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FKK Camping - Teil 1

Episode 187 · 01:03:36

Wenn du gerne mal einen Urlaub ohne lästige Klamotten oder nasses Badezeug verbringen möchtest, bist du in unserer heutigen Folge genau richtig. Wir sprechen mit einer bunten Gäste-Mischung aus alten FKK-Hasen und FKK-Einsteigern – nämlich Olaf, Jana, Sebastian und Timo aus der tollen und sehr gewissenhaft moderierten Facebook-Gruppe “FKK für Paare und Familien”. In dieser Gruppe gibt es einen harmonischen, angenehmen Austausch und anzügliche Kontaktaufnahmen werden sofort unterbunden.

Unter anderem ging es in Teil 1 um

  • den persönlichen Start unserer Gäste ins FKK-Leben

  • Erfahrungen, Anekdoten, “erste Male” und kuriose Erlebnisse

  • die Frage: reine FKK-Campingplätze oder lieber gemischte Plätze?

  • was FKK bedeutet und was nicht

Außerdem gab es einen Spar-Tipp von unserer Hörerin Monika: Sie empfiehlt eine Jahresmitgliedschaft im DFK, um Rabatte auf deutschen und europäischen FKK-Plätzen und Vereinsgeländen zu erhalten.

Nächste Woche gibt’s dann Teil 2, unter anderem mit Campingplatzempfehlungen und Tipps zum FKK-Camping mit Kindern.

Falls du auch schon Erfahrungen mit dem “nackten Campen” gesammelt hast oder uns etwas anderes mitteilen möchtest, schick uns gerne eine Nachricht an podcast@camperstyle.de oder per Whatsapp.


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Camping – das große Handbuch

Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian und heute geht's um FKK-Camping.

Und wir haben heute richtig volles Haus. Ich weiß gar nicht, ob wir überhaupt schon mal so viele Gäste hatten, nämlich vier externe Gäste, lustigerweise zwei davon aus meiner alten Heimat. Da können wir ja später noch 'n bisschen was zu sagen. Da ist nämlich, äh, ein weiterer Sebastian. Dann haben wir den Timo und den Olaf und die Jana. Euch erst mal ganz, ganz herzlich willkommen und ihr stellt euch ja dann gleich noch mal selber 'n bisschen ausführlicher vor. Zuerst aber haben wir noch zur heutigen Folge einen Leser beziehungsweise Hörer-Tipp von unserer Hörerin Monika. Die hatte uns vor einiger Zeit schon mal geschrieben und den wollten wir euch gleich noch mal vortragen, damit ihr schon mal richtig so in die Folge einsteigen könnt. Sebastian, magst du mal vorlesen?

Ja, und zwar ist der Tipp, dass es, äh, beim FKK-Verein, dem DFKEV, eine Rabattmöglichkeit gibt, nämlich wenn man Mitglied in dem Verein ist. Die Jahresmitgliedschaft kostet 63 Euro. Als Familie erhält man in den deutschen und europäischen FKK-Campingplätzen und Vereinsgeländen fünf bis zehn Prozent Rabatt. Die Mitgliedskarte kann man dann an der Rezeption statt dem Ausweis hinterlegen. Das ist quasi ein weiterer Vorteil und damit hat Monika und Familie immer oder haben immer sehr gute Erfahrungen gemacht. Das als Tipp für euch von unserer Hörerin Monika.

Das weitere Hörer-Feedback, was wir bekommen haben, schieben wir auf die nächste Folge, damit wir jetzt unsere Gäste nicht zu lange aufhalten. Und ich würde vorschlagen, vielleicht Jana und Olaf, wollt ihr mal anfangen? Über euch sind wir ja jetzt auch eigentlich auf diese Folge überhaupt erst gekommen.

Ja, wir sind Jana und Olaf. Wir leben in, in Oschatz, das ist mitten in Sachsen, liegt genau zwischen Leipzig und Dresden, sind leidenschaftliche FKK-Camper, sind da kuriose Weise irgendwann mal drauf gestoßen, haben das ausprobiert und da gibt's natürlich dann auch im späteren Verlauf noch mal 'ne schöne Episode. Und-

Wir sind 52 Jahre alt und 55.

Sind selbstständig.

Haben oder fahren jetzt mit unserem Nachzügler, unserem knapp zwölfjährigen Sohn auf Tour, der auch FKK-Camping mitmacht. Dieses Jahr schauen wir mal. Er sagte schon: „Na ja." Aber egal.

Er möchte die Badehose gerne anbehalten. Schauen wir mal.

Genau.

Ja.

Das war's erst mal, ne?

Genau.

Ja, das find ich halt auch ganz spannend. Deswegen haben wir auch gesagt, wir holen euch alle mal hier für die Folge zusammen, weil glaube ich, jeder auch so 'n bisschen unterschiedlich FKK-Camping betreibt und wir selber können ja auch nicht aus Erfahrungen, ähm, zum FKK mit Kindern berichten und da bin ich nachher ganz gespannt, wenn wir auf dieses Thema kommen, dass ihr da so 'n bisschen was erzählt, wie ihr das mit euren Kindern unterschiedlicher Altersgruppen managt. Ähm, was ihr jetzt noch vielleicht aus Bescheidenheit vergessen habt zu sagen: Ihr habt ja 'ne ganz tolle FKK-Camping-Gruppe bei Facebook.

Genau.

Und die ist noch relativ neu, hat aber, glaube ich, auch schon ganz gut Zulauf. Und was mir da besonders gut gefällt, ich bin da ja auch drin, ist, dass ihr sehr stark die Geschichte moderiert, auch mit Sebastian Nummer zwei, der heute bei uns ist und eben sehr darauf achtet, dass es da nicht um irgendwelche sexuellen Geschichten geht, sondern dass es wirklich 'ne Familiengruppe ist. Könnt ihr da noch 'n bisschen erzählen?

Ja, die Gruppe ist eigentlich entstanden, weil wir in verschiedenen, äh, Facebook-Gruppen waren und immer wieder diese Swingerei und, und diese, ja, Belästigung und diese Anmachen auch hinten rum, das ging uns-- und dann auch diese ganz tollen Fotos, diese Vorstellungsfotos, wo dann die Genitalien dann abgedeckt wurden mit Sonnenschirm und Kaffeetassen und schlag mich tot. Und, äh, wir hatten dann irgendwann 'n bisschen den Kanal voll und da habe ich zu Jana gesagt: „Komm, wir gründen jetzt einfach eine eigene FKK-Gruppe, ne." Hat die gesagt: „Was willst du jetzt machen?" Ich sag: „Wir gründen jetzt eine eigene Facebook-FKK-Gruppe." Und da haben wir uns an dieses Thema rangewagt. Wir wussten eigentlich nicht, was uns da so richtig erwartet. Ja, und dann von den, zum Anfang waren ja dann auch gleich die ersten Admins aus den Nachbar-, äh, Gruppen mit dabei und die waren ja der Meinung, wir würden ihnen bloß die Mitglieder wegnehmen wollen und haben dann aber eigentlich ganz schnell gemerkt, äh, dass wir das nicht wollen.

Es gab dann so einige Dispute auch im Hintergrund und inzwischen haben wir uns alle wieder ganz lieb.

Okay.

Und ich denke, die haben jetzt auch gemerkt, ja, wir ziehen das jetzt auch wirklich Knaller durch. Es macht uns Spaß. Ist auch jetzt für uns ein bissl Entspannung von unserem beruflichen Alltag und haben das eigentlich jetzt ganz gut hingekriegt. Sind jetzt seit März, glaube ich, am Start.

Knapp 700 mittlerweile.

Nee, über 700 sind wir jetzt schon. Und ja, wir sch-- wir schmeißen täglich auch 'n, 'n paar raus, nehmen ganz viele auch nicht an und damit haben wir eigentlich so 'n bissl Grund drinne. Ja, macht Spaß.

Die Gruppe werden wir auf jeden Fall auch noch mal in der Folgenbeschreibung verlinken. Ähm, ich weiß jetzt den aktuellen Namen gar nicht ganz genau, weil ihr habt euch auch 'n paar Mal umbenannt aus denselben Gründen. Ich glaube, FKK für Familien und Paare, ne?

Nee, andersrum. FKK für Paare und Familien.

Ach, fast. Okay. Gut, vielen Dank schon mal. Sebastian, du bist da auch mit als Moderator oder Admin tätig und du kommst auch aus meiner alten, äh, aus meinem alten Tätigkeitsumfeld. Ich habe ja lange Zeit im Ruhrgebiet gelebt und gearbeitet. Auch der Timo stammt aus der Ecke. Fand ich jetzt ganz witzig, dass wir uns jetzt über dieses FKK-Thema wiedergefunden haben. Sebastian, was machst du so in deinem normalen Leben, wenn du gerade nicht nackig an irgend 'nem Strand oder auf 'nem Campingplatz sitzt?

Ja, äh, ich bin Sebastian zwei heute hier in der Runde. Ähm, ich bin 45 Jahre alt, ähm, lebe in 'ner Patchwork-Familie. Also meine Freundin und ich, ähm, wir haben gemeinsam fünf Kinder von 24 als Ältestem und, äh, Liana und Olaf, zwölf, ist, äh, der jüngste Sohn und dann noch 'ne kleine Nachzüglerin mit, äh, frischen fünf Jahren. Ähm, ich bin von Beruf Feuerwehrmann und, ähm, ja, das Campingthema hat mich eigentlich schon als Kind abgeholt. Ich war, ähm, relativ früh, ähm, haben mich meine Eltern in 'ne Pfadfinderschaft reingesteckt und hat gesagt: „Mensch, Junge, du bist doch gerne so draußen in der Natur", und die fahren jedes Jahr zelten. Und dann bin ich, glaub ich, mit zehn das erste Mal zum Zelten gefahren, direkt, äh, an die französische Atlantikküste.

Ja, und dann, äh, bin ich eigentlich nur noch campen gewesen. Mein ganzes Leben bis jetzt. Natürlich irgendwann hat man dann auch mal Flugreisen gemacht und, ähm, ja, das FKK-Thema, das kam eigentlich irgendwie stolperweise, äh, parallel dazu, weil, ähm, wo wir schon Kinder waren an der französischen Atlantikküste, fanden wir's toll, einfach die Klamotten auszuziehen, äh, in Dünen, wo weitläufig überhaupt kein Mensch zu finden war und das ist hängen geblieben irgendwie, ne. Das war zwar zwischendurch mal anders in meiner, äh, vorangegangenen Partnerschaft, da mochte die Partnerin das eben halt nicht und dann verzichtet man natürlich auch drauf. Aber das ist ganz spannend, wie sich das so durchs Leben entwickelt.

Ja, vielen Dank. Und last but not least der Timo, bitte.

Ja, äh, ich glaub, äh, ich bin in der Runde, äh, so vielleicht so bisschen der Neuling, was das Thema FKK angeht. Könnte sein. Ähm, du hast es schon gesagt, genau, ähm, wir, äh, sind hier im schönen nördlichen Ruhrgebiet. Ähm, ich wohn hier mit meiner Familie, äh, meine Frau und ich hab drei Kinder, drei Mädels. Äh, ja, jetzt muss ich mit dem Alter nix durcheinander bringen. Äh, neun, die wird bald zehn, zwölf und 14. Ähm, und bei uns ist es tatsächlich so: Hm, zelten gibt's schon lange. Äh, wir waren bei Urlaub auch immer, wir mögen das schon, die Abwechslung. Wir waren nicht nur campen, aber, äh, auch gerne, äh, gerne immer mal wieder. Ähm, und, ähm, das Campen selber mit Familie, ähm, ist natürlich schon cool, ist was anderes.

FKK campen ist jetzt relativ neu, äh, 'ne neue Entwicklung. Ähm, und es ist auch tatsächlich so, dass meine Frau und ich das erst ausprobiert haben bisher und wir sind jetzt grade noch dabei und überlegen: Ja, wie machen wir dat jetzt mit den Kindern? Äh, das ist jetzt, wie gesagt, ganz brandaktuell. Ich bin tatsächlich auch schon gespannt, wie die anderen das so gelöst haben. Ähm, ich selber hab tatsächlich auch beruflich so'n bisschen Campingerfahrung witzigerweise. Ähm, ich mach kirchliche Kinder- und Jugendarbeit und, ähm, ähnlich wie Sebastian, Zeltcamps ist auch voll meins. Ähm, damit bin ich auch aufgewachsen und ist natürlich noch was an-- ganz anderes, äh, wenn man als Gruppe so'n Ding organisiert. Mittlerweile, ähm, leite ich diese Geschichten. Früher selber teilgenommen. Noch mal 'ne andere Geschichte, aber deswegen campen ist schon immer irgendwie dabei gewesen, auch wenn man mal, äh, gerne noch mal woanders Urlaub gemacht hat.

Ja, und das Thema FKK, äh, da sind wir so'n bisschen durchs Saunieren, äh, zugekommen, muss ich mal dazu sagen. Ähm, weil Saunagänger war ich schon immer. Damit bin ich aufgewachsen, hab meine Frau da auch mit reingenommen. Ähm, genau, und irgendwann war das dann auch so, äh, dass wir das verbunden haben. Genau, da kann ich ja noch mal, äh, später noch mal weiter drauf eingehen. Gibt viele interessante Geschichten. Genau.

Ja, ich glaube, was uns ja alle 'n Stück weit verbindet, auch wenn wir aus ganz unterschiedlichen Ecken, Familienhintergründen und Altersgruppen kommen, ist die Tatsache, dass wir es einfach mögen, wenn man keine Klamotten am Körper hat. Also dieses Gefühl eben dann nicht so in, in irgend'nem T-Shirt zu schwitzen oder nicht nasse Badeklamotten am Körper kleben zu haben, wenn man aus'm Wasser kommt. Also das sind tatsächlich in vielen Punkten ja auch ganz praktische Dinge, die gar nix mit 'ner Ideologie oder Ähnlichem zu tun haben, sondern einfach das, wie man sich fühlt, dass man sich da auch 'n Stück freier fühlt. Was ist denn für euch noch FKK? Was bedeutet euch das ganz persönlich? Ich starte mal jetzt umgekehrt mit dem Timo.

Hm, ja, da setz ich tatsächlich mal da an, äh, wo ich grade gesagt hab, da erzähl ich später was, mach ich das jetzt direkt, denn das, ähm, für, für mich hat das so'n Wohlfühlfaktor. Ähm, deswegen ich sagte ja, ich bin da durch, durch die Sauna, ähm, reingekommen, reingekommen. Ähm, wir haben tatsächlich irgendwann mal meine Frau und ich, wir hatten 'n schönen Saunaabend, total entspannt. Man legt ja irgendwie die Klamotten ab und dann kommt die En-Entspannung schon automatisch. Äh, toll ist es, wenn das Wetter dann noch passt und da ist ja schon, ist ja schon zumindest 'n Teil FKK und, äh, unser Gedanke war: Mensch, wenn wir jetzt 'n Urlaub geben würde, der genauso ist, der so ist wie hier in der Wellnesslandschaft, ähm, wo man einfach, ähm, es mal komplett abschalten kann, ähm, mal die Elemente so erleben kann, wie es in der Sauna ist, äh, und nicht, sich nicht drum kümmern, was man anhat, sondern einfach in Pool springen, 'ne Runde drehen, ähm, und dann weitergehen und so weiter.

Ähm, und so kamen wir halt da drauf, dass wir gesagt haben: Mensch, das, äh, FKK-Camping ist ja schon eigentlich genauso ähnlich. Oder wir waren da so'n bisschen skeptisch noch, weil, ähm, man hat ja da so gewisse Bilder dann im Kopf, äh, Mensch, dann, ähm, keine Ahnung, darf man sich gar nicht bedecken oder, äh, dann, äh, wie, wie man gar nichts anhat dann, äh, oder wenn man dann doch was anzieht, dann kommt irgendwer und, ähm, sagt: „Hey, Sie müssen sich aber ausziehen", oder so. Solche Sachen hat man dann im Kopf. Ähm, weniger das mit dem Angucken und so weiter. Das kannten wir schon von der Sauna und das wussten wir, dass das, das war für uns beide unkompliziert, dass man selber, ähm, nackt ist und andere nackt sieht und ist wie im Alltag, ne. Man guckt sich ja ins Gesicht und, äh, das ist nicht das Problem gewesen, aber geh ich im Normalfall aus. Ähm, es war halt eher so, ähm, ähm, ja dann der Gedanke, der dann aufkam: Ah Mensch, äh, ist das nicht genauso?

Ist das, ist das anders? Und wir waren auch neugierig, ob das anders ist. Ähm, und da haben wir gedacht: Okay, probieren wir's einfach mal aus. Und, ähm, das haben wir dann tatsächlich gemerkt, dass es für uns

Mindestens genauso entspannt ist und, ähm, genauso diesen Wohlfühlfaktor hat. Das, äh, was du schon sagtest, äh, ne, dass du dich nicht drum kümmern musst, was hast du an nasse Klamotten und so weiter, fand ich auch immer grundsätzlich schon immer blöd. Ähm, dazu hast du noch die, äh, die Elemente, gerade wenn's sonnig ist, ist es natürlich super. Ähm, paar spaßige Sachen, die du nie machen würdest, wenn du, ähm, nie nackt machen würdest, wenn du im Alltag wärst, äh, die du auf so einem Platz dann machst, ähm, die eher vielleicht erst ungewohnt sind. Äh, das erste Mal, wo wir dann, ähm, aufm Platz waren, wo wir das Auto wegbringen mussten. Ähm, es war 'n Platz, wo du das Auto nicht am Platz hattest, am, am Camper oder am Zelt – wir zelten immer – sondern wir haben das Auto auf'n Parkplatz vor'm Platz fahren müssen. So, und dann bist du schon ausgezogen und du denkst dir: „Ja, wie bringst du jetzt das Auto? Was machst du jetzt mit dem Auto?" Ähm, und klar, ja natürlich, wir steigen nackt ins Auto und fahren nackig im Auto dann auf den Parkplatz.

Ähm, ist jetzt e-eher 'ne kleine kuriose Geschichte, aber das, ähm, gehört irgendwie alles in dieses Gesamtpaket, ähm, wo ich sag: „Oh Mensch, das war cool, das ist entspannt. Ähm, das ist genauso, wie ich's mir tatsächlich damals vorgestellt hab, als wir gesagt haben in der Sauna: Mensch, äh, ähm, gibt's nicht so was auch, wo man im Prinzip Urlaub machen kann?" Ähm, ich muss dazu sagen, ähm, der Platz, wo wir waren, der hat auch viele Saunen und solche Sachen. Er ist auch spezialisiert drauf. Ähm, ich wär schon auch tatsächlich neugierig, wie's auf anderen Plätzen ist, die vielleicht nicht so wellnessorientiert sind. Das steht für uns noch an, da auch mal, ähm, bisschen mehr Naturerfahrung, vielleicht weniger Wellness zu haben, aber wir haben das schon echt genossen mit den vielen Saunen und, äh, die Freiheit. Genau.

Wir kommen dann später auch noch mal zu konkreten Campingplatzerfahrungen oder Tipps auch. Ähm, mich würd jetzt mal interessieren, also ich hab zum Beispiel das als extrem merkwürdig empfunden, so was wie Toilette wegbringen nackt zu machen. Jetzt seid ja ihr, Sebastian Nummer eins, genauso wie Jana und Olaf ungefähr aus derselben Ecke von der Herkunft her. Das heißt, neue Bundesländer, wo ja FKK auch schon immer sehr stark gelebt wurde. Äh, bei Sebastian weiß ich's, dass er auch, ähm, in seiner Kindheit und Jugend schon FKK-mäßig Urlaub, Urlaube gemacht hat. Heute nicht mehr so, glaub ich. Ähm, Olaf und Jana, wie war das bei euch? Seid ihr auch schon damit aufgewachsen oder war das tatsächlich was, was ihr euch dann erst im Erwachsenenalter so für euch erobert habt?

Wie war's bei dir?

Also bei mir gab's das nicht in der Kindheit. Ähm, zumindest kann ich mich nicht bewusst dran erinnern. Ich weiß noch, wir waren mal am Balaton in Ungarn und als mein Vati so mit Bauchnabeltiefe im Wasser war, hat er auf einmal seine Badehose ausgezogen und hat die mir gezeigt, hochhaltend. Er fand das witzig. Ich hab dann wohl nur geschrien: „Du Schwein." Und bin dann im Wasser gerannt. Es hatte auch keine Konsequenzen für mich. Aber ja, ich hab's dann später erst kennengelernt.

Bei uns war's 'n bissl anders, wenn wir nach Binz, da hat mein Vater hat in Riesa am Stahlwerk gearbeitet und da hatten wir eigentlich immer mal, immer mal die Gelegenheit, nach Binz in die, in diese Stahlwerker, äh, Urlaubsheim mitzufahren. Und mein Vater ist ja oder ist gewesen, äh, Baujahr '28 und der war ja FKK-verliebt. Meine Mutter war da nicht so ganz überzeugt, aber sie hat das halt mitgemacht. Und der hat uns dann in Binz immer, da war ja der FKK-Strand Richtung Sellin rüber. Wir sind 'ne halbe Stunde in der Sonne gelaufen, nur damit mein Vater an FKK-Strand konnte. Und damit er da-- Wir waren dann schon halb fix und alle. Und ja, er hat jetzt, ich hab jetzt mal diese Woche nachgedacht, was hat, wie hat, wie hat er uns das beigebracht? Oder was hat er immer gesagt? Er ist jetzt seit neun Jahren tot. Äh, er hat mal gesagt: „Äh, FKK ist für mich, wenn die Sonne und der Wind durch die Bube, äh, streifen."

Und da hab ich gedacht... Also praktisch die, ja, die Natur spüren.

Die Bube, Sex ist für Po, ne?

Ja. Bube ist ja-

Der Sebastian, der Sebastian weiß das.

Natürlich.

Für uns muss man das übersetzen.

Ja, also wir sind ja, wir sind ja bis zur Wende, also ja dann sind wir F-, sind wir ja DDR-Kinder gewesen und da war ja FKK eigentlich ganz normal. Also in fast jeder Familie eigentlich, mehr oder weniger. Aber auch wenn wir nach Jahagen, hatte mein Vater 'ne Cousine, die hatte da ein schönes Wochenendhaus. Ja, da gab's nur FKK eigentlich. Und da gab's auch diese gemischten Strände dort damals da oben, wo jeder gemacht hat, was er wollte. Ja.

Mhm.

Aber die meisten haben FKK gemacht.

Sebastian eins, äh, streicht bei dir auch noch der Wind durch die Bube heute oder war das eher nur früher?

Also, w... das ist jetzt, ich muss grad überlegen, wann das letzte Mal war, als wir FKK gemacht haben. Das war, glaub ich, als ich mit meiner Frau an der Ostsee war. Das ist jetzt schon 'ne Weile her, was aber einfach daran liegt, dass wir, wenn wir unterwegs waren und am Strand waren, meistens da keine FKK-Möglichkeit war, sondern dass Textilstrände waren, grade weil wir auch viel in Spanien und Portugal ja die letzten Jahre unterwegs waren. Und da gibt es zwar auch FKK-Strände, die muss man aber schon relativ genau suchen. Und das ist eigentlich der Grund, warum wir das nicht mehr gemacht haben in letzter Zeit. Und ansonsten, ja, ich bin damit aufgewachsen. Also ich kenn das auch als, als Kind nur so. Das war dann, als ich Teenie war, kam dann die Wende und es hat sich alles 'n bisschen geändert und wir sind halt auch nicht mehr so an die Ostsee gefahren, sondern eher woanders hin, wo's auch nicht so FKK gab.

Also da hat es dann aufgehört und ich hab's dann eigentlich irgendwann fortgeführt, als ich dann quasi wieder mal an der Ostsee war, weil wir waren quasi in derselben Ecke. Da gab's halt dann auch jede Menge FKK-Strände und dann sind wir da halt auch einfach hin und war auch für meine Frau, äh, kein Thema. Nur wie gesagt, jetzt ergibt sich's einfach nicht. Ich wüsst jetzt hier bei uns grade nicht mal ganz genau, wo es einen FKK-Strand gibt, weil die halt, äh, hier Portugal äußerst selten sind. Und was ich noch nie gemacht habe, ist FKK-Camping. Das find ich tatsächlich ganz spannend. Ähm, ich wollt vorhin schon sagen, ich musste nie nackt meine Toilette wegbringen vom Wohnmobil, weil's halt einfach sich nicht ergeben hat. Aber ich, ich kann dem nachvollziehen, dass das am Anfang so 'n bisschen ungewohnt ist, aber das sind wahrscheinlich ja ganz viele Dinge, die man

So irgendwie macht und wenn man was anhat so. Also ich, ich glaub, dass das vielen Menschen so geht.

Äh, Sebastian, die, die Steigerungsstufe ist nackt grillen.

Oh ja, da muss man dann aufpassen, dass man nicht das falsche Würstchen, ähm, angokelt.

Also, also das mach ich tatsächlich nicht, nicht gefährlich. Also ich kann ja auch sagen, hier auf unserem, auf unserem Grundstück ist jetzt auch relativ wenig los. Also das heißt, ich renn hier auch, äh, grad im Sommer, wenn's warm ist, schon mal ohne Klamotten rum. Aber grade Grillen find ich gar nicht mal, äh, so ungefährlich, ähm, weil, äh, ist mir auch erst tatsächlich diese Woche passiert. Ich hab, äh, äh, Fisch gegrillt und, äh, das spritzt jetzt ziemlich dolle und dann hab ich mir halt erst mal da 'n paar Fettspritzer am Bauch eingefangen. Also das wär jetzt tatsächlich was, was, was ist, wo ich jetzt wieder demnächst 'n T-Shirt anhätte. Ähm, aber, aber generell ist es tatsächlich auch hier so, dass, dass wir halt auch, wenn irgendwie draußen unterwegs bis grad auch in Pool gehen oder so, dann fangen wir jetzt nicht an, hier noch irgendwie Badesachen anzuziehen. Ähm, ja. Also, aber wie gesagt, Grillen, hm, weiß ich nicht.

Müssen wir noch mal drüber diskutieren.

Timo, du wolltest dazu noch was sagen, bevor wir gleich noch mal zu Sebastian zwei kommen.

Ich hab's auch noch nicht gemacht mit dem Nacktgrillen. Ich stell mir das als ultimative Herausforderung vor. Ähm, es gibt, ähm, von ganz, ganz alten, ähm, ganz alte Comedy Show von, von Jung von der Lippe, wo Thema Nachtgrillen, wo es genau darum geht mit der Wurst und so weiter und so fort. Ähm, kann man sich auch mal zwischendurch vielleicht mal ansehen oder so was, äh. Äh, aber ich würd's auch noch nicht, äh, also das haben wir tatsächlich noch nicht gemacht. Ähm, da wär ich wirklich vorsichtig. Dann, also man kann ja T-Shirt anziehen, das ist es ja, wenn man möchte.

Jetzt sind wir so 'n bisschen vom, von der eigentlichen Frage weggekommen, aber ich möcht trotzdem gerne noch mal von Sebastian zwei hören, was, ähm, verbindest du mit dem Begriff FKK? Und vielleicht auch noch mal die Frage hinterher, die geht dann an alle: Sagt man heut überhaupt noch FKK? Weil viele möchten ja lieber auch als Naturisten bezeichnet werden oder als Nudisten. Sebastian, wie ist da deine Einschätzung?

Ja, im Prinzip ist es egal, wie man's nennt, ne. Es geht ja die Sache. Ähm, ich hatte früher ja Camping separat zum, ähm, FKK betrieben und dann irgendwann vor 'n paar Jahren, wo wir uns 'n Wohnmu..., äh, 'n Wohnwagen zugelegt hatten, waren wir mutig und haben gesagt: „So, jetzt geht's nach Südeuropa, weil wenn wir uns FKK Camping trauen, dann muss es warm sein." Ne? Wir hatten's mal probiert, nach Belgien zu fahren, 'n Wochenende aufm FKK-Platz und es war verregnet und richtig kalt Ende Mai, wo wir gesagt haben: „Nee, das brauch ich nicht mehr. Wenn ich das Thema noch mal anpack, dann muss es nach Südeuropa gehen." Und da haben wir uns auch 'n Platz in Spanien ausgesucht und das war das Beste, was wir je machen konnten. Ähm, weil es ist so toll, wenn ich mir überleg, beim normalen Campingplatz und ich steig morgens zu meinem ersten Kaffee aus in mein Vorzelt, da muss ich mich erst anziehen, da muss ich erst gucken, wo sind denn jetzt meine Klamotten?

Man ist eh räumlich begrenzt, muss dann gucken, wo waren die Socken, wo ist das T-Shirt, wo ist die kurze Hose? Und da ist es einfach Tür aufmachen, Kaffee in der Hand vor den Wohnwagen, schon die ersten Sonnenstrahlen auf die Haut prasseln lassen und ich genieß meinen Kaffee. Und ich brauch mir keine Sorgen drum machen: Guckt denn da jetzt jemand? Ich mein, wir haben jetzt ein Chalet in Holland, was fest unseres ist und da muss ich schon immer gucken, wenn ich jetzt nackt morgens rausgeh auf meine Terrasse, ob da nicht irgend 'n Nachbar komisch guckt, ne. Also nicht weil mich stört, aber es gibt ja ganz viele Leute, die sich an den Anblick stört. Und das hab ich auf 'm FKK Campingplatz einfach nicht. Und das genieß ich und deswegen bewahren wir uns das auch, ähm, dass wir hier und da noch mal zu FKK Plätzen fahren.

Also ich kann die Einschätzung auch genauso wiedergeben aus meiner Erfahrung. Ich fand das auch total klasse, wobei ich zugeben muss, dass ich so an den ersten Tagen im manchmal so kleine Schrecksekunden hatte. Also wenn man dann, wenn man dann plötzlich irgendwie aus 'm Wohnwagen geht, man ist dann noch so in seinem Morgentrott, ich bin ja auch so 'n bisschen Morgenmuffel, ne, und dann stehst du da draußen und dann denkst du so: „Scheiße, ich bin nackt. Oh Gott." Und dann fällt dir erst wieder ein, wo, wo, wo du ja eigentlich grade bist. Und diese Momente, die gab's am Anfang immer wieder mal auf 'm Campingplatz. Am Strand passiert mir das gar nicht, weil da machen wir das schon immer. Aber so diese neue Erfahrung FKK Camping oder Naturistencamping, ähm, da glaub ich, haben wir alle solche Augenblicke mal erlebt, aber generell hab ich's auch als sehr entspannt und vor allem auch sehr harmonisch empfunden.

Also bisher die, die FKK-Plätze, auf denen wir waren, da war auch, ähm, gar nicht so, wie soll ich sagen, so dieses, ähm, dass man so, dass man so beobachtet wurde teilweise von den Nachbarn oder so. Ganz im Gegenteil, da macht irgendwie jeder so sein Ding und es ist egal, was man für 'ne Figur hat, ähm, ob man Cellulite hat, ob irgendwas schon von der Schwerkraft so 'n bisschen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Und das fand ich halt extrem schön und dass auch die Kinder so natürlich dann da mit reinwachsen können. Und damit komme ich auch schon zur nächsten, ähm, zum, zum nächsten Thema, was mir und ich glaube auch euch ganz wichtig ist, nämlich wir hatten's vorhin kurz angeschnitten: Was ist FKK nicht? Also so wie wir FKK verstehen und so wie, wie es ja auch ursprünglich mal gedacht war, ähm, und wogegen ihr ja auch sehr stark ankämpft, Jana und Olaf, in eurer Gruppe.

W-was sind so die, die Sachen, wo ihr sagt, das gehört für euch nicht zum FKK? Vielleicht gleich ihr beiden mal.

Ja, ich würd sagen, da haben wir ja auch 'n schönes Erlebnis. Wir waren ja auf Hochzeitsreise vor, das war vor drei Jahren. Und da ist genau das passiert, was wir eigentlich nicht mögen, wa.

Dass es in die sexuelle Richtung geht halt, was es absolut nicht ist, ne. Und was dadurch eigentlich viele, wir haben auch viele Freunde, ähm, auch Camperfreunde, wo sich nach und nach erst rausgestellt hat, witzigerweise, dass die auch FKK machen. Und keiner getraut sich, das dem anderen zu sagen, weil viele diese, hm, Meinung im Kopf haben halt

Nackig bedeutet gleich Sex und Swingerclub.

Sex und Swingerclub. Also wir sind hier auch in unserem Frei-, äh, Freundeskreis hier vor Ort eigentlich die absoluten Exoten und die können das alle nicht verstehen, warum wir ständig auf FKK-Campingplätze fahren, grade weil wir viel auch über, über die Wochenenden in die Lausitz fahren, auf so 'nen kleinen süßen Campingplatz. Und ja, die schütteln da immer nur mit dem Kopf und sagen: „Ja.“ Die denken immer noch, da geht's Rambazamba.

Die, ja, die denken, ihr habt das wildeste Leben-

Ja

... und ihr liegt nur in der Sonne und, und, und lässt, lasst euch den Wind durch die Pupe ziehen. Ähm, also das ist, das ist ja, glaub ich, auch was, ähm, und deswegen hatte ich vorhin gefragt, ob man überhaupt noch FKK sagt. Also ich sag das noch, weil es ist halt so der, der Klassikerbegriff, aber da ist, glaub ich, auch in den, in den letzten Jahren, vielleicht Jahrzehnten, ähm, der Begriff so 'n bisschen in Verruf geraten durch diese sogenannten FKK-Clubs und FKK, äh, Saunageschichten und so weiter. Spürt ihr das, ähm, Timo zum Beispiel im Alltag auch, wenn ihr Leuten erzählt, ihr macht FKK? Oder, oder spürt ihr das vielleicht auch in bestimmten, ähm, Zusammenhängen auf Plätzen oder an Stränden oder Ähnliches?

Ich hab da auch schon einschlägige Erfahrungen gemacht.

Ähm, ja, es ist, es kommt immer drauf an, mit wem man redet natürlich. Ähm, ich muss auch sagen, dass wir, ähm, bewusst auch Freunde haben oder eher Bekannte dann, wo wir sagen: „Ja, wir gehen, wir gehen jetzt campen oder wir gehen campen.“ Ähm, eben leider auch aus dem Grund, weil, ähm, man weiß, okay, es gibt da auch, äh, ganz komische Ideen von was FKK ist. Ähm, ich sag mal, gute Freunde, die wissen das, ist überhaupt gar kein Thema, ähm, und die können das auch einschätzen, die kennen uns, ähm, aber eben genau das, was Olaf auch grade sagte, ähm, das seh ich halt auch, ähm, dass du schon, dass bei Leuten, die jetzt einen nicht so gut kennen oder vielleicht das Thema FKK nicht gut kennen, ähm, dass da sofort, äh, dieses, weiß nicht, Swinger oder Rudel, ich weiß nicht was Ding da, da daraus gemacht wird.

Ähm, und da ist es auch schon so, dass wir tatsächlich, ähm, das jetzt nicht, ähm, jedem sagen. Also wie gesagt, Freunde, die wissen das. Ähm, und, ähm, wenn wir, wir haben's auch schon mal also Freunden gesagt haben oder erklärt haben, das ist tatsächlich das, was ich grade gesagt hab, ähm, für uns war das tatsächlich, äh, wie Sauna, nur noch 'n bisschen erweiterter und noch 'n bisschen besser und noch mit mehr Möglichkeiten. Ähm, genau, und das, das muss man tatsa-tatsächlich leider auch 'n bisschen erklären. Äh, das ist nicht selbsterklärend, eben wegen dieser, ähm, Bilder im Kopf, die es dann so gibt. Ähm, äh ja, das ist, das ist so meine Erfahrung, ja.

Also wir, wir binden's ja jedem auf die Nase, alleine schon da deswegen, weil wir drüber schreiben und weil ich auch denke, dass grade solche Themen, die so latent negativ besetzt sind, je mehr man darüber spricht und die Leute sehen, ach ja, ist ja ganz normal, desto mehr normalisiert sich das auch in deren Vorstellung. Aber ich kann das nachvollziehen, wenn man das vielleicht nicht möchte, weil wir haben jetzt natürlich auch keinen Job, wo man auf Arbeitskollegen irgendwie oder Chefs oder so was achten muss und deswegen können wir ja machen, was wir wollen. Aber Sebastian, du hast da auch noch 'ne Meinung zu, Sebastian Zweine.

Ja, ähm, es ist schon immer ganz, ähm, lustig, wenn man drüber redet, aber ich bin da genauso wie ihr, Nele. Ähm, ich bind es jedem auf die Nase, ne, weil die sagen dann: „Wie, du hast FKK-Urlaub gemacht?" Ich sag: „Ja, ich hasse Streifen auf der Haut.“ Ne, dieses braun und dann weiße Streifen find ich schrecklich und deswegen find ich's völlig okay, sich am Strand auszuziehen, ne. Und am besten dazu noch 'n Campingurlaub, weil dann vermeide ich diese Streifen. Also da bin ich ganz klar und offen. Und wenn die fragen: „Ja, gucken die Leute denn da nicht komisch?" Ich sag: „Ich krieg das gar nicht mit, ob mich da jemand anguckt", ne. Weil es überhaupt gar nicht präsent ist beim Naturisten oder bei FKK, dass man darauf achtet, was andere machen, ne. Also wir machen zum Beispiel FKK, weil wir dieses Gefühl, dieses Lebensgefühl einfach klasse finden und ob da Dicke, Dünne, ähm, Große, Kleine rumrennen, das, das entzieht sich überhaupt meiner Wahrnehmung komplett.

Also wenn ich abends entspannt vom FKK-Strand nach Hause komme, mich fragt dann m-meine Frau schon mal: „Hast du den da gesehen?" Ich sag: „Nee, wo war der denn?", ne? Also das krieg ich gar nicht mit, ne. Selbst wenn da irgendwelche skurrilen Menschen und das hat man natürlich überall, wo man sich in der Gesellschaft bewegt, ob jetzt FKK oder angezogen, es gibt immer auch skurrile Menschen, wo man sich denkt: „Warte mal 'n Moment, der war ja schon 'ne Erwähnung wert." Aber ich krieg das meistens gar nicht mit, weil wie gesagt, ich bin dann einfach glücklich abends zu Hause und weiß gar nicht, was da passiert ist.

Da bist du wie der Halil und ich bin ja schon, ich beobachte gerne Menschen. Also es hat gar nichts mit FKK oder nicht zu tun, sondern ich sitz auch gerne einfach mal in 'nem Café und guck nur so 'n bisschen, was sich da so um mich rum abspielt. Und da muss ich also immer beim FKK 'n bisschen drauf achten, dass die Leute sich halt nicht beobachtet fühlen, ne. Weil das kann ja dann auch irgendwo, gehört ja auch so 'n bisschen zu den Do's and Don'ts, dass man halt nicht die Leute anglotzt. Und, ähm, da kommen wir vielleicht auch noch mal später zu, was da so eure persönlichen Tipps sind, was man nicht machen sollte, was man machen kann. Mich würde jetzt noch mal interessieren, ähm, aus eigenem, aus 'nem eigenen Beispiel heraus, also der Halil ist ja jemand, der ist da völlig entspannt mit, ne. Der, da, wo's nicht verboten ist, zieht der blank, alleine weil er keinen Bock auf Klamotten hat.

Und ich bin so, dass ich manchmal wirklich mich unangenehm berührt fühle, wenn Menschen um mich herum angezogen sind und ich bin nackt. Und dann, ähm, dann auch irgendwie, dann spricht man, dann geht der Hund mal zu jemandem hin und sagt Hallo und dann musst du aufstehen, den Hund zurückholen. Ja, Entschuldigung. Dann, ne, dann ist, liegt da 'n angezogener Mensch und ich steh dann vor dem, ähm, und präsentiere hier alles auf Augenhöhe. Wie ist es für euch? Also auch beim Camping gibt's ja durchaus gemischte Plätze, die jetzt 'n Textilbereich haben und 'nen, äh, FKK-Bereich oder die komplett durchgemischt sind. Wie, ist es auch für euch irgendwie komisch oder habt ihr euch dran gewöhnt?

Ähm, total, ähm, egal. Ähm, egal ob ich am FKK, äh, Strand bin und da muss ich gleich noch mal erklären, warum das so ist, ähm, darf es ruhig gemischt sein. Weil ich grade glaube, auch grade dieses Gemischte eröffnet, äh, Leuten die Tür, äh, ich sag mal, die Nähe zum FKK zu finden. Das hab ich dieses Jahr erlebt, ähm, mit meiner neuen Partnerin und mit, mit ihrem, mit ihrer Tochter, waren wir auf Fuerteventura. Die haben was ganz Tolles da gemacht. Und zwar gab's früher Naturistenabschnitte, wo dann nur reines FKK war und Textilababschnitte. Das wurde auf Fuerteventura komplett aufgelöst. Also es ist alles gemischt mittlerweile und jeder kann FKK machen oder Textil, wo er's will. Das hat uns die Chance eröffnet, dass wir gemeinsam an den FKK-Strand gegangen ist.

Die Kleine war angezogen, weil die fand das Thema total doof. Ähm, und, und auch meine Partnerin war da sehr skeptisch erst und da hab ich gesagt: „Du, ist kein Problem, aber euch stört's ja nicht, wenn ich mich hier ausziehe." „Nee, nee, mach mal." Und als wir dann so 'ne halbe, Dreiviertelstunde lagen und es lag, ähm, haben sich immer mehr nackte Menschen auch irgendwo in fünfzig Meter Entfernung positioniert, sagt sie: „Ach, das ist ja gar nicht so schlimm und hier guckt ja auch keiner." Hat sie sich auch ausgezogen und ich glaube, das wär im reinen FKK-Bereich nicht so gewesen. Und ganz toll fand ich dann, wo die Sechsjährige auf einmal zu uns kam aus'm Wasser und sagt: „Warum sind hier alle nackt?" „Ja, weil wir's dürfen." „Och, dann will ich auch." Ne, das war für sie völlig natürlich und ich fand, das war-- seitdem fragt sie jedes Mal, wenn wir irgendwo zum Baden gehen: „Darf ich mich hier auch ausziehen?"

Und ich find, das ist schon 'n ganz tolles Verständnis, was 'ne Sechsjährige da für das Thema entwickelt hat. Also ich find's toll, ähm, wenn man das auch toleriert und ich weiß, das ist 'n Problem auch in vielen FKK-Gruppen, dass viele sagen: „Nee, wenn ich am FKK-Strand gehe, dann möchte ich, dass sich da alle ausziehen." Ich sag immer: „Warum? Lass doch jeder machen, wie er will. Mich interessiert nicht, ob da einer angezogen ist oder ausgezogen ist, weil solange er jetzt nicht da ist, um zu spannen", weil das gibt's ja auch, ist mir das doch egal, ob er 'ne Badehose trägt oder nackt ist.

Timo, wie ist es bei dir?

Äh, wir hatten 'n Erlebnis, das, ähm, tatsächlich umgekehrt war. Ähm, und zwar, äh, auf dem, äh, FKK-Campingplatz, ähm, wo wir das erste Mal FKK-Camping gemacht haben, ähm, haben wir uns, äh, man muss ja da, man geht ja dann auch mal in die Stadt oder so, mal irgendwie shoppen oder so und da muss man sich ja dann auch anziehen am Platz. Ähm, das haben wir getan, äh, mussten dann aber, ich hatte ja grade schon gesagt, das war dann, das Auto stand dann außerhalb, mussten dann aber durch die Nackten angezogen laufen. Ähm, gezwungenermaßen, weil wir zum Auto mussten, sonst wär's egal gewesen. Aber, ähm, und, ähm, ich hatte das Gefühl, was du grade beschrieben hast, wo du nackt vor Angezogenen standst, ganz genauso, dass ich mir gedacht hab: Ist irgendwie unpassend. Irgendwie, ähm, mö-mö-möchtest du jetzt irgendwie hier eigentlich, ne, weil du weißt, das ist FKK-Camping, müsste dich jetzt eigentlich ausziehen.

Ähm, im Nachhinein hätten wir auch sagen können: Okay, vielleicht hätten wir die Klamotten auch tragen können, aber wär auch 'n bisschen umständlich gewesen. Ähm, aber insofern, äh, äh, fand ich das für mich ganz interessant, das umgekehrte Gefühl mal zu erfahren. Ähm, ich denke, das ist einfach vielleicht auch sozial, was ganz normal ist bei 'nem Menschen, dass du natürlich dich deiner Umgebung anpasst und so rumlaufen möchtest wie die anderen auch. Ähm, und das Umgekehrte war da ganz witzig, äh, weil ich das nie gedacht hätte, dass ich mich angezogen unwohl fühle, wenn alle anderen nackt sind. Ähm, das war, das war 'ne total spannende Geschichte. Und, ähm, zu dem, was der Sebastian grade gesagt hat mit den, ähm, geteilten Möglichkeiten: Ich hab, wir haben tatsächlich auch Ähnliches erlebt an 'nem FKK-Strand, äh, wo, äh, 'n Übergang war zwischen bekleidet und unbekleidet. Es gibt ja welche, da gibt's dann Hecken oder so dazwischen, aber es gibt auch welche, die gehen ineinander über.

Ähm, und da haben wir genau das auch erlebt. Das ist echt 'n Vorteil, war auch, ähm, mit unseren Kindern, ähm, die waren da noch, äh, noch 'n bisschen jünger, ähm, dass wir auch gesagt haben: „Wir wollen jetzt hier, äh, nackt, nackt reingehen. Ähm, ihr könnt das überlegen, wie ihr wollt." Bei Teenies ist es ja sowieso immer so 'ne Sache. Ähm, und, ähm, wir sind dann halt, äh, nackig rein und, ähm, das hat 'ne halbe Stunde gedauert. Dann hat die Erste auch gesagt: „Oh, ist ja irgendwie viel praktischer", und, äh, hat sich dann halt auch ausgezogen. Ähm, nicht alle. Ähm, ich find, man muss auch bei Kindern da auch oder grade bei Teenies, ähm, sagen: „Okay, wenn du nicht möchtest, musst du auch nicht." Ist ja, wird ja bei vielen Plätzen auch so gehandhabt. Ähm, und, aber wir haben ja drei Mädels in dem Fall. Da war tatsächlich dann eine, die gesagt hat: „Ja, äh, stimmt, okay, mach ich auch."

Ähm, und die andere hat dann aber auch gesagt: „Ähm, nee, lieber nicht." Und das war dann auch so okay. Insofern stimme ich Sebastian vollkommen zu. Ich kann aber auch die verstehen, wo's anders ist, ne. Also ich, ich, ich kann aber beide Seiten verstehen und ich find es gut, dass es Plätze für beides gibt, dass es diese Strände gibt, die ineinander übergehen. Aber für diejenigen, die sagen: „Nee, wenn FKK, dann möchte ich, dass das auch alle machen", gibt's auch Plätze. Da muss man, glaube ich, so 'n bisschen, bisschen gucken, wo man genau hin möchte, äh, 'n bisschen recherchieren, ähm, dann weiß man das aber auch ungefähr, wie der Platz drauf ist, wo man da selber hinfährt oder der Strand oder je nachdem.

Jana und Olaf, seid ihr Hardcore-Antitextiler oder wie ist es bei euch?

Ja, äh, ich sag's mal so: Also wir haben's schon lieber nackt um uns, aber wenn, ja, wenn sich jemand da halt nicht ausziehen will, dann ist mir das eigentlich auch oder ist uns das eigentlich egal. Aber ja, wir haben aber auch die Erfahrung gemacht, äh, wenn die, wenn's in die Überzahl geht dann mit den Textilern, weil die einfach, einfach dahin gehen und gucken wollen, dann ist mir das unangenehm, dann mag ich das einfach nicht. Wir haben das auch in, am Halberndorfer See, wo wir immer in die Lausitz über die Wochenenden fahren. Da hast du dann Bojen und gegenüber ist 'n Textil, äh, Campingplatz. Also das ist 'n, das ist 'n Campingplatz. Die eine Seite vom See ist Textil und wir sind auf der schöneren Seite als FKK-Campingplatz und natürlich fahren die mit ihren Tretbooten an den Bojen lang. Und dann wird geguckt, man sieht gar nicht viel. Wir schwimmen da bis hin, die meisten bis zu den Bojen.

Da siehst du bloß die Köpfe. Und von Weitem dann mal diese Punkte, die am Strand Die da Volleyball spielen, die sich sonnen und so weiter. Aber von der Entfernung siehst du gar nicht so viel. Aber die fahren eben dann ganz langsam hin und ich mache mir dann immer den Spaß, wenn ich da draußen schwimme. Ich gucke denen immer in die Augen. Die werden dann immer ganz unruhig. Da musst du immer aufpassen, dass die nicht vom Boot fallen dann und sind dann immer wieder ganz schnell weg. Das ist das, was mich so ein bisschen nervt. Aber sonst, ja, wenn sich jemand angezogen neben mich legt, ja, dann ist es halt so. Aber ich mag's eigentlich lieber, wenn wir unter uns, also ich

Denn so extrem haben wir's eigentlich auch noch nie erlebt. Also ich würde mich schon unwohl fühlen, wie Nele sagt, wenn ich jetzt am Strand sitze als Frau, nackt und um mich herum sitzen, was weiß ich, fünf bis zehn Männer angezogen, ne. Da brauchten die mich noch nicht mal anzustieren, aber so schnell könnte man gar nicht gucken, wie ich wahrscheinlich mein Handtuch dann drum hätte.

Mhm.

Aber sonst, wie gesagt, wenn jemand sich nicht ausziehen will, auch Teenies gerade so, habe ich, da haben wir beide null Problem damit. Im Gegenteil, wir freuen uns. Wir sehen auch manchmal Teenies, die haben ihr Höschen noch an. Da hatten wir auch mal ein Erlebnis, wo da hat ein richtig alter Mann, äh, den Opa von denen angemacht, dass sie doch das Höschen auszuziehen hat. Und dann gab's eine richtige Diskussion. Also er ist dann ganz betröppelt weggegangen, weil er verloren hat, wo ich dann auch gesagt habe: „Mein Gott, die entwickelt sich gerade. Der ganze Körper, die ist oben ohne. Das ist schon so viel, ne, was wir wahrscheinlich früher nicht gemacht hätten, ne. Und lass sie doch ihr Höschen anhaben." Oder genau wenn-

Also ich saß in, ich saß in meiner Teeniezeit in langen schwarzen Klamotten im Freibad und ich bin wirklich sehr freizügig aufgewachsen bei uns zu Hause. Wir sind auch alle immer nackt rumgelaufen, aber das ist einfach bei jedem anders und auch bei, bei jedem Kind, bei jeder, bei jeder Jugendlichen auch, ähm, anders, wie, wie verletzlich man sich da fühlt mit dem eigenen Körper und wie, wie gut man auch mit der Entwicklung klarkommt. Und das wäre für mich zum Beispiel auch 'n, 'n absolute Voraussetzung, wenn ich mit mei-- Also wir haben ja keine Kinder, aber wenn ich mit meinen Kindern FKK machen würde, dass die einfach komplett frei entscheiden dürfen, weil sonst ist es ja auch so, dass man denen da irgendwie so'n, ähm, also ich will nicht sagen Trauma, das wäre jetzt ja viel zu viel, aber dass man denen dann vielleicht auch so 'ne Anti-Haltung einpflanzt, wenn die das Gefühl haben, dass sie zu irgendwas gezwungen werden, was ihre körperliche Unversehrtheit verletzt.

Genauso wie jedes Kind auch zu jedem Menschen sagen dürfen muss, ähm, dass es nicht möchte, dass er die berührt, ne. Und ich finde, das ist mit der Nacktheit genau das Gleiche. Ähm, ihr habt vorhin angeschnitten, dass es ein paar Anekdoten gibt. Die möchte ich natürlich jetzt auch gerne mal hören.

Da müssen wir uns aber kurz fassen.

Ich habe nicht so viel. Nee, nee, ich glaube, das hören die, äh, Menschen an den Endgeräten auch ganz gerne. Das weiß ich noch aus unserer FKK-Folge. Das ist, glaube ich, eine der meistgeklickten und auf die wir auch sehr viele Rückmeldungen bekommen haben. Da habe ich ja meine, äh, meine Swinger-Episode am Strand ein bisschen erzählt. Die will ich jetzt heute nicht noch mal wieder aufwärmen, aber, ähm, ich glaube, jeder von uns hat da irgendwelche Überraschungen schon mal erlebt und auch ein paar lustige oder vielleicht auch unangenehme Erlebnisse. Wer möchte denn anfangen von euch?

Willst du? W-w-wie, wie wir eigentlich-

Jana.

Auf FKK-Camping gekommen sind?

Nee, ich wollte eigentlich das andere erzählen, aber du kannst dann, wie wir dazu gekommen sind, erzählen.

Ihr dürft auch gerne zwei, äh, zwei Episoden erzählen oder, oder zwei Anekdoten. Ähm, ich glaube, die Zeit können wir uns nehmen, oder, Sebastian, eins?

Ja, auf jeden Fall. Und selbst wenn wir jetzt ja so viel, viel länger sind, dann machen wir einfach, wie wir das gewohnt sind, zwei Episoden draus.

Genau.

Also, äh, erzählt einfach los. Und, äh, noch ganz kurz: Wir werden euch auch die Folge verlinken, wo Nele ihr Erlebnis schildert, dass sie es heute nicht noch mal erzählen muss. Das kennen nämlich auch hier wahrscheinlich in der Runde die meisten und wer's nicht gehört hat, verlinken wir euch noch mal. Ist auf jeden Fall sehr unterhaltsam. Aber ja, jetzt würde ich sagen, gehen wir rüber wieder zu Olaf und Jana und hören uns mal an, was ihr da erlebt habt.

Ja, ich will ja noch dazu sagen, äh, Nele ihre Episode ist für mich Kult. Ich hab sie gestern wieder noch mal gelesen und hab, hab Jana gefragt, gesagt: „Soll ich dir das mal vorlesen?" Da kam bloß noch ein Stöhnen und von Jana und sie sagte: „Das hast du mir schon dreimal vorgelesen." Weil ich das fand-

Das freut mich.

Das, ich find das einfach toll, weil-

Es freut mich, wenn mein Leid euch so erheitern konnte.

Ja, wir waren ja auch vor, wir haben ja vor 2021, wir sind ja alle beide in der zweiten Beziehung jetzt, haben 2021, ja, am Chiemsee und in Insel geheiratet und sind dann, äh, das erste Mal ins Ausland gefahren an FKK, auf 'n FKK-Campingplatz, auf Hochzeitsreise. Hatten den Kleinen mit und jetzt kannst du weitermachen.

Genau, und das war auf Valdalta. Ähm, ja, wir waren dort, glaube ich, den zweiten Tag. Ich saß am Wohnwagen, wie man das so macht, Sonne nicht so schön und guck so hoch und da kam so ein junger Mann auf dem Weg langgelaufen. Also was heißt jung? 40. Also auf alle Fälle jünger als ich, einiges. Ein Sahneschnittchen, also wirklich nicht verkehrt, war ein Muskelpaket, guckte mich an, lächelte und hat ganz verstohlen gewinkt. Meine Reaktion war, erst mal nach links und nach rechts hinter mich zu gucken, weil ich dachte, dich kann der gar nicht meinen. Hat er mich doch gemeint. Dachte ich: „Okay, Mutti, Mutti sieht doch noch gut aus wahrscheinlich." Und dann sind wir abends was trinken gegangen. Lächelt mich der nächste Mann so komisch an, wo wir gehen, noch ein Mann und das war mir dann komisch.

Und dann hat Olaf irgendwann mal gegoogelt oder in diesen Valalta Facebook-Gruppen geguckt und hat gesagt: „Wir sind so blond. Auf dem Platz wird Swinger betrieben vom Feinsten." Und direkt vor dem Tor des Campingplatzes gibt es den Anaconda Swinger Club.

Oh. Anaconda ist ja auch ein vielversprechender Name für den Swinger Club. Okay.

Also das, das war dann wirklich-- Und, und da muss ich noch dazu sagen, was dann noch war, wo wir wirklich den ganzen Urlaub gelacht haben. Wie gesagt, wir sind auf Hochzeitsreise und meine große Tochter, mittlerweile 33, hat mit ihrem kleinen Bruder noch den Wohnwagen drin verschönert. Das wussten wir nicht. Also wir sind dann angekommen irgendwann in der Nacht, da hingen überall-

Da musst du-

Champignons und, und sie haben dort wirklich fünf oder sechs solche kleinen Tütchen mit diesem Glitzerdeko-Streuzeug den ganzen Wohnwagen verschüttet. Und es waren unter anderem rote Herzen dabei. Und jedes Mal, es ist, ihr wisst, warm, man schwitzt. Jedes Mal, wenn Olaf aus dem Wohnwagen kam, hatte der an der einen Pobacke ein Herz, hatte dort ein Herz kleben.

Und dann wundert ihr euch, dass ihr da, dass ihr eingeladen werdet.

Und, und wo er dann immer unseren Stellplatz verlassen wollte, musste er sich einmal um die Achse drehen, damit ich das Zeug ablesen konnte. Also das war echt, weil da hatte ich ein bissl Angst um meinen Mann. Aber das war so, ja, man ist halt naiv.

Ja, die Kin, die Kinder hatten gesagt, also wo wir dann losgefahren sind, wo wir uns auch von unseren Gästen dann verabschiedet hatten: „Äh, bleibt mal vorm Wohnwagen, wir wollen das mal ein bissl verschönern, damit ihr's noch ein bissl schöner habt dann auf Hochzeitsreise." Haben wir gedacht: „Ja." Ja, dann haben die diese Glitzer, äh, Glitzerherzen da verstreut. Aber wirklich in jeder Ritze, auch wo wir den Wurst verkauft haben. Ich bin noch mal durch mit 'm Staubsauger durch. Ich hab immer noch welche gefunden.

Die finden auch noch welche.

Und ich glaube, die, die neuen Besitzer finden auch noch welche.

Ja, das ist doch schön. Äh, dann, äh, können die auch gleich als Erkennungszeichen zum FKK-Camping gehen und sich 'n bisschen einpudern.

Ja, genau, genau.

Wer hat noch 'ne juicy Geschichte für uns? Timo, du? Ach, der Sebastian.

Ich glaub, wir haben beide was, ne?

So ja. Wer möchte denn anfangen? Machen wir, machen wir Timo und dann Sebastian.

Ja, ist die Frage, wie spektakulär das jetzt ist. Ich muss dazu sagen, ähm, wir waren, ähm, in Holland campen und klar, man denkt sich, dass man ist den ganzen Tag nackt, aber, ähm, in der Regel ist es gerade so in den nördlichen Ländern ja so, dass du dir dann doch irgendwann was anziehst. Also abends, wenn's später wird, ne, wenn's, sag ich mal, so an die 10 Uhr geht, wird's dann doch schon knackig kalt. Ähm, teilweise, je nachdem, wo du in den südlichen Ländern bist, kann das, glaub ich, auch so sein, aber da ist es nicht ganz so wild. Da musst du eher, glaub ich, schauen, dass du irgendwie 'ne Mütze Schlaf kriegst, auch wenn's so heiß ist. Ähm, bei uns war das tatsächlich so: Ähm, es war zwar Sommer, aber nachts wurd's echt richtig knackig kalt. Also richtig, äh, ich, ich hab nicht gen..., ich hab's nicht mehr genau im Kopf, aber ich meine, es war vielleicht sogar schon unter zehn und noch kälter. Ähm, wir haben uns dann immer abends in die Hängematte gekuschelt und, ähm, sind dann irgendwann schlafen gegangen und der Platz hat's generell auch so gemacht, ne.

Das heißt, äh, wenn man dann los ist und, ähm, noch irgendwie Zähne putzen war, dann waren alle angezogen, weil's einfach echt saukalt war. Ähm, genau, und, ähm, mir ist das tatsächlich dann, ähm, passiert, wie das so ist, wenn man älter wird, äh, mittlerweile die 41 hab ich auch geknackt, dann muss man doch noch mal auch mitten in der Nacht mal raus. Ähm, und, ähm, das hab ich dann auch gemacht. Das war wirklich mitten in der Nacht. Es war sternenklarer Him-Himmel, was ja auch immer noch heißt, ohne Wolken ist es dann auch noch mal ein bisschen kälter und, äh, es war echt schwierig für mich, überhaupt da rauszugehen, ähm, weil, äh, na ja, du musst aus dem kuschelig warmen Schlafsack raus und, ähm, hab mir Jogginghose, Pulli angezogen, alles, was ich irgendwie noch so hatte, ähm, alles drüber gezogen. Und, ähm, als ich dann im, äh, Waschhaus war, geht die Tür auf und ein komplett unbekleideter, sprit-splinternackter Holländer kommt rein.

Ähm, und ich hab mir gedacht: „Boah, also der, boah, Respekt." Ähm, da hab ich auch gedacht, ich weiß nicht, wie er das macht, was für ein Immunsystem der hatte. Da hab ich auch gedacht: „Meine Güte, ähm, das, das, das, das würd ich nie hinkriegen." Ähm, das war, äh, war schon was, so was ich jetzt auch, ist jetzt nicht ganz so spektakulär, aber ich, ich hab, für mich hat das echt noch mal 'n Respekt, also Rich-Richtung, Richtung Holland da gebracht. Äh, das hätt ich mich nie getraut. Ähm, und tatsächlich auch auf dem gleichen Platz, ähm, was wir auch noch erlebt haben. Ähm, also generell campen ist ja so toll, weil du, ähm, so schnell Bekanntschaften triffst und so schnell auf Leute triffst, die, äh, die du, mit denen du vielleicht 'nen Abend verbringst, mit dem du irgendwie, äh, 'n Bierchen trinkst oder so was.

Ähm, und wir hatten in dem Jahr, ähm, auch gegenüber ein paar Holländer, die, äh, uns spontan dann auch eingeladen haben. Und ich, ich weiß nicht, wie üblich das beim Campen ist. Mir ist es noch nicht begegnet. Auf einmal haben die da selbstgebrannten Schnaps rausgeholt, den sie selbst im Zelt produziert haben.

Oha. Aber du, du hast noch dein Augenlicht, oder?

Ähm, ja, äh, tatsächlich. Also ich war dann doch auch neugierig und, ähm, hab's dann tatsächlich probiert. Ähm, das war scho-schon auch witzig. Hat jetzt, ist jetzt nicht so wirklich mit dem FKK-Thema, äh, verwandt, ähm, aber ich fand das einfach so lustig, als dass die dann mitten-- Und da haben wir dann so dieses, dieses Tille dann gezeigt: „Ja, hier, wir machen das, machen das selber." Und ja, und dann haben wir dann selbstgebrannten Abends getrunken. Das war schon, ähm, das war schon sehr witzig.

Dann war dir wahrscheinlich aber auch nicht mehr so kalt wie vorher.

Nee, nee, nee, tatsächlich nicht. Das, das war zwar 'ne andere Nacht, aber in der Nacht tatsächlich. Aber in der Nacht haben wir tatsächlich auch richtig gut geschlafen.

Siehst du, da musstest du nicht nachts raus und triffst auf irgendwelche nackten Holländer.

Hätt ich nicht mehr, nicht hingekriegt.

Ja, und bei dir, Sebastian?

Ja, ähm, ist nicht beim Camping passiert, aber, ähm, beim ersten Mal FK, äh, äh, FKK auf Gran Canaria. Ich hab, ich muss dazu sagen, ich hab, ähm, Jugendfreunde, die nach Gran Canaria ausgewandert sind und die haben mich dann irgendwann mal überredet und gesagt: „Komm doch mal hierhin, du machst auch gerne FKK. Das kann man hier prima machen. Wir haben hier ganz tolle Strände." Und dann bin ich da auch hin-hingefahren und hab gedacht: „Okay, ähm, guck mir den Strand an." Hab da meinen Platz gefunden und wie ich grade schon zuvor, ähm, berichtet habe, ich krieg ja um mich herum dann nichts mit, ne. Ich, ich bin da wahrscheinlich genauso blond, unbedarft, äh, dass ich überhaupt gar nicht meine Umgebung kenne, was man vielleicht mal machen sollte ab und an. Äh, hab ich dann am Strand gelegt. Da war auch schon 'ne tolle Strandbude, wo man frische Getränke kriegte. Hab ich auch gemacht.

Hab mir ein paar Bier ge-genossen bei 35 Grad in der Sonne und dann irgendwann musst du dann halt auf die Toilette. Und da waren auch so Container mit so 'nem großen Toilettenzeichen dran. Ich dann zu diesem Toilettencontainer. Ach super, die hatten dann auch so Pissoirs in diesem Toilettencontainer, stellte mich dann hin

Und wunderte mich, was auf einmal hinter mir passierte, weil es bildete sich eine Schlange hinter mir. Und ich dachte mir: „Mensch, was ist denn hier?“, drehte mich um und sagte dann: „Ich bin sofort fertig." Und da standen da so drei, äh, Jungs, die sich im Arm hatten und sagten: „Nee, bleib ruhig noch mal hier so stehen. Das sieht ganz toll aus, wie du da stehst." Und ich denke: „Moment, wo bist du hier gelandet?“, gehe wieder raus und sehe diese Riesenregenbogenflagge und bin am, ich sag mal, ja am Gehstrand gelandet, was ich vorher nicht wahrgenommen hab, ne. Also dann warst du auf einmal in 'ner Situation drin, wo du gedacht hast: „Ui, wie machst du denen jetzt, jetzt begreiflich, dass du nur für FKK da bist?"

Und zum Pinkeln.

Ja genau, hab mit den Jungs noch 'n Bier am, am Bierstand getrunken und da hat sich alles aufgeklärt. Aber natürlich, wenn du nicht weißt, wo du dich da befindest und wo du dich da bewegst, ähm, dann kannst du schon mal in skurrile Situationen hineingeraten, wo du gar nicht rein willst. Deswegen auch beim FKK immer Augen auf, was passiert um mich herum, damit man natürlich auch so wie Jana und Olaf, ähm, nicht in, auf irgendwelche Plätze landet, wo man auf einmal denkt: „Oh Gott, wo bin ich hier gelandet?" Weil wenn du da bist, bist du da.

Ich, du sprichst mit jemandem, der es neulich mal wieder geschafft hat, auf den einzigen berühmten bekannten Parkplatzsextreffs Münchens für die erste Nacht im neuen Campingbus zu stehen. Also, ähm, und wir haben schon, wir haben schon gedacht bei der Ankunft, warum die alle so milde lächeln, als wir da aufkreuzten. Und dann war da halt auch so 'n, so 'n bekannter Abschnitt, wo sich halt die, ähm, die Gays treffen für Bekanntschaften. Und irgendwann haben wir's dann auch mal gerafft, so nach Stunden, ähm, weil halt da ein Kommen und Gehen war und ich hab dann noch ganz unschuldig zu einem Vorbeilaufenden so gesagt: „Ah, gehen Sie auch 'n bisschen spazieren?" Und er nur so: „Äh, äh, ja, so."

Ähm, ja, und dann waren wir da mit unserem Hund. Es war, ähm, war ziemlich amüsant mal wieder. Und so richtig gecheckt haben wir's dann, als dann halt ein junger Mann als Schulmädchen verkleidet mit seinem Auto kam und da die ganze Nacht auf Kundschaft wartete. Und es war ziemlich interessant. Ähm, ich find so was ja total spannend, aber ich hab auch gedacht: „Wie kann es wieder sein?" Der, der Halil hat schon gesagt, wenn du das im Podcast erzählst, dann denken die Leute, du machst es nur, um wieder irgendwie hier, äh, Aufmerksamkeit zu bekommen, aber es, es passiert halt immer wieder, weil ich's halt auch nicht raffe einfach.

Aber da sagst du ja genau das Treffende. Ähm, das Problem ist, dass da teilweise so viele Schnittmengen gibt, die die Naturisten so wie wir aber gar nicht haben wollen.

Mhm.

Ähm, und dass in der Gesellschaft quasi so ein, ich sag mal, das ist 'ne Blackbox, ne. Naturismus ist 'ne Blackbox. Da befinden sich ganz viele Schubladen drin, da bewegen sich ganz viel, ja, verschiedenes Klientel auch drin. Für uns ist Naturismus einfach: Wir machen's für uns, um uns frei zu fie-fühlen. Aber es gibt eben auch, und das ist bekannt, ganz viele Leute, ähm, die da etwas anderes mit verbinden, ne. Ob's jetzt Swinger ist, ob's Gay ist, ob keine Ahnung, irgendwelche anderen erotischen Sachen. Und das steht den Leuten ja nicht auf der Stirn geschrieben. Und deswegen ist es natürlich dann auch schwierig für viele, ja, das auszuprobieren, weil die einfach diese Blackbox sehen und sagen alle in einen Sack: „Ach, da geht's bestimmt nur ums eine." Und ich find auch, unsere Facebook-Gruppe ist da ganz guter Ort für, auch den Leuten zu Hause zu geben, ähm, die reinen Naturismus wollen, ne, die überhaupt gar nichts mit irgendwelchen anderen Sachen zu tun haben und, und dass sich das, äh, da auch die verschiedenen Klientele finden können.

Wir sprechen auch gleich noch mal drüber, was man tun kann, wenn man keine Special-Erlebnisse sucht, ähm, also wie man vielleicht auch so 'n bisschen Unterkünfte, Strände und so was filtern kann, aber vorher möchte der Timo noch was sagen dazu.

Ja, ähm, wir waren ja schon mal so 'n bisschen bei den Begriffen vorhin, äh, von wegen FKK, Naturismus, Nudismus. Ähm, meiner Meinung nach ist tatsächlich das Problem, das wir haben, dass, äh, eigentlich keiner der Begriffe wirklich, ähm, irgendwie passend ist oder gut ist. FKK ist eigentlich der, der passendste, ähm, aber das hast du, hast du ja schon, Nele, schon richtig gesagt, dass das durch diese ganzen, ähm, äh, Swinger-Modellgeschichten oder so, ähm, vermischt wurde. Ähm, und wenn ich jetzt meinen Bekannten erzählen würde: „Oh, ich mach jetzt Nudismus oder ich mach Naturismus", würden die sagen: „Och schön, dass du dich für Natur interessierst." Aber keiner verbindet, verbindet damit FKK. Ähm, und, ähm, das ist so 'n bisschen, glaub ich, das Problem, was, also, also meiner Meinung nach das Problem, ähm, was wir so 'n bisschen haben.

Der einzige Begriff, den alle kennen, der ist, hm, na ja, zweifelhaft geworden und, äh, die anderen, also meine Bekannten wüssten damit nix an, eigentlich nichts anzufangen. Das find ich schade und ich hab da jetzt auch keine Lösung, aber das ist einfach so 'ne Beobachtung, die ich jetzt so für mich gemacht hab.

Olaf, du hattest grade noch, ähm, dich gemeldet.

Ja, ich geb jetzt noch den, den Rest, wie wir zum FKK-Camping gekommen sind. Wir haben jetzt grade noch diskutiert, ob wir das jetzt hier noch preisgeben oder nicht, aber ich-

Aber auf jeden Fall.

Äh, es war eigentlich, wir saßen-- Also für uns, also wir mögen es eigentlich FKK-Camping nur, wenn's warm ist. Das müssen wir jetzt einfach dazu sagen. Und es war im Sommer und wir saßen Freitagabend aufm Balkon und beim Glas Wein und wussten eigentlich jetzt nicht mehr so richtig, was wir mit dem Wochenende anstellen sollen. Und da hab ich zu Jana gesagt, ich sag: „Ich hab da mal gehört, FKK-Camping." „Aha, FKK-Camping", war die Reaktion. Ich sag: „Warte mal, ich gucke mal, ob's hier in der, bei uns in der Ge-, Umgebung in Sachsen was gibt." Hab ich recherchiert und da bin ich nach Moritzburg, in Moritzburg fündig geworden. Das war zu DDR-Zeiten der größte FKK-Campingplatz und immer ausgebucht.

Und dort in Moritzburg an dem Schloss wurde Aschenbrödel gedreht, bloß mal so für die Miezen.

Drei Nüsse für Aschenbrödel, das, das Weihnachtsmärchen.

Schön. Sebastian kennt es bestimmt auch.

Ja. Und ich sage: „Komm- Aber wir waren uns eben nicht sicher. Ich sag: „Komm, wir probieren's morgen früh aus." Und Joanna: „Meinst du wirklich?" Ich sag: „Ja." Äh, wir waren, wir, wir, wir hatten aber so diese, diese Vorstellung, das wird irgendwo in die Richtung Swinger gehen. Und ich sag: „Weißt du was, wir machen jetzt 'n Notfallplan. Äh, wir nehmen uns 'ne rote Kiste, nehmen 'n, 'n Kocher, 'n Einflammkocher, bissl Kaffee, Biefis mit, Brötchen und so dass wir ganz schnell wieder dort verschwinden können, wenn uns jemand was anhaben will."

Wir hatten damals auch den-- wir hatten auch bloß 'n Caddy damals zum drin schlafen. Also wir hatten noch kein Zelt mitgenommen.

Ja, wir haben den Caddy dann auch ausgeräumt, haben da bloß 'ne Matte reingelegt und sind früh, Samstag früh um neun Richtung Moritzburg. Navi zeigte uns, also das ist ja in den Wäldern um Moritzburg, das sind so Teiche und da führte uns das Navi hin. Und das wurde immer tiefer und tiefer in die Wälder. Auf einmal kam so eine Panzerstraße. Ich sag: „Joana, das wird, die fangen uns jetzt hier gleich weg." Ich sage: „Jetzt wird gleich einer aus dem Busch kommen und dann haben wir verloren hier." „Ach, fahr weiter." Irgendwann sind wir auf so 'ne, ja, Schranke mit so 'ner DDR-Pförtnerloge gekommen. Ich dachte: „Ach du Scheiße." Wir haben uns angeguckt und sagen: „Oh Gott, zurückwärts oder stehen wir das jetzt durch hier irgendwie?" Einmal ging die Tür auf, kam so 'ne ganz alte Mutti in so 'ner DDR-Kittelschürze raus, guckte uns an und sagt: „Was wollt ihr?"

Und wir: „Oh. Äh, ja, wir wollen hier mal FKK-Camping machen." „Wer seid ihr?" Na, ich sage: „Wir sind Olaf und Joanna und wir kamen mit 'm Caddy." „Ihr wollt aufn Camping-- ihr wollt FKK-Camping machen?" Ich sage: „Mhm." „Das, da seid ihr hier falsch." Ich sage: „Und dann?" „Da müsst ihr an Tor zwei." Ich sage: „Gute Frau, wo ist denn Tor zwei?" „Da müsst ihr einmal um den See rumfahren und ich rufe da gleich an und da wird man euch empfangen." Und das war ja natürlich dann auch alles mit Sichtschutz gemacht. Ich dachte: „Ach du Heilmann, dann Tor zwei." Ich sage: „Joana, wir fahren jetzt zu Tor zwei, zu Tor zwei." Sind wir ringsherum. Und dann hat der an-- hat die angerufen und das war ja dann auch so lustig: „Hier ist die Reception.

Hier sind zwei, die kann ich nicht zuordnen. Die wollen im Auto schlafen und die wollen jetzt bei euch Camping machen." Und da hörte ich bloß: „Schick sie zu mir rüber." Wir dann wieder zurück. Haben, wir haben dann auch Tor zwei gefunden. Das Tor ging auf. Ich werd das Bild nie vergessen. Da stand ein älterer Herr im, mit so 'm Klapp-, also DDR-Klappfahrrad mit so 'ner ABV-Tasche um, nackt, also so 'ner, so 'ner Kartentasche von der Armee um.

Oh Gott.

Machte die Tür auf und sagt: „Kommt rein." Ich sage: „Joana, wir haben, ich sage: „Joana, wir haben verloren."

Machte, machte hinter uns das große Tor wieder zu.

Das Tor ging zu und ich dachte: „Jetzt hast du's verloren."

So beginnen Horrorfilme.

Ja.

Okay.

Und: „Ach, ihr wollt bleiben?" Ja, und ich sage: „Ja, wir wollen uns hier mal ein schönes Wochenende machen." „Ja, das..." Ich sage: „Wir würden auch gerne bis Sonntagabend bleiben." „Ja, aber das ist ein bissl teurer." Ich sage: „Was verstehst denn du jetzt unter teuer?" „Na, das kostet zwei Euro fünfzig mehr." Ich sage: „Ja, ist gut. Für zwei Euro fünfzig können wir hier auch bis Sonntagabend bleiben." „Hm."

Und ich muss da jetzt einhaken, äh, da war alles geklärt. Ja, ich wollte endlich lachen dürfen und hab gewartet, dass er weg ist. Und dann fragt mein Mann doch, ich weiß gar nicht mehr genau, was du gefragt hast, aber so nach dem Motto: „Was dürfen wir denn hier nicht?" Da hat er uns so von unten bis oben angeguckt. Da dachte der wahrscheinlich, wir sind solche, die hier irgendwas machen wollen. Also.

Nee, ich, ich hatte ihn gefragt: „Was sind hier eure Regeln?" Da guckte der mich ganz entgeistert an und sagt: „Joana, ich müssen ja. Nee, ihr könnt hier alles machen, solange das alles im FKK-Bereich ist." Ja, und dann waren die, waren die Messen dann erst mal gelesen.

Aber es war, es war ein-- die tollste Nacht, die ich hatte. Das hat geregnet dort, das war unter Bäumen. Wir haben geschlafen wie ein Stein. Aber wie gesagt, was wir vorhin schon angesprochen haben, dieses Ungewisse, das war so in den Köpfen drinne, ne. Obwohl uns da nie irgendjemand gewarnt hätte oder gesagt hätte, das sind alles Ferkel oder was, aber irgendwie muss das durch die Gesellschaft in den Köpfen so verankert dann gewesen sein und seitdem sind wir dann öfters hin, ne.

Wir sind dann hin. Die haben uns dann aber zu sehr vereinnahmt, die Dauercamper dort. Und ja, deswegen haben wir uns dann

Ich frag jetzt nicht, was vereinnahmt, äh, bedeutet. Zu sehr vereinnahmt.

Ja, wir haben-- wir mussten dann zu viel Pflegeberatung machen.

Wir wollten uns erholen.

Ach so, beruflich vereinnahmt.

Beruflich, ja, die wollten dann, die wussten, was, was wir beruflich machen. Und je-- ständig stand jemand bei unserem Wohnwagen und wollte, hatte 'ne Oma, die hat dann irgendwie 'ne Pflegestufe und so weiter und wir wollten einfach nur-

Okay, ja gut, das, das gehört ja auch nicht unbedingt zum FKK dann.

Nee, wir wollten einfach unser Ruhe haben.

Verstehe. Ja, spannend. Also liebe Hörerinnen und Hörer, ihr seht ja, über dieses Thema kann man wirklich stundenlang quatschen und jeder macht da so'n bisschen andere Erfahrungen und hat vielleicht auch andere Vorbehalte, andere Ängste. Da würde mich auch natürlich mal interessieren an alle von euch, die schon mal FKK gemacht haben: Was habt ihr so alles erlebt? Wie, wie seid ihr auch damit umgegangen, so mit dieser Unsicherheit, die wir jetzt ja schon paarmal angesprochen hatten? Und alle, die noch kein FKK gemacht haben: Könntet ihr euch das vorstellen? Und was sind so vielleicht eure Sorgen dabei? Dann, ähm, können wir das sicherlich auch noch mal in einer der nächsten Folgen aufgreifen. Sebastian eins, ich guck mal grade ein bisschen auf die Uhr. Wollen wir hier 'n Schnitt machen und 'ne zweite Folge dann gleich im Anschluss noch mal aufnehmen, damit's nicht zu lang wird?

Ja, das würd ich sagen, weil wir sind ja schon bei 'ner Stunde jetzt und wir versuchen ja immer so bei 'ner Dreiviertelstunde quasi unseren Cut zu machen und ich kann's auch nicht abschätzen, wie lang's noch dauert. Deswegen würd ich sagen, wir, äh, beenden hier sozusagen ungeplant Episode eins und für alle da draußen, die's interessiert, äh, nächste Woche dann quasi mit der zweiten Episode. Da erfahrt ihr dann, wie's weitergeht und was es vielleicht noch alles, äh, an Erlebnissen gab und ihr kriegt auch noch 'ne ganze Menge Tipps für vielleicht euer erstes, äh- Quasi FKK-Campingabenteuer. Also in diesem Sinne würd ich mich jetzt erst mal hier von allen verabschieden. Vielen Dank, dass ihr da wart. Ähm, ich find das sehr, sehr spannend, auch die, die anderen Blickwinkel, wo ich ja auch grade damit aufgewachsen bin und, und so diese ganze sexualis, sexualisierte Geschichte gar nicht kenne, äh, spannenderweise.

Oder also schon jetzt, ne, also ich bin ja nicht blind, aber, ähm, für mich gehörte das so gar nicht dazu und war auch nie 'n Thema. Sicherlich auch, weil ich damals noch 'n Kind war. Und, ähm, ja, vielen Dank dafür und ihr da draußen, ähm, ja, abonniert unseren Podcast, damit ihr auf jeden Fall die nächste Folge nicht verpasst. Und jetzt geben wir aber noch mal reihum jedem das Wort, dass er sich noch mal kurz verabschieden kann und dann hören wir uns ja nächste Woche zur nächsten Episode schon wieder.

Ja, ich, ähm, würd mal sagen, Jana und Olaf vielleicht gleich und dann gehen wir reihum.

Wir sagen als Jana und Olaf Tschüss. Wenn ihr's mal ausprobieren wollt, einfach machen. So haben wir's dann irgendwann auch gemacht. Einfach dahin fahren und ausziehen und euch einfach keen Kopp drüber machen. Äh, da guckt keener. Äh, es ist einfach total entspannt, es ist Freiheit. Es ist, man darf auch 'n bisschen anders sein, es ist mal anders. Ja, für uns ist es das Schönste, was es gibt.

Sebastian zwei, bitte.

Ja, auch schönen Dank von mir, äh, verabschiede mich, ähm, und kann auch jedem nur ans Herz legen, probiert's aus. Ähm, es ist nicht so schlimm, wie ihr denkt. Ähm, die Truppe im FKK-Bereich ist eigentlich immer super offen. Man ist eigentlich positiv überrascht, wie offen und nett die Leute zu einem sind und die interessiert's eigentlich nicht, wie man aussieht oder was für 'ne Figur man hat. Man kann's einfach genießen.

Das kann ich bestätigen. Und bei dir, Timo?

Ja, definitiv auch. Auch von meiner Seite aus natürlich vielen Dank fürs Zuhören. Äh, hat mir super, super, super viel Spaß gemacht, ähm, und ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ähm, einfach ausprobieren und aus meiner Erfahrung und mit meinem Hintergrund kann ich auch sagen, jeder, der in die Sauna gehen kann, kann auch FKK-Camping machen. Ähm, und es macht sehr viel Spaß, es lohnt sich, ähm, und, ähm, ja, genießt es, probiert es mal aus.

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