|

Caravan Salon 2023 live: Wohnwagen für Menschen mit Handicap

Episode 183 · 00:20:25

Ein Campingfahrzeug behindertengerecht umzubauen, ist meist (fast) unbezahlbar. Was dazu führt, dass sich viele Menschen mit Handicap schlichtweg keinen Campingurlaub leisten können.

Die Firma Brecht Caravan aus Heilbronn möchte das ändern: Sie nimmt Serienwohnwagen als Basis, bei deren Grundrissen nicht zu viele tragende Teile ausgebaut werden müssen, und gestaltet diese rollstuhlgerecht um: mit breiterer Tür, schmaleren Sitzgruppen, unterfahrbaren Küchen und vielem mehr.

Wie genau das funktioniert und was so ein Umbau kostet, erzählt Geschäftsführerin Manuela Brecht im Interview "live" auf dem Caravan Salon.

Falls auch du tolle Neuheiten auf der Messe entdeckt hast oder uns etwas anderes mitteilen willst, schickt gerne eine Nachricht an podcast@camperstyle.de oder per Whatsapp.

Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Sebastian und heute wieder ohne Nele geht es um das Thema Campingfahrzeuge für Menschen mit Handicap. Ja, und das ist uns ein Thema, was uns sehr wichtig ist, aber in der Branche aus unserer Sicht sehr stark vernachlässigt wird. Und Nele ist für euch auf dem Caravan Salon unterwegs. Ihr kennt das ja aus den letzten Episoden. Wenn ihr die nicht gehört habt, dann guckt doch einfach mal rein. Besser gesagt, hört rein. Und sie hat Manuela Brecht von Brecht Caravan aus Heilbronn interviewt dazu. Und die Manuela und ihr Team bauen Serienwohnwagen rollstuhlgerecht um. Und, äh, die Besonderheit, die sie bieten, ist, dass sie das zu 'nem Preis hinbekommen, den sich auch Normalos leisten können. Und im Gespräch mit Nele erklärt sie, wie sie das schaffen und erzählt euch da ein bisschen was darüber.

Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß dabei.

Liebe Manuela, herzlich willkommen. Danke, dass du dir jetzt in der stressigen Messezeit Zeit genommen hast.

Hallo Nele.

Aber wir haben ja ein gemeinsames Herzensthema und das ist das Thema, Menschen mit 'nem Handicap auch einen schönen und sorgenfreien Campingurlaub zu ermöglichen.

Ganz genau, ja.

Da habt ihr euch ein aus meiner Sicht relativ besonderes Konzept überlegt. Und zwar schaut ihr, welche Serienfahrzeuge eignen sich grundsätzlich für einen barrierefreien oder rollstuhlgerechten Umbau, ohne dass man so viel Aufwand betreiben muss, dass es unbezahlbar wird für die Menschen.

Ganz genau, das ist das Thema, ja.

Erzähl doch mal ein bisschen. Also A: Wie seid ihr auf diese, äh, Idee gekommen? Ihr seid ja jetzt selber nicht direkt betroffen von der Thematik. Und wie geht ihr da vor, wenn jetzt jemand zu euch kommt und sagt: "Ich möchte ein rollstuhlgerechtes Fahrzeug haben"?

Wir waren im Jahr oder in der Messe vor der Pandemie in Stuttgart selbst als Aussteller und haben uns dort, äh, mit unseren Marken an den Stand gestellt und wir haben in dem Augenblick fest, oder stellten fest, dass ganz viele Leute vorbeifahren mit dem Rollstuhl, uns angesprochen haben und gesagt: "Habt ihr auch Wohnwagen für Rollstuhlfahrer? Wir haben ein Auto, wir haben einen PKW, der ist für uns umgebaut, aber wir suchen was zum Anhängen." Und wir haben immer nur sagen müssen: "Mir ist es leid, nur das, was unsere Hersteller ab Werk liefern, mehr können wir nicht bieten. Und da ist nichts mit breiter Türe und nichts Handicap Geeignetes dabei." Und wir haben danach direkt nach der Messe mehrere Firmen besucht, wo wir uns Gedanken machen haben über einen Lift.

Bekommen wir so was in ein Reisemobil rein? Bekommen wir es unter den Wohnwagen drunter? Welche technischen Möglichkeiten gibt es? Wir haben wirklich uns drei Jahre lang intensiv Gedanken gemacht, haben dann auch während der ersten Corona-Phase den ersten Wohnwagen umgebaut mit 'ner breiten Türe. Die haben wir dann, ähm, exklusiv bestellt und damit sind uns immer mehr Ideen eingefallen, was möglich ist und haben uns dann auch, mein-- Die Julian, der hier steht, der hat einen Caravan-Techniker gemacht und, ähm, hat sich dann bei mir verabschiedet, dass er jetzt auf die Schule gehen wird und ich hab dann gesagt: "Mensch, hat er schon 'ne Anstellung? Was macht er? Wo macht er diese Technikeraufgabe?" Und nachdem er das dann gesagt hat, dass er das gern bei mir machen würde und wir dieses Thema Behindertenrampe angehen könnten, haben wir gesagt, okay, daraus machen wir jetzt gleich ein ganz großes Projekt und haben verschiedene Fahrzeuge dabei ermittelt, die jetzt hier vorliegen, ja.

Ich sehe hier 'ne ganze Menge potenzieller Grundrisse. Wir, wir gehen da jetzt gar nicht auf jeden im Einzelnen ein. Ähm, da sind ja auch verschiedene Hersteller dabei. Worum es mir viel mehr geht, ist auch die Thematik, die wir immer wieder mit Herstellern besprechen, dass es ja gar nicht so einfach ist, 'nen Wohnwagen oder auch ein Wohnmobil grundsätzlich einfach umzubauen, weil ich kann nicht irgendwelche Möbel rausreißen. Wo liegen da genau die Problematiken?

Die Problematiken liegen in den Wänden, in der Statik. Wenn wir zu viel wegnehmen, haben wir unter Umständen Risse in den Wänden drin. Wir müssen wirklich genau wissen, was wir tun. Wir müssen die Wohnwagen in der Technik kennen. Daher haben wir das auch mit unseren Herstellern ermittelt. Wir haben Hobby-, Fendt- und Bürstner-Wohnwagen in unserem Portfolio und das war wirklich 'ne, 'ne Sache, wo wir dann auch sagten, wir müssen Steher noch einziehen. Wir müssen zusätzliche Stabilität bringen, weil wir sonst zu viel rausnehmen, dass den Wohnwagen, der ja auch jede Bodenwelle noch aushalten muss, am Schluss dann trotzdem gewährleisten müssen, dass der auch die nächsten zwanzig Jahre alt wird, ohne dass da irgendwas auseinanderbricht, ne. Also das ist wirklich 'ne Sache, die sich auch nicht jeder rantraut.

Ja, und wenn ich wieder zu viel rausnehme, dann muss ich wieder zu viel neu einziehen und neu bauen und dann wird's ja wieder wahnsinnig teuer.

Ja, und, und man hat auch in dieser Wand, das ist ja tatsächlich nur ein bisschen Dekor, dahinter Styropor. Ich kann nicht an jeder Stelle irgendwo was einfach platzieren, wo ich's will. Das funktioniert nicht. Das muss ja dann noch kraftschlüffig, kraftschlüssig verbunden sein, sodass ich, ähm, verschiedene Sachen auch mit gutem Willen nicht möglich machen kann.

Jetzt sind ja Behinderungen, also selbst wenn jemand im Rollstuhl sitzt, ne, die sind ja sehr individuell.

Mhm.

Wie habt ihr euch denn da als selbst Nichtbetroffene kundig gemacht, was diese Menschen genau brauchen?

Mhm. Relativ schnell kamen die ersten Anrufe, in denen die Leute uns am Telefon geschildert haben, welche familiäre Situation vorliegt. Das einmal war es das Kind, das in 'nem großen Rollstuhl ins Wohnwa, in den Wohnwagen rein muss und wo sie dann auch den Rollstuhl im Wohnwagen stehen lassen müssen. Dann hat man hier wiederum geschaut, was gibt's denn für einen Grundriss, den man mit diesen Prämissen so gestalten kann, dass es möglich ist, aber auch dem Kind- Äh gerecht eine Liegefläche und all die Versorgungsmöglichkeiten bieten kann. Dadurch sind dann auch wieder Grundrisse entstanden, die es so beim Hersteller auf der Liste gar nicht gibt, obwohl die Grundbasis da ist. Und man hat Betten mit Sitzgruppen getauscht. Einfach in dem Moment, äh, dann die, die komplette, äh, Grundrissvariante einmal auf den Kopf gestellt, um einen Weg für den Rollstuhl freizumachen oder den Weg dann zu der, zum Bad oder so was.

Da waren wir schon kreativ und viel auch vielleicht, weil wir beide uns, der Julian und ich, uns recht gut einfinden können in die Befindlichkeiten, die dann vielleicht auch vorliegen bei jemandem.

Also ich hab ja hier euren Flyer vor mir. Da habe ich mich schon so 'n bisschen eingelesen. Also, äh, so an Dingen, die ihr machen und auch leisten könnt.

Mhm.

Du hast vorhin die verbreiterte Eingangstür angesprochen. Da steht hier fünfundsiebzig Zentimeter. Das ist wahrscheinlich jetzt noch nicht für 'n E-Rolli geeignet oder kommt da auch 'n E-Rolli durch?

Also in der Regel ja, wenn's jetzt kein XXL-Rolli ist. Ähm, die fünfundsiebzig lichtes Maß, also Durchfahrtsmaß, das sind tatsächlich für uns im Moment Maximum, weil wir sonst die Türe so weit aufmachen oder die, die, die Wand so weit öffnen, dass uns echt tatsächlich die Stabilität verloren geht.

Im Innenraum hattest du ja schon gesagt, da könnt ihr auch mal, ähm, einzelne Komponenten tauschen oder auch verschmälern, ähm, dass man vorbeikommt besser, weil da ist ja manchmal auch ziemlich viel so ein bisschen zugebaut.

Toilettenräume öffnen, die Wand wegmachen, damit man leicht auf die Toilette übersitzen kann.

Das wär meine nächste Frage gewesen, weil die, die Toilettenräume in den allermeisten Campingfahrzeugen, da sag ich mal, da tut man sich schon als, ähm, normal gebauter, nicht gehandicapter Mensch manchmal 'n bisschen schwer, sich da reinzuquetschen.

Mhm.

Wie, wie weit gehen da eure Möglichkeiten? Ihr werdet jetzt wahrscheinlich nicht 'n total ebenerdiges, komplett barrierefreies Bad hinbekommen, aber was kann man da leisten?

Also in der Tat, tatsächlich haben wir die Duschwannen meistens bis jetzt ausgebaut.

Ah, okay.

Weil die Duschwannen armer zu schmal sind, dass man dann tatsächlich hier auch mit Rollo, Rolli, äh, äh, reinsetzen könnte, beziehungsweise selbst in den Gang 'ne Dusche reinzumachen. Ah, extrem komplex, weil wie komme ich in diese Dusche rein? Wie sorge ich nachher für den Abfluss? Deswegen die Duschen sind, die Duschtassen sind in der Regel ausgebaut. Dadurch ist es auch wirklich kein Thema, vom Rolli überzusitzen. Man kommt so nah ran. Aber wir arbeiten tatsächlich im Augenblick auch an großartigen Ideen, damit wir auch das Duschen möglich machen können, weil die Leute fragen auch das an und es ist bei manchen sehr wichtig, das Thema, weil sie sagen, ich, sie möchten einfach nicht am Campingplatz-

Ja.

-gehen müssen.

Das verstehe ich auch und noch mehr, wenn man dann auch irgend 'n Handicap hat, wo man sich vielleicht auch 'n bisschen mehr Privatsphäre wünscht.

Mhm.

Und was wir halt oft festgestellt haben, dann sind zwar die Befahrmöglichkeiten barrierefrei, aber dann hängt der Duschkopf so weit oben, dass man nicht rankommt. Also da ist ja auch vieles auf den Campingplätzen und nicht bis zu Ende gedacht. Und dann ist natürlich schön, wenn man so sein eigenes Vehikel dabei hat.

Mhm.

Ähm, Thema Höhe der Möbel. Wenn ich jetzt im Rolli sitze, dann komme ich ja auch gar nicht so richtig bei den meisten Fahrzeugen an die Küchenarmaturen und so weiter dran. Könnt ihr die auch absenken?

Ja, also die Küche, die senken wir ab auf Wunsch. Es kommt auch dort immer wieder drauf an: Sitzt der Mann im Rollstuhl, sitzt die Frau im Rollstuhl, ne. Wirklich so tatsächlich. Manche sagt, ich brauche es nicht.

Es ist dann auch die Rollenverteilung, dass da wirklich-

Wirklich die Rollenverteilung.

Okay.

Manchmal ist es auch tatsächlich, dass es für das Kind erforderlich ist und dann wird die Küche so belassen, wie sie sein muss. Aber wir haben's auch zum Beispiel schon gemacht, dass die Küchenplatte dann runtergesetzt wurde, die Schränke durch Rollschränke ersetzt wurden. Dann konnte das rausgefahren werden. Man konnte mit dem Rolli unter die Küche, hatte nebendran noch 'ne schöne Ablagefläche und, ähm, nach, nach dem Essen dann einfach wieder alles zurück und wunderbar.

Mhm. Also ist ja doch in den Serienfahrzeugen mit bestimmten Voraussetzungen relativ viel möglich, was ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht so erwartet hatte.

Ja.

Wir hatten ja im Vorfeld mal kurz gesprochen und ich hab da mal reingeschaut, aber das, das finde ich doch, ähm, interessant, was man da noch so 'n bisschen mit so 'n paar Kniffen alles machen kann.

Mhm.

Ähm, bis, also ich sag mal, wie mobil sollte ein Nutzer, eine Nutzerin eurer Fahrzeuge noch sein oder wie eigenständig, dass es wirklich für euch umbaubar ist? Weil es gibt ja auch unterschiedliche Schweregrade, ne. Wir haben Menschen, die können sich noch eigenständig hochziehen und irgendwo übersitzen. Wir haben aber ja auch Menschen, die vielleicht sogar, ähm, weiß ich, nicht beatmet werden müssen oder die, die dann, ähm, halswirbelabwärts gelähmt sind und selber eben gar nicht mehr mobil sind.

Ja.

Was wür-- Wo würdest du sagen, ähm, bis dahin schaffen wir's und ab 'nem gewissen Punkt kommen wir vielleicht auch mit den Umbauten an Grenzen?

Die Grenze, denke ich, die sitzt in den Kunden selbst oder bei den Kunden selbst, weil so 'n Wohnwagen muss ja auch natürlich gehändelt werden können. Ähm, es soll also einer da sein, der zumindestens sagt, er kann den Wohnwagen mit dem Mover gut rangieren, abhängen, rangieren, weil der Zweite im Rollstuhl in der Regel nicht großartig mit dazu schieben oder helfen kann. Und man muss sich natürlich auch trauen, so was zu fahren.

Ja.

Ja. Ich hatte jetzt gestern 'nen Vater da. Es fand ich ganz, ganz beeindruckend. Die haben 'nen kleinen Wohnwagen bislang gehabt, ähm, mit 'ner Heckklappe hinten und eigentlich für 'n Motorrad, äh, gedacht, dieser Wohnwagen. Und dort haben sie im Prinzip diesen Jungen, der in 'nem Rollstuhl drin sitzt. Der hat sechs Räder, dieser Rollstuhl, wiegt zusammen mit dem Bub zweihundertfünfundsiebzig Kilo.

Ja.

Die haben den reingebracht in diesen Wohnwagen, diesen kleinen Wohnwagen, mussten aber danach dann, wenn er drin war, sie konnten nicht mehr raus, also sie konnten nicht mehr im Wohnwagen sitzen. Sie mussten draußen sitzen, immer 'n Zelt aufbauen und haben gesagt, wir möchten jetzt was anderes haben. Und auch das können wir möglich machen. Wir würden den Fußboden in so 'nem Fall verstärken. Da kommt 'ne zusätzliche Schicht drauf, damit einfach die, das darunter befindliche Styropor, die Isolation keinen Schaden nimmt in dem Augenblick.

Weil das dann so drückt.

Genau. Der Mann hat auch berichtet, er hat den Bub mit 'nem Lifter rausgehoben aus dem Rollstuhl und dann nebendran ins Bett getan. Auch das wär möglich.

Ja.

Aber hätte der Vater sich jetzt nicht zugetraut, diesen großen Wohnwagen war dann in dem Moment 'n Tandemax, wo er sich angeschaut hat, den an dem Sprinter, 'n kleinen, äh, kleinen Sprinter mit fünfeinhalb Meter dort anzuhängen, dann wär's daran eigentlich gescheitert. Ne, also das, das ist natürlich, ich muss mir zutrauen, was ich mir kaufen möchte. Und natürlich im ersten Moment sind die Augen groß und man kann dann auch sagen, da können wir alles draus machen.

Ja.

Und am Schluss scheitert's an der Anhängelast oder an dem Handling selbst-

Am Führerschein.

Am Stellplatz, am Führerschein und so weiter.

Mir ist klar, dass es natürlich bei solchen individuellen Geschichten immer sehr schwer ist, da 'ne Ziffer hinter zu schreiben.

Mhm.

Aber, ähm, das ist natürlich 'n ganz wichtiges Thema auch für Menschen, die sich für so 'n Fahrzeug interessieren. Was muss ich dafür hinblättern? Habt ihr irgendwie so 'nen, so 'ne Range, dass du sagst, äh, auf den Basispreis des Serienfahrzeugs muss ich noch mal x Prozent mindestens drauf kalkulieren oder maximal drauf kalkulieren, dass ich so 'nen, ähm, so 'nen Umbau hinbekomme, der jetzt vielleicht nicht so extrem ist wie der, den du gerade geschildert hast, sondern für so 'ne, ähm, mittelgradige, äh, Behinderungsschwere.

Das Wichtigste hat mir vor Kurzem mal jemand im Rollstuhl gesagt, ist, dass sie mal in den Wohnwagen reinkommen. Und dadurch ist die Grundlage an sich die Türe. Bei der Türe liegen wir je nach Aufwand und je nach Hersteller zwischen sechs und achttausend Euro. Da ist dann die ganze Kulisse, die, die Eingangsbereich, die Verstärkung der Wände und so weiter alles berücksichtigt und zum Teil auch schon der Möbelbau, der erforderlich ist, um die Türe überhaupt reinzubekommen. Also deswegen sagen wir zwischen sechs und achttausend Euro.

Das heißt, ihr müsst da eventuell schon Möbel abnehmen oder versetzen, um überhaupt die Tür so breit machen zu können.

Absolut, ja klar. Das ist beim normalen Standardwohnwagen nicht der Fall. Da haben wir uns deswegen auch 'n Portfolio an Grundrissen ausgedacht, bei denen wir es überhaupt statisch möglich machen können und bei denen's überhaupt grundrissmäßig dann Sinn macht, ne.

Okay, dann sind wir also schon mal drin im Wohnwagen. Das ist 'n Riesenvorteil, weil wenn man sich auf der Messe umguckt, ich weiß nicht, was du für 'n Eindruck hattest. Ich hab aus, also so gefühlt dieses Jahr so viele Menschen im Rollstuhl gesehen wie zuvor noch nie. Ähm, und ich seh halt dann immer, dass sie noch nicht mal in die Fahrzeuge reingucken können, weil die Türen sind nicht breit genug, es sind Treppen davor. Und wenn man schon mal zumindest reinkommt, dann wären ja einige Grundrisse schon so, dass man einigermaßen damit klarkommen könnte, wenn man noch einigermaßen mobil ist. Jetzt hab ich aber vielleicht doch noch das Bedürfnis, dass, ähm, Möbel im Innenraum verkleinert werden. Einfach mal so 'ne grobe Richtung, dass ich weiß, sind das zehntausend, sind das zwanzigtausend Euro?

Was-

Nein, nein, sind's nicht. Das sind, das sind vieles sind Schreinerarbeiten. Wenn jetzt 'ne besondere, äh, Sitzgruppenverschmälerung mit Auszugsmöglichkeit kommt. Also Auszugmöglichkeit bedeutet dann, dass der Tisch ausziehbar ist, dass derjenige dann auch den Tisch über den, über den Knien hat und nicht irgendwo nach vorne gebeugt am Tisch sitzen muss. Wenn die Sitzgruppe, ähm, an sich schmal für den, für den täglichen Nutzen, aber etwas verbreitert werden soll, dass der, dass man zu zweit oder zu dritt dann dort sitzen kann, ähm, dann si, reden wir alles von Beträgen von fünfzehnhundert, zweitausend Euro, vielleicht auch mal 'n Tausender, Toilettenraum aufmachen. Kommt auch wieder 'n bisschen induvid, individuell auf den Grundriss und das Drumherum im Fahrzeug drauf an.

Aber wir reden da überall von Beträgen, die sieben, achthundert Euro, tausend Euro. Da haben wir sogar 'ne richtige Preisliste uns einfallen lassen.

Ach echt?

Mhm. Ähm, diese Preisliste, die wissen wir, dass die auf unser Risiko gestri, gestrickt ist, aber wir wollten einfach nicht stundenlang im Kalkulieren verbringen. Wir wissen auch mal, dass wir das jetzt ein oder andere Mal richtig drauflegen werden. Vielleicht das ein oder andere Mal dafür 'n bisschen was gut machen können. Aber wir haben uns einfach mal so 'n, 'ne Grundbasis geschaffen, wo wir jedem auf Anhieb ganz schnell sagen können, wenn er uns seinen Bedarf schildert, das wird's dich am Schluss in etwa kosten.

Super. Hm, letzte oder vorletzte Frage: Muss ich mir bei euch dann auch das passende Neufahrzeug dazu kaufen oder habt ihr vielleicht auch gebrauchte oder könnt ihr vermitteln, dass man sich so 'nen Grundriss, den ihr als geeignet empfindet, vielleicht auch aufm Gebrauchtmarkt holt?

Die Fahrzeuge, die wir jetzt ermittelt haben, die sind in der Tat wirklich in drei Jahren Stück für Stück entstanden und mit viel Aufwand entstanden. Wenn es Fahrzeuge sind, die, ich sag mal, vom Baujahr und vom, vom, von der Konstruktion unverändert geblieben sind, dann können wir auch andere Fahrzeuge umbauen. Aber wir gehen natürlich auch 'n gewisses Risiko ein. Wir haften für jeden Wohnwagen komplett und selbst. Das bedeutet, wenn hier irgendwo was dann, ähm, wäre, muss ich das natürlich auch einkalkulieren. Das heißt, wenn jetzt 'n Wohnwagen uns angeliefert wird, in dem wir das nachträglich einbauen sollen, muss ich da einfach auch hier anders kalkulieren, wie wenn wir jetzt 'n Wohnwagen von uns aus unserem Portfolio dort verkaufen.

Und ich kann jetzt, wenn ich jetzt Bedarf habe, dann kann ich mich direkt an euch wenden, kann euch sagen: "Pass auf, so und so sieht's aus." Vielleicht trifft man sich auch mal und guckt sich was gemeinsam an und dann macht ihr sozusagen-

Wir haben drei Wohnwagen immer im Betrieb stehen.

Umgebaute schon.

Umgebaute, wo man viel schon zeigen kann. Einfach auch mal für die Leute, wie die sehen, dass sie reinkommen, ähm, wie sie reinkommen. Ist es überhaupt händelbar am Schluss? Was haben sie für ein Raumgefühl? Ist es denkbar? Also da können wir mit den drei Wohnwagen, die immer dastehen, viel abbilden.

Und dann beratet ihr und sagt: "Aus meiner Sicht für dein, für deine Bedürfnisse wäre der und der Grundriss gut geeignet, weil da können wir mit relativ überschaubaren Anpassungen das Optimum für dich rausholen", sozusagen.

Mhm. Es gibt auch viele Hersteller, die mittlerweile schon dreihundertsechzig Grad Ansichten in ihren Homepages haben. Dann macht's einfach Spaß, wenn der Kunde dann schon rein theoretisch schildern kann, wie kann dein Wohnwagen nachher aussehen.

Sehr schön, das klingt sehr gut. Wir packen, liebe Hörerinnen und Hörer, alles noch mal in die Show Notes rein. Dann braucht ihr jetzt nicht, ähm, lange da rumzusuchen. Pack ich euch die Website auch noch mal mit dazu und euren Kontakt. Und dann hoffen wir, dass für den einen oder anderen von euch da vielleicht in Zukunft sich auch ein schönes Camperleben realisieren lässt. Vielen lieben Dank und euch weiterhin viel Erfolg mit dem wirklich wichtigen Projekt.

Sehr gern. Vielen herzlichen Dank, Nele.

Wenn dir die Episode beziehungsweise das Interview gefallen hat, dann abonniere doch gerne unseren Podcast und das kannst du auf allen Plattformen kostenlos machen. Und wenn du Fragen hast, Feedback hast zu dem Thema, dann schick uns gerne eine E-Mail an podcast@camperstyle.de oder nutz den WhatsApp-Link, den wir in den Show Notes jetzt immer drin haben. Da kannst du draufklicken, dann geht auf deinem Handy WhatsApp auf und du kannst uns 'ne Sprachnachricht oder auch 'ne Textnachricht schicken. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge. Tschüss.

Dir hat der Beitrag gefallen?

Dann teile ihn mit deinen Freunden!