und die Kinder machen den ganzen Tag irgendwie was und bröseln vor sich hin. Das finde ich auch absolut nicht gut.

Ja, da kommen wir ja jetzt eigentlich schon so 'n bisschen zum nächsten Punkt, den ich gerne ansprechen wollte. Wenn ich jetzt auf familienfreundlichen Plätzen unterwegs bin, die auch so ausgezeichnet sind, dann ist es sicherlich noch mal ein anderes Thema, aber man bewegt sich ja auch mal in 'nem, in 'nem Umfeld, wo vielleicht, ähm, ältere oder anderweitig ruhebedürftige Leute unterwegs sind. Was würdet ihr sagen, was ist da wichtig für ein harmonisches Zusammenleben auf beiden Seiten?

Also wir suchen ganz gezielt Familienplätze aus mit Sinn und mit bewusster Entscheidung, weil ich nicht möchte, dass da irgendjemand in seiner Ruhe gestört wird. Ich finde aber auch, wenn man dann Ruhe und Entspannung und Frieden ohne Kinder wünscht, dann sollte man sich nicht 'n Familienplatz aussuchen. Also das ist so 'ne beidseitige Entscheidung. Sollte man auf 'nem Platz sein, der kein expliziter Familienplatz ist, dann gilt dieselbe knifflige Situation, die bei uns immer im Alltag gilt: Wir achten aufeinander, niemand stört den anderen jetzt so, dass man bewusst rumschreit. Ich erwarte dann aber auch, dass nicht ab, äh, zehn Uhr da noch auf volle Lautstärke Party gemacht wird. Also es ist ein Geben und Nehmen, aber wir suchen uns gezielt Plätze, wo wir dann an 'nem Spielplatz stehen können und die Kinder da auch bis zehn Uhr spielen können abends mit den anderen Kindern und das hat natürlich 'ne gewisse Lautstärke, aber das sind wir bewusst eingegangen und ich hoffe, das sind auch alle anderen, die um diesen Spielplatz drumherum stehen, bewusst eingegangen, dass das 'ne Situation ist, die passieren kann.

Und wenn mein Kind dann um sieben Uhr ins Bett muss, bis zehn Uhr die anderen Kinder aber noch spielen, dann sind meiner Meinung nach nicht die anderen Kinder schuld. Also dann hät-- musst du dir 'n anderen Platz aussuchen, der dann nicht direkt da dran steht und dein Kind nur zum Spielen dahin geben und dann aber 'ne ruhige Ecke, wo sieben Uhr halt Zapfenstreich ist. Wie bei allem, wir sollten alle aufeinander achten. Ich möchte jetzt niemanden in seiner Ruhe stören. Meine Kinder sollen niemanden in ihrer Ruhe stören, aber die sollen auch ihre Freude, ihren Urlaub so genießen, wie sie das gerne möchten und dafür schaffe ich halt die Bedingungen.

Genau, also ich würd auch sagen, Augen auf bei der Stellplatzwahl, um Konflikte zu vermeiden. Und wenn's dann tatsächlich so ist, dass wir zum Beispiel mal auf einem Platz sind, wo vielleicht irgendwie 'n Seniorenpärchen neben uns steht, haben wir es bisher immer gut hinbekommen, dass die sich über uns gefreut haben und wir irgendwie netten Kontakt mit denen hatten. Was vielleicht aber auch darauf zurückzuführen ist, dass unsere Kinder schon lernen, jetzt irgendwie sich einfach angemessen zu verhalten. Ich find das ganz schwierig zu sagen, was jetzt wirklich angemessen ist, aber wenn meine beiden großen Jungs, die haben sich, als sie noch jünger waren, gerne geprügelt und zwar auch lautstark geprügelt. Das war vor unserer Campingzeit. Aber wenn das auf einem Campingplatz stattfinden würde und ich weiß, neben mir sind Gäste, die einfach jetzt nicht den ganzen Tag 'ne Schlägerei um sich herum haben wollen, dann würde ich auch den Kindern einfach 'ne entsprechende Ansage machen und sagen: „Nein, jetzt ist Schluss hier.

Die anderen Leute haben auch Urlaub und da müsst ihr bitte Rücksicht darauf nehmen." Andererseits würde ich aber auch von den Gästen, wenn sie jetzt nicht explizit so 'n Ü18-Platz gebucht haben, ähm, mir erbitten, dass zum Beispiel, wenn jetzt mein vierjähriger Sohn irgendwie mit uns Uno spielt und dann vielleicht mal einmal kurz sich laut kaputtlacht, weil er irgendwie die Schwester bemogelt hat oder was weiß ich was passiert, dass sie, wenn sie sich auch nicht drüber freuen können, dass das gerade niedlich sind, das trotzdem tolerieren. Also einfach so 'n bisschen gegenseitige Rücksichtnahme und ja, einfach vielleicht auch über die jeweilige andere Situation freuen und dafür Verständnis haben. Das ist ja im Leben nie verkehrt.

Ich bin da immer so, so 'n bisschen hin- und hergerissen, wenn ich dann Diskussionen lese oder wenn ich auch Situationen teilweise selber vor Ort mitbekomme. Wir sind ja nun sehr viel unterwegs und wir suchen uns jetzt nicht gezielt familienfreundliche Plätze raus, schlichtweg weil wir's nicht brauchen, ähm, weil wir da ja Sachen bezahlen, die wir einfach nicht nutzen. Ähm, und es gibt halt so ganz unterschiedliche Konstellationen, ne? Wir haben da, wir haben da Kinder, ähm, die, die sind super süß, die beschäftigen sich ganz viel auch miteinander oder mit sich selber, die lachen auch mal laut, die, die fahren mit ihren Fahrrädern da durch und haben Riesenspaß und so weiter. Und dann gibt's aber halt auch Eltern, die ihre Kinder irgendwie um sechs Uhr dreißig morgens vor die Tür setzen zum Fußballspielen und dir knallt dann irgendwie, äh, permanent 'n Fußball gegen den Wohnwagen.

Und da bin ich dann, also da muss ich echt sagen, da ist dann auch meine Geduld manchmal 'n bisschen strapaziert, weil ich halt denke, entweder kümmer dich halt dann um deine Kinder, also die Eltern schlafen dann teilweise noch weiter. Und ich finde ja, die Kinder können ja ruhig schon mal raus, aber dann halt vielleicht den Kindern sagen: „Du beschäftigt euch jetzt erst mal noch 'n bisschen leise, ähm, bis dann irgendwie alle wach sind", so ne. Ich weiß nicht, wie ihr das seht als, als Eltern. Das ist wahrscheinlich auch immer schwierig, dann da für sich selber so 'n Weg zu finden.

Nee, ich seh das ganz genauso wie du. Ich finde, das geht gar nicht. Und auch wenn ich Kinder habe, wenn neben mir die Wohnwagentür sechs Uhr aufgeht und die schreienden Kinder nach draußen kommen, die Türe wieder zu und die Eltern bis zehn schlafen und in der Zwischenzeit herrscht Anarchie in 'ner Lautstärke, die einfach überhaupt nicht geht. Nein, also ist nicht. Ist weder auf 'm Campingplatz noch in der freien Natur, so mehr oder weniger Kindergarten, Schule et cetera. Ich finde, das hat was mit Anstand und Benehmen zu tun und nicht mit Kindern und Eltern, sondern einfach mit genau dieser Person oder dieser Personenkonstellation, die da ist.

Und das ist halt, es ist so schade, dass dadurch Familien und Kinder grundsätzlich in so 'n Licht gerückt werden, weil sich 'n paar daneben benehmen. Ist aber bei ganz vielen anderen Punkten auf der Welt ja auch so, oder?

Das geht uns mit Hund genauso.

Genau das.

Ne, das ist jetzt zwar 'n blöder Vergleich in dem Zusammenhang, aber das ist halt auch so. Ich bin auch genervt, wenn wir 'n Dauerkläffer neben uns haben und ich bin auch genervt, wenn jemand seinen Hund irgendwie auf 'm Campingplatz auf die Parzelle scheißen lässt und das nicht wegräumt. Und ich denke, es, es geht anderen Eltern auch so. Mir tut's nur manchmal so leid, weil ich dann feststelle, dass, dass Eltern mit Kindern, die sich völlig normal verhalten für Kinder, also dass 'n Baby weint oder so, ähm, das ist ja völlig normal und da können die Eltern ja auch nichts tun in dem Moment großartig. Ich weiß nicht, ich hatte selber nie 'n Baby, aber ich krieg's halt mit bei, bei Bekannten, Freunden, Familienmitgliedern, ähm, dass Kinder einfach manchmal dann halt weinen auch nachts. Und dann merk ich, dass die Eltern teilweise total gestresst sind, weil die so drauf fokussiert sind, nur niemanden zu stören.

Und das, ähm, find ich, muss auch nicht sein. Also irgendwie so 'n gesundes Miteinander, wo man so das Gefühl hat, auch die anderen nehmen mich an, auch wenn mein Kind mal laut lacht. Das fänd ich halt auch schön.

Ja genau, also das kann ich so absolut unterschreiben. Aber es ist einfach auch das Ding, grade mit diesem Lautsein von Kindern. Wir hatten jetzt im Sommer auf einem Familiencampingplatz, ähm, 'ne niederländische Reisegruppe neben uns und die Kinder haben permanent mit ihrem Fußball gegen unser Zelt geschossen. Das knallt wahrscheinlich nicht ganz so laut wie beim Wohnwagen, aber da der Zeltstoff ja recht straff gespannt ist, ist das auch echt unangenehm. Und ich weiß nicht, wie oft ich den Kindern gesagt habe, dass sie doch bitte aufhören sollen. Dann ist irgendwann mein Sohn da hingegangen, die waren halt 'n Stück jünger als er. Mein Sohn sieht für sein Alter auch noch 'n Stück älter aus und hat denen voll einen erzählt. Dann waren die 'n bisschen eingeschüchtert, weil ich glaube, er hatte ihnen auch Schläge angedroht. Ich weiß es nicht.

Aber das find ich halt schade. Unser vierjähriger Sohn hat im Zelt geschlafen und die schießen permanent dagegen und gegen diese Luftkanäle. Das, das donnert halt richtig. Das muss einfach nicht sein.

Na ja, und das kann ja auch kaputtgehen, ne. Also ich-

Ja, ja natürlich.

Ich finde, das sind halt so Sachen, die, die gehen halt überhaupt nicht, egal ob zu Hause oder auf 'm Campingplatz, dass man sich auch irgendwie dann am, am, an den Sachen von anderen Leuten sozusagen austobt. Das würden ja die Eltern hoffentlich oder wahrscheinlich auch zu Hause nicht akzeptieren, dass der dann, äh, dem Nachbarn den Gartenzaun ständig einschießt mit dem Fußball. Und ich frag mich manchmal, übrigens auch bei Erwachsenen, warum man das Gefühl hat, dass man sich im Urlaub immer aufführen kann wie 'ne offene Hose und als wär man alleine auf der Welt. Weil wir haben das ja auch teilweise so 'ne Thematik mit erwachsenen Menschen, die dann grölend bis morgens drei, äh, neben, also in, auf der Nachbarparzelle sitzen, wo du auch denkst: „Leute, ist ja schön, dass ihr Spaß habt", aber irgendwie manche würden vielleicht halt mal gerne schlafen, wir zum Beispiel.

Ja, aber das ist ja grundsätzlich so 'ne Sache, ne. Ich finde auch, dass die Erwachsenen tatsächlich die Leute mit dem weniger vorhandenen Benehmen sind als die Kinder. Auch dieses, die Kinder um sechs Uhr morgens rausschmeißen, sehe ich das Problem eigentlich nicht bei den Kindern. Die verhalten sich so, wie sich Kinder verhalten. Das hat was mit den Erwachsenen zu tun, die das machen. Meine Kinder sind auch, wenn ich Glück hab, sind sie nicht sechs wach. Aber so Richtung sieben find ich auch, ist noch nicht Halligalli auf 'm Platz angesagt und wir reißen hier den Spielplatz ab. Ich finde, so zwischen acht und neun können so langsam die Geräusche auf 'm Campingplatz, weil wir sind alle im Urlaub und da gibt's auch welche, die länger schlafen. Und dann sorg ich dafür, dass in der Zwischenzeit meine Kinder, ja, nicht zwingend rausgehen oder mit mir zusammen rausgehen, damit ich da irgendwie 'n Auge drauf habe und vor allen Dingen auch 'n Ohr.

Und ansonsten ist es auch so, auch so Parzellenläufer, meine persönliche, steh ich ja sehr drauf, wenn mir jemand so halb durchs Vorzelt läuft. Das machen auch sehr viel mehr Erwachsene als Kinder, muss ich auch sagen. Und meinen Kindern sag ich auch immer: „Ihr wollt auch nicht, dass irgendeiner einfach in unseren Garten läuft." Also da ist 'ne Türe mit Sinn und wir wollen nur, dass jemand reinkommt, wenn wir diese Türe aufmachen. Genauso ist es auf 'm Campingplatz auch. Und wenn man 'n Ball irgendwo in 'ne Richtung rollt, okay, aber sonst halten sie sich da definitiv dran und für die ist Abspannseile die Grenze. Also das ist klar definiert und dann ist das so. Und für die Erwachsenen, bei denen ich das eigentlich voraussetze, dass sie diese Regel kennen, ist es halt relativ häufig nicht so. Also die, die uns auch über 'n Platz laufen, sind meistens Ü18, muss ich wirklich sagen.

Ja, das, äh, kann ich so bestätigen, auch wenn bei uns der Hund draußen liegt. Der wurde dann auch schon mal getreten, weil er dann nach einem geschnappt hat, der quasi über sie drüberlief. Äh, seitdem, äh, kann sie das halt gar nicht mehr ab, wenn jemand bei uns, äh, über die Parzelle latscht, ne. Da war die ganz klein. Also ja, ich kenn das und das ist ein sehr unangenehmes Thema, finde ich. Aber wenn man so in die, in die Gruppen guckt, dann sind da ja durchaus kontroverse Meinungen vorhanden, ne, auch zu dem Thema: Was, was dürfen Kinder? Also ich, ähm, ich seh das im Grunde wie ihr. Ähm, ich find es wichtig, dass die Kinder grade im Urlaub Kinder sein dürfen und ich empfehle auch Familien, die sich noch nicht so für 'ne Reiseform mit ihren Kindern entschieden haben, immer das Thema Camping, weil ich trotzdem das Gefühl hab, dass sie da natürlich viel entspannter sein können auf 'nem Campingplatz als in 'nem Hotel, wo die dann richtig am Tisch sitzen und still sein müssen und, und, und.

Und dann auch nicht einfach rumlaufen können, so wie sie möchten. Auch mit dem Bewegungsdrang, den Kinder haben, ähm, glaub ich, dass sie auf 'm Campingplatz halt sehr gut aufgehoben sind. Aber es ist halt so wie überall 'n paar versauen's dann immer für alle. Das kann man leider nicht anders sagen. Aber jetzt schauen wir vielleicht noch mal uns so 'n bisschen an Familienfreundliche Plätze haben wir jetzt so oft erwähnt. Was würdet ihr da für Kriterien ansetzen, um zu sagen, aus eurer Sicht ist ein Platz familienfreundlich? Weil man kann sich ja alles auf die Fahnen schreiben, aber wie's dann umgesetzt wird, ist noch mal ein anderes Thema.

Ja, also für mich ist familienfreundlich, wo Familien auch wirklich willkommen sind, so dass, ja, man einfach das Gefühl hat, da sind andere Familien gern gesehen oder sind Kinder auch gern gesehen. Das kann man meistens daran erkennen, ob es zum Beispiel einen Spielplatz gibt, der auf dem, sage ich mal, keine Brennesseln wachsen, weil da nicht gemäht wird oder so was. Daran sieht man's schon ein bisschen und natürlich durch Empfehlungen von anderen Familien. Wenn dort viele Familien immer unterwegs sind, dann ist das auf jeden Fall ein Indiz dafür, dass es ein familienfreundlicher Platz ist. Grundsätzlich habe ich das Gefühl, da wir auf die Schulferien angewiesen sind, wenn wir unterwegs sind, findet man eigentlich fast überall Familien und andere Kinder.

Und jetzt habe ich das Glück, dass meine Kinder eigentlich auch so umgänglich sind, dass wir, glaube ich, mit denen fast überall hinfahren können. Aber ich find's halt schön, wenn's 'nen Spielplatz gibt, auf dem die Kinder da irgendwie unterwegs sein können. Was wir nicht unbedingt brauchen, was Eva aber anders sieht, ist auf jeden Fall Animation, Schwimmbad, Remmidemmi und so weiter. Also Eva, deine Kriterien bitte.

Ja, ich stehe dazu. Ich stand da als Kind schon drauf und ja, die Kinder haben ja die eigenen Gene, ne. Also so Animation, Kinderdisco, Indoorspielplatz, Schwimmbad, Spielplatz, um den man drum rumstehen kann. Also das volle Programm lieben wir, mag ich sehr, sehr gerne. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man da auf Nicht-Familien trifft, ist tatsächlich sehr, sehr gering, weil ich würde mir das auch nicht geben. Wie du schon sagst, man bezahlt dafür und braucht das dann nicht. Wäre halt nicht meine Wahl. Damit habe ich schon ausgemendelt, wer da tatsächlich ist, so mehr oder minder und habe da die Situation für meine Kinder geschaffen, dass der Platz wirklich tatsächlich ganz klar auf Familien ausgerichtet ist. Es muss nicht das volle Programm sein, mögen wir aber gerne. Macht es für uns tatsächlich auch entspannter.

Macht auch diese Freiheit der Kinder, über die wir gesprochen haben, noch entspannter. Weil es gibt klare Orte, wo man sich aufhalten kann, wo sie spielen können in einem für Kinder geeigneten, geschützten Raum. Also so ein Indoorspielplatz ist ja darauf ausgelegt, dass die da klettern und rennen und toben und laut sind. Und dann dürfen die das tatsächlich auch ganz, ganz problemlos machen. Wenn ich jetzt auf so einen alteingesessenen Platz komme, wo die Brennesseln am Spielplatz sind, wie du schon sagst, und da geben die Gas, da erwarten die Leute halt nicht, dass die Kinder da Gas geben, laut sind, darum, ähm, lachen, schreien, Ball spielen. Das wäre dann nicht der Platz für mich. Also ich mag gerne, wenn viel geboten wird und diese Fünf-Sterne-Plätze, die für Kinder halt das volle Programm bieten, lieben wir.

Mag ich sehr, sehr gerne.

Und wie ist da so eure Erfahrung? Also jetzt speziell an dich, Eva. Bei diesen Plätzen, die halt so viel bieten für Kinder, ähm, gibt's da dann auch Aufsichtspersonen, die sich darum kümmern? Ähm, also ich kenne das halt aus so Cluburlauben, die wir früher mal gemacht haben. Da gab's halt dann so Animateure für die Kinder und die haben sich dann den ganzen Tag bespaßt und ich fand's auch mal richtig cool. Oder mü-müssen die Eltern aufm Campingplatz dann doch sich eher noch selber kümmern, aber die, die Infrastruktur ist einfach da.

Gibt es beides. Gibt es so oder so. Wir haben auch schon beides erlebt. Ähm, normalerweise ist es so, dass jemand guckt in den einzelnen Gegebenheiten. Also es gibt Aufsichtspersonal in so einem Indoorspielplatz und es gibt auch Animateure, die zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten Programm bieten. Da ist es aber auch so, die sind jetzt nicht dafür da, dass mein Kind in der Zeit wie im Kindergarten betreut wird. Aber auch das haben wir schon erlebt. Wir waren in Kroatien auf 'nem ganz, ganz tollen Platz. Inka auch. Istra Premium Camping und das war noch mal was ganz, ganz anderes. Inka, erzähl mal von deiner Erfahrung, weil der hat uns beide in dieser Art und Weise wirklich geflasht.

Genau, also der war echt richtig, richtig super und da war es wirklich so, dass meine Tochter ist zum Beispiel nachmittags nach der Schule im Hort betreut und da sind Erzieherinnen und Erzieher, die sich die Kinder kümmern und tolle Angebote machen. Und also in der Qualität fand das dort statt. Wirklich Fachpersonal und du konntest die Kinder da abgeben. Wir haben die überhaupt nicht mehr gesehen. Das ist auch ein Grund, weshalb wir diese Herbstferien wieder dahinfahren. Es hat allen vier Kindern so gut gefallen, dass sie unbedingt noch mal dorthin wollten. Den kann ich echt wirklich sehr empfehlen und in der Nachsaison war's jetzt auch nicht so Remmidemmi-mäßig, wie Eva es im Sommer erlebt hatte. Aber was ich grundsätzlich halt sehr wichtig finde zu sagen, die Qualität dieser Animation und des Fachpersonals in Anführungszeichen schwankt schon sehr, sehr extrem.

Also da hast du manchmal auch einfach irgendwie 'nen, 'nen Schüler oder 'ne Schülerin, die jetzt halt grade sich am Wochenende vielleicht zehn Euro die Stunde dazuverdienen wollen und ansonsten mit Kindern nicht so viel am Hut haben oder auch einfach nicht wissen, wie 'ne Gruppe geführt werden soll. Also das schwankt wirklich sehr in der Qualität der Betreuung, die da angeboten wird.

Ja, ganz, ganz klar. Und auch das Angebot, was angeboten wird. Also nicht nur die Person, die da ist. Ich finde, es hängt viel an der Person. Du kannst aus fast allem irgendwie 'nen Happening machen, wenn du 'ne Person bist, die dafür geeignet ist, das zu machen. Da reicht auch irgendwie Blätter aufm Papier kleben oder so was. Wenn du da 'n Ereignis draus machst, reicht das. Aber es gibt halt welche, da kannst du das schönste Angebot haben, die sind halt in diesem Bereich nicht geeignet. Aber auch das gibt's in jeder Berufssparte. Und bei dem Animator ist es halt so, das probieren viele mal aus und bei manchen funktioniert's gut und bei anderen nicht. Ich finde aber auch da sollte man mit der Erwartungshaltung rangehen, dass man da realistisch ist. Wenn man in andere Länder geht, braucht man nicht zwingend über, ähm, erwarten, dass in Deutsch animiert wird, dass die Kinder da in Deutsch aufgenommen werden.

Dieses Gefühl habe ich ganz, ganz oft, dass grundsätzlich vorausgesetzt wird, dass mit den Kindern dann auf Deutsch eine Animation stattfindet. Ich weiß nicht, wenn ich in fremdes Land fahre und das wird nicht explizit damit geworben, dass das internationale Animation ist, find ich, kann ich das nicht erwarten und kann ich das dem Platz auch nicht ankreiden. Also wir sind viel in der Niederlande unterwegs und die Niederländer lernen ja sehr, sehr viel früher fremde Sprachen als wir. Und da können ganz, ganz viele hervorragendes Englisch und auch gut Deutsch. Du kannst aber nicht erwarten, dass das Programm dann in Deutsch stattfindet, aber wir haben bislang immer das Gefühl gehabt, die wollen, die möchten das Kind unterstützen, die möchten dem Kind helfen und mit Händen und Füßen funktioniert das. Und wenn man das Kind darauf vorbereitet und sich selber auch 'n bisschen darauf vorbereitet, dann kann das auch ohne Deutsch ganz gut werden.

Hallo bei Heute Journal, der Podcast.

Ähm, Helene, du musst näher ran.

Hallo bei Heute Journal, der Podcast.

Vielleicht noch 'n Ticken näher.

Hallo bei Heute Journal, der Podcast.

Oh wow, das ist nah.

Na klar, weil ihr jeden Donnerstag mit mir und dem Heute-Journal-Moderationsteam ungewohnt nah an die Themen kommt, die die Welt bewegen. Nah klar, Heute Journal, der Podcast. Jeden Donnerstag überall, wo's Podcasts gibt. Also ich hab, war sogar immer sehr überrascht, wenn ich mal zu dem Thema familienfreundliche Plätze recherchiert habe und gesehen habe, mehrsprachige Animation, dann dacht ich so: Krass, das ist ja wirklich, äh, hier wie im, im All-inclusive-Urlaub sozusagen. Und erfahrungsgemäß, ich war ja als Kind mit meinen Eltern sehr, sehr viel auf Reisen in ganz unterschiedlichen Ländern und auf verschiedenen Kontinenten. Und ich hab eigentlich immer das Gefühl gehabt, dass grade bei Kindern das überhaupt keine Rolle spielt, in welcher Sprache man sich verständigt, weil irgendwie hat man da Freundschaften geschlossen und hat kommuniziert.

Ich weiß im Nachhinein nicht mehr wie, aber es wären mit euren Kindern, ich weiß nicht, wie si-wie sind da eure Erfahrungen?

Ja, wobei meine Erfahrung ist da tatsächlich 'n bisschen anders. Also ich hatte mir das auch so romantisch vorgestellt, dann spielen die alle und unterhalten sich mit Händen und Füßen. In der Praxis ist meine Erfahrung immer so, wenn da zum Beispiel eine Gruppe englischsprachiger Kinder ist, das hatten wir mal am Gardasee, da hatten wir sehr früh Ferien und außer uns hatte eigentlich nur noch England Ferien. Es gab fast nur englische Kinder und da kamen unsere deutschen Kinder einfach nicht dazwischen, weil's dann doch an der Verständigung haperte. Die anderen hatten alle einfach diese eine gemeinsame Sprache und konnten darauf ihre Regeln absprechen und so weiter und das war dann für unsere Kinder schwierig, da irgendwie dazwischen zu kommen.

Ja, ich glaube, das ist so 'ne Gruppendynamik auch. Also klar, wenn da alle eine Sprache sprechen und selbst als Erwachsener, du kommst dazu und kannst die Sprache nicht, ist es natürlich unglaublich schwer, dazwischenzukommen. Im eins zu eins Kontakt habe ich zumindest die Erfahrung gemacht, dass es für meine Kinder nicht das Problem ist. Sobald eine Gruppendynamik entsteht, ist es natürlich immer schwierig. Aber dann ist es die Sprache, dann ist es, kannst du Fahrrad fahren oder nicht. Also 'ne Gruppendynamik ist grundsätzlich etwas, die natürlich Leute ausgrenzen kann oder nicht. Eins zu eins seh ich die Sprache nicht als Problem und wenn man seine Kinder darauf vorbereitet, dass man sich irgendwie ausdrückt, ohne dass es vielleicht die Sprache ist, hat das auch immer funktioniert. Ich hätte gerne 'ne Schere, zeigst du auf die Schere.

Also so Sachen funktionieren, wenn man sich darauf einlässt, muss man aber der Typ für sein. Also ganz, ganz klar. Es gibt dann natürlich Kinder, die eh schüchterner sind. Dann noch 'ne Sprachbarriere seh ich auch ganz klar als Schwierigkeit, aber dann seh ich mich als Eltern auch in der Pflicht, dann geh ich mit zum Basteln. Und dann hör ich mir an, was der Animateur sagt oder klär mit dem das auf Englisch oder was auch immer oder guck mir an, was der macht und versuch das dann mit meinem Kind umzusetzen. Und zur Not, da sind immer Stifte und 'n Blatt, mal ich dann 'n Bild, weil ich nicht verstanden habe, worum es hier gerade geht. Aber ich kann nicht erwarten, mein Kind da irgendwie hinzugeben und plötzlich ist da jemand komplett Fremdes mit 'ner anderen Sprache in der Verantwortung und bespaßt mein Kind die zwei Wochen, die ich da aufm Platz bin. Seh ich halt irgendwie nicht.

Ich find das halt für die Kinder auch 'ne eigentlich 'ne tolle Chance zu lernen, dass nicht die ganze Welt Deutsch spricht und nicht Deutschland der Nabel der Welt ist, sondern dass man halt in andere Länder kommt und dort gibt es einfach 'ne andere Kultur, da gibt es 'ne andere Sprache. Und wie kann man damit umgehen? Das ist doch für die Kinder wirklich was, wo man fürs Leben dadurch lernen kann. Und nicht, da vielleicht sind unsere Kinder dann nicht die, die noch in die Facebook-Gruppe schreiben: "Wo ist die deutsche Animation in Kroatien, sonst fahr ich da nicht hin." Sondern die einfach gelernt haben, man kann auch mit Kroaten kommunizieren.

Ja. Ja, das, das find ich 'ne total gute Haltung, weil ich glaube, nicht nur wir Deutschen, gibt auch noch so 'n paar andere Nationen, aber wir müssen überhaupt mal so als, ähm, als Volk auch lernen, dass sich nicht die ganze Welt uns dreht und dass man nicht halt überall sein Schnitzel mit Pommes einfordern kann, zum Beispiel auch als Erwachsene. Und da ist es natürlich immer einfacher, wenn man schon bei den Kindern anfängt und die da so 'n bisschen drauf trainiert und auch, ähm, auch so Berührungsängste bei Kindern abbaut, was dann Nachbarländer und ihre Menschen angeht, zum Beispiel.

Ja, Kinder mit verschiedenen Kulturen groß werden zu lassen. Wir sehen alle anders aus, wir hören uns alle anders an. Jeder verhält sich auf 'ne bestimmte Art und Weise. Es gibt halt 'ne große Vielfalt und ich finde, das darf man den Kindern ruhig auch zeigen. Ich finde, diese Internationalität ist etwas, was uns allen guttut. Ich bin selber als Kind viel gereist, viel auf der ganzen Welt unterwegs gewesen und ich bin der Ansicht Das hat aus mir einen toleranteren Menschen gemacht, als hätt ich das nicht gehabt. Ich weiß, dass es verschiedener Formen, Farben, was auch immer gibt und denke nicht, das hier ist meine kleine Box und in der bleibe ich und alles, was irgendwie fremd wirkt, ist erst mal böse. Nein, nein, nein. Wir sind alle da und wir haben alle 'ne Daseinsberechtigung und wenn Kinder das früh erfahren, ist das 'ne Sache, dann wächst man da in 'ner Grundnormalität aus.

Ich glaube, das schadet nicht.

Und es ist auch aus meiner Sicht bereichernd. Also ich hab zum Beispiel so für, für meinen eigenen, für meinen eigenen Alltag und für mein Leben und ja letztendlich auch für meine Beziehung – ist ja kein Geheimnis, dass, dass ich mit 'nem Mexikaner verheiratet bin. Ähm, ich hab da ganz viel auch mitgenommen und gelernt, so was mir das Leben auch wirklich schöner macht und erleichtert und was mein Leben auch bunter macht dadurch.

Ja, ganz klar 'n Fall. Also ich glaube, wenn wir alle offener sind und alle toleranter sind, was sich ja jetzt in ganz vielen der Themen grade widergespiegelt hat. Wir gucken aufeinander, wir achten aufeinander, wir nehmen uns nicht das Recht aus, dass wir irgendwie über jemandem stehen. Hat ja alles damit zu tun. Und wenn man so in die Welt geht und so seine Kinder in die Welt gehen lässt, glaube ich, kommen wir alle ein bisschen besser durch unser Leben und sie durch ihre Leben. Und ich glaub, dann ist die Welt schöner. Ganz pathetisch.

Auf jeden Fall.

Das ist jetzt so schade, dass wir das nicht schon als Schlusswort nehmen können, aber wir haben noch 'n paar wichtige Punkte auf der Liste. Das würd mir jetzt richtig gut gefallen, damit auszusteigen. Aber nein, ich kann euch leider noch nicht entlassen. Ähm, ich komm noch mal so'n bisschen zurück zu den familienfreundlichen Campingplätzen. Wenn ihr euch diese Plätze auswählt, ähm, ihr habt ja schon gesagt, viel geht auch über Mund-zu-Mund-Propaganda, aber gibt's denn auch 'ne Möglichkeit, sinnvoll zum Beispiel auf diesen Campingplatzportalen wie Camping Info, PinCamp oder wie sie da alle heißen, zu filtern, dass ich sehe zum Beispiel auch, für welche Altersgruppen ist so'n Platz geeignet? Weil das haben wir ja gesehen, ist ja 'n Unterschied, ob ich jetzt 'ne Animation, äh, für 'nen Zwei- bis Vierjährigen mache oder für 'ne, äh, 14-Jährige, die, die schon quasi, ähm, bald den ersten Freund am Start hat, ne.

Das, das oder vielleicht schon den zweiten in dem-- weiß nicht. Bei uns war's noch der erste in dem Alter, aber ihr ja wahrscheinlich jetzt schon, ähm, bald nach der Pille fragt. Also wie, wie filtert ihr, damit eben die Bedürfnisse eurer verschiedenen Altersgruppen auch gedeckt werden?

Also ich find das tatsächlich schwierig, diese Filter zu benutzen, muss ich ganz ehrlich sagen. Es gibt ganz viel und die einzelnen Portale versuchen da super viel möglich zu machen. Wir hatten letztens grade noch, ähm, mit Camping.info gesprochen, die auch auf Empfehlung der Camper, also wenn, wenn du mit Familie unterwegs warst und das gut fandest und bewertest den Campingplatz, dann spielt das in den Filter für Familien geeignet ein. Ich persönlich finde das immer etwas schwierig und finde, man kann am besten Personen fragen, die dieselben Kriterien hat wie man selber. Weil wenn ich jetzt zum Beispiel, okay, Eva und meine Kriterien sind nicht so unterschiedlich, das ist jetzt überspitzt gesagt. Aber wenn ich Eva frage, dann würde sie mir ja sagen: „Ja, hier, da ist super viel Animation und Remmidemmi", und vielleicht will ich das aber alles gar nicht, weil meine Kinder das nicht können und ich will einfach nur 'nen Spielplatz.

Das Gute ist, wenn man einmal einen Campingplatz gefunden hat, der einem gefällt und man dann dort auf dem Platz mit den anderen Leuten ins Gespräch kommt und fragt: „Wo gefällt's, also gefällt's euch hier?" Und wenn die dann sagen: „Ja", dann, ähm, könnte man fragen: „Was gefällt euch auch?" So'n bisschen wie bei Amazon. Äh, Kunden, die dieses Produkt kaufen, kaufen auch. Das ist eigentlich so die beste Variante und was ich auch echt empfehlen kann, das ist jetzt unabgesprochene Werbung vorab hier, aber Eva hat auf ihrem Instagram-Kanal von so ziemlich jedem Campingplatz, den sie bereist hat, so'n, äh, kleines Reel-Video, wo sie einmal so'n Einblick über den Campingplatz hat.

Ach cool.

Und das find ich halt echt, da gibt's inzwischen auch noch 'n paar andere, die das so ähnlich machen, aber das find ich richtig super, um 'nen Eindruck zu bekommen: Wie sieht's denn da wirklich aus?

Ja, das ist halt so 'ne Sache. Ich hätte das gerne für mich. Genau das, was ich da mache, hätte ich ganz gerne, um mich selber zu entscheiden und hab da lange nach gesucht und nichts in die Richtung gefunden, weil ich mir dachte, ich will nicht, mir hat es da gut gefallen, sondern ich will, es gibt da das und das und das. Folgendes fand ich gut, Folgendes fand ich vielleicht nicht so gut und ich geb so'n Allgemeinschnitt, weil nur weil jemand, ähm, ja 'ne bestimmte Art von Campingplatz mag, heißt das ja nicht, dass ich das auch mag und deshalb versuche ich persönlich, das auch objektiv einfach wiederzugeben. Geb 'n paar Bilder und ich kann mich so dann da reinversetzen: Okay, das wär was für meine Familie oder das wär vielleicht nichts. Da ist mir zu viel los oder das ist an 'ner Ecke, die mir nicht gefällt. Inke ist so'n Freund von Plätzen direkt am Meer.

Find ich super schön, macht tolle Bilder, super harmonisch, echt toll. Mit meinen Kindern ist das nichts. Und wenn da der Zaun dazwischen ist, ist das für Inken Ausschusskriterium. Für mich ist das aber ein Plus. Für mich ist das 'n Plus, weil ich mir keine Sorgen darum machen muss, dass meine Kinder da plötzlich ins Wasser gehen. Und so unterschiedlich ist es halt. Wir mögen beide diese Sicht aufs Meer und Inke fühlt sich wie im Gefängnis und ich denk mir: Oh Gott, viel entspannter. Wir, ja suchen halt alle unterschiedlich und dementsprechend muss man gucken, was mag ich, worauf möchte ich gezielt achten. Ich find diese Filter gar nicht so verkehrt, um sich 'n Grundeindruck zu machen. YouCamping hat da 'ne Mega-Auswahl an Filtern. Also bin ich persönlich 'n großer Fan, mir da anzugucken, welche Plätze da infrage kommen. Und dann geh ich in Facebook-Gruppen, geb dann den Platz ein und guck mir mal an, was die Leute so über den Platz gesagt haben.

Und da kann man eigentlich immer ganz gut hören, wenn jemand sagt: „Uh, da war mir aber zu laut, weil die Kinder bis zehn Uhr auf'm Spielplatz gespielt haben", dann denk ich mir: „Oh, da ist 'n Spielplatz direkt am Platz. Vielleicht ist das was für uns." Und man muss halt immer so'n bisschen reingehen, nur weil jemand sagt, ist toll, bedeutet das nicht, ist toll für mich. Also davon muss man sich auch 'n bisschen lösen.

Und umgekehrt. Also, ähm, was du genau beschreibst, ne, dass es dem einen zu laut ist und du findest es halt super, weil dann deine Kinder irgendwie sich beschäftigen können. Aber es klingt ja doch nach relativ viel Recherchearbeit dann auch im Vorfeld. Also man muss viel lesen, man muss die Kommentare oder die Rezessionen auch, äh, Rezensionen auch genau lesen. Jetzt sag ich selber schon Rezession, weil ich das ständig lese bei irgendwelchen Leuten, dass sie immer über Rezessionen sprechen. Jetzt plapper ich das nach. Also die Rezensionen, ähm, genauso wie bei, ähm, Amazon-Produkten zum Beispiel oder bei anderen Onlineshops, wo ich dann ja auch genau mich informieren muss, ob die Bewertungen für mich überhaupt relevant sind.

Ja, ganz, ganz klar.

Und ich muss sagen, ich finde das deutlich schwieriger, einen passenden Campingplatz zu finden, als zum Beispiel ein passendes Hotel zu finden. Da geht man irgendwie auf so 'n Hotelportal, gibt ein, das und das hätt ich gerne, dann kriegt man irgendwie fünf Sachen da vorgezeigt und dann passt es. Also das, ja, find ich sehr, sehr viel schwieriger.

Ja, das ist ja auch so 'ne Sache, wenn man für 'ne Familie bucht, das ist ja-- In den meisten Familien gibt's eine Person, die kümmert sich diesen Part. Also das bin bei uns ich und ich entscheide halt nicht nur für mich, ich entscheide für vier weitere Personen und fühle mich so natürlich auch in der Verantwortung, all diese vier weiteren Personen inklusive meinen Wünschen unter einen Hut zu kriegen. Und dann möchte ich auch, dass es natürlich so angenehm wie möglich wird. Man kann nie in die Zukunft gucken, aber ich möchte die Grundbedingungen so gut schaffen wie möglich. Ich mag 'nen Plan, um dann zu improvisieren und dafür möchte ich halt die Situation vor Ort so gut kennen, wie es halt von hier möglich ist. Ja, und deshalb ist es so schwierig. Aber bislang funktioniert's toi, toi, toi ganz gut.

Wir haben noch nicht so oft daneben gegriffen und meistens war es auch so, dass die Dinge, die dann tatsächlich störend waren, welche waren, wo ich drüber gestolpert bin, mir aber gedacht hab, ist bestimmt nicht so. Doch, ist so.

Okay.

Wenn die Leute das sagen, dann ist das meistens so, dass diese Dinge sind und wenn das Punkte sind, die einen stören, dann sollte man da vielleicht noch mal drüber lesen.

Ja, jetzt, ähm, haben wir uns 'n bisschen verquatscht wieder, wie das oft bei uns der Fall ist und ich guck grade auf die Uhr. Wir haben jetzt über 50 Minuten schon voll. Ich würde vielleicht vorschlagen, dass wir jetzt an dieser Stelle 'nen Cut machen und dann die Themen, die wir ja noch besprechen wollten, also welches sind eure lieblings familienfreundlichen Plätze in Deutschland und den Nachbarländern? Oder welche Reiseziele könnt ihr eben für Familien für die verschiedenen Jahreszeiten empfehlen? Was muss aus eurer Sicht alles dringend mit an Bord und wie beschäftigen wir die Kinder unterwegs, äh, damit die nicht auf dumme Gedanken kommen? Dass wir das in die nächste Folge schieben, sonst müssten wir's jetzt wirklich so ganz schnell abhandeln und das fänd ich sehr, sehr schade, weil das ja ganz tolle Punkte sind eigentlich.

Ja, sehr gerne. Wir freuen uns auf eine weitere Folge mit dir.

Klingt nach 'nem guten Plan und ich freu mich.

Sehr gut. Dann, liebe Hörerinnen und Hörer, wenn ihr diese nächste Folge auf keinen Fall verpassen wollt, abonniert gerne unseren Kanal und schreibt uns auch 'ne Nachricht, wenn ihr dazu Fragen habt zu dem ganzen Kinderthema, ähm, Camping mit Familie, dann leite ich das natürlich gerne an die beiden Damen weiter und wir sehen uns dann einfach und hören uns nächste Woche wieder am Samstag. Bis dann. Tschüss.

Tschüss.

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