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Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele und wie ihr da draußen hören könnt, ist es auch heute wieder sehr, sehr ruhig für 'ne Messe im Hintergrund. Wir sitzen nämlich im Studio der Messe. Da haben wir Stefan Koschke bei uns. Er ist Projektleiter für den Caravan Salon und wird heute mit uns mal so 'n kleinen Blick hinter die Kulissen werfen. Herzlich willkommen, Herr Koschke. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben.
Vielen Dank, dass ich dabei sein darf.
Wir haben gesagt, wir steigen sofort ins Thema ein. Ähm, wir kommen jetzt schon seit acht Jahren zum Caravan Salon oder neun Jahren, glaube ich sogar. Und, ähm, das ist ja immer, wenn man da so reinkommt, ist man ja erst mal erschlagen. Man hat wahnsinnig viele Hallen, unfassbar viele Ausstellerfahrzeuge und es, ich sage immer, es ist die totale Reizüberflutung, vor allem für die, die zum ersten Mal hier sind. Und da fragt man sich natürlich schon: Wie organisiert man so ein Riesending? Ähm, wie lange im Voraus fangen denn die Vorbereitungen für eine Messe dieser Größenordnung ungefähr an?
Ja, wir, wir legen direkt los, also wenn die Messe jetzt, ähm, zu Ende geht, äh, in einer Woche und dann machen wir uns schon Gedanken: Wie, wie sieht die nächste Messe aus? Wir analysieren das. Also wir brauchen auch dieses Jahr wirklich Vorbereitungszeit, ähm, um, um dann wieder ein tolles Produkt beziehungsweise eine tolle Messe, an der Aussteller, Besucher, aber auch die Journalisten, die Medien Spaß haben.
Das heißt also, nach der Messe ist dann auch schon wieder direkt vor der Messe?
Ja, das geht da-- Wir legen direkt wieder los. Natürlich braucht man, braucht man Analyse. Man macht viele Dinge mal neu, man probiert Dinge aus und die muss man sich einfach anschauen: Hat man das, hat man das geschafft, was man damit erreichen wollte? Äh, haben die Leute sich gut informiert gefühlt? Ähm, wo kann man so ein bisschen Feinschliff machen? Was kann man neu machen? Es verändern sich sehr, sehr viele Dinge in der, in der Branche, in der Campingbranche und man möchte ja auch die richtigen Trends abbilden. Man möchte ja den Leuten auch das zeigen, ähm, was sie, was sie sehen wollen. Und deshalb, ja, nehmen wir uns da die Zeit und legen direkt wieder los.
Da haben Sie schon ein ganz gutes Stichwort genannt, ähm, Trends und, äh, was Sie abbilden wollen. Das wäre nämlich schon eine meiner nächsten Fragen gewesen: Ähm, wie wählen Sie denn die Aussteller aus? Es, aber es werden ja sicher nicht alle hier aufgenommen werden können, die gerne möchten.
Es ist gar, gar nicht so, so 'ne Auswahl. Es gibt natürlich Themen, die sind gesetzt. Das sind die, die Fahrzeuge, die es gibt auf dem Markt. Da gibt's in den letzten Jahren natürlich auch einige, einige Veränderungen, die, die sogenannten Urban Vehicles, die reinkamen, die man jahrelang bei uns nicht gesehen hat, aber die bringen die Hersteller ganz natürlich mit. Und dann schauen wir uns, äh, die, die, jeden aus, einen, zu 'nem neuen Aussteller an und, und, ähm, versuchen, da eine Möglichkeit finden, zu finden, den zu platzieren. Ähm, bei anderen, bei anderen Themen in den letzten Jahren, das Thema Dachzelte ist natürlich ein ganz, ganz riesiges, ähm, und, ähm, dann versucht man natürlich, diese Aussteller, die da neu auf dem Markt sind, auch hier zu zeigen, weil die Kunden wollen sie sehen, sie wollen ja Auswahl haben. Und das ist ja auch das Entscheidende. Wenn wir, wenn wir knappe Flächen haben, dann müssen wir schauen in verschiedenen Bereichen, dass wir möglichst eine ganz, ganz breite Produktauswahl haben, weil von bis gerade im Zubehörbereich gibt's so viele Dinge, die man, die man, die man benötigen könnte.
Und dann will man natürlich nicht nur von einer Produktkategorie, ähm, zehn Aussteller haben, sondern dann wählt man aus. Ähm, im besten Fall versucht man natürlich, allen, die in unsere Produktkategorien hineinfallen, so, es ist sehr technisch. Also wir wählen natürlich aus, für was stehen wir? Und beim Caravan Salon stehen wir für dieses Kernthema, was wiederum heißt, ähm, dass wir, ich geb ein böses Beispiel: Den, den Küchenhobel, den kann man für alles benutzen, ähm, aber es ist kein caravan-spezifisches Thema und wir versuchen, mit dem, mit dieser Messe sehr, sehr spezifisch zu sein, ähm, dass die Leute, die kommen, sich auch wirklich hier auf dieses Thema konzentrieren können. Dementsprechend, ja, werden die Aussteller auch, ähm, ausgewählt und manche Produkte vielleicht, passen vielleicht auch nicht zu uns.
Und sind Sie auch persönlich an diesen Auswahlprozessen beteiligt oder muss ich mir das so vorstellen, dass es für jeden Themenbereich so 'ne Art wieder Unterprojektleitung gibt, die dann halt sich so 'n bisschen in das Thema stärker noch reinknien kann und gucken kann, was gibt der Markt her?
Ähm, ja, so kann man, so kann man das sagen. Also wir haben, wir haben, wir haben 'ne, 'ne Organisation, ein Projektteam erst einmal, das sich um die Ausstellerakquise und die Planung kümmert. Und da gibt's natürlich Spezialisten. Ähm, das sind die Fahrzeugbereiche, das sind die Zubehörbereiche, das sind die, der Tourismus, Tourismusbereich und, ähm, die, die Kollegen sind so fit, sind teilweise auch im Thema selber unterwegs, fahren auch im Reisemobil selber privat und dementsprechend, ähm, haben die schon die Expertise dann zu entscheiden: Passt das oder passt das nicht? Klar, es gibt Fälle, ähm, da ist man sich mal unsicher und dann tauschen wir uns im Team aus, weil so 'ne Messe organisieren, machen keine Einzelpersonen. Das ist ein ganz, ganz großes Team, das so zusammenwirkt, ähm, um, um das hier dann so auf die Beine zu stellen in Düsseldorf, ähm, in dieser Größenordnung. Und es ist ja nicht nur die, ähm, das Projektteam selber, das da mit reinspielt, sondern es sind auch die, die Marketingkollegen, die auch, ähm, über die Kontakte zu Journalisten, ähm, ähm, einfach Kontakte bekommen, neue Produkte, ähm, vorgestellt bekommen.
Und dann sprechen wir darüber und sagen: "Okay, passt das zu uns? Können wir das reinnehmen?" Und dann erweitern wir, erweitern wir das Portfolio, wenn es zu uns passt.
Großes Team, haben Sie gesagt. Ich würd fast sagen riesiges Team. Ähm, haben Sie im Kopf, wie viele Menschen an der, den Vorbereitungen und dann auch an der Durchführung der Messe arbeiten, wenn wir jetzt mal, äh, nicht nur das messeeigene Personal uns anschauen, also nicht nur in Anführungszeichen, sondern vielleicht auch die Subunternehmer, die da noch beteiligt sind, die Dienstleister. Können Sie zumindest eine grobe Zahl?
Ja, wir reden von, von einigen hundert Mitarbeitern, die da bei unseren Dienstleistern mit im Spiel sind. Das, äh, kann man gar nicht so genau beziffern, weil wir haben, wir haben von den Dienstleistern im, im, im logistischen Bereich über die, die technischen Dienstleister, ähm, über die Catering-Partner. Wir haben so viele, über die Medienpartner, die uns unterstützen, so viele verschiedene Gewerke. Aber ich würd mal sagen, ja, so fünf, sechshundert, äh, sind an so 'nem Projekt schon beteiligt.
Intern plus extern.
Plus extern.
Mhm. Und die Menschen, die in Ihrem Team arbeiten, mit denen wir ja auch dann teilweise ein bisschen enger zu tun haben, sind die, ähm, dann auch an anderen Messen beteiligt oder s-werden die speziell für den Caravan Salon eingesetzt?
Ähm, teils, teils. Wir haben, wir haben 'ne Matrix-Organisation bei der Messe Düsseldorf, auch das sehr technisch, aber heißt im Endeffekt, wir haben ein Projektteam, das sich das ganze Jahr nur um diesen Themenkomplex kümmert und nicht nur in Düsseldorf, sondern auch für unser Auslandsgeschäft, äh, was wir haben. Denn Caravaning, ähm, oder 'ne Messe für Caravaning haben wir nicht nur in Düsseldorf, sondern auch im Ausland. Ähm, und dann haben wir wiederum Abteilungen, die, äh, auch für andere Projekte, wo es vor allem gut passt, ähm, ja, zusammenarbeiten oder da in den Projekten mitarbeiten. Wir haben eine tolle Bootsmesse hier in, in Düsseldorf, eine Wassersportmesse und das ergänzt sich natürlich sehr, sehr gut, äh, und deshalb, ja, sind die auch für andere Projekte zuständig.
Wenn wir hier unterwegs sind auf dem Caravan Salon, dann sieht man Sie ganz oft auch, dass Sie auf der Messe selber unterwegs sind, sich Sachen angucken, mit Leuten sprechen. Und ich glaub, Sie machen jetzt diese Projektleitung für den Caravan Salon schon so um die zehn Jahre, würde ich mal tippen.
Das stimmt, ja.
Also schon eine ganze Menge-
Ja.
-an Erfahrung gesammelt und sicher auch schon die eine oder andere Herausforderung meistern dürfen. Was sind denn so, was waren denn so die Momente oder die Herausforderungen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind oder die auch vielleicht immer wiederkehren bei so einer logistischen-
Mhm.
-Umsetzung von so einem Riesenprojekt?
Also, sagen wir es mal so, die größte, größte berufliche Herausforderung, äh, auch in der Funktion als, als Projektleiter war natürlich die Pandemiezeit.
Mhm.
In der Zeit eine Messe zu organisieren, war in vielerlei Hinsicht herausfordernd und man musste viele Dinge neu lernen. Also irgendwie wurde man zum, ja, zum medizinischen Experten, ähm, zusammen mit dem Team. Aber wenn ich das mal, diese spezielle Zeit, die hoffentlich nie wiederkommt, äh, ausklammere, ähm, ist beim Caravan Salon der logistische Aspekt, glaube ich, der herausforderndste. Denn wir als Messeveranstalter, wir können, wir haben unsere Hallen im Griff, wir können Menschen hier steuern, das funktioniert alles wunderbar. Ähm, aber bei dieser einen Messe, ähm, kommen unglaublich viele Menschen mit dem Vehikel, mit dem sie auch ihre Freizeit verbringen, nämlich mit dem Reisemobil. Und, ähm, das bringt uns auch an, an Kapazitätsgrenzen. Alles, was wir haben an Parkflächen und noch darüber hinaus, äh, nutzen wir, weil die Leute auch noch hier übernachten.
Und das ist ein Thema, wo wir immer wieder neu planen müssen, neu denken müssen. Da verändern sich auch, auch, ähm, ja, wie soll ich sagen, Bewegungsmuster der Menschen, die anreisen. Ähm, und das ist, das ist sehr, sehr herausfordernd. Da diskutieren wir immer wieder, wie man Dinge verbessern kann, denn eines wollen wir nicht, dass die Leute eine lange Anreise haben, dass sie warten müssen. Das ist gar nicht, das, da haben wir gar kein Interesse natürlich dran, sondern wir wollen natürlich, dass die Leute entspannt bei uns ankommen, weil nur dann können sie das genießen, ihren Aufenthalt auf der Messe. Und, ähm, ja, manchmal muss man so viele äußere Umstände wie jetzt zuletzt am Freitag ein Fußballspiel einkalkulieren, ähm, was dann bedeutet, die einen Fans reisen an und unsere Reisemobilisten reisen an und das zusammenzubringen und zu koordinieren, ist, ist auf jeden Fall eine Herausforderung.
Dazu haben wir heute auch schon mit dem, Ihrem Kollegen vom P1, dem Ian Hume heißt er, ne, gesprochen.
Ja, ja.
Und, äh, der hat auch schon so ein bisschen erzählt, was da so die, die, ja, Herausforderungen, Reibungspunkte und so weiter sind. Ähm, wir erleben's ja auch, wenn wir dort sind.
Ja.
Wenn ich jetzt noch mal hier auf die Messe selber gucke, also Sie haben natürlich viele Messen und da ist auch viel Logistik, aber ich glaube, es ist schon auch was Besonderes, wenn man auch so 'ne Menge an teilweise riesigen Fahrzeugen anliefern, unterbringen, präsentieren muss. Wie, w-wie-- Also klar können Sie mir jetzt nicht erzählen, wie man das im Detail managt, aber, ähm, gibt's da auch irgendwelche technischen Hilfsmittel, also sprich Softwareverwaltung oder irgendwas? Oder wie managt man so was überhaupt? Wie kriegt man es unter?
Ich glaube, es ist, äh, an der Stelle einfach viel Know-how, was man sich erarbeiten muss. Das ist, ähm, äh, an der Stelle mit so vielen Fahrzeugen, äh, die auf das Gelände kommen über einen sehr langen Zeitraum, das ist vielleicht auch was Besonderes. Warum ist diese Messe, ähm, im Spätsommer? Ähm, sie ist auch im Spätsommer, äh, weil wir dann die Möglichkeit haben, dass über dreieinhalb, fast vier Wochen, ähm, die Hersteller die Zeit haben, die Fahrzeuge herzubringen. Ähm, dann werden die auf dem Gelände positioniert, in Gruppen positioniert, dass man sie wiederfindet. Äh, wenn ich hier zweitausend Fahrzeuge habe, ähm, und der Spediteur dann sie irgendwo abstellt, ähm, dann kommt der Projektmanager oder der, der Produktmanager, sagt: "Ich bring das jetzt in die Halle", und er findet das Fahrzeug nicht auf dem Gelände, das ist ja nun auch riesig, ist das für die dann eine Herausforderung. Also wir versuchen, das so zu managen, dass es funktioniert.
Und wirklich, ähm, ja, wir haben da ein sehr, sehr erfahrenes, äh, Logistikteam, die die Aussteller gut kennen und nicht nur die Aussteller, sondern auch die Logistikdienstleister. Da ist man, man ist da per Du, man kennt sich, man hat die Leute einfach auf der Kurzwahl und kann sagen: "Kannst du das mal so und so machen?" Äh, und dann funktioniert das. Aber nur so funktioniert das. Da braucht's wahrscheinlich, äh, keine Tools dafür, sondern einfach, einfach, äh, 'n bisschen Erfahrung und, und einfach 'ne gute Art der Kommunikation. Das ist das Entscheidende. Nicht immer schreiben, manchmal einfach den Telefon, Telefon in die Hand nehmen, einfach mal anrufen. Hat man's schnell geklärt.
Das kommt auch in der Campingbranche, glaube ich, immer noch besser an als die digitale Kommunikation. Das heißt also, dann bekommen die einzelnen Hersteller, weiß ich nicht, hallenweise oder wie auch immer ihre Slots, wo die dann anliefern können, ähm, damit da nicht jeder dann auf einmal oder nicht alle auf einmal kommen, oder?
Nee, das-- Wir wei..., wir geben den, wir geben den Herstellern und den Spediteuren, ähm, ähm, 'n klaren Plan, wo sie welchen Hersteller hinverbringen, wo sie ihn absetzen und wie sie die Fahrzeuge möglichst eng zusammenstellen, damit genug Fahrzeuge, ähm, ja, aufs Gelände passen. Wir hatten, wir haben das große Glück, dass, dass der Salon in den letzten Jahren sehr stark gewachsen ist. Mehr Fläche, das heißt viel mehr Produkte, auch dieses Jahr noch mal. Viel mehr Produkte, mehr Grundrisse. Ähm- Und mehr Hallenbelegung heißt, wir haben, in der Vergangenheit hatten wir immer mehrere Hallen frei, die konnten wir für eine, nennen wir es mal eine Zwischenlagerung nutzen. Das heißt, die Fahrzeuge wurden angeliefert, ähm, die wurden aber in der Halle abge, äh, abgeladen. Da war, standen sie sicher, ähm, und da konnte man sie gut positionieren. Jetzt ist es so: Salon ist gewachsen.
Wir haben alle Hallen belegt mit Ausstellern. Das heißt, wir können da nichts zwischenlagern, weil die wollen ja gleichzeitig anfangen aufzubauen. Das heißt, das Rigging in der Halle, da darf nichts stehen. Sonst geht das nicht. Äh, und deshalb verteilen wir neuralgisch im Gelände, äh, möglichst da, äh, nah an den Herstellern selber, an den jeweiligen Hallen. Und, äh, das passiert alles parallel. Ähm, nacheinander würde nicht gehen. Also es ist immer so 'n bisschen ein Jonglieren, äh, an der Stelle. Ähm, ist immer wieder spannend selber. Ich, ja, mit den Logistern, Ha, Logistikern habe ich in der finalen Phase immer am meisten zu tun, weil wir immer besprechen müssen: Funktioniert das so? Wer ist schon da? Das macht Spaß, das ist spannend. Wir kennen uns da alle so gut. Ähm, wenn da was in die falsche Richtung läuft, dann, dann gleichen wir das aus und sprechen wir und dann haut das hin.
Also wir sprechen jetzt gerade hier beim Caravan Salon 2024 über wie viel Hersteller? 700 irgendwas, meine ich.
Äh, wir haben, ja, wir haben über 780 Aussteller momentan und, und, ähm, rein auf der Seite Reisemobil, Caravan, äh, Hersteller, ähm, sind wir bei 160, 60 Marken, die hier, die hier in Düsseldorf sind. Ähm, klar, die anderen Aussteller sind Zubehörlieferanten et cetera, ähm, ähm, Touristikaussteller. Die meistens kommen etwas später, weil kleinere Güter, da haben sie mit der Anlieferung nicht so das, das größte Problem. Ähm, aber ja, das ist 'ne wahnsinnige Anzahl von verschiedenen Marken, ja.
Und dann sind die Stände erst mal aufgebaut, dann kann man einmal zwei Tage durchatmen und dann kommen die Besuchermassen.
Oh, da atmet keiner durch. Es wird bis auf den letzte Minute wird gebaut. Äh, ich hab mit eins, zwei Ausstellern gesprochen, die reisten, die reisten, die waren, da kommt dann der verantwortliche Projektmanager, äh, von der Firma fünf Tage, bevor es dann losgeht und, und guckt sich das an, was schon gebaut wurde und sagt: "Oh, super weit." Dann fragt man ihn noch mal am Donnerstagabend vor dem: "Ja, ist noch 'n bisschen was zu tun."
Mhm.
"Da ist, es, es muss, es, das ist auch Messegeschäft. Das muss im letzten Moment fertig sein."
Bisschen wie im Journalismus.
Ja, ja, so 'n bisschen. Aber das ist auch so 'n bisschen, wenn mich einer fragt: "Bist du noch aufgeregt?" Ich würd sagen, nicht aufgeregt, aber ich bin voller Vorfreude und das braucht auch so 'n bisschen, so 'n bisschen Druck, dass es dann am Ende auch funktioniert.
Und, ähm, ich komme jetzt schon auch fast zur letzten Frage, weil wir haben ja auch 'n, 'n bisschen Zeitdruck: Wie managen Sie jetzt, wir, wir lassen die Pandemie jetzt mal beiseite, da gab's ja 'n sehr ausgefeiltes, ähm, Gesundheitskonzept auch. Aber so allgemein, also wir haben warschein-- wir kommen wahrscheinlich jetzt auch in diesem Jahr wieder über die 200.000 Besucher, wahrscheinlich noch 'n bisschen höher, denke ich mal. Wie managt man solche Ströme, dass sie eben, also dass nicht nur eben aus Sicherheitsaspekten handelbar bleibt, sondern auch, dass die Leute sich wohlfühlen, dass sie das Gefühl nicht haben, erdrückt zu werden oder was auch immer?
Ähm, ja gut, am Ende, am Anf-Anfang steht natürlich, 'ne klare Struktur vorzugeben. Wenn wir hier von, von 16 Hallen und Freigelände sprechen, müssen die Besucher dann auch wissen, wo sie was finden können. Klar, das heißt, die, die, die Datenbanken im Netz, im Netz, äh, gut zu füttern, aber auch die Bereiche zu strukturieren. Wir mischen beispielsweise Zubehöraussteller nicht mit Fahrzeugausstellern. Das, das, das, das, ähm, dann würde keiner mehr etwas finden, äh, was er sucht. Ähm, wir versuchen es noch 'n bisschen feiner zu untergliedern, ähm, zwischen den Kastenwagen, zwischen den Caravanherstellern. Ähm, das geht nicht immer, weil es gibt viele große Firmen, die haben alle Produkte, die wollen alles auf ihrem Stand zeigen, aber einfach 'ne Struktur reinbringen, die der Besucher nachvollziehen kann und dann mit 'ner sehr, sehr klaren Wegeführung auf 'm Gelände arbeiten, mit viel Beschilderung, mit viel Bodenaufklebern.
Ähm, und das bedeutet einfach, ich muss mir im Vorhinein, muss ich mich versuchen, in den Besucher, der ja nicht, nicht, vielleicht nicht jedes Jahr kommt und der schon gar nicht jedes Jahr auf 'ne, auf so 'ne große Messe mit so vielen Produkten. Also muss ich mich in seinen, in ihn versuchen hineinzuversetzen, ähm, und sagen: "Okay, das würde ich so und so auffassen, deshalb gehe ich jetzt da und da lang." Und dann sind wir wieder, ja, bei dem Thema, wenn wir morgens 'ne Anreise haben, gerade an den Wochenenden, damit wir die Leut-- dann verteilen wir die Leute möglichst gut auf die Eingänge mit 'ner, mit 'ner Besucherführung. Mit den Bussen, die wir nehmen von den Parkplätzen, äh, versuchen wir da einfach, ein gewisses Verhältnis zu schaffen, dass die, dass, dass, ähm, ja die Besucher sich auf dem Gelände gut verteilen und keiner das Gefühl hat, er wird erdrückt.
Mhm.
Ähm, das ist natürlich ganz, ganz wichtig. Äh, das ist vielleicht auch noch mal wichtiger geworden nach der Pandemie, weil die Leute 'n bisschen mehr Bedürfnis nach, nach, ja nach Raum für sich haben, damit sie sich wohlfühlen. Und das ist ja auch entscheidend. Sie sollen sich wohlfühlen bei uns, denn es geht, es geht um ihre beste Zeit im Jahr, nämlich den Urlaub, das Unterwegssein, ähm, und da muss man das richtige Gefühl erzeugen und da geben wir uns Mühe.
Und für die objektive Sicherheit, denke ich, sind wahrscheinlich auch Securitys da, aber ich muss sagen, man min, nimmt sie nicht wirklich wahr. Die sind wohl sehr diskret im Hintergrund. Wie viele Leute sind da so beschäftigt?
Ähm, natürlich, ähm, gerade in der heutigen Zeit ist, äh, sind wir in 'nem sehr, sehr engen Austausch mit der Polizei. Wir haben auch 'ne Polizeiwache auf dem Gelände. Wir haben auch die Kollegen, ähm, die dann das Gelände bei so Großmessen bestreifen, wie die Polizei schön sagt, ähm, aber die sind sehr diskret, sehr ruhig. Und ja, wir haben in jeder Halle, ja, 'ne große Anzahl von Sicherheitsmitarbeitern mal verdeckt, mal, mal sehr offensichtlich. 'Ne Zahl will ich nicht nennen.
Ich wollt grad sagen, sagen wir keine Zahlen.
Reden wir nicht drüber. Aber klar, wir kontrollieren auch stichprobenartig an den Eingängen Taschen. Ähm, all diese Dinge, die man, die man heutzutage machen muss, äh, damit einfach da 'ne gewisse Sicherheit entsteht.
Für 'n Fazit von Ihrer Seite des diesjährigen Caravan Salon ist noch 'n bisschen früh. Wir haben heute erst Sonntag. Das heißt, das erste Wochenende ist gerade erst vorbei. Sie haben wahrscheinlich auch die ganz aktuellen Zahlen noch nicht. Ähm- Aber vielleicht, dass Sie mal so ein paar erste Eindrücke wiedergeben und mich würde vor allem auch noch mal interessieren, wie optimistisch Sie in die Zukunft der Branche blicken, weil wir ja uns gerade auch diesbezüglich so ein bisschen in Zeiten befinden, die vielleicht nicht so rosig aussehen, wie sie schon mal ausgesehen haben.
Ja, das, so würde ich gar nicht sagen. Äh, ich, also zum, auf den Caravan Salon bezogen, ähm, die ersten Tage haben eines ganz deutlich gezeigt, dass die Menschen ungebrochen Lust auf diese Urlaubsform haben. Also das, das kann man sehen, das sagen die, zeigen die vollen Hallen. Und deshalb, ich sprech so viele mit, mit, mit den Kunden, äh, weil ich natürlich Informationen haben will. Wie läuft das? Kommen die Leute? Kaufen die? Informieren sie sich? Ähm, und da kann ich feststellen, es ist, die ersten drei Tage waren wirklich super. Viele hatten, waren ein bisschen ängstlich, ähm, denn wie, wie Sie schon, wie Sie schon sagen, dass, dass die ersten, die erst letzten Monate waren sehr, sehr schwierig für die Branche. Ähm, aber momentan ist so ein bisschen auch die Stimmung hellt sich auf.
Die Leute sind nicht mehr so pessimistisch. Und, und, ähm, ja, mit dem Fakt, dass die Produkte, dass man den einen oder anderen, ja, Rabatt wieder raushandeln kann, ähm, ähm, das Verteilen hört auf, die Verkäufer müssen wieder verkaufen und der Kunde kann wieder fragen, sind sehr, sehr viele Menschen, ähm, einfach, ja, bisher gekommen und, und, ähm, ich glaube, auch für die Zukunft, ähm, muss der Industrie nicht bange sein. Ähm, wir haben jetzt, ja, böses Wort wieder, mit Corona so eine Sonderkonjunktur gehabt, aber wenn man mal ganz ehrlich ist und schaut sich die letzten zehn Jahre an, gab's für diese Branche nur einen Weg: Die ist immer gewachsen. Es fanden immer mehr Leute spannend, cool, schön, mit so einem Fahrzeug unterwegs zu sein. Denn, denn das, was wir da, was, was diese Branche auszeichnet, ist ja das, was auch so ein bisschen diesen, den Megatrends entspricht, nämlich flexibel sein, in der Natur unterwegs sein, draußen unterwegs sein, ähm, nicht drauf zu gucken, wann öffnet das Restaurant im Hotel.
All diese Dinge, die, die es einfach, ja, ähm, ähm, unglaublich schön machen, mit, mit so einem Fahrzeug unterwegs zu sein. Ähm, und das wird auch in Zukunft, glaube ich, eher wachsen als weniger werden, glaube ich. Ähm, was wir schaffen müssen, alle zusammen, das ist, ob wir als Messe, ähm, die Industrie, äh, die Politik, wir müssen, müssen Strukturen schaffen, dass das noch möglich ist. Ähm, klar gibt's viele Menschen, die sagen, äh, mittlerweile: "Ach, es ist alles voll und ich kann nirgends mehr flexibel reisen." Ähm, das stimmt ja nur in Teilen. Ähm, sondern ist die Frage: Wann bin ich unterwegs? Äh, wohin fahre ich, äh, mit den Fahrzeugen und was für neue Angebote werden geschaffen? Äh, es sind unglaublich viele Neu-Camper unterwegs, die wollen vielleicht gar nicht auf den klassischen Campingplatz, die wollen auf den Stellplatz oder die wollen beim Winzer stehen bleiben.
Da muss das Angebot einfach größer werden, äh, breiter werden, flexibler werden. Und die eine oder andere Kommune in Deutschland, Europa muss erkennen, ähm, dass sie was davon hat. Ähm, und das ist das Entscheidende. Also, ähm, und da sind wir als Messe dran, dass wir einfach die Leute zusammenbringen. Ähm, die einzelnen, einzelnen Gruppen, die sollen miteinander reden und dann entwickelt sich da auch was und, ähm, dann ist mir da nicht bange.
Das ist schön. Das werde ich dann, äh, direkt auch mal so weitertragen an unsere Hörerinnen und Hörer, aber natürlich dann auch an die Hersteller, die vielleicht jetzt noch so ein bisschen immer noch Bauchschmerzen haben. Und dann Ihr Wort in Gottes Ohr, sagen wir.
Ja, einfach bisschen mehr, bisschen mehr Optimismus steht uns allen gut.
Optimismus und vielleicht ist es ja auch so ein kleiner Ansporn, dann mal wieder so ein paar echte Innovationen auf den Weg zu bringen, weil da haben wir ja, wenn wir ehrlich sind, durch diesen Hype und diese wahnsinnigen Verkäufe und, und diese Produktionsengpässe kaum Raum gehabt in den vergangenen Jahren und auch nicht so das Bedürfnis bei den Herstellern, da wirklich mal wieder sich was zu überlegen. Und das ist so ein bisschen unsere Hoffnung, dass der eine oder andere dann vielleicht sich einen Ruck gibt und sagt: "Komm, jetzt haben wir wieder Luft, mal, äh, wieder was richtig Neues zu machen."
Ja, ja, absolut, absolut. Ja, ich, ich, ich seh, ich seh viele Veränderungen und viele neue Produkte, muss ich ganz ehrlich zugeben, die ich super finde. Aber ja, wenn man jetzt das komplett neue Campen, ähm, das war's vielleicht die letzten Jahre nicht, ist es die Frage, ob die Leute nicht auch mit dem glücklich sind, mit der Art und Weise, wie sie gerade unterwegs sind. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Ähm, ich persönlich bin auch mit dem Reisemobil unterwegs und genauso, wie ich es möchte momentan.
Lassen wir uns überraschen.
Ja.
Vielen lieben Dank, Herr Koschke, für Ihre Zeit.
Danke Ihnen.
Und dann noch 'ne erfolgreiche weitere Messe.
Danke schön.