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Den richtigen Campingplatz finden

Episode 234 · 00:54:45

Damit ihr während unserer Sommerpause nicht komplett auf uns verzichten müsst, haben wir ein Best-of unserer beliebtesten Folgen für euch zusammengestellt, bevor wir uns zum Caravan Salon wieder zurückmelden.
Wir begleiten euch also weiterhin jeden Samstag – heute mit der Folge, wie du den richtigen Campingplatz findest. Sie ist vom 27.06.2020.

Hinweis: Wir haben die Folgen nicht noch mal überarbeitet, weil wir die dafür nötige Zeit und Energie lieber in neue Themen für euch stecken wollen. Wenn ihr also alte Werbung, abgelaufene Rabattaktionen oder uns selbst hört, wie wir mit Begeisterung über „unser Buch, das bald erscheint“ sprechen, seht es uns nach :)

Dies war die erste Episode, in der wir einen Gast im Podcast begrüßen dürfen. In unserem virtuellen Studio saß Uwe Frers. Er ist Geschäftsführer beim Campingplatzportal Pincamp, einer Such- und Buchungsplattform des ADAC.

Dies ist die erste Episode, in der wir einen Gast im Podcast begrüßen dürfen. In unserem virtuellen Studio saß Uwe Frers. Er ist Geschäftsführer beim Campingplatzportal Pincamp, einer Such- und Buchungsplattform des ADAC.

Uwe hat uns erst mal einen kleinen Einblick in die Arbeit seiner Plattform gegeben und wie wir auch selbst schon an unseren Reisen erfahren haben, hat man die Qual der Wahl. Bei der Wahl des Campingplatzes kommt es auf viele unterschiedliche Faktoren an, die von Urlauber zu Urlauber ganz verschieden sind. Was Nele und ich euch in diesem Zusammenhang auf jeden Fall mitgeben möchten, dass meist ein klein wenig mehr Flexibilität den Urlaub entspannter macht und auch neue Überraschungen bietet.

Es ist wirklich eine spannende Episode, da Uwe auch eingehende auf das Thema Bewertungen, der Campingplätze eingegangen ist. Nele und mir war nicht bewusst, was für eine genaue und herausfordernde Arbeit ein Campingplatzinspektor hat. Es klang immer ganz easy – im Sommer, 6-8 Wochen reisen, Halt machen auf Campingplätzen und nebenbei mal so ein paar Punkte einer Checkliste abarbeiten. Ich kann euch sagen, so einfach ist es nicht. :)

Ein Thema, was uns wirklich am Herzen liegt, ist die Barrierefreiheit. Uwe sieht die Entwicklung positiv, hat natürlich auch hinzugefügt, dass da noch Ausbaupotenzial besteht.

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Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian. Und in der heutigen Folge geht's darum, wie du einen Campingplatz findest, vielleicht den richtigen Campingplatz findest und vor allen Dingen einen Campingplatz findest, der zu dir passt.

Und dafür haben wir heute auch zum ersten Mal einen Gast in unserem Podcast. Also für uns Premiere und auch 'n bisschen aufregend.

Wer uns, ähm, öfter hört, weiß ja, wir sitzen ja im virtuellen Studio. Das heißt, Nele ist aktuell noch in Mexiko, ich sitz in Portugal und unser Gast wird uns auch gleich erzählen, wo er ist. Äh, unser Gast ist nämlich der Uwe Frers. Das ist der Geschäftsführer beim Campingportal PinCamp. Das ist eine Such- und Buchungsplattform vom ADAC. Herzlich willkommen, Uwe. Wo sitzt du denn grade?

Hallo Nele, hallo Bastian. Ich mach's, äh, etwas konservativer als ihr. Äh, Portugal und Mexiko ist 'ne große Benchmark und ich sitze aktuell in Berlin, und zwar coronabedingt im Homeoffice. Das ist die Woche Nummer vierzehn im Homeoffice und deswegen schaue ich schon mit ein bisschen Neid in Richtung Portugal und Mexiko und sage: „Mensch, ich glaube, ihr habt's richtig gemacht."

Ja, wir kommen auch bald wieder zurück und, äh, ich hoffe, dass bis dahin dann auch die Campingplätze wieder weitestgehend geöffnet sind. Ähm, steigen wir doch vielleicht mal kurz ein mit, äh, einer Vorstellung. Uwe, erklärst du einmal unseren Zuhörern, was PinCamp eigentlich genau ist?

Mhm. Das ist eigentlich relativ einfach. PinCamp ist das Campingportal des ADACs. Das heißt, alles, was in irgendeiner Form seitens ADAC online gemacht wird zum Thema Camping, findet bei PinCamp statt. Und wir unterscheiden unsere Aktivitäten so 'n bisschen in drei Stufen, nämlich Inspiration, Information und Buchung. Beim Thema Inspiration: Wir betreiben eine Facebook-, äh, Community mit fünfzigtausend Fans. Wir haben eine Campingplattform mit einem Magazin und erzählen ganz viel über mögliche Reiseideen. Beim Thema Information: Wir liefern, äh, zu neuntausend Campingplätzen in Europa alle möglichen beschreibenden Fakten mit ganz vielen Details. Wir sprechen nachher vielleicht noch drüber, wo die Details herkommen. Und beim Thema Buchung: Wir haben mittlerweile ungefähr ein Zehntel unserer Campingplätze online in Echtzeit buchbar.

Das heißt, wenn du über die Inspiration und die Information den richtigen Platz gefunden hast, dann kannst du ihn auch bei PinCamp online buchen.

Dann gehen wir doch da direkt mal rein. Also wenn ich jetzt das erste Mal campen fahre oder das erste Mal campen gehen möchte, ähm, dann ist ja alles für mich neu. Jetzt hab ich vielleicht schon 'n Campingfahrzeug, hab's mir gemietet. Wonach soll ich denn jetzt gucken? Wonach soll ich schauen, um, um quasi meinen, meinen perfekten Campingplatz zu finden? Was sind denn die Auswahlpunkte, die ich mir anschauen sollte?

Mhm. Ich glaub, das ist, äh, am Anfang, ich erinnere mich noch gut, als ich mit Campen wirklich losgelegt hab. Meine erste Campingreise, da war ich noch als Kind mit den Eltern unterwegs. Da war ich vierzehn Jahre alt und hab Wintercamping in Lechbruck in Bayern gemacht. Da gab's keine große Frage: Wir fahren jetzt Wintercampen und dann war ich mittendrin. Aber jetzt, äh, später, als ich das erste Mal dann losgezogen bin, also mir fiel's wirklich schwer, den richtigen Platz zu finden. Und ich denke, zwei Themen sollten da im Vordergrund sein als erste Selektionsebene. Punkt eins: Mit wem fahr ich eigentlich? Und Punkt zwei: Was möchte ich dort eigentlich vor Ort tun? Und dieses Thema, mit wem fahr ich eigentlich, das kennt ihr auf den Campingplätzen. Die Bandbreite ist gigantisch. Es gibt einige wenige, die fahren alleine, ganz, ganz viele Paare, oft ältere Paare, die in Wohnmobilen unterwegs sind.

Dann haben wir Van Life, junge Familien oder aber die Familien, die mit mehreren Kindern im Caravan unterwegs sind. Also was, mit wem bin ich unterwegs? Ganz wichtiges Thema auch, äh, Haustiere und heute noch wichtiger geworden, das Thema, ähm, Freiheit für Handicap oder ältere Menschen, ähm, sprich Barrierefreiheit. Und wenn ich das schon mal weiß, dann hab ich schon mal ein wichtiges Selektionskriterium. Und das zweite ist, da geht es um die Frage: Was macht der Campingplatz mit mir? Und es gibt Familien, die wollen einfach drei Wochen lang Rambazamba haben, Aquaparks, Animationsprogramme. Da ist Entertainment pur angesagt und da ist einfach Spaß. Und das ist eben eine Richtung. Aber es gibt auch andere Familien, die sagen: „Hey, der Campingplatz, der einsam an einem Bergsee liegt, wo meine Kinder nicht entertaint werden, sondern wo sie bewusst Langeweile spüren sollen, wo sie in die Natur rauswollen.

Das ist das, was ich möchte." Das heißt, vorher klar zu sein: Möchte ich dort 'ne Infrastruktur haben? Brauche ich 'n Restaurant? Oder geht's eben wirklich darum, Natur zu entdecken? Und wenn ich das weiß, dann kann ich mit der Suche schon mal ein wenig beginnen.

Und die Suche findet ja also dann entweder auf 'nem Portal statt, wie bei euch jetzt zum Beispiel. Welche anderen Möglichkeiten hab ich denn noch? Wo kann ich's, wo kann ich mich sonst noch umhören?

Ich glaube, es gibt, also es gibt unglaublich viele Quellen im Netz mittlerweile und das ist auch gut so. Ähm, man muss wahrscheinlich so'n bisschen entscheiden, in welcher Phase man sich befindet. Ähm, es gibt so 'n Reisezyklus, der beginnt immer mit der Inspiration. Und ich denke, Inspiration, da bist du ganz toll aufgehoben, ähm, bei Instagram oder Facebook, also in den sozialen Kanälen. Da bist du toll aufgehoben in, ähm, Communitys, beispielsweise jetzt wie Camper Style oder auf Blogs, die im Prinzip ganz, ganz viele verschiedene Themen mixen und ich mich so langsam reinschmecken kann und sage: „Ey, hm, das klingt ja mal interessant." Danach geht es in die Ebene der Information und diese Information ist dann oft getrieben entweder durch Google. Das heißt, ich google einfach, Beispiel: Ich hab jetzt gemerkt, ich möchte, was nehmen wir als Beispiel, ich möchte in die Maremma, also in das nördliche Italien am See, also am Meer.

Ähm, dann gebe ich eben ein Camping Maremma und dann verdichtet sich das irgendwann. Dann hab ich vielleicht irgendwann über Google, über HolidayCheck, über TripAdvisor, über PinCamp, über CampingInfo, über die verschiedenen Anbieter schon mal so 'n relevant Set an Campingplätzen ausgesucht. Und, äh, wenn ich dann tiefer reingehe, dann am Ende komme ich halt irgendwann auf die Frage: Okay, möchte ich da jetzt aufs Geratewohl fahren oder will ich vorab buchen? Und dann geht's eben um die Frage: Buche ich zum Beispiel online über PinCamp oder über CampingInfo, über ACSI, wie sie alle heißen, oder mache ich's direkt auf der Campingplatzseite? Das heißt, es ist 'ne ziemlich große Bandbreite und mittlerweile glaube ich auch, dass dem Camper wirklich ausreichend Informationen für die gute Vorauswahl zur Verfügung stehen.

Das heißt, er, er wird sicherlich 'ne gute Entscheidung fällen können. Die einzige Frage, die sich eben stellt, ist: Wie viel Zeit möchte ich in diese Suche investieren? Und, ähm, es gibt Studien von Google, die sagen, ein durchschnittlicher Urlaub, äh, erfordert neun Stunden Planung vorab. Und als ich die Zahl-- Und es werden, äh, bis zu 100 Websites verschiedene angesteuert, bis man sich entschieden hat. Und anfänglich hab ich gesagt: „Ist das wirklich so viel?" Aber ich glaub, wir kennen das alle. Wenn wir in Urlaub fahren, wollen wir eben vorher schon 'n gutes Gefühl haben, weil diese Zeit ist begrenzt und deswegen soll sie eben so schön wie möglich sein.

Das kann ich aus meiner eigenen Beobachtung auch ganz gut bestätigen und das gilt, äh, gar nicht nur für 'n Campingurlaub, sondern für alle möglichen Urlaube. Dass man, gerade wenn man nicht pauschal einfach nur, ne, schick mich in das Hotel mit dem Flugzeug und ich will den ganzen Tag nur am Pool liegen, sondern wenn man auch was erleben will, dann artet das sehr schnell aus, dass man, ich dann teilweise tagelang auch am Rechner sitze und, und recherchiere und analysiere.

Ich, ich glaube, das ist tatsächlich 'ne große Herausforderung bei der Urlaubssuche geworden. Ähm, ich denke, die, die Urlaube vor sagen wir mal 30 Jahren, die haben sich noch mehr auf ein Abenteuer eingelassen als die Urlaube heute. Warum? Die Vorabinformation ist so gut geworden, dass der Anspruch aber auch im Vorfeld so groß geworden ist, dass ich immer die perfekte Lösung möchte. Und warum suchen wir bei Amazon irgendwie drei Stunden nach Produktbewertungen, wenn wir uns 'ne Schere kaufen, wo du einfach sagst: „Hey, so what? Es ist 'ne Schere." Und im Urlaub ist es eben dieselbe Logik. Und es ist, ähm, das Gute und das Schlechte zugleich, glaub ich. Es kann perfekt sein, aber es erfordert eben auch Aufwand. Und manchmal denke ich mir schon: Hm, ähm, 'n bisschen mehr Überraschung ab und an und auch 'n bisschen mehr Flexibilität, äh, täte dem, der Urlaubsform Campen vielleicht auch ganz gut.

Das kann ich absolut bestätigen und wir aus unserer Erfahrung, wir fahren ja immer relativ planlos durch die Gegend, also auch wenn wir größere Reisen machen und die schönsten und besten Ecken haben wir eigentlich immer entdeckt, wenn wir vor Ort waren und mit Leuten gesprochen haben, die uns dann halt Geheimtipps verraten haben, also Einheimische wie auch andere Camper. Ähm, also das ist für uns auch so'n bisschen das, was den Urlaub ausmacht. Aber man muss, man muss natürlich auch bedenken, dass es Leute gibt, die sehr viel stärker auch an bestimmte Zeiten gebunden sind als wir. Also zum Beispiel, wenn ich jetzt Kinder hab, dann muss ich mich an die Ferienzeiten halten, wo ja naturgemäß dann alle auf einmal losfahren. Und dann kann ich das auch nachvollziehen, wenn man da so 'ne gewisse Planungssicherheit haben möchte und vielleicht auch sagt: „Ja, ich, ich möchte jetzt den Campingplatz schon mal gebucht haben, weil dieser Platz ist unser Wunschplatz.

Da haben meine Kinder 'ne Beschäftigung, da weiß ich, woran ich bin. Ähm, da hab ich vielleicht auch 'n gewissen Komfort, den ich brauche, um mich im Urlaub wirklich entspannen zu können." Deswegen ist es auch für uns, ähm, ja, diese Frage nach den Buchungen ist immer so'n bisschen zweischneidiges Schwert, weil wie du sagst, die Flexibilität und Spontanität macht eigentlich den Campingurlaub aus. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch so'n Trendthema geworden, ähm, dass jetzt ganz viele losfahren, auch jetzt nach Corona zum Beispiel. Ähm, und wenn jetzt jemand halt nur zwei Wochen Jahresurlaub hat, dann klar will der dann wissen, wo er, wo er hinkommt und dann nicht mit Kind und Kegel irgendwie vor Ort noch drei Stunden 'nen Campingplatz suchen, ne.

Mhm. Ich glaube, das, das ist, kommt sehr darauf an, wer, äh, in den Campingurlaub fährt. Wenn du jetzt als Van Life unterwegs bist, alleine oder als Pärchen, ähm, du bist Student oder du bist flexibel mit deinen Urlaubszeiten, bist vielleicht Freelancer, wie auch immer, ähm, dann hast du 'ne ganz hohe Flexibilität und dann musst du auch nicht in der Hauptsaison verreisen. Oder vielleicht fährst du dann irgendwo hin, wo's nicht ganz so wild zugeht wie momentan in Deutschland. Wenn du eben Kinder hast, 'ne Familie hast, ähm, und do, auch dort ist die Bandbreite ja ganz groß. In meinem Beispiel, ich hab eine Tochter, die ist neun Jahre alt und manchmal bin ich mit dem Van alleine mit ihr unterwegs und da haben wir viel mehr Flexibilität. Aber ich leb in 'ner Patchwork-Beziehung. Insgesamt sind dann drei Kinder hier, neun Jahre, sieben Jahre, elf Jahre. Und glaubt mir, da ist echt was los.

Und wenn du dann mit drei Kindern losfährst, erstens, du musst dich an die Ferien binden und zweitens, deine Kids nageln dich im Vorfeld ganz genau und sagen: „Hey Daddy, was können wir da machen?" Und dann musst du schon irgendwie 'ne Variante finden, die den Kindern auch Spaß macht. Und ich fand schon sehr interessant, äh, ich hab einen Lieblingsplatz, äh, mit meiner Tochter, ähm, der ist in Bayern, Strandcamping Waging, liegt direkt am See, nettes kleines bayerisches Wirtshaus dabei, ganz viel Natur außen rum. Wir können zum Bergwandern gehen, zum Königssee rüberfahren. Also es ist richtig schön. Und, ähm, das ist jetzt so'n Ding, da sagt die einfach: „Einmal im Jahr, Papa, möcht ich dahin." Und ganz ehrlich, wenn du dahin willst, dann musst du da einfach richtig früh reservieren, sonst kommst du da einfach nicht mehr hin. Und ich denke, gerade diejenigen, die es noch weiter, Beispiel jetzt, äh, Südeuropa, Italien, Kroatien- Äh Südfrankreich, Nordspanien sind sehr beliebte Ziele für Familien, die insbesondere mit dem Caravan für zwei, manchmal drei, manchmal vier Wochen runterfahren.

Die brauchen hundertprozentige Planungssicherheit. Insofern, da gibt es, glaube ich, keine eindeutige Lösung, aber je nach Camper-Style, je nach äh Typ, äh gibt es eben verschiedene Antworten darauf.

Jetzt hattest du ja vorhin schon mal kurz das Thema Bewertungen angesprochen. Also wenn ich jetzt quasi meinen Filter so ein bisschen angesetzt habe und vielleicht auch einen Platz gefunden habe, wo ich mit irgendwelchen, ähm, ja, wo ich auch meine persönlichen Bedürfnisse widergespiegelt sehe, also zum Beispiel ich möchte meinen Hund mitnehmen oder ich möchte vielleicht einen FKK-Urlaub machen oder, ähm, ich brauche eine Kinderanimation, dann, ähm, bekomme ich ja trotzdem, egal wo ich suche, meistens immer noch eine Riesenliste an, ähm, Möglichkeiten. Und dann sehe ich da auf den verschiedenen Portalen auch immer diese Sterne, die bekannten, oder Punktesysteme, also sprich Bewertungen, Klassifizierungen von Verbänden.

Ähm, was hat es denn damit auf sich? Also zum einen, wie kommen diese Klassifizierungen, zum Beispiel jetzt auch beim ADAC ist ja ein ganz bekanntes System, wie kommen die zustande und wie, wie lese ich die richtig?

Ähm, bevor wir auf die Klassifizierungen kommen, vielleicht noch mal so eine Einordnung dieser drei, nennen wir es mal Informationsebenen. Du hast schön beschrieben, wenn du dich durch die Suche so langsam durchgekämpft hast, verschiedene Filter hast, irgendwann kommst du so auf keine Ahnung, zehn, zwanzig Plätze, die passen. Und da müssen wir drei eben Informationsebenen differenzieren. Einmal die reinen Fakten, nämlich die beschreibenden Fakten eines Campingplatzes. Der Campingplatz ist beispielsweise hundert Meter vom Strand oder hat er ein Restaurant? Ja, nein. Hat er ein Waschhaus oder drei oder gar keins? Und diese Fakten, äh, werden durch verschiedene Institutionen erhoben. Das zweite ist, ähm, die Qualität. Und zwar Qualität muss aus meiner Sicht, ähm, objektiv bewertet werden, und zwar so, dass wenn ich zehn Plätze vergleiche, dass überall dieselben Maßstäbe an diese Qualitätsmessung angelegt werden.

Und das Dritte ist die Zufriedenheit. Und die Zufriedenheit ist ein höchst individuelles Gefühl. Fühle ich mich hier wohl? Und das kann bei unterschiedlichsten Menschen ganz, ganz unterschiedlich ausfallen. Oder aber fühle ich mich nicht wohl? Und jetzt kam deine Frage auf: Was gibt es da für Methoden? Die Fakten zu ermitteln, gibt es ganz unterschiedliche. Beispiel: Wir ermitteln diese Fakten durch ins, unsere Inspektoren, die ADAC-Inspektoren. Das heißt, die sind auf dem Campingplatz und schreiben für zweihundertvierzig Parameter alle Details auf. Das heißt, der geht mit dem Maßband von der Kante Campingplatz zum Strand und sagt: „Aha, das sind einundsiebzig Meter und der Strand ist ein Sandstrand oder ein Kiesstrand oder ein Betonstrand." Und dann kannst du dich zu hundert Prozent darauf verlassen. Andere, und das muss nicht besser oder schlechter sein, machen das über user generated content.

Da kann also der User sagen: „Boah, das ist ein Sandstrand." Ob es wirklich einer ist, das weiß man nicht so richtig. Das sind diese Fakten. Und dann kommen wir eben in die beiden Ebenen, nämlich der Unterschied zwischen Inspektionen, also einem echten Sterne-Ranking, und diesen Sternen von Bewertungen. Und, ähm, das ist der Unterschied zwischen auf der einen Seite die Definition, wie ist die Qualität, und auf der anderen Seite die Definition der Zufriedenheit. Du hattest jetzt, glaube ich, gefragt, wie so eine Inspektion stattfindet, wie diese Qualität gemessen wird.

Genau, und welche, welche Kriterien da auch angelegt werden.

Mhm. Ähm, es gibt ein paar Anbieter in Europa, die solche Messungen machen. Der ADAC ist wahrscheinlich mit ACSI zusammen der größte, der das macht. Und der ADAC ist im Vergleich zu ACSI wahrscheinlich derjenige, der das am unabhängigsten macht. Ähm, warum? Ähm, du kannst solche Qualitätsmessungen im Prinzip mit Menschen machen, die nichts anderes machen, als diese Qualität zu messen. Oder du kannst da jemand hinschicken, der macht die Qualitätsmessung und wenn er die fertig macht, geht er zum Campingplatzbesitzer und sagt: „Hm, Besitzer, möchtest du vielleicht noch eine Anzeige bei uns kaufen?" Und dann sagt sich der eine oder andere Campingplatzbesitzer: „Kaufe ich mal lieber eine Anzeige, vielleicht wird die Qualitätsmessung dann besser." Solche Dinge machen wir nicht. Das heißt, wir haben Menschen, die nichts anderes machen, als jeden Sommer sechs, acht Wochen hunderttausende Kilometer durch Europa zu fahren, auf Campingplätze zu fahren, mit einer großen App mehrere Stunden durch den Campingplatz zu laufen und wirklich zweihundertvierzig einzelne Parameter abzuprüfen.

Und da wird beispielsweise im Sanitärbereich wird geprüft, wie viele Waschhäuser, wie sind die Duschen voneinander getrennt? Ähm, ist Warmwasser dabei? Ähm, wie sehen die Toiletten aus? Im Spielplatzbereich: Welche Spielplätze sind dort vor Ort? Ähm, wie sind die aufgebaut? Ist das eher naturorientiert? Sind es Plastikspielplätze? Das ganze Thema: Wie viele Pitches gibt es dort? Welche Größen? Wie ist die Sauberkeit dort? Also eine Vielzahl von Parametern und diese Inspektoren werden im Vorfeld extrem hart geschult. Die kriegen eine Schulungswoche, ähm, jedes Jahr. Da werden also Neuerungen durchbesprochen, sodass wir am Ende sicher sein können, dass ein Inspektor am Nordkap dieselbe Qualität der Inspektion macht wie ein Inspektor in Griechenland.

Und das ist ein irrsinniger Aufwand. Das ist sehr, sehr teuer, aber am Ende ist es eine Basis, mit der wir von fünfeinhalbtausend Campingplätzen eben wirklich alles wissen und am Ende über einen Algorithmus unsere Sterne vergeben. Und diese Sterne sind eben einmal das große Sternensystem, ein null Sterne bis fünf Sterne. Und dann gibt es eben noch Subsysteme dahinter, beispielsweise eben für die Sanitärausstattung, was für viele deutsche Camper sehr wichtig ist, sodass ich auch in den einzelnen Kriterien prüfen kann, was mir da wichtig ist oder nicht.

Und ich dachte immer, ADAC-Inspektor zu sein ist so, so 'n Traumjob, dass man dann so 'n bisschen im Sommer über die Campingplätze wackelt und 'n paar Häkchen setzt, aber das klingt ja richtig nach Arbeit.

Das ist total spannend. Du glaubst gar nicht, wie oft ich angesprochen werde genau mit diesem Thema: „Hey Uwe, sag mal, braucht ihr noch 'n Inspektor? Ich würde da gerne mal." Und ich muss jedes Mal lachen, weil wenn du das einmal mitgemacht hast und, äh, ich hatte mal die Ehre, da dabei sein zu dürfen und du rechnest dann hoch, das machst du einfach mal sechs oder acht Wochen und auch unter strengen klimatischen Bedingungen. Also wenn jetzt 'n Inspektor beispielsweise in Kroatien unterwegs ist oder in Griechenland oder in Südspanien und du hast einfach achtunddreißig Grad im Schatten und du machst an diesem Tag zwei Inspektionen von riesigen Campingplätzen, da läufst du mal acht, zehn, zwölf Kilometer bei dreißig, vierzig Grad im Schatten, musst in Sanitärhäusern rumkriechen. Also ich sag's mal so: Diese Inspektoren bekommen von uns Geld, die werden regulär bezahlt.

Ähm, warum? Weil wir sagen, das ist Arbeit. Natürlich ist es schöne Arbeit in einem schönen Umfeld mit Campingplatzbesitzern, nette Menschen. Du bist international unterwegs und das ist ja auch so 'n Roadmovie. Jeden Tag neuer Platz, gucken, ähm, auch dieser Überraschungsmoment. Die Plätze wissen zwar, dass sie inspiziert werden, aber sie wissen nicht, an welchem Tag und von wem. Das heißt, das Einzige, was wir tun, ist, wir fahren mit dem, äh, Wohnmobil da rein. Wir übernachten dort auch nicht. Ganz, ganz wichtig: Wir wollen nicht bestechlich sein, denn dieses Spielchen mit der Inspektor kommt am Abend rein und wird erst mal 'n Essen ausgegeben, Flasche Wein obendrauf, dann verbrüdern die sich.

Erst mal betrunken machen.

Erst mal betrunken machen. Genau, genau. Also ADAC hat echt extrem strenge Kriterien und die kann man spießig finden, aber ganz ehrlich, das ist die einzige Chance, um wirklich Objektivität reinzukriegen. Insofern also, wenn du das mal machen möchtest, Nele, du bist herzlich willkommen. Wenn du die Aufnahmeprüfung bestehst und die einwöchige Schulung, dann kannst du gerne für uns mal durch die Gegend fahren. Aber unter uns, ich glaube, deine Wahl momentan in, äh, Mexiko eine andere Lebensform zu machen, ist auch nicht verkehrt.

Ja, also ich, ich denk auch einfach, selbst in, in Deutschland oder in Europa einfach vom, vom Campingfahrzeug zu sitzen und, und Artikel zu schreiben oder die Redaktion zu koordinieren, klingt auch etwas weniger anstrengend, ehrlich gesagt. Also ich, ich glaub, ich bleib erst mal bei meinem Job, aber wenn ich's mir anders überlege, würd ich mich melden.

Ich habe jeden, ich habe wirklich größten Respekt vor unseren Inspektoren. Ich hab die alle persönlich kennengelernt. Äh, das sind sehr engagierte und, äh, tolle Menschen. Und, äh, solltest du mal Lust haben, meld dich. Ansonsten sehen wir uns, glaub ich, mal lieber entspannt auf 'm Campingplatz.

Ja.

Und dann habt ihr ja neben dieser, äh, wirklich gigantischen Bewertung der Plätze, also wo ich selber total baff bin, ähm, in welcher Detailliertheit ihr das macht, habt ihr ja auch noch dann die User-Bewertung, also was quasi die echten Gäste über den Platz sagen. Jetzt, äh, bin ich ja selber begeisterter Online-Shopper und, äh, bin auch begeistert von dem Warenhaus mit dem großen A, weil sie einfach unheimlich viele Kundenbewertungen haben und hab da aber auch schon für mich gelernt, dass drei Sterne von fünf nicht heißen muss, dass das Produkt für mich schlecht ist und dass fünf Sterne von fünf auch nicht heißen muss, dass das Produkt für mich gut ist. Wie ist das denn bei euch bei den Campingplätzen? Gibt's da ähnliche Parallelen?

Absolut. Genau wie du's beschreibst. Und ich glaube, wenn man's einmal zusammengefasst hat, dass das Rating eines Inspektors be-beurteilt ausschließlich bewertbare Qualitätskriterien. Ist das Badezimmer sauber oder ist es schmutzig? Ist der Strand gepflegt? Ja, nein. Gibt es fünf Sterne Camping-, ähm, Chemietoiletten-Entleerstationen oder eine oder gar keine? Das sind Qualitätsaspekte. Beim Thema, ähm, Bewertungen ist es Zufriedenheit. Und da geht's einfach darum, ist der Camper vor Ort mit dem, was er dort gesehen hat, zufrieden. Und das, find ich, ist 'n total wichtiges Kriterium, das die Camper auch gut verstehen müssen. Beispiel: Es gibt ja immer wieder Wettbewerbe. Auch wir machen das, wenn wir im Januar unsere Inspektionsergebnisse verkünden, dann sind eben die Plätze, die fünf Sterne geratet sind, das sind momentan, äh, in ganz Europa circa hundertdreißig Stück, irrsinnig stolz.

Und es gibt eben auch andere Portale, Beispiel Camping Info, die eben ausschließlich auf Bewertungen, äh, basieren, die auch Ratings rausgeben und bei beiden wird so 'n bisschen kolportiert, das sind die besten Campingplätze. Und das stimmt natürlich nicht, weil der Beste ist der, der in der Qualität am besten ist. Diejenigen, die, äh, ein Rating über Bewertungen machen, sprechen über die beliebtesten Campingplätze, also die die höchste Zufriedenheit haben. Und wir haben das mal nebeneinandergelegt und da gibt's natürlich eine gewisse Korrelation. Bedeutet aber, am Ende ist es ganz spannend: Die Plätze, die, ähm, ein oder zwei Sterne beim ADAC haben, die haben deutlich bessere User-Ratings, also Nutzerbewertungen. Warum? Irgendjemand, der vielleicht, ähm, einen einfachen Naturplatz möchte, der braucht keine große Sanitärausstattung, der will keine Dusche haben, aber der ist mit diesem Platz total zufrieden und der hat beim ADAC vielleicht nur einen Stern, weil er eben keine großen, ähm, Einrichtungen hat, aber der, der Nutzer ist zufrieden.

Bei den, ähm, drei- und vier Sterne Plätzen, da kippt es langsam. Das heißt, dort ist im Regelfall das Rating noch 'n bisschen besser, aber es nähert sich schon sehr zur Nutzerbewertung an. Und spannend wird's bei den Fünf-Sterne-Plätzen. Die Fünf-Sterne-Plätze haben in den seltensten Fällen fünf Sterne von den, äh, Nutzerbewertungen. Warum? Der Anspruch, das Anspruchsdenken der Camper ist dort so hoch, dass jede Verfehlung oder jede Unzufriedenheit und diese Unzufriedenheit, die mag manchmal berechtigt sein durch 'n Problem auf dem Platz, aber die kommt natürlich auch immer wieder zustande durch, ich formulier's mal, Menschen, die, die vielleicht nicht mit dem Platz 'n Problem haben, sondern vielleicht auch 'n bisschen mit sich selbst und dieses Problem eben auch ganz gerne bei anderen suchen.

Und deswegen ist es, glaube ich, auch wichtig zu verstehen, wie man mit solchen Nutzerbewertungen umgeht. Ähm, ich glaube, wenn du eine Nutzerbewertung da stehen hast, dann sollst du die einfach mal streichen. Glaub ihr nicht, weil ein Gast alleine, der kann nichts sagen. Wichtig ist, mal querlesen, gucken, sind da zum Beispiel, wenn es 'n Vier-Sterne-Bewertung ist, gibt's da zehn, zwölf Bewertungen mit drei bis fünf Sterne und zwei negative. Dann kann man sich die negativen schon mal anlesen, aber letztendlich muss man dann gucken: Erstens, was ist'n das so für'n Typ? Also was findet der denn kritisch? Und manchmal sind's Dinge, die dir selbst egal sind. Wo du sagst: „Ja, so what? Spielt doch keine Rolle." Oder manchmal merkst du auch, da sind Leute aus irgendnem anderen Grund so frustriert, dass sie sich eben negativ schreiben. Und in ganz seltenen Fällen gibt es auch Betrug.

Wir versuchen das durch jeden, also wir checken jede Bewertung, die reinkommt und sind da sehr sensibel, aber nobody is perfect. Ich glaube, wenn jemand betrügen möchte, kommt der durch so'n System durch. Es gibt sicherlich auch Fälle, wo Campingplätze schön geschrieben werden, also wo vielleicht drei, vier Bewertungen, äh, von den Besitzern selbst geschrieben wurden, wo auch immer. Das lässt sich nicht vermeiden. Aber ich glaub, eins ist ganz, ganz wichtig: Ein System, das dauerhaft betrügt, wird nicht erfolgreich sein, aus zwei Gründen. Erstens: Wenn Bewertungen gefälscht sind, und zwar positiv, dann fällt das irgendwann auf, denn sehr positive Bewertungen ziehen Nutzer an und wenn die wiederum durch einen schlechten Campingplatz frustriert werden, schreiben sie negative Bewertungen. Das heißt, das System fällt irgendwann auf.

Und zum Zweiten: Durch die Qualitätsprüfungen, wenn es tatsächlich auffällt, dass ein Campingplatz beschummelt, ähm, dann fliegt der eisenhart aus dem System. Insofern, ich traue diesen Bewertungen sehr. Ich nutze sie selbst auch sehr gerne, aber ich relativiere die und gucke mir schon sehr genau an, wenn extreme Ausreißer nach oben oder nach unten sind.

Das ist auch das, was wir nicht nur beim Onlineshopping, sondern auch wenn wir unterwegs sind und mal Plätze ansteuern, gemacht haben, dass wir uns einfach auch die Bewertungen angucken und dann die differenziert betrachten, ne, und schauen, okay, was wird hier bemängelt? Interessiert uns das überhaupt, ja? Weil wenn die Toilette schmutzig ist, ist das für viele nicht schön, aber da wir immer die in unserem Wohnmobil nutzen, ist es uns recht egal. Und, ähm, da haben wir also auch ganz gute Erfahrungen gemacht und teilweise auch auf schlecht bewerteten Plätzen schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Habt ihr eigen, habt ihr eigentlich, weil du's grade angesprochen hast, dass ihr auch euch die Daten anguckt, habt ihr eigentlich auch mal, äh, 'ne Korrelation zufällig machen können, wie die, die Menschen, die sozusagen den Platz betreiben und die Gäste betreuen, wie die sich auswirken?

Also, äh, könnt ihr da irgendwie was sagen? Weil ich hab da meine Beobachtung zu.

Also ich glaube, das kann man nicht statistisch bemessen. Ich glaube, das sind Erfahrungswerte, die du über die Jahre fällst, wenn du ein paar Campingplatzbesitzer kennenlernst. Und, ähm, das ist ja das Schöne in, in der Hospitality, also in der, in, in der Touristik, im Tourismus, ähm, das ist sehr, sehr menschengetrieben. Zum Glück grade in unserer Branche noch ganz oft persönlichkeits- oder familiengetrieben. Es gibt keine Campingplatzkonzerne wie eine TUI oder wie eine Booking.com, sondern das sind Menschen dahinter. Und du merkst natürlich schon, äh, was ist'n das für einer? Und da gibt es, was nehmen wir da als Beispiel? Ja, da gibt es eben extrem professionell geführte, super durchorganisierte Plätze, die in der Hochsaison drei, vierhundert Mitarbeiter haben.

Da ist der, der Eigentümer 'n Manager-Typ, der optimiert, der, ja, der, der kitzelt die Qualität hoch, der, der macht jedes Jahr irgendwas Neues auf diesem Platz. Und da gibt's auf der anderen Seite eben jemand, der sagt: „Hey, ich möchte einfach, ich, ich lebe Camping. Für mich ist das 'n Lebensgefühl und ich möchte Ruhe auf dem Platz haben, das ist mir wichtig. Und ich möchte jetzt nicht in Superlative abgleiten, sondern ich möchte gut davon leben können, aber ich will mich auch nicht überarbeiten. Ich möchte am Abend mit meinen Gästen noch irgendwie am Stammtisch sitzen." Und ich glaube schon, dass die, die Spur, die, die Unterschrift der Campingplatzbetreiber auf den Plätzen immer noch extrem sichtbar ist. Aber das werten wir nicht statistisch aus, weil es obliegt uns nicht, den Campingplatzbesitzer zu raten. Wir kennen die natürlich alle und manchmal ist es schon toll, wenn man wieder auf 'n Campingplatz fährt, den man eben ein Jahr, zwei nicht gesehen hat und du triffst dann den Platzbesitzer.

Und ich glaube, viele von diesen Plätzern, äh, Besitzern machen das natürlich auch aus, aus wirtschaftlichen Gründen. Klar, die leben davon, die finanzieren ihre Familien und Mitarbeiter davon. Aber es sind so viele mit echter Leidenschaft dabei und das zu sehen, ist toll. Das macht Spaß.

Also ich merke schon, ähm, dass es 'n Thema ist, was sehr wichtig ist, auch, also nicht nur bei uns selbst, sondern auch wenn ich User-Bewertungen lese, da wird sehr viel darüber geschrieben häufig. Ähm, ja, sehr nettes Personal, sehr zuvorkommend. Und also bei uns, wir selber sind dann auch gewillt, so vielleicht die ein oder andere Macke am Platz zu verzeihen oder wenn mal was nicht so gut funktioniert, ähm, wenn ich dafür das Gefühl hab, dass ich da willkommen bin, dass ich da gut aufgehoben bin und eben nicht nur durchgeschleust werde. Ich denke schon, dass das 'n wichtiges Kriterium ist für die Leute. Und, ähm, ja, dass man halt auch auf so 'nem Platz dann gerne vielleicht auch ein zweites oder drittes Mal fährt.

Ich glaube, es sind, äh, zwei Faktoren, die da 'ne gewisse Rolle spielen. Das eine Thema ist: Wie fühle ich mich dort aufgenommen? Wie wird mit Problemen auch umgegangen, die zweifelsohne immer entstehen? Also geht es, ist da jemand verständnisvoll und sagt: „Oh, tut mir leid, äh, kommt nicht wieder vor", oder, ähm, „Begradigen wir gleich, kein Problem." Ähm, da hab ich tolle Dinge erlebt, also wo du keine Ahnung, irgendwas funktioniert eben nicht so, wie's funktionieren soll. Und es ist eben jemand da, der sofort lösungsorientiert ist und sagt: „Du, tut mir leid, ich, ich hab hier gerade richtig Stress in der Anmeldung, aber ich garantiere dir, in 'ner Stunde bin ich bei dir und ich klär das schnell." Und da kommt dann jemand und da fühlst du dich gewertschätzt. Und das zweite Thema ist ganz wichtig Die Campingplätze oder viele Campingplätze haben eine sehr, sehr, sehr spezielle Klientel.

Und, ähm, du kriegst relativ schnell raus nach ein, zwei Nächten, wie tickt denn so 'n Platz? Und, äh, ich hätt am Anfang hätt ich nicht gedacht, dass die Nuancen doch so deutlich sind. Ähm, das hat teilweise damit zu tun, zu welchem Zeitpunkt du auf dem Campingplatz bist, aber eben auch, ähm, letztendlich, wer jetzt als besondere Klientel für diesen Campingplatz über die Jahre, ich sag's mal, gezüchtet wurde. Also Beispiel: Äh, es gibt Plätze, bei denen eben Familienfreundlichkeit so gelebt wird, dass es, wie soll ich mal sagen, dass die Familien dazu erzogen werden, eben ihre Events selbst zu kreieren, also mit eigenen Paddelbooten aufm See rumzufahren, ähm, abends 'n Lagerfeuerabend zu machen. Da ist quasi, da ist, d-d-, die Umgebung ist da, aber du musst sie selbst bespielen.

Und es gibt andere Campingplätze, die eben, ähm, perfekte Animationen bieten, äh, die die Kinder bespaßen und das zieht unterschiedliche Familientypen an. Und bist du eben der Familientyp, der sagt: „Hey, ich arbeite irgendwie 48 Wochen im Jahr, ich möchte mich vier Wochen voll mit meinen Kindern beschäftigen." Oder bist du der Familientyp, der sagt: „Hey, ich arbeite 48, äh, Wochen im Jahr, im Urlaub will ich meine Ruhe haben." Und dann hast du wirklich 'ne andre, 'ne andere Umgebung und da musst du halt selbst sagen, wo fühlst du dich wohl? Und das kriegt man aber schon ganz gut raus und ich glaube, da helfen auch Bewertungen. Und über die Jahre hat man da 'n Blick. Also als Einsteiger mag das manchmal noch so'n bisschen überraschend sein, aber über die Jahre kriegt man da, glaub ich, ein gutes Gefühl. Und so wie du halt sagst, diese Gespräche mit, äh, anderen, äh, sind hilfreich.

Ich finde, es gibt auch ganz gute Kooperationen, zum Beispiel, äh, wir nämlich Leading Campings ist, äh, 'ne Kooperation. Da sind, äh, 40, ja, sehr hochwertige Campingplätze zusammengefügt und da kannst du, wenn du auf diese Kategorie, dieses, ähm, nennen wir's mal anspruchsvollen Camping stehst, da kannst du auf jeden dieser 40 Plätze ungesehen fahren. Leading Camping ist 'n Brand. Und da gibt's eben auch andere in Frankreich, Utopia zum Beispiel, ähm, die 'ne bestimmte Form von Naturcamping hochgezogen haben, sehr oft mit, äh, Zelten, die da schon vorinstalliert sind. Da, da gibt's schon so 'n, 'n gewissen, nennen wir's mal Qualitätsgaranten, wo man 'n bisschen vertrauen kann. Aber bei, ich, fast 30.000 Campingplätzen oder 26.000 Campingplätzen in Europa ist die Bandbreite natürlich gigantisch.

Das stimmt. Und also im Endeffekt, das, was du sagst, deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Ich hab noch keine 30.000 Campingplätze besucht, ähm, und wir sind sehr weit davon entfernt, aber die wenigen, die wir besucht haben, weil wir doch auch häufig Stellplätze einfach ansteuern und auch mal freistehend, aber die wenigen, die wir besucht haben, ähm, da hab ich sehr deutlich den Unterschied gemerkt, ob da jemand ist, der quasi Camping lebt oder ob das eben, äh, nur ein Unternehmen ist. Und ich will das gar nicht negativ bewerten, weil beides ist ja völlig okay, aber ich persönlich als Mensch find es natürlich super, wenn der Besitzer mir entgegenkommt und mich mit Handschlag begrüßt und, ne, ich bin der und der und mich mitnimmt und mir gleich erklärt, was es hier gibt. Und, ähm, wie Nele schon sagt, dann, dann bin ich persönlich dann sofort bereit, also ganz automatisch, äh, über viele Dinge hinwegzusehen, die vielleicht nicht optimal sind.

Und wenn der mir dann bei denen Probleme auch noch hilft, dann kann das oder gibt das fast ausschließlich positive Bewertungen. Also das vielleicht noch mal auch 'ne spannende Perspektive für Campingplatzbetreiber, was diese, diese Menschlichkeit ausmacht. Ich glaub, vielen ist das bewusst, aber wir alle sind ja auch manchmal so in unserem Tagesgeschäft drin, dass wir's mal auch zwischendrin nicht schaffen, links und rechts zu gucken. Und dann ist vielleicht auch so 'n Perspektivwechsel mal ganz spannend. Und da ist es, glaub ich, auch spannend, dass mal Campingplatzbesitzer auf 'ner anderen Ebene mit euch sprechen, oder?

Das tun wir. Wir bieten auch, ähm, ein Forum dafür. Wir haben eine Veranstaltung kreiert, die heißt Zukunft Camping. Das ist ein Barcamp, also ein, weiß nicht, ob das jeder kennt, Barcamp ist so 'ne Art Unkonferenz, im Prinzip eine, ein Zusammentreffen innerhalb einer Branche, in unserem Fall eben die Branche der Campingplatzbesitzer. Und im Gegensatz zu normalen Konferenzen gibt's da eben nicht irgendwie einen Moderator und ein festes Programm und irgendwelche Speaker, sondern wir haben die eingeladen und haben am Anfang eine Stunde lang gemeinsam diskutiert: Welche Themen bewegen euch? Was ist spannend für euch? Worüber wollen wir alle miteinander sprechen? Und über diese Themen haben wir dann zwei Tage gesprochen und das war irrsinnig wertvoll. Also es war 'n toller Austausch.

Da kamen Themen hoch, die ich nicht erwartet hätte. Und, ähm, auf so 'nem sehr gebündelten und intensiven, ähm, Zwei-Tages-Event, ähm, kommst du schon, äh, wirklich an Themen und auch an, an Optimierungspunkte, die am Anfang nicht offen waren. Und, äh, wir haben noch ein zweites Forum, das ist, ähm, das Campsite Business Forum auf Facebook. Äh, dort sind knapp 1.000, äh, Campingplatzunternehmer aus ganz Europa, äh, mit uns in einer geschlossenen Community und tauscht sich dort eben über Fachthemen aus. Und grade jetzt, äh, in der Corona-Zeit war das extrem wichtig, weil die natürlich viele, viele Fragen haben, rechtliche Fragen. Die wollten insbesondere vom ADAC, von uns, von Pincamp wissen: Was macht denn der deutsche Camper grade? Wo fährt er hin? Also guter Austausch und insofern, wir verstehen uns schon so als Moderator auf der einen Seite zwischen den Camperinteressen und da hat der ADAC als Verbraucherschützer auch 'n ureigene Aufgabe auf der einen Seite, aber auch zum, ja, auf der, dem Counterpart, auf der Gegenseite eben den Campingplatzinteressen.

Und letztendlich hat das, find ich, auch über die Jahrzehnte gut funktioniert, denn, ähm, aus der heutigen Perspektive ist dieses Ökosystem Campingplätze ja total toll und professionalisiert. Ich hab, ähm, Ähm, vor einer Woche von einem Kollegen von mir aus München einen tollen Artikel bekommen aus dem Spiegel neunzehnhundertsiebzig, ähm, also fünfzig Jahre her. Und dort war eine Campingplatzinspektion eines anderen Verbandes damals beschrieben und da kam der Inspektor zu den sogenannten Sanitäranlagen und das war also ein Holzbrettchen, leicht angeknackst über einem Eimerchen und das war die Sanitäranlage des Campingplatzes. Und der ADAC hat mit seinen Inspektionen grade auch in Südeuropa schon für einen Qualitätsstandard gesorgt und für 'ne, ja, für, für, für 'ne gewisse, nennen wir's mal Grund-Grundausstattung, ähm, und hat dadurch über die Jahre ja diese Mittlerrolle zwischen Camper, Anspruch des einen Campers auf der einen Seite und den Möglichkeiten der Campingplätze hat er gut als Intermediär gearbeitet.

Und diese Rolle find ich toll und die macht Spaß.

Wenn ihr da so 'nen guten und direkten Kontakt zu den Campingplätzen habt, dann würd ich dir gerne ein ganz, ähm, wichtiges, für uns wichtiges Thema mit auf den Weg geben, das mal in die Community reinzuspielen. Das wäre das Thema Barrierefreiheit, was du vorher mal ganz kurz, ähm, angesprochen hattest. Ähm, das ist 'n Thema, was uns sehr am Herzen liegt, weil wir leider beobachten, dass die Campingbranche da sehr, sehr weit hinterherhinkt und, ähm, in Deutschland ja überhaupt das Thema Barrierefreiheit im Vergleich zu anderen Ländern auch im, im Alltagsgeschehen noch nicht so sich durchsetzen kann. Und ich find es halt mega schade, dass grade die Leute, die im Alltag schon extreme Einschränkungen hinnehmen müssen, dann auch wenn sie im Urlaub sind, eben nicht diese, diese viel besungene Freiheit und Flexibilität leben können, die uns ja am Camping so fasziniert.

Und es liegt insbesondere auch daran, dass zum einen halt viele Plätze sich überhaupt noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben, aber selbst die, die's wirklich gut meinen und dann, ähm, versuchen, einzelne Maßnahmen umzusetzen, ähm, das teilweise nicht so machen, dass es für Menschen mit Handicap tatsächlich sinnvoll ist oder für verschiedene Behinderungstypen auch sinnvoll ist. Und da erschwerend kommt dann noch hinzu, dass die Angaben teilweise leider fehlerhaft sind. Einfach, ich geh davon aus, dass es einfach aus Unwissenheit passiert, ne. Man hat da jetzt Maßnahmen umgesetzt und, und, ähm, möchte dann halt auch seinen Campingplatz für dieses Klientel, ähm, öffnen und, und, ähm, vielleicht auch attraktiv machen. Aber, ähm, ja, dann, dann lese ich da barrierefrei oder behindertengerecht, aber wenn die Menschen dann dort ankommen, die Gäste mit Handicap, vielleicht mit Rollstuhl, mit Rollator, ähm, oder mit anderen Einschränkungen, dann stellen die vor Ort leider fest, dass es halt für sie nicht tauglich ist.

Und, ähm, da bekommen wir-- wir sind ja immer wieder an dem Thema dran. Es ist ganz schwer, da an Informationen zu kommen aus dem Campingplatzbereich. Wir bekommen aber von unseren Lesern immer wieder die Rückmeldung, dass es da halt ganz große Probleme gibt und dass für die im Prinzip dann der Urlaub versaut ist und dass sie wahnsinnig viel Recherchearbeit im Vorfeld reinstecken müssen, um überhaupt an Informationen zu kommen. Und was ich mir halt wünschen würde oder wir als Camper Style gemeinsam mit den Betroffenen wäre, dass man auch dort schafft, irgendwie Maßstäbe anzulegen, ähnlich wie bei den anderen, ähm, Klassifizierungskriterien. Also, ähm, dass man halt sich Listen vielleicht auch gemeinsam mit den, ähm, Menschen mit Handicap erarbeitet, da gibt's ja auch Verbände, und, ähm, diese Listen dann eben anlegt.

Also wenn 'n Platz schreibt, ich bin barrierefrei oder ich bin behindertengerecht, dass man dann auch darauf genau noch mal achtet und vielleicht die Plätze dafür so 'n bisschen sensibilisiert. Das würd ich dir gerne mit auf den Weg geben, ähm, dass ihr das vielleicht mal auch zu 'nem Schwerpunktthema macht, weil es ist ja nicht nur für behinderte Menschen wichtig. Es ist auch für Menschen, ähm, älteren Jahrgangs, äh, 'n Kriterium, was entscheidend sein kann für die Platzwahl.

Absolut, Nele. Also das Thema unterstützen wir massiv. Ähm, auf der einen Seite, weil wir glauben, dass Camping eben, äh, für handicapped, äh, Menschen 'ne gute Urlaubsform sein kann, weil sie sehr viel selbst bestimmen können. Also sie sind in geringerem Maße auf Einrichtungen angewiesen als beispielsweise bei einem Hotelurlaub. Und zum anderen, weil wir wissen aus unseren Statistiken, dass, äh, die Gesellschaft, ähm, veraltet, dass wir im Bereich Camping eben mittlerweile auch, äh, zunehmend Menschen aufm Platz haben in 'ner Alters-, äh, Kategorie, die vor zwanzig, dreißig Jahren gegebenenfalls nicht mehr verreist wären. Und wir stellen fest, dass sich die Campingplätze sehr unterschiedlich, aber eben teilweise doch schon sehr, sehr gut auf dieses Thema einstellen.

Und, ähm, wir haben dafür einen extra Preis ausgelobt. Wir nennen diesen Preis demografischer Wandel und Barrierefreiheit und, ähm, analysieren jedes Jahr unsere Campingplätze, ähm, in verschiedenen Kategorien. Äh, diese Kategorien sind eben Innovation und Fortschritt, demografischer Wandel, Barrierefreiheit, Digitalisierung, Online-Marketing, also in verschiedenen Bereichen. Und dieses Thema demografischer Wandel und Barrierefreiheit, es, es war sehr interessant, weil ich in diesem Jahr eben da tief eingetaucht bin und mir die Bewerber angesehen habe und gemerkt habe, Mensch, da gibt es schon Campingplätze, die sind da an der Stelle sehr, sehr weit, sehr, sehr transparent und sehr, sehr visionär. Und das ist einerseits getrieben eben vielleicht durch eigene Erfahrungen, aber also Beispiel, äh, wenn du, ähm, handicapped, ähm, äh, Menschen in deinem Familie hast, dann bist du da viel höher sensibilisiert.

Ähm, ich kenne Plätze, da ist genau das der Treiber gewesen. Aber es gibt andere Plätze, die das auch ganz klar als wirtschaftliches, ähm, ähm, Kalkül machen, die einfach sagen: Hey, wenn ich, ähm, barrierefrei bin und wenn ich auf den demografischen Wandel, äh, setze, dann wird das für mich perspektivisch mehr Umsatz bringen. Und beide Beweggründe sind total legitim. Ich möchte euch Beispiele nennen von sehr unterschiedlichen Plätzen. Es gibt einmal in Italien Union Lido, einer der ganz, ganz großen Plätze, sicherlich nicht eure, eure Kategorie, wo ihr sagt, da fühlt ihr euch wohl. Das ist 'n Platz, der in Spitzenzeiten bis zu zehntausend Campern auf dem Platz hat. Aber die haben Dinge eingeführt, wo du einfach sagst: Wow. Also Beispiel: Sandstrand bei Union Lido. Es gibt, äh, für Rollstuhlfahrer eine, eine Bahn sozusagen, ähm, aus Holzpaneelen, mit dem du mit deinem Rollstuhl bis ins Meer reinfahren kannst, um dort eben entspannt mit deinem Rollstuhl in Anführungszeichen zu baden.

Oder an allen Pools gibt es Hebekräne, die dich als Rollstuhlfahrer da reinbringen. Für jedes Gebäude dort auf dem Platz gibt es, wenn da Treppen notwendig sind, auch Fahrthilfen oder Aufzüge. Also irrsinnig viele Details. Anderer Platz: Camping De Papillon in den Niederlande, kleinerer Platz, ähm, schön in der Natur, unweit der deutschen Grenze. Ähm, da ist jemand, der in seiner Familie eben eine, äh, Handicap-Person hat und der da sehr, sehr früh auch sehr radikal und sehr, wie soll ich sagen, umfassend dieses Thema angegangen hat. Also es gibt dort viele, viele Leuchttürme, aber ich stimme dir zu, das Thema kann noch mehr getrieben werden und ich stimme dir auch zu, die Informations-, also die standardisierte Information darüber ist noch nicht gut genug.

Wir erheben Teile davon, aber es müsste man viel genauer erheben und, ähm, es gibt in einzelnen Ländern wiederum einzelne Organisationen, aber es gibt noch niemand, der das wirklich übergreifend in Europa macht. Das fehlt und darauf muss die Branche hinarbeiten. Ja.

Ich, ähm, hab dazu noch 'ne Frage: Wo find ich denn diese Plätze dann? Also du hattest ja jetzt zwei genannt. Da gibt's sicherlich ganz viele weitere tolle Beispiele, aber w-wie komm ich an die als, als Mensch mit Behinderung?

Mhm. Ähm, auch das ist eine gute Frage. Wir haben bei uns in den Informationen, in den Campingführern und auch bei PinCamp dazu eigene, ähm, Icons sozusagen. Das heißt, ähm, behindertengerecht bei uns. Allerdings, das ist genau das Problem und das gibt es auch bei anderen, aber es gibt letztendlich keine, wie soll ich's mal formulieren, es gibt kein Portal oder keinen Anbieter, der sich darauf spezialisiert hat. Und ich glaube, da musst du leider eben mit Google, mit Informationen wie bei uns Campingführer oder PinCamp, mit den Bewertungsplattformen recherchieren. Und ich glaube ehrlich gesagt, in dem Segment ist das Thema Empfehlungs-, äh, Marketing, also sprich Mund-zu-Mund-Propaganda, immer noch das beste System.

Aber ich stimme dir komplett zu, das ist ein Feld, das ist nicht sauber bestellt. Da tun wir das Beste, was wir tun können, im Sinne von so viel wir machen können, aber da ließe sich noch sehr, sehr viel rausholen.

Vielleicht auch noch mal 'n kleiner Hinweis, wenn Campingplatzbetreiber zuhören, die sich jetzt wahnsinnig abgeschreckt fühlen durch Hebekräne und, ähm, in den ins Meer führende Rampen, weil das natürlich auch ein Kostenfaktor ist, den mit Sicherheit, äh, nur, nur große Plätze tragen können, wenn man das so umsetzen möchte. Es gibt ganz, ganz viele kleine Maßnahmen, die man mit wenig Geld, ähm, teilweise, ähm, auch nachträglich noch ganz, ganz einfach umsetzen kann. Und, ähm, mein persönlicher Ratschlag wäre wirklich, mal mit betroffenen Menschen zu sprechen, weil die ganz oft tolle Ideen haben, ähm, und natürlich auch am besten selbst sagen können, was sie bräuchten, ne. Das, das macht keinen Sinn, sich da ins stille Kämmerlein zurückzuziehen und zu überlegen: „Ja, was könnte denn?", sondern man muss wirklich mit den Leuten reden und nicht über die Leute.

Und, ähm, ich sag jetzt mal, angefangen von, von kleinen Rampen im Rezeptionsbereich, die man aus Beton gießen kann, bis hin zu eben darauf zu achten, dass, dass dann die Duscharmaturen nicht in zwei Metern Höhe angebracht werden, sodass ein Rollstuhlfahrer auch noch dran kommt. Das sind eigentlich Dinge, die man mit relativ überschaubarem Aufwand erst mal umsetzen kann, bevor man jetzt vielleicht so eine große Lösung dann anstrebt.

Ja, und, äh, neben, äh, der, ja, ich nenn's mal Zielgruppe, ähm, gibt's ja auch noch, noch 'ne ganze Menge andere und ich nenn's mal Special Interest, ohne jetzt jemand auf die Füße treten zu wollen, ne. Es gibt ja, gibt ja Leute, die zum Beispiel gerne auf 'n Campingplatz fahren wollen, wo am liebsten Hunde nicht erlaubt sind. Oder es gibt Menschen, die wollen auf 'n Platz fahren, wo Kinder nicht erlaubt sind und wieder andere wollen auf Plätze fahren, wo eben Hunde erlaubt sind. Und, äh, noch 'ne ganze Menge weiterer einfach Interessen, die ich völlig okay finde. Ähm, jeder soll das tun und machen, wonach ihm ist und worauf er, äh, Lust hat und er wird seine Gründe haben, warum er was will oder nicht will. Ähm, bietet ihr dafür auch Filter und, ähm, gibt's da auch so spezielle Gruppen, die relativ groß sind, die du so aus der, aus euren Daten vielleicht auch uns mitgeben kannst oder unseren, äh, Hörern?

Absolut. Also die Filterfunktionen sind, äh, ich würde sagen, eine der, der wichtigsten oder fangen wir noch weiter oben an. Wenn wir diese beschreibenden Kriterien für Campingplätze auswerten, dann kategorisieren wir diese Campingplätze. Beispiel, äh: Camping mit Hund oder Beispiel Camping ohne Hund, Camping am See, Camping am Strand, Wintercamping, ähm, Camping, äh, nahe an, äh, Städten, also verschiedenste Kategorien. Und, äh, diese, äh, Campingplätze gruppieren wir zusammen in Listen und, äh, machen diese Listen dann eben bei Google findbar oder eben bei uns in der Suche findbar. Und der andere Weg ist eben, jemand kommt über eine Region. Beispiel, er sagt, er möchte nach Frankreich fahren und dann fängt er eben an zu sagen, er möchte nach Frankreich an einen Binnensee oder er möchte eben in Frankreich, äh, einen Campingplatz haben, in dem Kinder erlaubt sind und Hunde erlaubt sind.

Und diese Filter sind extrem wichtig und für diese Filter brauchst du eben diese verlässlichen Standardinformationen. Und ich glaub, wenn wir so angucken, was sind so die wichtigsten Campergruppen, das ist relativ naheliegend. Für die Familien ist das Thema am Meer sehr oft ein sehr wichtiger Treiber. Familienfreundlichkeit, das heißt, dass es entweder, ähm, Equipment, Spielplätze, was auch immer gibt oder teilweise eben Animation. Und Bespaßung. Das Thema mit Hund ist 'n extrem Wichtiges, aber ich musste auch lernen, wir hatten, als wir PinCamp, äh, gestartet haben, einen Filter drin Camping mit Hund. Und ich glaub, eine der ersten E-Mails, die wir bekommen haben von den Campern war: Was soll denn das? Da muss 'n Filter rein, Camping ohne Hund. Und dann hab ich begriffen, okay, das Thema scheint sensibel zu sein.

Ähm, insofern mit Hund ist aber der größere Treiber, weil viele, äh, Camper eben einen Hund haben und diese Urlaubsform für Hundebesitzer ja perfekt ist. Ähm, und dann kommen wir schon sehr in filigrane Themen rein. Da geht's denn um, ist da ein Pool da, äh, in der Vorsaison, Nachsaison spielt auf Campingplätzen, zumindest für Familien, äh, eine nicht unwesentliche Rolle, gibt es dort Schwimmbäder. Also Beispiel, wenn du jetzt im April irgendwo in Norddeutschland unterwegs bist und hast eben jetzt eine Woche, wenn's dumm läuft, schlechtes Wetter, dann kann's schon mal sein, dass deine zwei sagen: Hey Papa, können wir ins Schwimmbad gehen? Und das kann jetzt aufm Platz sein, aber auch grundsätzlich, sagen wir's mal, Freizeiteinrichtungen, die im Umkreis von fünf bis zehn Kilometern unterwegs sind, die ja für einen Camper mit einem Wohnwagen toll erreichbar sind, für 'n Wohnmobilisten schon wieder 'n bisschen schwierig werden.

Aber die Kernfrage: Gibt es solche Filter? Ja, und wir haben uns eben zur Aufgabe gemacht, diese Campingplätze so gut wie möglich findbar zu machen. Und sollte irgendjemand von euch da draußen, der jetzt diesen Podcast hört, eine Idee haben, wenn er PinCamp mal angesehen hat und sagt: Hey, aber ich bin derjenige, der sucht jetzt nach Folgendem und das habt ihr nicht, dann lasst's uns wissen. Wir versuchen immer wieder zu schrauben und das Ding besser zu machen. Und ganz ehrlich, die besten Tipps kommen immer von Campern, also Leute, die einfach viel unterwegs sind und uns 'n bisschen aufs Pferd helfen.

Also was den meisten Systemen fehlt, du hast jetzt ja grade angesprochen, ihr habt's teilweise, sind tatsächlich Negativfilter. Also dass ich auch auswählen kann, was ich nicht möchte, ne. Die meisten Systeme liefern nur, was möcht ich. Das ist auf jeden Fall, was mir häufig fehlt.

Mhm. Ist nachvollziehbar. Und bei einigen haben wir das schon, aber ich nehm diesen Punkt gerne mit, äh, und geb ihn an meine Kollegen, die das Produkt bauen, weiter. Äh, denn diese Negativfilter am Anfang stolperst du so'n bisschen und denkst dir, hm, aber tatsächlich klar, wenn du sagst, das eine möcht ich kategorisch ausschließen. Beispiel Animation für Kinder. Momentan haben wir 'n Positivfilter drin. Es könnte vielleicht auch sinnvoll zu sagen, okay, vielleicht wollen wir überhaupt gar nie Animation sehen. Also nehm ich mit, wertvoller Hinweis.

Ja, solche, solche Negativkriterien, ähm, sorgen ja immer für, für Polemik, ne. Das merken wir ganz besonders beim Thema Camping ohne Kind, ähm, aber auch beim Thema Camping ohne Hund zum Beispiel. Äh, wir haben da Artikel zu geschrieben, ganz bewusst auch. Und, ähm, das hat teilweise für, für richtige Shitstorms in den Communitys gesorgt, weil die Leute das einfach nicht akzeptieren können, dass es Menschen gibt, die im Urlaub halt mal keine Kinder sehen möchten. Und das sind ganz, ganz häufig Menschen, die, ähm, entweder selbst Kinder haben, die schon 'n bisschen älter sind jetzt ausm Haus oder was ich noch häufiger beobachte, dass es Menschen sind, die mit Kindern arbeiten den ganzen Tag, also Kinderkrankenschwestern, Erzieherinnen in, in Kindertagesstätten und so weiter, die einfach sagen, ich liebe Kinder, aber ich möchte einmal zwei Wochen im Jahr halt kein Kind um mich haben.

Und ich find das absolut nachvollziehbar, genauso wie bei, beim, äh, Stichwort, was du grade gesagt hattest, Animation. Wenn ich bewusst mit meinem Kind die Ferien verbringen möchte und mich mit dem beschäftigen möchte, dann kann's natürlich auch sein, dass eine Animation für mich da eher hinderlich ist, weil das Kind vielleicht dann lieber zur Animation gehen möchte, als mit Mutti im Matsch zu spielen, ja.

Mhm. Total. Also, diese, ähm, also grade beim, ich glaube beim Thema, ähm, Negativkriterien. Ich, ich glaube, ja, also ich, ich fände es schön, wenn wir in der Camper-Community so tolerant sind, dass wir akzeptieren, dass der eine oder andere eben etwas wünscht oder etwas nicht wünscht. Und das ist doch bitte die Entscheidung eines jeden einzelnen Campers ist, wie er seinen Campingurlaub verbringen möchte. Ist doch total okay. Und ich finde, keiner sollte sich dafür entschuldigen müssen, dass er 'n Hund mag oder nicht mag oder dass er eben einen Campingplatz mit Animation, ohne Animation oder mit Kind und ohne Kind möchte. Dafür ist die Bandbreite groß genug. Und am Ende soll doch jeder einfach nur den Urlaub, die Freizeit verbringen, so wie er's am besten spürt und wie er Kraft auftanken kann und wie er die Natur und die Freiheit mitnimmt.

Dafür ist Camping da. Und ich glaube, unsere Aufgabe ist, diese Information zu liefern. Aber lasst uns niemand mitm Verzeigefinger drauf, äh, zeigen und sagen, warum möchtest du so was? Bitte lasst alle so leben, wie sie möchten.

Ja, damit sprichst du uns, äh, aus unseren Herzen an. Das ist genau das, was wir auch vertreten. Jeder, jeder hat seine Gründe, etwas zu mögen und nicht zu mögen und jeder soll genau das tun, worauf er Lust hat oder keine Lust hat. Und, äh, die Toleranz auch zu akzeptieren, dass jemand anderes das oder jenes nicht möchte oder möchte und das nicht auf sich selber zu beziehen, ist glaube ich, tät uns allen gut und viele machen's ja auch schon. Und, äh, ja, in diesem Sinne hoffen wir, liebe Zuhörer, dass, äh, ihr einiges mitnehmen konntet. Ich hab selber eine ganze Menge noch für mich an Informationen und Learnings mitgenommen, hab gestaunt. Wenn's euch gefallen hat, dann, äh, ja, schreibt gern 'n Kommentar, wenn euch was fehlt oder wenn ihr auch gern noch mal 'n Thema behandeln wollt oder vielleicht auch 'ne Frage an den Uwe Frers noch habt, dann, äh, geht doch auf camperstyle.de/podcast. Äh, da haben wir 'n kleines Formular, dort könnt ihr uns Fragen, Themen und so weiter reingeben.

Wir reichen auch Fragen an den Uwe weiter. Ähm, ja, mir hat's sehr viel Spaß gemacht. Ich, äh, bedanke mich und sag schon mal, äh, Tschüss an unsere Hörer und Tschüss an euch beide.

Ja, vielen Dank auch von mir, lieber Uwe. Ähm, Grüße nach Berlin und, äh, eine gute Zeit für dich. Tschüss.

Fele, Sebastian, herzlichen Dank, hat Spaß gemacht. Euch alles Gute. Tschüss, ciao.

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