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Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Messepodcast. Ich bin Nele und heute sitze ich wieder mal mit Stefan Koschke vom Caravan Salon zusammen. Ähm, wir wollen uns über die Messe noch so 'n bisschen austauschen, über Trendthemen, auch über den Schwerpunkt Caravaning und ich bin sehr gespannt, was wir auch gleich über die, den Einstieg ins mobile Reisen noch so alles besprechen werden. Herzlich willkommen, Stefan. Vielen Dank, dass du hier bist.
Ja, vielen Dank, dass ich in deinem Podcast oder in eurem Podcast sein darf. Ähm, ist mir immer 'ne, 'ne Riesenfreude und ich freu mich natürlich immer sehr über den, den Caravan Salon, über das Thema Camping, Caravaning sprechen zu dürfen, weil ganz tolles Thema, macht richtig viel Spaß und die, die ersten Tage sind, sind, äh, waren wahnsinnig inspirierend. Äh, viele tolle Menschen, die schon auf der Messe waren. Das macht einfach Spaß. Ja, Einstieg Caravaning. Ich find es immer schön, es gibt ja immer so, so Bilder, glaub ich, die die Menschen im Kopf haben, ähm, wie das Alter ist von jemandem, der einsteigt und mit was für 'nem Fahrzeug er einsteigt. Ähm, viele haben das Zelt vor Augen, ähm, manche das Dachzelt jetzt ganz modern, aber ich glaub, das ist vielfältig. Ich glaub, das hängt sehr stark, ähm, von den Personen ab, die das machen. Reisen sie alleine, reisen sie zu zweit, mit Familie, mit Haustieren et cetera. Und so ist auch der Einstieg. Ähm, und das stellen wir sehr, sehr stark auf dem Caravan Salon, ähm, fest, dass es das zwar das klassische Einsteigen gibt, ähm, ähm, mit, mit Dachzelt meinetwegen, aber auch das Thema Caravan grade wieder richtig an Fahrt aufnimmt. Ähm, viel totgesagt, aber ich glaub, das ist es nicht. Ähm, da, da steckt noch sehr, sehr viel Potenzial drin, grade wenn ich, äh, oder wenn man betrachtet, was haben die Leute schon für Fahrzeuge vielleicht zu Hause? Wie kann man's leicht machen? E-Mobilität, Riesenthema. Und da gibt's 'n paar ganz, ganz spannende Lösungen hier aufm Caravan Salon an, an, an neuen Fahrzeugen, an, an, an Caravans zu sehen, die sich dafür sehr, sehr gut eignen.
Ich persönlich finde ja sowieso, dass der Caravan 'n sehr gutes Einstiegsmittel ins Thema Camping ist, weil man eben damit, ich nenn's immer nicht so viele Verpflichtungen eingeht, finanzieller Natur vor allem auch. Also es ist 'ne, je nachdem, du kannst natürlich auch 'n Wohnwagen für hundertdreißigtausend Euro kaufen, ne. Aber das wär jetzt auch nicht der Einstieg. Ähm, aber du kannst relativ klein erst mal starten zu 'nem sehr günstigen Einstiegspreis. Du hast nicht diese, diese hohen Unterhaltskosten. Du kannst dich da so rantasten erst mal, auch das, den Wohnwagen mal irgendwo stehen lassen im Zweifel und so als Wochenendhäuschen zum Beispiel nutzen. Und wir erleben das ja bei Camper Style auch, dass wir auch alterstechnisch komplett unterschiedliche Gruppierungen haben, die wir als Einsteiger betreuen in Anführungszeichen. Und das hat sich jetzt, glaub ich, auf der Messe auch wieder gespiegelt.
Ja, absolut. Das kann man sehr, sehr gut sehen und, ähm, ich find auch, dass die Caravans, die, die heute hier von vielen gezeigt werden, auch, ähm, da gibt's ja auch wiederum so Klischeebilder und die sind ja, die sind ja, kann man ja wirklich, wenn man hier sich, ähm, sozusagen durch die Fahrzeuge bewegt, sehen, wie schick, wie modern, wie durchdacht die Fahrzeuge sind. Ähm, jedem das seine. Jeder, man kann natürlich auch die Vorhänge und man kann diesen Stil haben und, und die Hölzer, aber es gibt da ganz, ganz tolle, ähm, moderne Lösungen, glaub ich, die jeden ansprechen. Also da ist, glaub ich, auch noch 'n Bild da, ähm, was gar nicht mit der Realität entspricht. Ähm, es gibt da sehr, sehr günstige Einstiegsmöglichkeiten, die trotzdem nicht, ähm, den Komfort vermissen lassen. Ähm, das ist das, das ist das eine. Und, ähm, ja, ähm, ich glaube, wenn man in so 'nem, in so 'nem modernen Caravan, selbst in den kleinen drin ist, das Raumgefühl, Gefühl ist riesig. Also man, von außen betrachtet kann man das gar nicht sehen, wie viel Platz man da hat, welche Möglichkeiten man hat. Und das find ich extrem spannend. Und, ähm, weiteres Ressem, Ressentiment vielleicht ist immer: "Ach, ich trau mich das nicht zu fahren und wie bewegt sich das" und so weiter. Wir haben das jetzt mit 'n paar Journalisten auch im Vorfeld getestet, haben mit dem ADAC, jemanden vom ADAC geholt, der hat Bremsübungen gemacht und beim ersten Mal noch zaghaft. Dann haben die Leute mal richtig hingelangt, mal richtig draufgetreten. Und es ist trotzdem, natürlich, es bricht nicht aus. Es, man fährt damit, das ist alles nicht so schwer. Klar, 'n bisschen üben muss man, aber das ist auch alles. Das muss ich mit 'm Reisemobil aber auch mit 'nem großen. Also auch da sollte ich mir die Maße vor Augen führen. Ich fahr halt keinen PKW. Aber es ist alles kein Hexenwerk.
Ich hatte da gestern auch, ähm, am Rande der Starterwelt, wo ich ja auch zum Thema, äh, Caravaning, äh, Basiswissen und dann eben auch Gespannpraxis so mich engagiert habe, äh, ganz interessante Gespräche geführt und lustigerweise gerade auch mit Frauen, die jetzt starten wollen und die jetzt natürlich auch 'ne Inspiration in anderen Frauen suchen und ich mach ja auch Touren alleine mit dem Caravan und wir haben immerhin 'n zwölfeinhalb Meter Gespann. Mm, das ist gut händelbar und grade wenn ich mir 'n kleineres Zugfahrzeug habe und mir 'n kleineren Wohnwagen da dranhänge, dann ist es eigentlich kein großer Unterschied, als wenn ich mit 'm Nutzanhänger zum Recyclinghof fahr, um Gartenabfälle wegzubringen. Und da sollte man einfach keine Berührungsängste haben, weil alles ist lernbar und lasst euch bloß nicht, grade auch als Frau wird einem ja viel auch eingeredet, so Frauen können nicht Auto fahren, Frauen können nicht einparken und dann wird auch manchmal erzählt, dass man noch Anhängerführerscheine braucht, was ja nur maximal 'ne Halbwahrheit ist, weil ich ja bis zu 3,5 Tonnen auch mit dem Caravan mit dem ganz normalen B-Führerschein fahren darf und 3,5 Tonnen für 'n Gespann ist schon 'ne ordentliche Masse. Also das ist jetzt nicht, dass ich da nur so 'ne kleine Knutschkugel hinten dranhängen kann. Und von daher ist es halt aus meiner Sicht, wir hatten auch schon 'ne Podcast-Folge zum Thema S-Sind Wohnwagen unsexy oder nur falsch vermarktet? Und da ist ja meine Meinung total klar und du hattest es schon angesprochen. Es gibt richtig schicke Sachen. Es gibt auch Sachen, ich, ich steh da drauf, deswegen darf ich sagen, die auch so ein bisschen prollig aussehen, so Mad-Max-mäßig, ne, so wie so kleine Panzer. Ich mag so was, dieses ganz, äh, ich bin ja Pazifist, aber irgendwie dieser militärische Look, der spricht mich aus irgendnem komischen Grund an. Und dann gibt's diese ganz modernen Sachen. Dann gibt's ja auch diesen tollen Prototypen von Karoo, den wir auch, ähm, da ist die Podcast-Folge auch schon online, der jetzt auch das Konzept komplett einmal neu denkt. Ob man das mag oder nicht, ist 'ne andere Sache, aber es tut sich immer noch was, auch im Bereich Innovationen.
Mhm.
Und eben ganz viel auch an Caravans, die für E-Fahrzeuge geeignet sind. Und meine Meinung ist, dass ich halt mit 'nem Wohnwagen – ich weiß nicht, wie du das siehst, du bist ja Wohnmobilist – man ist halt mit 'nem Wohnwagen sehr, sehr flexibel vor Ort. Nicht unterwegs, weil ich da bestimmte Stellplätze auch nicht ansteuern darf, aber vor Ort grade auch mit Kindern. Ich lass den Wohnwagen einfach stehen, pack mir die Kinder oder die Frau oder den Mann ins Auto oder den Hund, fahr irgendwo hin, kann Unternehmungen machen und dann, wenn ich z-- nach Hause komme, muss ich nicht erst wieder aufbauen und Stühle rausholen, sondern kann mich dann einfach ins gemachte Nest setzen. Da, da würd mich jetzt mal deine Einschätzung interessieren.
Hast du vollkommen recht. Also wenn du mit'm-- Es ist ja nicht das eine gegen das andere. Ich glaube, jeder findet da seine Reiseform. Aber man merkt es schon, wenn man mit'm Reisemobil unterwegs ist. Man braucht auf jeden Fall zumindest mal Fahrräder oder 'n Roller, um 'ne gewisse Grundmobilität herzustellen. Weil jedes Mal wieder alles einzupacken, Markise einzufahren et cetera. Ähm, man wird da zwar schneller drin, ähm, aber es ist natürlich 'n Aufwand. Und deshalb ist das Fahrzeug vor Ort haben, 'n PKW vor Ort haben, äh, 'ne fantastische Sache, äh. Und ich glaube, man muss auch mit dem, ähm, dem Denken aufräumen, dass, ähm, man dann drei Wochen, man kann drei Wochen an eine Stelle, äh, fahren und da stehen bleiben. Aber das, das Reisen an verschiedene Steps zu verschiedenen Orten, auch mit dem Caravan ist ja, ist kein Thema. Also klar, ein bisschen Übung braucht man, aber mit, mit, mit Movern, mit allem, was an technischen Möglichkeiten grade gibt, ist es überhaupt kein Thema, auch Rundreisen zu machen. Ähm, also da seh ich überhaupt kein Problem. Ich war in Norwegen unterwegs und die Leute fahren mit den, mit den Wohnwagen die Fjorde hoch und runter. Ähm, auch das geht. Das ist, das ist nicht so problematisch, wie's, wie's, wie's, ähm, wie's manchmal dargestellt wird. Ich glaube einfach, ähm, und ich glaube, das ist, ähm, das müssen auch wir uns Gedanken machen. Deshalb haben wir das Thema, ja, das Thema Caravan ja sehr viel stärker jetzt in den Vordergrund gerückt. Wir haben in der, in den letzten Jahren vielleicht zu wenig über die positiven Eigenschaften gesprochen und das müssen wir wieder mehr machen. Natürlich ist, ähm, gibt's andere Fahrzeugtypen, die vielleicht mehr im Fokus waren, weil sie gefühlt hipper waren in den letzten Jahren.
Instagram-tauglicher vor allem auch.
Ja, das Dachzelt kommt natürlich übergu-all-- gut an und ist auch 'n tolles Produkt. Überhaupt keine Frage, äh, aber vielleicht auch nicht für jeden. Ähm, genauso ist es mit 'm Campervan oder mit 'm normalen Reisemobil. Ähm, wir müssen die verschiedenen Arten, glaub ich, 'n bisschen besser herausarbeiten. Wir müssen über die positiven Eigenschaften sprechen und da ist es nicht das eine gegen das andere, sondern da gibt's viele Leute, die, die, die können wir noch begeistern für Caravaning. Die müssen mit'm richtigen Produkt begeistert werden und darüber muss man einfach besser reden, glaub ich.
Diese Reiseform, die du grad beschrieben hast, also diese sehr mobile, das machen wir ja seit 15 Jahren. Wir reisen ja mit dem Caravan eigentlich wie normalerweise Wohnmobilisten, nur dass wir eben halt häufig auf Wohnmobilstellplätze nicht drauf dürfen. Dafür gibt's aber dann zum Beispiel private Stellplätze, die auch meistens sehr günstig sind und wo man dann auch nicht, äh, jetzt so dieses Campingplatzding mit Wasserpark und Animation und so was zwangsläufig hat. Und ich hab gemerkt, dass es in der Starterwelt in meinem Vortrag überraschte Blicke gab, als ich gefragt wurde: "Was eignet sich denn besser fürs mobile Reisen und was eignet sich besser fürs Stationäre?" Und ich hab darauf gesagt: "Für mich ist das eigentlich gar nicht so sehr 'ne Frage des Fahrzeugtyps, sondern der Größe." Weil wenn ich jetzt mit 'nem Riesenliner daherkomme, dann komme ich auch nicht mehr durchs französische Pyrenäen-Dorf. Und wenn ich aber mit 'nem kleinen Wohnwagen unterwegs bin, vielleicht auch sogar mit einem um die 750 Kilo, so 'n kleinen Koffer oder so was, dann bin ich trotzdem sehr flexibel. Es gibt auch Offroad-Wohnwagen. Wie, wie sehr man dann damit offroad geht, da mach ich mal 'n Fragezeichen, aber ich kann zumindest auf unbefestigten Straßen damit fahren, ohne dass mir den Aufbau zusammenklöppelt. Und ich glaube, dass es eher dann innerhalb dieser Fahrzeugtypen eben 'ne Rolle spielt: Wie viel Komfort bin ich zugunsten der Mobilität bereit aufzugeben? Und da hab ich ja zum Glück im Campingsektor mittlerweile 'ne Bandbreite von, ich sag jetzt mal gefühlt ein Quadratmeter Innenraum bis zu 20 und kann mich da austoben und kann auch mal über mieten oder über leihen Dinge austesten. Ähm, was würdest du denn sagen, was würdest du Einsteigern empfehlen, die jetzt überhaupt noch nicht wissen, wo die Reise hingehen soll? Außer natürlich auf die Messe zu kommen und sich mal alles anzugucken.
Das auf jeden Fall. Das auf jeden Fall, um 'n Gefühl zu kriegen. Ich glaube, das macht auch Sinn. Erst mal sich verschiedene Fahrzeugtypen anschauen, was gibt es denn da? Und dafür grade beim Caravan eignet sich natürlich 'ne, 'ne Messe wie der Caravan Salon besonders gut, weil ich dort die ganze Bandbreite sehe, was es so gibt. Ähm, es gibt sehr, sehr gute Händler, ähm, aber natürlich können wir hier 'ne anderen Größen oder die Hersteller das in 'ner anderen Größenordnung zeigen und Variantenvielfalt. Und viele, viele kleinere, ähm, Hersteller mit super Ideen, die haben natürlich hier das bessere, die besseren Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Also erst mal angucken, Gefühl kriegen und im Normalfall würd ich sagen, immer erst mal mieten. Mieten ist vom Caravan nicht so ganz so einfach.
Ja.
Ähm, da das-- die Auswahl ist da, ist da oft sehr, sehr eingeschränkt. Da darf man auch gar keinem 'nen Vorwurf machen, denn, ähm- Also, also 'n Caravan, dann brauch ich das richtige Zugfahrzeug, ich brauch den richtigen Führerschein ist oft überhaupt kein Thema. Aber es ist natürlich 'n Produkt, wo man 'n bisschen mehr erklären muss. Und so mancher, mancher, mancher Vermieter, was oft ja mit in den Handel läuft, hat da einfach 'n bisschen mehr Ängste-
Mhm.
dass es nicht ganz so einfach ist. Aber es gibt Vermieter von Caravans und ich glaube, ich würd es ausprobieren, selbst wenn es nicht das Modell ist, das ich am Ende fahre. Ähm, einfach um mal das Gefühl haben, wie ist es, mit so 'nem Gespann unterwegs zu sein, die Möglichkeiten zu testen. Ich glaub, das Relevante, das ist das Relevante. Und auch, und das ist auch 'n guter Ansatz, ich glaube, es gibt auch Fahrsicherheitstrainings vom ADAC, äh, um einfach mal zu testen, wie verhält sich das Fahrzeug-
Ja.
wenn ich im Slalom fahre, wenn ich vollbremse und so weiter. Einfach mal um zu sagen, hey, ich hab 'n besseres Gefühl, da damit unterwegs zu sein. Das übrigens würd ich vielen Neueinsteigern auch beim Reisemobil empfehlen, das mal zu machen, ähm, um einfach 'n sichereres Gefühl zu haben, wo sind Grenzbereiche von so 'nem Fahrzeug. Und dann hat man ein viel besseres Gefühl, wenn man fährt.
Da würd ich sogar noch 'n Schritt weitergehen. Das würd ich jedem empfehlen. Wir haben's zweimal gemacht.
Ja.
Und auch wir und wir haben jetzt wirklich, wir haben ja auch vier Jahre im Wohnwagen quasi Vollzeit verbracht und haben auch immer gedacht, na ja, wir wissen auch schon alles, ne, wie das immer so ist. Und man lernt da immer noch Neues dazu, weil es gibt ja auch Fahrsituationen, die kann ich ja nicht realistisch irgendwie eigenständig testen. Da brauch ich 'n abgesichertes Gelände. Und es ist auch gut, wenn man noch mal so 'n paar Hinweise bekommt zu Sachen, die sich vielleicht über die Jahre 'n bisschen eingeschliffen haben. Man kennt's vom Autofahren-
Mhm.
hier die lockere eine Hand auf 'm Lenkrad und dann, ne, durchgreifen und so weiter.
Mhm, mhm.
Hat jeder erlebt und da würde ich immer empfehlen, mal zwischendurch aufzufrischen.
Da hab ich beim, mit dem ADAC-Mann, wir haben ja bei 'ner Vorpressekonferenz 'n paar Journalisten eingeladen, mit 'm Gespann zu fahren, paar Dinge zu testen und rückwärtsfahren.
Ja.
Eine der größten Ängste. Ähm, und der sagte, ganz einfacher Ratschlag: Äh, da, wo es im Spiegel größer wird-
Ja.
dahin lenkst du. Also denk nicht um.
Ja.
Folge diese Regeln und du kommst, kommst kl-, klar, muss man auch üben, aber, ähm, das hilft schon mal, wo man denkt, okay, ja, eigentlich 'ne einfache, einfacher Ratschlag.
Das war für mich der Durchbruch beim Rückwärtsfahren. Als ich das von, auch von 'nem Fahrsicherheitstrainer gelernt hab. Weil ich muss, ich hab immer 'n bisschen viel gedacht, ne. Ich bin schon seit 18 mit 'm Anhänger gefahren-
Ja.
weil auf 'm Dorf, ne, so. Ähm, aber trotzdem war das dann noch mal 'ne andere Sache, wenn du halt sieben Meter hinten dranhängen hast. Und das war wirklich für mich dann, wo ich dachte: Ja klar, das ist doch so einfach.
Ja.
Und seitdem liebe ich rückwärtsfahren. Also keine Angst vor-
So weit würd ich nicht gehen.
Keine Angst vorm Gespann auf jeden Fall. Ich hab jetzt aber dazu noch 'ne kritische Frage: Ähm, ihr habt jetzt mit der Messe diesen Schwerpunkt gesetzt, Caravan. Ähm, der spiegelt sich in gewisser Weise auch in der Vielfalt wieder. Die hab ich die ersten Tage ehrlicherweise nicht so entdeckt und hab gedacht, na, wo ist jetzt der Schwerpunkt?
Mhm.
Bis ich dann auch Halle, Halle elf mal richtig erkunden konnte, wo ja sehr viel Caravaning unterwegs ist und auch, ähm, kleinere Aussteller, die wirklich ganz coole Produkte haben. Aber ich hab gedacht, irgendwie für mich persönlich kommt es fünf Jahre zu spät.
Mhm.
Weil ich hab das Gefühl, dass der Caravan viel zu lange als spießig und als langweilig und als unsexy auch von der Journaille totgeschrieben wurde.
Mhm.
Ähm, wir selber jetzt nicht, weil wir halt einen haben, aber ich kann's schon nachvollziehen, weil dies, die Bilder sind halt auch nicht so sexy, als wenn da jetzt irgendwie, äh, Yoga im Häkelbikini auf 'm, äh, Kastenwagendach vollführt wird. Aber ich find's halt trotzdem auch für junge Leute ist es 'ne coole Sache. Warum erst jetzt?
Schwieriges Thema. Ähm, Social Media fördert natürlich gewisse Dinge und, und, ähm, wir wie auch die Branche, ähm, haben ja, haben wahrscheinlich die Trends, die aufge, die, die, die da waren, die gespielt wurden, ähm, verstärkt. Ähm, und, und, ähm, ja, die Produkte, bei den Produkten, es gab schon immer kleine Pflänzchen von innovativen Produkten, ähm, aber es war schwer darzustellen. Es war einfacher natürlich, den Trend Dach-Dachzelte, Campervans darzustellen. Ähm, ja, vielleicht haben wir da 'n bisschen geschlafen. Vielleicht, ähm, haben wir, müssen wir uns, müssen wir uns das auch ankreiden, dass wir das zu spät getan haben. Aber nicht zu spät, dass es nicht noch, ähm, ja, ähm, d-dass es zu spät ist. Das glaub ich nicht.
Mhm.
Ähm, ich glaube, wir haben da noch alle Chancen, die Leute wieder auch von diesen Fahrzeugen, ähm, zu überzeugen. Und ich glaub gar nicht im Austausch zum Campervan oder zum Dachzelt, sondern das sind Leute, die wir da wieder neu ansprechen. Äh, und darum wird's gehen in Zukunft oder muss es mehr gehen. Aber ja, vielleicht 'n bisschen verschlafen der Trend. Man muss so 'n Fehler auch mal zugeben können. Dann muss man's aber besser machen in Zukunft. Darum muss es gehen.
Und, äh, diese Reflexion und Selbstkritik würd ich auch gerne dann noch mal an die Hersteller spielen, die ja auch, ich sag jetzt mal, teilweise die Innovations, äh, Freude haben vermissen lassen in den letzten Jahren im Caravan-Bereich, ähm, und haben auch Sachen verpasst. Und es gibt ja auch Hersteller, die sich komplett vom Caravan verabschiedet haben. Das bedaure ich sehr. Ähm, ich hoffe, dass da jetzt nicht so 'ne, äh, Konsolidierungswelle stattfindet, sondern dass man da auch wieder 'n bisschen Mut beweist und sagt: Okay, das ist keine tote Reiseform, im Gegenteil. Und dass man dann aber vielleicht auch sich traut, mal 'n bisschen da Energie und, äh, Innovationskraft reinsteckt und sich gerne auch vielleicht 'n bisschen was von den Kleinen abschaut, die da sehr rührig auch sind.
Das stimmt. Das stimmt. Aber man soll, glaub ich, gar nicht von groß oder klein sprechen. Also wir haben, wir sehen auf der Messe heute schon einige Produkte, ähm, die, die, die sehr, sehr spannend sind. Natürlich von vielen kleinen Schmieden. Die Offroad-Caravans, ähm, sind ja auch aus 'm, äh, Boden geschossen, bis hin, äh, wir haben 'n Hersteller aus Australien, ähm, der einen, einen Caravan zeigt, der 'n Überschlag übersteht. Also-
Ach Ist das der mit B?
Ja, das ist der mit B. Du darfst den Namen aussprechen.
Ach so, der, äh, Bruder, ne?
Genau. Äh, Australien, da hab ich sogar, durfte ich sogar das, das, äh, das Werk dieses Jahr besichtigen, als ich auf einer Reise in Australien war. Man muss sich ja immer ein bisschen umgucken, was machen andere? Und jetzt nehmen wir mal Europa, wenn wir beim Thema Caravan sind. Ähm, bei uns ist, ist, ist das Reisemobil extrem stark aufgekommen. Ähm, Nordamerika, Australien sind ja eigentlich, ähm, Caravan-Märkte, Trailermärkte. Ähm, und die verändern sich da auch nicht. Die sind, die Fahrzeuge sind komplett anders. Ähm, nehmen wir Australien, die sind einfach riesig. Die sind, äh, die sind das, was dir an Stil gefällt, große Reifen, 'n bisschen offroad-tauglich. Ähm, das wirst du da, und die Fahrzeuge werden teilweise auch immer größer. Also die sind dann über vier Tonnen, was gezogen wird, nur der Caravan. Ähm, und da ist, sagen wir mal so, dieses sehr offroad-taugliche Fahrzeug so ein bisschen, äh, äh, top of the line, weil wer lässt den Caravan überschlagen? Probieren wir lieber nicht aus. Ähm, und da sehen wir, dass sie da schon Trends bringen, ähm, und, und wir hatten eine Delegation aus Fernost da, die sich hier umgeguckt haben, ähm, und sagen: „Hey, ja, Caravan ist spannend. Was macht ihr hier? Ähm, was können wir uns abgucken?" Ähm, das ist 'n Thema, wo man sich auch inspirieren lassen kann von außen. Und das sollten, sollten und das werden und das machen die, die europäischen Hersteller auch. Also klar, den ein oder anderen, der, der zieht sich vielleicht zurück. Andere, ähm, straffen Modellpaletten oder fokussieren, konzentrieren sich ein bisschen mehr, damit sie das, was sie zeigen, auch einfach besser machen.
Ja.
Und, und da gibt's ein paar sehr, sehr gute Beispiele. Also man muss das nicht totschreiben. Das ist, ähm, da kommt wieder was. Und ich glaube, ähm, wir müssen über das Thema, da glaube ich, wollten wir auch noch drüber reden, über das Thema Autarkie. Ähm, auch da gibt's wunderbare Beispiele, was man wie wo einbauen kann, damit auch Caravans eine gewisse Autarkie mit sich bringen. Alles schon möglich. Man muss es nur machen.
Ja, und da appelliere ich auch an die Zulieferer, dass sie auch den Caravan nicht aus den Augen verlieren. Ich hab mich mit einem Zulieferer unterhalten über das Thema, ähm, Konnektivität im Caravan und auch, äh, hier Autarkie und so weiter. Ich sage jetzt nicht den Namen. Ähm, da hieß es dann: „Ja, Caravan interessiert uns nicht." Und ich hab dann gefragt: „Was ist denn technisch die, die Problematik, warum man das nicht ...?" „Nee, es ist einfach die Zielgruppe interessiert uns nicht." Klar, also wirklich ins Gesicht. Das war kein offizielles Gespräch, deswegen sage ich den Namen nicht. Ähm, aber da habe ich wirklich gedacht, ich falle vom Stuhl, weil Caravans sind ja technisch mittlerweile auf 'nem Stand, vor allem wenn ich mir da 'ne Batterie noch mit reinbaue, die ich eigentlich auch für Rangierhilfen und so weiter benötige-
Mhm.
-kann ich da auch alles andere mit ran klöppeln.
Du, Nele, Nele, dann macht's ein anderer.
Ja.
Dann gibt's einen anderen Zulieferer, der da einsteigt. Also es ist ja jeder frei zu entscheiden, wo er, wo er seine Zielgruppe, sein Geschäftsmodell hat. Ähm, aber ich, ich sehe das definitiv anders. Ich glaube, da gibt es genug Möglichkeiten, die Fahrzeuge technisch überhaupt kein Problem.
Ja.
Äh, und es werden Zulieferer machen.
Gibt's ja auch schon.
Ja.
Es gibt ja schon voll autarke Caravans und auch wenn dann irgendwie mal das Problem gelöst ist mit 'nem festen Abwassertank zum Beispiel, dass man da nicht immer mit dem Taxi irgendwo, dann kann ich theoretisch mich auch als Caravaner ganz normal auf 'n Stellplatz stellen.
Und es gibt, also ich weiß, es gibt Stellplätze, die sind nur für Reisemobile zugänglich, aber es gibt auch, auch in Deutschland mehr als genug Stellplätze, die das eigentlich zulassen.
Ja.
Es weiß bloß keiner.
Ja.
Ähm, das ist, wird da Stellplatz ist gleich Reisemobil. Das ist gar nicht richtig. Das ist gar nicht richtig.
Im Zweifel fragt man halt vorher, ne. Das machen wir auch, einmal kurz anrufen.
Ja. Und dann muss man einfach 'ne Lösung finden, wie man-- Das, das funktioniert ja immer. Du hast ja genug Erfahrung, wie man's dann stellt, dass man keinem den Platz weg und da keine Diskussionen aufkommen lässt. Aber es gibt natürlich viele Reisemobilisten, die meinen, das ist für sie exklusiv, aber das ist oft überhaupt nicht. Ich glaub, 50 Prozent der Stellplätze in Deutschland sind auch für Caravans.
Ach tatsächlich, das wusste ich nicht, dass so viele sind.
Das ist, ähm, aber wie gesagt, man muss dann drüber reden.
So 'n bisschen recherchieren.
Ja, ja. Einfach fragen und, und, also mehr als man denkt, auf jeden Fall.
Dann noch kurz zum Absch-Abschluss: Du hattest schon das Thema Autarkie angesprochen. Das ist ja ein Trend, der uns jetzt schon etliche Jahre begleitet. Ähm, wie schätzt du da die aktuellen Entwicklungen ein, auch wenn wir jetzt so 'n bisschen noch den, den Blick auf die E-Mobilität lenken, die ja auch dann wieder mit dem Autarkie-Thema zu tun hat, zumindest was die Elektroversorgung angeht. Wo geht da aus deiner Sicht die Reise hin in den nächsten Jahren?
Gut, am Ende des Tages, wenn wir auch an manchen Stellen noch ein wenig weg sind von der E-Mobilität, weil uns jetzt im Reisemobilbereich fehlen uns einfach die Basisfahrzeuge, die dafür die Reichweiten haben und et cetera. Ähm, aber w-wir sind uns doch auch alle bewusst, irgendwann wird das kommen. Es ist 'ne Frage des Zeitpunktes und nicht 'ne Frage des Ob. Ähm, und wenn man's auf, ähm, Caravans bezieht, ich glaube, wenn jemand und die E-Mobil-- die E, die E-Fahrzeuge nehmen ja auch in Deutschland stark zu, ähm, in anderen europäischen Ländern sind wir da schon teilweise sehr, sehr weit. Also das wird passieren und, und wenn man von den, wenn man sich die E-Fahrzeuge anschaut, ähm, was, was, was, was, was Zuglasten betrifft, was Gewicht betrifft, ähm, da kommt ja gerade ganz viel, was das möglich macht von verschiedensten Herstellern. Also ich glaube, E-Mobilität wird sehr viel schneller beim Caravan kommen, weil es einfacher ist. Ähm, E-Fahrzeuge sind da. Die Leute können, wenn sie Firmenwagen haben, die ja auch mit Anhängerkupplung bestellen. Das ist heutzutage auch nicht mehr das größte Problem. Ähm, also da ist ein relativ schneller und leichter Einstieg möglich. Ähm, da sind wir dann halt bei dem Thema Infrastruktur und Laden. Auch da gibt's 'n paar, paar ganz, ähm, ja- Spannende Entwicklung. Wir müssen nur mal in die Niederlande rüberschauen. Wie viele von den Ladestationen an den Autobahnen sind einfach Drive-through, ähm, Stations. Ähm, wir hatten auch, äh, jemanden da, der während unseres, ähm, Innovation Day am Montag da so 'n bisschen was erzählt hat. Die, die erweitern auch, die kommen auch in andere europäische Länder, ähm, und dann ist das mit Gespann, mit E-Fahrzeug, das Laden auch gut möglich. Ich versteh jeden, der sagt: „Ja, wie mach ich das an der Autobahnrast statt jetzt? Da muss ich jetzt abkoppeln, stellen den ab, dann fahr ich zur E-Ladesäule", et cetera. Also das wird einfacher werden. Es ist 'ne Zeitfrage. Ähm, und ich glaube, mit den E-Fahrzeugen, die grade, die grade auf die Märkte kommen überall mit guten, mit guten Zuglasten et cetera und Reichweiten dann dadurch auch, ähm, ist das, ist, äh, kann, kann man da optimistisch sein. Die Möglichkeiten sind jetzt schon da und sie werden, sie werden schnell wachsen an der Stelle. Und hoffentlich irgendwann auch bei dem Thema Reisemobil, dass die großen europäischen Hersteller das auch erkennen, Fahrzeuge bringen, die, die Reichweiten haben. Weil wenn man das global betrachtet, ähm, gibt's schon Hersteller, die in den Startlöchern stehen. Da muss man einfach, muss man auch als, als Deutschland, Europa dann jetzt 'n bisschen, bisschen schneller entwickeln, ähm, an den Start kommen, ähm, damit wir da einfach auch vorne dran mal wieder sind.
Ja, und ein vielversprechendes Projekt haben wir ja hier gesehen. Hier CityFighter und Föringer, den hatten wir auch im Podcast. Das war 'n sehr interessantes Gespräch. Ähm, also da auf jeden Fall gerne, wenn euch das Thema interessiert, noch mal reinhören, weil das ist jetzt so für uns persönlich tatsächlich der erste Ansatz, den wir seit vielen Jahren, wo es ja immer wieder auch, äh, Studien gab und Prototypen und so. Das ist jetzt der erste Ansatz, wo wir sagen, das ist wirklich aus unserer Sicht 'ne realistische Geschichte, dass das in den nächsten Jahren kommt, wenn die Branche sich auch dafür öffnet und wenn die nicht auch die großen Hersteller dann weiter am Verbrenner hängen bleiben. Das ist natürlich immer die Voraussetzung.
Ja, ich, die sind offen. Ich glaube, wenn, wenn die Möglichkeiten da sind, ähm, werden die die Chancen ergreifen. Da bin ich sehr, sehr optimistisch. Aber Stand heute, technisch gesehen beim Reisemobil ist halt der Verbrenner noch das bessere Fahrzeug. Auch wenn man das heutzutage nicht mehr so einfach so laut sagen darf, aber es ist, es ist die Realität. Wenn die Möglichkeiten da sind, werden die sich öffnen. Da sind die sehr flexibel. Das kann ich, das kann ich so sagen.
Dein Wort im Ohr des Campinggottes. Da hoffen wir alle drauf. Vielen lieben Dank, Stefan, dass du dir Zeit genommen hast wieder. Und, ähm, ich wünsch jetzt euch noch 'ne restliche gute Messe und ihr Lieben da draußen, wenn ihr noch auf die Schnelle vorbeikommen wollt, es ist jetzt das letzte Wochenende vor der Tür. Guckt's euch noch an. Es wird wahrscheinlich einiges los sein, aber trotzdem, äh, kann man sich da gut durch die Hallen schlängeln und noch ganz, ganz viel sehen und wir hören uns dann wahrscheinlich morgen oder später. Ich weiß noch nicht, wann der Podcast rauskommt. Bis denne. Tschüss.
Tschüss.