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Caravan Salon live: Wird das E-Wohnmobil jetzt endlich alltagstauglich?

Episode 426 · 00:20:31

Auf dem Caravan Salon Düsseldorf hat Sebastian kurz vor Feierabend noch spontan am Stand von Vöhringer haltgemacht – und direkt einen der spannendsten Gesprächspartner der Messe erwischt: Michael von CityFreighter. Was als kurzer Stopp für eine Terminvereinbarung begann, wurde zu einem tiefen Einblick in das, was elektrische Wohnmobile wirklich können – und warum die Branche jetzt handeln muss.


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Darüber haben wir in dieser Episode gesprochen

  1. Der Demonstrator auf dem Vöhringer-Stand: Ein 6,95 Meter langes, vollintegriertes Elektro-Wohnmobil mit Wassertropfen-Aerodynamik – kein Serienfahrzeug, aber ein konkreter Beweis, was heute schon möglich ist

  2. Technische Daten: 128-kWh-Batterie, Gesamtgewicht 3,5 Tonnen, konzipiert für die kommende Führerscheinklasse bis 4,25 Tonnen – mit einer Zuladung von rund 750 kg

  3. Reichweite in der Praxis: Beim Testlauf in Aachen (beladen auf 4,25 Tonnen, Autobahn, Berg hoch und runter) wurden echte 430 Kilometer erzielt – und warum Michael Schöning 400 km plus 200-kW-Schnellladung für die sinnvollere Lösung hält als 600–700 km Reichweite

  4. Low-Floor-Plattform: Was ein Niedrigflurfahrwerk bedeutet (350–400 mm statt 600–700 mm Bodenfreiheit), warum das für Elektro-Wohnmobile entscheidend ist – und warum die Caravan-Industrie bisher auf veralteten Verbrenner-Chassis aufbaut

  5. Future-Proof-Ansatz: Die Batterie ist so ausgelegt, dass sie bei neuen Technologien in vier bis fünf Jahren ausgetauscht werden kann – ohne das Chassis zu verändern

  6. Die „Koalition der Willigen": Wie CityFreighter und Vöhringer nach der Messe namhafte Branchenplayer zusammenbringen wollen, um Elektro-Wohnmobile endlich ernsthaft voranzutreiben

  7. Produktion und Zeitplan: Kleinstserie realistisch ab Ende 2028 – mit einer Strategie, die Chassis-Fertigung in Asien und Endmontage in Europa kombiniert, um wettbewerbsfähige Preise zu erreichen

  8. Mythen rund um E-Mobilität: Brandrisiko, Batterielanglebigkeit und seltene Erden – Michael Schöning räumt mit den häufigsten Gegenargumenten auf

Jetzt bist du gefragt!

Kannst du dir vorstellen, mit einem elektrischen Wohnmobil auf große Fahrt zu gehen – oder ist das für dich noch Zukunftsmusik? Was wären für dich die wichtigsten Voraussetzungen, damit Elektro-Camping wirklich alltagstauglich wird? Schick uns gerne eine Nachricht an podcast@camperstyle.de oder per WhatsApp!


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Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Herzlich willkommen bei CamperStyle, dem Messepodcast. Ich bin Sebastian, ich bin auf dem Caravan Salon unterwegs. Ich sitze bei Vöhringer und hab mir den Michael Schöning geschnappt. Wir sind hier ganz spontan vorbeigelaufen, wollten 'nen Termin machen und sind sofort hier zum Podcast eingeladen worden. Ähm, hallo Michael, schön, äh, dass wir mit dir sprechen dürfen. Wir verraten unseren Hörer und Hörerinnen gleich, worum's geht. Sag doch erst mal ein paar Worte zu dir und zu euch und dann, worüber wir hier sprechen.

Ja, hallo Sebastian. Äh, vielen Dank, äh, für die Einladung zum Gespräch. Äh, wir treffen uns auf dem Stand hier von Vöhringer. Zusammen mit Vöhringer präsentieren wir hier einen Demonstrator, das, äh, wo wir sehen, wo die Zukunft des Wohnmobils hingeht. Eine elektrifizierte Plattform, die etwas anders ist als das, was momentan auf dem Markt erhältlich ist.

Also ihr habt's vielleicht jetzt erraten, es geht um E-Mobilität. Wir finden ja hier auf der Messe schon einige Campingbusse, die elektrisch betrieben werden. Da gibt's ja einige Plattformen und das ist jetzt auch nichts ganz Neues. Aber was bis jetzt noch nicht so richtig gut zu sehen war, außer das eine oder andere ja als Prototyp, waren eben größere Wohnmobile, die elektrisch fahren. Und da sind wir grade hängengeblieben. Also hier vor mir steht quasi ein Fahrzeug, das hat sieben Meter Länge?

Sechs Meter fünfundneunzig.

Sechs Meter fünfundneunzig Länge, hat also quasi die Maße eines ganz klassischen vollintegrierten Wohnmobils und ist aber komplett elektrisch. Und das fanden wir spannend. Ähm, es ist noch nichts, was wir, glaub ich, sofort kaufen können, aber es ist etwas, was Sinn machen würde, wenn man's quasi in den Markt brächte. Und jetzt würd ich sagen, erzähl doch mal erst mal ein bisschen über die Plattform, über die Basis. Also was sind so die technischen Daten, ähm, dass wir erst mal so ein Grundgefühl bekommen?

Gut, ich fang mal jetzt da an, so 'n bisschen auch mit, mit der Historie. Wir sind jetzt so die letzten drei Jahre über den, ähm, Camping-Salon gelaufen und haben dann festgestellt, dass da eigentlich in dem Bereich überhaupt keine Innovation, ähm, passiert. Und wir waren letztes Jahr, äh, zusammen, äh, mit dem Franz Rother von Edison Media hier und dann haben wir gesagt, es muss sich irgendwas passieren.

Mhm.

Irgendwas muss gemacht werden. Und durch verschiedene Partnerschaften, die wir haben, äh, zum Beispiel, äh, Euromaxx in Holland, die machen, äh, Aluminiumverkleidungen für Caravans. Da hat der Geschäftsführer zu mir gesagt: "Michael, ähm, ihr müsst denen zeigen, ihr müsst denen was zum Touch and Feel geben." Da haben wir gesagt: "Okay, wir machen das. Wie kriegen wir's realisiert?" Da haben wir uns mit Vöhringer zusammengetan, aus einem ganz wichtigen Grund. V-Vöhringer ist führend im Leichtbau, was eine wichtiger, wichtiger, äh, wichtiger, äh, Bestandteil der Elektromobilität ist. Und dann haben wir gesagt: "Gut, jetzt, ähm, äh, packen wir's mal und, äh, zeigen mal auf der Messe einen Demonstrator, was machbar ist vom Packaging."

Ja.

Ja. Und, ähm, es ist ja so, dass für die letzten dreißig oder vierzig Jahre musste ja die Caravan-Industrie oder sagen wir mal, ja, musste eigentlich die Chassis aus der Industrie nehmen. Das ist eigentlich ein Überbleibsel aus der Serienproduktion, sagen wir vom Sprinter oder vom-

Ja.

-vom Ford Transit und so weiter. Und, äh, das ist eben auch, ähm, so, dass man dann zu dem Zeitpunkt, das ist ein Verbrennerfahrwerk, da kannst du bohren, da kannst du schleifen, da kannst du sägen, da kannst du schweißen. Das wird sich aber ändern mit Elektromobilität. Wir haben Hochvolttechnik, wir haben Cybersecurity, wir haben Functional Safety. Das ist 'ne ganz andere, ganz andere Liga. Jetzt sind die alle zwischendurch schon mal zu den Herstellern gelaufen. Mercedes hat, äh, so wie ich gehört, mal gesagt: "Ja, ist ein Nischenmarkt, ähm, müsst ihr die Leute umerziehen und, und, und." Ja, und diese Dinge. Und dann haben wir gesagt: "Gut, ähm, jetzt müssen wir mal, jetzt müssen wir mal schauen, dass wir das Ganze auf den Weg bringen." Und, ähm, was jetzt oder was du jetzt da unten siehst, ist eben unsere, äh, unser Demonstrator, der eben wirklich zeigen soll, was, was machbar ist.

Ja.

Ja, und sind ja drei Komponenten bei einem Elektrofahrzeug, die 'ne Rolle spielen. Einmal die ganze Elektrifizierung, Stand der Technik mittlerweile, aber Aerodynamik, äh, ob die Spiegel klein sind oder groß sind, ist ein großer Unterschied.

Ja.

Ob zum Beispiel die Markise später integriert oder, oder außen aufsitzt, auch ein großer Unterschied. Und wie du hier von hier oben, wir sitzen hier auf 'nem, äh, Aussichtspunkt hier, äh, Besprechungsplattform auf dem Stand, kannst du sehen, das Fahrzeug hat so ein bisschen Wassertropfenform, ja. Vorne zwei Meter, in der Mitte zwei Meter fünfunddreißig, hinten zwei Meter. Das ist so ein bisschen die Aerodynamik. Dann kommt dazu der Leichtbau bei Vöhringer. Das heißt, wir haben hier momentan, ich glaube, um die sechshundert Kilo die komplette Inneneinrichtung inklusive Wärmepumpe, Kühlschrank und, und, und.

Okay.

Sodass wir jetzt hier ein Fahrzeug stehen haben, was insgesamt ein Gesicht, Gewicht hat mit 'ner, mit der großen Batterie von hundertachtundzwanzig Kilowatt von drei Komma fünf Tonnen.

Mhm.

Konzipiert für die neue kommende Führerscheinklasse vier bis vier Komma zwei fünf Tonnen. Also haben wir theoretisch eine Zuladung von siebenhundertfünfzig Kilo. Dann kam dazu, ähm, zu dem, wir sind ja bei den technischen Werten, dann kam dazu von der, von der Reichweite: Wir hatten ein Meeting mit einem Hersteller aus der, aus dem südlichen Bereich von Stuttgart v-letztes Jahr. Der, äh, Entwicklungsleiter sagte dann zu uns: "Ja, ähm, das ist ja alles schön und gut, was du uns erzählst hier, aber, ähm, alle Techniker sagen zu uns, dass es also nur eine Reichweite von zweihundertsechzig, zweihundertsiebzig Kilometer erzielbar ist."

Mhm.

Ich sag: "Gut", ich sag: "Nein, ist nicht so. Wir zeigen's euch." Paar Wochen später haben wir unseren Demonstrator aufgeladen, also mit Schraubenkisten auf vier Komma zwei fünf Tonnen-

Ja.

-haben die Batterie aufgerüstet und haben dann einen ex, also 'nen ausgiebigen Test in Aachen gefahren, berg hoch, berg runter, Autobahn, alles. Ungefähr vierhundertdreißig Kilometer, echte vierhundertdreißig Kilometer. So, und das war eigentlich unser, unser Ansatz. Wir hatten noch mal mit Knaus seinerzeit gesprochen. Das gleiche Thema. Knaus sagte: "Ja, wir brauchen sechshundert, siebenhundert Kilometer Reichweite." Ich sag: "Nein, ihr braucht keine sechshundert, siebenhundert Kilometer Reichweite. Ihr braucht eine vernünftige Reichweite, vierhundert Kilometer."

Ja.

"Das sehen wir so. Aber ihr braucht eben zusätzlich eine Schnelllademöglichkeit von mindestens zweihundert Kilowatt."

Ja.

Dann haben wir eigentlich die Praxislösung und das präsentieren wir jetzt ganz hier.

Okay, das wär jetzt auch meine nächste Frage gewesen: Ist, lädt der entsprechend auch schnell? Ähm, und das hast du ja quasi schon beantwortet. Und- Das heißt, ähm, also wirklich die Gewichte, die du gerade gesagt hast, das würde man theoretisch auch so, wenn er mit dem Leichtbau gebaut ist, in einer Serienfertigung hinbekommen.

Ja, klar.

So jetzt, ne, wir haben wenig Erfahrung mit Serienfertigung von den Fahrzeugen, deswegen frage ich das. Aber das ist natürlich super spannend. Das sind ja wirklich Zahlen, die... Also klar, wird immer, wird immer einer kommen und sagen: „Ich brauche meine tausend Kilometer, die fahr ich mit meinem Diesel." Okay, dann mach das. Aber ich sag mal so, dreihundert, vierhundert Kilometer ist für mich auch tatsächlich eine, eine Entfernung, wo ich sage: „Ja, das kannst du ja ganz entspannt machen." Dann hast du immer Zeit für eine Pause und wenn du Schnellladung hast, dann kannst du das entsprechend auch nutzen.

Es ist ja auch so, dass die Batterietechnologie vorschreitet. Ich fahr ja selber einen Tesla und ich musste, ich komme aus der Gegend von Aachen, ähm, wir haben den Endausbau bei Vöhringer unten gemacht, in der südlich von Reutlingen und ich bin also, ich weiß nicht, wie viel, wie viel Mal ich jetzt in den letzten Monaten nach Reutlingen gefahren bin. Und mittlerweile ist es so, du merkst es eben auch so über Over-the-Air-Updates. Es geht auch beim Tesla viel schneller. Dann gehst du zum Beispiel bei einem Charger, zum Beispiel bei Laubersheim, da ist ein McDonald's, dann bestellst du einen Ham-Hamburger. Wenn du den hast und den hast du noch nicht mal gegessen, dann ist der Wagen schon vollgeladen. Und das wird sich ja fortfahren oder weiter, weiter, äh, sage ich mal, äh, verbessern in den nächsten, in den nächsten Jahren, ne.

Jetzt, ihr kommt, also ich habe jetzt gerade nur Vöhringer genannt. Ihr heißt City Fighter. Das ist, das ist dein Unternehmen oder wo du arbeitest.

Ja.

Und, ähm, ihr kommt, wie der Name für mich sagt, aus dem Transportbereich.

Ja.

Das heißt, ihr habt angefangen, ähm, sozusagen Lkw beziehungsweise Transporter elektrisch zu bauen.

Wir haben eigent-eigentlich angefangen, wir sind eigentlich, wir haben das Unternehmen in Kalifornien gegründet, weil wir damals zu dem, zu dem EV-Hype gedacht haben: Gut, das ist eigentlich der richtige Weg, ähm, und wollten uns für Last Mile, sage ich mal, ähm, äh, äh, spezi, auf Last Mile spezifizieren, also einen Lkw in der Richtung, äh, bauen. Aber irgendwann durch diese ganzen, ganzen, durch die ganze Entwicklung wurde, wurde mir für mich sehr, sehr schnell klar, dass eigentlich diese ganzen Specialty-Vehicle-Aufbauhersteller eine eigene Plattform brauchen, eine Low-Floor-Plattform. Ich habe vor vier oder fünf Jahren gesagt, wir brauchen Low Floor. Alle haben gesagt: „Nein, wir brauchen keinen Low Floor." Jetzt brauchen alle Low Floor.

Lass uns kurz für unsere Hörerinnen da draußen, die keine Ahnung haben, was das ist, mal kurz, erklär mal bitte kurz, was Low Floor eigentlich heißt.

Ja, die, ich sage mal, eine normale Plattform, wie jetzt, äh, so Van AE oder die ganzen, ähm, also Ducato Fiat, die haben dann meistens immer eine, eine Höhe, die ist schon teilweise sechshundert, siebenhundert Millimeter. Und Low Floor heißt also Niedrigflurfahrwerk. Das heißt, wir haben so momentan bei uns dreihundertfünfzig bis vierhundert Millimeter.

Also das, wenn ihr da draußen noch eine Treppe oder noch eine Trittstufe unter die Treppe stellt, das ist eher hoch und hier sind wir quasi tatsächlich einfach von der, vom Fahrzeugboden, auf dem man dann steht, sozusagen deutlich niedriger angesiedelt.

Korrekt, richtig. Ja.

Und die, die Batterietechnologie ist dann auch komplett quasi in diesem Boden untergebracht. Wie groß, äh, du hattest gesagt, aber wiederhol noch mal, wie groß die Batterie, die ihr jetzt so in dieses Fahrzeug eingebaut habt?

Ja, das ist also, wir haben, wir haben dann ausgerechnet, weil die, die Batterie, das ist ja auch der große Unterschied, die soll ja eigentlich das komplette Fahrzeug, nicht eigentlich, sie soll das ganze komplette Fahrzeug versorgen. Das heißt, die muss entsprechend ausgelegt werden. Und dann haben wir berechnet, dass wir mit einer hundertachtundzwanzig-Kilowatt-Batterie da hinkommen für den Wohnmobilbereich. Jetzt ist der Batterieraum unten sehr flexibel ausgelegt. Das, wir nennen das Protected Packaging. Das heißt, zum Beispiel, wenn ich ein Last-Mile-Fahrzeug baue auf dem gleichen, auf der gleichen Plattform, was, sage ich mal, nur hundert, hundertfünfzig Kilometer am Tag fährt in der Stadt, brauche ich nicht die große Batterie. Ich bin also mit der Größe der Batterie sehr, sehr flexibel. Wir nutzen auch die horizontalen Holme unten auch als Crash Protection bei der Batterie.

Mhm.

Und ein ganz wichtiger Aspekt, der noch dazu kommt: Ähm, so ein Wohnmobil ist ja ein Investment, ja? Ein langfristiges Invest-- Für viele Leute ist schon-

Ja.

-schon, schon eine Aufgabe, ja. So, und das Wohnmobil wird ja dann zehn, fünfzehn, teilweise zwanzig Jahre genutzt. So, das heißt also, ähm, wie machen wir es future-proof? Die Batterieentwicklung geht rasant voran. Das heißt, die Technologie ändert sich alle zwei, drei Jahre. Ja, wir sind jetzt im LF, wollen LFP einsetzen. Äh, aber wenn ich jetzt eine neue Technologie habe in vier oder fünf Jahren, sind wir in der Lage, diese Batterie auch einzusetzen, ohne das Chassis zu verändern, auch nachzurüsten.

Okay.

Das ist ein wichtiger Punkt.

Also das heißt im Grunde, wenn ich das jetzt übersetze, wenn ich das Fahrzeug jetzt kaufen würde, wenn es käuflich wäre und in acht Jahren kommt jetzt eine ganz neue tolle Batterietechnologie raus, dann versucht ihr sozusagen auch sicherzustellen, dass man das sogar nachrüsten könnte, damit man eben von den Vorteilen auch profitieren kann.

Ja, genau.

Und, ähm, wie ist es denn jetzt generell für, für Menschen, die sich noch nicht damit beschäftigt haben? Wie ist denn die, die, die Halt-- Also wie viel Ladezyklen kann ich denn mit der Batterie machen? Und wenn wir das jetzt mal in so einen Campingfahrzeugalltag umrechnen, was ja wahrscheinlich eher einzwahl im Jahr eine längere Strecke macht und ansonsten vielleicht mal am Wochenende macht, wie lang würde man denn damit hinkommen, in Anführungszeichen?

Ja, das sind ja alles theoretische Werte und, äh, das sind ja teilweise Schaltzyklen oder Ladezyklen dreitausend. Dreitausend ist so mittlerweile auch so ein bisschen Standard.

Mhm.

Aber was ja auch passiert ist, äh, ich fahre seit 2016 Tesla. Ähm, man hat ja am Anfang gedacht, äh, man wusste ja gar nicht, wie lange diese Batterien halten.

Ja.

Mittlerweile halten die Batterien ja viel, viel, viel länger, als man gedacht hat. Es gibt ja auch Teslas, die schon dreihundert, vierhundert, fünfhunderttausend Kilometer, äh, äh gefahren sind.

Und die dann noch teilweise achtzig Prozent quasi Restkapazität der Batterie haben.

Absolut, ja.

Das ist ja, es gibt ja immer so diese klassischen Argumente, die man ganz viel da draußen hört, ne. Wenn man über Elektromobilität spricht, dann kommt immer das, die Reichweite ist nicht so geil und die Batterien gehen so schnell kaputt und dann fangen die alle Feuer. Wir beide wissen, dass das sehr viel übertrieben ist, weil ein Diesel brennt genauso und, äh, auch beim Diesel geht dir mal der Sprit vorzeitig aus, ohne dass du an einer Tankstelle bist. Ähm...

Also gerade das Thema mit dem, mit dem Feuer ist schon so ein Punkt. Das ist, muss ich mal was zu sagen, weil ein Freund von mir ist der Uli Kranz, der hat den i3 entwickelt bei BMW.

Mhm.

Der hat auch bei Apple das Car-Projekt, ähm, geleitet. Und die haben damals bei BMW, als die angefangen haben mit der, mit der E-Mobilität, haben die, die mussten Minis bauen, Minis umrüsten. Und dann haben die versucht, eine Batterie in Brand zu setzen, eine elektrische.

Ja.

Ne? Es ist nicht gelungen. Zum Schluss mit einem Schweißbrenner. Ja? Und der hat mir dann mal, mal erklärt von der Theorie her, dass, ähm, sagen wir mal, wenn du in einem Verbrenner sitzt und es brennt und die brennen mehr oder öfter- Wie E-Fahrzeuge. Dann musst du da ganz, ganz, ganz schnell raus sein, ja. Ja. Und das ist irgendwo, das hat sich irgendwo so durchgepflanzt. Das ist ja genauso gut mit der Batterie, mit den seltenen Erden und mit der Kinderarbeit und die ganzen Dinge. Es, es, es passiert ja eine ganze Menge momentan. Es werden ja neue Formationen gebildet, neue Kons-Konstellationen der Batterie. Man versucht ja eben, ver, ver, äh, äh, sagen wir, bestimmte Inhalte, sage ich mal, zu, äh, zu ersetzen.

Ja.

Ja, da passiert ja eine ganze Menge.

Jetzt mal Butter bei der Fische: Wie viel Hersteller haben jetzt schon eure Plattform geordert und wollen jetzt quasi Elektro-Wohnmobile bauen?

Ja, das ist ja, das ist ja nicht unser Sinn und Zweck der ganzen Geschichte, sondern wir wollen ja eigentlich zeigen, was machbar ist. Und ich sage mal, ähm, der, die Idee ist hier auf dem, unser, unser, sagen wir mal, unsere Vision auf dem Salon ist und das, ich habe gestern, gestern dieses, diese, diese, diesen Satz geprägt: Koalition der Willigen. Du kennst den, wo der herkommt.

Mhm.

Aber wir haben gesagt, wir, wir, wir gründen jetzt oder wir gründen jetzt die Koalition der Willigen-

Mhm.

-und setzen uns dann nach der Messe zusammen und gucken, wie wir die Kuh vom Eis kriegen. Zu der Koalition der Willigen kommen jetzt mittlerweile schon einige namhafte Vertreter der Branche dazu.

Okay.

So, und dann setzen wir uns zusammen und sagen: „So, wie, wie bekommen wir das Thema jetzt so schnell wie möglich in den Griff?" Also wir wollen jetzt nicht noch mal, wie der Caravan-Verband jetzt gesagt hat: „Wir warten weitere drei oder fünf Jahre", was die also jedes Jahr erzählen, sondern, äh, ich denke, dass, dass, dass das Thema Elektromobilität hier vorangetrieben werden muss.

Also es gibt jetzt tatsächlich große Wohnmobilhersteller, die an die, an, in dieser Runde der Willigen quasi dabei sind.

Nicht unbedingt erst mal Wohnmu-- Wohnmobilhersteller. Wir haben da noch Termine nächste Woche.

Mhm.

Das eben, das, das, sie werden alle kommen hier. Aber dass wir haben schon namhafte, äh, sage ich mal, wie soll man das sagen, Player aus der Supply Chain, die gewisse Komponenten, sage ich mal, ähm, fertigen, die gesagt haben: „Das ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, wir wollen."

Und wenn du jetzt in deine Glaskugel guckst, die hier auf dem Tisch steht: Wie lange wird es dauern, bis der erste, bis der erste Hersteller, also bis wir das erste Fahrzeug tatsächlich kaufen können?

Also, ähm, das ist, ähm, wir gehen davon aus, konservativ, dass es mindestens für die erste Kleinserie bis Ende '28 dauert.

Okay, da sind wir jetzt aber nicht so weit mehr weg.

Ja, wir sind ja im Automotive-Bereich und der Automotive-Bereich ist natürlich, äh, sie können, ähm, oder du kannst ja ein Fahrzeug konzipieren, aber du kannst nicht in einem halben Jahr, äh, ein Fahrzeug auf die, auf die, auf die Straße stellen. Auch die Chinesen können es nicht. Also es hatte-- mittlerweile haben sich so die, die Entwicklungszeiten, also bei den Chinesen, so ungefähr so auf zwei Jahre, zweieinhalb Jahre reduziert, äh, und das brauchst du aber auch allein schon für die ganze Homologation hier.

Jetzt hast du gerade die Chinesen angesprochen. Ähm, ihr seid ja ein deutsches Unternehmen. Ach nee, du hast gesagt, ihr seid in Kalifornien gegründet.

Genau.

Und, ähm, ihr seid ein amerikanisches Unternehmen. Ihr, ihr sitzt da auch noch? Oder-

Nein, es ist in Amerika ja gegründet worden und durch COVID-19 haben sich die Dinge dann eben verschoben.

Ja.

Und wir haben dann eben auch gesehen, dass wir, ähm, dass die Ansprüche der europäischen Homologation schon etwas, äh, sage ich mal, umfangreicher sind und, ähm, ähm, deswegen haben wir dann auch den Weg, äh, in-

Das heißt, im Gegensatz zum Kfz-Bereich, der vermutlich verloren ist nach Fernost, hätten wir hier noch eine Möglichkeit, tatsächlich auch in Deutschland schräg durch Europa einen, einen, tatsächlich auch 'nen, 'nen, 'nen Punkt zu setzen und, und den Markt zu betreuen.

Ja, man muss das aber, man muss das realistisch sehen. Ähm, ich habe immer gesagt, man muss eigentlich immer ein Bein in China haben. Das ist ein wichtig, wichtig, äh, ich halte es für sehr, sehr wichtig. Ist immer die Frage, wie man damit umgeht mit dem Thema. Also wir denken auch darüber nach oder beziehungsweise wir haben Diskussionen zum Beispiel auch mit, hier mit Trigano gehabt und gesagt: „Okay, am Ende muss der Preis stimmen."

Mhm.

Das ist ein ganz wichtiger Punkt. So: Wie können wir letztendlich diesen Preis so gestalten, dass der in dem Bereich liegt, wo heute ein normales Wohnmobil liegt?

Ja.

Das geht nur über Volumen. Also ein Freund von mir, wie gesagt, Ex-BMW, hat immer gesagt: „Michael, Volumen, Volumen, Volumen." Und was wir eben machen: Wir packen jetzt verschiedene Nischenmärkte zusammen-

Ja.

-um dieses Volumen zu bekommen. So, wir schauen natürlich jetzt auch, ähm, äh, nach Fernost, aber haben da einen etwas anderen Ansatz. Es könnte schon sein, dass wir überlegen, bestimmte Teile, zum Beispiel das Grundchassis oder die Grund, die Grundkabine, äh, in Asien produzieren-

Mhm.

-äh, zu lassen, aber kein komplettes Fahrzeug. Aber das Assembeln schon in Europa machen.

Okay.

Ja.

Ja, und die Batterien, wo werden die hergestellt?

Ja, das ist, ähm, das ist eben der Punkt mit dem Schritt. Wenn du den, den, wenn du diese Connection nicht hast, dann hast du vielleicht demnächst irgendwo das Problem, dass irgendwann mal die, die, die Supply Chain, sage ich mal-

Ja.

-stockt. Und wir reden natürlich auch mit, mit, mit Cattel. Wir reden auch mit anderen Herstellern, die man so kennt. Äh, ähm, es gibt eben nur bestimmte Wege, die du gehen kannst.

Ja, also genau, das, das ganze Thema ist auch ja irgendwie nicht einfacher geworden in unserem Welthandel, wie Dinge gerade funktionieren und miteinander funktionieren. Ähm, deswegen ist es halt auch eine strategische Ausrichtung. Ja.

Ja, aber wir versuchen, es jetzt anders zu machen. Der Ungubinaso, der Geschäftsführer vom Caravan-Verband, hat ja auf dem, auf der Eröffnungs-Pressekonferenz gesagt: „Gut, jetzt warten wir mal ab, bis irgendwelche Chinesen kommen", oder wie auch immer vielleicht. Und wir sehen das so: Lass uns doch mal schauen, was wir strategisch mit denen machen können und was anders anpacken. Also wir überlassen denen nicht das Feld, sondern sagen: Wie können wir kooperieren, sodass wir eine Win-win-Situation schaffen. Und die Win-win-Situation heißt für mich auch, schneller das Fahrzeug in den, in den Markt, in den Markt bringen.

Abschließende, eine-- Also wir können gerne noch Stunden sprechen und ich glaube, wir werden dich auf jeden Fall auch noch mal in einem Jahr spätestens in einen Podcast einladen, wenn du möchtest, um einfach das Thema weiter zu verfolgen. Aber jetzt hast du vorhin gesagt, 2028 könnten wir laut Glasgugel mit einer Kleinserie starten. Kleinserie heißt dann- Hundert Fahrzeuge oder was ist so eine Kleinserie in dem Bereich?

Kleinstserie heißt ja auch, äh, Pilotserie. Du musst ja, du kannst ja jetzt nicht von vornherein tausende Fahrzeuge in den Markt geben. Du musst die auch testen. Die müssen ja, dann machst du also mit den ersten, äh, sag ich mal, Wohnmobilherstellern machst du erste Tests oder mit den ersten Aufbauherstellern machst du erste, erste Roadtests und so weiter. Das ist ja Part of Automotive. Du kannst natürlich heute, heutzutage durch Software auch viele, viele Dinge schon simulieren.

Ja.

Das ist schon ein großer, großer Vorteil.

Aber du musst halt auch noch raus auf die Straße und gucken, wie es dann da sich verhält.

Ja, richtig. Genau, ja.

Dann, wir haben ja gesagt, auf der Messe bleiben die Podcasts ein bisschen kurz. Ich finde oder wir finden das Thema super spannend. Ich bin mir auch sicher, dass an Elektromobilität kein Schritt vorbeigeht oder kein Weg vorbeigeht, auch wenn das manche noch anders sehen mögen. Ähm, ich find's eine sehr spannende Plattform. Ich find das sehr, sehr interessant. Vielen Dank, dass du uns da einmal kurz hast reingucken lassen. Und, ähm, wie gesagt, ich fänd's auch spannend, wenn wir vielleicht noch mal einen tiefergehenden Podcast machen, wenn du natürlich da auch mehr verraten, sagen kannst und möchtest, ähm, um auch die Menschen, die ein bisschen technisch noch interessiert sind, da noch mal abzuräumen.

Ja gut, das ist eben für uns wichtig. Also jeder Mediabericht ist wichtig, weil, äh, wir, wir glauben eben daran, wir können das Thema nicht alleine, alleine bewältigen, aber wir glauben an das Thema, äh, Collaboration. Ich war vor vier Jahren auf der LCT in, in Long Beach, da hat Daimler eine Präsentation gemacht. Da stand dann groß dieses Wort Collaboration. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Und je mehr Leute wir auch durch solche Berichte, sag ich mal, oder potenzielle Partner treffen, umso besser ist es eigentlich, weil zusammen ist eigentlich das Wort und zusammen bekommen wir das auch hin.

Ja, das, äh, gilt nicht nur für elektrische Wohnmobile, sondern fürs ganze Leben.

Das ist richtig.

Und das lassen wir-

Das ist ein gutes Schlusswort.

Genau, das lassen wir als Schlusswort genauso stehen. Ähm, Michael, vielen Dank, äh, äh, für die, für die ganz vielen Informationen und ich bin sehr gespannt, wo das Ganze hingeht. Ich wünsche dir und euch ganz viel Erfolg dabei, dass wir bald elektrische Wohnmobile fahren und, äh, eine erfolgreiche Messe noch.

Danke schön, Sebastian.

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