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Camping Road Trip Mexiko 2023 (Teil II)

Episode 156 · 01:14:26

In Teil II unserer Mexiko-Road-Trip-Miniserie (hier geht’s zu Teil I) sprechen wir unter anderem über folgende Themen:

  • den Rest unserer Tour inkl. Campingplatzempfehlungen

  • Krokodile, Wale und Wasserschildkröten

  • die aktuelle Sicherheitslage in Mexiko

  • Reise- und Lebenshaltungskosten vor Ort

  • Gesundheitsvorsorge

  • Flugverbindungen und warum man den Flughafen in Mexiko-Stadt derzeit besser meiden sollte

  • und einiges mehr.

Unsere Route

Guadalajara - Chimulco - Tapalpa - Laguna de Sayula - Cuyutlán - San Patricio Melaque - La Manzanilla - Barra de Navidad - Punta Perula - Chalacatepec - Chamela - Playa Careyitos - Boca de Iguanas

Besuchte Campingplätze

Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian und heute geht's noch mal um Camping in Mexiko. Und da hat uns ja Nele beim letzten Mal, also die beiden, Nele und Halil, sind jetzt ja einige Monate oder sind jedes Jahr im Winter einige Monate in Mexiko und waren auch wieder eben mit 'm Bulli unterwegs auf 'nem kleinen Camping-Roadtrip und wir haben in der letzten Folge schon 'n bisschen was zum ersten Teil der Route erzählt und waren in La Manzanilla mit den Krokodilen stehen geblieben.

Und den Kokosnüssen.

Und den Kokosnüssen, genau, haben euch, äh, sozusagen mit den, mit den Kokosnüssen in die Pause entlassen und heute legen wir dort oder setzen wir dort fort. Nele, was habt ihr in La Manzanilla noch erlebt?

Also definitiv war da mein bisher All-Time-Favorite-Campingplatz. Der heißt auch Camping La Manzanilla. Ähm, da gibt's 'ne ganze Menge so Campingplätze und Trailerparks am Strand. Die sind alle relativ einfach, also wenig Infrastruktur, sehen alle erst mal sehr schön aus, haben 'nen direkten Strandzugang, wo man wirklich dann die Fahrzeugtür aufmacht und in den Sand fällt buchstäblich. Aber wir haben uns einen ausgesucht, ähm, auf dem so wenig, äh, Sozialleben war, um's mal ganz ehrlich zu sagen, weil bei den anderen fuhren wir so vorbei und haben gesehen, dass da schon Tische zusammengerückt wurden und dass sich da so Gruppen gebildet hatten, halt, äh, Amerikaner, ähm, also US-Amerikaner und Kanadier, die dann da sich schon seit 15, 20 Jahren kennen.

Das, das merkt man auch sofort und hat sich dann auch im Gespräch bestätigt. Und wir wollten halt so 'n bisschen unsere Ruhe haben und die Stille genießen, sofern man in Mexiko überhaupt von Stille sprechen kann. Und fuhren dann wirklich zufällig an einem vorbei, der auch gar nicht, den wir gar nicht aufm Schirm hatten, weil der, glaub ich, bei iOverlander, also der App, die wir nutzen, nicht eingezeichnet war. Ähm, Camping La Manzanilla, komplett aus Sand bestehender Campingplatz mit, ähm, einer Palapa. Das sind so Palmenblatt gedeckte Schattenspender am Strand. Und wir haben uns dann unbedingt eingebildet, dass wir direkt in erster Reihe am Strand stehen müssen, also direkt vor dieser Palapa, damit wir eben den Schatten tagsüber haben, weil die Sonne ziemlich runterbrannte.

Und, ähm, es gab nur einen anderen Menschen auf diesem ganzen Campingplatz, der vielleicht so, was wird der haben? Schätz mal so drei, zwei bis 3.000 Quadratmeter ungefähr. Und das hat uns natürlich total angefixt und dann sind wir da also hoch und mussten dann mühsam unser Auto da in den Sand manövrieren, weil wir natürlich keinen Allrad haben, mit Brettern und Latten, die wir vom Nachbargrundstück geholt hatten und haben dann Reifen, äh, Luft aus den Reifen abgelassen, weil wir einfach so stur waren und unbedingt da reinmussten. Konnten dann natürlich während des kompletten Aufenthalts das Auto nicht nutzen und mussten überall hinlaufen, weil wir ja gar nicht mehr rauskamen, ohne, ähm, dann wieder den Aufriss von 'ner Stunde zu machen. War aber alles okay, weil wir standen halt wirklich komplett direkt am Strand an diesem Abschnitt, wo man eben keine Restaurants hat und wenig, äh, Durchgangsverkehr von, äh, laufenden Menschen am Strand.

Und also es war unglaublich schön. Wir haben die Pelikane beobachtet. Ich hab dir ja Fotos geschickt.

Ja.

Da, die haben da in Massen, wirklich hunderte Pelikane haben sich da in die Wellen gestürzt. Unser Hund mittendrin wie immer. Wir haben dort, ähm, totales Basic Camping gemacht. Also wir hatten wirklich nur auf dem ganzen Roadtrip irgendwie 'n paar Klamotten dabei, 'n Campingkocher, Besteck und Geschirr für zwei Personen, ähm, bisschen Kaffee und so Essen, was wir halt mitnehmen konnten und haben da total back to the roots, ähm, uns aufgehalten. Und auf diesem Campingplatz war's eben so, dass es auch wirklich back to the roots war, weil die Toiletten, die konntest du eigentlich gar nicht benutzen. Also Toiletten waren wirklich grässlich. Wir haben aber Gott sei Dank unser kleines Porta Potti am Start und das wär auch 'ne allgemeine Empfehlung, die ich hätte, wer Campingurlaub in Mexiko plant.

Es gibt Campingplätze, die sehr gut ausgestattet sind, auch für den Preis, den man dort bezahlt, die also wirklich an der Parzelle sogar 'ne eigene Abwasserentsorgung haben, wo man entweder 'nen Schlauch legen kann oder die Toilette rein kippen kann mit eigenem Wasseranschluss und Pipapo. Aber es gibt eben auch welche wie diesen, ähm, wo das Wasser dann nachmittags abgestellt wird und wo die Toiletten, äh, aus einer Schüssel hinter Planen bestehen, aber ohne Spülung. Also wo die Abwasser da hingehen, weiß ich nicht, will ich auch nicht wissen. Und man muss dann quasi mit 'nem Eimer Wasser reinschütten und das war halt, ähm, nicht so, dass man sich da unbedingt hinsetzen wollte. Aber der Rest war, wie gesagt, wunderschön und das wär auf jeden Fall 'ne Empfehlung, wer so 'nen Trip in die Region plant, mal sich, äh, an diesem Campingplatz wirklich auf die Wurzeln des Campings zurückzubesinnen.

Man kann dort natürlich auch zelten. Weiter ging's dann nach Barra de Navidad. Das haben wir uns aber nur angeguckt und haben dort nicht übernachtet, weil's uns auch zu wuselig war. Auch 'n sehr schöner kleiner Ort, der jedoch schon seit, würd mal so tippen, 20, 30 Jahren sehr stark amerikanisch geprägt ist und dementsprechend halt auch 'ne viel bessere Infrastruktur hat als andere Ortschaften in der Gegend. Ähm, ganz tolle Restaurants und auch schon so 'n bisschen in Richtung, ähm, Boutique-Hotels und, äh, vegan und vegetarische Restaurants oder auch so kleine Cafés, die halt von Ausländern betrieben werden. Also nicht unangenehm überlaufen und auch so, dass man merkt, dass sich die ausländischen Leute, die sich dort niedergelassen haben, sehr gut in die Ortsgemeinschaft integriert haben, aber uns schon quasi 'ne, 'ne Klasse zu hoch sozusagen, weil wir's halt am liebsten ganz einfach mögen.

Der nächste Ort, den ich sehr empfehlen kann, ist Punta Perula. Auch so 'n Fischerörtchen und unseren Informationen nach derjenige Ort mit der, ähm, also von dem aus der meiste Fisch quasi in die ganze Region, ähm, sagt man nicht exportiert wird, aber du weißt, was ich meine. Also der die ganze Region sozusagen genau mit Fisch beliefert. Und, ähm, das Schöne an diesen Orten ist halt, dass es dort auch so Fischerkooperativen gibt, auch in, äh, La Manzanilla zum Beispiel und in San Patricio, wo man dann wirklich, wenn man da früh morgens hingeht, die Fischer reinkommen sieht mit ihren Booten und dort direkt dann den Fisch mitnehmen kann und die Meeresfrüchte. Also frischer, frischer geht's eigentlich nicht.

Also das kann dann auch jeder. Da kann jeder dann einfach hin und sagen, den will ich.

Genau.

Cool.

Da kann jeder hin. Ähm, man muss halt nur 'n bisschen Zeit mitbringen, weil man ja nie genau weiß, wann die Fischer wirklich dann ihren Fischfang beendet haben und reinkommen. Das kann mal morgens um sieben, acht sein, das kann aber auch erst um zehn, elf sein. Also da muss man auch so 'n bisschen Glück haben und Geduld. Und dann hat man natürlich auch oft die Situation übrigens auch in den Restaurants, in denen man dort vor Ort isst, weil die ja auch bei den Fischern einkaufen oder sogar selbst von Fischern betrieben werden, dass es dann halt viele Sachen, ähm, manchmal nicht gibt oder dass man dann gesagt bekommt, ja, heute haben wir aber nur 'n Fisch für vier Personen anstatt für eine oder für zwei. Ähm, aber dafür ist halt die Qualität unglaublich gut.

Mhm.

Ähm, ja, Punta Perula ist so 'n Ort, ähm, der sich auch sehr gut für Ausflüge an andere Wildstrände eignet. Auch ganz klein, noch sehr beschaulich, schon mit relativ viel Tourismus, aber nicht unangenehm, sondern auch sehr, ähm, ja, sehr gemäßigt, kann man sagen. Dort waren wir auch auf so 'nem, ähm, kleinen Campingplatz Trailer Park, der jetzt nicht so schön war, aber sauber und, und, ähm, ja, mit relativ kleinen Parzellen, aber wir haben da eben halt mehr oder weniger nur übernachtet und waren eigentlich sonst die ganzen anderen Tage unterwegs. Ähm, der heißt Trailer Park Punta Perula, falls jemand Interesse hat, dort mal hinzugehen. Und von dort aus sind wir dann eben unter anderem an ein, an einem echten Paradies gelandet, nämlich Chalacatepec, schwieriger Name, wie so viele Namen in Mexiko.

Das muss man sich so vorstellen, dass es da zum einen, ähm, so 'ne seeartige Lagune gibt auf der einen Seite und auf der anderen Seite hat man zwei Seiten Wildstrand. Also das geht so quasi ums Eck. Der eine Wildstrand ist 'ne Bucht, also so richtig schön, äh, eingegrenzt und so 'n bisschen felsig und der andere ist 'n ganz langgezogener, ähm, ja, auch Sandstrand, aber eben quasi gerade, also so, so, äh, kilometerlang zieht sich der an der Küste entlang. Wir haben uns für die Bucht entschieden, weil wir einfach so 'n bisschen, ähm, gemütlich haben wollten und in den Buchten sind die Wellen teilweise halt auch etwas ruhiger als, ähm, an den offenen Stränden, wo's dann aufs offene Meer hinausgeht, äh, weil die Zoe ja so gerne baden geht.

Und da waren wir wirklich komplett alleine über Stunden. Also es war kein einziger anderer Mensch da. Ähm, wir konnten dann auch 'n bisschen FKK machen, weil da störte sich ja dann auch keiner dran. War wirklich ganz, ganz toll. Ähm, die traurige Nachricht daran ist, dass da grade kräftig gebaut wird für 'n großes Ressort oder Hotel, was, ähm, bedeutet, dass dieses Paradies jetzt bald wahrscheinlich zerstört werden wird. Also es, äh, sind auch schon Strandabschnitte abgesteckt, um Besitz zu markieren. Und es ist oftmals so, obwohl das gesetzlich verboten ist, dass die Hotels und Ressorts so gebaut werden, dass man selbst als Einheimischer dann auch zu den Stränden gar keinen Zugang mehr hat, weil die einfach die Zugänge dicht machen.

Ich hoffe, dass es da nicht passiert, aber wir gehen eigentlich davon aus, dass es das letzte Mal war, dass man da so sitzen und liegen konnte. Also wenn wir da nächstes Jahr wieder hinkommen sollten, wird's sicherlich ganz anders aussehen. Da waren, also wirklich hektarweise wurden da, wurden da, ähm, Baustoffe verbracht und waren Baumaschinen aktiv, hunderte Leute. Da kann man davon ausgehen, ähm, dass da in wenigen Monaten die ersten Hotels stehen.

Also vielleicht das auch noch mal. Ich guck mir das ja auch grade auf Google Maps wieder an. Das sind also, also wenn du Wildstrand meinst, meinst du das oder sagst, meinst du das auch wirklich so? Also wenn ich mir das hier mal abmesse, sind es vermutlich so fünfzehn, sechszehn, siebzehn Kilometer Strand und da gibt's keine Bebauung dahinter, oder? Also da sind dahinter bisschen Bäume, Büsche.

Ja, also fünfzehn, sechszehn Kilometer kann ich dir nicht sagen, aber da, wo wir waren, also da stehen dann schon mal 'n paar Häuschen von irgendwelchen einheimischen Fischern und so weiter, aber keine Hotels oder Ähnliches.

Na ja, weil ich sehe auf Google Maps tatsächlich nur zwei Hütten an dieser Bucht. Ähm, und der lange Strand davor, da seh ich irgendwie, da ist 'n Campamento, also 'n, 'n-

Äh, das ist 'n Schildkröten Camp.

Ah, okay.

Also da werden, da werden, ähm, das ist halt auch 'n ganz wichtiges Thema in Mexiko, weil dort ja Schildkröten und vor allem auch die Eier nach wie vor gegessen und verkauft werden.

Mhm.

Und deswegen gibt's eben an vielen Stränden in, in Mexiko sogenannte Campamento Tortuguero. Ähm, die, da sind dann freiwillige Helfer, die eben im Schildkrötenschutz aktiv sind und die graben dann quasi die Eier aus, die die Schildkröten nachts in den Sand legen, bevor die Eierräuber zuschlagen können und die werden dann in den Stationen ausgebrütet und die kleinen Schildkröten werden ausgewildert. Das machen, haben wir ja auch schon gemacht, ähm, als wir vorletztes Jahr hier waren. Ähm, unsere Cousins hier sind ja Meeresbiologen und die haben uns da mitgenommen, auch in so 'ne Schildkrötenauffangstation. Und du gehst da halt hin und bekommst dann ganz viele kleine Schildkrötchen in die Hand und musst sie dann quasi, also zum, zum Wasser begleiten.

Das ist also, wer das mal machen möchte, das ist wirklich 'n ganz zauberhaftes Erlebnis, weil man macht das dann auch so in der, in der Dämmerung. Du schüttelst den Kopf.

Ja, ich, äh, hab das tatsächlich, also wir haben das in Sri Lanka kennengelernt, weil unser Guide, ähm, da auch sehr engagiert war und der hat uns so 'n bisschen die negative Seite bei der ganzen Geschichte dazu erzählt. Denn grade dieses Schildkröten ins Meer begleiten ist eigentlich das, was man nicht tun sollte. Das wird eben, also das ist eigentlich genau das, was die Schildkröten nicht überleben lässt, sondern die müssen es tatsächlich selber schaffen. Deswegen ist dieser ganze Schutz gar nicht so einfach. Ähm, aber er hat uns halt auch erklärt, dass die das auch machen. Also auch dieses Touristen Schildkröten ins Wasser tragen lassen. Also-

Nee, nicht ins Wasser tragen.

Also ja, aber denen sozusagen so, pass auf, wir machen das mal anders. Ich find's aber tatsächlich schlau, darüber mal aufzuklären, weil das hab ich tatsächlich in Sri Lanka gelernt. Und zwar ja, die Eier werden geraubt. Das ist, äh, ne für die bedrohten Schildkröten halt wirklich doof, weil die eben entsprechend dann immer weniger Nachwuchs haben und von keine Ahnung den Hunderten und Tausenden Eiern überleben ja nur ganz wenige, ne weil die halt einfach das teilweise nicht ins Meer schaffen, dann halt ja unheimlich viele Fressfeinde haben und so weiter und so fort. So, jetzt gibt's dann aber diese Events, wo eben Touristen den Schildkröten sozusagen helfen, ins Wasser zu kommen. Ich will gar nicht sagen, dass ihr das so gemacht habt. Und das ist eben das, was zum einen Geschäftsleute ausnutzen, die dann so tun, als ob sie schützen und dann mit solchen Sachen Geld verdienen.

Aber das ist auch etwas, was wirklich Schutzvereine machen, also die wirklich den Schildkröten helfen, weil sie sagen: „Ja, wir opfern damit eben eine gewisse Prozentzahl der Schildkröten. Wir wissen, die sterben danach", aber die nehmen damit eben Spenden ein, um die anderen Schildkröten retten zu können, ne. So wird sozusagen quasi ein kleiner Teil wird geopfert, damit die anderen leben können. Und deswegen ma, haben die das zum Beispiel auch gemacht, weil sie halt wissen, das ist toll für die Touristen. Da machen die Fotos, da sind die begeistert. Ähm, und jetzt, Entschuldigung, kannst du noch mal erklären, was ihr gemacht habt? Und ich weiß ja auch, wir waren ja auch mit euren Verwandten da unterwegs, die ja auch da super, ähm, engagiert im, im Walschutz waren, die ja auch den, den Walen irgendwie unter Lebensgefahr aus, aus irgendwelchen Netzen helfen und so was.

Deswegen gehe ich davon aus, dass die auch von der guten Seite kommen. Ähm, aber ich wollte da einmal drüber informieren, weil ich das ganz wichtig finde, auch da so 'n bisschen aufzuklären, dass da auch immer wieder Menschen halt einfach nur Kohle mit verdienen wollen, ähm, und eben das ganze Leid und, und sozusagen das Negative noch mehr verstärken.

Ähm, ja, das ist die eine Seite und die andere Seite ist auch, ähm, dass das teilweise zu so, zu so Happenings verkommt, also zu so Unterhaltungsevents, wo's dann nicht mehr die Sache geht, ähm, und wo dann die Leute wirklich mit Gebrüll sich auf die kleinen Schildkröten stürzen. Das haben wir auch beobachtet. Also bei uns war's ja so, dass wir alleine mit denen waren nachts. Ähm, und wir haben's halt so gemacht, dass wir, ähm, da muss man sich vorher die Hände waschen, dass die keine Sonnencreme am Körper haben und so weiter. Da gibt's ganz viele Verhaltensregeln und man darf die eben nicht ins Wasser tragen, wie du siehst, sondern was wir halt gemacht haben: Wir haben gewartet, bis, bis quasi sich, ich glaub, es war der Mond. Ähm, bin jetzt nicht mehr sicher, ob's 'n Sonnenuntergang war oder ob schon der Mond draußen war.

Auf jeden Fall musste sich da quasi das Licht auf der Wasseroberfläche, äh, spiegeln, damit die Schildkröten ihren Weg finden.

Mhm.

Aber es gibt eben auch welche, die dann immer mal wieder umkehren und die nimmst du halt dann und bringst sie quasi wieder auf Spur. Aber die müssen tatsächlich alleine ins Wasser kommen und auch so überleben, glaub ich, von Tausenden, also von 1.000 nur eine oder zwei. Die Zahl hab ich jetzt nicht mehr so genau im Kopf.

Ja, unheimlich weniger.

Aber was halt schlimm ist, sind diese touristischen Events, die zum Beispiel von Hotels veranstaltet werden, weil da ganz viele, ähm, da ist ganz viel Lärm, da ist ganz viel Bewegung und das verwirrt halt die Tiere zusätzlich dann noch. Also man sollte, wenn man sich für so was interessiert und deswegen war dein Hinweis ganz wichtig, sollte man sich wirklich 'ne Auffangstation suchen, wenn man dieses Erlebnis mal haben möchte oder vielleicht sogar mithelfen möchte, ähm, die dann nicht, äh, so 'n, so 'n Fest draus macht, sondern die das wirklich in ganz kleinen Gruppen mit 'n paar Leuten vielleicht macht und dann auch genau erklärt, wie's funktioniert. Weil's auch so ist, dass in der Dunkelheit man auch so leicht auf so 'ne kleine Schildkröte drauftreten kann, wenn man sich da zu viel bewegt. Also man muss im Grunde stehen bleiben, weil die Schildkröten, die Babys, die sind ja nur so groß wie 'ne Handfläche.

Die sieht man sonst auch gar nicht mehr im Sand. Also von daher ja, auf jeden Fall dann eben sich 'ne Organisation suchen und nicht bei so 'ner Hotel- oder, oder Event-, ähm, Veranstaltung mitmachen.

Ja, das wirkt super romantisch und so weiter, aber kann eben an ganz vielen Stellen genau das Gegenteil tun-

Ja

... ähm, und den Tieren eben nicht helfen. Also das war eben bei uns auch sehr spannend, weil unser Guide in, in Sri Lanka, der, äh, da mit uns so 'n bisschen das Land gezeigt hat, eben auch da engagiert war und das auch mit uns gemacht hat und uns das einfach auch erklärt hat, ganz offen. Hat gesagt: „Ja, ne, wir opf..." Also wir haben nicht diese Schildkröten mit, äh, sozusagen reintragen gemacht, weil als wir das gehört haben, war das für uns nicht mehr relevant. Ähm, aber gleichwohl haben die da natürlich auch 'n, so 'n, so 'ne Station gehabt, wo die eben verletzte Schildkröten helfen und da konntest du dir die halt dann angucken. Das war halt super spannend. Ähm- Ist, glaub ich, gar nicht immer so einfach rauszufinden, wenn man da wirklich nich, nich drinsteckt und nich grade auch wie wir Glück hat, dass es eben Biologen sind oder Menschen, die da engagiert sind. Ähm, wie aber Nele grad gesagt hat, wenn's 'n Riesenfest ist, wenn's laut ist und so weiter, dann wär ich immer schon vorsichtig, weil Lärm und irgendwelche schlüpfenden Tiere sind im Normalfall eigentlich keine Kombination, die in der Natur vorkommen.

Gleiches gilt übrigens für Wahlbeobachtungen. Auch 'n ganz wichtiges Thema hier in der Gegend. Wir, ähm, haben ja gemeinsam 'ne Wahlbeobachtung gemacht, äh, Sebastian und, und auch wir selber waren mehrfach mit unseren Cousins unterwegs und die achten eben darauf, dass man genügend Abstand zu den Tieren einhält, ähm, um die nicht zu stören. Und häufig kommen die Tiere dann von selber ganz nah an die Boote ran, aber dann ist es eben deren Entscheidung, weil die sind ja wahnsinnig neugierig, genauso wie Delfine. Das kann sein, dass man dann mehr Glück hat, als wenn man die jagt. Und da würd ich immer empfehlen, dass man sich vor-vorher sehr genau die Veranstalter anguckt, ähm, dass man wirklich so Ökotourismusansch-- Veranstalter nur bucht. Wir haben jetzt zum ersten Mal auch gesehen Videos von Leuten, von Veranstaltern, die gemeinsam mit den Touristen auf Jetskis die Wale jagen, sozusagen für die sogenannten Beobachtungen.

Und das ist natürlich katastrophal, weil die kommen ja hierher, um in Ruhe ihre Jungen aufzuziehen. Wir haben zum Beispiel neulich von 'nem Campingplatz aus, ähm, Wale mehrfach beobachtet. Da war ganz nah vom Strand, das waren vielleicht 200 Meter, 'ne Mutter mit ihrem, mit ihrem Kind, die da gespielt haben und die da immer hochgesprungen sind. Aber man muss es den Tieren selber überlassen, wie nah die kommen möchten. Und dann kann's halt auch mal sein, dass man nur welche ganz aus der Ferne sieht, aber das muss einfach, äh, beim Tierschutz mit drin sein. Und leider gibt's jetzt mittlerweile hier wahnsinnig viele Anbieter, die sich überhaupt nicht auch an die gesetzlichen Vorgaben halten. Ähm, wenn ihr Interesse habt, so was mal zu machen, liebe Hörerinnen und Hörer, dann schreibt mich gerne an. Dann kann ich euch da auch in Absprache mit unseren Verwandten, ähm, Anbieter nennen, die das Ganze verantwortungsvoll machen, weil die sehr gut vernetzt sind im, im Wahlschutz, eben wie Sebastian ja sagte, die machen auch Wahlrettung und die kennen, also würd ich mal sagen, von hier bis nach USA, Kanada mit Sicherheit auch sehr, sehr gute Veranstalter.

Genau, das wichtiger, vielleicht nicht ganz so schöner Punkt, aber auch das-

Auch so was muss diskutiert werden

... find ich persönlich wichtig, dass man, dass man das einfach auch weiß, ne. Also viele Menschen wissen das ja auch nicht und ich würd es bis heute auch nicht wissen, wenn ich nicht zweimal Glück gehabt hätte, eben mit entsprechenden, äh, Vereinigungen oder Menschen zusammengekommen zu sein. Okay, dann aber wieder zurück zum Roadtrip. Also ihr wart jetzt in Chala...

Chala Catemec.

Chala Catemec.

Sehr gut.

Am wilden Strand.

Ja.

Ähm, und, äh, da, okay, da habt ihr quasi-- Ach, so waren wir drauf gekommen. Ich hatte die, den, den Schildkrötenplatz gefunden. Genau. Ansonsten, was ich grade vorher sagen wollte, also das sind so, guck, wenn ich mir Google Maps angucke, sind das locker 15 Kilometer Strand mit tatsächlich wenig Bebauung. Das kann man sich ja hier in Europa irgendwie gar nicht vorstellen, ne. Also außer wenn's vielleicht wirklich 'n Schutzgebiet ist und vielleicht so ganz weit entfernte, nicht touristische Gebiete, was ich nicht irgendwo... Nee, mir fällt tatsächlich jetzt keine Meeresküste ein, wo ich, wo ich mir vorstellen kann, dass du da einfach mal Hunderte Kilometer nicht zusammenhängend, aber in so 'nem Gebiet halt nahezu unberührten Sandstrand hast, wo, wo halt tatsächlich auch nicht, nicht ständig irgendwo Menschen dir übern Weg hüpfen. So und-

Ja, also wir, wir sind tatsächlich an vielen dieser Strände entweder ganz alleine oder über Stunden alleine oder weitestgehend alleine und das ist halt auch das, was wir mögen. Genauso gibt's aber auch ganz, ganz viele Strände, wo 'n ganz buntes Treiben herrscht. Du kennst es ja auch. Ähm, mit Restaurants, mit, mit, ähm, ambulanten Verkäufern, mit Familien. Also viel in, in Mexiko gibt's auch ganz, ganz viel regionalen Tourismus und nationalen Tourismus, wo dann Leute mit irgendwie ihrer ganzen Sippe ankommen und die sind aber natürlich eher an den Abschnitten, wo das Wasser sehr ruhig ist, weil dort dann die Kinder in Ruhe spielen können, weil ja viele, äh, in Mexiko auch gar nicht schwimmen können. Und von daher gibt's eben für jeden Geschmack was und alles auch, was man sich dazwischen vorstellen kann.

Das ist ja das, ähm, was, was teilweise auch so die, die eigene Fantasie so 'n bisschen sprengt, selbst bei mir noch. Wenn ich dann immer traurig bin, äh, wenn wieder irgend 'ne Küste zugebaut wird, sagt der Herr Liliabers: „Es gibt doch immer noch tausende Kilometer, wo das nicht so ist. Dann gehen wir halt an 'nen anderen Strand", ne. Also von daher, wenn da mal so 'ne Tour bei euch ansteht, ihr werdet auf jeden Fall genau den Strand finden, der eurem Geschmack entspricht. Noch ist es überall möglich.

Ja, man kann das ja wunderbar kombinieren, ne. Also ich erinner mich auch, wir, wir waren am selben Tag an 'nem super einsamen Strand gelegen und abends dann noch an 'nem völlig vollen mit Essen und, und Party und haste nicht gesehen. Also man kann das ja auch alles kombinieren, so wie man sich grade wohlfühlt und, und gut fühlt. Aber wie gesagt, ich, ich mag ja generell auch häufig die Einsamkeit, also wenn keine Menschen da sind. Das ist aber-- Also, äh, korrigiert mich gern, liebe Hörer und Hörerinnen, ne. Also wir würden das dann nicht öffentlich machen. Also je mehr man dann ja auch so 'ne Sachen öffentlich macht, äh, grade wenn's nur wenig davon gibt, desto, desto schneller ist es voll. Aber wenn es tatsächlich noch einsame Strände gibt, dann lasst uns das zumindest mal wissen. Ihr müsst uns nicht verraten, wo die genau sind. Aber aus meiner Sicht gibt's die äußerst selten.

Aber ich bin auch nicht überall in Europa gewesen. Also das ist 'ne sehr eingeschränkte Sicht der Dinge. Ich lass mich da gerne überraschen und mir gerne sagen: „Nein, also das gibt's auch hier. Du musst einfach nur-

Nordspanien. Nordspanien gibt's noch relativ viel von der Sorte, aber eben nicht die, in dieser Ausdehnung, weil das Land ja auch viel kleiner ist logischerweise.

Ja, da hast du, hast du mal 'ne Bucht, so wie hier auch. Die ist dann irgendwie 100 Meter, wenn du Glück hast, lang oder eher auch nur 20 Meter und da kommst du vielleicht gar nicht gut ran. D-das hast du hier in der Algarve auch noch, aber überall wo du rankommst, sind doch eigentlich immer Menschen.

Ja.

Okay, weiter geht's. Ähm, was der nächste Platz gewesen?

Nächster Strand, äh, Chamela. Auch 'n sehr sch-schöner Strand, auch noch weitestgehend wild, wobei da war 'n bisschen mehr los, weil's da eben auch sehr, ähm, flaches Wasser gibt. Ähm, aber auch der Strand selber unberührt. Das sieht man halt immer daran, wenn's dann zum Beispiel ganz dicke Äste und Strünke anschwemmt und das macht halt auch dann niemand sauber, weil, ne, ist auch nicht nötig. Das ist ja, ist ja Natur. Hauptsache, es wird nicht so viel Müll angeschwemmt. Und, ähm, das ist auch 'ne sehr, sehr schöne Bucht, ähm, die relativ geschlossen ist von wirklich tollen Felsen eingerahmt und oben auf einem der Felsen thront dann so 'n, ja, wie so 'n Hotel. Ich vermute, es ist 'n Hotel. Ja, wie soll ich das sagen? Also auch da 'ne sehr lebhafte Fauna, was die Seevögel angeht.

Da sieht man dann also wirklich, wie die sich auch gegenseitig Beute abjagen und die lassen sich überhaupt nicht stören, wenn man neben denen da im Wasser steht. Also da stürzt sich auch mal der Pelikan fünf Meter neben dir in die Wellen. Das ist, ähm, sehr faszinierend immer für mich, weil ich halt wahnsinnig gerne Tiere beobachte. Und auch da, wer gerne FKK macht, an solchen Stränden ist es völlig problemlos möglich, auch wenn die nicht als solche ausgewiesen sind, weil, also selbst wenn einen mal jemand sieht, würde sich niemand dran stören, wenn es nicht grade indigene Einheimische sind, die immer selbst voll bekleidet sind, ähm, mit, mit langen Klamotten und ihren traditionellen Trachten. Ähm, aber man findet immer irgendwo 'n Eck, wo wirklich niemand vorbeikommt und wenn mal jemand vorbeikommt, dann kann man sich ja auch kurz bedecken, bis der durch ist und, ähm, das ist überhaupt kein Thema.

Also da, da verletzt man auch keine Gefühle der Einheimischen. Ähm, die machen das teilweise selber genauso. Dann hatten wir noch einen erfolglosen Versuch, an einen Strand zu kommen, äh, Playa Teopa, den wir sehr gerne sehen wollten, der auch viel empfohlen wird in, äh, im Netz und in Reiseführern. Der scheint mittlerweile dicht zu sein. Also der, äh, da ist auch 'n Hotel gebaut worden und die lassen da keinen mehr durch, weil das dann quasi Privatgrund ist. Ähm, also den könnt ihr von der Liste streichen, falls euch der irgendwo über den Weg läuft. Wir sind dann ausgewichen, weil zwei Einheimische uns gesehen hatten, äh, wie wir abgewiesen wurden und die haben uns dann an der Landstraße abgefangen und haben uns gesagt, dass, äh, einer der nächsten Strände frei zugänglich ist, Playa Carrellitos.

Ähm, auch 'n sehr schöner Strand, ähnlich wie Chamela. Nicht ganz wild, aber eben, ähm, ja, noch sehr unberührt auch. Und, ähm, ja, da gibt's eigentlich jetzt auch nicht mehr zu sagen als zu den anderen, außer dass es halt richtig, richtig schön war und, ähm, dass man einfach auch da wunderbar abschalten kann. Aber was ganz, ganz wichtig ist und das hatte ich vergessen, äh, vorher dazu zu sagen: Man muss sich an mexikanischen Stränden zumindest in der Region immer selber um einen Schattenspender kümmern. Also wir haben uns halt 'n Sonnenschirm, äh, wieder eingepackt, weil es dort keinen Schatten gibt. Also die, die Palmen und Büsche und so weiter, die sind dann schon am Rand des Strandes, werfen aber tagsüber keinen Schatten, weil die Sonne quasi von vorne kommt.

Also das ist ganz wichtig, wenn man nicht direkt, äh, irgendwie durchgegrillt werden möchte. Ja, und dann unsere letzte Station war dann in Boca de Iguanas in der Nähe von La Manzanilla. Da sind wir dann also quasi wieder die Route zurückgefahren, weil wir da ein Familientreffen hatten. Sehr zu meiner Freude auf 'm Campingplatz. Das ging auch über mehrere Tage irgendwie mit einem ganz kleinen Teil von Halils väterlicher Familie. Ähm, waren aber trotzdem 20 Leute. Und dieser Campingplatz, der heißt, äh, Boca Beach, der ist 'n richtig toller Familiencampingplatz. Also mit allen, mit aller Infrastruktur, die man halt braucht, saubere Toiletten, super Duschen, 'n kleines Restaurant dabei, 'n Laden, der 24 Stunden geöffnet ist.

Äh, da könnten sich viele europäische Campingplätze 'ne Scheibe abschneiden von. Top durchorganisiert mit ganz viel Security auch, die dann immer geguckt hat, dass niemand reinkommt, der da nicht hingehört. Ähm, wär jetzt nicht unsere erste Wahl gewesen, ist aber auf jeden Fall sehr empfehlenswert, wenn man eben mal so 'n bisschen mehr runterkommen möchte und sich eben nicht um alles kümmern möchte.

Und, ähm, waren dann auch der, die anderen Teile der Familie mit Campingfahrzeugen da oder wo, wo haben die übernachtet?

Mit Zelt. Wir haben alle im Zelt geschlafen, genau. So familienweise. Da waren ja auch viele Kinder dabei. Da haben dann die Kinder in einem Zelt gepennt und ja, war richtig schön. Also ich war ja eigentlich am Anfang eher so 'n bisschen zurückhaltend, weil ich gedacht hab: Boah, über so viele Tage – wir waren fünf Tage insgesamt – über so viele Tage mit so vielen Menschen bist du gar nicht gewöhnt, äh, obwohl ich die Familie von meinem Mann wirklich toll finde, von beiden Seiten. Das sind ganz tolle Menschen. Ähm, ich hab auch tatsächlich so anderthalb Tage gebraucht, äh, um mich da einzugewöhnen in den Trubel, aber dann hab ich's so genossen. Das war richtig, richtig schön.

Sehr schön. Cool. Was-- Ich versuche mal zu überlegen, was jetzt Hörer und Hörerinnen sich vielleicht fragen und was, was oft bei solchen Trips als Erstes kommt: Wie habt ihr das denn geplant? Also war, stand das alles im Vorfeld schon fest, abgesehen von den Ausweichgeschichten, die du grade genannt hast? Oder habt ihr die ersten Steps geplant? Oder wie, wie habt ihr den, den Trip geplant?

Der Halil hat's tatsächlich dieses Mal relativ gut vorgeplant und das ist in Mexiko auch, ähm, durchaus ratsam Weil man ja immer 'n Auge auf die Sicherheitslage halten muss. Also mein Tipp für Mexiko wäre immer, sich 'ne Route grundsätzlich mal vorzuplanen, sich für diese Orte, die man besuchen möchte und wo man vielleicht auch mal freistehen möchte, ähm, ganz konkret über die aktuelle Sicherheitslage zu informieren und dann aber auch flexibel zu bleiben, wenn man dann kurz vor der Reise feststellt: Oh, da ist grade was in Gange. Also wir hatten das selber auch schon oft genug, dass wir Touren kurzfristig ändern mussten, weil irgendwo dann doch wieder Kartelle aufeinandergeprallt sind oder weil's 'ne Schießerei gab oder Ähnliches und wir dann gesagt haben: „Nee, da müssen wir jetzt nicht unbedingt durchfahren zu der Zeit."

Also das ist mal so die, die grobe Richtlinie. Und welche Orte und Strände man besuchen möchte, das kann man wirklich sich wunderbar auch im Internet zusammentragen, weil da gibt's wahnsinnig viele Reiseempfehlungen. Wir haben das auch so gemacht. Oder eben in irgendwelchen Camping-in-Mexiko-Gruppen oder Expat-Gruppen. Da gibt's ganz tolle Empfehlungen und da hat Talir sich auch viele Anregungen geholt, was so, ähm, Campingplätze, Freistehmöglichkeiten und so was angeht. Dann nutzen wir natürlich immer noch die App iOverlander. Die ist sehr, sehr hilfreich auch. Und das in Kombination mit Google Maps, ähm, da kann man wirklich auch aus der Ferne sich gut 'ne Reise zusammenstellen.

Und, äh, mit Gruppen meinst du Facebook-Gruppen wahrscheinlich.

Facebook-Gruppen, genau. Äh, Facebook oder Reddit. Also-

Ah, okay.

Das sind beides sehr gute Quellen.

Und sind das dann spanischsprachige Gruppen? Oder, äh, weil du gesagt hast, Expats, wird's ja wahrscheinlich eher Englisch gesprochen oder wie ist das? Okay.

Ja, in erster Linie Englisch. Ähm, teilweise spanischsprachig, aber die können ja auch in der Regel Englisch. Also wenn man da 'ne Frage reinstellt, ähm, dann bekommt man da in der Regel auch 'ne Antwort.

Mhm. Okay. Also wer Reddit nicht kennt, das ist auch eins der frühen sozialen Netzwerke. Na ja, so 'n richtig soziales Netzwerk ist nicht, aber ein riesiges Diskussionsforum mit 50 Trilliarden Themen und noch viel mehr Menschen drin. Ähm, superspannend, ähm, an, an vielen Gebieten. Also ich bin da auch sehr regelmäßig und wir haben da ja auch schon mal 'n Ask Me Anything gemacht. Also da sind so, ähm, Experten und, und Menschen, die irgendwas sehr viel gemacht haben und werden gefragt. Wir hatten da mal, äh, das Thema Camping, wo die Leute uns dann quasi live Fragen gestellt haben. Dann die nächste Frage, die sich mir jetzt aufdrängt, ist, du hast es ja grade gesagt, ihr macht euch dann über die Sicherheitslage schlau. Das ist wichtig. Wo macht ihr euch denn schlau?

In erster Linie auch bei Reddit und in den entsprechenden Facebook-Gruppen, ähm, aber natürlich auch über, ähm, lokale Medienberichte, was jetzt für Hörerinnen und Hörer wahrscheinlich eher nicht so infrage kommt, weil man dazu natürlich Spanisch sprechen müsste. Ähm, also wir sind bei diversen Nachrichtenagenturen auch gelistet oder, oder haben eben die Feeds abonniert. Aber in erster Linie eben über die Gruppen im Vorfeld und dann auch vor Ort, indem man mit den Leuten spricht, die dort wohnen. Und die können einem auch auf Englisch in der Regel sehr gut weiterhelfen.

Okay. Und was kostet es-- Also gucken wir uns mal die Kosten an. Was, wa, was kostet so 'ne Übernachtung auf so 'm Campingplatz? Ich sag mal, auf so 'm-- Oder anders: von bis. Was sind die Kosten, die ihr unterwegs für 'n Campingplatz die Nacht hattet?

Wie in Europa hängt's natürlich immer so 'n bisschen von Lage und Ausstattung ab, aber wir waren tatsächlich dieses Mal überrascht, dass die Kosten doch deutlich gestiegen sind, auch, ähm, im Vergleich zum Vorjahr. Und wir liegen so in, in den, auf den Campingplätzen, auf denen wir uns aufgehalten haben, wo ich ja schon gesagt hab, dass die sehr einfach sind, auch teilweise ohne richtige Sanitärangebote, liegen wir in der Regel bei 150 Pesos am Tag. Das sind aktuell, ähm, zwischen 7,50 Euro und acht Euro, je nach Tageswechselkurs pro Person. Also wir landen irgendwo so zwischen 15 und 20 Euro pro Nacht für zwei Personen. Es wird dann nicht das Fahrzeug gesondert, äh, berechnet, so wie in, äh, Deutschland insbesondere oder auch in den Nachbarländern, sondern das ist dann quasi 'ne Personenpauschale.

Mhm.

Ähm, das ist für hiesige Verhältnisse relativ viel. Ähm, auf dem Campingplatz, auf dem wir zuletzt waren, wo ich gesagt hab, dass der eben sehr schön war und sehr gepflegt und alles sauber, da lagen wir, meine ich, bei 300 Pesos pro Nacht mit Strom, weil der Strom da gesondert abgerechnet wurde. Ähm, das sind ungefähr 15, 16 Euro die Ecke.

Mhm.

Also im Moment, ähm, haben wir leider das Pech, dass der Wechselkurs, äh, sich sehr zu unseren Ungunsten verändert hat, im Gegensatz zum Euro. Für Mexiko ist natürlich schön, wenn der Peso hoch steht, aber wir hatten schon Phasen, da war, da stand der, ähm, Euro bei 25 Pesos. Im Moment liegt er zwischen 19 und 20 und das merkt man dann schon, wenn man auch so 'ne lange Tour macht oder so lange im Land ist. Aber es ist immer noch alles sehr gut bezahlbar. Bei den, ähm, Restaurants zum Beispiel, ja, so, wir waren in erster Linie in so Fisch- und Meeresfrücht, äh, Meeresfrüchterestaurants essen. Da zahlt man so pro Person meistens zwischen 10, 15 Euro und 20, 25 Euro, je nachdem, was man isst und, ähm, wie gut das Restaurant auch ist und wo's liegt.

Also das ist schon gar nicht mal so ohne für 'n Land, was ja relativ arm ist. Ähm, ist dann aber auch mit Getränken und man bekommt halt frisches Essen dafür, ne. Also das ist dann nicht so, dass das dann schon durchs ganze Land geschaukelt wurde, sondern das, ähm, kommt dann frisch von der, vom Fischfang morgens.

Und sind es denn schon Etwas touristischere Restaurants oder ist das auch das Klassische, wo der Einheimische hingeht? Wahrscheinlich eher nicht, oder?

Das sind, nee, das sind, ähm, also das sind schon Restaurants, wo die Einheimischen hingehen, aber vielleicht nicht unbedingt die Einheimischen, die dort leben in dem Ort, sondern eher so die mexikanischen Touristen, die dann für 'n Wochenende kommen. Und die lassen sich's da auch richtig gut gehen. Also da, da hab ich mir oft gedacht, ich bin wirklich überrascht, da sitzen dann so 'ne Familie, ähm, Papa, Mama, Oma, Opa, drei Kinder dabei und noch irgend 'n Cousin oder so und die schlemmen da richtig. Also das, was wir essen, ist 'n Dreck dagegen sozusagen, ähm, auch von der Menge her in, in erster Linie und lassen sich's da richtig gut gehen, aber für die ist es dann halt ein Wochenende, ne. Und wenn man jetzt jeden Tag essen geht, ähm, so wie wir das ja teilweise machen, weil wir auch die lokale Küche probieren wollen, dann merkt man schon, dass es auch ins Geld geht.

Und in den, in den kleinen, äh, Restaurants so im Dorf, wo man dann eben auch nicht am Strand sitzt und bedient wird, ähm, und wo man eben nicht Meeresfrüchte isst, sondern vielleicht Tacos oder so, ähm, mexikanische Eintöpfe oder so was, da ist es natürlich 'n Stück günstiger, aber nicht so viel günstiger, wie man erwarten könnte, weil eben durch die vielen Überwinterungstouristen aus Kanada und, ähm, USA die Preise insgesamt deutlich angezogen haben und insbesondere merkt man es auch an den Grundstückspreisen.

Also das sind dann halt jetzt auch die, die sicher oder relativ sicheren Gebiete, die werden eben, also so wie die Algarve von den, von den Touristen aus, aus Deutschland, Frankreich angefahren wird und den Niederlanden, so wird eben Mexiko, die Westküste dort von den Amerikanern und von den Kanadiern angefahren, ähm, die dort teilweise den ganzen Winter verbringen, so wie ihr's ja auch gemacht habt.

Ja.

So wie ja hier auch viele Überwinterer in, in, äh, in der Algarve zum Beispiel sind, die dann eben jetzt März, April langsam wieder zurückfahren und dann im Oktober meistens wieder herkommen. So ist es quasi dort auch.

Ja. Ja, und das merkt man eben an den Preisen. Ich kann mir vorstellen, ähm, dass sich da auch nicht mehr viel ändern wird. Also auch wenn man sich 'ne andere Saison auswählt, dann sind halt sehr viele nationale Touristen hier. Also die Amerikaner und, und Kanadier, die fahren ja jetzt so langsam, ähm, April wieder zurück in ihre Länder. Und dann beginnt aber hier schon mal, äh, der, der regionale Tourismus wegen Ostern, was ja hier ganz, ganz groß ist, weil's 'n sehr katholisches Land ist. Da fährt praktisch jeder irgendwo hin und da ist es dann natürlich auch noch mal voll und teuer. Und, ähm, vielleicht, wenn man im Sommer dann an der Küste sich bewegt, wo eben die Saison eher, ähm, schon zu Ende ist, weil's eben so wahnsinnig heiß wird, vielleicht sinken dann die Preise.

Das haben wir jetzt so selber noch nicht ausprobiert. Aber generell merkt man schon durch die vielen Überwinterer, dass insgesamt im ganzen Land, zumindest an den Küstenabschnitten, wo die sich in erster Linie aufhalten, eben doch deutliche Steigerungen zu verzeichnen sind, auch in den normalen Lebenshaltungskosten und auch Mieten und, ähm, ich sag jetzt mal so Artikel des täglichen Bedarfs, die man jetzt, also nicht unbedingt unters Essen zählt, sondern angefangen von Toilettenpapier über, ähm, Hygiene, also Zahnpflegeartikel und so weiter. Die haben durchaus teilweise Preise wie bei uns in der Stadt.

Okay.

Also bei uns heißt in Guadalajara, nicht in Deutschland.

In Mexiko, in der Stadt, genau. Okay, und, äh, ihr seid jetzt in welchem Bundesland unterwegs gewesen?

Dieses Mal waren wir nur in Jalisco unterwegs, also in dem Heimatbundesstaat meines Mannes und in dem Bundesstaat, in dem ich auch gelebt habe, als mein Mann noch nicht mein Mann war.

Als ich da war, waren wir in Nayarit unterwegs.

Genau, und in Jalisco. Wir, wir sind quasi immer gesprungen. Das hast du dann immer gemerkt an der Zeitverschiebung. Also eine Stunde, da mussten wir immer die Uhren umstellen.

Und gibt es jetzt noch andere Bundesstaaten, wo du sag-- Also mir ist klar, dass man wahrscheinlich nicht generell für den ganzen Bundesstaat sagen kann, da ist es sicher, aber wo's relativ viele sichere Gebiete gibt oder grade wenig, wenig gefährliche Kriminalität.

Also wenn wir jetzt auf derselben Seite des Landes bleiben wollen, wie wir, wie wir uns jetzt aufhalten, also sprich an, äh, im Westen, ähm, ist es im Moment so, dass, ähm, Michoacán, was ja über viele Jahre 'n sehr gefährliches Pflaster war, wohl sich beruhigt hat. Insbesondere, also ich sprech jetzt nicht von, von Städten wie Ku, äh, wie Culiacán, wo ja, die ja durch die Medien gingen wegen der, ähm, Aufstände, als da der zuerst die Söhne von Chapo vor zwei Jahren verhaftet wurden, wieder freigelassen wurden und jetzt haben sie ja den einen Sohn wieder geschnappt und dann war quasi, waren bürgerkriegsähnliche Zustände. Also solche Städte, wo man weiß, dass dort die Kartellhochburgen sind, die sollte man meiden. Aber an den Stränden ist es dort im Moment relativ sicher wohl, so wie wir mitbekommen.

Ähm, wir haben auch Kontakt zu etlichen Vanlifern und Campern, die da grade unterwegs sind und die sagen, dass man da wirklich sich gut aufhalten kann. Wenn das so bleibt, werden wir das für nächstes Jahr planen, weil's da noch krassere Wildstrände gibt als die, die wir jetzt schon besichtigt haben. Ähm, also da gibt's wirklich kilometerlang einfach nichts, ne. Da gibt's dann aber auch kein Restaurant und gar nix und das wollen wir uns gerne mal anschauen in Ruhe. Ähm, wo sich auch sehr viele aufhalten, ist im Moment Baja California, also die Halbinsel an der Grenze zu den USA. Da waren wir auch schon, äh, um 'ne Tante zu besuchen, haben da aber kein Camping gemacht. Und da ist es wohl im Moment auch sehr ruhig und man kann an sehr vielen Ecken auch frei stehen.

Das wär dann unser Plan B, wenn's mit Michoacán nicht klappt. Und auf der anderen Seite des Landes kann man, glaub ich, momentan relativ gut, ähm, In Yucatán, äh, reisen. Auf der Halbinsel Yucatán, die ist ja bekannt, ähm, weil viele Cancún-Urlauber das dann auch nutzen, um da sich so 'n bisschen die Halbinsel anzugucken. In Tulum, ähm, was immer so eins meiner, meiner Lieblingsörtchen war, würd ich im Moment keinen Fuß reinsetzen. Ähm, da gab's ja letztes oder vorletztes Jahr auch diese Schießereien, wo auch Touristen dann gestorben sind. Das ist eher selten in Mexiko. Normalerweise ist es tatsächlich so, dass es dann, ähm, ja, Machtkämpfe untereinander sind und man als Tourist da nur mit sehr, sehr viel Pech wirklich reinkommt.

Aber in Tulum war's wohl ziemlich wild und das ist vielleicht grade nicht so empfehlenswert, aber ansonsten, ähm, ja, Halbinsel Yucatán ist auf jeden Fall auch 'n sehr, sehr, sehr, sehr schöne Destination, die absolut empfehlenswert ist. Daten, die ich persönlich momentan meiden würde, wie auch schon in den Vorjahren, äh, Sinaloa. Ähm, das ist auch so 'n, so 'ne Kartellhochburg, wo's aber auch insbesondere viele Machtkämpfe gibt zwischen den Kartellen und das ist eigentlich immer die Problematik in Mexiko. Da, wo ein Kartell die absolute Vormachtstellung hat, ist es in der Regel ruhig und unproblematisch, außer wenn's zu Auseinandersetzungen mit dem Militär kommt oder mit der Polizei. Ähm, dort, wo Kartelle aufeinanderprallen und es interne Machtkämpfe gibt, ist es dann, wird's gefährlich.

Und deswegen sag ich auch immer, da muss man sich relativ aktuell informieren. Mexiko ist 'n super schönes Land. Es ist auch 'n sehr, sehr gutes Reiseland mit wahnsinnig freundlichen und lieben Menschen, aber man muss eben die Sicherheitslage im Auge behalten und dann ist man auch wirklich, ähm, kann man bedenkenlos unterwegs sein.

Genau, das war jetzt, glaub ich, auch noch mal wichtig, das noch mal so zu sagen, weil das klingt sonst natürlich sehr gefährlich und man will da nicht hin und kann jetzt sein, dass sehr ängstliche, ähm, Naturen da sich jetzt auch 'n bisschen abgestoßen fühlen. Das, das kann schon sein. Es ist halt nicht Europa. Das ist 'n anderes Land mit, mit, äh, zum Teil deutlich mehr Kriminalität eben durch die, durch die ganze Kartellgeschichte, ähm-

Und durch die Armut auch in erster Linie, ne.

So, also ich hab davon wenig mitbekommen, als ich da war. Halil, der ja da aufgewachsen ist, hat mir so 'n paar Sachen dann immer erklärt, wie das alles so funktioniert. Ähm, und das war dann ganz spannend. Wenn man das dann so 'n bisschen weiß, dann kriegt man da auch 'n Auge für so 'n bisschen. Und, ähm, da gab's aber nicht eine Situation, die irgendwie gefährlich war, ne, weil die beiden da auch 'n bisschen drauf geachtet haben. Also ich hab mich da zu keinem Moment irgendwie schlecht gefühlt oder, oder irgendwie gefährdet gefühlt und hatte da sehr viel Freude die ganze Zeit.

Ich hab selber auch noch keine Situation erlebt, die gefährlich war. Und ich komm seit 20 Jahren hierher und ich hab drei Jahre davon hier gelebt insgesamt. Also, ähm, ich sag's nur immer dazu, weil ich merke, dass sehr viele Reisende hier sehr blauäugig unterwegs sind und, also die stehen dann überall frei, lassen ihr Auto offen. Lustigerweise passiert denen dann ja auch nix. Aber diese Leute kolportieren natürlich in den Facebook-Gruppen und auf ihren Instagram-Profilen und überall, wie wahnsinnig toll und sicher das hier alles ist und ich bin eben der Meinung, dass man's ehrlich kommunizieren muss. Wie gesagt, wunderschön. Ich liebe die Menschen hier. Ich hab noch nicht eine schlechte Erfahrung gemacht mit jemandem, der mich, der mir irgendwas Böses wollte. Im Gegenteil, also ich, ich werd hier wirklich auch als weiße Frau total toll und respektvoll behandelt, aber man muss eben die gesamte Sicherheitslage im Hinterkopf behalten, um nicht, ähm, sich in 'ne blöde Situation reinzubegeben.

Und, ähm, die Aktivitäten von den Kartellen, die auch in den kleinen Dörfern stattfinden, die kriegt man auch als normaler Tourist gar nicht mit. Und ist auch gut so. Man muss sie auch nicht mitbekommen, weil die tun einem ja auch nix, ne. Also wir hatten jetzt zum Beispiel hier die Situation, ich bin ja Raucherin und, ähm, wollte Zigaretten kaufen gehen und hab dann aber meine Marke nicht gefunden, Lucky Strike. In keinem der Geschäfte. In den meisten Geschäften wurden gar keine Zigaretten verkauft und in dem einzigen im ganzen Dorf, wo's eben Zigaretten gab, da hatten die nur so komische Marken, so Einheimische. Und dann hab ich halt, äh, gefragt: „Ja, nee, verkaufen wir nicht hier, ähm, nur die." Also es sind drei oder vier Untermarken. Und dann hab ich mich so 'n bisschen umgehört im Dorf und dann hieß es ja, das Kartell möchte nicht, dass hier andere Zigaretten verkauft werden.

Also die machen sich jetzt auch auf 'm Zigarettenmarkt breit und dasselbe Thema hatten wir in 'nem anderen Dorf, 'n paar Kilometer weg. Und da wird's halt einfach vom Kartell nicht gestattet, dass Zigaretten verkauft werden, die nicht den einheimischen Marken entsprechen, Punkt. Das kann man dann akzeptieren und dann kann man sagen: „Nee, die kauf ich dann nicht, weil ich will kein Kartell unterstützen", ähm, und ins andere Dorf fahren, wo's halt andere gibt. Oder man sagt halt: „Ja, ist mir jetzt egal. Ich bin jetzt hier drei Wochen im Urlaub und da pfeif ich jetzt drauf", so. Das ist dann jedem selbst überlassen und das ist aber nichts, was einen selber im, im täglichen Leben vor Ort beeinträchtigen würde.

Ja.

Also man muss sich das nicht so vorstellen, dass man hier auf die Straße geht und irgendwie ständig bedroht wird. Ganz im Gegenteil, man wird hier sehr, sehr, ähm, freundlich behandelt und sehr, äh, ja auch, wie soll ich sagen, die Leute sind auch darum bemüht, einem weiterzuhelfen.

Ja, das hab ich auch so mitgenommen. Was mir in dem Zusammenhang noch einfällt: Man sollte auf jeden Fall nicht mit den Reisegeschwindigkeiten, die man aus Deutschland oder Europa gewohnt ist, kalkulieren, sondern deutlich, deutlich, deutlich Abstriche machen, ähm, weil die Straßen eben, äh, also ich habe dort, glaub ich, außer in, in Mexiko City keine mehrspurigen Autobahnen oder Straßen gesehen. Da, wo wir unterwegs waren, gab's so was gar nicht. Es gab Baustellen so, wo sie wohl so was bauen, aber ansonsten waren wir wirklich auf einspurigen, äh, Landstraßen unterwegs und, ähm, mal irgendwie mit 80 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit planen, das funktioniert überhaupt nicht. Das geht völlig nach hinten los. Ähm, zumal es eben auch unterwegs immer ganz viele Orte gibt, wo man anhalten kann und gucken kann.

Also da solltet ihr in der Planung halt, äh, sehr viel, äh, also kürzere sozusagen Etappen planen.

Also da ist es so: In Mexiko gibt's mittlerweile auch 'n Autobahnnetz. Für dieses Autobahnnetz bezahlt man Maut. Ähm, wenn man eben schnell und oder sicher von A nach B kommen möchte in Regionen, wo vielleicht die Landstraßen oder die Wege über die Dörfer nicht so sicher sind, dann ist das Autobahnnetz wirklich 'ne sehr gute Möglichkeit und es wird auch einigermaßen gut gewartet. Das heißt nicht, dass man auf der Autobahn nicht auch mal Schlaglöcher, äh, finden kann, die in keiner Weise irgendwie ausgebessert werden. Aber da kommt man, ähm, ganz gut vorwärts und das ist dann auch 'ne Möglichkeit, wenn man merkt: Scheiße, ich komm jetzt, äh, irgendwie mit meiner Zeitplanung nicht hin und müsste jetzt so fahren, dass ich irgendwie in der Dämmerung oder gar nachts am Ziel ankomme, dann würd ich immer empfehlen, wenn's die Möglichkeit gibt, 'ne Autobahn zu nutzen, die Autobahn dann auch zu nehmen und eben das Geld zu bezahlen.

Das hat nicht nur den Vorteil, dass auf Autobahnen eigentlich nie was passiert in puncto Kriminalität, sondern auch, dass es dort einen kostenlosen Pannendienst der Regierung gibt, den man anrufen kann, wenn man irgendwo liegen bleibt und der einen dann eben das Auto wieder fit macht oder einen irgendwo hinbringt. Also generell würde ich empfehlen und das empfehle ich ja auch für Europa, aber besonders für 'n Land wie Mexiko, wo ja, ähm, so viel Neues auch zu entdecken ist, dass man sich für so 'nen Trip wirklich Zeit nimmt. Also ich würde nicht empfehlen, zwei Wochen, ähm, in zwei Wochen irgendwie versuchen, da was abzureißen, weil das wird man nicht genießen. Ähm, aus meiner Sicht sollte man für so 'ne, ähm, für so 'ne Tour, die eben über mehrere Orte geht und mal an so 'nem Küstenabschnitt entlang, egal an welchem, ob das jetzt auf dieser Seite oder auf der anderen Seite des Landes ist, ähm, sollte man auf jeden Fall so um die vier Wochen mitbringen.

Ich weiß, dass das für 'n normalen Jahresurlaub sehr lang ist, aber ihr müsst auch bedenken, dass ihr erst mal Zeit brauchen werdet, um sieben bis acht Stunden Zeitverschiebung zu verdauen. Der wahnsinnige Sprung, was das Klima angeht, dass man wirklich ja hier teilweise dann aus 'm deutschen Herbst, Winter oder Frühjahr reingeschmissen wird in 30, 35 Grad mit eben der hohen Luftfeuchtigkeit, die ich angesprochen hatte. Dann, ähm, das andere Essen, was für, für deutsche Mägen, ähm, die 'n bisschen empfindlicher sind, auch vielleicht nicht so leicht verdaulich ist. Ähm, also ihr braucht wahrscheinlich 'n paar Tage, um euch zu akklimatisieren und dann ist ja schon quasi, äh, sind ja, dann hat man schon nur noch irgendwie drei Viertel der Zeit und um das dann alles zu organisieren und dann Auto abzuholen und so weiter.

Ich glaub, da ist, da ist man wirklich gut beraten, wenn man sich 'n bisschen mehr Zeit nimmt und vielleicht mal zwei Jahresurlaube zusammenspart, wenn das eben der Arbeitgeber mitmacht.

Und für vier Wochen lohnt sich's ja eigentlich nicht, den eigenen Camper dahin zu verschiffen. Kann man in Mexiko auch Camper mieten?

Ja, kann man. Ist aber nicht so wie in Deutschland oder Europa, dass irgendwie gefühlt in jeder Stadt oder an jeder Ecke 'n, 'ne Campervermietung sitzt. Camping ist hier nach wie vor oder auch Van Life ist ja nach wie vor 'n Thema, was bei den Einheimischen noch nicht so durchgeschlagen hat. Wir merken zwar, dass das Interesse daran immer größer wird und dass mittlerweile auch mehr Anbieter, ähm, von Mietfahrzeugen auf den Markt kommen, aber da ist die-- Also das ist noch relativ überschaubar und ist in erster Linie halt auf die, äh, größeren Städte oder auf die Touristenzentren, ähm, wie sagt man, konzentriert. Genau. Und was es bis vor Kurzem auch nicht gab, ich muss noch mal nachgucken, ob's das mittlerweile angeboten wird, ist 'ne One-Way-Miete.

Also dass ich meinen Camper zum Beispiel in Mexiko-Stadt miete und in Cancún abgebe. Das kann sein, dass da jetzt 'n paar Vermieter irgendwie mal auf den Trichter gekommen sind, dass das 'ne ganz gute, ähm, 'ne ganz gute Lösung wäre, weil die Leute ja in der Regel, die hier auch mit 'nem begrenzten Zeitbudget herkommen, nicht die Möglichkeit haben, dann wieder an denselben Ort zurückzukehren.

Mhm.

Und bei den Vermietern, wo's, wo's schon angeboten wurde, war's so teuer, dass man sich im Grunde hätte zwei Fahrzeuge dafür mieten können.

Ja, das wird das Problem halt sein. Dadurch wenige es mieten, brauchen die dann halt extra Leute, die das rumfahren, ne. Weil oft haben ja diese Einwegangebote, ist 'ne Mischkalkulation. Meistens ist es so, dass dann an der anderen Station auch irgendjemand wieder den Camper mietet und woanders hinfährt. Wenn das aber nicht so weit verbreitet ist, hast du das Problem, du musst die halt dann selber hin- und herfahren und das ist dann halt, ne, grade wenn wir gesagt haben, du kommst nicht schnell voran, einfach teuer. Also.

Also je nach Zeit und da fällt mir wieder ein, dass wir ja schon längst 'ne Verschiffungsfolge mal machen wollten, ähm, kann sich unter Umständen 'ne Verschiffung finanziell schon lohnen. Was ich aber immer davor so 'n bisschen scheue persönlich, ist der ganze Orga- und Logistikaufwand, der dahinter steckt, weil man ja dann auch, ähm, gucken muss, je nachdem, wie lang man im Land bleiben muss, dass das Fahrzeug halt hier quasi legalisiert wird und den ganzen Kram. Und die mexikanische Bürokratie steht also in puncto Umständlichkeit der Deutschen in nichts nach, äh, außer dass mit Schmiergeld halt, ähm, mehr geht, aber das, ähm, wollen wir nicht propagieren hier. Von den Kosten her, ähm, muss man wahrscheinlich so mit vier, fünftausend Euro für 'ne Verschiffung rechnen. Wer sich's zutraut, kann theoretisch hier auch 'n Fahrzeug kaufen, weil für das Geld, was 'ne Verschiffung kostet, bekommt man hier schon 'nen Camper.

Das wird dann nicht das Feinste vom Feinsten sein. Aber das ist natürlich auch immer so 'ne Sache, ob man dann auch mit den Verhandlungen vor Ort klarkommt. Also da ist wahrscheinlich mieten tatsächlich die, die beste Lösung.

Ja, die Hauptfrage ist ja vor allen Dingen: Kann ich als nicht in Mexiko Lebender denn das Fahrzeug dann überhaupt zulassen?

Ja. Also ich sag jetzt mal Ja, weil es viele Leute machen. Also es machen Ausländer, die hier sich 'n Fahrzeug kaufen und die dann damit durch die Gegend juckeln und das dann halt wieder verscherbeln, wenn sie zurück in ihre Länder fahren. Frag mich aber bitte nicht, wie und ob das alles hundertprozentig legal ist. Da müsst ich tatsächlich noch mal meinen Mann befragen, weil der sich mit dem Thema Fahrzeuge viel mehr befasst hat als ich. Ähm, aber das ist 'n guter Punkt. Das kann sein, dass es irgendwie vielleicht so einfach nicht möglich sein kann.

Kann auch sein, dass es so ist. Also es ist ja auch, äh, ich kenn's aus Neuseeland, dass das da auch viele machen, die länger da sind, die so 'n halbes Jahr da sind, dass die häufig dann statt zu mieten, weil das sehr ins Geld geht, auch einfach sich irgend 'ne, 'ne olle Möhre irgendwo kaufen und die danach einfach mit relativ wenig Verlust wieder verkaufen, weil's halt die nächsten gibt, der wieder so 'n Fahrzeug braucht. Also das ist tatsächlich 'ne valide Geschichte. Man muss dann eben nur gucken, ob man das mit der Anmeldung hinbekommt, aber da gibt's ja wahrscheinlich sogar irgendwelche Agenturen und so weiter, die einem damit helfen.

Das denk ich auch und jetzt, wo ich grade drüber nachdenke, ich hab mir ja hier, als ich hier gewohnt hab, vor 20 Jahren auch 'n Auto gekauft und hab das ganz normal zugelassen und hab da Steuern für bezahlt und Versicherung und so weiter. Aber ich weiß nicht mehr, also A, 20 Jahre ist 'ne lange Zeit, da kann viel passiert sein in der Gesetzgebung und B weiß ich einfach nicht mehr, wie ich das damals gemacht hatte.

Ja gut, das, das können ja dann die Leute, die jetzt, äh, das machen wollen, auch sicherlich recherchieren. Da haben wir ja Facebook, Reddit angesprochen, da sind sie nicht die ersten. Ähm, aber das kann tatsächlich spannender sein, sogar als mieten und mit Sicherheit günstiger als Verschiffung, grad für kurze Zeit. Ähm, aber wie gesagt, zum Verschiffen wollen wir auch noch mal 'ne eigene Folge machen. Hmm, jetzt hab ich, glaub ich, alle Fragen, die ich mir so ausgedacht und überlegt hatte, gestellt. Fällt dir noch was ein, was du, also vielleicht noch ein Punkt: Wie komm ich denn überhaupt nach Mexiko? Ähm, es wird von unheimlich vielen Fluglinien angeflogen, also auch Lufthansa zum Beispiel fliegt ab Frankfurt, ich glaub auch ab München. Es hat sich, glaub ich, mit Corona alles 'n bisschen geändert und es wurden auch einige Strecken, äh, gecancelt, aber sie fliegen auf jeden Fall nach Mexiko-City und sind auch nach Cancún geflogen.

Genau. Und dann, also ich bin damals auch bis Mexiko-City mit Lufthansa geflogen und sind, bin dann mit der, äh, Aeroméxico, glaub ich, nee, mit-

Volaris?

Nee, mit denen nicht.

Ja, dann war's Aeroméxico.

Ah, Aeroméxico nach, ähm, Puerto Vallarta, glaub ich, geflogen.

Ja.

Und das waren noch mal, glaub ich, zwei Stunden, drei Stunden Flug. Und ich bis Mexiko, wie lang bin ich da geflogen? Zehn Stunden, zwölf?

Von Portugal aus weiß ich's nicht. Also von, von München aus, ähm, sind wir bis Mexiko-Stadt so um die 14 Stunden geflogen.

Ich bin ab Frankfurt ja geflogen mit der, mit der 747 vorne in der Nase gesessen. Das war sehr relaxed. Ich hab da meine Meilen auf 'n Kopf geschlagen und, äh, bin quasi für relativ kleines Geld Business geflogen. Das war super entspannt. Ähm, aber ansonsten, äh, gibt's 'ne Menge, die, die, die British Airways fliegt teilweise sehr günstig. Also es gibt auch häufig Angebote, wo man für, für weit unter 1.000 Euro hinkommt, aber da muss man sich dann natürlich sehr stark danach richten, was grade die Angebote sind.

Also es gibt auch häufig relativ günstige Angebote über USA. Ähm, wir machen das nicht, weil das, weil wir ja mit Hund fliegen und das mit Hund echt 'n endloses Getue ist. Ähm, das ist sowieso schon schwierig, da immer mit Import, Export und, äh, mit Riesenbürokratie verbunden. Und jedes weitere Land, was wir dann ansteuern, hat ja dann wieder eigene Regeln, auch wenn man nicht bleibt, sondern nur im Transitbereich sich aufhält. Und von daher versuchen wir immer möglichst direkt zu fliegen, aber wer so 'n bisschen aufs Budget gucken möchte, es gibt von sehr vielen deutschen Flughäfen auch, ähm, Angebote, wie gesagt, mit amerikanischen Airlines. Die, ähm, sind auch vom Service her top, also da kann man echt überhaupt nix gegen einwenden. Nur wir vermeiden's eben, abgesehen davon, dass auch Halils US-Visum abgelaufen ist und wir eben das im Moment nicht machen können.

Es gibt auch Flüge über London, es gibt Flüge über Niederlande, über, über Spanien. Also wer da so 'n, so 'n bisschen aufs Geld gucken möchte, der kann sich ja auch 'n Flug mit mehreren Zwischenstopps holen, dann wird's auf jeden Fall deutlich günstiger. Wir haben jetzt dieses Mal, ich meine, knapp 2.000 Euro pro Person bezahlt, was schon echt 'n dicker Batzen ist. Aber wenn man natürlich dann auch lange bleibt, dann lohnt sich das. Für zwei Wochen, hm, vielleicht eher nicht so. Muss jeder für sich entscheiden. Aber ja, also da gibt's eben die Möglichkeit, ähm, die verschiedenen Flughäfen anzusteuern. Du hattest schon genannt, Cancún, Mexiko-Stadt, Puerto Vallarta ist dann nur mit Inlandsflug möglich, äh, von Deutschland aus. Guadalajara genauso.

Da gibt's keine Direktverbindungen mehr, die gab's früher mal. Ähm, aber das sind schon so die, die Flughäfen, in denen's, ähm, von denen's aus dann eigentlich überall ins Land weitergeht. Wenn ich 'ne persönliche Empfehlung aussprechen darf, würde ich Mexiko-Stadt möglichst meiden und lieber über Cancún fliegen, weil Mexiko-Stadt ist ein riesiger, unglaublich chaotischer Flughafen, in dem nicht nur Sebastian verzweifelt ist, sondern letzt-letztes Jahr auch der Halil, der erst mal alleine vorgereist ist und nur Stress hatte, ähm, weil der Flughafen einfach unüberschaubar ist und man teilweise mit 'm Bus ins andere Terminal reisen muss, 'ne halbe Stunde, ähm, und im Moment auch aufgrund interner Probleme mit Flughafenbetreiberregierung und so weiter auch ganz viel nicht funktioniert.

Kann ich 'n Lied von singen und ich kann auf keinen Fall noch mal das Hilton im, im Flughafen empfehlen. Das hatte ich genommen, weil ich mir dachte, komm, da musst du nicht aus 'm Flughafen raus. Also Preis-Leistung ist wirklich schlecht in dem Hotel gewesen. Die Zimmer waren so was von runtergekommen. Aber Vorteil, du bist halt direkt quasi im Terminal im Hotel, äh, gehst quasi rein, duschen, pennen, frühstücken, losfliegen. Das war ganz gut, aber ja. Also Beim ersten Mal war's echt stressig. Beim zweiten Mal würd ich sagen, kein Thema, ähm, so-

Da wusste sie ja dann schon, wie's geht.

Wenn man das einmal durchgemacht hat, geht das dann beim zweiten Mal, aber es hat mich tatsächlich sehr gestresst beim ersten Mal, äh, das alles hinzubekommen.

Das Problem ist aus meiner Erfahrung, dass, ähm, dass man selber oder auch die deutschen Reisebüros die Umstiegszeiten zu knapp kalkulieren. Also ich buch dann halt 'n Flug von München oder Frankfurt nach Mexiko Stadt, Mexiko-Stadt und hab dann da dreieinhalb, vier Stunden Aufenthalt, was ja erst mal gut klingt. Ähm, wenn ich aber den Flughafen vor Augen habe und weiß, wie schwierig da teilweise ist, von einem Ende zum anderen zu kommen und, äh, die Mexikaner, die haben ja auch die Ruhe weg beim, äh, bei der Einwanderung. Also da, da wird dann halt, werden dann halt nur zwei Schlangen für zwei Flugzeuge aufgemacht und dann sind die, haben die aber auch, dann trinken die gemütlich und quatschen untereinander und geht halt nicht, nicht so viel vorwärts.

Also da auch dann, wenn wirklich ganz viel Umsteigezeit mit einkalkulieren, weil wenn ihr dann den Inlandsflug verpasst, dann wird's erst recht kompliziert. Also lieber so 'n kleinen Flughafen wie Cancún wählen, ähm, da ist zwar auch nicht alles gülden, aber es funktioniert relativ gut und man hat eben so 'n bisschen 'ne bessere Übersicht, wo man hin muss.

Ja, der Vorteil ist noch, wenn's das, wenn's dieselbe Airline oder, oder Allianz ist, dann geht das immer noch, weil man das Gepäck meistens durchchecken kann. Dann hat man nicht noch den Stress, das Gepäck abholen zu müssen. Ich hatte das einzeln gebucht und, ähm, musste dann mein Gepäck erst noch holen und quasi Einreise machen und dann musste ich mit Gepäck, äh, ins andere Terminal. Und mir hat, also meine Spanischkenntnisse sind auch wirklich sehr rudimentär, ähm, und als ich da war, noch viel rudimentärer gewesen und ich konnte auch nicht rausfinden, wie ich ins andere Terminal komm. Und auch die, die Bahn war zwar, also es gibt 'ne Bahnverbindung, so 'ne, so 'ne, so 'ne Einschienenbahn. Die war auch irgendwie ausgeschildert, aber nicht für mich schlüssig. Also ich hab's einfach nicht gepeilt, wo ich hin muss.

Ich hab die auch nicht gefunden, weil die Schilder woanders hinzeigen, als man hin muss.

Und hab 'ne Stunde gesucht, um, um die Bahn zu finden und dann war alles easy. So als ich das gefunden hatte, war's super easy. Ähm, aber bis dahin, alle wollten mich in irgendwelche Busse schicken, aber es konnte mir auch keiner sagen. Also im Bus wollte man mir kein Ticket verkaufen, sondern nur irgendwo, aber auch keiner hat mir das ganz genau sagen können und wie gesagt, die Spanischkenntnisse, äh, kamen noch dazu. Ja, anyway, also das gehört halt auch zum Reisen dazu. Das, das macht's letzten Endes ja auch das, worüber wir dann erzählen können, ne? Weil in dem Moment ist einem vielleicht eher nach Heulen zumute, aber wenn man das dann 'n paar Jahre später erzählen kann, dann ist man natürlich stolz, dass man's hingekriegt hat und hat 'ne Geschichte. Von daher alles fein. Ähm, lange Rede, kurzer Sinn. Also es gibt unheimlich viele Flüge mit allen möglichen Gesellschaften. Da findet eigentlich jeder das Richtige für sein Komfort und Budget, denke ich.

Ähm, ja, Nele, das wollt ich vorhin noch fragen. Fällt dir noch was ein, was ich nicht gefragt habe, was aber vielleicht noch wichtig sein könnte, wenn man so 'n Trip nach Mexiko planen möchte?

Also was, was ich vielleicht noch ansprechen möchte, ist, äh, ganz kurz oder vielleicht auch nicht so kurz, äh, das Thema Gesundheit. Man sollte auf jeden Fall alle wichtigen Impfungen, ähm, einmal kontrollieren und bei Bedarf auffrischen. Dazu gehört in erster Linie natürlich Tetanus, ähm, weil's halt, weil halt hier auch überall, auch am Strand immer mal wieder, ähm, Müll rumliegt und man da reintreten kann oder man sich irgendwie anders mal verletzen kann und dann will man nicht auf irgend 'nem Dorf ohne 'ne, äh, valide Tetanusimpfung sitzen. Dann gehört aus meiner Sicht in jedes Reisegepäck 'ne dicke Packung Kohlekompretten und Elektrolyte. Ähm, mich hat's jetzt dieses Mal nach langer Zeit auch mal wieder erwischt mit 'ner leichten Lebensmittelvergiftung, ähm, die hat nur einen Tag gedauert, aber ich lag komplett flach und hab vor mich hin, äh, war so 'n bisschen im Delirium, ähm, und hab mich dann halt mit Kohlekompretten und Oralpedion da wieder rausgerettet und musste nicht zum Arzt gehen.

Aber das gehört auf jeden Fall dazu. Also Kohlekompretten ziehen quasi Giftstoffe aus 'm, ähm, Magen- und Darmtrakt und man scheidet die dann aus, ohne dass es zu 'ner Verstopfung kommt und die Elektrolyte eben, um wieder die, die, ähm, ja, den, den Haushalt auszugleichen. Dann würde ich immer empfehlen, Hepatitis A und B zu machen. Das sind keine Pflichtimpfungen für Mexiko, finde ich aber unumgänglich, um, ähm, dann auch beruhigt auf der Straße essen zu können und, ne, um da eben auch geschützt zu sein, weil sich ja, weiß jetzt nicht mehr, ob A oder B auch über Tröpfcheninfektionen ausbreitet. Was das Thema Essen angeht, ich hab immer schon mein halbes Leben, äh, hier überall gegessen, auch auf der Straße. Man sollte aber immer gucken, dass sich viele Einheimische dort aufhalten, wo man gerne essen möchte.

Das ist immer 'n gutes Zeichen. Grade bei so Tacoständen oder so, wo's ja auch, ich sag jetzt mal, gibt ja auch kein fließendes Wasser und so da. Da sollte man so 'n bisschen schauen, dass, dass die nicht leer sind und dass man nicht der Erste in der Schlange ist, wenn der Stand aufmacht, weil dann könnte unter Umständen noch das Fleisch vom Vortag auf 'n Tisch kommen. Ansonsten hab ich da nie schlechte Erfahrungen gemacht. Da ist eigentlich immer sehr frisch und, und, ähm, sauber zubereitet. Ähm, Denguefieber, jedes Jahr 'n Riesenthema in Mexiko und gegen Denguefieber, also das Leute, die das schon hatten, die ich kenne, die beschreiben das so, als hätte man den Körper zerschlagen. Das scheint ähnlich zu sein wie COVID, so vom Gefühl her. Äh, man kann auch nichts dagegen tun, wenn man's mal hat, sondern viel Kokoswasser trinken und, ähm, ansonsten aushalten.

Es gibt kein Gegenmittel und das wird eben durch Mücken übertragen. Deswegen sollte man in der Dämmerung und nachts am besten irgendwie lange Kleidung, Mückenschutz und am besten sich untern Moskitonetz legen. Gleiches gilt auch für mitreisende Hunde, weil's hier eben die ganzen Mittelmeerkrankheiten in, ähm, sehr starker Form gibt, also Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose. Da sterben jedes Jahr Zick Hunde auch von Bekannten dran. Entsprechende Spot-ons, Halsbänder und so weiter sind da aus meiner Sicht unumgänglich. Also bitte nicht unbedingt 'ne Bernsteinkette hier umhängen, sondern was, was wirklich hilft. Ja, du lachst, aber ich... Kann man in Deutschland machen, aber, aber nicht hier.

Lass uns das nicht aufmachen, dieses Fass.

Und ansonsten, ähm, was hab ich vergessen, Sebastian?

Das hab ich dich gefragt.

Gesundheit. Gesundheit.

Also eine Auslandsreisekranken...

Ja, Sonnen, Sonnenschutz natürlich, Auslandsreisekrankenversicherung ganz wichtig. Ähm, am besten eine, wenn ihr so 'ne Tour plant wie wir, eine, die nicht irgendwelche, also euch dann in irgendwelche, zu irgendwelchen Partnerärzten oder Partnerkrankenhäusern schicken will, sondern die komplett offen ist, weil ihr auf diesen Dörfern keine Partnerkrankenhäuser finden werdet. Also mit viel Glück gibt's da einen Allgemeinarzt oder auch nicht und 'nen Zahnarzt. Ja, was haben wir noch?

Es gibt ansonsten auch ja Apothekennetz. Das ist klar, auf den kleinen Dörfern gibt's die auch nicht, aber ich hatte zum Beispiel vermutlich 'ne allergische Reaktion aufgrund von Sonne und Paracetamol. Also ich hatte da auch, mir ging's ein, zwei Tage ziemlich schlecht und ich sah aus wie 'n Streuselkuchen und da haben wir selbst geschafft, in der Apotheke 'ne, ähm, 'ne Kortisonsalbe zu bekommen. Die, die war zwar sehr komisch, weil die war pink und, und 'n flüssiges Puder und ich sah dann halt pink aus, wenn ich mir die auf die Beine geschmiert hab.

Wie ein pinker Streuselkuchen.

Wir haben sie auf jeden Fall auch bekommen. Ähm, also das funktioniert schon, aber 'ne gute Auslandsreisekrankenversicherung macht da auf jeden Fall Sinn. Würd ich generell immer machen, wenn ich außerhalb der EU unterwegs bin. Und ich hatte, also ich hab mich, äh, die Impfung hatte ich. Ich bin Hep, äh, A und B, äh, geimpft und auch Tetanus. Also das war, musste ich mich nicht drum kümmern. Und viel mehr hab ich aber auch nicht vorbereitet. Also ich hab meine Kreditkarte mitgenommen. Ähm, ich bin ja ein Mensch, der relativ wenig Bargeld im Normalfall auch hier mit dabei hat, weil mein Portemonnaie einfach viel zu klein dafür ist. Ähm, ich, in Mexiko hab ich mir dann immer 'n bisschen Peso natürlich abgehoben, weil du halt an 'nem kleinen Taco-Stand in irgend 'nem Dörfchen nicht unbedingt mit Karte zahlen konntest. Ähm.

Übrigens auch auf den ganzen Campingplätzen nicht.

Ah, okay.

Bis auf einen haben wir, mussten wir alles Cash zahlen.

Okay, ne? Aber das hab ich halt einfach mit Kredithaft gemacht. Ich hab da auch 'ne Reisekreditkarte, bei der ich kein Auslands-, äh, Einsatzentgelt habe. Also das heißt, wo ich kostenlos quasi Bargeld abheben konnte und oder kann. Und, ähm, ansonsten in den größeren Städten und so die Sachen, die konnte man mit, mit Karte bezahlen und für den Rest hatten wir Bargeld dabei. Da hab ich, fang ich aber nicht an, das vorher in Deutschland noch umzutauschen, sondern das kann man tatsächlich selbst am Flughafen einfach, ähm, am Automaten ziehen, wenn man ankommt.

Ja, also zum Thema Kreditkarte, ich glaub, da hatt ich ja in der letzten Mexiko-Folge letztes Jahr auch was zu gesagt. Also wir sind da keine Freunde von, weil eben hier sehr häufig, ähm, selbst, also selbst und vor allem an Tankstellen, ähm, Kreditkarten geklont werden, und zwar so, dass man es nicht merkt. Selbst meinem Schwager ist das passiert, äh, letztes Jahr auch. Und also abgesehen davon, dass man oft nicht mit Kreditkarte oder überhaupt Karte zahlen kann, ist es an ganz, ganz vielen Stellen auch nicht empfehlenswert und deswegen rate ich immer dazu, tatsächlich auch, ähm, 'ne größere Menge Bargeld dabei zu haben, aber 'ne größere Menge Bargeld bedeutet hier ungefähr so was wie äquivalent zu 200 Euro.

Also da kommt man schon sehr weit. Also man muss jetzt da nicht die komplette Reisekasse mit sich führen. Um Gottes willen, das ist auch überhaupt nicht empfehlenswert, aber schon so, dass man halt so zwei Tage oder so mal klarkommt, weil es gibt auch nicht in jedem Dorf 'nen Bankautomaten. Also wir mussten jetzt hier auch teilweise 'ne halbe Stunde fahren, um zu 'nem Bankautomaten zu kommen. Es ist wirklich, also das ist halt für mich Reisen, ne, dass man eben nicht alles hat wie in Deutschland, sondern dass man auch mal improvisieren muss, dass man auch mal was nicht bekommt. Dann haben wir getankt, haben wir keine, oder mussten wir tanken, haben wir keine Tankstelle gefunden. Dann haben sie uns in irgend 'nem Dorf, ähm, geschickt, ja, hier die Straße lang, 200 Meter rechts und wir so: „Hä, da ist doch nix." Und dann stand da halt 'n Typ, ähm, haben wir gesagt: „Ja, wo ist denn die Tankstelle?"

„Ja, das bin ich." Ähm, und dann hat er uns halt gefragt: „Ja, wie viel möchten wir denn?" Dann haben wir gesagt: „So, so ungefähr, ähm, weiß ich nicht mehr, zehn Liter." Und dann hat er's halt in 'nen Kanister abgefüllt und hat dann von dem Kanister mit 'nem Schlauch unseren Tank befüllt. Ne? Und das ist dann vielleicht manchmal, ähm, 'n bisschen grenzwertig, auch wenn man so sagt, ja, deutsches Sicherheitsempfinden und so weiter. Aber das macht ja das Reisen auch aus, dass man eben solche Erlebnisse hat und dass mal Dinge wirklich komplett anders gemacht werden als zu Hause.

Mit diesem wunderschönen Schlusssatz.

Ja, wir haben schon wieder total überzogen, ne?

Ja, ähm, würd ich aber tatsächlich sagen, beenden wir die Folge. Ich seh das genauso. Deswegen, ne, ich bin ja auch viel unterwegs, auch wenn ich grade eine reisemüde Phase für mich so 'n bisschen habe und freu mich aber auch, nächstes Jahr mal wieder irgendwie auch 'n bisschen in die Ferne zu gucken. Ja, vielen Dank, Nele, für den Bericht. Wie gesagt, wir werden euch Sachen in die Show Notes packen und es wird auch noch einen Beitrag dazu geben, wo... Also ich weiß, dass es dieses Foto auch von dieser mexikanischen Ein-Mann-Tankstelle gibt und ich bin mir sicher, das wird auch im Artikel landen. Also da könnt ihr euch auch drauf freuen. Abonniert unseren Podcast, damit ihr keine Folge verpasst. Das ist kostenlos. Ihr könnt uns gern auch Fragen stellen und auch 'n Feedback geben, äh, zu der Folge, wenn ihr uns bei Spotify hört. Wenn ihr uns nicht bei Spotify hört, dann könnt ihr einfach an podcast@camperstyle.de eine E-Mail schicken und uns da gerne Fragen, Hinweise, Kritik, was auch immer mitteilen.

Wir freuen uns da immer drüber. Ich verabschiede mich schon mal bei euch. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, 'n bisschen was über Mexiko zu hören und bis zum nächsten Mal. Macht es gut. Tschüss.

Ja, schreibt uns doch gerne auch einfach mal, ob euch auch solche entfernteren Reiseziele interessieren oder ob das so weit von euch weg ist, dass es sowieso nicht in Frage kommt. Dann, ähm, können wir uns darauf auch 'n bisschen einstellen und gucken, was wir euch da in puncto Reiseberichte in nächster Zeit so alles anbieten. Von meiner Seite auch jetzt erst mal 'n schönes Wochenende für euch und bis zum nächsten Mal. Tschüss.

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