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Georgien entdecken – Camping-Abenteuer und Insider-Tipps mit Elisa von Take an Advanture

Episode 291 · 01:34:54

In dieser Folge sprechen wir mit Elisa, Bloggerin, Fotografin und Vanlife-Expertin, über ihre große Liebe zu Georgien. Elisa lebt seit einigen Jahren im selbst ausgebauten VW T3 und hat das Land zu ihrer zweiten Heimat gemacht. Sie berichtet über das einzigartige Lebensgefühl im Kaukasus, Insider-Tipps für Campingreisen, kulinarische Highlights und die georgische Gastfreundschaft.

In dieser Folge

  • Warum Georgien für Elisa ein Herzensland ist

  • Praktische Tipps für die Anreise mit dem Camper (Routen, Grenzformalitäten, Versicherungen)

  • Freistehen und Campingplätze: Wie ist die Infrastruktur für Camper?

  • Kulinarische Highlights wie Khachapuri und georgischer Wein

  • Gastfreundschaft, Kultur und mögliche Fettnäpfchen

  • Sicherheit, Straßenverhältnisse und Tipps für Offroad-Strecken

  • Elisas digitale Georgien-Karte mit den besten Spots, Routen und persönlichen Empfehlungen

Könntest du dir auch vorstellen, mal nach Georgien oder andere Länder der Region mit dem Camper zu reisen? Hast du es vielleicht sogar schon getan? Oder möchtest du uns etwas anderes fragen oder mitteilen? Dann schick uns gerne eine Nachricht an [podcast@camperstyle.de](mailto:podcast@camperstyle.de) oder per [Whatsapp](https://api.whatsapp.com/message/V3JDATZ3SUNHC1?autoload=1&app_absent=0)

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Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele und heute ist Sebastian nicht bei mir, sondern die liebe Elisa. Elisa kennen viele von euch schon aus früheren Folgen. Wir haben uns schon über ihre ganz tollen Reisen unterhalten und auch über nachhaltiges Camping. Und heute ist sie bei uns mit einem Herzensthema, nämlich dem Land Georgien, das so für sie schon zur zweiten Heimat geworden ist und aus dem sie auch gerade zugeschaltet ist. Sie ist nämlich gerade in Georgien unterwegs. Herzlich willkommen, Lisa.

Ja, hallo Nele. So schön, wieder bei euch zu sein. Freut mich immer sehr. Das ist immer echt so 'n richtig schöner Lichtblick. Und genau, wir sind gerade in Georgien unterwegs.

Erzähl doch mal den Leuten, die dich noch nicht kennengelernt haben, wer du genau bist, was du machst. Du bist ja eine Bloggerkollegin. Du darfst auch ganz schamlos, äh, Werbung für deine Kanäle machen. Die werden wir dann auch alle noch mal in den Show Notes natürlich verlinken, wie immer.

Äh, ja, gerne. Genau, also ich bin, äh, Bloggerin, Fotografin und, äh, Baubiologin. Ich hab so 'n Reise- und Campingblog, äh, Take an Adventure, ähm, also mit V-A-N geschrieben für Van. Und, ähm, seit 'n paar Jahren lebe ich mit meinem Mann zusammen in unserem, ähm, VW T3 Bulli. Den haben wir mit, ähm, ja, relativ natürlichen und nachhaltigen Materialien ausgebaut und sind dann, ähm, vorher waren wir mit 'nem T5 unterwegs und dann irgendwann sind wir mit diesem T3 gestartet und, ähm, eigentlich grob immer Richtung den Osten. Und, ähm, übers Reisen und Camping, ähm, schreibe ich auch auf dem Blog. Und ja, das geht alles so 'n bisschen aneinander über und bedingt sich vielleicht auch so 'n bisschen gegenseitig, ähm, weil wir halt die Möglichkeit haben, so von sehr schönen Zielen zu erzählen.

Ja, also ich muss sagen, immer wenn ich bei euch auf 'm Blog bin, dann weiß ich nicht, ob ich sofort wieder aussteigen soll oder mich stundenlang einlesen, weil da kriegt man richtig so was von Fernweh. Ähm, ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert und ich finde halt, dass ihr auch immer nicht nur über wirklich spannende Reiseziele berichtet und auch immer aus so 'ner ganz besonderen Perspektive. Ich finde auch immer sehr, ähm, wie soll ich sagen, so sehr liebevoll und sehr wertschätzend über die Länder berichtet, sondern es gibt halt auch ganz tolle Tipps zum Thema nachhaltiges Reisen, was ich auch persönlich spannend finde. Und-

Das liegt danke schön.

Auf jeden Fall große Empfehlung. Und ihr habt ja jetzt auch, habe ich gesehen, eine digitale Reisekarte von Georgien rausgebracht, die man sich kaufen kann. Also mit ganz vielen Sehenswürdigkeiten, vielen persönlichen Tipps wie Lieblingsrestaurants, Cafés. Ihr seid ja echte Insider, kann man sagen, zu Georgien. Wanderungen, Denkmäler, Märkte, Läden und so weiter. Ähm, und natürlich auch viele praktische Infos wie zum Beispiel jetzt Campingplätze oder irgendwie andere Unterkünfte, Routentipps, also was Reisende und Camper eben brauchen. Wie, wie komme ich denn an diese Karte, wenn ich mir die holen möchte?

Ähm, das ist, ähm, 'ne Google-Maps-Karte, ähm, die man quasi sich dann halt kaufen kann und wenn man die halt, ähm, gekauft hat, also zum Beispiel ist 'ne Verlinkung halt auf meinem Blog, äh, hinterlegt über Georgien, also zu passenden Georgien-Artikeln. Und, äh, dann bekommt man den Link und ganz einfach, man klickt dann halt drauf und automatisch öffnet sich das in Google Maps und hat dann halt wirklich alle Punkte mit Details, mit Fotos, mit, äh, Beschreibungen, ähm, da halt drin und kann sich dann so 'n bisschen die Leckerbissen, würde ich sagen, raussuchen oder fährt alles ab.

Sehr cool. Wusste ich gar nicht, dass das geht mit Google Maps, dass man da so richtig professionell auch Karten anlegen kann, die man dann auch vertreiben kann.

Ja, ich hab das irgendwann mal entdeckt und wir haben ja selber, also ich markiere für, bei jedem Land, äh, via Google Maps, ähm, alles, was wir halt sehen möchten oder halt auch gesehen haben. Und es gibt halt die Möglichkeit, das dann auch noch in Kategorien zu unterteilen, mit Icons zu hinterlegen für bessere Übersicht. Und ich dachte mir dann halt, na ja, wenn ich das halt so mache und man auf Reisen trifft man ja schon mal Leute, die halt nach Tipps fragen oder man fragt ja selber nach Tipps, ähm, und zeigt dann tatsächlich meistens so diesen Google, äh, Maps, ähm, Sticker oder die Stecknadel, ähm, dachte ich: Ja, das könnte ja auch andere interessieren und wir haben ja doch einiges erlebt bisher hier in dem Land.

Ja, finde ich 'ne super Idee. Dann kann man also quasi so 'n bisschen auf euren Spuren wandeln.

Genau.

Ähm, weil ihr macht ja jetzt auch nicht so die, die, die, nur diese ganz typischen touristischen Routen, sondern ihr seid ja auch viel unterwegs in, in bisschen abgelegeneren Ecken. Wo erwischen wir dich jetzt denn genau?

Äh, jetzt gerade sind wir im Westen von Georgien, in der Region Gurien, äh, bei Osugedi und das ist tatsächlich noch 'ne relativ untouristische Region. Ähm, da stehen wir gerade und das ist so bisschen zu unserer Lieblingsregion auch geworden.

Schön. Da werden wir uns vielleicht gleich auch noch 'n bisschen drüber unterhalten.

Ja.

Wir hoffen, dass das Internet bestehen bleibt, dass es weiterhin gut ist. Bisher, ähm, höre ich dich super und sehe dich auch gut. Wir, wir nehmen ja immer mit Kamera auf. Und ja, also sollten wir irgendwie 'ne Unterbrechung haben, liebe Hörerinnen und Hörer, seht es uns nach. Dann, ähm, müssen wir irgendwie gucken, wie wir's technisch gelöst kriegen. Aber wenn man natürlich die Möglichkeit hat, mit 'nem Gast zu plaudern, der gerade so weit weg ist, dann lassen wir uns die nicht entgehen.

Ja.

Kommen wir vielleicht mal als Erstes zum Thema, wie ihr überhaupt nach Georgien gekommen seid, also wie's euch dahin verschlagen hat. Wir haben ja schon mal ganz kurz in der Folge über eure anderen Reisen das so 'n bisschen angerissen und da hattest du mir eben gesagt, was so für mich hängen geblieben ist, dass Georgien so deine, dein Herzensland ist oder deine, deine zweite Heimat. Aber das ist ja jetzt nicht unbedingt das Naheliegendste, dass man da jetzt sagt: „Ja gut, da fahr ich jetzt mal hin."

Mhm.

Wie, wie kam das zustande?

Also wir sind eigentlich relativ unbedarft hierhergekommen. Das war vor bisschen über drei Jahren. Also wir hatten so, so Routen, hatte ich am Anfang schon erzählt, gehen halt oft Richtung Osten. Ähm, und wir sind dann halt, ähm, via Türkei nach Georgien gekommen. Also das war schon so der Plan und hatten eigentlich auch gar keine Ahnung so richtig von dem Land. Wussten halt nur, ähm, Kaukasus, hohe Berge, Meer, das möchten wir gerne sehen und bereisen. Und genau, das war 2022 und dann sind wir, ja, irgendwann im Juni war das damals eingereist und irgendwie über den ganzen Sommer verteilt hat sich das so ergeben, dass das, ähm, sich sehr gut angefühlt hat und, ähm, sich so 'n gewisses Gefühl, glaub ich, des Ankommens, so würd ich's beschreiben, hat sich irgendwie eingestellt.

Und es ist ja so, dass man, grade wenn man Langzeit reist, also wir sind ja, also wir leben ja in dem, ähm, Camper hier und sind auch relativ viel unterwegs. Ähm, es ist ja immer auch so 'ne gewisse Rastlosigkeit, die man hat und 'n Fernweh und, äh, Neues entdecken und irgendwie war Georgien dann aber immer so dieser Punkt, hier zu sein fühlt sich einfach an, als würde man hierher gehören. Ähm, und das hat sich dann irgendwie so eingestellt und ist seitdem nicht mehr weggegangen.

Mhm. Ich kenn das, ich hab das ja mit Mexiko.

Mhm.

Dass es dann so ist, dass es einem da, also dass einen da dann nicht sofort wieder die Unruhe packt, um weiterzuziehen sozusagen.

Ja.

Ich vermute, das ist bei euch dann ähnlich. Gab's denn so 'nen bestimmten Moment, wo ihr dann gesagt habt, okay, wir, also hier möchten wir irgendwie so 'n bisschen länger verweilen, hier möchten wir mal richtig ankommen? Oder war das eher was, was gar nicht bewusst war, sondern so sich ergeben hat, dass man halt einfach geblieben ist, ohne das richtig entschieden zu haben? Also w-wenn man, wenn man so wie wir ja auch 'ne Zeit lang im, im Fahrzeug richtig lebt, dann, dann hat man ja nicht immer, sagt man ja nicht immer, ja, wir bleiben jetzt drei Tage und dann fahren wir weiter, sondern manchmal lässt man sich dann ja auch einfach so treiben und dann merkt man plötzlich, jetzt häng ich hier schon vierzehn Tage ab und irgendwie treibt's mich gar nicht weiter.

Mhm. Also ich glaub auch, das war über die ganze Zeit hat sich das so ergeben. Also es gab so keinen bestimmten Moment, sondern das war die Summe aus ganz vielen Eindrücken, die wir gesammelt haben. Und dann, ähm, also nur weil Du halt meintest, ne, dass man halt dann so merkt, oh, man ist jetzt auf einmal schon zwei Wochen hier. Also jetzt an dem Platz sind wir, glaub ich, schon fünf Wochen.

Wow.

Tatsächlich. Also machen dann immer mal wieder so 'n paar kürzere Ausflüge oder so 'n paar Tage weg, aber es hat sich jetzt so hier, ähm, ergeben einfach, dass wir uns so, so wohlfühlen und es wird mit jedem Mal auch mehr. Also das ist halt so 'n bestimmter Platz, da zähl ich später wahrscheinlich auch noch was, ähm, dazu. Ähm, ja, und nach der ersten Reise wussten wir jetzt, wir möchten halt wiederkommen beziehungsweise hatten wir damals schon den Plan, das Jahr drauf nach Zentralasien zu fahren. Ähm, und da kommst Du ja, also musst Du ja unweigerlich eigentlich durch Georgien durch. Und da haben wir halt gesagt, ja, wir fahren 'n bisschen eher, dass wir noch vorher Zeit in Georgien haben. Wenn wir zurückreisen, war das Zurückreisen nie nach Deutschland zurückreisen, sondern nach Georgien zurückreisen.

Okay.

Ähm, das war jetzt auch im Winter waren wir auf der Arabischen Halbinsel und da war das auch, der Start war Georgien, das Zurückkommen war Georgien. Also es, über die ganzen Jahre jetzt hat sich das irgendwie so ergeben, dass das, ähm, dieser Dreh- und Angelpunkt für uns irgendwie geworden ist.

Was macht das Land denn für dich oder auch für euch so besonders jetzt im Vergleich zu den ganzen anderen sicherlich ja auch sehr faszinierenden Ländern, die ihr bereist habt?

Ähm, also ich find, also ich glaube, man kann's auf die Vielfalt herunterbrechen. So, das Land ist ja an sich nicht groß. Also es fast auf den, äh, Quadratmeter genauso groß wie Bayern. Also wenn man mal so 'ne Groß-Größenrelation haben möchte. Also ja wirklich eigentlich nicht groß für 'n Land. Aber hier befinden sich halt sieben, äh, Klimazonen. Wir haben, also es gibt Meer, das Schwarze Meer, es gibt Berge, die halt bis auf über fünftausend Meter hochgehen. Ähm, im Osten es, gibt's 'ne Steppe. Wo wir jetzt hier sind, das ist subtropisch. Ähm, es ist eben der große Kaukasus, dann noch der kleine Kaukasus im südlichen, ähm, Richtung Armenien. Das Land, also das ländliche Idyll, dann ist, äh, Tbilisi als Großstadt, also es gibt drei größere Städte, Tbilisi als Hauptstadt und größte Stadt.

Ähm, es hat 'ne, hat 'ne wahnsinnig spannende Architektur auch. Ähm, so bisschen natürlich auch der Sowjetcharme, den's hier noch gibt. Also wirklich so, wenn man ein Thema halt anspricht, ist es halt vielfältig noch in anderen Bereichen. Also nicht nur die Natur, sondern die Natur in diesem Komplettpaket. Ähm, auch die Biodiversität, also das, was ich hier teilweise an blühenden Wiesen gesehen hab, das kenn ich so gar nicht mehr bei uns zu Hause, also in Deutschland quasi.

Und wahrscheinlich auch 'ne sehr bunte und vielfältige Tierwelt, könnt ich mir vorstellen.

Mhm. Ja, genau. Also es, so viele Momente, die wir hier eingefangen haben, die teilweise so surreal irgendwie sind und aber ja natürlich die Realität der Menschen hier halt, ähm, beschreiben. Und, ähm, ja, es einfach spannend war, das halt alles immer zu sehen und da halt auch noch genauer einzutauchen. Ähm, ja, und ich glaub auch, wenn man so alle Details des Landes greifen möchte und da sind wir halt noch dabei, das haben wir noch lange nicht, muss man halt wirklich auch tief eintauchen.

Ja, und auch lang bleiben, sonst ist man ja immer nur quasi auf einer Backe da-

Mhm.

-und kann sich gar nicht so richtig dann auf 'ne Kultur und, und auf, auf 'n Land einlassen, finde ich.

Nee, genau. Also wenn man eben Momente vielleicht verpasst und klar, wir haben auch immer das Gefühl oder ich vor allem, wenn wir halt irgendwo sind, ich möchte alles sehen. So, ich möchte aus 'ner Region oder ein Land, ähm, wir haben natürlich den Luxus der Zeit und sind im Endeffekt nur, hier jetzt nicht, aber bei anderen Ländern irgendwie mit Visums-, äh, Aufenthaltsdauern beschränkt von der Zeit her. Aber da möcht ich alles sehen und Alles ergreifen und alles fassen. Und das ist halt aber in der Summe dann halt doch hektisch. Und hier haben wir's halt geschafft, das nicht mehr so zu haben, dieses Gefühl-

Mhm.

sondern halt wirklich uns noch mehr Zeit zu lassen.

Ja, und ist ja natürlich auch bei so 'nem kleinen Land doch noch mal einfacher, viel mehr zu er-, zu erkunden als bei, weiß ich nicht, wenn ich jetzt nach Russland fahren würde zum Beispiel.

Ja.

Ne, da du, du kannst halt dann trotzdem, auch wenn du dir sehr viel Zeit lässt, viele Teile des Landes sicherlich abdecken, in Anführungszeichen. Und kannst dann auch da jeweils in diese verschiedenen Umgebungen so 'n bisschen eintauchen. Ähm, ich bin ja immer jemand, ich, ich bin ja sehr, ähm, gefühlsduselig und nehme sehr viel auf, so an Gerüchen, Eindrücken, Atmosphären und so weiter. Kannst du vielleicht mal versuchen zu beschreiben, was ihr fühlt oder was da für 'ne Atmosphäre herrscht, wenn ihr in Georgien seid oder vielleicht auch nach längerer Abwesenheit wieder zurückkommt?

Weil da nimmt man dann solche, ähm, solche Vibes irgendwie immer noch mehr wahr, als wenn man lange da ist.

Ähm, ja, es ist, glaub ich, eben dieses vertraute Gefühl, was wir halt haben, weil wir natürlich das dann halt schon kennen. Und es ist so 'n, so 'n freudiges Kribbeln, ähm, schon alleine die Leute halt wiederzusehen, äh, die wir halt kennen. Also sei es jetzt, also wir haben hier in dem Ort, wo wir sind, ähm, hier gibt's halt supertolle Märkte. Also alles Obst und Gemüse kauft man in so, auf so Ständen, ähm, auf teilweise halt, ähm, überdachten Märkten. Und, ähm, wir eine Frau, die Lika, die kennen wir halt schon und sie kann halt 'n bisschen Deutsch und dann ist das halt wirklich so 'n große Umarmung, großes Wiedersehen mit der Schwiegermama zusammen, ähm, wird sich geherzt und gedrückt. Ähm, so ich glaube auch dadurch, dass wir halt so 'n bisschen wissen, wie der Hase läuft und, ähm, auch eben Gerüche und Momente halt, die uns so guttun, äh, kennen, wissen wir halt, was uns erwartet und das ist, macht's halt immer so 'n...

Also es ist so 'n bisschen wie Weihnachten. Man weiß, es passiert was Tolles, so vom Prinzip her. Man weiß aber noch nicht, was genau, ne, also welche Geschenke man kriegt. Ähm, das ist ja doch immer noch so der Überraschungsfaktor. Also so, es passiert da trotzdem immer irgendwas Besonderes und wir erkunden halt immer noch neue Gegenden. Also wir sind ja schon in Summe, glaub ich, über 'n Jahr jetzt hier, sogar ein und 'n Vierteljahr. Ähm, und wir haben's dennoch nicht geschafft, halt alles zu sehen. Also wir sind immer noch, ähm, wieder am Sachen neu entdecken. Also wir haben jetzt hier zum Beispiel in Umgebung neue Sachen herausgefunden und besucht und uns angesehen, die halt noch mal so 'n bisschen 'n Verständnis für das alles halt, ähm, tiefgreifend, ähm, entwickelt hat. Ähm, ja.

Und wie muss ich mir das Ambiente dort vorstellen? Ist es eher bunt und wuselig oder eher, eher so, ähm, ganz still und, und relaxed? Also ich hab da wirklich gar keine Vorstellung, wie's in Georgien zugeht. Also jetzt zum Beispiel auch wird in der Stadt 'n bisschen anders sein als, äh, in kleineren Orten, aber wo ihr jetzt grade seid.

Wo wir jetzt grade sind, ist es sehr, sehr ländlich. Also hier ist es halt, ähm, so, dass grade auf 'm Land sind sehr viele, äh, Menschen müssen tatsächlich als Selbstversorger unterwegs sein. Ähm, das heißt, die haben halt Kühe oder eine Kuh auf alle Fälle, äh, Schweine, Gänse, Enten. Und es ist aber so, dass die Tiere halt, ähm, frei rumlaufen. Also frei heißt halt so frei, dass die halt auf der Straße, äh, rumlaufen. Also es wird früh das Gatter aufgemacht und dann kommen die abends tatsächlich so Richtung Feierabend, ist es meistens so, ähm, finden die Kühe vor allem ihren Weg halt wieder zurück. Und, ähm, das ist so dieses, dieses Landbild halt einfach. Es ist sehr, sehr grün. Also wir sind ja im subtropischen Bereich, ähm, was halt heißt, dass es relativ viel regnet, aber dadurch, ähm, sind, ist so dann Pflanzenwachstum da, den hab ich in der Vielfalt auch schon lange nicht mehr gesehen.

Ähm, die Grundstücke sind relativ groß und es ist sehr entspannt.

Mhm.

Also es ist wirklich-- In Georgien geht's eh relativ entspannt zu. Also klar, Großstädte ist immer noch 'n bisschen was anderes wie überall. Zumindest der Verkehr ist da 'n bisschen hektischer auf alle Fälle. Aber so das Leben auch, das geht hier eigentlich nicht vor um zehn los. Also wenn man 'ne Verabredung hat, glaub vor um zehn braucht man da nicht anfangen, ähm, e-einen Termin auszumachen. Ähm, ja, sehr relaxed eigentlich. Aber auch 'n bisschen-- Georgier und Georgierinnen haben 'n bisschen 'ne andere Einstellung auch, ähm, zum Leben tatsächlich.

Also so 'n bisschen, ähm, wie soll ich sagen, äh, weniger sich Druck zu machen oder-

Mhm.

oder wie würdest du das beschreiben?

Sie leben, genau, also sie leben sehr im Moment.

Mhm.

Ähm, das ist so. Eigentlich ist tatsächlich der Moment oder der heutige Tag eher was zählt und der wird halt auch gefeiert. Also es ist auch so, dass es jetzt kein, abgesehen von Behörden und Schule, gibt's jetzt kein Wochenende. Es wird halt auch Samstag, Sonntag gearbeitet. Aber wenn jetzt wie bei uns, ne, man hat, ähm, halt unter der Woche Geburtstag und man feiert am Samstag oder am Freitag, ne, wie man's halt so macht, dann lädt man die Leute ein. Das gibt's hier gar nicht. Es wird halt am Tag gefeiert und, ähm, dann wird halt am nächsten Tag nicht gearbeitet, weil die Nachwehen da vielleicht zu groß sind oder es wird halt später angefangen. Also das, ähm, ja, klar, natürlich, wenn ich halt 'n, ähm, irgendwo im Supermarkt arbeite und angestellt bin, da ist schon noch mal 'n bisschen was anderes. Ähm, also kommt auch wieder auf den Job drauf an, aber so vom Prinzip her wird dann trotzdem halt den Abend davor gefeiert.

Das find ich sehr sympathisch.

Ja.

Vor allem, ähm, weil ich das ja auch gestern getan hab, zu feiern und aber ich musste leider heute dann doch wieder 'n bisschen arbeiten. Das ist gar nicht so, das entspricht gar nicht so meiner Herangehensweise eigentlich.

Nee, eigentlich möchte man sich dann doch so 'n bisschen noch mal rausnehmen, ne?

Richtig, aber wenigstens sprechen wir jetzt miteinander, weil das fühlt sich ja nicht wie Arbeit an. Das ist ja jetzt-

Das ist schön.

wieder so 'n schöner, ähm, ja, so 'ne, so 'ne schöne Gedankenreise auch, wo du, auf die du mich da mitnimmst. Mhm. Gibt's denn so bestimmte Momente, Begegnungen oder Menschen oder auch Orte, die dich persönlich irgendwie besonders berührt oder beeindruckt haben?

Ähm, also Menschen gibt's so, so einige. Also eben schon, ich hatte ja gerade von Lika erzählt, ähm, auf dem Markt, ähm, einfach diese Begegnung halt immer, die dann jedes Mal so herzlich ist. Und, ähm, bis letztens war auch so, dass, äh, meine Eltern waren zu Besuch und dann haben wir natürlich auch so die Leute, die wir halt kennen, so bisschen, ähm, ja, gezeigt, vorgestellt und das war selbst gegenüber meiner Mama vor allem, ähm, dann halt so 'n schöner Moment, ähm, was echt gutgetan hat. Ähm, wir sind hier jetzt grade, äh, auf 'nem Grundstück von deutschen Auswanderern. Die haben so 'n Campingplatz, äh, eröffnet. Also Campingplatz, man, ist 'ne Wiese, also auf deren Grundstück. Das haben sie vor drei Jahren angefangen, ähm, hier das, ähm, zu, zu bauen und zu machen und mit Toilette und alles halt ausgestattet, aber jetzt nicht irgendwie parzelliert oder so.

Und da sind wir halt sehr oft, weil das eben Freunde mittlerweile geworden sind, ähm, enge Freunde. Und dadurch haben wir aber auch Kontakt zu der Nachbarschaft. Also hier findet halt, du hast halt 'n sehr, sehr starkes, sta-sehr starken Fokus in Georgien auf das Zusammenleben, auf die Gemeinschaft. Und, ähm, dadurch sind wir halt sehr in Kontakt auch mit den Nachbarn gekommen und das sind eben auch jetzt mittlerweile Freunde geworden. Und auch wenn wir halt nicht keine gemeinsame Sprache haben, weil unser Georgisch oder mein Georgisch hält sich da noch-- Ist 'ne sehr schwer zu lernende Sprache.

Oh, okay.

Aber trotzdem schaffen wir's halt dann mit Google-Übersetzer oder irgendwie mit, dass unsere Freunde und so deutschen Freunde dann halt bisschen hier Übersetzer spielen, schaffen wir es halt trotzdem dann, ähm, schön 'ne Abend da halt zu verbringen. Oder das andere, wir hatten... Also wir fahren ja eben VW T3 und es gibt in Georgien einen T3-Club, ähm, so 'n paar Männer und Frauen, die eben T3s besitzen, hauptsächlich in Tbilisi, die dann ab und zu mal so Ausfahrten machen und mit denen sind wir halt natürlich irgendwie in Kontakt gekommen und haben da schon gemeinsame Ausfahrten gemacht und das war auch immer sehr, sehr schön, weil's, ähm, halt auch diese Gastfreundlichkeit halt noch zeigt, die sehr typisch eigentlich für Georgien ist und uns halt so bisschen mehr Einblicke noch verschafft hat.

Ihr seid aber wahrscheinlich auch, wenn ihr jetzt, ähm, ne deutsche Anlaufstelle habt, da noch ziemliche Exoten, oder?

Mhm, meinst du als Reisen im ganzen Land quasi?

Ja, also generell als, als Deutsche, als deutsche Reisende und auch als deutsche Reisende in der Form, äh, dass ihr halt auch in eurem Fahrzeug lebt.

Es ist, ich würd sagen, es ist mehr, als man denkt. Also Georgien ist schon nicht mehr unbedingt 'n Geheimtipp. Ähm, vielleicht sag ich's auch nur, weil ich jetzt natürlich mich damit mehr beschäftige und dadurch über die Jahre halt doch einige Leute halt gesehen hab. Ähm, aber es sind schon noch, also zumindest an den Highlight-Plätzen sind die Leute dran gewöhnt. Wenn man halt aber wirklich bisschen abseits unterwegs ist, dann ja. Also dann, ähm, wird auch gerne mal gefragt und natürlich, äh, nachgehorcht und hergekommen und, äh, im Bus geschaut oder so, ja.

Schön. Wenn man jetzt als Reisender in Georgien unterwegs ist und auch gerne so 'n, 'n bisschen interagieren möchte mit der Bevölkerung, was ich ja immer empfehlen würde auf jeder Reise-

Mhm.

Was sollte ich denn wissen über die georgische Kultur und was kann einen vielleicht auch so 'n bisschen vor Herausforderungen stellen oder worauf muss ich mich einstellen und vor allem, welche Fettnäpfchen sollte ich vermeiden?

Mhm. Ähm, ja, also Georgien an sich, find ich, hat 'ne sehr spannende und vielfältige, also wieder mal die Vielfalt, ähm, vielfältige Vergangenheit. Also ist eine der ältesten Nationen der Welt und auch die zweitälteste christliche Nation, also das Land, was quasi das Christentum als Staatsreligion anerkannt hat. Da ist Georgien Nummer zwei, Nummer eins ist Armenien. Ähm, und das spiegelt sich natürlich auch in der Architektur hier wieder. Also es gibt sehr viele, ähm, christliche oder, äh, wie sagt man? Jetzt komm ich auf den Fachbegriff grad gar nicht. Äh, ja, Kirchengebäude im Endeffekt.

Klerikale Gebäude?

Ja, irgendwie genau. Ja, ich glaub, so heißt's, ja. Ähm, und die findet man hier halt überall. Ähm, und das Christentum ist natürlich auch in der Kultur halt fest verankert. Ähm, spiegelt sich auch zum Beispiel halt im Alphabet wieder. Also das, ähm, Alphabet ist halt auch sehr, sehr alt und wurde damals halt nur entwickelt, um die Bibel ins Georgische übersetzen zu können. Also um halt 'ne Sprache zu haben, dass halt die Menschen halt die Bibel auch lesen können. Und die Georgier und Georgierinnen sind auch sehr stolz auf ihr Land, also auf die ganze Geschichte, auf die Vergangenheit, auf das, was sie alles durchgemacht haben und durchmachen mussten. Das zeigen sie halt auch ganz oft mit Gesängen. Ähm, also der polyphone georgische Gesang, der ist auch immaterielles Weltkulturerbe.

Ach krass, so wie in Estland.

Ja, hört sich supertoll an. Ähm, richtig, also so Gänsehaut-Feeling, wenn man das dann halt wirklich mal hört. Und es wird auch sehr oft auch im Privaten zelebriert, also nicht nur im Öffentlichen oder nicht nur, ähm, professionell, sondern auch sehr oft privat. Ähm, ja, dass die Georgier halt wirklich voller Lebensfreude sind und wie ich eben gemeint hatte, halt im Moment leben. Es ist auch, ähm, das Land ist sehr stark auch mit der, ähm, oder in der Vergangenheit mit der griech-griechischen Mythologie verbunden. Hm, gibt so 'n paar Geschichten, die das halt zeigen. Also nur so als Beispiel, äh, Medea, das war die Tochter des Königs der Kolchis, einer antiken Region hier.

Und- Hat eben genau Griechenland und Liebe und, äh, mit dem, wie's halt immer so ist, mit, äh, dem einen Griechen dann zurück nach oder zurück nach Griechenland halt gegangen. Und im Endeffekt ist es aber so, dass Medea, also dieser Begriff, ist der Ursprung unserer heutigen Bezeichnung Medizin. Also der Begriff Medizin kommt von der kolchischen Königstochter Medea. Also wirklich so verbandelt, ähm, ist das auch, ähm, vor allem mit, ähm, der griechischen Mythologie oder Kasbek heißt, dass, äh, Prometheus an dem Berg gekettet wurde, nachdem er den Menschen oder den Göttern das Feuer gestohlen hat und den Menschen gegeben hat. Und da kam halt 'n Adler und der hat ihm jeden Tag 'n Stück Leber herausgepickt, die immer nachgewachsen ist.

Also es gibt wieder so viele, viele Orte, die dann noch irgendwie davon zeugen, ähm, was ich auch ja vorher nicht wusste und eigentlich auch sehr interessant fand. Mmm ich würd sagen, auch von der Kultur her eben, also die Menschen hier sind sehr, sehr gastfreundlich, aber dennoch halt relativ zurückhaltend. Ähm, also so 'n bisschen manchmal muss man sich das so, ich will nicht sagen, erarbeiten, aber es ist ja halt auch grade wenn man von der Türkei herkommt, dann ist man halt schon, ähm, die türkische Offenherzigkeit gewöhnt und im Vergleich dazu sind die, äh, Georgier und Georgierinnen 'n bisschen reservierter. Ähm, aber wenn man dann einmal so vielleicht auch mit 'n paar kleinen Brocken Georgisch, also einfach nur bitte, danke, hallo, ähm, sie geknackt hat, dann ist es halt sehr, sehr intensiv.

Ähm, genau. Und Fettnäpfchen, glaub ich, gibt's gar nicht so viele. Also es hat schon 'n bisschen mit der Kleidung zu tun, wobei es jetzt keine Vorschriften gibt, außer dass wenn man halt Kirchengebäude, ähm, betritt, dass man grade als Frau, ne, Schultern bedeckt, ähm, über die Knie und halt 'n Kopftuch irgendwie tragend. Die liegen aber meistens im Eingangsbereich der Kirchen halt aus. Also selbst wenn man da jetzt nichts dabei hat.

Mhm. Schultern.

Schultern, genau, ja.

Schultern bedecken und, und über die Knie kenn ich ja aus Deutschland auch. Ich bin zwar nicht in der Kirche, also ich-

Mhm.

... bin ja Atheistin, aber, aber das ist durchaus was, was ich auch kenne so.

Mhm. Genau, also ich gl... würd auch sagen, das ist wahrscheinlich nicht so viel Neues. Es ist außer vielleicht, dass man halt eben auch das Haupt, äh, bedecken muss noch zusätzlich.

Mhm.

Und dass ja, man sollte halt innerhalb der Kirchen, muss man halt gucken, sollte man nicht unbedingt fotografieren, aber das, ähm, ja, bei kleinen Kirchen macht's nichts, grade wenn man dann irgendwie so die besonderen Ikonen da fotografieren möchte, dann kann man da auch, da sitzt immer jemand, ähm, kann man auch gerne irgendwie fragen. Bei den großen Kirchen ist meistens eh 'n Verbotsschild und ja, da hält man sich dann einfach dran. Und dann ist vielleicht nur eins noch, ähm, wenn man bei einer Supra teilnimmt, das ist so 'n georgisches Fest, äh, essen, dass, da wird halt Wein ausgeschenkt und den als Mann muss man den auf ex trinken.

Oh.

Das ist, äh, genau, als Frau ist man da raus. Da kann man-

Und ist es viel oder ist es nur so 'n Schöppchen?

Nee, es sind meistens immer nur so kleinere, äh, Becher, aber die werden halt auch immer nach-, äh, geschenkt und das wird, also man trinkt auch nicht alleine, sondern es gibt dann halt einen, ähm, das ist auch so 'n Teil der georgischen Kultur, einen Tamada, das ist meistens entweder die gastgebende Person oder, ähm, die älteste Person im Raum und die sagt dann immer Trinksprüche in 'ner gewissen Reihenfolge. Also als Erstes trinkt man meistens auf Gott, dann, äh, auf die Ahneninnen, auf die Familie und so weiter. Und in dem Zusammenhang, wenn die Person diesen Trinkspruch gesagt hat, dann wird halt geext und dann wird gleich nachgeschenkt.

Ah, okay.

Genau. Man trinkt auch nicht-

Wow.

Also als Frau wiederum ist bisschen anders, aber als Mann auch nicht so, wenn man sagt, oh, jetzt hab ich 'n Happen gegessen, ich trink 'n Schluck. Nee, man wartet dann, bis wieder der neue Trinkspruch kommt.

Mhm.

Er kommt oft.

Okay.

Also.

Und man hat auch die Chance, zu so was eingeladen zu werden, wenn man da vielleicht 'n bisschen mehr Zeit verbringt und Leute kennenlernt.

Genau, also man hat meistens, wenn man schnell durchreist, glaub ich, nicht so unbedingt die Möglichkeit, weil's doch, es sei denn, man hat vielleicht 'ne gebuchte Tour oder irgendwas-

Mhm.

Ähm, ja, nimmt man halt oder macht man halt. Aber sonst, ähm, ist es eher im Privaten.

Da wir immer versuchen, so möglichst viele Spektren abzudecken, ähm, wie ist es denn mit Homosexualität, wenn ich jetzt als homosexuelles Paar zum Beispiel reisen möchte? Ist das was, was akzeptiert ist oder sollte man da so 'n bisschen zurückhaltender sein auch?

Mhm, definitiv zurückhaltender. Das ist, ähm-

Also nicht jetzt Händchen haltend-

Nee, genau.

... durch die Dörfer laufen oder so.

Genau. Es gibt, ähm, in Tbilissi gli... glaub ich, gibt's ein, zwei Clubs, ähm, in die man auch nur reinkommt, wenn man sich vorher irgendwo registriert hat.

Mhm.

Das, ähm, hatten wir erst das Thema vor Kurzem mit 'nem anderen Reisenden, der in so 'n Club gerne m... wollte. Ansonsten wurde ja, ich glaub, es war letztes Jahr auch, ähm, 'n Gesetz von der Regierung verabschiedet, ähm, gegen Homosexualität quasi.

Oh, okay.

Ähm, was ja auch nicht EU-konform ist und deswegen ja auch, also dass auch ja ein Punkt ist, warum, ähm, Georgien ja, also warum dieser EU-Beitrittsprozess angehalten wurde. Mhm. Und ja, genau. Also auch in der Bevölkerung, es ist 'n sehr schwieriges Thema. Es sind halt sehr oft, muss man halt auch sagen, hier patriarchale Strukturen. Also es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Mhm.

Ähm, genau, da sollte man doch bisschen, ähm, vorsichtiger unterwegs sein.

Und dieses Gesetz stellt es dann Homosexualität unter Strafe oder was ist oder, oder was be..., also was besagt dieses Gesetz?

Ich weiß nicht alles im Detail, aber es ging auf alle Fälle dadrum, dass, ähm, jemand, der, ähm, ja, dass, dass du halt, ähm, ich glaube, auch festgenommen werden kannst.

Oh.

Ich weiß leider nicht genau alles im Detail.

Okay, also auf jeden Fall, wer vielleicht queer ist und eine Reise dorthin in Erwägung ziehen möchte, sollte sich auf jeden Fall vorab noch mal genau informieren. Nicht, dass da irgendwas in die Hose geht, buchstäblich.

Ja, genau.

Es werden sich jetzt wahrscheinlich ein paar Leute fragen, wie du so von dem Land schwärmen kannst, wenn es dann doch auch sehr reaktionäre Strömungen gibt. Ähm, ich möchte das jetzt aber gar nicht so vertiefen, weil ich das selber von mir auch kenne. Ich meine, wir brauchen nicht darüber reden, was Mexiko für Probleme hat, wie viele Frauen in Mexiko verschwinden. Und ich habe halt trotzdem auch 'ne sehr, sehr große Liebe zu dem Land. Und man, es kann, es kann auch immer mehrere Wahrheiten geben, sage ich dazu nur. Es kann, man kann ein Land schön finden und man kann aber trotzdem auch die Problematiken sehen und man kann auch trotzdem, ähm, wie soll ich sagen, äh, bestimmte Dinge ablehnen. Nur wir sind ja nicht in diesen Ländern, um dort 'ne Revolution zu starten und dort den Leuten zu sagen, wie sie zu leben haben und was sie, ähm, zu denken haben.

Deswegen ich, ich kann das sehr gut verstehen, dass, dass man da auch manchmal so ein bisschen im Zwiespalt dann vielleicht mit sich ist.

Ja, also das hast du super gesagt und ich sehe das auch auf so vielen Ländern, die wir unterwegs halt auch bereist haben. Und, ähm, es, es ist immer wieder so, die Welt ist nicht schwarz-weiß. Also die, die Graubereiche oder das Bunt dazwischen ist so, so groß einfach und man sollte sich halt das eigene Bild, ein eigenes Bild halt machen. Wer das nicht möchte, was natürlich auch vollkommen okay ist, wenn jemand halt sagt: „Nee, ich möchte genau aus diesen Gründen nicht in das Land", das ist natürlich vollkommen legitim und wir reisen ja aus einer sehr, sehr privilegierten Situation heraus. Also das muss man halt auch mal sagen. Ähm, das ist uns auch bewusst.

Ja, und, ähm, ja, wie gesagt, man kann ja trotzdem die schönen Seiten auch wahrnehmen und die Dinge, die einem auch innere Konflikte, ähm, bescheren, zeitgleich wahrnehmen und gucken, so passt es für mich immer noch? Überwiegen immer noch die für mich positiven Aspekte oder eben nicht mehr?

Ja, genau.

Was, wenn wir jetzt schon mal so dabei sind, was vielleicht auch, ähm, nicht, ähm, immer nur schön ist, was gibt's denn sonst noch so für, für Missverständnisse oder vielleicht auch Klischees über Georgien, wo du sagen würdest, die möchte ich gerne mal ausräumen oder da möchte ich gerne mal dagegenhalten?

Ja. Ähm, ich glaube, dass sehr viele Menschen gar nicht so ein richtiges Bild im Kopf haben, was, was Georgien eigentlich ausmacht. Und mir sind bisher noch keine Klischees tatsächlich untergekommen oder Missverständnisse. Also ich wüsste jetzt nicht, ähm, also zumindest auch in Gesprächen mit anderen oder wenn ich's mal irgendwo so gelesen habe. Also ich glaube, also es sei denn, du hast vielleicht im Kopf gerade irgendwas, w-was du denkst, was typisch georgisch ist, was es vielleicht dann nicht ist, aber ich glaube, ich wüsste jetzt nicht, ähm, dadurch, dass viele Menschen vielleicht nur sagen: „Georgien, ja, weiß grob, wo es liegt, Kaukasus, ähm, vielleicht die Sowjetvergangenheit", ähm, aber mehr wissen viele Menschen eigentlich gar nicht.

Also ich habe tatsächlich auch sehr wenig Vorstellungen von dem Land und ich hab's mir auch so ein bisschen abgewöhnt, mir Vorstellungen zu machen-

Mhm.

... weil die meistens nix taugen.

Ja.

Und ich hab halt so festgestellt für mich, wenn, wenn ich überhaupt keine Vorstellung habe, dann bin ich eigentlich immer sehr positiv überrascht worden. Und so ging mir das auch mit Albanien, was zu der Zeit, wo wir dort waren, noch ein totaler Geheimtipp war und-

Mhm.

... wo wir sehr viel gefragt wurden, weil wahrscheinlich in Deutschland halt immer so dieses, äh, „Oh ja, die Albaner-Klischee" da ist, ne. Weil man hört ja dann manchmal auch oder man liest irgendwas in der Zeitung und checkt dann irgendwie halt gar nicht, erstens, dass es vielleicht gar nicht Albaner aus Albanien sind, sondern-

Ja.

... ne, so.

Ja.

Ähm, und, und abgesehen davon ist es halt auch nun mal so, dass dann nur die negativen Nachrichten durchdringen und ich empfinde das so mit Georgien auch ein bisschen so. Wenn man dann irgendwas hört von irgendwelchen Banden, die irgendwelche, äh, Häuser ausrauben oder so, dann fällt die Nationalität ja manchmal, aber das spiegelt ja nicht ein Land wieder. Und-

Nee, genau.

Ich, also ich hab gar kein Klischee von Georgien. Ich kenne einige Leute auch außer euch, die schon da waren und, ähm, da war immer große Begeisterung. Und, ähm, ich würd auch selber gerne mal hinreisen und mich dann halt auch so ein bisschen überraschen lassen und nicht dann selber mir schon irgendwas zusammendengeln, was ich vielleicht denke, wie die Leute da sind, ne?

Ja. Vielleicht eins, was mir grad noch einfällt, das war, also du hast mir quasi den Stichpunkt, ähm, jetzt gerade gegeben, weil gerade medial, glaub ich, ähm, Georgien ja letztes Jahr viel, ähm, öffentlich war oder eben in den Medien war, wo es halt eben die Wahl ging und, ähm, um die Demonstrationen, die halt in Tbilisi stattfanden, wo doch vielleicht tatsächlich 'ne ab und zu die Frage kam, ob's denn sicher ist, nach Georgien zu reisen. Und das kann ich bejahen. Also das ist absolut sicher. Die Demonstrationen finden teilweise immer noch statt, die sind aber nur auf der einen Straße beziehungsweise auf einem Platz in Tbilisi, in der Hauptstadt. Ähm, also in dem Ausmaß zumindest. Und wenn man sich da von fernhält, also sie finden noch einmal die Woche statt, ähm, hat man überhaupt nichts zu befürchten.

Und Regierung ist noch mal ein anderes Thema, aber ich glaube, das wäre jetzt zu detailliert und beziehungsweise bin ich da auch nicht die Expertin unbedingt da drin. Also ich weiß halt auch nur, was ich selber gesehen und von georgischen Freunden erzählt bekommen habe, aber- Ähm, ja, genau. Also das, was dann vielleicht medial gezeigt wurde, ist nicht das ganze Land gewesen und es war im Endeffekt noch nicht mal die ganze Stadt, sondern nur ein, eine Straße und wenn man da halt nicht ist und man kommt auch eigentlich nicht aus Versehen unbedingt da rein.

Mhm.

Ja.

Also generell wäre meine Empfehlung immer, egal wo ich hinkomme, in, in jedem Land, sich von politischen Aktivitäten fernzuhalten-

Mhm.

Egal wo. Und vielleicht auch so 'n bisschen von politischen Diskussionen sich fernzuhalten, wenn das nicht mit wirklich engen Freunden ist, weil man kommt da mit 'ner ganz anderen Perspektive rein. Wir haben 'ne sehr, ähm, ja, eurozentrische Perspektive. Wir haben ja immer das Gefühl, nur bei uns ist alles so, wie's sein sollte und nicht mal das. Und ich vermeide meistens, außer die Leute schneiden es von sich aus an, auch mit Freunden, die ich lange Jahre kenne, ähm, Diskussionen in dieser Richtung, weil das auch immer sehr schnell überheblich rüberkommt, wenn man als Ausländer dann auf einmal in Land kommt und dann sagt so: „Ja, aber ich finde, ähm, das ist alles ganz schwierig, was ihr hier macht."

Mhm.

Und von daher dein Tipp, sich auch von so einer Demonstration natürlich fernzuhalten, ist ganz wichtig und ist auch nur sinnvoll.

Ja, genau. Also ja, unterschreib ich alles, was du gesagt hast, genauso.

Wollen wir mal, ähm, uns anschauen, wie das so ist, mit dem Camper durch Georgien zu reisen, weil das ist ja unsere Kernzielgruppe. Ähm, also da würd mich mal interessieren, so was, was gibt's da alles? Äh, wie kommt man da überhaupt hin? Vielleicht können wir da mal, mal einsteigen. W-welche Sprache sollte ich denn mitbringen, um irgendwie zurechtzukommen?

Mhm, ja, Sprache ist echt so 'n Thema. Also Georgisch ist wirklich schwer zu lesen, vor allem, äh, zu, zu lernen auch. Äh, also wir versuchen's immer wieder und können paar Brocken, aber genau, es ist sehr, sehr schwer. Ähm, Englisch funktioniert eigentlich nur in den, in den Großstädten und touristischen Gebieten. Ansonsten tatsächlich Russisch, natürlich aus der Sowjetvergangenheit. Wobei ich dazu sagen muss und das ist jetzt vielleicht auch wieder leicht politisch, man sollte versuchen, möglichst klarzumachen, dass man selber aber nicht aus Russland kommt. Ähm, da gibt's im Moment grade oder seit der Teilmobilisierung damals, äh, 2022 gibt's so 'n paar, ja...

Ressentiments.

Ja, genau. Also sollte man, man kann dann gerne auf Russisch mit den Menschen reden, ähm, und vielleicht einfach klarmachen, dass man halt aus Deutschland kommt und dann ist alles super. Also Russisch wär wahrscheinlich die Sprache, die man, die sehr viele halt hier verstehen und wo man gut zurechtkommen kann. Ansonsten der Google-Übersetzer und Hände und Füße.

Ist der Google-Übersetzer denn mittlerweile schon einigermaßen gut oder gibt es immer noch so witzige Übersetzungsstilblüten?

Ist okay, würd ich sagen. Also Georgisch-Englisch funktioniert besser wie Georgisch-Deutsch. Ähm, und ja, auch das mit, ne, dass die Leute halt reinsprechen, das funktioniert relativ gut. Man muss nur relativ langsam sprechen.

Okay. Und du hattest ja schon gesagt, ihr, ihr schafft es ja auch irgendwie, euch dann notfalls mit Händen und Füßen irgendwie zu verständigen und dass die Leute ja auch bereitwillig dann wahrscheinlich, ähm, auf die, auf die Reisenden auch so 'n bisschen eingehen und auch versuchen zu verstehen und nicht wie in manchen anderen Ländern, wo schon so 'n Massentourismus ist, dass man nur noch genervt ist von den, von den Reisenden und dann eigentlich gar keinen Bock mehr hat, mit denen in Kontakt zu treten.

Nee, genau. Also das, das gibt's hier eigentlich nicht. So 'n paar, also meistens noch 'n paar Brocken. Also hier haben tatsächlich, ähm, viele auch in der Schule Deutsch-

Mhm.

Aber es reicht halt nicht, also es ist nicht, dass das, ähm, die Summe an Vokabeln, dass man 'n Gespräch führen kann, aber ist manchmal ganz witzig, wenn sie dann anfangen, vor dir, äh, die Zahlen zu sagen, ganz stolz. Das ist immer sehr niedlich.

Ach, süß.

Ja.

Und von den Routen her, du hattest jetzt vorhin gesagt, ihr, ihr seid beim ersten Mal über die Türkei eingereist. Welche Routen könntest du denn insgesamt empfehlen, wenn ich jetzt aus Deutschland komme?

Also eigentlich gibt's aus Deutschland kommend auf direktem Weg nur zwei Möglichkeiten. Das ist eben via Türkei oder man nimmt die Fähre von Bulgarien aus, ähm, die und kommt in Batumi oder in Poti an. Ich glaub, es kommt immer drauf an, wo aus, von wo aus man startet, welche Route man da nimmt. Aber die find ich persönlich relativ teuer. Das haben wir noch nicht gemacht. Wir sind jedes Mal immer, also wenn wir schnell sozusagen nach Georgien wollten, an der Schwarzmeerküste lang, sehr gut ausgebaut und, ähm, kommt man auch recht schnell dann hierher.

Findet man die Routen dann auch bei dir auf 'm Blog?

Äh, die hab ich, glaub ich, noch nicht verbloggt. Das ist noch einer der vielen Artikel, die ich gerne über Georgien schreiben möchte.

Also kein Druck, aber dann solltest du dich mal ranhalten.

Dann sollte ich, genau. Absolut, es gibt noch sehr viel zu erzählen, ja.

Ja, das glaub ich wohl. Okay, und, äh, weil du gesagt hattest, die Fähre ist relativ teuer, kannst du da ungefähr so 'ne Hausnummer nennen? Ich hab da gar keine Vorstellung, wie viel so was kosten kann, wenn man mit so 'nem normalen Camper unterwegs ist, jetzt nicht mit 'nem Riesenflaggschiff.

Ja, also ich hatte, glaub ich, mal für unseren Camper halt geguckt, der ja quasi normale Autogröße von der Höhe mal abgesehen hat und zwei Personen in 'ner Doppelkabine waren's schon über 1.000 Euro oder um die 1.000 Euro.

Oh wow, okay.

Und das, du brauchst, ich glaub, du bist entweder drei Tage und zwei Nächte oder vier Tage und drei Nächte, das weiß ich nicht mehr genau, ähm, dauert es. Und ich persönlich hab jetzt noch nicht den Vorteil darin gesehen, äh, finanziell zumindest und auch zeittechnisch nicht. Ähm, ja, es ist auch die Fähre ist auch sehr rudimentär. Die ist halt vor allem für die, äh, Lkw-Fahrer gemacht.

Mhm.

Und ja, also ich glaub, 'n Erlebnis ist es auf alle Fälle. Und klar, man würde natürlich sicherlich halt auch Ähm, ja für den Nachhaltigkeitsfaktor weiß ich noch gar nicht. Das müsste ich mal durchrechnen tatsächlich. Aber bei diesen alten Fähren ist es jetzt auch nicht irgendein modernes, ähm, Schiff, Fähre.

Ja, ich denke, also bei so was, da kommt's wahrscheinlich auch so 'n bisschen drauf an, mit was für 'nem Auto ist man unterwegs und mit was für 'ner Fähre wäre man unterwegs. Aber, ähm, also für mich käme Fähre sowieso nicht infrage so lang, weil ich wär nur am Fische füttern. Aber- Ich hab jetzt mal geguckt, also ich hab jetzt einfach mal ganz kurz in Google Maps Georgien eingegeben. Das sind halt, das ist wahrscheinlich dann auch schon ziemlich im, im Landesinneren, nicht nur an der Grenze. Da hab ich jetzt vierzig Fahrstunden ausgegeben bekommen mit 'nem normalen PKW. Kommt das ungefähr hin?

Äh, ja, wahrscheinlich irgendwas um die dreieinhalb tausend Kilometer, ne, sonst glaub ich. Also ich hab immer geguckt vom, glaub ich, vom Osten.

Ja genau, dreieinhalb tausend ziemlich genau.

Ja, genau. Also das, das passt und ich glaube irgendwas um die dreißig Stunden oder so.

Ja, also bei mir ist jetzt vierzig Stunden, aber es kommt natürlich dann darauf an, du hattest gesagt, an der Schwarzmeerküste entlang, ne.

Mhm.

Genau, das ist auch diese Route, die führt, ähm, auch halt über Istanbul und dann noch so 'n bisschen in der Türkei, ähm, von der Küste entfernt und dann wird, aber dann geht's bei, äh, Samsung direkt an die Küste. So, das ist so die Route, die ich jetzt gerade gesehen habe auf die Schnelle. Und ich mein, vierzig Fahrstunden, wenn man sich abwechselt, kann man das ja auch, wenn man wirklich jetzt nicht, äh, großartig unterwegs sich was angucken möchte, kann man das ja auch in vier, fünf Tagen abreißen, oder?

Genau. Ja, also ich glaub, das Schnellste, was wir mal geschafft haben, waren fünf Tage. Ja, also mit dem Bulli, der hat ja nur-

Der ist ja auch, der ist ja auch nicht mit so viel Pferdchen ausgestattet, der Bulli.

Nee, genau.

Der ist, ist ja eher gemütlich unterwegs.

Weniger und gemütlicher, ja.

Und was muss man denn bei der Einreise nach Ge-Georgien beachten? Also braucht man da irgendwelche speziellen Versicherungen, Visum? Hattest du jetzt vorhin mal in so 'nem Nebensatz gesagt, glaub ich, ist jetzt kein großes Thema, oder?

Nee, genau. Also es gibt, äh, drei Grenzübergänge von der Türkei aus, die man nehmen kann. Und es ist so, dass die Einreise immer getrennt erfolgt. Also die Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist, die muss, äh, rüberfahren und die restlichen, egal wie viere, wie viele Passagiere müssen rüber, äh, laufen, also zu Fuß rüber. Ist dann so 'n extra Bereich oder 'n extra Weg. Ja.

Okay.

Ähm, und es braucht eigentlich, also du brauchst 'ne Autoversicherung extra, die kannst du, ähm, online vorher abschließen oder direkt nach der Grenze. Wir haben's bisher immer online abgeschlossen. Ähm, ich glaube, für ja, für unterschiedliche Tage natürlich, ne, kannst du wählen irgendwie. Ich glaub eben bis zu drei Monate.

Mhm.

Ähm, ist auch nicht teuer und die ist aber verpflichtend. Also man wird nicht bei der Einreise danach gefragt, da wird nur die Info gegeben, aber sehr oft bei der Ausreise. Man sollte auch immer aufm Smartphone, ähm, manche sagen ausgedruckt, aber das, das braucht's eigentlich nicht. Aufm Smartphone, halt Smartphone diese Versicherung halt haben. Das heißt, bei 'ner Po-Polizeikontrolle kann man's zeigen und bei der Ausreise wird danach gefragt. Und wenn man nicht hat, zahlt man Strafe. Also das ist-

Okay.

-ist wirklich obligatorisch.

Und gibt's irgend, gibt's irgendwelche Zollbestimmungen, die man im Hinterkopf haben sollte?

Also du kannst, das Auto darf zollfrei, äh, neunzig Tage im Land bleiben. Als Mensch darf man dreihundertsechzig Tage visumfrei einreisen, das Auto darf neunzig Tage bleiben. Da gibt's noch so, aber das haben, ist nie richtig offiziell irgendwo... Also es heißt, dass quasi unter dreieinhalb Tonnen, wenn das Fahrzeug unter dreieinhalb Tonnen wiegt, dann sind's neunzig Tage, wenn über dreieinhalb Tonnen sechzig Tage. Da haben aber so viele Reisende schon ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht und es gibt da keine offizielle, äh, Mitteilung dazu. Also gehen wir jetzt mal von den neunzig Tagen aus und die darfst du das Auto zollfrei einführen. Und wenn du verlängern möchtest, dann machst du einfach 'n Border Run. Also zum Beispiel Türkei rein und wieder raus und dann geht's wieder von vorne los. Auch für die Person, die dreihundertsechzig Tage.

Und das ist das wahrscheinlich, was ihr dann macht, oder? Weil ihr seid ja jetzt auch, du hattest vorhin gesagt, ihr seid jetzt schon fünf Wochen alleine an dem Standort. Ihr werdet dann wahrscheinlich wieder über die drei Monate kommen.

Genau. Wir machen, wenn wir quasi nur 'n kurze, kurzen Border Run machen, dann in die Türkei. Wenn wir bisschen länger außerhalb des Landes sein wollen und Armenien erkunden, dann nach Armenien. Weil das ist so, wenn du nach Armenien den Border Run machst, musst du in Armenien trotzdem so 'ne Gebühr, ich glaub, das ist wie so 'ne Art Straßennutzungsgebühr zahlen und die sparen wir uns dann halt. Also in der Türkei kannst du halt eben dieses-- Man sollte halt, das vielleicht noch als wichtiger Hinweis, je nachdem, wie lang man vorher in der Türkei gereist ist, weil da gibt's ja so 'n bisschen kompliziertere Rechenbeispiele, ähm, wie lange man im Land bleiben darf und nicht. Also man sollte da immer 'n paar Tage Puffer haben, ähm, aus der Türkei kommt, von der Türkei-

Okay.

-wenn man da in der Richtung den Border Run macht.

Ich finde, du solltest mal 'n Reiseführer schreiben. Es gibt ja doch einiges, was man beachten sollte.

Ah ja, die Lust dazu ist groß tatsächlich. Da sind auch schon Überlegungen, aber der Aufwand ist-

Es ist riesig, weil du musst ja dann auch noch mal alle, alle Inhalte gegenchecken, weil das kann ja auch sich jederzeit immer irgendwas ändern und dann ist das Buch nicht mehr aktuell. Und also ich kenn das auch selber, ich find's auch sehr anstrengend, aber gerade zu Georgien gibt's ja wahrscheinlich jetzt auch für, äh, diese Reiseform mit Wohnmobil oder Van oder so noch nicht besonders viel Literatur.

Nee, es gibt, ähm, zwei, glaub ich, die sich aber hauptsächlich auf Routen, äh, Allrad, also Offroadrouten-

Mhm.

-ähm, spezialisiert haben, aber nicht was Camping. Also wüsste ich jetzt tatsächlich nicht. Also was jetzt normal Roadtrip, Van Life, Camping, so die Kombination betrifft.

Ja, siehste? Ich hab schon viele, viele Projekte für dich.

Ja, doch. Das klingt alles sehr, sehr gut.

Wie habt ihr euch denn auf die Reise immer vorbereitet beziehungsweise ihr seid ja immer dauerhaft unterwegs, aber habt ihr speziell für Georgien noch irgendwas am Auto gemacht oder spezielles Equipment eingepackt, irgendwelche Ersatzteile, die man dort nicht bekommt? Oder ist es so wie, wie beim, beim letzten Mal, was wir besprochen haben, dass ihr auch sehr viel einfach auf euch zukommen lasst?

Ähm, also genau, wir haben eigentlich für Georgien treffen wir seltenst Vorbereitungen. Wir schauen vielleicht eher mehr noch nach Ersatzteilen, die wir mitnehmen, aber das sind dann so Verbrauch- oder Verschleißteile, also Dieselfilter und solche Sachen. Ähm.

Also eher das, was man eigentlich mehr oder weniger mit so 'nem alten Auto überall mit hinnehmen würde.

Ja, dann genau, dann nimmt man das einfach mit. Weil wenn's das halt hier nicht gibt, dann muss es halt bestellt werden und dann wird's halt relativ teuer und je nachdem natürlich, was welche, also was das Ersatzteil kostet, kommt dann halt auch noch Zoll obendrauf. Weil ich glaub bis hundert Euro oder hundertfünfzig, da bin ich mir nicht genau sicher, kannst du halt zollfreie Produkte einführen, wenn du zum Beispiel aus Deutschland dann eben auch was bestellst. Aber ansonsten kommt noch Zoll obendrauf und dann dauert's natürlich länger, weil das Gepäckstück ist dann vielleicht oder das Ersatzteil irgendwann mal in Tblisi oder nahe Tblisi ist da so eine Zollstation und dann muss es da wieder verteilt werden. Also ich glaube, so Verschleißteile, wenn man den Platz hat, würde ich einfach mitnehmen. Ähm, ansonsten ergeben sich schon immer nette Gelegenheiten und Hilfe findet man immer tatsächlich.

Und ist es da auch so, wie ich das aus anderen Ländern kenne, dass gerade wenn man mit älteren Autos unterwegs ist, wo noch sehr viel mechanisch repariert und eingestellt werden kann, dass man da sehr viel einfacher auch jemanden findet, der einem helfen kann, wenn mal was ist, als jetzt bei den ganz modernen Autos, wo alles mit Computern funktioniert?

Also man findet zumindest, wenn's jetzt nicht so ganz extrem spezifisch, äh, ist, modellspezifisch, ähm, findet man immer jemanden, der irgendwo mit dem Hammer dagegen schlägt und weiß-

Oder irgend-, irgendeine Schraube hat, die einem abgefallen ist oder so. Okay.

Ja.

Und wie ist denn die Infrastruktur für Camper? Also du hattest jetzt schon gesagt, da eure Bekannten, die haben so 'ne Art Stellplatz eröffnet oder so 'ne Art Campingplatz. Hm, gibt's so was öfter oder gibt's vielleicht auch sogar irgendwelche kommunalen Stellplätze oder Campingplätze, die man ansteuern könnte? Was, wie ist da so das, die Ausstattung in den verschiedenen Regionen?

Ja, also von den Kommunen gibt's gar nichts, weil, ähm, das halt hier nicht gang und gäbe ist, das Camping. Auch die, ähm, Einheimischen machen das gar nicht in dem. Also genau, kenne ich überhaupt nicht. Es gibt immer mehr Campingplätze, auch noch verhältnismäßig wenig über das ganze Land, äh, verteilt, aber ich glaub, das erste Mal, wo wir hier waren, konnte man die an einer Hand abzählen. Jetzt, ähm, gerade wenn man in den einschlägigen Apps, äh, nachschaut, dann sieht man schon, dass vielleicht fünfzehn Campingplätze so übers ganze Land verteilt gibt, aber halt wirklich nicht, ähm, so wie wir das vielleicht aus Deutschland kennen, sondern das ist die Wiese, die Leute zur Verfügung stellen und dann die schon eine gewisse Infrastruktur geschaffen haben, äh, Dusche und, äh, Toilette, oft sehr rudimentär halt ausgestattet.

Da kann man auch, ähm, das Abwasser entsorgen, also in die Toilette kippen heißt das halt in dem Fall. Andere Möglichkeiten gibt's nicht. Also es gibt keine öffentlichen Ver- und Entsorgungsstellen. Strom kriegt man auf den Campingplätzen. Ähm, das funktioniert eigentlich immer sehr gut. Kann halt sein, dass es zwischendurch Stromausfälle gibt. Also das gibt's öfter mal im ganzen Land verteilt. Frischwasser zum Beispiel kann man dann natürlich auch, ähm, bekommt man da auch, aber es gibt hier sehr viele Quellen, wo man das, ähm, Wasser zapfen kann. Also wirklich so mit Wasserhahn, ähm, wo du dann halt Wasser in Trinkwasserqualität bekommst.

Cool. Also es ist eher so von der Infrastruktur her wie das, was man in Deutschland oder auch generell in Europa von den, ähm, Privatstellplatz-Apps kennt, ne? Dass Privatleute halt sagen, ich hab hier ein Stück Land und da können gerne Leute kommen und dann gibt's halt mal eine Toilette und eine Dusche und mal nicht so.

Genau. So kann man sich das vorstellen, ja.

Das heißt also, dass die Reisenden beziehungsweise ihre Fahrzeuge schon relativ autark ausgestattet sein sollten und vielleicht auch sogar mit 'ner, mit 'ner Trenntoilette, mit 'ner Trockentoilette statt 'nem Chemieklo, weil wenn ich halt dann, weiß ich nicht, wie viel Kilometer die Plätze auseinander sind, aber erst mal hundert Kilometer fahren muss, um eine Toilette zu entsorgen, macht vielleicht dann auch wenig Spaß.

Ja, würde ich sehr empfehlen. Also Chemieklo entleeren. Und es ist auch nicht so, hier gibt's halt, abgesehen von den Städten, hier gibt's nicht so was wie ein Abwassersystem. Also gerade auf dem Land, die Grundstücke haben eine Sickergrube und das war's. Also da ist jetzt nicht irgendwie, dass das in eine Kläranlage, ähm, geht. Das gibt's hier gar nicht.

Außer in den Städten. Ja, und, und ich meine, 'ne, 'ne Trenntoilette, ich sag's nicht gerne, aber so 'n, ähm, so 'n kleines Pipi-Eimerchen kann man ja dann vielleicht, wenn's wirklich ganz, ganz große Not am Manne ist, auch mal irgendwo hinkippen, aber halt nicht die komplette Ladung sozusagen, ja.

Nee, genau. Ja. Wenn man da bisschen achtsam damit umgeht und, ne, schaut, nicht am Wasser, ähm, bisschen verteilen, dass nicht alles auf einem Fleck ist und vielleicht oder nicht vielleicht, sondern auch nicht in Naturschutzgebieten, aber da kann man, kommt man mit dem Camper eh nicht rein.

Ja. Ja, und wie gesagt, sollte man, sollte man natürlich am besten nicht machen, aber jeder von uns weiß, dass es auch schon Situationen gab, wo man wirklich verzweifelt ist, wie man sein Zeug loswerden soll und dann ist es halt immer noch besser, einfach irgendwie vielleicht mit Wasser verdünnten Urin irgendwo mal auszukippen, als wie gesagt dann die volle Dröhnung.

Genau.

Ja, du hattest vorhin ja, ähm, so 'n bisschen darüber erzählt, wie die, wie die Stellplatzinfrastruktur so ist. Also dass man eben jetzt nicht alle paar 100 Meter oder alle paar Kilometer irgendwie 'nen Camping- oder Stellplatz vorfindet im Land. Ist es denn dann erlaubt oder geduldet, frei zu stehen? Oder sind, ähm, die Georgier auch schon so weit wie andere Länder, dass sie da keinen Bock mehr drauf haben, dass überall Camper rumstehen?

Nee, also es ist, äh, mehr oder weniger geduldet, würd ich sagen, ähm, weil's halt einfach 'ne, es gibt's in deren Kultur eben nicht und deswegen, also gibt's da noch keine großartigen Regelungen. Es ist eigentlich überall möglich, frei zu stehen. Also, ne, Privatgrundstücke sollte man halt schauen, dass man natürlich da nicht draufsteht. Ähm, es sei denn, es ist gestattet. Ähm, Naturschutzgebiete, also im Endeffekt so diese klassischen Gepflogenheiten, die wendet man dann hier auch an und dann läuft das alles super.

Und natürlich wie überall bitte dann auch Müll und andere Hinterlassenschaften einfach einpacken, damit wir nicht in Georgien auch an 'nen Punkt kommen-

Genau

... ähm, an dem dann alles nur noch verboten ist. Aber ich denke-

Ja

... die Leute, die uns zuhören, die sind sich darüber schon im Klaren.

Ja, genau.

Und gibt's sonst irgendwelche Regeln? Wahrscheinlich dann auch nicht, ne? Also wenn du sagst, es ist noch gar nicht so in der Kultur verwurzelt, dann werden die auch keine besonderen Vorschriften haben.

Nee, eigentlich nicht. Also wie gesagt, ich würd einfach wirklich schauen, wie du schon gesagt hast, mit dem Müll auch natürlich wegen Lagerfeuer, ähm, muss man halt auch drauf achten. Das ist ja auch, auch wenn's hier jetzt keine offiziellen, ähm, Warnstufen gibt, die irgendwo aushängen, ähm, da 'n bisschen den gesunden Menschenverstand und dann läuft das eigentlich ziemlich gut, auch das Zwischenmenschliche.

Das hört sich sehr schön und, und sehr frei an.

Mhm.

So wie man sich das eigentlich ja immer wünschen würde, ne.

Ja, doch, das ist es. Ja.

Und so die Straßenverhältnisse, ihr habt jetzt auch kein Offroad-Auto. Ähm, kann man das auch abseits zu der, der Hauptverkehrsadern gut bewältigen mit 'nem normalen, vielleicht auch etwas älteren Schätzchen? Oder wie würdest du das einschätzen?

Also die Straßenverhältnisse sind schon speziell. Die, ähm, ja, also die Hauptstraßen, die sind okayisch bis gut, würd ich mal sagen. Also grade jetzt zwischen, ähm, Kutaissi und Tbilisi wird oder wurde die letzten Jahre 'ne neue Straße gebaut, die, ähm, ist sehr gut. Aber wenn man dann schon auch, wo man denkt, das ist 'ne Hauptverkehrsstraße, kann's trotzdem sein, dass es halt relativ viele Schlaglöcher gibt. Also ich würd hier wirklich nicht im Dunkeln oder in der Dämmerung fahren-

Mhm

... weil man sieht die Schlaglöcher nicht unbedingt. Und auch wenn's geregnet hat, so spaßeshalber durch 'ne Pfütze würd ich auch nicht fahren, weil die Pfütze kann sehr, sehr tief sein und das sieht man dann nicht. Ähm, da muss man schon wirklich sehr drauf achten. Also das ist echt 'n Punkt. Man kommt vorwärts, deswegen kommt man hier aber auch nur langsamer vorwärts, weil man eben entweder Schlaglöcher oder Tiere, äh, an Tieren vorbeifahren muss. Und so Abseitswege sollte man wirklich mal zu Fuß ablaufen und schauen, wie weit man sich's halt zutraut mit 'm eigenen Fahrzeug. Also es werden immer mehr Straßen, auch Passstraßen neu gemacht, aber einfach alleine durch die Witterung, die halt hier herrscht. Also im Sommer kann's sehr, sehr heiß werden, im Winter, grade in Bergen sehr, sehr kalt. Das schafft kaum ein Asphalt irgendwie, das halt auf Dauer zu überstehen.

Und du hast halt, ähm, loses Gestein an den Hängen, was halt dazu führt, dass es teilwei, teilweise halt wirklich richtige Hangrutsche gibt, wo's dann halt wirklich passieren kann. Also es war jetzt erst wieder, es gibt hier den, äh, Abano-Pass, das sind Tuschetien, so bisschen im, äh, Osten drüben. Das ist eine der gefährlichsten Straßen der Welt. Also ich glaub, so umgangssprachlich heißt die auch Death Road, also Todesstraße.

Oh, nett.

Ja, ist-- genau. Es soll sehr, sehr schön sein. Wir haben's selber noch nicht geschafft, ähm, mit unserem Fahrzeug, weil eigentlich ist vier mal vier nicht unbedingt Voraussetzung, aber wird empfohlen. Ähm, weil nur bei sehr, sehr gutem Wetter, dass man's vielleicht mit, äh, nicht vier mal vier schaffen könnte, aber die wurde jetzt durch den Regen auch komplett unterspült. Also das heißt, solche Abschnitte und da sind ja Orte am Ende. Ähm, also ist ja nicht so, dass das irgend 'ne schon abgelegene Straße ist, aber das ist immer noch 'ne Zufahrtsstraße für 'nen Ort, der halt auch bewohnt ist oder für 'ne ganze Gegend, die bewohnt ist. Und das kann halt sein, dass die dann halt mal tagelang gesperrt sind. Also da würd ich immer empfehlen, so in einschlägigen Facebook-Gruppen, die sind tatsächlich immer relativ aktuell und es gibt auch WhatsApp, äh, Gruppen, wo man dann mal reinfragen kann, ob jemand die Route eben Richtung Hinterland Tuschetien gefahren ist, ähm, und dann kriegt man relativ aktuelle Infos.

Oder man fragt halt dann doch die Locals, äh, in der Nähe in irgend 'nem, ne, Anfang der Straße 'n Supermarkt und fragt da mal nach. Weil die sind schon nicht ohne. Also das, genau, das möcht ich eigentlich auch gerne noch dazu sagen, weil wir hatten ja auch schon die Begegnung, Begegnung gehabt, dass jemandem eben diese Straße empfohlen wurde zu fahren. Der hatte zwar 'n Allrad, aber halt, äh, hier T5, also VW T5.

Also kein Offroad-Fahrzeug, sondern halt 'n normalen Allrad so.

Genau. Und, ähm, wir haben danach nur mitbekommen, dass das 'ne absolute Harakiri-Aktion quasi irgendwie war. War 'n alleinreisender Rentner, der dann auf dem Pass Reifen wechseln musste, weil der Reifen geplatzt ist. Er ist den Hang, also weil's halt Schotterpiste ist, zwar auf der Straße, aber den Hang runtergerutscht, also auf dem, äh, auf der, auf dem Weg und ich glaube, sich auch noch 'n Hexenschuss dabei geholt hat beim Heben.

Oh nein, der Arme.

Ja, also super, super schade und er hat auch selber gesagt, normal informiert er sich immer sehr, aber da hat er halt auf die Empfehlung gehört. Also wirklich, wenn man so Passstraßen hier fährt, ähm, zweimal nachfragen, weil das ist nicht ohne.

Ja, das ist ein, 'n wichtiger Hinweis, weil wenn man halt jetzt vielleicht noch nicht so viel in, in Ländern unterwegs war, die nicht so wahnsinnig erschlossen sind, dann hat man da wirklich keine Vorstellung auch wie, wie eng das dann teilweise da werden kann, ne. Dass dann irgendwie du fährst auf so 'ner Straße und denkst so: „Oh ja, es reicht gerade so für mein Fahrzeug", und dann wird man irgendwann gewahr, dass es eigentlich 'ne zweispurige Straße ist. Also sprich, dass da auch Leute entgegenkommen können und dann ist halt irgendwie rechts so 'n Abgrund und du denkst so: „Okay, wie soll das funktionieren?" Was ist denn an diesem, äh, Pass, den du genannt hast, an diesem, äh, wie heißt der? Also-

Abano Pass.

Okay, genau. Was ist denn da an dem jetzt speziell so deadly, also so tödlich oder so gefährlich?

Also eben, du hast, es ist halt keine befestigte Straße. Du hast halt diesen Schotter und das ist halt dieser wie so Art Granit oder so Schiefer. Also, also Schiefer ist es, glaube ich, eher noch, ähm, der, was halt sehr rutschig ist. Also wenn da halt diese Schieferplatten, die halt vom Hang abgebrochen sind, da halt auf dem, auf der Straße liegen, ist es halt einfach extrem rutschig. Also selbst wenn's trocken ist, kann's halt sein, du bremst, ähm, dass du halt ins Rutschen kommst. Du hast 'n relativ starken Hangüberhang. Also wir sind sie selber eben noch nicht gefahren, weil nie die Witterung so gepasst hat und wir auch noch nicht wissen, ob wir's uns oder unserem Fahrzeug halt tatsächlich zumuten. Hm, das alles nur so aus Recherche quasi. Ähm, ja, eben die Überhänge, der Gegenverkehr plus jetzt eben auch, dass halt durch die Regenfälle da ganze Straßenabschnitte wieder weggespült wurden.

Also die fangen dann zwar wirklich an, die Leute dann halt das auch bei Zeiten oder schnellstmöglich zu reparieren, aber wenn die Witterung halt nicht passt, dann, ähm, ist es halt gefährlich. Und eben wie du auch schon meintest, geht halt auf der einen Seite relativ steil runter, was relativ Starkes... Also es geht auf der einen Seite relativ okayisch nach oben, auf der anderen Seite, also relativ steil nach unten. Man muss das ja aber auch wieder hoch. Ähm, es sind so, glaub ich, der Zusammenspiel aus verschiedenen Sachen.

Ich hab mal gerade mal 'n paar Bilder bei Google aufgerufen. Ich kann nur sagen, wunderschön, aber definitiv nichts für Leute mit Höhenangst.

Nee. Ja.

Also für mich sozusagen.

Okay.

Also wenn ich mir vorstelle, da müsste ich entlangfahren, da, da hab ich, ich sieh sie jetzt nicht, weil die Verbindung nicht gut genug ist. Äh, wir haben 'n bisschen Pixel, aber ich hab richtig Gänsehaut bekommen. Aber wie gesagt, sehr, sehr schön. Vielleicht könnt ihr den ja irgendwann mal machen und kommt lebendig zurück, dass du davon berichten kannst. Das wär schön.

Ja, also ich hoff's auch und die Region ist halt da hinten, die ist halt wirklich sehr, sehr abgelegen, weil's eben das die einzigste Verbindungsstraße ist. Ähm, es ist auch, wenn man dahinter fährt zum Beispiel, ähm, sollte man halt Bargeld mitnehmen. Ähm, ich glaube, man kann mittlerweile teilweise mit Karte zahlen, aber ja, ne, ist ja auch immer die Frage, wie die Verbindung dann ist. Wenn so-- Ich glaube, es gibt nur einen kleineren Supermarkt überhaupt da. Also man sollte sich auch vorher eindecken mit Lebensmitteln. Und dann kann man sehr, sehr schöne Wanderungen auch da hinten machen. Also mit Träumchen ist zu tun.

Ja, also es ist halt, es ist halt völlig unberührt auch, ne, da. Es ist halt einfach, es gibt einfach nichts außer Bergen und diesen Pass, so wie ich das hier auf den Fotos sehe.

Ja.

Ähm, solltet ihr euch, ihr Lieben da draußen auch mal angucken. Es ist faszinierend, weil so was sieht man halt, ähm, nur noch sehr, sehr selten, dass da einfach gar nichts ist außer Natur.

Ja.

Und was nutzt ihr zur Routenplanung? Weil ich kann mir jetzt vorstellen, dass vielleicht Google Maps da dann auch teilweise an seine Grenzen stößt.

Ja, wir nutzen entweder eben halt, äh, Google Maps, aber wir kombinieren's eigentlich mit, äh, Mappy CZ.

Noch mal, den hab ich nicht verstanden, den Namen.

Mappy Punkt CZ.

Okay, das schreib ich mir gleich mal auf.

Tschechischer, ähm, Anbieter von Karten und, ähm, es ist auf ein Land... Also es ist kostenpflichtig. Man kann, wenn man's halt, ähm, offline, genau, so rum, offline nutzen möchte, ist es kostenpflichtig beziehungsweise ein Land ist kostenfrei. Also eben je nachdem, wie man's halt nutzen möchte. Entweder man haut dann halt ein Land wieder runter, wenn man ins nächste reist und kann das andere halt, ähm, sich halt hochladen. Ja, und die Kombination nutzen wir eigentlich immer. Also grade wenn wir so Routen checken vorher, ähm, lassen wir Google Maps laufen und machen's dann noch mal mit der App, um zu gucken, wo, wer, wer schickt welche Route lang und, ähm, also ja, wir hatten's jetzt auch erst vor 'n paar Tagen waren wir uns an der Küste was anschauen und da war's nicht mal abgelegen und kein, ähm, Gelände irgendwas, aber Google hat uns durch 'ne gesperrte, schon lange gesperrte Straße geschickt, wo wirklich, ähm, Erdwälle drüber waren und die andere App hat es dann bisschen aktueller einfach uns außen rum halt geschickt.

Also so die Kombination aus beiden nutzen wir immer. Also ja, genau.

Ich hab jetzt die Seite mal aufgerufen. Die schreibt sich ja M-A-P-Y, ne?

Mhm, genau.

Also Mappy CZ. Ähm, das sieht mir jetzt aber wie 'n normaler, ähm, 'ne normale Navigationsapp oder Routenplaner aus. Also es ist jetzt nicht speziell für, für Offroad oder speziell für diese Region, sondern das ist einfach 'ne Alternative zu Google Maps, oder?

Genau. Man kann dann noch 'n bisschen mehr sich, ähm, auch zum Wandern das teilweise nutzen, weil du hast halt 'n Höhenprofil mit, wo du auch vielleicht auch 'n bisschen gucken kannst, wie steil jetzt zum Beispiel vielleicht die Strecke halt ist, weil das zeigt's ja bei Google zum Beispiel nicht unbedingt an.

Ja.

Quellen kann man sich anzeigen lassen. Also manchmal nutzen wir es auch noch mit zum Wandern so 'n bisschen.

Ach cool.

Ja. Weil Wandern ist ja auch noch mal so 'n Punkt, ähm, sollte man auch gut, also je nachdem, wie weit man halt in die Berge gehen möchte, ähm, gute Kenntnisse in der Orientierung haben beziehungsweise nicht nur auf die einschlägigen Apps, die man halt so kennt, vertrauen, weil da sind wir auch schon mittenmang Ich weiß nicht, wo wir da gelandet sind, aber irgendwie hat's den Weg da angezeigt, aber da war kein Weg mehr. Ähm, es gibt ein paar markierte Wanderwege, aber die sind nicht so häufig und die Beschilderung ist auch nicht immer so gut, weil du hast ja auch keinen, ähm, keinen richtigen Bergverein. Du hast auch keine Bergrettung in dem Sinne so richtig. Also gerade wenn wir dann im Kaukasus wandern gehen. Also ich will jetzt nicht mega Angst machen, aber einfach, dass man ein bisschen schaut, gerade wenn man Routen nehmen möchte, die nicht ganz so groß begangen sind oder nicht ganz so bekannt.

Und funktioniert da 'ne normale Navigation über, über GPS und oder Mobilfunknetz? Oder brauche ich da wirklich dann Karten auch mit Kompass?

So weit sind wir noch nicht gegangen, quasi, dass wir es hätte brauchen, brauchen müssen. Ähm, ich weiß nicht, wie natürlich das in den Grenzregionen ist, weil, ne, du bist ja im Kaukasus sehr nah. Also du musst auch immer den Reisepass, auch wenn du wandern bist oder irgendein Ausweisdokument, äh, mitführen, weil es kann halt wirklich sein, dass mitten auf der Bergspitze, ähm, dann halt irgendeine Grenzstation ist, mehr oder weniger, weil du halt, ähm, ja, zu Russland natürlich sehr nah bist. Ob's dann vielleicht das GPS stört, das weiß ich nicht genau. Also so krass wandern waren wir bisher noch nicht.

Kann wahrscheinlich nicht schaden, sich nicht nur auf die Technologie zu verlassen in so eher abgelegenen Gebieten, ne.

Mhm. Ja, genau.

Und wenn jetzt Leute nicht so wie ihr, ähm, quasi ewig in Georgien unterwegs sein möchten, sondern eher so was in die Richtung halt 'nen etwas längeren Urlaub dort zu machen, welche Jahreszeit würdest du dann da am ehesten empfehlen? Also wo, in welcher Jahreszeit kann man am meisten machen? Weil du hattest ja schon gesagt, Winter teilweise sehr kalt, Sommer teilweise sehr heiß. Das ist dann vielleicht auch nicht was für so Aktivurlaub, dass man dann wandern geht und so.

Ja. Ähm, also es kommt dann drauf an, was man halt machen möchte. Also ich würd so sagen, wenn man's so ganz grob zusammenfasst, Mai bis Oktober. Das heißt, ich hab dann so Mai bis Juli fürs Tiefland eher, also gerade Tbilisi, die Städte, ähm, Küstenregionen und auch jetzt Gurien, wo wir halt sind. Und man kann dann, wenn's halt heiß wird im Hochsommer, Juli, August, dann eher in die Berge. Ähm, ja und dann hinten raus sozusagen wieder bis Oktober ist Tiefland. Also man muss aber auch sagen, auch hier hält der Klimawandel Einzug. Also die letzten zwei Jahre, ähm, ist es ganz anders wie normalerweise. Also jetzt hier zum Beispiel gestern war's heiß und bis, äh, die Tage davor bin ich im, äh, Strickmantel rumgerannt, weil mir so kalt war, was halt absolut untypisch ist, weil normal ist eigentlich der Juni hier unten, gerade in Gurien, so mit der heißeste Monat.

Das war's ganz und gar nicht. Hier gab's auch im, im März 'n riesigen, ähm, Schneeinbruch, wo's anderthalb Meter Schnee hatte, wo es hier quasi fast nie schneit. Ähm, aber ja, so grob würd ich jetzt so sagen, dass man sich so Mai bis Oktober orientiert, ähm, je nachdem eben, was man machen möchte. Also Berge ist dann eher ab Juli.

Ja, und ich denk mal, wenn man mit 'm Camper unterwegs ist, ist man ja auch 'n bisschen flexibel. Das heißt, wenn ich dann merke, mm, es jetzt, das Wetter ist jetzt ganz anders, als ich mir das vorgestellt hab, dann ist es vielleicht auch ganz schlau, den, 'nen Ortswechsel vorzunehmen und vielleicht von den ursprünglichen Plänen 'n bisschen abzuweichen.

Genau, ja.

Gibt's denn 'ne Region oder auch 'ne Strecke, die du als besonders gut geeignet für Menschen mit Campingfahrzeugen, ähm, einschätzen würdest? Also die besonders camperfreundlich ist oder wo vielleicht 'ne etwas höhere Dichte an Campingplätzen da ist als in anderen Regionen und, ähm, auch 'n Streckennetz, was man gut befahren kann mit solchen Nicht-Offroad-Fahrzeugen? Oder ist es so übers Land verteilt immer ungefähr ähnlich?

Ich würd sagen, das ist immer ungefähr ähnlich. Also du kommst an die Highlights, die man halt auch so kennt und die ja dennoch empfehlenswert, äh, sind, ne. Auch wenn sie vielleicht bisschen mehr besucht sind, kommst du eigentlich immer auch mit Nicht-Allradfahrzeugen hin. Also das sind dann wirklich nur die abgelegenen Regionen. Und wenn man da hinnimmt, dann gibt's hier so Offroad-Taxis, äh, die man quasi, äh, mieten kann und sich da hinfahren lassen kann. Also man kommt auch dahin, wenn man dann das unbedingt gerne möchte, aber du kommst fast in jede Region. Ja.

Und diese Offroad-Taxis, sind die auch was für etwas schwächere Nerven? Weil ich, ich hab da schon so in diversen Ländern, ähm, so öffentliche Verkehrsmittel benutzt und ich sag mal so, es ist 'n Wunder, dass ich hier sitze heute.

Ja.

Da wird halt dann auch vor Kurven gerne mal nicht gebremst, sondern lieber gehupt und so. Ich weiß nicht, ist es da auch so?

Ja.

Oder so, ja.

Georgische Fahrweise ist, äh, speziell und ich-- Georgien ist 'n super sicheres Land, ne. Also man kann, braucht da, also vielleicht auch meine Einschätzung oder die Einschätzung auch von vielen und auch, äh, wenn man Statistiken aufruft, auch alles super sicher.

Den, äh, Verkehr ausgenommen.

Ja.

Okay.

Der ist schon manchmal, äh, grenzwertig und die sind schon gut, äh, speziell unterwegs und auch wenn du so 'n, ja, grade wenn du dann solche Streichen in so 'nem Taxi halt unterwegs bist, ich glaube, da musst du 'n bisschen Nerven haben. Aber ich mein, man kann's ja vielleicht auch mitteilen, dass es bisschen langsamer gehen soll, aber weiß ich nicht, wie sie dann hören. Tatsächlich, aber es ist schon spezieller Verkehr hier.

Find ich auch 'n wichtigen Hinweis, weil, ähm, man soll ja auch so 'n Gesamteindruck bekommen, was einen so erwartet, wenn man in 'n Land fährt, das man bisher noch gar nicht kennt. Also 'n bisschen, ja, vielleicht vorausschauend auch selber fahren und sich dann einfach auch drauf einlassen und einfach im Strom mitschwimmen. Das ist, das ist meiner Erfahrung nach die beste Taktik, dass man die Augen offen hält, sich, ähm, seine Reflexe 'n bisschen schärft und ansonsten einfach mehr oder weniger das halbwegs macht, was die Einheimischen machen, weil dann- Dass man da auch nicht so ein Verkehrshindernis

Nee, genau. Also vielleicht nicht im Gegenverkehr überholen. Das passiert nicht so selten hier. Das muss man sich dann nicht angewöhnen, aber zumindest, dass man damit rechnet.

Mhm.

Und ja, ansonsten genau mit dem Fluss schwimmen.

Mir hat in, in Mexiko mal ein Einheimischer in meinem ersten Jahr gesagt, wo ich mir mein erstes Auto gekauft habe, ähm: „Du kannst in Mexiko quasi im Straßenverkehr alles machen. Du musst nur immer auf dich selber aufpassen."

Mhm.

Also sozusagen nicht darauf verlassen, dass andere den Blinker setzen, nicht darauf verlassen, dass andere da dann rechts abbiegen, wo sie blinken oder dass die dann bremsen, wenn's nötig ist, sondern du musst einfach immer quasi dich selber verteidigen und dann kannst du so fahren, wie du möchtest.

Okay.

Dann ist das völlig egal.

Das ist auch ein spannender Hinweis, ja. Ich glaube, ich würd's nicht ganz so krass sehen für Georgien. So ohne es jetzt genau halt zu wissen, ne, so nur von deiner Erzählung. Mmm, ja, weil, ja, also genau, man sollte schon definitiv auch auf sich selber ein bisschen aufpassen, aber ich hab auch das Gefühl, dass trotz je, trotz dass es manchmal sehr chaotisch wirkt, ähm, die Leute halt dennoch ja irgendwie mit, mit aufpassen.

Mhm.

Und also da ist halt auch oft natürlich nicht das Geld da halt, um ein Fahrzeug halt wieder zu reparieren. Es ist eh noch mal ein spezielles Ding, wenn man hier fährt und sieht, äh, wie die Autos aussehen, die, ähm, hier fahren. Ähm, ja, ist auch noch mal, glaube ich, so ein Highlight für sich. Aber ja.

Klingt sehr spannend.

Ja.

Und sehr danach, dass Leute, die alle Regeln immer überall beachten und das von anderen auch erwarten, vielleicht dann ein bisschen sich eingewöhnen müssen.

Mhm. Ja.

Was sind denn so deine persönlichen Highlights? Ähm, ganz offene Frage, landschaftlich, kulinarisch, kulturell. Wo ist so die Ecke, wo du sagst, da, da, die bietet für mich persönlich einfach am das schönste Gesamtpaket? Ist es da, wo ihr gerade seid?

Mmm. Ja. Ja, also das ist so mein Ort geworden oder die Region, in der ich mich tatsächlich mit am wohlsten fühle, ähm, weil's halt dieses Komplettpaket eigentlich hat. Hier hast du halt nicht diese Berge, aber du siehst die Berge. Also ich brauche jetzt nur aus dem Camper gucken und jetzt ist es grad ein bisschen bewölkt, aber, ähm, ich kann halt direkt auf den kleinen Kaukasus blicken. Der-- An den kommt, stimmt, also in den kann man auch reinfahren. Also so ein grenznah, also zur nächsten Region kommt, kann man hier auch bis auf zweitausend Metern so 'n, äh, Ort fahren, der auch sehr, sehr spannend ist. Und ja, es ist Gurien.

Mhm.

Große Empfehlung und absolut nicht touristisch.

Da hattest du ja gesagt, landschaftlich sehr grün, subtropisch.

Mhm.

Ähm, wie sieht's aus? Du kenn-- Du, du hast die Frage wahrscheinlich schon lange erwartet von mir: Wie sieht's kulinarisch aus?

Ähm, also georgische Küche ist sehr, sehr spannend, sehr, sehr deftig und mächtig. Das ist jetzt keine-

Ähnlich wie aus den anderen Ländern aussehen, du beim letzten Mal-

Ja.

-berichtet hattest, ne? Okay.

Genau. Also es gibt so ein, äh, Gericht, ich glaub, an dem kommt man nicht unbedingt vorbei, das ist, ähm, Khachapuri. Khachapuri, das gibt's übers ganze Land verteilt mit regionalen Unterschieden. Also es ist im Endeffekt vom Prinzip her eigentlich nur ein Teigfladen mit Käse gefüllt. Ähm, der Käse ist so ein spezieller Käse, der heißt Sulguni. Und, ähm, grade in den ländlichen Regionen ist es wirklich so, dass das auch von der eigenen Kuh der Käse, äh, stammt. Der wird dann halt wirklich selber gemacht, selber gemolken, selber hergestellt, der Käse. Und dann ist das, ähm, so 'n sehr interessantes, sehr mächtiges Gericht, was aber 'ne große Empfehlung ist. Also, genau, es gibt dann, ähm, es heißt dann entweder Imeruli Khachapuri oder Megruli Khachapuri oder Adschari Khachapuri.

Das ist quasi je nach Region. Also Imeruli ist halt die Region Imeretien, ähm, Adschari ist Adscharien, da ist noch mal ein bisschen anders. Das ist dann wie so 'n Schiffchen geformt, ähm, und mit 'nem rohen Eigelb drauf und dann wird der Teigrand abgebrochen und quasi mit dem Käse und dem Ei so gemixt und dann halt gegessen. Ähm, ja, das ist so, würd ich sagen, auch so 'n Signature-Gericht aus Georgien.

Und isst man das dann mit irgendeiner Art von Soße oder man, oder beißt man da einfach rein und dann ist innen der Käse und das macht das Ganze saftig?

Ja, also genau. Wir, wenn wir es essen, wir essen ganz oft noch Tkemali dazu, aber das ist, glaube ich, das würden Georgier, Georgierin nie machen. Tkemali, das ist so 'ne spezielle, also die wird als georgischer Ketchup bezeichnet, aber hat gar nichts damit zu tun. Gibt's so in zwei Varianten, eher säuerlich und einmal süßlich. Ähm, die säuerliche, die ist zum Beispiel aus unreifen Mirabellen und dann kommen da noch Kräuter, Knoblauch. Ähm, ist eh, die Küche ist auch sehr knoblauchlastig, was ich sehr toll finde.

Oh, toll.

Mhm. Ja. Und da tunken wir das noch rein, aber das ist, glaube ich, eher Gewohnheit. Aber normal ist das schon so, weil ich glaube, in diesem Khachapuri ist halt nicht nur der Käse drin, sondern auch noch Butter. Ähm, dann ist dieser Hefeteig, der teilweise entweder aus dem Ofen oder in der Pfanne, gibt's auch unterschiedliche Variationen und schwärmen eigentlich alle davon, die das einmal probiert haben. Es gibt auch schlechte Varianten davon tatsächlich, wie so oft, ne, wenn je nachdem, wo man's halt isst, aber, ähm, es ist, glaube ich, eins, was man unbedingt mal probiert haben sollte.

Und würdest du sagen, dass das auch so eins deiner Lieblingsgerichte ist? Oder gibt's noch Bessere oder andere, die du auch mal empfehlen würdest zu probieren?

Ähm, nee, das ist schon eins meiner Lieblingsgerichte. Ansonsten, was ich auch noch sehr lecker find, also die georgische Küche ist auch sehr walnusslastig, weil hier gibt's, ähm, eben Walnüsse. Jedes Haus hat mindestens einen eigenen Walnussbaum und macht dann auch Gerichte dafür, äh, davon. Das ist, ähm, Phkali. Phkali ist im Endeffekt auch Knoblauch-Walnusspaste gemixt mit entweder Spinat oder Rote Bete und das ist dann so in Bällchen geformt. Das find ich auch sehr, sehr lecker. Ähm, dann gibt's noch, also es wird auch viel mit Auberginen gemacht. Ähm, das heißt, oh Gott, jetzt sprech ich's bestimmt falsch aus, Badshiarani heißt das, glaub ich. Also das ist auch noch mal so Knoblauch-Walnusspaste eingewickelt in, ähm, gebratene Aubergine.

Das find ich auch sehr gut. Mmm, ja. Ich hab noch 'n Artikel in Planung, wo ich mal so alle Gerichte vorstelle. Das ist auch noch so auf der To-do-Liste, ähm, um das mal zu zeigen, was es da so alles gibt und wie's überhaupt heißt, weil man sieht's auf der Speisekarte und weiß halt erst mal gar nicht, was es natürlich ist.

Wenn diese neuen Beiträge online sind, dann gib gerne Bescheid, weil wir haben ja immer die Möglichkeit, auch nachträglich noch Sachen in den Shownotes zu verlinken.

Mhm.

Und wir haben ja immer Leute auch, ne, das sind natürlich nicht so viele wie immer ganz am Anfang, wenn eine Folge online geht, ne. So das erste Wochenende, da sind natürlich die meisten Zugriffe. Aber es ist ja schon so, dass viele Leute auch dann alte Folgen hören, besonders wenn dann irgendwie 'n Thema halt besonders spannend für die ist. Und dann können zumindest die, die später dazukommen, auch noch die, die Blogbeiträge lesen.

Ja, sehr, sehr gern und danke schön.

Ähm, was ich noch fragen wollte, so ist die georgische Küche auch so fleischlastig, wie du das teilweise aus anderen Ländern schon erzählt hast? Oder machen die dann doch mehr Gemüse und, und so Milchprodukte?

Nee, ist, äh, sehr, sehr fleischlastig. Also es, ähm, ja, gibt, ähm, sehr viele Gerichte mit unterschiedlicher Zubereitungsart, aber, ähm, sehr viel Rind, Fleisch, Hähnchen. Das sind so das Hauptsächliche.

Schaf auch? Also so...

Mmm, nee, gar nicht so.

Ziege, gar nicht? Okay.

Eher weniger. Nee, also würde mir jetzt spontan kein typisches Gericht einfallen, was daraus besteht. Ähm, es ist auch, dass zumindest hier jetzt in der Region haben alle eben Rinder und, ähm, ähm, Schweine, aber Schafe eigentlich gar nicht so. Ich glaub, das ist dann eher in den Bergregionen und da kann's, weiß ich jetzt gar nicht so auswendig, ob's da dann auch so spezielle Gerichte gibt.

Mhm. Wahrscheinlich da, wo's 'n bisschen karger dann auch ist landschaftlich.

Ja, genau.

Gibt's denn bestimmte Orte, die so 'n bisschen abseits der Touristenpfade liegen, außer eurem aktuellen Standort, die du besonders empfehlen würdest?

Ähm, also einer meiner Lieblingsorte, das ist der, äh, Vashliwani National Park. Der ist ganz im Osten des Landes an der Grenze zu Aserbaidschan. Und, ähm, den find ich super schön, weil einfach die Natur dann noch mal ganz anders ist. Das ist halt wirklich so, äh, Steppe. Teilweise hat man das Gefühl, dass man an so, ähm, amerikanischen Badlands heißt das, glaub ich, ist. Also super, super interessant alles. Man kann dort auch, wenn man Glück hat, Gazellen sehen.

Oh, okay.

Ja, also wirklich wieder mal diese Vielfalt eben, weil's ganz anders ist als der Rest des Landes. Für den Nationalpark muss man auch, ähm, sich registrieren und man kann mit 'nem Fahrzeug reinfahren, aber nicht er, also nicht mehr erlaubt sind Expeditionsmobile, die dürfen nicht mehr da rein und Motorradreisende, also mit Motorrad fahrend, genau, dürfen nicht mehr, äh, rein. Und theoretisch ist eigentlich auch ein Allradfahrzeug erforderlich. Wir haben das aber mit, ähm, schon auch mit Nicht-Allrad, äh, gemacht. Dann darf man aber nicht oder kann man nicht alle Strecken fahren. Äh, man kriegt dann halt an der Ranger-Station eh so die Infos. Also sie sagen dann, ne, wo, wo man halt langfahren kann. Das Wetter muss trocken sein auch dafür, weil man durch ausgetrocknete Flussbette fährt. Also es sind wirklich offizielle Routen. Man fährt ja nicht wild durch die Gegend.

Darf man auch nicht. Man darf auch dann nur an den, äh, Ranger-Stationen im Park übernachten. Und den find ich fantastisch. Also den find ich super schön. Ja, also man kann auch, wenn man eben zum Beispiel sagt, mit 'nem Fahrzeug kommt man nicht so weit, man kann dann auch 'ne Tour, ähm, buchen und fährt dann mit, äh, Ranger oder Rangerin durch den Park.

Aber ist ja cool, dass man da sogar drin übernachten kann.

Mhm. Also es ist wirklich, wir haben das, ist auch schon wieder zwei oder drei Jahre her. Also ich will da unbedingt noch mal hin, weil wir im Sommer, da war's sehr, sehr heiß und doch auch recht trocken. Wir haben auch leider keine Gazellen gesehen, aber grade im Frühjahr, wenn's wiederum trocken ist, dass halt nicht so viel, äh, Lehm, äh, rutschiger Lehm da irgendwie ist, das würd ich sehr gerne mal sehen. Also es steht auch noch auf der Wunschliste, das noch mal zu bereisen.

Und wenn du so zurückdenkst an die Zeit, wo ihr noch relativ neu im Land wart, an welche Anlaufstellen oder Netzwerke habt, konntet ihr euch da wenden, um an Infos zu kommen? Oder, oder wie habt ihr euch die Infos besorgt? Du hattest ja vorhin auch schon mal angesprochen, dass es da irgendwie Gruppen gibt oder Foren oder so was, ne, wo man sich irgendwie austauschen kann. Kannst du da so, so 'n paar Ressourcen vielleicht nennen für Leute, die selber auch mal gerne so 'ne Reise machen möchten?

Ja. Also ich hatte dann, ähm, also es gibt, äh, Facebook-Gruppen und, äh, WhatsApp-Gruppen, wo man teilnehmen kann, wobei ich nicht mehr, gen-, also f-genau, Facebook-Gruppen gibt's so 'n paar. Man muss ja mal gucken, wie, na, ähm, wie aktiv natürlich die Leute da halt drin sind, dass man auch aktuelle Informationen halt bekommt. Das fand ich ganz gut. Dann sind wir Gleich nach der Einreise, weil Freunde auf dem Platz eben hier standen, die wir vorher kennengelernt hatten. Die haben gesagt: „Hey, kommt doch her, hier ist es nett." Da sind wir gleich hierhin und haben, ähm, im Endeffekt mit den Leuten halt hier eine gute Anlaufstelle gefunden, auch zum Austausch. Und haben dadurch auch andere Reisende wiederum kennengelernt. Ähm, ja, ich glaube, dass— Und tatsächlich über Blogartikel, mm, gelesen, recherchiert, so 'n bisschen die Infos zusammengesucht.

Ja. Und im Endeffekt-

Also einfach Google suchen oder bei Facebook nach Georgien gesucht und dann da geguckt, was, was es da an Informationen gibt.

Genau. Und es ist auch so, dass ein Großteil oder ein Teil der Campingplätze, die halt im Land hier betrieben werden, das sind, ähm, von Leute von außerhalb, ähm, die wiederum noch mal ein bisschen mehr Connections haben, um zum Beispiel vielleicht auch Ersatzteile zu bestellen. Ähm, weil das ist ja oft auch so 'n, so 'n Punkt, ähm, ja, wo man dann vielleicht nicht weiterkommt, weil da natürlich doch eher vielleicht die zum Beispiel jetzt hier die Connection eher nach Deutschland da ist, wo man halt besser weiß, also Georgien könnt ihr dann nicht so einfach dann irgendwie mal auf deutschen Webseite irgendwas halt bestellen, ähm, und dass man da auch noch mal ein bisschen eine Andockstelle hat.

Wenn dir im Nachgang zur Folge oder zur Aufzeichnung noch bestimmte Gruppen oder Foren oder Ressourcen einfallen, die du als besonders hilfreich empfunden hast, dann wär's cool, wenn du die Links einfach noch schicken könntest. Dann würd ich die alle auch noch mal in die Folgenbeschreibung packen. Dann, ähm, können die Leute das einfach da nachgucken und müssen vielleicht nicht selber so viel suchen. Und manchmal ist es ja auch so, dass man vieles durch hat, aber eben nicht alles besonders hilfreich war. Und dann ist man immer ganz froh, wenn man so 'ne kleine Auswahl bekommt.

Ja.

Und ich hab ja auch gesehen, du hast ja auch 'nen sehr ausführlichen Artikel, ähm, in Form so eines Roadtrip Guides auf deinem Blog sehr aktuell zu, ähm, veröffentlicht jetzt. Ich hatte das vor ein paar Tagen erst gesehen-

Mhm.

... dass der noch gar nicht lange online ist. Den verlinke ich auch hier noch mal. Dann könnt ihr euch den genau anschauen. Da sind auch ganz tolle Tipps natürlich drin. Und wie gesagt, die eingangs erwähnte digitale Reisekarte, die würd ich euch auch auf jeden Fall ans Herz legen, weil das ist natürlich so 'ne praktische Hilfestellung, die man sich normalerweise sonst sehr, sehr mühsam selbst zusammensuchen muss.

Ja, nee, sehr, sehr gerne.

Ich würde gerne zum Abschluss noch mal mit dir so 'n bisschen ins Persönliche gehen, weil mich das immer interessiert. Wir hatten, glaub ich, auch beim letzten Mal drüber gesprochen, dass ja jedes Land oder jede Reise auch was mit einem macht und irgendwie nimmt man immer irgendwas mit, selbst in Ländern, wo man sagt, ja, da muss ich jetzt vielleicht nicht noch mal unbedingt hin, aber natürlich besonders an Orten, die einen so, so binden. Und mich würde mal interessieren, was Georgien mit dir gemacht hat. Es kann ganz offen sein, also persönlich, kulturell, menschlich, ähm, in deiner Wahrnehmung, was auch immer.

Mhm. Ähm, ja, ich glaube, das sind tatsächlich viele Sachen, die so 'n bisschen das Bewusstsein verändert haben. Also ich hab erst mal schon gemerkt, wie, welches Privileg wir haben und dieses Glück auch, dass wir halt, ähm, in so 'nem wohlhabenden Land wie Deutschland halt geboren worden sind. Also wir haben ja nichts dazu beigetragen. Das war halt wirklich so 'n, äh, Gewinn in der Geburtslotterie und das ist so ein unfassbares Privileg, was mich wahnsinnig demütig macht, immer noch macht, jedes Mal, egal in welches Land oder fast egal in welches Land wir reisen. Und, ähm, ich hab gemerkt und fand ich sehr faszinierend, wie wichtig Gemeinschaft ist. Also du hast hier eine sehr starke Zivil-, äh, Bevölkerung, einfach, ähm, aus der Vergangenheit her, weil's so sein musste, weil von der Regierung war oder konnte und kann man, ähm, auch nicht so viel halt erwarten.

Das heißt, der Zusammenhalt innerhalb dieser Gemeinschaft ist riesengroß. Ähm, es wird sich geholfen. Also auch jetzt, was ich vorhin, äh, erzählt hatte mit diesem Winter, ähm, also Schnee, Schneefall, der so extrem war, wo teilweise halt Dächer eingestürzt sind. Die Leute haben sich komplett selber geholfen. Also sie haben Gruppen gebildet, ähm, Gemeinschaften noch mehr sind zusammengewachsen, haben sich darum gekümmert, dass die Menschen, die nicht mehr das Haus verlassen konnten, dann halt, ähm, mit Nahrungsmitteln versorgt wurden. Mh, und das findet halt über solche Extremsituationen hinaus, findet das halt auch im alltäglichen Leben statt. Ähm, hier gibt's auch Mehrgenerationenwohnen, also gerade auf dem Land. Es wohnen eigentlich mindestens drei Generationen immer unter einem Dach, was ich nicht idealisieren möchte, ne, weil auch innerhalb familiärer Strukturen gibt's Probleme und da steckt man ja halt nicht so drin, aber trotzdem dieses Prinzip einfach find ich halt schön.

Ähm, am besten natürlich, wenn man sich's komplett frei wählen kann. Ähm, ich hab irgendwie auch gemerkt, wie wichtig ist es, so Menschen gegenüber kleine Gesten der Freude halt zu machen. Also wie schön ich das halt fand, weil wie oft einfach die Leute halt angehalten haben und uns halt nur 'n Bonbon geschenkt haben. War erst vor ein paar Tagen wieder. Ähm, hat extra die Tüte aufgemacht und uns halt, ähm, da Bonbons geschenkt. Ich glaube, hätte er noch mehr, weil er nachgefragt hat, was er uns noch so bringen kann und wir hatten natürlich gesagt: „Nein", das braucht er gar nicht, aber das ist halt supernett.

Ach, wie süß.

Und ja, und das, es tut ja einem selber so gut. Warum soll ich das nicht auch zurückgeben in irgend 'ner Form, wie, welche Möglichkeit ich halt, ähm, habe? Und was ich ja auch, was wir auch schon in dem Gespräch hatten, dieses so leben im Moment, das ist mir tatsächlich sehr oft abhandengekommen über die letzten Jahre. Ähm, und hier sehe ich das halt immer mehr und versuche mir das so 'n bisschen wieder mich zurückzubesinnen, dass ich halt mehr, mehr im Moment lebe und das halt genieße, was halt einfach grade ist. Und das Bestmögliche halt vor allem auch draus mache. Also die Feste feiern, wie sie halt fallen, ne, im Endeffekt. Mhm. Genau. Ah ja, und dann, weil ich das nämlich auch immer sehr spannend finde, was ich auch erzählt hatte mit der Selbstversorgung, dass es halt dennoch auch, ähm, 'n Privileg ist, wenn man's halt machen kann und nicht machen muss.

Weil hier ist es halt so, die Leute müssen's machen, grade aufm Land eben, weil, ähm, ja, sie gar nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, da immer im Supermarkt und auch auf den Märkten ständig einzukaufen. Und es ist halt wirklich so. Also hier wird halt Mais angebaut, der halt zum, zum Futter für Schwein und Kuh selber gemahlen wird. Ähm, also wirklich komplette oder in vielen Bereichen eigentlich 'ne Kreislaufwirtschaft, also nach dem Cradle, unbewussten Cradle-to-Cradle-Prinzip, äh, wird die halt agiert, aber weil sie's halt müssen. Und wenn man das halt machen kann, ist es halt einfach 'n riesengroßes Privileg, wenn man nicht darauf angewiesen ist. Ähm, also eben auch so 'n bisschen diese Idealisierung wieder rausgenommen, aber ja, sehr, es haben sich sehr viele Dinge im Bewusstsein irgendwie noch mal verschärft oder verändert.

Ja. Ich hätte eigentlich noch zwei, drei Fragen gehabt, aber ich möchte das jetzt so stehen lassen und möchte gerne auch selber für mich so 'n bisschen diese Gedanken mitnehmen. Ähm, wie du schon gesagt hast, ist nicht idealisierend, weil uns ist natürlich allen klar, dass nicht alle dieser Menschen sich, ähm, das Leben so ausgesucht haben und dass es auch da Konflikte geben wird und dass auch da, ähm, wie man in Mexiko immer sagt, kleines Dorf, große Hölle. Also auch da wird's bestimmte Reibungspunkte geben. Nichtsdestoweniger find ich halt diese Gedanken, ähm, schön, sich wieder mehr auf die Gemeinschaft zu besinnen und sich wieder mehr gegenseitig zu helfen, die Augen offen zu halten, was der andere vielleicht gerade braucht.

Und da muss man nicht weit gehen. Jeder hat Nachbarn, ne. Jeder hat, ähm, Menschen um sich, jeder hat vielleicht noch irgendjemanden aus der Familie, der 'n bisschen Unterstützung gebrauchen kann. Und es hat ja gar nix mit dem Thema Camping zu tun, aber auch, weil das genau, genau das Gleiche kann man ja natürlich auch aufm Campingplatz machen.

Genau, ja, absolut.

Liebe Elisa, es war wie immer ein Fest, mit dir zu sprechen. Ich genieß es wirklich immer sehr, ähm, weil du einfach noch mal so ganz neue Gesichtspunkte mitbringst und ich hab da immer in und nach unseren Gesprächen noch jede Menge, über was ich nachdenken kann. Das find ich immer ganz toll. Und ich sag jetzt gar nicht so richtig Tschüss, sondern ich sag bis zum nächsten Mal, weil ich hoffe natürlich, dass wir bald mal wieder irgendwie 'n Thema finden werden, wir zwei.

Ja, das hoff ich sehr und vielen lieben Dank. Also ich genieß es auch immer echt sehr, mit dir zu sprechen. Das macht wirklich richtig viel Spaß. Danke schön.

Danke dir, danke euch da draußen, ähm, fürs Zuhören. Abonniert gerne unseren Podcast, bewertet uns gut, wenn euch das gefällt, was wir hier machen und folgt natürlich auch der Elisa auf allen möglichen Kanälen und guckt auf jeden Fall in den Blog rein. Es lohnt sich wirklich. Bis dann. Tschüss.

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