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Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.
Und ich bin Sebastian und heute geht es um Wohnwagenreifen.
Und da haben wir uns wieder einen Experten ins Studio geholt, den ihr wahrscheinlich schon kennt, und zwar aus unserer Vorweihnachtsfolge zum Thema Dichtigkeitsprüfung, nämlich den Herrn Happacher, Kundendienstleiter bei der Firma Fendt Caravan. Herzlich willkommen erneut, Herr Happacher.
Hallo an alle. Schön, dass wir wieder bei, wieder zusammen sind.
Herzlich willkommen.
Ja, ich glaube, zu Fendt Caravan selber brauchen wir jetzt nicht mehr viel sagen, aber vielleicht stellen Sie sich noch mal kurz den Hörerinnen und Hörern vor, die die letzte Folge mit Ihnen nicht gehört haben: Wer sind Sie? Was machen Sie? Und warum sind Wohnwagenreifen wichtig?
Also mein Name ist Anton Happacher, bin hier bei der Firma Fendt Caravan GmbH in Mertingen der Kundendienstleiter. Kundendienst bei Fendt Caravan bedeutet von der Reklamationsannahme bis zur Reparatur durchgehend alles. Warum sind Reifen so wichtig? Weil Reifen eigentlich mit wenig Fläche der einzige Bindeglied zur Straße sind und, äh, man kann viel falsch machen, man kann auch sehr viel richtig machen und über dieses Thema ist es eigentlich schon wert, dass man mal drüber redet.
Ja, wir haben ja ganz, ganz viele Fragen, die auch teilweise aus unserer Community kommen, weil eben beim Thema Reifen allgemein oft 'ne Verunsicherung herrscht. Also welche Reifen brauche ich überhaupt? Was bedeuten diese Reifencodes, die man an den Flanken sieht? Brauche ich Winterreifen? Das sind alles Fragen, über die wir heute sprechen möchten. Und ich würd sagen, ohne lange Vorrede, denn wir haben eine lange Liste, steigen wir direkt ins Thema ein, oder, Sebastian?
Genau. Dann würde ich gleich mal mit der ersten ganz grundsätzlichen Frage anfangen: Brauchen wir eigentlich für einen Wohnwagen spezielle Wohnwagenreifen oder können wir eigentlich die nehmen, die wir auch beim Pkw verwenden?
Also die, die wir beim Pkw verwenden, werden wahrscheinlich bei zu neunzig Prozent nicht da zu dem Wohnwagen passen, weil Wohnwagen A von, von den Gewichten, wo auf dem Reifen, äh, wirken und auch auf die Anforderungen, längich, lange Standzeiten, wo man unterwegs ist, wird das mit normalen Pkw-Reifen nicht machbar sein. Aus dem Grun-grunde gibt's ja eigentlich, äh, eigene Camper-Reifen, die ja auch eigens, äh, klassifiziert werden, also mit diesem Kürzel CP für Camping. Und diese Reifen sind speziell für, für Überlastsi-situationen aus, äh, konzipiert, längere Standzeiten und so weiter. Also ich würde keinen Pkw-Reifen auf einen Wohnwagen nehmen.
Und das heißt ganz kurz noch, das Camping, das befindet-- Also die Reifen sind generell schon natürlich erst mal von der, von der grundleg, vom grundlegenden Aussehen ähnlich, ne? Also sind alle irgendwie rund und sind auf 'ner Felge drauf und aus Gummi oder aus, aus verschieden Gummi. Und, äh, die CP-Reifen, also die speziell für Camping sind, die würden auch auf Wohnmobile und Vans passen oder sind die dann wirklich noch mal speziell für Wohnwägen?
Nein, die sind nicht speziell für Wohnwägen, weil CP heißt ja Camping und dieses, dieses CP ist eigentlich auch nicht gesetzt. Da gibt's keine gesetzliche Regelung.
Aha.
Es gibt nur für die sogenannten C-Reifen, also für diese, äh, Commercial- oder auch, äh, Cargo-Reifen, Schwerlastreifen, äh, im Volksmund genannt. Da gibt's klare Regeln für CP. Es gibt da viel von den namhaften Reifenherstellern gibt's da so spezielle Reifen fürs, fürs, fürs Camping, ne? Und ich würd schon sagen, dass man zumindest Reifen nimmt, die den Caravan überhaupt tragen, ne. Also das ist immer die Grundvoraussetzung. Ob man jetzt 'n CP-Reifen braucht, das ist, muss man jedem selber überlassen. Es gibt sie auf jeden Fall.
Okay.
Dieses Kürzel, was Sie gerade genannt haben, befindet sich ja, ähm, innerhalb dieser, dieses Reifencodes, also dieser Buchstaben-Zahlen-Kombination an der Reifenflanke, richtig?
Das liegt an der Reifenflanke, aber nicht unbedingt in diesem, in diesem Zahlencode, weil CP, diese, diese, dieses Kürzel gibt's ja, ist gesetzlich nicht, unterliegt keiner gesetzlichen Regelung. Das C sehr wohl. Also ein C-Reifen ist immer ein Schwerlastreifen, der einen bestimmten Lastindex hat. Und die namhaften Reifenhersteller haben halt einfach fürs Camping, speziell für, für, für Wohnmobile, aber auch für Caravans halt spezielle Reifen entwickelt.
Und wenn jetzt, äh, wenn ich jetzt zum Beispiel keinen CP-Reifen finde oder, oder, ähm, vielleicht eine Alternative mir wünsche, könnte ich dann auch C-Reifen nehmen, also diese Commercial-Reifen, die ja auch für Schwerlast geeignet sind?
Können Sie auf jeden Fall nehmen, weil es gibt sicherlich, ähm, nicht so viele CP-Reifen, wie es C-Reifen gibt, also von den Herstellern her und von den, von den Reifenabmessungen, wo wir dann später noch drauf kommen. Wichtig ist immer, dass der Reifen zum Wohnwagen passt. Also ich kann jetzt keinen Reifen mit, mit 'm Lastindex von neunzig, äh, nehmen und wenn ich hundertfünf brauch, dann, dann klappt das nicht. Also dann funktioniert das nicht und das soll man auch nicht tun.
Damit sprechen Sie jetzt eigentlich schon was an, ähm, was teilweise wahrscheinlich, äh, die Antwort auf meine nächste Frage sein wird. Woher weiß ich denn beziehungsweise wo finde ich die Informationen, welche Reifen genau für meinen Wohnwagen geeignet sind?
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Sie von, von, von, von den Dimensionen her sprechen, also Breite, äh, Durchmesser und so weiter. Also die, äh-
Genau, Lastindex und so weiter.
Lastindex. Also die Reifengröße, wenn's ein neues Fahrzeug ist, ist immer ein guter Indikator, mal zu schauen, was ich momentan überhaupt aktuell verfahr, äh, überhaupt drauf hab. Der nächste große Hinweis, wo man so was findet, ist eigentlich in den Zulassungspapieren. Es gibt da größere Unterschiede, und zwar, äh, den, den alten Brief, Fahrzeugschein, da stehen die Daten drinne und da gibt's natürlich ab, äh, bestimmtem Datum, 1. Oktober 2005 ungefähr, gibt's ja die alten Briefe nicht mehr. Da gibt's diese neuen Zulassungsbescheinigungen Teil eins und da findet man halt diese, diese unter, unter dem Feld fünfzehn die Reifendimension, was man da eigentlich so draufmachen muss. Ein weiterer Indikator ist natürlich dieses, äh, COC-Papier oder EG-Übereinstimmungsbescheinigung.
Da steht mehr drauf als wie in die Zulassungsbescheinigung eins drinne steht. Und da steht unter Feld fünfzehn, fünfzehn Punkt eins und unter Feld zweiundfünfzig die ganzen Dimensionen, was ich fahren darf, wie breit muss es sein, welche Felgen darf ich fahren und welche Alternativen gibt es. Die finden's beim neuen Fahrzeug nur noch im COC-Papier und nicht mehr in der Zulassungsbescheinigung eins. Da steht nämlich nur ein Typ drinne und wenn's blöd geht, dann steht da 'n Reifentyp drinne, den wollen Sie gar nicht aufm Fahrzeug haben. Kann durchaus passieren.
Das ist uns mit unserem Auto schon mal passiert. Also-
Genau.
-das kommt durchaus vor und das heißt ja auch nicht, dass es falsch ist, aber es gibt ja auch 'nen Spielraum teilweise.
Ja, ganz so trivial ist es nicht. Speziell wenn man ein älteres Fahrzeug hat und das ist ja in den, in der Freizeitwagenbranche durchaus üblich, dass auch Fahrzeuge zwanzig und zwanzig Jahre und älter werden, ist es immer spannend, wenn von einem alten Fahrzeughistorie, also alte Fahrzeugschein, der abgemeldet wird, wird verkauft und wird wieder neu angemeldet. Dann, dann macht da die, die Zulassungsbehörde einen, einen neuen Zulassungsbescheinigung Teil eins draus. Und wenn in der alten Fahrzeugschein oder Fahrzeugbrief Reifen drinne stehen, Reifengrößen, Dimensionen, Felgen, die nicht in den Fahrzeug, in die Zulassungsbescheinigung eins übernommen wird, weil sie nämlich die Zulassungsbeamte oder Beamtin händisch reintippen muss, dann steht das nicht drinne und Sie können, haben keine Chance nachzuschauen, welche Reifengröße Sie eigentlich verwenden müssen.
Drum empfehle ich eigentlich immer, wenn man alte Fahrzeuge ummeldet, dass man einfach schaut, alten Brief zum neuen hinlegen, ob da alles drinne steht. Und den alten Brief ja nicht, ja nicht vernichten, sondern aufbewahren.
Seit wann kommen denn Wohnwägen mit dieser, äh, COC-Bescheinigung daher?
Also mit dieser EG-Überscht, äh, Übereinstimmungsbescheinigung so 2012 ungefähr.
Und jetzt gehen wir mal auf den Fall, den Sie gerade geschildert haben. Jetzt haben wir 'n Fahrzeug, das ist älter. Wir haben nicht aufgepasst, weil wir's nicht konnten, weil's nicht unseres war, das ist bei der Umschreibung passiert. Welche Chancen habe ich dann noch, an die Information zu kommen?
Über den Hersteller.
Okay.
Es gibt da Typengenehmigungen, also wir beantragen ja das oder jeder Hersteller beantragt das ja beim KBA und da gibt's sogenannte Datenblätter. Und in diesen Datenblättern stehen dann alle Reifen- und Reifen-Felgen-Kombinationen, die für diesen Fahrzeugtyp mal angedacht waren und auch vom KBA beim Homologation auch beantragt wurden.
Für alle, die nicht wissen, was das KBA ist, das ist die Abkürzung für das Kraftfahrt-Bundesamt.
Kraftfahrt-Bundesamt, ja, in Flensburg oben.
Ganz wichtiger Hinweis, ja.
Also wie gesagt, wir sollten, wir sollten immer aufpassen, wenn man ein Fahrzeug, ein älteres Fahrzeug übernimmt, dass die Dokumentation passt. Also sprich, alte Brief zur neuen Zulassungsbescheinigung, einfach dass die Daten passen. Und was die meisten, das ist aus ein bisschen Erfahrung aus meinem, aus meinem Job hier als Kundendienstleiter, viele wissen gar nicht, dass sie dieses COC-Papier, die EG-Übereinstimmungsbescheinigung eigentlich brauchen, dass es eigentlich, äh, Bestandteil der Fahrzeugpapiere ist. Die kaufen sich ein Fahrzeug, ist nicht dabei und der, und der, und das COC-Papier darf nur ein einziges Mal ausgestellt werden.
Ja, das ist das Problem von allen, die vor 2020 ihren Führerschein gemacht haben. Die haben das meistens nicht mitbekommen. Also mir geht es auch so. Ich hab's durch Zufall nur mal beim Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs vom Verkäufer mitgeteilt bekommen, dass das jetzt Pflicht wäre und hab mich dann ein bisschen schlau gemacht, sonst wüsste ich das bis heute auch nicht.
Also wie gesagt, Sie haben drei, man hat grundsätzlich drei Möglichkeiten. A, einmal zu schauen, was ist auf dem Fahrzeug drauf, was steht in dem Fahrzeugbrief oder Zulassungsbescheinigung eins, zwo oder in dem alten Brief 'n Schein drinne. Und bei den neueren Fahrzeugen kann man natürlich in dem COC nachschauen. Da steht das eigentlich sauber beschrieben drinne.
Wir haben jetzt ja schon 'n paar Mal, äh, so 'n bisschen gefachsimpelt über Load Index, über CCP, über den Reifencode. Ich würd da gerne jetzt noch mal einen kleinen Schritt zurückgehen, weil sich ja noch nicht jeder unserer Hörerinnen und Hörer mit diesem Thema näher beschäftigt hat. Ähm, können wir einmal gemeinsam die ganzen Punkte aufarbeiten, die eben am Reifen vermerkt sind? Also was bedeuten diese Buchstaben-Zahlen-Kombinationen und welche Daten stecken dahinter?
Genau, da gehen wir gleich mal her, weil die meisten haben ja irgendwie hundertfünfundneunzig oder zweihundertfünfer, dann Schrägstrich, dann 'ne Zahl. Also die erste Zahl ist meistens dreistellig, das ist die Reifenbreite in Millimeter. Einfach so breit ist der Reifen von link, von der linke Seite bis zur rechten Seite angegeben in Millimeter. Dann der Querstrich und eine Zahl meistens fünfundfünfzig, fünfzig, fünfundvierzig. Da gibt's die Unterschied, bis auf bis siebzig. Das ist das Verhältnis zwischen der Flankenhöhe Reifen zu der Breite. Also fünfundfünfzig in dem Fall bedeutet fünfundfünfzig Prozent der Breite ist er hoch, also von der Felge bis zur Lauffläche. Und dann gibt die nächste Zahl, da kommt meistens ein Buchstabe. Bei uns hier in Europa ein R.
Für Radialreifen, also die meisten, zu fünfundneunzig Prozent steht da immer R dran. Es gibt auch noch Diagonalreifen. Also das ist dann, wenn jemand einen Oldie hat, Oldtimer, die alten Reifen sind meistens Diagonalreifen. Und die nächste Zahl, meistens auch zweistellig, zum Beispiel sechzehn, fünfzehn, siebzehn, achtzehn, neunzehn, das ist die Zollangabe der Durchmesser der zu verbauenden Felge. Also das ist der Durchmesser Felge, also nicht die Breite, sondern der Durchmesser. Die nächste Zahl ist meistens zwei- oder dreistellig, das ist der Loadindex. Der beginnt irgendwo bei zwanzig für achtzig Kilogramm Last pro Reifen und endet bei zweihundertvier, aufgesplittet in, in Einzel- oder Fünferschritte.
Das bei zweihundertvier haben wir dann tausendsechs-- also sechzehntausend Kilo. Wir bei den Caravans haben meistens zwischen neunzig und hundertzehn. Also neunzig bedeutet sechshundert Kilo Last pro Reifen und bei hundertzehn liegt mir bei tausendsechzig Kilo. Und die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Also bei einem Zweiachser haben wir vier Reifen, da haben wir natürlich einen geringeren Loadindex, da sind wir irgendwo bei neunzig. Bei einem fünf fünfzehner, fünf vierziger Aufbau Länge mit zwei Tonnen, da liegt man dann schon bei hundertzehn. Das sind dann die sogenannten C-Reifen, Schwerlastreifen, die speziell dann eine andere Karkasse haben, weil man muss ja eins auch sehen, man sieht jetzt von außen nicht an, welchen Reifen man vor sich hat. Die laufen auch bei den Herstellern vom selben Band. Die schauen genauso aus, bloß die Karkasse, also sprich das Gewebe, dieses Stahlgewebe, Plastikgewebe, immer alles, was da unten reinkommt, ist halt einfach anders.
Die hält einfach mehr Last aus. Und dann kommt eine wichtige Zahl. Die steht aber nicht in diesem Verbund von hundertfünfundneunzig Schräge fünfundfünfzig R sechzehn, sondern, äh, die sogenannte DOT-Nummer. Die DOT-Nummer sagt aus – da kommen wir dann später drauf, wenn wir uns mit den hundert km/h beschäftigen. Die DOT-Nummer sagt aus, wann ist denn das, dieser Reifen hergestellt worden? Und zwar ist es grundsätzlich in der neuen Zeitrechnung immer vierstellig. Wenn man sagt jetzt, okay, null eins dreiundzwanzig würde bedeuten, dass der in der KW eins im Jahre 2023 gefertigt wurde. Früher hat es einmal gegeben, drei, drei, äh, Stellen nur, äh, da wäre jetzt zum Beispiel jetzt drauf, äh, null eins drei, also sprich null eins, erste Kalenderwoche im Jahre 2023.
Und das haben wir irgendwann vor zehn, fünfzehn Jahren wurde das geändert, dass man das einfach vierstellig macht, und zwar europaweit gleich. So, jetzt haben wir in der Zahlenkombination noch einen wichtigen Buchstaben vergessen, sondern den, den sogenannten Speed-Index. Das ist dann einfach irgendwie, da gibt's von, von F bis Y alles. Meistens, äh, früher hat es auch mal die ZR-Reifen gegeben und so weiter. Also bei F geht's bei achtzig Kilometer los und beim Y bist du bei dreihundert Kilometer pro Stunde, wo dieser Reifen von der Geschwindigkeit aus, äh, aushält. Und da haben wir eigentlich bis auf eins haben wir noch vergessen: ein Piktogramm für, für Reifen, die speziell für den Winter, also sprich Winterreifen, dieses, dieses, dieses, äh, angedeutete, ähm, Bergsymbol mit, mit drei Flocken drinnen.
Also dann haben wir eigentlich alles, was man wissen muss von unserem Reifen eigentlich haben wir einmal durch.
Falls ihr jetzt ein bisschen verzweifelt seid, weil ihr euch die ganzen Zahlen und Zuordnungen nicht merken konntet: Wir verlinken euch dazu auch noch mal weitere Informationen in den Show Notes. Es gibt natürlich auch im Internet Tabellen dazu, zum Beispiel, ähm, welcher Loadindex wie viel Kilo bedeutet. Das wissen wir alle auch nicht auswendig. Also vielleicht noch der Herr Happacher, aber definitiv, ich glaube, Sebastian und ich-
Nein, ich auch nicht.
Nicht, auch nicht. Sie müssen auch in Tabellen nachgucken.
Es gibt, äh, bloß als kleinen Tipp, es gibt vom ADAC, äh, Kennzeichnung des Pkw-Reifens. Das ist, ich weiß nicht, wie viel Seiten das sind. Das sind, das sind fünfzehn Seiten, kann man vom Internet runterladen. Das ist eigentlich alles sauber beschrieben, was man dazu braucht. Das sind jetzt nicht die ganzen Loadindexe drin, aber speziell was, äh, für uns, fürs Kfz wichtig ist, das findet man eigentlich alles drin, sauber beschrieben. Kann ich nur empfehlen.
Verlinken wir auch noch mal und bei Wikipedia gibt's auch 'ne gute Tabelle, die da 'ne Komplettübersicht darstellt. Ähm, also das wissen auch die Experten nicht immer alles aus dem Kopf.
Nee.
Wichtig ist einfach, dass, dass ihr da draußen wisst, welche Zahl beziehungsweise welcher Buchstabe was bedeutet und dass ihr die Fertigungsnummer, ähm, oder die, das Fertigungsdatum des Reifen auch, ähm, euch genau anschaut, weil damit auch wieder andere Dinge zusammenhängen. Unter anderem, Sie hatten's schon angesprochen, das Thema Hunderter-Zulassung.
Die DOT, die DOT, Entschuldigung, dass ich unterbreche. Die DOT hat natürlich andere, andere Bedeutung auch noch, weil in der Reifenbranche gilt ein Reifen drei Jahre lang als Neureifen. Und wenn man sich das auf, in, in, also mit, mit der hundert-km/h-Regelung sieht, dann kannst du nur, nur drei Jahre hundert km/h fahren, obwohl du schon einen nagelneuen Reifen drauf hast. Darum sollten wir eigentlich nach der Breite, Durchmesser, welche Zoll und so weiter. Und, äh, der wichtigste Index ist eigentlich der Loadindex, also sprich: Was hält der Reifen aus? Ist die DOT-Nummer für hundert km/h das zweitwichtigste Kriterium, dass ich den richtigen Reifen kaufe.
Da hab, da hab ich noch mal ganz kurz 'ne Nachfrage zu, bevor wir gleich zur Hunderter-km/h-Zulassung kommen. Ähm, reicht es, wenn der Reifen oder wenn die Reifen exakt das Gewicht tragen können, was sie am Ende auch tragen müssen? Oder würden Sie da empfehlen, lieber ein bisschen Reserve mit einzukalkulieren?
Also rein vom, vom, vom Gesetzgeber her ist die Mindestanzahl der Loadindex, wo auch in den Papieren drinne steht. Wenn man natürlich eine Größe oder zwei Größen höher geht, also ich hab ja gesagt, es, es, es gibt da sehr viele, äh, Unterscheidungen. Ob Sie jetzt einen hundertneuner nehmen mit tausenddreißig Kilo oder einen hundertzehner nehmen, also Loadindex mit tausendsechzig Kilo und Sie brauchen nur tausend, äh, wird wahrscheinlich nicht die große Rolle spielen, aber Sie müssen halt, mit, das Mindeste müssen Sie erfüllen. Wenn's ein bissel drüber geht, spielt normalerweise auch keine Rolle. Wie gesagt, Breite und Zoll und so weiter muss passen und der Loadindex, ein Mindestmaß muss, muss eingehalten werden.
Okay.
Okay, ich hab noch einen Hinweis dazu, weil wir grade über die Dotnummer gesprochen haben, für alle, die ihre Reifen im Internet bestellen: Das ist häufig auch so, dass es bei verschiedenen Shops verschiedene Preise gibt. Das ist jetzt nichts Neues, das gibt's überall. Aber wenn manchmal 'n Reifen besonders günstig ist, dann kann das unter Umständen daran liegen, dass die in Anführungszeichen schon relativ alt sind, also dass die schon 'ne ganze Weile auf irgendnem Lager liegen. Und, äh, dann muss man oder sollte man sich idealerweise mal nach der Dotnummer, also nach dem Herstellungsdatum beim Shop erkundigen. 'n guter Shop rückt das Ganze raus oder kann das zumindest ganz grob sagen. Nicht immer ganz genau, weil die wiederum auch ihre Sachen von Großhändlern bestellen. Das ist relativ kompliziert. Aber wenn ihr grade mit der Hunderter-Zulassung unterwegs seid, dann achtet halt ganz, ganz, ganz doll drauf, dass die Reifen so neu wie möglich sind, damit ihr, wie Herr Happacher das grad ja gesagt hat, so lang wie möglich natürlich was davon habt, weil die dürfen – und da greif ich jetzt vor, aber das wär jetzt unser nächster Punkt – nicht älter als sechs Jahre sein.
Genau.
Und ja.
Also, man, man, man muss eins dazu sagen: Wenn die Reifen nicht mehr nagelneu, also von, frisch von der Fabrik kommen, sondern schon ein paar Jahre rumliegen, wegen dem sind sie ja nicht schlechter als wie ein neuer Reifen. Also man, man darf jetzt nicht sagen, eine Dotnummer, wo zweieinhalb Jahre alt ist, ist a, ist alte Reifen, der will ihn nicht mehr haben. Die, die sind trotzdem gut und wenn man nicht, wenn man die hundert km/h, äh, nicht benötigt oder, oder Reifen fürs, fürs, fürs Fahrzeug, also fürs Zugfahrzeug, dann tun die auch ihren Dienst. So ist es nicht.
Genau, das ist 'n wichtiger Punkt, aber wie gesagt, achtet da 'n bisschen drauf. Grade wenn's besonders günstig ist, kann das daran liegen, dass der Reifen schon eben ein gewisses Alter hat und demzufolge grade bei Wohnwagengreifen durch die Hunderter-Zulassungsgeschichte dann einfach nicht mehr so begehrt sind, sag ich mal.
Und, ähm, da hak ich jetzt wieder ein, weil vielleicht auch nicht jeder weiß, was 'ne Hunderter-Zulassung ist. Übrigens, 'tschuldigung für die Nebengeräusche, bei uns drehen die mexikanischen Tauben grade durch. Die scheinen irgendwie in der Balzzeit zu sein. Ich weiß nicht, ob man's hört. Ähm, was ist überhaupt 'ne Hunderter-Zulassung? Wir haben dazu 'ne eigene Folge auch gemacht, aber vielleicht können Sie, Herr Happacher, noch mal ganz kurz die wichtigsten Punkte dazu benennen.
Was, was meint man mit der Hunderter-Zulassung? Seit 1998, glaub ich, kann man Wohnwagengespanne mit hundert km/h unterwegs sein. Früher, es war oder lange Jahre war es ja ver-verpflichtend, dass man das, das Zugfahrzeug mit dem Hänger verheiratet haben. Also sprich, das war in den Fahrzeugpapieren drinne: Du darfst mit dem Wohnanhänger mit diesem Fahrzeug hundert fahren. Das gibt's jetzt nicht mehr. Wenn der Wohnwagen die Voraussetzung hat, also sprich, äh, die bestimmten, äh, Schlingerkupplung und so weiter drinne ist, dann darf ich hundert km/h fahren und der Fahrer ist verantwortlich, dass er auch vom Zugfahrzeug her die Voraussetzungen hat. Und das ist wichtig. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass man hundert überhaupt fahren darf, dass es, dass das zulässige Gesamtgewicht vom oder Gesamtmasse vom Hänger nicht größer ist als das Leergewicht vom Zugfahrzeug.
Das ist immer die Grundvoraussetzung, weil wir hier im eins-zu-eins-Verhältnis sind. Es gibt durchaus auch Hänger, wenn man sich anschaut, ob man Kies holen kann oder seine Möbel holen kann, also sprich, wo kein Wohnwagen ist, gibt's ja unterschiedlichste, ähm, Teiler. Also sprich, ein Kilo, also ein Kilo vom Zugfahrzeug bedeutet nur null Komma acht Kilo vom, vom Hänger, wenn, wenn da keine Stoßdämpfer verbaut sind. Da gibt's unterschiedlichste Regularien. Das geht nach, glaube ich, bis zu eins Komma zwo, wenn man, wenn man in, in, in den normalen Hängebereich unterwegs ist. Aber hier beim, bei wo wir jetzt unterwegs sind, beim Wohnwagengespann eins zu eins, also sprich, ein Kilo Zugfahrzeug bedeutet ein Kilo zulässiges Gesamtgewicht vom oder Gesamtmasse vom Hänger, eins zu eins.
Genau, da haben wir auch, wie gesagt, eine eigene Folge zu und auch einen ausführlichen Ratgeberartikel. Verlinken wir euch beides noch mal, weil das ist ja heute jetzt gar nicht unser Thema. Aber was eben auch mit 'ne Rolle spielt, ähm, Sebastian und auch Herr Happacher hatten's schon angedeutet, ist das Reifenalter am Wohnwagen. Und da kommt gleich meine erste Frage, weil da auch die Quellenlage unterschiedlich ist. In einigen Quellen ist zu lesen, die Reifen dürfen nicht älter als sechs Jahre sein und in anderen Quellen ist zu lesen, die Reifen müssen jünger als sechs Jahre sein. Das heißt, genau das Alter sechs Jahre steht da offenbar zur Diskussion. Was ist denn jetzt richtig, Herr Happacher?
Das ist im, ungefähr so, also wenn man sagt, die, die, das Glas ist halb voll oder halb leer, sechs Jahre sind sechs Jahre. Das sind sechs mal dreihundertfünfundsechzig Tage. Es ist sauber geregelt. Also die Reifen müssen einfach, sie dürfen nicht älter wie, wie sechs Jahre sein. Also sprich, die Diskussion haben wir jetzt nur über einen Tag. Also sprich, jünger oder älter.
Nee, eigentlich übers ganze Jahr. Also jünger als sechs Jahre heißt ja ein bis einschließlich fünf Jahre und nicht älter als sechs Jahre heißt, sie dürfen nicht sieben Jahre sein.
Nee, nee, sechs Jahre. Also sechs Jahre fahren darf man.
Das ist der eine Tag, den Herr Happacher sagt, denn, äh, denn jünger als sechs Jahre bedeutet ja nicht fünf Jahre, sondern bedeutet sechs Jahre und dreihundert, äh, fünf Jahre und dreihundertfünfundfünfzig Tage. Das ist der Denkfehler, den vielleicht der eine oder die andere dabei machen, ne. Also ich, es gibt ja keine ganzen Jahre, sondern im Grunde genommen, äh, Tage. Und, äh, zumindest weil die Kalenderwoche draufsteht, können wir's nicht auf 'n Tag genau sagen, aber wir können es zumindest auf die Kalenderwoche genau sagen. Das heißt, wir haben im Schnitt also fünf Jahre und zweiundfünf oder einundfünfzig Kalenderwochen zur Verfügung. So und damit-
Und man, man muss auch mal, auch immer eins mitbedenken: Die 80 km/h ist die Regel und die 100er km/h ist die Ausnahme. Weil viele setzen ja 100 km/h als die, als die Regel an. Nee, nee, nee. 100 km/h ist die Ausnahme, wo man fahren darf, wenn man bestimmte Bedingungen erfüllt. Und da gehören einfach Reifen dazu, die halt nicht älter wie sechs Jahre sind.
Und was man auch noch dazu sagen muss, und dann gebe ich auch Ruhe mit der 100er-Zulassung, ähm, ist, dass man auch nicht überall dann die 100 km/h fahren darf, sondern also zum Beispiel auf Landstraßen gilt nach wie vor 80 km/h, weil, also viele wissen's auch nicht, manche ignorieren's. Wir sehen sehr viel, wenn wir unterwegs sind, weil wir sind ja, ähm, mehr oder weniger dann das ganze Jahr unterwegs in Europa und es gilt auch erst mal nur für Deutschland.
Jein, jein. Es gibt diese 100-km/h-Regelung oder annähernd, was wir in Deutschland haben, auch für die Schweiz. Da haben wir jetzt die ersten Unbedenklichkeitsbescheinigungen rausgegeben und auch in Belgien oben, äh, rührt sich da scheinbar was. Sie öffnen sich auch hinsichtlich der 100-km/h-Regelung. Zumindest stellen wir immer Unbedenklichkeitsbescheinigungen aus. Also nur Deutschland würde ich jetzt nicht sehen, aber wie gesagt, wir können jetzt zu 100 % nur Deutschland, für Deutschland sprechen. In Österreich gilt's 100 % nicht und in Italien auch nicht.
Und in Frankreich gibt's wieder andere Regeln, aber wie gesagt, das ist Thema für 'ne, ähm, für 'ne eigene Folge. Ähm, jetzt haben wir ja das Alter der Wohnwagenreifen in erster Linie betrachtet aus der Sicht, ähm, der 100er-Zulassung.
Und das Nächste, was, was der Reifen erfüllen muss, er muss mindestens den Laufindex, also den Geschwindigkeitsindex L größer 120 km/h haben. Also-
Für die 100er-Zulassung auch, ne?
Für die 100er-Zulassung. Also muss mindestens ein L sein.
Okay, das soll mal-
Aber das, das, es gibt eigentlich diese Reifen in dieser Dimensionierung gibt's eigentlich gar nicht, äh, für, für niedrige Geschwindigkeiten. Also da ist man fast über, immer drüber.
Okay. Dann gehen wir noch mal zum Alter. Da würde mich jetzt interessieren: Was würden Sie denn empfehlen, wie lange man Wohnwagenreifen allgemein maximal fahren sollte, jetzt also unabhängig von der 100er-Zulassung? Ähm, denn die sind ja durchaus auch der ein oder anderen Belastung ausgesetzt durch Gewicht, durch Umwelteinflüsse, durch teilweise lange Standzeiten. Was wäre da so Ihr Tipp? Wie, also gibt's da irgendwie so 'ne Pauschalangabe, dass man sagt, maximal so und so lang? Oder worauf kann ich da achten, auf, auf welche Anzeichen vielleicht auch?
Also, Sie müssen ja mindestens vom Gesetzgeber her ist ein, ist ein Indikator, die, die Mindestprofiltiefe 1,6 Millimeter, gemessen an diesen sechs Punkten oder an nebendran an sechs, äh, Verschleißpunkten, wo ja jeder Reifen auch im, im Durchmesser haben muss. Ich würd sagen, ich würde empfehlen, nach acht bis zehn Jahren einfach den Reifen zu wechseln, weil einfach von den, von den, äh, Umwelteinflüssen Hitze, UV-Strahlung, Sauerstoff, Witterung, das Material ermüdet halt mal. Und wenn man dann 100 km/h fahren will und, äh, zwei Tonnen hat, dann muss der Reifen einiges aushalten. Also spätestens nach zehn Jahren, auch wenn er noch vier Millimeter oder fünf Millimeter Reifenprofil hat. Ich würd auch keinen Reifen unter vier Millimeter, zwischen drei und vier Millimeter wär für mich die Grenze, wo ich überhaupt den Reifen auf den Wohnwagen drauf mache.
Also ich würd sagen, acht bis zehn Jahren, drei bis vier Millimeter, keine Schäden und dass man vernünftig mit dem Reifen Umgang, umgegangen ist. Das wär so meine Empfehlung.
Jetzt, jetzt könnte man ja ein bisschen unbedacht fragen: Na ja, der Wohnwagen ist ja gar nicht angetrieben. Wofür braucht der denn überhaupt 'n, 'n Profil? Also warum sollte der denn vier Millimeter haben? Was spielt das denn überhaupt für 'ne Rolle?
Ja, ist schon klar, der Wohnwagen muss aber dem Zugfahrzeug folgen und, äh, das hilft einem wenig, wenn er halt dann auf nasser Straße oder wo wir vielleicht später drauf kommen, auch bei, bei Eis und Schnee halt dann das Zugfahrzeug überholen will, weil er die Spur nicht hält. Also das bringt einem gar nichts. Also der Reifen muss schon seine, seine Dienste auch tun, dass er dem, dem Zugfahrzeug sauber folgen kann.
Okay.
Wie messe ich denn die Profiltiefe, wenn ich jetzt vielleicht nicht so 'n, ähm, so 'n kleines Messgerät habe? Also wir haben da so eins, da fährt man so 'n, so 'n Pin aus und, und sieht dann genau die Millimeter. Aber gibt's auch irgendwelche Hausmittel?
Ja, es gibt auch dieses, diese, das Prüfen mit, mit den Geldmünzen. Sommerreifen, dass, dass man bei 'ner Euromünze eigentlich den, den, den Kupferrand verschwinden sieht und beim Winterreifen, dass man bei einer Zwei-Euro-Münze den silbernen Rand nicht mehr sieht. Das sind so, so Annäherungen, die natürlich einer polizeilichen Kontrolle nicht standhalten würden. Also, aber so kann man ungefähr messen und, und vor allem jeder Reifen hat ja diesen TWI, äh, Indikator drinnen. Also sprich, auf dem Umfang gesehen an sechs Punkten ist ja ein, ein, ein, ein Verschleißindikator drinnen, wo man eigentlich dann sieht, wie viel Rest habe ich denn noch und so viel kann ja jeder schätzen, das sind dann 1,6 Millimeter. Wenn ich dasselbe jetzt noch mal hab, dann bin ich bei 3,2 und dann komme ich langsam an die Verschleißgrenze, meiner Meinung nach, an die Verschleißgrenze von so 'nem Reifen hin.
Vielleicht auch hier noch mal zur Erklärung, ähm, für alle, die sich so 'n Reifen noch nie nah angeguckt haben: Wenn ihr auf die Lauffläche guckt und da ein bisschen umherschaut, dann wird, dann hat der ein Profil, also der hat so Längsrillen auf jeden Fall und in den Längsrillen sind an verschiedenen Stellen so kleine, äh, Nuppel oder Hubbel angebracht. Die sind also etwas höher als der Rest in diesem, in dieser Rille. Und das sind diese Verschleißanzeigen. Das heißt, die haben eine Höhe von 1,6 Millimetern. Das heißt, wenn- Das Profil daneben genauso hoch ist, dann ist es höchste Zeit zu wechseln. Dann seid ihr quasi im gesetzlichen Minimum und alles, was drüber ist, da muss man dann natürlich, wie's Herr Habacher grade gesagt hat, 'n bisschen schätzen, wie viel bin ich drüber. Aber das kann man quasi auch ohne Hilfsmittel so 'n bisschen mit, mit Augenmaß aber für sich sehen und kann zumindest erkennen, wenn man gesetzlich, äh, quasi in Schiefstand grade gerät.
Genau. Also wie, wie gesagt, die hat, die gibt's nicht nur auf, auf einer Seite vom Reifen, sondern die gibt's auf die gesamte Reifenbreite. Meistens in den Profilvertiefungen drinnen, das sind sichtbare Stege und ist ja meistens in einer Flucht. Da kann man schön von links, also von, von der linken Seite zur rechten Seite einfach drüber schauen und da sieht man auch, ob die Reifen, äh, einigermaßen gleichmäßig abfahren, ob sie mit zu wenig oder zu hohem Druck gefahren sind. Dann hast, dann hast einfach entweder auf der Seite mehr Profil oder in der Mitte mehr Profil, also je nachdem. Und das ist eigentlich, wenn man da bissl drauf schaut, das ist kein, da muss man keine, kein, keine Doktorarbeit gemacht haben. Also das findet man so auch raus.
Ich guck noch mal im Nachgang zur Aufzeichnung, ob ich irgendwo den kleinen Reifenmesser, äh, Profilmesser finde, den wir an Bord haben. Das ist irgendwie so 'n paar Zentimeter großes Teil, ganz flach, kann man super mitnehmen.
Profilmesser, Digitaltiefenmesser, LEC, äh, LCD-Anzeige. Kostet bei den, ähm, Onlinehändlern neun Euro, also kein großer Wert.
Wir haben sogar noch 'ne analoge Version, Herr Habacher, obwohl wir sonst sehr digital sind.
Also man muss jetzt da nicht mit 'm, mit 'm, mit 'm, äh, Mikrometerschrauber daherkommen. Also das geht anders auch. Also wenn man auf 'n Zehntel messen kann und das schafft man immer. Und mit den Digitalanzeigen kann man's gleich ablesen, welchen Wert das man hat. Überhaupt kein Problem.
Jetzt hatten Sie ja grade auch schon das Thema Reifendruck angesprochen. Ähm, gibt's da 'ne Standardempfehlung für Caravans von bis oder wovon hängt der geeignete Reifendruck alles ab?
Also einen, einen einzigen Wert für alle Caravans gibt's hundertprozentig nicht, weil da gibt's 'ne sehr große Spreizung. Wenn ich jetzt, äh, Fendt Caravan anschaue, wir haben von, von drei Bar bis vier Komma fünf Bar in unterschiedlichen Abstufungen ei-eigentlich alles. Also ich kann nur empfehlen, dass man sich mit den, mit den, äh, im Fahrzeug befindlichen Dokumenten, Bedienungsanleitung auseinandersetzt. Da gibt's meistens eine Seite, wo draufsteht, wenn du den Reifentyp zwo fünf Strich fünfundfünfzig fahrst, dann bitte vier Komma fünf Bar rein und das würde ich dann auch machen. Und wie gesagt, einen Wert für alle, also ich hab so was noch nie gesehen und das wird, den wird's auch nicht geben, weil unterschiedliche Gewichtsklassen, unterschiedliche Breiten, unterschiedliche Anforderungen. Und ich würd echt schauen, was der Hersteller, also der Caravanhersteller eigentlich in den Papieren drin hat.
Gilt auch für KFZs und, und für Wohnmobile und so weiter.
Jetzt darf ich noch mal, Sebastian, du hast auch grad Luft geholt, aber ich hab dazu direkt noch 'ne Anschlussfrage. Jetzt haben wir ja häufig die Situation, ähm, dass wir 'nen Caravan mal stärker, mal weniger stark beladen. Wir haben die Situation, dass man, ähm, beim Messen des Luftdrucks vielleicht schon etliche Kilometer gefahren ist. Und dadurch, durch die, durch die Hitze dehnt sich ja auch die Luft dann im Reifen aus und verfälscht vielleicht das Messergebnis. Was würden Sie denn da empfehlen? Zu welchem Zeitpunkt soll ich am besten messen?
Also messen sollte man grundsätzlich immer im kalten Zustand, also nicht im gefrorenen Zustand, sondern im kalten Zustand, also normale Umgebungstemperatur irgendwo zwischen, zwischen zehn und 20 Grad. Also die Messtemperatur oder Bezugstemperatur, wie man's nennt, ist eigentlich immer 20 Grad, aber die hat, die hat man nicht immer. Und ich würd einfach hergehen und diesen, diesen vom Hersteller empfohlenen Druck mindestens einzustellen oder leicht drübergehen, also bis null Komma drei Bar drüber sehen's die meisten Fachleute als unproblematisch an. Was natürlich in dem, in der anderen Richtung, also sprich, wenn ich weniger reintue, null Komma drei Bar, dann hab ich mehr Nachteile hinsichtlich Spritverbrauch, Verschleiß und so weiter.
Aber was Sie angesprochen haben, ist der, ist der Wagen, also sprich, der Reifen warm, kann man eigentlich als Faustregel sagen, ein Reif, ein warmer Reifen hat null Komma zwo bis null Komma drei Bar mehr Druck, als wenn er kalt wäre. Also wenn ich jetzt vier Komma fünf Bar brauche und an der Tankstelle oder immer wo ich halt den Druck nachschaue und da kommen vier Komma sieben Bar raus oder vier Komma sechs Bar, dann würde ich sagen, Haken dahinter, alles in Ordnung. Kommen vier Komma null raus oder vier Komma eins, würde ich sagen, okay, tu mal null Komma fünf oder mindestens null Komma vier dazu. So muss man das sehen. Also da gibt's jetzt keine, keine starre Grenze. Das sind auch irgendwie so Schätzwerte. Das, das, da muss man auch nicht, nicht aufs, aufs letzte Zehntel das ausreizen. Also man muss nur wissen, wenn er warm ist, dann hat man einfach von Haus aus mehr Druck, null zwo, null drei ungefähr und das muss man einfach in die Überlegung mit einfließen lassen, dann kommt man auch auf 'n richtigen Reifenfülldruck.
Okay, ja und am Ende des Tages, wenn man sich unsicher ist, dann, äh, guckt man halt, dass das grob passt, fährt 'n bisschen, lässt ihn dann abkühlen, wenn man da ist und versucht dann noch mal 'ne Messung.
Also ich würde sowieso sagen, dass man alle vier Wochen mal schaut, ob man überhaupt 'n richtigen Reifenfülldruck hat. Spätestens alle drei Monate und immer vor 'ner großen Fahrt grundsätzlich immer nachschauen. Auch wenn man aus 'm Winterlager holt, dann sollte man sich schon die Reifen anschauen und auch mal 'n richtigen Fülldruck, äh, überhaupt reingeben in die Reifen, weil das, der Reifenfülldruck hat schon großen Einfluss auf Nachlaufverhalten, auf Verschleiß, Spritverbrauch und so weiter.
Gilt das, was Sie gerade gesagt hatten, für den warmen Reifen? Also wenn ich dann, wenn ich damit schon gefahren bin, dann auch im Sommer, wenn wir eine deutlich höhere Temperatur haben als die zwanzig Grad?
Also ich glaube nicht. Also wenn man jetzt, äh, die Bezugstemperatur von zwanzig Grad annimmt und hat dann draußen fünfunddreißig Grad, ob das signifikanten Unterschied im, im, im Reifendruck macht, wenn man meint, dass man halt dann vier Komma sechs Bar hat anstatt vier Komma fünf Bar, ob das... Wichtig ist eigentlich immer, dass man mindestens den vom Hersteller empfohlenen Druck hat oder leicht drüber ist. Ja nie drunter oder nicht signifikant drunter ist. Das, das ist, hat viel mehr Auswirkungen, wenn man zu wenig hat, als wenn man leicht drüber ist.
Okay.
Und wichtiger Punkt: Wie pflege ich meine Reifen am besten? Also das heißt, was ich zum Beispiel häufig sehe, dass wenn Leute im Sommerurlaub sind, wo die Sonne viel scheint, dass sie dann anfangen, so 'ne Reifenabdeckung draufzubasteln. Ähm, macht das Sinn? Ist das, ist das Quatsch? Ist das nur sinnvoll, wenn ich lange irgendwo stehe oder direkte Sonneneinstrahlung habe? Und wie pflege ich idealerweise meinen Reifen?
Also wenn ich, wenn ich jetzt, wenn ich jetzt vierzehn Tage nach Italien oder Kroatien fahre, dann sehe ich dann jetzt noch nicht einen großen Handlungsbedarf, mir die Reifen abzudecken. Wenn ich natürlich als Dauerstellplatz irgendwo in Italien stehe, dann würde ich mir schon überlegen, ob ich nicht mit so Abdeckschürzen die Reifen gegen die Sonneneinstrahlung, also UV-Einstrahlung schütze, weil jede UV-Einstrahlung bedeutet auch, dass der, dass der Kunststoff, wo der die, die, die Sonne drauf scheint, der, der macht ei-der wird einfach spröde. Also da macht es schon Sinn. Also vierzehn Tage würde ich sagen, braucht man sich keine großen Gedanken machen. Man soll halt schauen, dass man mit dem richtigen Druck fährt, dass man Profiltiefe hat, dass man keine, keine Fremdkörper in den Laufflächen drinne hat, also Steine, Schrauben oder sonst irgendwas.
Das tut auch nicht gut, aber ansonsten muss ich den Reifen nicht groß pflegen. Wichtig ist, dass der Druck passt und dass er nicht beschädigt ist natürlich.
Wie halten Sie's denn beim Thema Überwinterung? Also Situation: Der Caravan steht recht lange, mehrere Monate. Da gibt's ja immer wieder die Diskussion, ähm, wie entlaste ich die Reifen? Und ich hatte darüber mich auch mal mit der Firma AL-KO, äh, unterhalten, die eben nicht für Reifen, sondern für, fürs, ähm, Fahrgestell zuständig sind. Und die sagten mir, den Reifen ja entlasten sehr gerne, aber nicht komplett aus der Achse heben. Ähm, also nicht das Fahrgestell so hochdrehen, dass der Reifen quasi in der Luft hängt-
Nein
... weil das halt dann das Fahrgestell auf Dauer auch unter Umständen schädigen kann. Jetzt sprechen wir aber ja über die Reifen. Was würden Sie denn empfehlen? Wie kann ich da gegen Standplatten und diverse, äh, Schäden vorgehen?
Auf jeden Fall den Reifendruck erhöhen. Also sprich mindestens null drei bis null fünf Bar mehr reintun, dann entlasten. Es gibt auch diese, diese Segmente, wo man doch den, den unter den Reifen reintun k-kann, dass man die, die, die Shelf, also die, die Auflagefläche vom Reifen vergrößert. Das sind lauter so Maßnahmen, die man machen kann. Ich würde empfehlen, dass man zumindest mehr Druck reingibt, wenn man's machen will, die Achse entlasten, also sprich nicht ganz, sondern nur teilweise und dann müsste man eigentlich gut über den Winter kommen. Die Reifen, speziell diese, diese, diese C-Reifen sind ja für, für diese Lasten ausgelegt und man, man steht ja nicht jahrelang, sondern für ein paar Monate.
Das bringt uns jetzt zum Winter. Wenn ich jetzt im Winter das Fahrzeug nicht einwintere, wie von Nele gerade, äh, beschrieben, sondern wenn ich damit fahren möchte, ist es dann sinnvoll, auch spezielle Winterreifen aufm Wohnwagen zu haben?
Das ist natürlich jetzt ein ganz, äh, heikles Thema. Da kommen wir natürlich in die, in, äh, in das, in die Gegend, wo man sagt: „Okay, was habe ich für Vorlieben? Wo fahre ich überhaupt hin? Was sind meine, wie, welche Sicherheitsdenken habe ich überhaupt?" Man muss ja mal grundsätzlich überlegen: Fahre ich überhaupt im Winter und wo fahre ich im Winter hin? Wenn natürlich ich nur irgendwo hinfahre, wo ich nie Schnee sehe, brauche ich keine Winterreifen nicht. Äh, es gibt auch keine Winterreifenpflicht, aber man muss halt das Fahrzeug, speziell das PKW situativ auslegen, also sprich angepasste Ausrüstung für Eis und Schnee haben. Und ein Winterreifen läuft halt auch im Schnee, im Eis halt vernünftig hinter dem Zugfahrzeug hinterher.
Dafür gibt's ja Winterreifen. Also umsonst sind sie nicht. Wenn man viel in, in den Bergen unterwegs ist, also nicht nur in den Bergen, aber speziell wo es viel Schnee gibt, dann macht es durchaus Sinn, dass man mit Winterreifen unterwegs ist. Wenn man irgendwo im, im flachen Land ist und zwischendurch mal eine Flocke, Schneeflocke sieht, würde ich jetzt keine Winterreifen empfehlen. Da gab's, da gibt's dann eine andere Möglichkeit, dass man vielleicht sagt: „Okay, ich will jetzt auf Sicherheit gehen mit All, äh, mit, mit Ganzjahresreifen." Das ist auch noch so Alternative. Wo wir dann, das ist ja weder ein vollwertiger Sommerreifen und es ist auch kein vollwertiger Winterreifen, aber es gibt halt eine Mischung aus beiden und dann, es gibt halt ein gutes Gefühl, wenn man ein Ganzjahresreifen drauf hat.
Ja, das ist tatsächlich eine Diskussion, die wir immer wieder auch in unseren Camping- und Wohnmobilgruppen beobachten und auch teilweise auch mitführen. Ähm, ich denk, das, was Sie gesagt haben, ist im Grunde auch ein guter Leitfaden. Also wir selber, ähm, wir haben uns entschieden, weil wir ja, wir sind ja nie im Winter großartig in Deutschland oder im angrenzenden Ausland unterwegs. Für uns reichen die Sommerreifen, aber wir hatten auch schon Situationen, wo wir uns dann halt für Allwetterreifen entschieden haben und das hat eigentlich ganz gut funktioniert, aber man muss sich halt immer drüber im Klaren sein, dass die nicht die gleichen Eigenschaften ausweisen wie ein spezieller Sommer- oder ein spezieller Winterreifen. Und entsprechend auch das Fahrverhalten genauso beim PKW 'n bisschen anpassen.
Gibt ja auch genug Leute, die beim PKW mit Allwetterreifen oder Ganzjahresreifen unterwegs sind. Waren wir auch bei unserem Vorgängerfahrzeug und da muss man halt dann so 'n bisschen 'n Auge drauf haben, dass sich der Reifen dann bei Schnee und Regen bisschen anders verhält als die, als die Spezialreifen.
Mhm. Man muss halt immer überlegen, wenn man halt mit 'm, mit 'm, äh, richtigen Reifen unterwegs ist, dann hat man halt viel, dann hat man halt auch kürzere Brems, Bremswege. Das ist einfach immer so. Da-dafür gibt's ja Winterreifen und, ähm, Winterreifen stabilisieren das Gespann und beim Bremsen sind sie besser und in der Kurve halten sie halt die Spur besser. Dafür gibt's das ja. Also wie gesagt, das muss jeder situativ selber entscheiden, wo fahr ich hin. Wenn du viel in den Bergen unterwegs bist, bin, dann würd ich schon empfehlen, dass man Winterreifen drauf macht.
Okay. Und dann noch ein letzter Punkt, der auch immer wieder für heiße Diskussionen sorgt: Ähm, wenn jetzt tatsächlich mal 'ne Reifenpanne passiert, sind Sie eher Team Ersatzreifen mit an Bord nehmen oder Team Pannenset reicht aus?
Das ist im Endeffekt die gleiche Glaubensfrage, Winterreifen, Sommerreifen, Allwetterreifen. Äh, ich war in meinem beruflichen Leben sehr viel unterwegs und hab eigentlich nie gewusst, was im Kofferraum drinne ist. Ist, ist, ist da ein Ersatzrad drinne, 'n Notrad oder ein, ein Pannenset? Ich hab's auch nie gebraucht. Bin sechzig, siebzigtausend Kilometer im Jahr gefahren und hab eigentlich über zwanzig, dreißig Jahre nie 'ne Panne gehabt. Wenn man's von der, von der Zahlenlage her sieht, alle hundertfünfzigtausend Kilometer ungefähr kommt's zum Reifenschaden. Also... Wie gesagt, was, was, was ist riskanter? Ähm, die Panne oder die Behebung der Panne am, auf der Autobahn? Also Sie müssen sich eins überlegen, wenn, wenn der Reifen fliegt oder...
dann müssen Sie ja den Reifen wechseln und das ist auch nicht ganz so einfach. Und vor allem auf der Autobahn, wo man halt 'n zwei Meter fünfziger Standstreifen hat und das Gespann schon zwo fünfzig breit ist-
Ja.
Da fahren sie halt schon sauber über die Füße drüber, wenn, wenn schon Reifenwechsel ist, wenn er auf der falschen Seite ist, ne? Also es, es gibt Befürworter für, für Ersatzreifen, aber da muss man sich natürlich, da muss man sich natürlich über mehrere Dinge unterhalten, weil Ersatzreifen ist natürlich eine ungeliebte Ladung, die wohl zwar im Pannenfall für, für weniger Stress sorgt, aber ich brauch den Platz, ich brauch das Gewicht und das muss man wissen. Und, ähm, Ersatzräder sind eigentlich bei allen Wohnwagenherstellern eigentlich keine, keine Serienausstattung mehr.
Ich weiß, wir müssen es bei Ihnen auch immer extra dazu bestellen, wenn wir unsere Wohnwagen konfigurieren.
Es gibt natürlich Alternativen. Man kann jetzt nicht, man muss ja nicht unbedingt Wohnrei, den, den Ersatzreifen in den Gaskasten vorne reintun, wie es bei uns so üblich ist. Man kann's auch unterflurmäßig, also sprich unter dem Boden machen. Aber da muss man auch wieder aufpassen, weil nicht jedes Chassis, nicht jeder Grundriss für so eine Unterflur, äh, Situation geeignet ist. Und dann muss man ja auch noch eins bedenken, da braucht man aber irgendwas, dass man den Wohnwagen überhaupt auf die Höhe bringt, dass man den Reifen überhaupt wechseln kann. Und da kann man das vom, vom Zugfahrzeug, das Equipment nicht unbedingt brauchen für 'n Wohnwagen. Also das muss man auch mitbedenken. Also Reifen alleine ist schön, aber man muss ihn auch wechseln können. Also da geht's schon los, dass der, der Radmutternschlüssel schon vom Auto gar nicht passt.
'n Wagenheber.
Der Wagenheber und so weiter. Und dann, wie gesagt, wie kommt der Ersatzra, wie kommt das Ersatzrad im Pannenfall auf den Caravan, auf die Caravanachse? Also das ist auch nicht ganz so einfach.
Also da ist natürlich ganz wichtig der Sicherheitsaspekt, den Sie gerade erwähnt haben, dass man jetzt nicht sich unbedingt auf 'm Standstreifen dann, äh, unter den Wohnwagen legt und selber den Reifen wechselt. Das, das ist 'n ganz entscheidender Punkt, aber es kann ja auch mal 'ne Reifenpanne geben außerhalb der Autobahn-
Genau.
-wo man durchaus gut selber wechseln kann. Und vielleicht ganz kurz unsere, unsere eigene Lösung: Ähm, wir haben das Glück, dass unser Zugfahrzeug annähernd die gleiche Reifengröße hat wie der Wohnwagen. Zumindest bisher hatte. Beim neuen Wohnwagen weiß ich's noch nicht genau, müssen wir gucken. Und wir haben's halt so gelöst, dass wir gesagt haben, wir nehmen ein Ersatzrad mit für beide Fahrzeuge, weil es geht ja nicht darum, dass man dann 'ne Reise komplett mit dem Ersatzrad fortsetzt, sondern man muss halt im Zweifel bis zur nächsten Werkstatt irgendwie kommen und-
Aber Sie, aber Sie sind schon sicher, dass der, dass der Lochkreis, die Anzahl der, der Bohrungen, die Einpresstiefe und so weiter alles, alles passt, also.
Ja, das haben wir gecheckt tatsächlich. Also beim, beim alten Zugfahrzeug ging's, beim neuen weiß ich's nicht. Da müssten wir jetzt noch mal neu gucken, wenn dann auch der, äh, nächste Wohnwagen bei uns vor der Tür steht. Aber da hat's, da hat's tatsächlich funktioniert. Ähm, ist halt dann auch so 'ne Glückssache.
Genau. Aber es gibt ja Alternative, und zwar das Pannenset. Äh, Pannenset bedeutet ja, dass man einfach, ähm, eine Flüssigkeit in den Wagen reinbringt, die dann den, den, das Loch oder die Beschädigung verschließt und mit 'm Kompressor, den man mit Zigarettenanzünder, äh, mit, mit, mit Spannung versorgt und einfach das Rad wieder aufpumpt. Funktioniert aber auch nur, wenn natürlich die, der Reifenschaden nicht besonders groß ist. Also ein Loch, eine Schraube, äh, Nagel, das geht alles noch. Aber wenn natürlich mal der Reifen aufgeschlitzt ist und, und, und, und 'n Zentimeter oder zwei Zentimeter auflauft, dann funktioniert's auch nicht mehr. Aber wie gesagt, das ist eine Glaubensfrage. Äh, ich fahr seit dreißig Jahren ohne Ersatzrad, hab eigentlich nie was gebraucht.
Die letzte Panne, wo ich jetzt gehabt hab, da war ich froh, dass ich dieses Pannenset dabei gehabt hab. Hat genügt, weil der Reifen nicht zu stark geschädigt war. Aber das muss, glaube ich, jeder selber entscheiden, wie, wie er damit umgehen will.
Ansonsten hier auch noch der Hinweis: Da haben wir mit unserem Kumpel Heinz auch schon mal eine Folge gehabt. Da haben wir auch über das Thema Reifenpanne gesprochen und da hat er neben den Pannensets mit der Flüssigkeit auch die mit diesen Vulkanisierungsstreifen vorgestellt, die man dann quasi in das Loch, äh, quasi rein... Keine Ahnung, wie das Fachwort dafür ist. Äh, lange Rede, kurzer Sinn: Es gibt also auch die Alternative mit so Vulkanisierungsstreifen, so Flicksets. Äh, das, das ist da sicherlich auch eine Option. Beides funktioniert halt nur bis zu einer bestimmten sozusagen Lochgröße im Reifen. Irgendwann geht's nicht mehr. Ja.
Und man muss auch eins bedenken: Man kann mit, mit den so reparierten oder geflickten Reifen auch nicht lange fahren und auch nicht schnell fahren. Das muss man alles mitbedenken. Also ich würde jetzt da nicht von, von, von Süditalien nach Hause fahren mit so 'nem Reifen. Das werd ich da net, das werd ich da net schaffen und schnell unterwegs sein kannst du auch nicht. Und was natürlich auch ist, der Gesetzgeber schreibt natürlich nicht vor, wie man, äh, dass man eine Pannenhilfe an Bord haben muss. Also sprich, da ist man komplett offen und frei in seiner Entscheidung.
Ja, bevorzugen wir also, dass man das einfach dabei hat. Ich wäre heutzutage auch nicht mehr Team Ersatzreifen, wenn ich ehrlich bin. Diese Flicksets reichen und im Zweifel hat man auch noch einen Automobilclub. Mag im Fall der Fälle nervig sein und wenn man den einen Fall unter tausend hat, wo eben der Reifen geplatzt ist oder Ähnliches, ja, dann ist es blöd, aber auch das gehört dann vielleicht dazu. Ähm, aber gerade die Gewichtsersparnis und die Platzersparnis würde ich tatsächlich heute immer nutzen. Aber das kann jeder für sich entscheiden, wie er das für richtig hält.
Man, man kann's vielleicht einmal so, äh, mal überlegen, sich einfach mal Gedanken machen: Wann habe ich das letzte Mal bei mir unter die Kofferraumabdeckung reingeschaut, was überhaupt drin ist? Ob ein, ob ein Ersatzreifen, ein Notrad oder ein Pannenset. Und wenn ich das nicht mal beantworten kann, dann-
Ja.
Da tun wir uns hier auch schwer, ne.
Ja, das, das ist das Blöde mit der Wahrscheinlichkeit, ne. Das kann bis heute so gelten und morgen habe ich meine erste Reifenpanne.
So ist es doch.
Das musst du aber letzten Endes gucken. Aber wie gesagt, auch dafür gibt's, gibt's ja, ähm, die, die Pannendienste, die einem da helfen und auch im Ausland helfen. Und, ähm, da muss man im Zweifel halt mal einen Moment warten oder auch mal einen längeren Moment, aber im Normalfall bekommt man da immer Hilfe und, und die Welt geht davon auch nicht unter. Ja.
Ja, sehr schön. Ich habe keine Fragen mehr.
Genau, ich hab, ich hab nämlich auch keine Fragen mehr auf meiner Liste. Ähm, und es war superspannend wieder zu dem Thema Wohnwagenreifen. Ich hoffe, ihr da draußen konntet auch was mitnehmen. Ich verabschiede mich schon mal, übergebe das Wort an Nele und Herrn Happacher. Bedanke mich noch mal, dass Sie hier waren. Bedanke mich bei allen Hörern und Hörerinnen da draußen, dass ihr zugehört habt und bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Ja, auch von mir ein ganz herzliches Dankeschön und ich glaube, ich verrate nicht zu viel, wenn ich jetzt schon mal ankündige, dass wir Sie noch ein paar Mal hören werden bei uns im Studio. Ähm, wenn ihr den Herrn Happacher und auch unsere anderen Folgen nicht verpassen wollt, dann abonniert gerne unseren Podcast. Und natürlich freuen wir uns immer auch über Bewertungen, am allerallerliebsten über nette Bewertungen. Und auch wenn ihr mal was auszusetzen habt, dann schreibt uns gerne an podcast@camperstyle.de. Dann gucken wir uns das an und, ähm, ja, gehen auch auf Kritikpunkte ein. Und Herr Happacher, Sie haben wie beim letzten Mal jetzt das letzte Wort.
Dann sage ich auch danke an alle Zuhörer da draußen. Wünsche für die neue Saison immer allseits gute Fahrt und schönes Camping. Danke an alle.