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CMT 2023: Eindrücke, Neuheiten und Trends

Episode 147 · 01:18:00

Noch dieses Wochenende gibt es auf der großen Caravaning- und Touristikmesse CMT in Stuttgart wieder tausende Fahrzeuge, unendlich viel Zubehör und zahlreiche Urlaubsdestinationen zu bestaunen.

Da wir selbst derzeit ja in Portugal und Mexiko weilen, haben wir uns zwei Kollegen ins Studio geholt, die sich vor Ort auf der CMT umgesehen haben:

Stefan Blanz betreibt den Blog tourstory.de und ist gelegentlich als Redakteur und Fotograf für uns unterwegs.

Jürgen Rode vom womo.blog kennen viele von euch schon aus früheren Folgen und wir freuen uns sehr, dass auch er wieder bei uns ist.

Wir haben die beiden so richtig ausgequetscht, daher ist die Folge auch etwas länger geworden. Unter anderem geht es um:

  • Wie habt ihr Andrang, Stimmung und Angebote wahrgenommen?

  • Gab es spektakuläre Neuheiten zu sehen?

  • Welche Camping-Trends konntet ihr ausmachen?

  • Wo war am meisten los (und warum)?

  • Wofür lohnt sich ein CMT-Besuch besonders und was finde ich eher auf dem Caravan Salon?

  • Hält der Teuerungs-Trend an?

  • Wie kann ich auf Messen ein Schnäppchen beim Fahrzeug- oder Zubehörkauf machen?

  • Tut sich endlich was im Thema Barrierefreiheit?


Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian und heute sprechen wir mit Gästen über die CMT zwotausenddreiundzwanzig.

Da wir selbst die Messe ja dieses Jahr wieder geschwänzt haben, haben wir uns zwei liebe Kollegen eingeladen, die vor Ort waren und die euch 'n bisschen was darüber erzählen, was sie sich da so angeschaut haben, was es vielleicht auch an Neuheiten gab und wie die Eindrücke von der Messe waren. Und da haben wir einmal den Jürgen Rohde vom Womo Blog. Den kennt ihr vielleicht schon aus früheren Folgen. Er war schon 'n paar Mal zu Gast bei uns und ein ganz neues Gesicht beziehungsweise eine neue Stimme ist Stefan Blanz von tourstory.de. Er ist gelegentlich auch als Redakteur und Fotograf für uns unterwegs, eben auch jetzt dieses Jahr auf der Messe. Und die beiden haben sicherlich viele spannende Eindrücke für euch mitgebracht.

Genau und, ähm, jetzt würden wir, wie wir's gewohnt sind oder wie ihr es von uns gewohnt seid, den beiden noch mal kurz das Wort übergeben. Wir fangen mit Stefan an. Willst du noch ein, zwei Sätze zu dir sagen, zu deiner Seite sagen, was für unsere Hörer und Hörerinnen vielleicht spannend so sein kann?

Ja, gerne. Also mein Blog ist tourstory.de und ich hab verschieden Themenschwerpunkte. Das sind zum einen eben Reisemobile, dann Ausflugsziele, wo's um Kultur, Kulinarik und dergleichen geht.

Wunderbar. Also guckt da auch mal vorbei. Wir verlinken auch in den Show Notes die entsprechenden Seiten und Jürgen auch für dich noch mal die Möglichkeit, schamlos Werbung für deine Seite zu machen.

Na klar, Jürgen Rohde, Womo Blog. Ich hoff natürlich, dass ihr alle Womo Blog kennt. Ich hab schon zweitausendzwölf, also vor zehn Jahren, draufgeschrieben, der große Wohnmobilblog, da waren wir noch nicht groß, aber ich glaub schon, dass wir mittlerweile 'ne Nummer sind in, in dieser ganzen Schiene. Wir haben ganz viel Produkttests, Reiseberichte, Baueinleitungen und natürlich schauen wir uns jedes Mal die Messen an und ich glaub schon, dass ich da heute 'n bisschen was erzählen kann.

Cool, dann sind wir mal sehr gespannt, was ihr zu erzählen habt. Wir haben ja, wie Nele schon gesagt hat, aus, ich sag mal, klimatischen Gründen geschwänzt. Ähm, ich hatte keine Lust, ins kalte Deutschland zu fliegen und Nele noch viel weniger, zumal's auch aus Mexiko noch 'ne ganze Ecke weiter gewesen wäre. Fangen wir mal damit an, wie habt ihr die Messe wahrgenommen? Wie war der Eindruck für euch? Um, Stefan, einfach mal so, so quasi frei von der Leber weg, was, was hast du wahrgenommen? Was hast du erlebt?

Also die Stimmung war sehr gut überall, äh, und auch so 'n bisschen, ja, relaxed, weil's grad Richtung Neuheiten eigentlich ja nicht so viel zu, zu erwarten gab zunächst. Ähm, was die Hersteller von den Reisemobilen angeht, ist mir aufgefallen, dass die ja aus ihrer Perspektive in 'ner schwierigen Situation sind durch diese Lieferkettenprobleme und Ähnliches. Ähm, also Dethleffs als Beispiel hat ja bekanntermaßen auch die Produktion wieder eingestellt oder pausiert jetzt grade im Winter. Und andererseits hab ich bei allen auch 'ne unheimliche Gelassenheit festgestellt, also wo man schon fast unterstellen kann, dass so diese Corona-Pause da ihre positiven Seiten entfaltet hat und einfach alle auch 'n bisschen gelassener gemacht hat und so 'n bisschen den Druck aus dem Business rausgenommen hat.

Was vielleicht ja auch an der boomenden Lage liegt. Da kann man ja auch 'n bisschen entspannter sein, oder? Also das hängt wahrscheinlich zusammen.

Ja, klar, kann man natürlich auch sagen, wenn sobald 'ne Unterschrift, äh, im Sack ist, dann hat der Käufer 'n Problem. Ja, ähm, aber ja, ist sicher auch 'n Problem, ja. Aber viele haben ja auch zum Beispiel grade nicht mal mehr Pressekonferenzen abgehalten, ja. 'N Kollege hat's da so 'n bisschen zynisch angemerkt dazu, na ja, was willst 'n PK machen, wenn du nix verkaufen kannst? Ja, wo man ja auch sagen könnte, ähm, wird noch, ja, oder ändert sich wieder. Die, die, die Lieferzeiten sind halt länger, aber grundsätzlich kann man das ja.

Wie habt ihr denn den Andrang seitens der Besucher, Besucherinnen wahrgenommen? War, wurde die Messe jetzt gestürmt oder war's eher ruhiger, Jürgen? Du warst ja auch 'n paar Tage unterwegs. Was ist dir da so aufgefallen?

Ja, ich hab wahrscheinlich ganz andere Stellen besucht wie Stefan. Also, äh, von, von relaxed und gelassen hab ich überhaupt nix erlebt, aber ich war auch nicht bei den Wohnwagen-, Wohnmobil- oder Van-Herstellern groß unterwegs, sondern eher im Zubehör und im Reisebereich. Und da ging wirklich die Post ab. Also ich habe es noch nie erlebt und das mein ich jetzt wirklich ernsthaft, ähm, welche Massen morgens um zehn am Samstagmorgen da auf dich zustürmten. Da, das war wirklich eine Wand und jeder, der dabei war, Zubehörhalle, wer weiß, ähm, Zubehörhalle ist normalerweise so zwei Stunden nach der Messe kommen dann mal so 'n paar Leute reingelaufen. Um zehn Uhr hab ich mein Portemonnaie von der Po-Tasche nach vorne genommen, weil's so eng wurde, dass ich an Taschendiebe dachte und so weiter.

Und ab dem Zeitpunkt gab es kein Durchkommen mehr. Der Samstag war wirklich unglaublich voll und was den ganzen Tag hinweg. Am Sonntag dann wurde es schon, ähm, ja morgens 'n bisschen ruhiger. Also man hat gemerkt, die Leute sind 'n bisschen später aufgestanden, aber spätestens mittags um zwei, grade in der Reisemobil, äh, nicht Reisemobil, dieser, dieser Reisehalle, wo die Urlaubsländer sich vorstellen und so weiter, gab es wirklich kein Durchkommen mehr. Man ist hintereinander hergeschritten und hat rechts und links geguckt und überholen war nicht möglich. Es war wahnsinnig voll. Ähm, die Stimmung war extrem gut, also nicht nur bei den Kunden, sondern auch bei den Verkäufern. Ähm, man hat auch gemerkt, die machen Überall Geschäft ohne Ende. Ähm, ich war selbst bei einem Batteriehersteller und, und hab ihm geholfen, drei Batterien innerhalb von zwei Minuten zu verkaufen, weil ich einfach nur gesagt hab: "Ich gehör, ich gehör gar nicht zu dem Laden, aber die ist gut", ähm, oder: "Das passt zu deinen Ansprüchen."

Ähm, und da, da wurde nicht überlegt. "Jawohl, wo kann ich unterschreiben?" Fertig. Nächster. Unglaublich. Sonst hab ich noch nicht erlebt, weder auf der CMT noch, ähm, in Düsseldorf oder sonst wo. So 'n Ansturm kannte ich noch nicht. Al-also sie waren alle wieder losgelassen nach Corona.

Das wär jetzt nämlich auch meine Frage gewesen: Was glaubst du, woran das liegt? Also dass, ne, d-d-dass die Leute jetzt ausgehungert sind, quasi nach Reisen, ähm, oder dass jetzt alle auch was gekauft haben und ihnen noch das Zubehör fehlt, weil die Läden zu hatten. Also glaubst du, das sind die Gründe? Oder meinst du, gibt's noch andere Gründe?

Gibt auch andere Gründe. Ich hab konkret gefragt. Ich hab, ähm, witzigerweise Leute getroffen, die mich erkannt haben. Das ist ja langsam peinlich dann. Das, äh, will ich ja eigentlich gar nicht. Und dann kommt man ins Gespräch und ich hab gefragt: "Ja, wa-warum kommt ihr jetzt in die Zubehörhalle?" Wie gesagt, ich war Samstagmorgen als Erstes in der Zubehörhalle und hab erwartet, alle rennen erst mal zu den tollen neuen Sachen, den, den Wohnmobilen. Nee, die sind in die Zubehörhalle und alle, die ich da traf, wirklich alle haben gesagt, sie haben vor zwei Jahren, das war ein Zufall, jetzt zwei Jahre, sie haben vor zwei Jahren ein Wohnmobil oder 'n Van gekauft und haben jetzt gemerkt, dass sie das oder das brauchen. Und das ist Zubehör. Ähm, und Ähnliches war dann 'n Tag später in, äh, den Reiseländerhallen, dass mir dann Leute gesagt haben: Ja, sie haben vor 'n paar Jahren 'n Wohnmobil gekauft, waren jetzt Corona logischerweise mehr in Deutschland unterwegs oder vielleicht der eine oder andere hat sich auch schon mal ins Ausland gewagt und jetzt wollen sie halt mal was Besonderes.

Und dementsprechend, ähm, sind sie jetzt auf dem, diesen, diesen, äh, Länderhallen unterwegs gewesen, um sich anzuschauen, was es sonst noch so gibt.

Also quasi so 'n bisschen verspätete Nachwirkungen der Corona-Zeit, dass die Leute schon angefangen haben während Corona – das trifft ja zu mit den zwei Jahren – und jetzt sozusagen ihr Reiseverhalten 'n bisschen ausdifferenzieren, also durch zum Beispiel Autarkie-Lösungen und durch neue Reiseziele.

Absolut.

Stefan, du warst mehr bei den Fahrzeugen unterwegs, unter anderem ja auch für uns. Was ist dir denn besonders ins Auge gestochen? Es waren ja, ähm, im Vorfeld eben wie gesagt, diese, diese ganzen Neuheiten angekündigt, teilweise auch Weltpremieren. Hast du da irgendwas entdeckt, was spektakulär wäre?

Na ja, was die Neuheiten angeht, habt ihr ja das meiste schon auf 'm Caravan Salon erlebt. Ja, da, da war jetzt für Stuttgart so viel nicht geboten. Es gab 'nen neuen Hobbywohnwagen mit den zusammensteckbaren Betten in, äh, mit den Stockbetten im Heck. Der hat irgendwie scheinbar ziemlich für Furore gesorgt. Also zumindest wenn ich jetzt meine eigenen Zahlen anschaue. Ich hab im Vorfeld schon 'nen kurzen Bericht geschrieben über den Wohnwagen, den ich jetzt natürlich 'n paar Fotos, äh, ergänzt hab und der vom, vom Traffic her ging der ab wie, also habe ich noch nie erlebt bei mir. Die eigentliche Überraschung war für mich aber eigentlich, ähm, die Präsentation von Pilot von der Atlas-Reihe, äh, die, also wirklich auch überraschend kam, weil das Ganze angekündigt war als der, äh, PK von Frankia.

Ähm, und auf einmal sind die Kollegen alle Richtung Frankia gelaufen und dann hieß es auf einmal: "Nee, das ist da vorne." Und es wirkte alles sehr improvisiert, aber die haben da tatsächlich 'ne Weltneuheit vorgestellt, den, den vor allem den teilintegrierten, ähm, und 'nen Van. Und die haben eben jetzt da serienmäßig so 'n Autarkie-, ähm, -paket mit zwei Lithiumbatterien, zwei Solaranlagen schon an Bord, also die im Prinzip da auch versuchen, vielleicht das, was der Jürgen gerade erwähnt hat, schon, ähm, serienmäßig mitzugeben. Und sonst, ja, ähm, der Hymer Venture S, der hat ja vor 2019 vor Corona schon für so Furore gesorgt und da fand ich jetzt ganz interessant, äh, den Lyseo Gallery von Bürstner, der, der aufklappbare Alkoven, wo man ja immer...

Ist ja auch von Studio Sin beides umgesetzt worden, aber die dann eben noch mal da für 'ne andere Marke, ähm, wichtige Elemente übernommen haben, wie eben das Klappdach, ähm, dieser, diese Treppe mit dem Schrank und, äh, entsprechend viel Raum unten dann. Also da hat mich ja schon beeindruckt, ja.

Zu dem hab ich gleich noch 'ne Zwischenfrage: Den hatten wir ja vorgestellt, ähm, vom Caravan Salon her schon. Hat sich da noch irgendwas getan bei diesem Modell? Also haben die da irgendwas verändert an den Materialien, am Grundriss oder war das im Grunde dieselbe Geschichte wie im August?

Meinst du jetzt den Venture oder den Gallery?

Den Gallery.

Oh, das kann ich, ich war ja nicht in Düsseldorf, von daher kann ich's schlecht sagen. Da hab ich den Vergleich nicht. Muss ich passen.

Okay.

Darf ich grad mal eingrätschen, weil, ähm, ich hab natürlich die beiden alten, die waren ja schon in Düsseldorf da, jetzt hier auch wieder gesehen, die natürlich immer noch gehypt werden. Ähm, ich bin kein großer Freund von diesen Aufblasdingern auf 'm Dach. Ich hab keine Ahnung, wie lang das halten soll. Ähm, ich hab da das Gefühl, wir Camper werden als Beta-Tester missbraucht und in 'n paar Jahren werden wir wissen, ob das gut ist oder nicht. Hab ich so meine Probleme mit. Ähm, dazu noch bei der Preisgestaltung bewegen wir uns in 'nem Segment, was Die wenigsten, glaub ich, dann noch, ähm, erfahren werden. Also das ist mir im Übrigen auch jetzt wieder aufgefallen: Es gibt ja noch mehr Neuheiten oder es gab mehr Neuheiten. Mir ist zum Beispiel dieser Klobe Traveler, dieser, dieser Falcon, ähm, wird vielleicht auch wieder anders ausgesprochen, weiß ich nicht, aufgefallen mit 'ner Längsbank, die man ausklappen kann.

Also 'n, 'n Kastenwagen, sechs Meter. Ähm, tolle Idee, tolles Konzept. Äh, wenn man dann aber auf die Preise schaut: hundertzweiundvierzigtausend Euro. Ähm, ja, da ist das Autarkie-Paket dabei, der hat zwei große Lithiumbatterien, der läuft jetzt nur noch elektrisch innen drin. Der hat auch 'ne Clesana-Trenntoilette, nicht Trenntoilette, so diese Plastikfolientoilette. Ja, bin ich auch kein Fan von, aber ist jetzt nicht das Thema. Ähm, der hat jetzt alles toll und super und der ist auch wirklich schön. Der ist auch gestylt und stylisch, super. Aber Verzeihung, das sind Größenordnungen, wo nicht mehr jeder sich einfach erlauben kann. Hundertzweiundvierzigtausend Euro, ähm, 'n, 'n Teilintegrierter von Eura Mobil, hundertfünfzehntausend Euro an, also aufwärts.

Ähm, da bewegen wir uns mittlerweile, ähm, auf, auf sehr, sehr hohem Niveau.

Ja, zum Thema Preise wär auch 'ne Frage von mir jetzt, äh, sowieso noch gekommen. Ich hab nämlich jetzt in letzter Zeit gemeinsam mit 'ner Kollegin von mir hier 'n paar ältere Artikel überarbeitet, zum Beispiel auch für so Mini-Wohnwagen, äh, wo wir festgestellt haben, also da müssen wir an die, an die genannten Preise auch noch mal rangehen. Die haben sich im Vergleich teilweise sogar zum Vorjahr oder zum vorletzten Jahr also wirklich dermaßen erhöht. Da waren Preissteigerungen von vierzig bis fünfzig Prozent dabei teilweise. Und da wär jetzt auch meine Frage, w-wie da so eure Beobachtungen sind. Wir haben darüber ja schon, äh, zum Thema Caravan Salon gesprochen im letzten Jahr, äh, Jürgen mit dir und, und Björn von Transitfrei unter anderem und haben festgestellt, dass die Preise wahnsinnig explodiert sind.

Setzt sich dieser Trend noch fort oder hat sich das jetzt auf so 'nem sehr hohen Niveau eingepegelt?

Ja, also die, die Preise sind schon noch mal ordentlich hoch und viele, also ich, paar Leute, die ich kennengelernt hab, die jetzt nicht wie wir da Schreiberlinge oder Händler oder dergleichen sind, die einfach da als Publikum hingehen, die hab ich dann noch mal getroffen und die haben das Erste, was die gesagt haben, die haben echt über die Preise geschnauft. Aber das ist, wär jetzt halt mein Aber in der Geschichte: Man kann auch Schnapper machen auf der CMT oder den Messen. Ich hab zwei Frauen kennengelernt, die sind eigentlich gekommen, um sich 'n Van zu kaufen. Ich nehm an, mit 'nem Hunderttausender-Budget oder was. Und dann haben sie aber einen, einen Van TI kauft von Knaus auf Crafter-Basis mit Assistenzsystemen, Allrad und allem möglichen Schnickschnack, was die da an Bord haben, für eineachtzigtausend.

Ja, und der, und das sind dann mindestens noch mal zehntausend weniger, als er laut Liste kostet. Ja, die hatten dann echt was zu feiern.

Und wie macht man diese Schnäppchen? Das passt nämlich ganz gut. Ähm, wir haben nämlich in den letzten Tagen auch eine andere Folge aufgenommen zum Thema, äh, Sparen, Geld sparen beim Camping. Entweder hört ihr die dann quasi noch oder ihr habt sie schon gehört. Das werden-- wir wissen noch nicht genau, wie wir es veröffentlichen. Lange Rede, kurzer Sinn: Wie können wir denn jetzt diese Schnäppchen machen? Oder wie können denn unsere Hörer und Hörerinnen beim nächsten Mal auf der nächsten Messe so 'n Schnäppchen machen? Wa-- Gibt's da Tricks für? Wonach muss ich gucken? Wonach muss ich fragen?

Ich glaub, man muss Glück haben.

Okay.

Mit dem Händler, an dem man gerät. Ja, also jetzt zumindest bei dem Beispiel, was ich so intensiv miterlebt hab, war's ja so, dass die eigentlich was ganz anderes kaufen wollten, aber auch offen waren, ja, muss man dann auch sagen. Ja, die haben sich jetzt nicht von vornherein festgelegt auf irgendwas. Tja, waren auch Neulinge, die beiden, und haben sich extra für die Messe 'n Van ausgeliehen, ganz andere Marke. Und haben aber durch das Ausleihen, durch das Ausprobieren, äh, gemerkt, dass das gar nicht so ihr Ding ist. Und dadurch waren die dann offen und haben Glück gehabt, ne. Und dann...

Okay.

Also ich glaub, es ist, äh, ganz wichtig, dass man sich Zeit nimmt. Ähm, unter Zeitdruck ist es 'ne Katastrophe. Da neigt man zu Schnellschüssen. Wer einen Tag auf die Messe geht, der macht 'n Fehler. Das ist meine Auffassung. Also grade so 'ne Messe und grad mit echter Kaufabsicht muss ich hier zwei, drei, vier, ja sogar fünf Tage recherchieren. Grade diese großen Messen bieten so viele Wohnwagen, Wohnmobile, Vans. Ähm, wenn ich mir die alle anschauen will, das geht nicht an einem Tag. So, und jetzt gehe ich aber noch 'n Schritt weiter und sag: Das, was der Stefan sagt, ist nämlich ganz elemental. Ich muss im Vorfeld wissen, was ich suche. Wenn ich meinen Grundriss gefunden hab, ist es immer noch interessant. Also ich hab jetzt zwei、 drei Mal gemietet, ähm, und weiß jetzt, da will ich hin. Und dann hab ich so 'n Grundriss im Kopf.

Ich hab mal auf Womo.blog die Womo-Liste vorgestellt, www.womo-Liste.de heißt das. Ähm, dort kann man recherchieren über alle Händler hinweg oder die meisten Händler hinweg nach Grundrissen. Und das ist jetzt das Interessante: Man findet denselben Grundriss manchmal bei anderen Marken, also sogar, äh, Nicht-Marken, die zusammengehören, ähm, ganz ähnlich. Und wenn man dann loszieht und mal nach Preisen schaut, dann kann es tatsächlich sein, dass man seinen Wunschgrundriss, ähm, plötzlich bei 'ner anderen Firma findet, ganz nicht im Sinn hatte und das wesentlich günstiger. Also das bietet sich wirklich an: Recherche, Recherche, Recherche. Ähm, und bloß nicht spontan auf irgendein Angebot eingehen.

Das wird immer teuer.

Das deckt sich ja auch in weiten Teilen mit dem, was wir in der Sparfolge auch gesagt haben, dass man halt mit Messerabatten auch immer sehr kritisch umgehen sollte, egal ob jetzt bei Fahrzeugen oder beim Zubehör, weil die nicht immer echte Schnäppchen sind und weil man sich dann ja oft auch durch Emotionen leiten lässt und sich da schockverliebt. Und wir hatten auch in der Folge eben den Hörerinnen und Hörer geraten, dass sie im Vorfeld auch schon vor dem Messebesuch sich mal unverbindlich Angebote einholen sollten und sich Preislisten angucken sollten, um dann zu entscheiden, ob das Fahrzeug mit der Ausstattung, das als Messerabatt dann angeboten wird, auch quasi seinen Preis wert ist und auch dem entspricht, was man eben haben möchte.

Ganz großes Zugpferd ist momentan die Lieferfähigkeit. Also ich hab das von einem, ah, wie soll ich sagen, äh, i-internen Berichterstatter genannt bekommen. Ich nenne keinen Namen, weil der wird verurteilt dafür, dass hier übelste Machenschaften momentan laufen. Ich sag das ganz offen, ähm, teilweise sogar Händler dann ihren eigenen Hersteller verarschen, äh, indem sie so tun, als hätten sie Käufer, nur damit sie nachher ein Fahrzeug aufm Hof haben. Denn es gibt ein paar, die Lieferfähigkeit garantieren bis zum Jahresende. Ähm, das ist das Argument, das Totschlagargument, um überhaupt über Preise zu verhandeln. Und weil viele Händler ja selbst nichts aufm Hof haben, grad Neuwagen, tun sie so, als hätten sie Käufer und, ähm, bekommen dann zumindest zum Jahresende oder irgendwann im Laufe des Jahres ein Fahrzeug, das sie dann an den Erstbesten verkaufen können.

Also mit dem Argument Lieferfähigkeit werden momentan die meisten Geschäfte gemacht. Schnell, "Du kannst ganz schnell ein Wohnmobil bekommen, aber du musst jetzt hier heute unterschreiben."

Das ist ja 'ne Tendenz, die sich, äh, auch schon aufm Caravan Salon gezeigt hat. Äh, da hatten wir ja schon drüber gesprochen, dass da teilweise große Schilder stehen, eben auch mit Lieferfähigkeit noch in diesem Jahr, also 2022 damals. Das scheint dann also ganz gut gezogen zu haben, sonst würden die Aussteller das ja auch nicht mehr machen.

Das ist sogar weitergegangen, würd ich mal sagen. Ähm, ich hab mir weiterhin sagen lassen, wir reden jetzt mal über Wohnwagen. Es gibt ja 'n, 'n, ich will nicht sagen Überangebot, aber ein sehr großes Angebot momentan an Wohnwagen. Und das hängt einfach daran, dass einige Hersteller, da sie keine Teile hatten, der Stefan ja vorhin schon gesagt, grad nicht haben, ähm, alles in den Wohnwagenbau gesteckt haben. Ähm, solang ich kein Wohnmobil bauen kann, muss ich ja meine Leute irgendwie beschäftigen. Ähm, also hier gibt es vielleicht in der nächsten Zeit das eine oder andere Schnäppchen auch zu machen. Ähm, ihr wisst ja vielleicht, dass ich, äh, ah, alle vierzehn Tage, alle vier Wochen so 'ne Statistik führe über die Angebotszahlen bei mobile.de. Das mach ich schon seit vielen Jahren. Ich bin ja im echten Leben, bin ich ja im Aktienbereich tätig.

Ähm, und da war das irgendwann mal so 2018, dass ich angefangen hab, mir meine eigenen Charts zu bauen. Jetzt sind die mittlerweile vier Jahre alt, fünf Jahre alt. Man kann tatsächlich Trends und Tendenzen ablesen und erstaunlicherweise bei den Neuwagen sieht man da wenig. Ja, das ist klar, der Hersteller, der kann das relativ gut steuern. Wenn 'n Überangebot irgendwo beim Teil integriert wäre, dann würde er jetzt einfach mal 'n paar Wochen nix produzieren und dann geht das. Aber bei den gebrauchten Kastenwagen sind wir aktuell bei mobile.de bei den Angeboten Stück. Ich red jetzt nicht über Preise, ne, die sind immer noch teuer. Stück höher als vor der Corona-Krise. Also das heißt für mich, irgendwas tut sich da. Es gibt anscheinend viele Verkäufer von gebrauchten Kastenwagen, die vielleicht jetzt demnächst wieder auf der AIDA sind oder Fernreisen machen oder wie auch immer.

Der Markt bewegt sich und ich bin gespannt, wie das Jahr 2023 in der Beziehung weitergeht.

Äh, ich würd gerne noch was ergänzen zu, zu dem Rat, den Otto Jürgen und ihr auch gegeben habt, dass man gut vorbereitet sein sollte. Äh, was mir aufgefallen ist, jetzt so im Zuge der Digitalisierung bieten sehr viele Hersteller, äh, Online-Konfiguratoren an, wo eben auch die, die Preise mitlaufen, mit aufgerufen werden und da kann man auch gut die, die Preisstrategien der Hersteller ablesen. Also ich hab das mal ausprobiert, dass ich im Prinzip 'nen ähnlichen Grundriss mit 'ner vergleichbaren Ausstattung, auch Sonderausstattung, ähm, verglichen hab bei zwei Herstellern und dann der Erste, der scheinbar günstiger war, dann unterm Strich der Teurere war, ja, weil er halt 'ne andere Strategie ist, gefahren ist, erst mit, ja, vermeintlich viel Sonderausstattung in der Serienversion und, äh, 'nem Lockpreis und dann kommen aber z-zwangsweise ein paar Dinge dazu, die man halt, um die man nicht rumkommt oder die man einfach will.

Und dann auf einmal war dann der Preis höher als beim, beim Wettbewerber.

Beim Zubehör muss man auch fair sein. Ich hab ja mich viel in den Zubehörhallen, ähm, aufgehalten und wenn wir über Preissteigerungen bei Wohnmobilen, Wohnwagen, Vans reden, dann vergessen wir dabei, dass hinten dran die letzte Schraube auch 'ne Preissteigung hat. Und ich war erschüttert, wirklich erschüttert, was für Preissteigerungen bei den Einbauten, ähm, mittlerweile vorgenommen werden. Also wir reden über Rollos, Frontscheibenrollos, wir reden über Wechselrichter, natürlich Batterien und so weiter. Ähm, hier sind Preissteigerungen, die natürlich weitergegeben werden an den Kunden. Also der, der Lithium-Hersteller, der verkauft an den Hersteller des Wohnmobils und, ähm, der packt da noch mal oben was drauf.

Also jeder hat was verdient und jeder reizt das momentan aus bis zum Gehtnichtmehr. Also auch, auch irgendwelche, ja ich will nicht sagen sinnlosen Zubehörteile, aber, äh, so, so Schickimicki, Schnickschnack, Nice-to-have-Sachen. Ähm, da kostet eine Zuziehhilfe für einen Kastenwagen, 'n Motor im Endeffekt, 'n Getriebemotor mit 'n bisschen Metall dran, äh, sechshundertvierzig Euro. Baust du dir selber ein. Ähm- Unglaublich. Also das ist jetzt nur ein Beispiel. Oder auch nur 'ne, 'ne Türsicherung, ja. Die, die gibt's dann plötzlich für hundertachtzig Euro. Ähm, das waren früher waren das Artikel für zwanzig, dreißig Euro. Da wird überall unglaublich draufgegangen.

Das deckt sich, glaube ich, im Moment auch so 'n bisschen mit allen, äh, mit den Erfahrungen in allen Lebensbereichen. Also ohne jetzt zu weit abschweifen zu wollen, aber ich hab das Gefühl, dass das auch, ähm, im ganz normalen Alltagsleben jeder irgendwie grade mit aufspringt auf den Zug der Preiserhöhungen, ganz gleich, ob er irgendwas mit Energieaufwendungen und, äh, Strom, Gas und so weiter und, äh, erhöhten Ressourcen zu tun hat oder nicht. Äh, nur um's mal 'n bisschen ins Lächerliche zu ziehen, auch der Bauer, bei dem wir von den freilaufenden Hühnern unsere Eier kaufen, hat jetzt auf einmal, ähm, 'ne Preissteigerung von fünfundzwanzig Prozent pro Ei mal eben aufgeschlagen.

Und so kommt mir das auch 'n bisschen vor, äh, in der Industrie, dass da teilweise völlig ungerechtfertigt auch dann einfach mal pauschal was aufgeschlagen wird, weil's grade eh so Thema ist und jeder drauf eingestellt ist, dass einfach mehr zu bezahlen ist.

Ja, man pro-probiert's durchzusetzen. Wenn's gut geht, bleibt der Preis und wenn's nicht gut geht, muss ich halt wieder senken. Natürlich sind auch die Zulieferkosten gestiegen. Also jetzt bei bei bei deinem Bauer, ähm, allein, ich sag jetzt mal, das das Gut, was er verfüttert, was auch immer es ist, wird auch teurer geworden. Aber trotzdem, ich glaube, es reicht-

Das Gras auf der Wiese.

Ja, dann, dann lass es der Dünger sein. Aber jeder versucht es auszureizen bis zum Gehtnichtmehr. Irgendwann bricht diese Welle.

Ja, und letzten Endes, äh, be-- also ist ja unsere gesamte Wirtschaft in einer großen Bewegung eigentlich seit Corona und danach, ne? Also wir haben die Energiepreise, wir haben die Holzpreise, die massiv gestiegen sind, die jetzt aber plötzlich wieder massiv gefallen sind. Also wir haben super günstige Holzpreise. Das Problem ist nur, es ist nicht sonderlich viel beim Endkunden verfügbar. Und das dürfen wir auch nicht vergessen, dass ja Einkauf nicht in, an vielen Stellen in Echtzeit stattfindet, sondern häufig eben Kontingente teilweise Jahre im Voraus gebucht werden, ne. Und demzufolge sind eben auch manche Preissteigerungen vielleicht dem geschuldet, dass man sich sozusagen schützt, was in der Zukunft kommt. Und die Zukunft ist grade, glaube ich, ungewisser denn je. Ähm, nichtsdestotrotz, wenn wir's rein aus unserer, also aus der Kundensicht betrachten, ist es natürlich ärgerlich und ich, ich seh's wie Nele.

Ja, ich hab zum Beispiel grade vor, bevor wir mit dem Podcast angefangen haben, 'ne Mail von unserem Internetanbieter hier bekommen, der gesagt hat: „Jup, alles wird teurer, wir werden jetzt auch teurer." Im Schnitt kostet in Portugal jetzt alles, äh, ich glaube, sieben Komma acht fünf Prozent mehr. Ab nächsten Monat zahlst du auch sieben Komma acht fünf Prozent mehr. Also es scheint hier so 'n bisschen die Regelung zu sein. Das setzt sich grade überall auf, auf jedem Lebensbereich durch und ich seh's vielleicht das noch abschließend im Reisebereich sehr, sehr krass. Also ich war ja vor Corona sehr viel unterwegs, vor allem auch beruflich. Und wenn ich mir da so manches Hotelangebot angeguckt habe, was ich gebucht habe, ja, da, da hast du teilweise, wenn wenig gebucht war, 'ne Suite für, für hundertzwanzig, zweihundert Euro bekommen als Superschnäppchen. Das hab ich jetzt mal geguckt, das kostet jetzt sechs, siebenhundert Euro, ne?

Also das, wirklich das gleiche Zimmer, da hat sich nichts geändert. Natürlich ging's der Hotellerie auch zwei Jahre nicht gut, um das mal vorsichtig zu sagen und da ist natürlich auch 'ne Menge, äh, ich sag mal, Verlust angesammelt worden, den man auch ausgleichen muss, aber, äh, das ist schon an vielen Stellen sehr, sehr intensiv, was wir hier beobachten und grade im Freizeitbereich noch mehr, weil das sind ja auch Themen, da wird viel Geld ausgegeben, ne. Camping ist, also je nachdem, wie man's betreibt, nicht unbedingt 'n preiswertes Hobby und da, wo die Leute bereit sind, viel Geld auszugeben, wird auch gerne viel Geld natürlich kassiert und es werden die Produkte so gebastelt, dass da auch sehr viel Geld fließt. Das ist ja in anderen Bereichen auch nicht anders. Also ich glaub, das ist einfach auch 'n normales Verhalten, auch wenn's nicht sonderlich schön ist als Konsument, was wir hier beobachten. Und das wird, glaub ich, auch noch nicht zu Ende sein.

Und die Leute haben ja auch viel Geld. Also ich bin ja Banker, ich hab das ja am Anfang schon mal gesagt gehabt und ich sehe jeden Tag, welche gigantischen Summen, ich sehe natürlich nicht die einzelnen Kunden, aber welche gigantischen Summen so allein meine Bank vor sich herschiebt. Und, äh, die EZB, die Frau Lagarde hat heute wieder gesagt gehabt: „Wir werden die, ähm, Inflationsrate eindämmen." Ja klar, bei zehn Prozent müssen wir langsam mal was tun, wenn das jedes Jahr so weitergeht. Viel Spaß auch, aber wir sind auch alle der Meinung, das geht runter, ja, weil wir werden nicht wieder auf dieses Niveau von früher kommen. Fünf Prozent, drei Prozent, sieben Prozent, das reicht immer noch und ist immer noch zu viel. Nichtsdestotrotz, die Vermögensbildung in der Zeit der Corona, ähm, war ja gigantisch. Also viele haben da ja noch, weil sie nix ausgegeben, dazu bekommen und wir haben ein Ungleichgewicht in der Bevölkerung, das halt gewaltig ist.

War vorher, ich sag jetzt mal zwanzig Prozent der Bevölkerung, ich sag jetzt mal, Armutsgrenze ist immer so 'n blödes Wort, das waren sie nicht, aber die waren nicht gut betucht. Geht das Richtung dreißig Prozent. Gibt's 'ne Statistik von der LBBW, ganz nett. Ähm, das heißt aber im Umkehrschluss, siebzig Prozent, denen geht's immer noch extrem gut. Die haben Geld, die gehen auf 'n Caravan Salon oder die gehen auf 'ne CMT und kaufen sich mal, ja, 'n Schnäppchen, wie der Stefan gesagt hat, ähm, ohne es finanzieren zu müssen. Also das ist ja das Erstaunliche. Deutschland hat unglaublich viel Geld und ja Gott, dann sind die Gummibärchen halt jetzt teurer. Was soll's? Ab in den Einkaufswagen.

Ja, es betrifft halt die dreißig Prozent, von denen du gesprochen hast, die trifft es halt sehr, sehr hart.

Exakt. Das sind die ärmsten Schweine von allen.

Und die Schere wird immer größer. Aber da sind wir jetzt ja weit weg vom Camping und wir wollen da nicht zu tief rein, äh, tauchen. Da können andere sich platzieren. Wir wollen wieder so 'n bisschen aufs Camping zurückkommen. Was ich noch aber auch dazu sagen kann, C-Camping ist ja auch zum großen Teil Konsumgut. Und was ich zum Beispiel auch beobachtet habe, dass, äh, es um die Weihnachtszeit herum, wir haben ja auch, äh, Zugriff auf ganz, ganz viele Zahlen, um Weihnachtszeit herum, wie auch die Dämme losgebrochen sind, was das Geldausgeben anging. Also die, so das ganze, ganze letzte Hal..., oder zweite Halbjahr letztes Jahr haben die Leute sich relativ zurückgehalten, ne. Die Konsumgüter wurden deutlich weniger gekauft, das haben wir sehr deutlich gesehen. Und ab November ist es so explodiert, dass die, also gefühlt haben die Leute jetzt das ganze Geld ausgegeben, was sie seit Corona aufgespart haben.

Und es wurde so unheimlich viel Konsumgut konsumiert, was wir an unseren Zahlen sehen und damit haben wir 'n ganz guten Schnitt quasi über Deutschland. Also ich bin in meinem zweiten Leben nämlich auch noch, äh, was anderes, so wie Jürgen. Und, ähm, das kann natürlich auch im Reisebereich sich jetzt durchaus noch in den Januar und in den Februar ziehen, ne. D-d-- Grade jetzt da durch die Messe im Januar ist und ja auch jetzt die Reisen gebucht werden, sieht man das, glaub ich, auch. Und das spiegelt so 'n bisschen das, was Jürgen auch gesagt hat wieder, dass die, die Reise- und die Zubehörhalle so rappelvoll war. Da haben die Leute eben jetzt das Geld ausgegeben.

Und das ist auch der Grund, warum ich glaube, es, es geht nicht zurück. Ver-versteht mich nicht falsch. Weil, also deswegen, weil du sagtest, wir entfernen uns jetzt hier vom Thema. Nein, ich glaub, wir entfernen uns nicht vom Thema, denn es ist 'n Irrglauben zu glauben, die Preise werden sinken. Und das ist 'n Thema, ähm, was, was man hier besprechen muss. Also das heißt jetzt nicht, sollen alle was kaufen, aber, ähm, es, es wird nicht billiger werden. Also wir kommen nicht wieder in die Zeit vor Corona, wo 'n vernünftiges Wohnmobil für sechzigtausend Euro zu bekommen ist. Ähm, die Zeiten sind vorbei.

Davon geh ich jetzt auf die Schnelle auch nicht aus, das ist richtig.

Ich würde gerne noch mal 'n Blick auf konkrete Neuheiten werfen. Ähm, und da können wir's vielleicht auch so 'n bisschen aufteilen, je nachdem, was ihr euch alles angeschaut habt, da-dass der Stefan, ähm, 'n bisschen über die Fahrzeugneuheiten spricht und du, Jürgen, dann über die Zubehörneuheiten beziehungsweise jeweils auch, ähm, Trends und Tendenzen. Ich hab ja in der Vorbereitung auch zur Messe mir so 'n paar, ähm, Sachen angeguckt, die als Pressemeldung bei uns eingegangen sind. Da können wir gleich noch drüber sprechen. Ähm, Stefan, was hast du dir alles angeguckt und was ist dir dabei so im Gedächtnis geblieben oder was ist dir besonders aufgefallen, positiv wie negativ, was den ganzen Fahrzeugbereich oder auch, ne, ich sag jetzt mal, z...

gerne auch Zelte, was da so alles mit zusammenhängt, angeht?

Was mir 'n bisschen aufgefallen ist, so dass so der, der Grundriss, ähm, Van mit Heck sitzgruppe und Hubbett drüber, dass der so 'n bisschen, ja, vielleicht noch nicht in Mode ist, aber dass der relativ viel Fahrzeuge gibt. Ich selber find den auch ganz clever so weit, ähm, wo man auch vielleicht so 'n bisschen gegen die Komfortzone geht, weil man ja, ähm, glaub ich, schon 'ne Zeit lang auch die Fahrzeuge so gebaut hat, dass man ja nix umbauen muss oder dergleichen, ja. Da das immer bequemlicher gemacht hat. Und, ähm, so 'n Grundriss, wo man sagt, ja, das bringt mich jetzt nicht um, wenn ich mal ein, zwei Minuten brauch, bis ich, äh, mein Bett umbaue oder meine Sitzgruppe zur Verfügung hab.

Mir dann im Gegensatz d-dazu dann viel mehr Bewegungsfreiheit im Fahrzeug, was ja grad im Van auch immer 'n Thema ist, ähm, möglich ist, dann, ähm, nehm ich das gern wieder in Kauf.

Dann hab ich gesehen, dass ja auch das Thema Miniwohnwagen, ähm, zumindest mit 'n paar Neuheiten vertreten war. Kannst du da so 'n bisschen erzählen, welche Modelle und, äh, ja, Hersteller du dir da angeschaut hast?

Ja, wir haben ja zusammen da den, den Kleots, äh, behandelt. Ist natürlich schon... Also ich hatt immer so die Assoziation, das ist 'n Wohnklo ohne Klo, ja, oder 'n, 'n, 'n Eierschalenzelt oder wie auch immer.

Einer unserer Facebook-User hat's als Dackelgarage bezeichnet, aber ich find's eigentlich ganz süß.

Ja, so 'ne fahrende Hundehütte ist auch nicht schlecht als Bild. Also ja und sonst Dachzelte sind jetzt nicht so mein Thema, ehrlich gesagt. Was mir noch aufgefallen ist, od-oder, ja, dieser, dieser Wandel zum Transit als Basisfahrzeug, ähm, dass der jetzt vielleicht nicht nur der, der, den, dem Problem bei Ducato geschuldet ist, sondern dass der auch eben das Fahrzeugeigenheiten hat, äh, dass der, dass das Chassis breiter ist im Aufbau als jetzt bei den anderen Alternativen, also speziell 'm Sprinter und im Crafter und dass man zugleich mehr Stehhöhe hat. Ja, und, ähm, da passt dann auch diese LNC-Studie, diese Innovan 592 ganz gut dazu, die sich halt der Aufgabe gestellt haben, wie man Einzelbetten in 'nen sechs Meter Van reinbekommt und da sozusagen so Ziehharmonika-Art und Küche, äh, entwickelt haben, was ich also von der Kreativität her ganz beeindruckend fand.

Man, man konnte da nur in geführte Room Touren rein. Ich hab eine bekommen, hab jetzt auch auf meinem Blog drüber geschrieben. Auch dass man Feedback einholt, also dass man 'ne Messe nutzt. Das war ja auch 'n Teil von dem Konzept, dass man so 'ne, ja, was man in der Politik nennen muss, Bürgerbeteiligung, ähm, dass man da die Leute noch mal fragt, was sie davon halten. Ja und sonst muss man schauen, was die Praxis hergibt. Ja, das

Ich habe im Vorfeld gesehen, dass einige Hersteller jetzt neue Allradkastenwagen, ähm, vorstellen wollten. Da war zum Beispiel der, der von Etrusco dabei. Ähm, Carado, glaube ich, hat auch einen angekündigt. Ist dir da 'ne Tendenz aufgefallen, dass mehr so in Richtung Offroad und Allrad geht? Oder waren das jetzt nur so ein paar Schlaglichter, die wir jetzt halt zufällig wahrgenommen haben, weil bei uns die Pressemeldungen reingegangen sind?

Also mir persönlich ist es nicht besonders aufgefallen. Eher dann so auf dieser designerischen Ebene, dass man halt mit dem Transit Trail vor allem so relativ unaufwendig so 'ne Offroad-Optik herstellen kann.

Jürgen nickt.

Also ich hatte das Gefühl, dass es nicht das große Thema ist. Ähm, das war ja im Caravan Salon anders. Also da musste ja alles Offroad sein und ich kann mir auch gut vorstellen, dass der eine oder andere das ähnlich bei SUVs mittlerweile so sieht, dass er sagt: "Ja, ist schön, aber ich fahr eh nicht ins Gelände, brauche ich auch nicht das Geld dafür ausgeben." Ähm, die Offroad-Optik, die der Stefan anspricht, die ist tatsächlich da. Habe ich auch bei Goldschmitt gesehen, dass man das ja anbietet, dass man, ähm, vorne irgendwie die Federn erhöhen kann, damit das Auto, ja, weiter von der Straße weg ist, also zumindest so aussieht, als würde das. Ähm, aber ich hatte jetzt nicht das Gefühl, dass wir jetzt weiter in diese Richtung gehen, Allrad, Vierrad, ähm, martialisch und so weiter. Außer bei den Wohnwagen, weil du das vorhin, wie heißt das? Das Dackelhundel?

Dackelgarage.

In der Dackelgarage. Am letzten Tag sind wir oben auf der Empore entlang gelaufen und da steht eine ganze Reihe von Herstellern nebeneinander, ähm, mit wahnsinnig stylischen, ähm, kleinen Wohnwagen, manche ganz klein, manche ein bisschen größer. Ich habe dann nur zu meiner Frau gesagt, habe ich gesagt: "Matja, ähm, damit fällst du natürlich auf dem Campingplatz richtig auf." Denn ich glaube nicht, dass die Leute damit tatsächlich nachher ins Gelände gehen. Also das, das sieht zwar so aus, ja, da könnte Tom Cruise wahrscheinlich irgendwo ein Abenteuer mit machen im Film, aber das ist eher so, dass ich das Gefühl habe, ähm, wie bei dem Mobil hat der Chef mal gesagt: "Die meisten stehen halt doch zu neunzig Prozent auf dem Campingplatz und sind nicht draußen im Gelände."

Dasselbe haben wir von einem anderen großen Hersteller auch gehört, nämlich, ähm, ich glaube, es war seinerzeit von Bliss Mobil, dass die wenigsten der wirklich arschteuren Fahrzeuge jemals in irgendein Gelände kommen und die Beobachtungen, die man teilweise auf den Campingplätzen macht, es, es, sie sind wirklich, ähm, skurril. Also dass es da dann Leute gibt, die, die dann vor ihrem riesigen Expeditionsfahrzeug ihre Straßenschuhe ausziehen und sich Hausschuhe anziehen, um in dieses Gebrauchsfahrzeug einzusteigen, das finde ich schon fast ein bisschen niedlich. Also ja, bestätigt das, was, was dir auch gesagt wurde.

Genau. Und wenn du fragst, was, was gab es noch so an Besonderheiten? Ja, Castello war so ein Ding für mich. Ich muss, weiß jetzt nicht, ob's, ähm, manche Sachen gibt's ja schon auf dem Caravan Salon, die werden hier dann, äh, gezeigt und ich habe das Gefühl, oh, die sind neu, einfach weil ich es das letzte Mal vielleicht nicht gesehen habe. Aber bei Castello ist, glaube ich, wirklich was, was neu war. Das ist ein, ein, äh, Dach, nicht Dachzelt, ein, ähm, Dachaufsatz, der eben nicht aus, aus Zeltmaterial besteht, also so, so 'n Klappdach, ne, müsst ihr euch vorstellen, sondern aus einem harten Material. Also das ist wohl Aluminium und in der Mitte ist noch, äh, 'n Dämmstoff dazwischen und man klappt das nach oben aus. Noch dazu an allen vier Ecken so wie Hubstützen, die nach oben gehen.

Das Ganze wird elektrisch ausgefahren. Sieht wirklich stylisch aus, wenn das da oben drauf ist. Und irgendwann kam mir dann der Gedanke: Ja klar, deswegen heißt das auch Castello, weil das da oben wie so ein Kastell ist. Und dieser Raum oben auf dem Kastenwagen, der ist riesig. Also das ist was Besonderes gewesen. Das fand ich ziemlich cool. Einen Aufreger hatte ich auch. Ähm, wenn wir, dürfen wir Namen nennen? Nee, wir nehmen keinen Namen. Also ich will ja keinen Hersteller verunglimpfen, aber Stefan hat's erwähnt gehabt, dass ja der, der Ford überall da im Kommen ist. Klar, weil der verfügbar ist, noch dazu billiger und die Leute, ähm, mittlerweile vergessen haben, dass es 2006 bis 2011 reihenweise Motoren gab, die hochgingen. Ähm, ich war selbst betroffen, deswegen habe ich das jetzt gerade mal gesagt, weil es mich immer noch ärgert. Aber wie gesagt, auf Ford-Basis gibt es eine ganze Reihe von teilintegrierten, aber es ist eine Katastrophe, wenn man in einen reingeht.

Stylisch ohne Ende, wirklich gut gebaut, auch auf, auf Kleinigkeiten Wert gelegt, aber dadurch, dass das Ding schmaler ist, kannst du dich auf dieses Klo nur setzen, die Tür zuziehen, dann sitzt du in einem Bad und hast die Tür direkt am linken Arm. Der rechte Arm musst du legen in das Waschbecken, sonst kannst du dich dort gar nicht hinsetzen. Dann kannst du versuchen, dein Geschäft zu machen. Ich habe da mehrere Leute, die wesentlich breiter gebaut sind als ich. Ich bin also wirklich ein schmaler Hansel, ähm, und bin auch nicht der Dickste, aber ich habe dann mal welche reingeschickt, die wirklich ein bisschen Bodybuilding machen und, und breitere Schultern haben. Die konnten die Tür nicht zumachen. Ähm, fand ich sehr originell. Aber sogar wenn du die Tür zugeklickt hast, das ist uns dann einen Tag später erst gekommen, dann haben wir es noch mal ausprobiert: Setz dich mal auf dieses Klo und versuch, dir den Hintern zu putzen.

Du kriegst nämlich die Arme nicht nach unten. Wer bitte schön lässt sich so was einfallen? Ich behaupte, kein Ingenieur von dieser Firma, und das ist eine namhafte, hat das jemals selbst ausprobiert. Ich, ich bin immer noch schier entsetzt, wenn ich drüber nachdenke. Erstaunlicherweise gibt es dasselbe Modell auch mit Fiat-Basis und dann ist der nur zwei Zentimeter breiter im Bad und jeder ist da reingegangen und hat gesagt: "Oh ja, hier habe ich viel mehr Platz." Zwei Zentimeter sind da echt eine Welt. Nix für ungut. Ähm, ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Also nicht nur die Hersteller, sondern auch noch eure, eure Zuhörer. Ähm, es ist schier unglaublich, was man da manchmal findet.

Also den Eindruck hat man ja öfter, dass die Innenräume teilweise oder häufig von Ingenieuren designt werden, die selber auch gar keine Camper sind, weil da manchmal auch Sachen wirklich unpraktisch angeordnet sind, völlig alltagsuntauglich. Und ich würd mal behaupten, dass selbst uns das bei 'ner kurzen Besichtigung im Innenraum, wenn man nix ausprobiert, nicht unbedingt immer sofort auffallen würde, sondern leider stellt sich das dann wahrscheinlich häufig erst in der Nutzung heraus. Und daher auch noch mal der Appell an euch da draußen, wenn ihr euch 'n Fahrzeug kauft und vielleicht auch noch nicht so viel Erfahrung habt, nehmt euch wirklich Zeit, auch auf Messen oder beim Händler im Innenraum Sachen auszuprobieren. Dafür sind die Ausstellungsfahrzeuge ja auch gedacht.

Und ausprobieren meint so wie Jürgen das grade gesagt hat, mal rein ins Bad. Also das heißt nicht, ihr müsst die Hose runterlassen, wenn ihr euch auf die Toilette setzt, ne, aber mal auf die Toilette setzen, mal im schlimmsten Fall gucken, ob man mit den Armen überall hinkommt und so weiter. Ähm, mal die Küche sich anschauen, mal gucken, das sind jetzt nur Auszüge, ne. Wenn da drei, äh, Gasflammen sind, wie, wie viel Platz ist da außen rum? Kriegt man da überhaupt 'n etwas größeren Topf drauf oder auch nicht? Krieg ich da überhaupt drei Töpfe gleichzeitig drauf oder drei Pfannen oder 'n Topf und zwei Pfannen, wie auch immer. Und das ist gar nicht so einfach, wenn man das das erste Mal macht. Das wissen wir auch. Deswegen auch hier noch mal der Tipp und, äh, wir haben's jetzt auch schon mehrfach gesagt: Mietet vorher einfach 'n bisschen Fahrzeuge, ähm, weil da seht ihr dann ja wirklich im Urlaub am lebenden Objekt, wo Dinge sind, die cool sind und wo Dinge sind, die gar nicht für euch funktionieren, weil da hat ja auch jeder andere Anforderungen und schreibt euch die vielleicht auch auf, ne.

So was vergisst man ja auch wieder. Unser Gehirn verdrängt ja gern Dinge, die nicht so cool waren und schreibt die auf und dann guckt die euch auf der Messe an und, ähm, nehmt 'n, nehmt 'n Bandmaß mit, nehmt irgendwie was mit, wo ihr 'n bisschen ausmessen könnt und probiert Dinge aus, messt Dinge aus. Das spart euch später, euch an einigen Stellen zu ärgern. Manchmal sind's nur Kleinigkeiten okay, aber manchmal ist es halt auch was Größeres und dann hat man das Fahrzeug gekauft und ärgert sich schwarz. Ähm, das würde ich auch noch mal zusammenfassend quasi euch mitgeben, wenn ihr vorhabt, auf 'ner Messe 'n Fahrzeug zu kaufen. Also generell, wenn ihr 'n Fahrzeug kaufen wollt. Aber auf Messen hat ich natürlich die Möglichkeit, alle mit einmal anzugucken, wenn ich 'ne ganze Woche da bin, alle zu vermessen und zu gucken, was wirklich am besten für mich passt.

Ich hab noch eine Neuheit ganz besonders im Auge, die jetzt nicht direkt mit Fahrzeugen zu tun hat, ähm, aber mit 'ner Firma, die uns persönlich sehr sympathisch ist, nämlich Spacecamper. Eigentlich bauen die ja Campingbusse aus, also VB-Busse, auch mit sehr innovativen Lösungen, weil die Jungs nämlich, also zumindest die, äh, der Gründer und der Marketingleiter leben in ihren Campingbussen teilweise schon seit vielen Jahren. Wir hatten die beiden, Markus und Ben auch im Interview, ähm, zum Thema Van Life - Traum versus Realität. Aber die sind jetzt so 'n bisschen weggegangen von ihrem Kerngeschäft und haben jetzt ein, ja, ein Bike auf den Markt gebracht. Und Stefan, du hattest dir das näher angeguckt.

Beim Jürgen weiß ich's nicht. Möchtest du einmal so 'n bisschen erzählen oder ihr beide, was ihr da gesehen habt und ob euch das überzeugt hat?

Ja, ich glaub, was man in erster Linie sehen konnte, war 'ne Denke. Ja, also die, die haben sich einfach vorgestellt, wie sich das Mobilität auch in Zukunft entwickeln kann. Und da war ja ein Hauptaspekt eben dieses autofreie Städte, um gleichzeitig eben 'ne Art von Mobilität zu haben, die den Alltag ermöglicht. Das ist, glaube ich, so die, die Grundidee von dem Spacecamper-Bike. Ähm, also ich muss gestehen, mich hat's beeindruckt. Ich bin auch mal drauf gelegen auf das Ding und bin trotz meiner Pfunde nicht umgeflogen.

Kannst du 'n bisschen beschreiben, wie das aussieht?

Ja, das, also das Basisfahrzeug in Anführungsstrichen ist 'n Load, also 'n Lasten-E-Bike oder 'n Lastenpedelec. Äh, und da, wo sonst eben dieses, wo man sonst die vier Kasten Bier reintut, da sind halt verschiedene Halterungen drin, äh, die, sodass 'ne Liege aufliegt, sodass man im Prinzip jetzt und, und, ähm, starken Ständer hat man noch und dann kann man im Prinzip tagsüber oder wann auch immer mal da in den, in den Park gehen damit und dann hat man seine Liege dabei zum Chillen. Man kann das Ganze noch mal hochklappen, dann hat man 'n Bett. Man kann 'n Zelt drüberziehen. Ähm, oder wenn man die Liege ganz zusammenklappt, dann kommt man an den Kofferraum ran.

Man kann auch den Lenker, den kann man umlegen und 'ne Tischplatte aufstecken und dann sitzt man quasi auf dem Kofferraum und hat dann 'n Tisch zum Essen oder zum, zum Arbeiten am Laptop. Und man kann auch fahren damit von A nach B, ja.

Also mich hat beeindruckt, wie durchdacht das Ganze ist. Ging mir bestimmt auch so, Stefan. Ähm, wenn der das angefangen hat an irgendwelchen Ecken und Enden hochzuklappen und dann diesen Sitz umzubauen, der, der erst so 'n schöner Liegestuhl ist und dann plötzlich ist es 'n Bett und dann ist es 'n erhöhtes Bett mit, mit Rückenlehne. Also man kann das wirklich sehr vielfältig umbauen. Ähm, Spacecamper, muss ich dazu sagen, die Jungs sind ja bei mir im Nachbardorf, also Darmstadt, bin da direkt nebendran. Das Ding war jetzt für mich auch neu. Kommt natürlich aus einer in Darmstadt ansässigen Fahrradgroßfirma, nenn ich jetzt auch keinen Namen, aber, ähm, da hat irgendeiner Herzblut reingesteckt und, ähm, den hab ich dann auch erlebt, wie er davon geschwärmt hat, wie er in den Wald fährt oder auf irgendwelche, ähm, Inseln am, am Rhein gefahren ist und sein Zelt aufgebaut hat und da drin schläft.

Also das funktioniert, das ist durchdacht. Da hat jemand wirklich schon jetzt etwas Neues geschaffen. Bin gespannt, wo die Reise da weitergeht. Und natürlich ist dieses hier, das sogenannte Load, ich kenne so Begriffe noch gar nicht, Lastenfahrrad. Also dieses Lastenfahrrad, das ist natürlich schon fix und fertig und jeder weiß, die Dinger funktionieren. Damit kannst du tausende von Kilometern fahren und jetzt dann noch im Endeffekt 'n, ja, Wohnmobilteil draus zu machen, sehr coole Idee.

Also dadurch zeichnet sich Spacecamper aus meiner Sicht ja auch aus und deswegen sind wir Fan von denen, obwohl wir selber kein Fahrzeug von denen haben. Das ist auch ehrlich gesagt nicht unsere Preisklasse. Ähm, aber die, die haben einfach geile Ideen und die wissen einfach auch, worauf es ankommt, um auf engstem Raum irgendwie nicht nur zu reisen, sondern wirklich auch zu leben. Und es schlägt sich tatsächlich bei den Fahrzeugen einfach in jedem Detail durch. Wir gucken uns auch immer die Neuheiten an, die bringen auf jeder Messe wieder irgendwelche neuen Raumkonzepte und neuen Ideen und ich mag einfach auch so kleine Firmen, die nicht stillstehen.

Also klein, klein sind die ja nicht mehr, ne. Also ich war jetzt letztens grad bei denen. So ist es. Das ist also eine tolle Truppe, die da ist und, und, äh, die Werkshalle in, in Darmstadt, da stehen die eng an eng, um, um die vielen Fahrzeuge, die hier bestellt sind, fertig zu kommen. Sie haben ja noch dieses T7-Modul rausgebracht auf 'm, ähm, auf der CMT. Äh, Stefan, hast du das auch gesehen? Ich, äh, hab mich da mal draufgelegt und, äh, das find ich halt klasse, dass man jetzt nicht nur 'n kompletten Camper bei Spacecamper kaufen kann, sondern kann sich modular seinen VW-Bus umbauen mit den Modulen von denen. Und diese Module sind genau das, was du, Nele, sagst: echt durchdacht bis ins kleinste Detail, ähm, und mit wenigen Handgriffen haben die das rausgezogen und hatten wieder ihr normales Auto.

Also grad einer, der das Ding als Familienkutsche braucht mit, ich weiß nicht, zwei, drei Kindern, der kann ja nicht den ganzen Tag mit dem Wohnmobil rumfahren. Das haben wir früher gemacht, das waren immer so Halbheiten. Zum Schluss hatten die, die Wohnmobilteile mehr gelitten durch die, die Kids und was man da alles reingeschmissen hat. Das hat dann immer wehgetan. Fand ich cool.

Ja, das war ganz, war schon auch interessant. Äh, wie-- Also mir ging's stellenweise so, dass ich gar nicht mehr unterscheiden konnte bei dem Multivan, bei dem T7, was, was kommt jetzt aus dem VW-Basisfahrzeug und was hat jetzt Spacecamper noch da drauf komponiert, ähm, was ja aber kein Schaden sein muss. Im Gegenteil, also es beweist ja eher die, den Umgang von den, äh, Männern und Frauen dort. Äh, und der Ben hat ja auch das Spacecamper-Bike wirklich sehr leidenschaftlich präsentiert, wo dieses "Wir leben das" also auch wirklich glaubwürdig rüberkommt und wirklich so das Gegenteil ist von diesen Herstellern im, im Konzernkontext, wo ja auch die sogar die Kreativität, ähm, zugekauft wird und, ja, das Kerngeschäft wahrscheinlich eher in erster Linie da ist, um, um Gewinne abzuschöpfen, für wen auch immer.

Ähm, das sind natürlich sehr gegenläufige Modelle. Ja, das und es bleibt trotzdem auch kreativ, aber die Frage ist halt: Wo kann sich das hin entwickeln? Ähm, da find ich schon auch sehr sympathisch, so wie die das machen bei Spacecamper.

Man muss natürlich auch ehrlicherweise sagen, dass die Manufakturen, also da zählt Spacecamper dazu, da zählt aber auch Campwerk dazu und viele, viele andere auch bei den Ausbauern, viel mehr Möglichkeiten haben, flexibel zu reagieren, weil die natürlich nicht diese Riesenmassen produzieren. Wir haben uns das mal erklären lassen von 'nem großen Hersteller, was das bedeutet, wenn zum Beispiel nur 'ne Rückleuchte von 'nem Wohnwagen neu designt wird. Also was das bedeutet an Kosten, an zusätzlichen, die sich dann natürlich, ich sag jetzt mal, im, im Einzelbereich auf Cent bis minimale Eurobeträge belaufen. Aber wenn ich irgendwie zwanzigtausend Fahrzeuge im Jahr produziere, kann man sich's ausrechnen. Und was es aber auch bedeutet, von der Standardisierung in den Fabrikhallen abzuweichen.

Und deswegen sehen wir ja auch ganz oft auf den Messen, dass die kleinen Hersteller wirklich wahnsinnige Innovationen präsentieren von Messe zu Messe und die großen oft hinterherhinken und dann neue Vorhänge als Superinnovation verkaufen oder 'ne neue, ähm, Laminierung für die Möbelfronten, weil die auch einfach nicht so schnell auf die Marktbedingungen reagieren können. Und das führt mich auch so 'n bisschen zu meiner nächsten Frage: Die CMT hat sich aus meiner Sicht bisher auch immer so 'n Stück weit dadurch ausgezeichnet, dass dort lokale Anbieter, Aussteller vor Ort waren. Auch kleinere Firmen, die wir teilweise dort entdeckt haben und dann über ihre Entwicklung über die Jahre hinweg begleiten konnten und die jetzt richtig groß geworden sind, weil die einfach tolle Ideen haben.

Cargo Clips wär da für mich so 'n Beispiel. Ähm, die haben wir vor, ich denke, sechs Jahren ungefähr dort zum ersten Mal gesehen mit ihrem, ähm, ja, mit ihrem Ausbau, der so 'n bisschen an 'ne Werkstatt erinnert, mit diesen Lochplatten an den Wänden. Ähm, kann ich euch auch noch mal den Artikel verlinken, damit ihr das euch mal angucken könnt.

Und von denen ist das Castello.

Von denen ist das Castello. Ach krass, ja. Weil die waren jetzt dieses Jahr nämlich auch ziemlich groß auf 'm Caravan Salon vertreten. Dann muss ich mir das noch mal genauer angucken. Und da wär jetzt meine Frage, ob ihr irgendwelche regionalen Aussteller gefunden habt, die irgendwas Spannendes präsentiert haben. Weil die muss man da wirklich suchen, da... Das ist manchmal ganz schwierig, die zu finden. Da läuft man nicht einfach mal eben so dran hin, weil die ja auch ganz kleine Stände haben.

Ja, hab ich. Ähm, das eine waren Betten Ja, Hersteller weiß ich jetzt nicht, aber einer, der das vertreibt, 'n ganz nettes System, wo du Matratzen kaufst, ähm, die quasi l-seitliche Löcher haben, in die Verstärkungen reingeschoben werden, die du je nach Härtegrad dann verändern kannst. Das hat den Vorteil, dass du quasi keinen Lattenrost brauchst. Also so was war da oder was dann-

Nenn, nenn ruhig, nenn ruhig Namen, Jürgen. Ist ja spannend für die Leute.

Ich, ich kann's jetzt leider grad gar nicht sagen. Mir fällt der Name jetzt nicht ein, aber-

War das zufällig, äh, Happy L..., äh, Happy Lounge?

Nee, so hieß der nicht.

Nee.

Irgendwas mit Matratzen sowieso.

Okay.

WomoBlock, demnächst wieder. Also ich muss das jetzt noch mal alles durchforsten. Ähm, das andere Thema war ein Tüftler, der, der sich drüber ärgert, dass Wohnwagen, ähm, auf 'm Campingplatz, äh, den Eimer unterm Wohnwagen haben und dann stinkt's wie Sau, weil nach 'n paar Tagen fängt diese Gülle an, da drinne, äh, zu schmoddern. Ähm, und der hat ein, ein, ein System, ganz simpel mit Schlauch und, und Dichtungsgummis und was weiß ich was und, ähm, 'ne Kupplung plus einem Falteimer, wo das Wasser dann im Endeffekt reinläuft, ohne dass das groß vor sich hin stinken kann. Der kommt da unten aus der Ecke, hatte die Möglichkeit anscheinend für 'n kleineren Betrag – ich glaub, da sind die auch flexibel hinten auf der CMT – ähm, haben sie ihm 'n Stand gegeben und, äh, ich glaub, der ist überrannt worden.

Ja, also da war immer eine Traube von, von Menschen davor. Hat-- und das macht dann Spaß. Das macht dann Spaß, solche Firmen zu sehen, dass die sich, ja, vielleicht beim nächsten Mal auch weiterentwickeln. Ähm, also ja, es gibt sie.

Ja, ich war nicht ganz so erfolgreich be-beim Erfinden, wie ich's mir vorgenommen hab, aber was man bei den kleinen Herstellern vielleicht aufgreifen könnte, ist einfach die höhere Solidität auch im Ausbau. Wenn man sich überlegt, da, also beim, Fahrzeuge, die in Masse produziert werden, vom Band kommen, ähm, schon allein durchs Fahrgestell und Motor sind die oft so schwer, dass, ähm, das alles gar nicht leicht und dünn genug sein kann, damit man überhaupt noch 'n bisschen Zuladung hat. Ähm, da hab ich halt das Gefühl, dass die Kleineren da viel solider bauen. Ähm, ja, jetzt würd ich auch gern 'n Namen nennen, der mir nicht einfällt. Neuburg sind die, das könntet ihr vielleicht wissen.

Wer das ist, ja, ich komm mal drauf nach der Gelegenheit. Aber da ist halt einfach... Na, ne, das kann man halt auch machen, wenn man's individualisiert, so 'n Aufbau. Ja. Aber hat auch seinen Preis, ja. Die haben meistens schon 'n sehr erlesenes Publikum, denk ich, ähm, bauen vielleicht 'n paar Fahrzeuge im Jahr und dann ist es für die durch.

Da darf ich noch mal einwerfen, weil ich möchte jetzt für einen wenigstens mal Reklame machen, weil es war 'n Thema, was ich wirklich gut finde und mir aufge..., dann erst aufgefallen ist, dass es das sonst nicht gibt. Vielleicht gibt's ja auch irgendwo und mir ist es nie aufgefallen: behindertengerechtes Wohnmobil oder Wohnwagen.

Da wär ich jetzt, das wär meine nächste Frage gewesen, weil das wirklich 'n Herzensthema von uns ist, ob sich da jetzt endlich mal 'n bisschen was getan hat.

Also nein, also um das klar zu sagen, ich hab da auch gesprochen mit denen dann dort, dass die Hersteller da einfach kein Interesse haben, weil wie du schon gesagt hast, alles, was individuell ist, ist schlecht für die. Ich kann's ja auch nachvollziehen, weil du vorhin gesagt hast, neue Rückleuchten. Du musst ja denken, in zehn und in 20 Jahren will jemand diese Rückleuchte ersetzen und dann musst du dementsprechende Ersatzteile liefern. Aber mir geht's jetzt um was anderes. Hier ist ein, ein, ähm, ein, ja, ein Händler mit 'ner großen Werkstatt. Ich weiß, die haben, ich weiß nicht, 30 Leute in der Werkstatt arbeiten, also das ist wirklich nix Kleines. Und die hatten 'nen ganzen Katalog dabei. Die haben sich hingesetzt oder ein Mensch dort hat sich hingesetzt, ich glaub, es ist der Sohn, und hat die ganzen Kataloge durchgeguckt: Welchen Wohnwagen können wir umbauen, um zum Beispiel mit 'm Rollstuhl da reinzufahren?

Wie heißt der Händler?

Das ist, äh, Caravan Brecht. Ähm, fand ich 'ne, ich hab keine Ahnung, was die Dinger kosten. Ist bestimmt nicht billig und, und, äh, sind ja Individualleistungen. Er hatte dort an 'nem Neben, Nebenschauplatz im Endeffekt seinen Wohnwagen stehen mit 'ner Rampe davor und 'nem, äh, äh, Rolli davor, also den man da hochschieben konnte. Und, und ganz viele Leute laufen logischerweise vorbei, aber mir sind da zwei, drei im Rollstuhl aufgefallen und mit einem hab ich mich dann mal unterhalten und diese Frau sagte: „Ja, es gibt für uns nichts." Und das war für sie auch was, was ganz bewegend war, dass sie sagte: „Jetzt kann ich da mal hingehen und kann gucken, auch von der Größe vom Wohnmobil. Es gibt auch kleinere, es gibt nicht nur einen, sondern ich kann mir quasi meinen Wohnwagen kaufen und die bauen mir den um."

Wow, warum gibt's das nicht öfters?

Also dieses Thema beschäftigt uns ja schon sehr lange bis dahin, dass wir dafür 'ne eigene Redakteurin haben, die selbst im Rollstuhl sitzt überwiegend. Und es ist tatsächlich so, dass wir nichts, aber auch nichts, aber auch nichts finden, was wirklich mal, ich sag jetzt, für 'ne, für 'n größeres Publikum geeignet wäre. Weil natürlich ist jede Behinderung sehr individuell. Natürlich ist es teuer und nach wie vor werden die Fahrzeuge ja oft so gebaut, gerade Wohnwagen auch, dass im Innenbereich die Möbel viele tragende Elemente sind. Und dass wir dadurch natürlich 'ne Situation haben, dass man erst sehr aufwendig alles rausreißen müsste und unter Umständen auch die, an der Statik was tun müsste, um dann 'nen behindertengerechten Ausbau zu machen.

Und dafür haben die 'n ganzen Katalog. Kannst du dir das vorstellen?

Das ist Wahnsinn und da, das ist auch sicher 'n Thema, was wir noch mal aufgreifen werden. Vielleicht auch sogar hier im Podcast. Ich werd mal Kontakt zu denen aufnehmen. Ähm, in dem Zusammenhang jetzt nicht von der CMT, sondern vom, äh, Caravan Salon noch. Da gab's auch zwei Wohnwagen, die sich für 'nen behindertengerechten oder 'n barrierefreien Ausbau eignen könnten, weil die nämlich erst mal leer sind und dann individuell ausgebaut werden von diesem Anbieter. Ähm, einen hab ich mal eben rausgesucht, der heißt The Cuba und den anderen würd ich noch mal raussuchen. Da ist jetzt, ich glaub, Bliss heißen die. Da ist mir jetzt der Name nicht mehr ganz präsent von diesem Modell. Das würd ich-

Ja

... würd ich auch noch mal in den Show Notes verlinken. Und, ähm, weil es gibt wirklich so wenig, dass die Leute, die echt drauf angewiesen sind, kaum irgendwie zu 'nem Preis, der, äh, halbwegs annehmbar ist, was herbekommen. Und das wird ja auch natürlich von keiner Kasse und von niemandem übernommen. Und was ich aber jetzt auch noch mal als Appell, vielleicht hört ja der ein oder andere Hersteller zu, ähm, da nach draußen richten möchte: Wenn wir über barrierefreie Ausbauten sprechen oder über barrierefreie Fahrzeuge, dann reden wir ja nicht nur über Menschen, die im Rollstuhl sitzen, die vielleicht eine Nische sind, die für die Ausstell, äh, die für die Hersteller in der Masse in Anführungszeichen nicht relevant sind, auch wenn das jetzt so'n bisschen menschenverachtend klingt, aber die Hersteller denken natürlich wirtschaftlich.

Aber alles, was barrierefrei ist, ist auch für ältere Menschen super geeignet und wir wissen, wie alt der Campingsektor ist, ja, Ü60 und ist auch für Menschen geeignet, die vielleicht von der Statur her ein bisschen fester sind, ähm, die sich dann auch besser durch 'ne breite Tür bewegen können und in 'nem Innenraum, der nicht völlig zugebaut ist, als jemand, der vielleicht die Statur von Jürgen hat. Und auch jemand, ähm, auch Kinder zum Beispiel kommen mit barrierefreien Ausbauten besser zurecht. Also das ist auf jeden Fall ein Thema, was eben jetzt nicht nur fixiert auf das Rollstuhlt Thema ist, sondern ganz viele Bereiche der Bevölkerung abdecken würde. Und insofern kann's vielleicht dann doch mal ausprobiert werden, ob's nicht doch relevant sein könnte, zumindest Fahrzeuge anzubieten, die so ausgebaut sind, dass man 'ne Chance hat, die mit relativ geringem Aufwand umzubauen.

Ja, da würd ich kurz reinfragen wollen, ganz unbedarft. Mir ist jetzt spontan der Deseo eingefallen mit der Heckklappe oder generell käme mir da jedes, jedes Mobil infrage, was auch irgendwie 'ne Rampe auflegen kann, um Motorrad zu transportieren. Gibt's da keine Experimente oder?

Das Problem ist, glaub ich, auch das Bad, Stefan. Also du kannst dann zwar den Rollstuhlfahrenden, äh, also mir fehlen da die Begriffe und ist man da ja viel vorsichtiger. Du hast eben schon barrierefrei gesagt, ich hab noch behindertengerecht gesagt. Also wenn ich damit irgendjemandem auf die Füße trete, tut mir das leid. Ich bin noch so alt, dass man das, ähm, noch unbedarft tut.

Das sind zwei unterschiedliche Begriffe, Jürgen. Die werden auch, ne, die, die sind beide in Ordnung, hab ich mir sagen lassen. Alles gut.

Gut, gut. Also ich wollte damit nur sagen, ich will da niemanden jetzt irgendwie, ähm, verunklimphen. Also das Problem ist wirklich das Bad und das haben die zum Beispiel dort auch gelöst. Das Bad ist zum Beispiel keine Tür und keine Wände, sondern die haben da tatsächlich 'n Vorhang hingemacht. Ähm, es sind, es sind so Kleinigkeiten, sag ich jetzt mal. Bei 'nem Kastenwagen als Beispiel: Du kannst zwar denjenigen dann reinfahren, du kannst vielleicht den auch nach, äh, im, im Bett noch gut versorgen, aber wie kommt der durch das Wohnmobil durch? Wie kommt der vorne zu den Sitzen und so weiter. Also, ähm, das ist vielschichtiger. Es gibt, es gibt mit Sicherheit genügend Ideen. Es fängt aber zum Beispiel mit der Tür, wie du schon gesagt hast, an. Bei Brecht haben die eine, eine größere Tür eingebaut und sie sagten allein diese größere Tür, die breit genug ist, ähm, damit ein Rollstuhl da durch kann, überhaupt zu finden, äh, war schier unmöglich.

Ich glaub, sie haben's nachher selber gemacht oder selbst entwickelt. Aber wie gesagt, ähm, das ist jetzt nur ein einziges Beispiel, das ich gefunden habe. Leider schade, aber immerhin, es ist ein Beispiel.

Also zu deiner Frage noch mal, Stefan. Ähm, die generell die Transportcaravans sind natürlich besser für Menschen mit Handicaps, egal welcher Art, als, ähm, die normal ausgebauten Fahrzeuge. Schon alleine durch die Heckklappen, aber auch durch den vielen Raum im Innenbereich. Und da sind ja auch die, die, ähm, Sitzmöbel zum Beispiel häufig 'n bisschen modularer oder besser erreichbar. Also generell ist, wär das zumindest 'ne einfachere Lösung, 'n Wohnwagen umzubauen als jetzt einen von den klassischen Herstellern. Aber natürlich klar, das Bad, äh, spielt 'ne Rolle. Und dann hab ich ja auch für Menschen mit Handicap 'ne andere Höhe. Also was Küche zum Beispiel angeht, wenn jemand im Rollstuhl sitzt, hat der natürlich 'ne andere Arbeitsflächenhöhe als, äh, jemand, der steht.

Und ich hab das Gefühl, dass da wirklich noch, da sind wir irgendwie in der Campingbranche gefühlt noch so'n bisschen in der Steinzeit und ehrlich gesagt find ich das wirklich traurig, weil grade Camping ist ja für Menschen mit Behinderung oder wäre für Menschen mit Behinderungen 'ne super Möglichkeit, um Urlaub zu machen und trotzdem 'ne gewisse Privatsphäre sich zu bewahren, ähm, durch eben den eigenen Bereich, weil für viele ist es dann auch unangenehm oder einfach nicht möglich, in die öffentlichen Sanitäranlagen zu gehen, weil's da auch keine barrierefreien Angebote gibt oder weil die Zugänge erschwert sind. Und ich hab immer noch die Hoffnung, wenn wir das gebetsmühlenartig mindestens drei bis fünfmal im Jahr wiederholen, dass sich irgendwann mal was tut. Und vielen Dank Jürgen, für das Positivbeispiel.

Ich werd die mal kontaktieren. Vielleicht hat jemand Lust, auch von, äh, den Kollegen in den Podcast zu kommen, weil natürlich auch Best Practice Beispiele zeigen, dass es durchaus möglich sein könnte.

Ich schick dir die Kontaktdaten. Die Manuela wird sich mit Sicherheit gerne mit dir austauschen.

Ich würd mich dann auf dich berufen.

Na ja, gerne. Ähm, wollen wir grad noch mal 'n anderes Thema von der CMT ansprechen? Also da sind wir jetzt gar nicht groß drauf eingegangen. Es gibt ja, glaub ich, zwei komplette Messehallen nur Urlaubsangebote. Und, ähm, das macht, find ich, den Charme dieser CMT aus. Und weil du ganz am Anfang gesagt hast: "Was ist denn der große Unterschied zum Caravan Salon?" Es ist alles viel, viel enger dort. Es gibt keine großen Außengeländen. Klar, im Winter jetzt, grad wenn's schneit und regnet, war das klasse, weil man ist immer trocken und Fußes von einem zum anderen gekommen und es ist 'n ganz anderes Angebot mit diesen Reisehallen. Ähm, die gefallen mir immer extrem gut, auch wenn ich weiß, das sind alles Veranstalter, kann man mit diesen Leuten, die meistens aus den Ländern auch kommen, gut ins Gespräch kommen. Ich hab mich extrem gut unterhalten dieses Jahr mit der Mongolei.

Das ist eh 'n Traumziel von mir. Da wollten wir eigentlich hin. Ja, ist halt jetzt durch den blöden Putin 'n bisschen schwierig. Also da sagten die selber: "Lass es mal grade." Ähm, aber man, man konnte dort Kontakte knüpfen und, und auch mal sich Ideen holen oder auch mal Ängste eindämmen. Natürlich haben wir mit 'nem normalen Wohnmobil, äh, grade Nadja 'n bisschen, bisschen Angst: Wie ist das denn, wenn wir da so Piste fahren? Und das andere Land war Rumänien. Das haben wir damals lieben gelernt über die CMT. Da haben wir eine junge Frau, die Anka, kennengelernt mit ihrem Label Burgreisen, die geführte Reisen macht und ich war immer eigentlich so: "Ach nee, geführte Reisen, das brauchen wir nicht." Also ich bin ja so 'n Individualist, das brauch ich keine geführten Reisen. Und wir sind dann durch Zufall in Rumänien auf die Anka wieder getroffen in der Walachei mit so einer Gruppe und haben das dann mal miterlebt und, und reden seitdem völlig anders, denn wir haben dann mit 'nem Geologen, ähm, die Schlammvulkane von Berka besucht und, äh, was du da in 'n paar Stunden erfährst, das ist sensationell und, äh, sind dann später in, äh, der, in der Bukowina in ein Nonnenkloster gekommen und konnten dann mit dieser einen Nonne dann Führung machen.

Äh, das, das kriegst du natürlich als Normaltouri nicht hin. Ähm, also von daher, es ist 'ne tolle Gelegenheit, äh, 'n Land kennenzulernen und, und wie gesagt, auf dieser CMT sich dann auch mit diesen Leuten auszutauschen.

Da hab ich immer das Gefühl, dass die Reiseziele auf der CMT auch viel schöner und liebevoller präsentiert werden als zum Beispiel im Caravan Salon, wo die in so 'ner bisschen dunklen Halle abgeschoben sind. Also ich weiß nicht, ob, ob ich das nur so empfinde, aber-

Absolut

... da hab ich, da hab ich immer gar keine Lust, zu den Reisezielen zu gehen, obwohl wir da Bekannte haben, die wir jedes Jahr wiedertreffen aus Spanien, mit denen ich mich wirklich gern unterhalte, aber die Halle ist mir irgendwie unsympathisch.

Das ist so 'n Anhängsel. Das ist eigentlich keine Halle.

Ja. Ist ja auch nicht das Kerngeschäft des Caravan Salons, muss man ehrlicherweise dazu sagen. D-deswegen ist ja die CMT auch wirklich, ähm, oder nennt sich zumindest die weltweit größte Touristikmesse in, die mit Caravan in Verbindung steht. Aber das-

Hat sie auch im Namen, ne? Caravan, Motor, Touristik, glaub ich.

Genau, genau. Ja, also d-das ist noch mal 'n ganz wichtiger Punkt: Wer sich eben für Destinationen interessiert, ist sicherlich auf der CMT besser aufgehoben als auf 'm Caravan Salon. Ähm, was ich auch ganz spannend finde, jetzt nicht für uns persönlich, weil wir damit nix am Hut haben, aber es gibt ja auch so, äh, Spezialmessen, die im Rahmen der CMT laufen. Da ist mir jetzt, äh, dieses Mal aufgefallen, Tauchen war, glaub ich, relativ neu. Kreuzfahrten war jedes Jahr, Golf ist auch jedes Jahr dabei, aber auch Wandern und Fahrrad, was man ja durchaus sehr gut auch mit dem Campingthema verbinden kann. Und es war sogar auch Gleitschirmfliegen oder irgend so was Verrücktes dieses Mal mit Thermik und dergleichen. Hast du da was gesehen, äh, Jürgen? Oder auch du, Stefan?

Äh, ja, was mir aufgefallen ist, war die, die Wahl der Themenländer. Das eine, wie hat ja der Jürgen schon genannt, das war die, ist die Mongolei, ähm, wo man nicht mehr hinkommt im Moment oder kaum und es auch generell dort ja kaum Infrastruktur gibt. Und, äh, der andere große Schwerpunkt war ja, äh, d-der Urlaub im eigenen Land. Jetzt Landurlaub war ja Thema oder generell die, die ganzen Destinationen, die ja üblicherweise aus Baden-Württemberg kommen oder Bayern und in Halle sechs sind. Ähm, da war ich 'n bisschen überrascht, dass da noch mal so 'n Schwerpunkt gelegen, äh, liegt im Moment, weil ich dachte, jetzt so nach Corona gehen halt, kann man wieder unbeschwert ins Ausland gehen und dass man das dann irgendwie aufgreift, aber irgendwie...

Ist vielleicht auch 'n baden-württembergisches Interesse, dass man den Trend halten will.

Also ich hab das Gefühl, dass Deutschland immer noch 'n Thema ist. Das ist auch 'ne Rückmeldung, die wir zum Beispiel, ähm, vom Geschäftsführer von ADAC Camping bekommen haben, von Uwe Frers, der ja auch schon mehrfach bei uns im Podcast war, dass Deutschland durchaus an Popularität nicht viel eingebüßt hat, auch in der, ähm, ist ja noch nicht wirklich Post-COVID-Zeit, aber gefühlt, ne, also nach der, nach der großen Pandemiewelle. Also das ist auf jeden Fall, glaub ich, auch was, wenn, wenn ihr, ähm, euch mit Reisezielen in Verbindung mit Camping beschäftigen möchtet, dann wie gesagt die CMT 'ne gute Anlaufstelle. Und es gab ja auch über die reinen Aussteller hinaus noch etliche Angebote, wie zum Beispiel das sogenannte Vanlife, äh, Wohnzimmer mit Vorträgen, auch von lieben und tollen Blogger-Kollegen und Kolleginnen.

Ähm, dann hatten sie auch 'nen Workshop mit den Kollegen von den Busbastlern. Der war, glaub ich, kostenpflichtig, aber superspannend. Die machen ganz tolle Arbeit und zeigen einem halt, wie man Reparaturen und auch Ausbauten selber vornehmen kann. Also auch außerhalb der Messe kann man, ähm, das buchen, soweit ich weiß. Und ja, ich guck jetzt grade mal so 'n bisschen auf die Zeit Wir sind jetzt schon etwas fortgeschritten. Der Sebastian lacht sich in sein Bart rein, ähm, weil ich so viele Fragen jetzt gestellt habe, aber ich möchte jetzt trotzdem noch einmal kurz auf das Thema Zubehör eingehen, weil ja Jürgen, ähm, du vorhin darauf sehr stark hingewiesen hast, dass da auch so viel los war. Da würde ich dich bitten, möglichst kurz uns einmal noch so 'n bisschen Trends und Neuheiten vorzustellen, die du so entdeckt hast.

Ich und kurz, das geht ja gar nicht zusammen.

Ich weiß, deswegen hab ich's so betont.

Ja, ja, ganz klar Internet. Also überall an jedem zweiten Stand ist irgendwas mit Internet. Ich hab ja vor einiger Zeit mal 'n bösen Video dadrüber gemacht, dass man alten Kram den Campern verkauft. Das ändert sich grade schlagartig, aber auch zu horrenden Preisen. Also auch da muss man mal gucken. Ähm, aber das ist 'n großes Thema und das zweite große Thema ist Trenntoilette. Wir haben ja auf Womo.blog vor geraumer Zeit mal so Umfrage gemacht: Was habt ihr alles so nachträglich eingebaut? Und da ist tatsächlich die Trenntoilette, ähm, prozentual so im, im zehn, 20 % Bereich gewesen. Hätt ich nie geglaubt. Und das merkt man auch auf der CMT. Es gibt, ich weiß nicht, fünf, sechs, sieben Stände waren nur Trenntoilette. Früher war es einer. Ja, ähm, das ist, glaub ich, also das sind die z-großen Themen und ansonsten Lämpchen basteln, LEDs, Batterien, das Übliche.

Power Stations, hast du da auch noch mal 'n...

Nein.

Nicht.

Das ist kein Schwerpunkt. Ich hab da extra drauf geachtet, weil auch da hab ich ja mal 'n bösen... Auch wenn ich sie ständig vorstelle, ich weiß auch, dass die Dinger gut sind, keine Frage, aber ich hab dann mal gefragt, wer, wer braucht denn bei einem Wohnmobil oder bei einem Van noch 'ne Power Station, wenn er das Zeug ja alles verbaut hat. Wenn ich's nicht verbaut hab, ist es eine tolle Alternative, keine Frage, aber da standen nur bei EcoFlow, ähm, welche rum und war vereinzelt an den einzelnen Ständen, aber das war kein großes Thema. Hat mich eigentlich auch gewundert.

Also nicht wie auf 'm Caravan Salon, wo gefühlt an jedem Stand, äh, so 'ne Box stand. Okay.

Exakt.

Stefan, hast du noch irgendwas, was wir jetzt noch nicht angesprochen hatten, was für dich noch besonders wichtig, spektakulär oder spannend war?

Nee, muss ich passen. Also ich glaub, ich hab alles sagen können, was ich sagen kann und von daher bin ich durch.

Umso besser. Dann müssen wir nicht gar so überziehen, weil wir haben ja normalerweise immer Folgen so von 45 bis 60 Minuten. Da sind wir heute deutlich drüber. Ich hoffe, liebe Hörerinnen und Hörer, euch hat's trotzdem gefallen und interessiert, was wir heute besprochen haben. Ich bedank mich ganz herzlich bei euch beiden, Stefan und Jürgen, dass ihr euch die Zeit genommen habt und dass wir auch wieder so 'n bisschen, ähm, durchaus kontrovers oder mit unterschiedlichen Ansichten hier diskutieren konnten. Das find ich immer besonders toll, wenn nicht immer nur alles in eine Richtung geht. Und ich würde jetzt dann noch das letzte Wort an Sebastian übergeben, der heut recht wenig zu Wort gekommen ist, weil ich wieder so viel gelabert habe.

Ja, ich hab das genossen, heut mal nicht so viel zu sagen und mir einfach bisschen angehört, was ich alles verpasst oder auch nicht verpasst habe. Ich hoffe, euch hat's auch Spaß gemacht. Gebt uns da gerne Feedback zu, auch zu der Folge, wie euch das gefallen hat. Danke, äh, Stefan und Jürgen, dass ihr da wart und uns quasi live habt so, oder nicht live, aber so 'n bissel habt an der Messe teilnehmen lassen und so 'n bisschen eure, ähm, Dinge mitgegeben habt, die euch aufgefallen sind. Es war super spannend und, ähm, ja, ich übergebe das Wort an Stefan, verabschiede mich schon mal bei euch da draußen. Bis zum nächsten Mal. Jo, Stefan und dann Jürgen haben die letzten Worte hier im Podcast heute.

Ja, vielen Dank für die Einladung, war super spannend. Danke auch an den Jürgen, dass er noch dazugekommen ist so kurzfristig. Ich hab schon so bisschen Überforderungsgefühle gehabt im Vorfeld, wenn ich das, äh, der einzige Gast gewesen wär, aber das ist jetzt alles, hat sehr gut geklappt. Vielen Dank und gerne wieder, wenn sich 'n Thema auftut.

Ja, vielen Dank fürs Zuhören. Danke, dass ich so viel erzählen dürfte. Ich weiß, ich mach das gerne und lang und ausführlich. Wenn ihr Lust habt, guckt mal Womo.blog, ansonsten natürlich immer wieder hier in den Podcast und wenn ich wieder mal eingeladen werde, dann wird mich das auch freuen. Vielen Dank.

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