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Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Sebastian und heute ohne Nele, dafür wieder mit einem Gast hier im virtuellen Podcaststudio. Ja, und es geht heute um das Thema Gewichte und Gewichtsgrenzen beim Caravan. Und ich hab mir dazu erneut den Anton Happacher von der Firma Fendt in unser virtuelles Podcaststudio eingeladen. Er ist Leiter des Kundendienstes da. Ihr kennt ihn vielleicht schon aus einer der letzten Folgen, wo wir ihn ja schon zu Gast hatten und er uns an seinem unerschöpflichen Wissen teilhaben lassen hat. Und ich würde sagen, Herr Happacher, stellen Sie sich doch noch mal ganz kurz unseren Hörer und Hörerinnen vor, die Sie noch nicht kennen und noch nichts von Ihnen gehört haben.
Dann auch von meiner Seite aus hallo an alle. Also mein Name ist Anton Happacher, bin Kundendienstleiter bei der Firma Fendt Caravan hier in Mertingen. Kundendienst bei Fendt heißt von der Reklamationsannahme bis hin zur Reparatur alles. Wir haben ein eigenes Lager, wir beliefern unsere Händler draußen mit den nötigen Ersatzteilen hin bis, bis zur Großreparatur machen wir fast alles hier im Werk.
Und Sie haben quasi den lieben langen Tag mit allen möglichen Fragen und Anfragen und Kunden und Wünschen und so weiter zu tun.
So ist es.
Genau, und wir wollen uns heute mal das Thema Gewichte, Gewichtsgrenzen anschauen. Wir wollen am Anfang erst mal ein paar grundlegende Begriffe klären, die einfach wichtig sind, um den Rest unserer Sendung quasi zu verstehen und das würde ich jetzt erst mal so ein bisschen abfragen und Herr Happacher wird mir da hoffentlich wieder Rede und Antwort stehen. Also fangen wir mal an: Was verstehen wir denn unter dem Begriff Leermasse bei einem Caravan?
Also Begriff Leermasse beim Caravan, das ist, das ist ein sehr dehnbarer Begriff, weil es gibt da zwei Massen, die einen etwas leeren Caravan beschreiben, und zwar Masse im fahrbereiten Zustand ist einer. Masse fahrbereiter Zustand, den, den Wert findet man auch in den COC-Papieren. Bedeutet: Serienfahrzeug ohne irgendwelche Extras und zuzüglich der Grundausstattung wie Gas, Wasser und so weiter. Also ein Serienfahrzeug plus, bei uns sind's um die achtundvierzig Kilo, dann haben wir Masse im fahrbereiten Zustand. Aber man hat ja zust, noch zusätzliche Ausrüstungen dabei, wie Klimaanlage, Mover und so weiter. Und dann kommt man schon eher in das, wo ich als Leermasse oder Leergewicht hernehmen würde, und zwar die tatsächliche Masse.
Also die tatsächliche Masse steht auch im COC drinne, ist die Masse des Fahrzeuges, Serienfahrzeug plus alle Optionen, also Klima, Mover und so weiter, und diese Grundausrüstung. Das ist eigentlich eher, was man an der Leermasse, wenn jemand wissen will, wie viel darf ich zuladen, dann würde ich die tatsächliche Masse hernehmen.
Okay, also da gibt's quasi keine ganz feste Definition, sondern da müssen wir jetzt quasi, wie Sie's gerade gesagt haben, gucken, wie wir's sozusagen richtig betrachten.
Also beide, beide, äh, Massen stehen auch in den Papieren drinne.
Mhm.
Die, der fahrbereite Zustand und die tatsächliche Masse. Also wenn jetzt jemand wissen will, mein Fahrzeug hat jetzt zwei Tonnen, äh, tatsächlich als technisch zulässige Gesamtmasse und die aber tatsächliche Masse von siebzehnhundert Kilo, dann darf ich dreihundert Kilo zuladen. Rein theoretisch.
Okay, und, äh, für alle, die sich jetzt wundern, was COC-Papiere sind: Also das sind die Papiere, die man eigentlich oder nicht eigentlich, sondern zu jedem Fahrzeug seit vielen Jahren dazu bekommt, wo quasi alles runtergeschrieben ist, was dazu oder zu dem Fahrzeug wichtig ist. Das gibt's eben beim Pkw, ähm, beim Wohnmobil genauso wie hier beim Caravan.
Beim Freizeitwagenbranche gibt es COC erst ab so 2012. Wenn man natürlich ein älteres Fahrzeug hat, dann haben wir eigentlich nur die technische zulässige Gesamtmasse. Das Leergewicht steht nur in den Verkaufsunterlagen rudimentär drinne und da empfehlen wir eigentlich immer unseren Kunden: „Fahr auf die Waage und wieg das Fahrzeug so wie es ist und dann weißt du, was das sogenannte Leergewicht eigentlich ist."
Genau, da-
Andere Scheiße gibt's nicht.
Da haben Sie jetzt quasi auch schon eine der nächsten Fragen vorabgenommen, aber es passt halt genau hierher. Genau, wenn ihr also dieses Dokument nicht habt, dann müsst ihr wiegen. Da kommen wir aber nachher noch mal zu, da haben wir auch noch 'n paar Tipps dazu. Also das war die Leermasse. Jetzt haben wir noch, Sie haben's auch gerade schon angesprochen, dies zusätzliche Gesamtmasse oder das zusätzliche Gesamtgewicht des Fahrzeugs.
Das zulässige, die zulässige Gesamtmasse ist eigentlich die Masse, die für das, wo eigentlich der Caravan gebaut ist. Also sprich, welche Achsen sind verbaut, äh, welche Werkstoffe, was halten die aus? Und das nennt man dann zulässige Gesamtmasse. Das ist die Masse, die das Fahrzeug auf der Waage haben darf, und zwar abgehängt vom Zugfahrzeug auf der, auf der Waage. Und das sollte man auf, auf keinen Fall überschreiten. Also ein paar Prozent hin oder her spielt jetzt keine große Rolle, aber wenn's mal ein bissl mehr wird, dann geht das echt ins Geld. Und, äh, man soll's auch nicht tun, weil die Bremsen, die Reifen und so weiter sind natürlich für eine höhere Tonnage auch nicht ausgelegt. Drum sollte man das tunlichst einhalten, was da in den Papieren steht.
Da gehen wir auch gleich noch mal drauf ein, weil das tatsächlich ja auch so'n bisschen von den Ländern abhängig ist, wie schnell und wie hoch die Strafen auch dafür sind. Also weil das ist nicht nur was, was eure Sicherheit gefährdet oder beeinflusst, sondern auch etwas, was unter Umständen teuer werden kann. Dann haben wir noch die Achslast. Was sagt die aus?
Die Achslast ist die, die Last, die, äh, die Ach, für das die Achse gebaut ist. Also sprich, wie darf die Achse belastet werden? Aber diese Achslast ist eigentlich im Caravan-Bereich Ist nicht unbedingt, äh, so, so interessant, weil die Achslast meistens dieselbe ist wie die zulässige, das zulässige Gesamtgewicht.
Ja, okay.
Das ist ziemlich der gleiche Wert. Die Achslast, äh, könnt man auch errechnen, wenn's einer braucht, aber...
Ja, ich glaube, wir machen's nicht so kompliziert. Wir haben nur einfach für uns alle, ähm, Begriffe einmal zusammengetragen und wollen die halt einmal kurz besprechen, damit alle Hörer und Hörerinnen da draußen einfach wissen, wovon wir reden und was sozusagen was ist.
Mhm.
Dann haben wir noch die Stützlast, 'n sehr wichtiger Wert. Was bezeichnet die oder was gibt die an?
Die Stützlast ist die Last, die, das, das, die AKS, also das, das vordere Teil des Caravans, die an die, äh, an die Kupplung, an die fü-fünfzig-Millimeter-Kupplung vom, vom Auto einrastet, wie, wie welche Kraft die nach unten drückt. Das nennt man Stützlast.
Und dann haben wir noch die Zuladung.
Die Zuladung ist eigentlich, äh, das, was man von 'nem, von der tatsächlichen Masse zu der zu, äh, zu der zulässigen Gesamtmasse die Differenz ist eigentlich die Zuladung. Also sprich alles, was ich dann reinladen kann und nennt man Zuladung.
Genau und dann würde ich noch ganz kurz drauf verweisen, dann gibt's natürlich auch noch für die Reifen einen entsprechenden Load-Index, also wie viel Last die Reifen vertragen. Da brauchen wir aber heute gar nicht noch mal drauf eingehen. Dazu hört ihr euch einfach noch mal die oder eine der letzten Folgen an. Da haben wir nämlich das ganze Thema schon behandelt.
Jetzt gibt's aber noch einen Wert. Und zwar es gibt auch bei der Massendefinition, die ja seit 2012 ungefähr gelten, auch eine Mindestnutzlast und die muss auch im Wohnwagenbereich eingehalten werden, weil wir sind ja hier im eins-zu-eins-Verhältnis. Also sprich ein Kilo Zugfahrzeug ist, darf nicht mehr sein wie ein Kilo hinten vom Anhänger.
Mhm.
Und zwar, es gibt's da Formel, dass die Mindestnutzlast eingehalten werden muss und die bedeutet, die Höchstzahl der Schlafplätze plus Aufbaulänge und das mal zehn ist die Mindestnutzlast, wo man zwischen dem, zwischen der tatsächlichen Masse und der, und der zulässigen Gesamtmasse einhalten muss. Das hat jetzt was zu tun mit der hundert-km-h-Regelung, weil viele wollen ja eine, eine niedrige ge-- zulässige Gesamtmasse haben, dass sie, dass sie das eins-zu-eins-Verhältnis mit Zugfahrzeug irgendwo hinbringen. Und da muss man immer darauf aufpassen, dass man die Mindestnutzlast mitbedenkt und einhalten tut. Also man kann jetzt nicht unendlich runter-
Mhm
... kürzen. Irgendwann ist vom Gesetzgeber her, in Regelwerken steht drinne, die Mindestnutzlast muss eingehalten werden. So wie ich's zuerst beschrieben hab: Schlafplätze mal Aufbaulänge mal zehn.
Okay, wir packen euch die Formel dann auch noch mal in die Show-Notes rein. Das müsst ihr euch jetzt nicht merken. Und, äh, wir verlinken auch noch mal 'n entsprechenden Artikel, wo wir das Thema auch noch mal behandelt haben, sodass ihr's auch noch mal entsprechend nachgucken könnt, wenn ihr da jetzt noch mal Fragen habt und euch das vielleicht betrifft. Okay, und dann haben wir ja noch das letzte Punkt. Also 'n, 'n Wohnwagen, Caravan kommt ja immer quasi oder fährt immer zusammen mit dem Zugfahrzeug, hoffentlich. Und da haben wir noch das Thema Anhängelast. Ähm, was gibt die an?
Die Anhängelast ist eigentlich die Last, die ein Zugfahrzeug hinter sich herziehen darf. Das ist, äh, wenn da drinne steht zwei Tonnen, dann darf man hinten halt zwei Tonnen anhängen. Egal wie, wie das zulässige Gesamtgewicht des, des, des, des, des Hängers ist, man darf nur zwei Tonnen ziehen. Aber da kommen wir vielleicht später auch noch drauf. Da gibt's, äh, muss man gewisse Dinge einhalten und da können wir später noch mal drüber reden.
Genau, also wichtig sind diese Zahlen oder beziehungsweise diese Werte an verschiedenen Stellen. Es spielt also 'ne Rolle, wenn ihr schaut, wenn ihr 'n Wohnwagen kauft, ob ihr den überhaupt mit eurem Fahrzeug ziehen könnt oder nicht oder dürft oder nicht. Und da sind eben diese verschiedenen Werte unter Umständen für dich relevant und deswegen sind wir sie einmal durchgegangen.
Da müssen, müssen wir ein bissl aufpassen, weil im Wohnwagenbereich mit der hundert-km-h-Regelung immer dieses eins-zu-eins-Verhältnis wichtig ist. Wenn Sie einen Hänger haben, der für, für, für andere Zwecke genutzt wird, dann ist es, muss nicht unbedingt eins-zu-eins-Verbindung da sein. Also da kann man durchaus mehr anhängen oder vielleicht auch weniger anhängen. Aber mehr wie drei Komma fünf Tonnen darf man grundsätzlich nicht anhängen an ein, an ein Zugfahrzeug, also an einen PKW.
Gilt das, dieses eins zu eins nur für die hundert-km-h-Regel, also nur wenn mir das mit meinem Wohnwagen wichtig ist, oder gilt das generell für Wohnwägen?
Das gilt generell für Wohnwägen.
Okay.
Also die maximale Anhängelast des PKWs darf nie mehr sein, als wie seine, seine, seine, seine, seine zulässige Masse, ne? Also kann jetzt maximal drei Komma fünf Tonnen anhängen, aber wenn ich jetzt, jetzt ein, ein Zugfahrzeug habe mit zwei Tonnen zulässige Gesamtmasse, darf ich auch keinen größeren Hänger anhängen. Das ist einfach dieses eins-zu-eins-Verhältnis im Bereich von diesen, äh, Wohnwägen.
Genau, das war jetzt noch mal wichtig. Also es darf nicht schwer, also der Anhänger darf nicht schwerer sein als das Fahrzeug selber.
Höchstens, höchstens. Man hat 'n richtigen Geländewagen, der als Geländewagen nach der EWG-Norm-Regelwerk ist und darf bis zu eins Komma fünf-fach ziehen. Das sind dann die, die ganz großen mit den großen Stollen drauf.
Die sind bei uns aber relativ selten wahrscheinlich.
Genau.
Das ist 'ne, 'ne recht kleine Gruppe, für die das noch trifft. Ihr seht, es gibt auch immer Ausnahmen, aber generell könnt ihr euch, glaub ich, merken, dieses eins zu eins. Also das heißt, meistens darf euer Wohnwagen nicht schwerer sein als euer Fahrzeug, was den Wohnwagen zieht.
Genau.
Sagen wir meistens.
Meistens.
Okay, ähm, was, äh, das haben wir jetzt ja schon gesagt. Das ist also eine der wichtigsten Gewichtsgrenzen, die wir einhalten müssen. Dann, äh, Sie haben auch grade schon gesagt, der, ähm, Anhänger selber darf nicht schwerer als drei Komma fünf Tonnen wiegen insgesamt. Natürlich immer vorausgesetzt, dass das Zugfahrzeug dann auch entsprechend so schwer ist. Ähm, gibt es noch etwas, worauf wir achten müssen, wenn wir uns 'n Wohnwagen anschaffen oder schauen wollen, ob der Wohnwagen zum Fahrzeug passt?
Also es gibt da- Zwei Mö-- äh, zwei Kriterien, wo man überprüfen soll. Also die technische, wo wir grad dabei sind und das Nächste ist auch, welchen Führerschein habe ich denn überhaupt? Weil die meisten machen ja diesen B-Führerschein und der B-Führerschein sagt ja aus, ich darf maximal drei Komma fünf Tonnen als Zug haben, also Zugfahrzeug plus Wohnwagen. Also das Gespann darf nicht, nicht schwerer wie drei Komma fünf Tonnen sein. Und da kommen wir natürlich ziemlich schnell an, an, an, an, an die Grenzen hin. Das ist wichtig. Und dann natürlich: Passt mein Zugfahrzeug zum Hänger überhaupt? Das ist dann der zweite Punkt.
Ja, also das eine ist, darf ich das ganze Gespann fahren? Also da haben alle Glück, die wie ich vor '99 ihren-
Genau.
'99 den Führerschein gemacht haben, also noch den ursprünglichen alten roten mal bekommen haben oder noch vorher den grauen, die dürfen bis siebeneinhalb Tonnen, äh, gesamt fahren. Und alle, die danach kommen, die haben eben diese Klasse B. Bei uns hieß es früher Klasse drei, glaube ich.
Mhm.
Ähm, da müsst ihr also drauf achten. Wer das Glück nicht hat, der kann dann aber auch noch verschiedene andere Führerscheinvarianten machen. Da wollen wir aber heute gar nicht so drauf eingehen. Da verlinken wir euch aber in den Show Notes auch noch mal einen entsprechenden Artikel zu. Da gibt es dann verschiedene Varianten, mit denen ich dann auch schwerere Anhänger ziehen darf und quasi höhere Gesamtgewichte fahren darf.
Genau, das, der B96 ist ja so ein Schlagwort oder der B-
Genau.
B1. Da gibt's mehrere Möglichkeiten oder-
Genau.
Ja.
Also das ist das eine, was ihr fahren dürft und dann ist das andere, was eben das Fahrzeug ziehen kann und ziehen darf, äh, beziehungsweise auch anhängen darf. Also da spielen dann eben die Themen, ähm, Stützlast, Anhängelast eine Rolle, weil da kann ich auch nicht jeden Hänger hinter jedes Fahrzeug hängen und natürlich auch wiederum Gewicht des Fahrzeugs und Gewicht des Anhängers. Da haben wir ja gerade schon ein paar Sachen dazu gesagt. Ja, also am besten ist es quasi, wenn ich mir einen neuen Wohnwagen oder einen gebrauchten oder überhaupt einen Wohnwagen zulegen möchte, dass ich also als Erstes mal schaue: Habe ich eine Anhängerkupplung? Das wäre vielleicht das Allerwichtigste. Wenn ich keine habe, muss ich mich halt zuerst mal darum kümmern. Und wenn ich dann eine habe, dann sind die wichtigsten Sachen die Stützlast beziehungsweise die Anhängelast zu checken am Fahrzeug und die Stützlast muss ich auch checken, oder?
Die Stützlast muss, äh, checken. Die Stützlast soll man vom, vom, vom Anhänger soll man einhalten. Also desto mehr Stützlast man hat. Also man soll die Stützlast, die ja bei uns mit hundert Kilo angegeben ist, soll man ja im, im, im Gespann so weit wie möglich ausreizen. Desto mehr Stützlast ihr auf das Zugfahrzeug bringt, desto schöner läuft mir der Wagen hinterher. Ist halt einfach mal so.
Okay, das, genau, das war jetzt noch mal ein wichtiger Punkt. Und ihr müsst natürlich darauf achten, wie schwer ist euer Zugfahrzeug. Das heißt dann, das haben wir gerade gesagt, der Wohnwagen oder der Caravan darf nicht schwerer sein als das Zugfahrzeug. Leichter funktioniert schon und ihr müsst dann noch drauf achten: Dürft ihr dann wiederum dieses gesamte Gesamtgewicht, also Kfz oder Pkw plus Wohnwagen, noch mit eurem Führerschein fahren? Das sind also so die Punkte, die ihr als aller-, allererstes abchecken solltet.
Genau.
Dann müsst ihr natürlich schauen, was kommt da für ein Wohnwagen bei raus? Wie groß ist der, ja? Und wenn ihr dann nur zwei Schlafplätze habt, ihr aber zu viert unterwegs sein wollt, dann müsst ihr halt, also das kann natürlich funktionieren, müsst ihr halt noch ein Zelt mitnehmen, ne, oder ein Vorzelt mit, mit Schlafgelegenheit aufbauen. Aber das ist dann halt der nächste Punkt, den ihr euch angucken müsst. Das Thema Leergewicht, ich gehe so ein bisschen hier auch meine, meine Liste durch. Das Thema Leergewicht haben wir ja gerade schon besprochen. Ähm, Sie haben uns auch schon gesagt, wo wir die Angaben in den Fahrzeugpapieren finden. Also ihr kriegt die meisten oder die wichtigsten Sachen findet ihr auf den Fahrzeugpapieren, sowohl vom Pkw als auch vom Caravan. Wenn da etwas nicht steht, was wir gerade hier besprochen haben, dann ist das in diesen COC-Papieren. Wenn ihr die habt, ab 2012 haben Sie gerade gesagt-
Genau.
Bei Freizeitfahrzeugen, bei Pkws schon länger. Die habt ihr hoffentlich in euren wichtigen Unterlagenmappen zum Fahrzeug irgendwo liegen. Die sollten eigentlich auch nicht im Fahrzeug mitgeführt werden. Da findet ihr die Informationen. So, jetzt kommen wir dazu: Wir wollen einen Wohnwagen kaufen, wo wir diese Dokumente nicht dabei haben, weil der älter ist. Jetzt, ähm, haben wir da verschiedene Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit ist, dass wir auf eine Waage fahren. Das bedeutet, ähm, also ist vielleicht der erste Punkt: Wo kriegen wir eine Waage her? Da ist unser Tipp immer: Guckt mal ein bisschen um die Ecke, habt ihr einen Raiffeisenmarkt dabei, äh, irgendwo in der Nähe. Habt ihr 'ne, 'n Müllplatz in der Nähe, einen Recyclinghof in der Nähe, ähm...
Bio-, Biogasanlage.
Biogasanlage, also irgendetwas, wo eben, äh, normalerweise LKWs gewogen werden. So, und dann, wenn man da sehr, sehr freundlich fragt, vor allen Dingen ein bisschen außerhalb der, ich sag mal, Zeiten hinfährt, wenn's da voll ist, also wenn alle dahin wollen und vielleicht noch irgendwie ein paar Euro in die Kaffeekasse tut, dann kriegt man normalerweise da die Möglichkeit, das Fahrzeug zu wiegen. Wie gehe ich jetzt vor? Muss ich quasi mein ganzes Gespann dann dort auf die Waage stellen oder muss ich abkuppeln? Was ist jetzt der richtige Weg, um das Gewicht rauszufinden?
Also das tatsächliche Gewicht rauszufinden, muss man eigentlich abkuppeln. Also er muss halt mit den Reifen und mit dem Stützrad auf der Waage stehen. Dann haben wir eigentlich die Masse, die tatsächliche Masse, was wiegt der, dieser Wohnwagen gerade. Also ich würde das, ich würde das nie im angekuppelten Zustand machen.
Okay. Also das heißt eben draufziehen, kurz abkuppeln, Fahrzeug, Pkw runterfahren und dann das Ganze wiegen. Jetzt haben wir ja den Vorteil, also in der Fall, in dem Fall ist ein Vorteil, dass Wohnwagen generell wenig Tanks im Normalfall haben. Wenn ich jetzt aber einen Wohnwagen habe, der einen Wassertank und einen Abwassertank dabei hat, sollte ich die leer oder voll machen, wenn ich das Ganze wiege?
Also Massefahrbereiter Zustand heißt ja, dass man auch diese Grundausrüstung, diese Fahrbefüllung ja mit reinrechnet. Also man rechnet eigentlich, dass man eine Aluflasche dabei hat, also eine Gasflasche dabei hat, leer sechs Kilo. Füllung Gas nimmt man elf Kilo her. Äh, Warmwasserbereitung, also sprich die, die, die Therme mit, mit fünf Liter, die Frischwasserbefüllung und natürlich die Toilettenspülung. Und das gibt in Summe dann bei uns, also bei Fendt Caravan, achtundvierzig Kilogramm, wo in dieser, äh, Masse fahrbereiter Zustand mit drinnen ist. Also so muss man das eigentlich rechnen. Das ist natürlich klar, wenn ich jetzt natürlich hergehe und den Wohnwagen, das Leergewicht wiege, dann würde ich den nie voll machen, also nie mit Wasser voll machen, sondern ich würde ihn einfach so wie er ist, wiegen.
Dann weiß ich ja, was er hat.
Okay.
Also ich muss aber wissen, was ich in den Papieren für einen Wert drinnen habe, was beinhaltet denn der alles?
Mhm.
Und das sind einfach diese, bei uns diese achtundvierzig Kilo für diese persönliche Ausrüstung.
Okay und aber alles andere, sprich, ähm, Gepäck, Campingmöbel und so weiter, das lasse ich alles raus. Ich wiege ihn wirklich erst mal leer, damit ich halt, wie der Name schon sagt, das Leergewicht eben habe.
Genau.
Okay, so, jetzt haben wir das gemacht. Jetzt, äh, schreibt ihr die euch am besten auf. Dann wisst ihr nämlich, ähm, ne, wie schwer der Wohnwagen leer ist. Und dann müsst ihr nur dran denken – da greife ich schon mal ein bisschen vor – ähm, dass es jetzt ja auch sein kann, dass ihr noch weiteres Zubehör befestigt. Ein Beispiel, zum Beispiel, dass ihr noch eine Markise anbringt. Und wenn die fest angebracht ist, dann zählt ja wiederum in Zukunft mit zum Leergewicht, richtig?
Genau und darum ist es immer sehr, speziell im Wohnwagen oder im, im Freizeit, äh, Bereich, also Freizeitwagenbereich, ist es immer sehr trügerisch, weil man ist ja gewohnt, man kauft sich ein, ein Kfz und in dem Kfz haben wir bestimmtes Zubehör und was in den Papieren drinne steht, ent-entspricht auch dem, der Wirklichkeit. Das ist ja eben in unserer Branche ein bisschen anders, weil es wird ja dann eine Klimaanlage nachgerüstet, ein Mover wird nachgerüstet. Äh, zurzeit ist es ja sehr, sehr beliebt, irgendwelche Solarzellen inklusive größere Batterien. Und das spieg-- Da spiegeln natürlich die Fahrzeugpapiere nicht diesen Wert wieder, sondern Fahrzeugpapier COC heißt massefahrbereiter Zustand, so wie der bei uns gebaut wurde.
Mhm.
Und das kann sehr trügerisch sein, weil wenn, wenn nämlich der Händler im Nachhinein oder irgendjemand im Nachhinein eine Markise draufbaut, einen Mover drunterschraubt, äh, und, und, und einen Fahrradträger und so weiter, das sind ruckzuck mal hundert Kilo mehr, das was ich in den Papieren gar nicht finde ist.
Und bei der Polizeikontrolle ist das völlig egal, was in den COC-Papieren steht, sondern da interessiert nur, was im Zweifel die Waage anzeigt, oder?
Das ist der einzige Wert, was einen Polizisten interessiert.
Okay, das heißt, und deswegen tanzen wir hier die ganze Zeit um diese verschiedenen Maße drumherum. Ja, wenn das, ne, wenn der, der Caravan aus der Fabrik kommt, dann hat der Gewichte, die sind alle auch standardisiert, die werden auch eingehalten. Das wäre jetzt aber noch mal eine Frage: Gibt’s da irgendwie eine Toleranz bei den Herstellern? Also kann es-
Also wir-
Ja.
Wir müssen den Wert, massefahrbereiten Zustand haben wir eine Toleranz von plus fünf Prozent oder eine Toleranz von fünf Prozent haben wir.
Okay, das heißt also, es kann ja mal irgendwie sein, dass ein, ein Holz ein bisschen dicker ist oder mal hier ein Metall ein bisschen dicker und da gibt es also eine gewisse Toleranz, aber um die fünf Prozent mehr darf es und wird es nicht abweichen.
Nein.
Das heißt, ansonsten sind die alle, haben die das Gewicht. Aber für euch ist eben wichtig: Was wurde danach noch zusätzlich eingebaut? Kann ich das denn überhaupt im Nachhinein herausfinden, wenn es die Vorbesitzer nicht wissen, was noch zusätzlich angebaut wurde oder eingebaut wurde?
Darum sagen wir immer, man soll, man soll einfach den massefahrbereiten Zustand hernehmen. Das ist nämlich die Serienausstattung und, äh, hier wird die Grund, die Grundausrüstung, die achtundvierzig Kilo hin, hinzugerechnet. Dann hat man schon mal einen Wert. Und dann, wenn, wenn die, die tatsächliche Masse stark differiert zu dem, was im, was im, äh, im, im Fahrzeugpapieren drinne steht, dann weiß man, dass im Nachhinein irgendwas geändert wurde.
Okay, aber eigentlich ist im Endeffekt, wenn ich das jetzt alles schon für mich so zusammenfasse, dann ist ja eigentlich aber am schlausten, wenn ich mir einen Wohnwagen kaufe und gerade ein bisschen Sorgen habe, dass es nicht ganz passt, weil ich vielleicht sehr knapp mit meinen Gewichten bin, was der Pkw ziehen darf und was ich fahren darf, ist es eigentlich immer schlau, einmal selber auf die Waage zu fahren, um zu gucken, was ist denn tatsächlich das Gewicht. Weil ich weiß halt sonst nicht hundertprozentig, was wurde alles angebaut oder auch nicht.
Wenn ich ein Fahrzeug konfiguriere oder mir ein Fahrzeug zusammenstelle, hat ja, haben ja fast alle Hersteller die Möglichkeit, unterschiedliche Fahrwerke unter dem, unter den Caravan zu schrauben. Serien ist meistens bei den, bei den vier fünfundsechziger oder, oder vier vierundneunziger um die, um die tausendfünfhundert Kilo. Es gibt immer die Option, auf sechzehnhundert, siebzehnhundert oder achtzehnhundert Kilo zu gehen. Wenn ich jetzt ein Fahrzeug vor mir habe, wo viel, viel reingebaut ist, also Klimaanlage, Mover, Markise und so weiter und habe noch die, die, die, die Serienlast, also fünfzehnhundert Kilo, dann würde ich das Nachdenken anfangen und würde sagen: Moment, wie viel habe ich denn überhaupt noch übrig, da-dass ich mein Bier oder meine, meine, meine, meine Klamotten mitbringe?
Weil diese Fahrzeuge werden dann meistens auf, auf eine höhere Tonnage von Haus aus ausgelegt.
Mhm.
Und so kriege ich ziemlich schnell raus, ohne dass ich das Fahrzeug sehe, wenn er noch Serie hat, also Seriengewicht hat und hat viel Ausrüstung, dann ist im Nachhinein viel nachgerüstet worden.
Aber ich weiß ja eigentlich, also wenn ich nicht gerade bei Fendt arbeite oder mich gut auskenne, weiß ich ja eigentlich nicht, was war Serienausstattung.
Das steht in, das steht in den, äh, Verkaufsunterlagen drinne.
Ah, okay. Also muss ich im Zweifel mal gucken, dass ich beim Hersteller auf der Webseite oder vielleicht vom Kundendienst ein altes Prospekt oder Verkaufsunterlagen quasi bekomme. Okay, das, das war noch mal der Tipp, auf den ich hinauswollte. Das hat man nämlich auch schon in einer der letzten Folgen. Im Zweifel könnt ihr halt beim Hersteller nachfragen, äh, dass der dann noch Unterlagen euch zuschickt und da könnt ihr eben noch mal nachschauen. Was waren denn die Seriengewichte? Und da vielleicht auch noch mal zusammengefasst, könnt ihr den rausfinden: War der damalige Käufer vorausschauend und hat das Fahrzeug gleich vielleicht auch mit einem anderen Fahrwerk gekauft, sodass mehr zugeladen werden konnte und dann ist es okay mit den ganzen Anbauteilen oder ist das Ganze eben nicht passiert und, äh, das Fahrzeug ist im Zweifel, wenn ihr noch, äh, ein bisschen Gepäck und einen Kasten Bier reinstapelt, dann schon überladen. Das kann ja durchaus passieren, wenn das Ganze sehr, sehr knapp war.
Ganz spannend wird es ja, wenn Fahrzeuge aus-- Wir bauen ja Fahrzeuge nicht nur für den deutschen Markt, sondern wir bauen ja Fahrzeuge auch für den, für den französischen Markt, für Niederlande, für Großbritannien. Wenn diese Fahrzeuge dann wieder zurückkommen, dann rufen meistens die, die, die neuen Besitzer bei uns an: „Ja, warum hat der so wenig zulässige Gesamtmasse?" Die Fahrzeuge wurden speziell für diesen Markt gebaut und in Frankreich gibt’s selten einen Mover oder selten eine Markise oder solche Dinge. Und darum wurden die natürlich auch mit sehr, was heißt mit wenig, aber mit dem nötigen zulässigen Gesamtgewicht nur ausgerüstet.
Mhm.
Und der kommt natürlich nach Deutschland zurück und dann wird man aufgerüstet. Der Klima drauf und Mover drunter und so weiter. Und ruckzuck ist das Leerfahrzeug eigentlich schon schwerer, wie es eigentlich sein darf.
Okay, aber das ist auch-
Man soll da, man soll da ein bissl, äh, bissl vorsichtig und ein bissl mehr drauf schauen, wenn man sich vom Ausland wieder einen zurückholt.
Mhm. Muss der dann, wenn der jetzt nur im Ausland gefahren ist, äh, in Deutschland noch mal dann irgendwie wieder zur Abnahme zum TÜV, wie das bei, bei PKW ist?
Das kommt ganz darauf an, wie die, wie alt das Fahrzeug ist, ob es ein COC-Papier schon gibt. Das kann so weit gehen, dass man hier eine TÜV-Vollabnahme machen muss.
Und das wird dann anstrengend und teuer unter Umständen.
Ja.
Okay, also vielleicht noch mal hier der ge, die, der getrennte Hinweis: Wenn ihr ein Fahrzeug euch holt, was im Ausland angemeldet war, dann achtet da ganz besonders drauf. Ihr habt’s gerade gehört. Es gibt da eben unterschiedliche Bauweisen, äh, weil es in verschiedenen Ländern ja auch verschiedene, äh, Freigrenzen beziehungsweise Gewichtsgrenzen gibt, Führerscheine und so weiter. Wir reden ja meistens nur von Deutschland, aber im Ausland kann das wieder ganz anders sein und die Hersteller passen natürlich ihre Fahrzeuge auf die Märkte an. Ähm, und, äh, demzufolge kann es dann sein, dass ihr im, im schlimmsten Fall das Fahrzeug hier gar nicht fahren dürft, sondern erst mal Markise und Mover wieder ausbauen müsst, damit überhaupt das Ganze zulässig ist. Das ist jetzt sehr übertrieben, aber um euch das klarzumachen, dass ihr da ein bisschen aufpassen sollt. Okay, ich weiß nicht, wie oft das passiert. Ich hab da auch tatsächlich keine Zahlen, wie oft das passiert, dass sozusagen Wohnwagen aus dem Ausland wieder in Deutschland zugelassen werden.
Haben Sie da Zahlen zu?
Also es vergeht bei uns, es, es vergeht bei uns kein Tag, wo wir nicht eine E-Mail oder einen Anruf von jemandem bekommen, der wieder einen zurückgeholt hat.
Okay, also es ist gar nicht so selten.
Es ist nicht so selten und das, die Gespräche laufen immer, immer eigentlich auf dasselbe raus: Wie kann ich jetzt mein Fahrzeug anmelden? Was kann ich noch alles aufrüsten an dem Fahrzeug und warum ist da so eine kleine Achse dran?
Okay, also und mit der kleinen Achse, das scheint dann tatsächlich schon oft einen Strich durch die Rechnung zu machen, weil das, das Gewicht im Ausland eben nicht denen entspricht, die man in Deutschland dann so fahren und haben darf. Nehme ich sozusagen zwischen den Zeilen.
Ja, genau.
Okay, ähm, jetzt haben wir also dieses Thema oder anders: Ich stelle meine Frage mal anders. Dieses Thema ist bei gebrauchten Fahrzeugen natürlich ein sehr, sehr großes. Inwieweit ist das denn auch für Käufer eines neuen Wohnwagens spannend? Also gibt’s da auch die Fälle, dass Händler vielleicht mal nicht, also ich meine jetzt gar nicht nur Fans, sondern generell, gibt’s da auch vielleicht die Möglichkeit, dass, dass Händler nicht richtig aufpassen und dann quasi durch zu viele Dinge, die noch hinzugefügt werden, nachdem sie vom Werk den, den Wohnwagen bekommen haben, dann auch Gewicht überschreiten? Oder unterstellt man so einem Händler, dass er das eigentlich auf dem Schirm haben sollte und entsprechend berät?
Also ein guter Händler, der ein, ein gutes Beratungsgespräch führt, wird den Kunden dahin beraten, dass er ein Fahrzeug bekommt, das er auch brauchen kann. So, und aus dem Grunde gibt’s ja bei den meisten Herstellern ja die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Chassis zu arbeiten. Und der Kunde muss natürlich sagen, was er eigentlich, was er eigentlich vorhat. Was will er denn überhaupt mit dem Fahrzeug tun? Und ich glaub, dass die... Ich gehe davon aus, dass alle Händler draußen durchaus in der Lage sind, so ein Fahrzeug so zusammenzustellen, dass der Kunde mit seiner Restzuladung, was er noch hat, das machen kann, was er eigentlich vorhat. Also ich kann mir das nicht vorstellen, dass jetzt der Händler, was bringt dem denn das Ganze?
Wenn er jetzt das künstlich runterrechnet und dann ein paar Euro spart, wäre nicht seriös. Ich gehe davon aus, das machen die auch nicht.
Okay. Ja, also bringen wird es ihm nichts. Also es sei denn, er hat wirklich einen Kunden, der davon keine Ahnung hat und den es auch gerade nicht interessiert und, ne, aber selbst der-
Das, das Interessante an der ganzen Geschichte ist ja nicht der, der, der Neue, den man gerade, also einen neuen Wohnwagen, den man gerade konfiguriert hat. Da kannst, da kannst dir alles einfallen lassen. Das Thema ist ja immer und das war die letzten Jahre ja schon, schon sehr dominanter: Die Bestandsfahrzeuge, die auch, ja auch neu sind und die sind ja schon gebaut und die stehen halt dann mit diesem zusätz-, äh, möglichen Gewichte bei den Händlern rum. Und dann fängt natürlich der eine oder andere schon das Nachdenken an: Ja, brauche ich denn jetzt unbedingt das oder genügt mir denn das Fahrzeug auch ohne Markise und so weiter. Und dann ist man natürlich schnell dabei und sagt: „Okay, günstig ist er auch noch und kriegen tun ihn auch gleich, also nehmen wir ihn doch mit." Und dann geht’s los. Ja, Markise wäre doch recht und die Klimaanlage schrauben wir jetzt auch drauf und dann bist du natürlich am Ende.
Okay, also da steckt der Teufel im Detail. Klar, man, man weiß nie so richtig, was morgen und übermorgen kommt, aber so 'n bisschen vorausschauend zu planen, also eben, eben zum Beispiel zu gucken: Fahr ich öfter vielleicht in den Süden und bin ich halt wärmeempfindlich und brauche eine Klimaanlage zum Schlafen? Dann sollte ich sie vielleicht schon mal gewichtstechnisch mit einplanen, auch wenn ich sie gerade noch nicht draufschraube. Also das macht auf jeden Fall Sinn. Und wenn ich eben vielleicht nicht das Wunschfahrzeug kaufe, sondern das, was beim Händler steht, damit ich's vielleicht gleich mitnehmen kann, dann achtet da quasi ein bisschen mehr drauf. Das wär jetzt, äh, sozusagen mein, meine Empfehlung aus dem, was ich da gerade von Ihnen gehört habe. Okay, so, wir haben jetzt, äh, gehe ich noch mal ein bisschen den Gedanken durch. Also wir haben das, äh, den Wohnwagen jetzt einmal gewogen. Wir wissen jetzt, wir müssen drauf achten, wenn wir noch was anschrauben oder angeschraubt wurde, dass wir das entsprechend mitwiegen.
Wir haben auch so eine Anfangsausstattung. Bei Fendt sind das 48 Kilogramm, also Gasflasche mit Füllung, bisschen Wasser, äh, im, im Warmwasser- und im, im Frischwasserbereich und die Toilettenspülung sollten wir nicht vergessen, wenn wir eine Toilette drin haben. Was ist denn jetzt, wir haben vorhin über die Stützlast gesprochen. Ähm, was ist denn jetzt mit der Stützlast? Ist die immer gleich? Verändert die sich? Muss ich die, äh, muss ich die selber feststellen, um eben zu schauen, dass das zu meinem PKW passt?
Also die Stützlast geben wir oder die Hersteller geben eine maximale Stützlast an. Bei uns sind's 100 Kilo. Die verändert sich natürlich, je nachdem, wie ich den, natürlich den, den Wohnwagen belade. Also wenn jetzt, wenn, gehen wir mal mit dem Beispiel Fahrräder her und, äh, auf, und hab 'n Fahrradträger auf der Deichsel montiert und da stell ich jetzt mal zwei E-Bikes drauf, dann habe ich, dann habe ich mit den zwei E-Bikes erst mal 50 Kilo mehr Stützlast. Also muss ich ja, wenn ich die Stützlast dann überschreite, also entweder die vom Wohnwagen oder der Anhänger, äh, das, das, das Kfz hat ja auch, ähm, darf ich auch noch mit bestimmter Kraft belasten, da muss ich natürlich im Wohnwagen einen Ausgleich schaffen. Also sprich, irgendwas Schweres in das, in den, in den, äh, hinteren Teil des Wohnwagens verladen, dass ich auf diese 100 Kilo oder 75 Kilo, wenn's, wenn's, wenn's Auto nur 75 Kilo hat, dass ich halt an diesem Maximalwert so nah wie möglich ankomme.
Okay, und dafür kann ich dann so eine Stützlastwaage benutzen. Die wird quasi unter den, unter die Kupplung vorne gepackt und misst dann sozusagen, mit wie viel die das Ganze drückt.
Man geht einfach her und nimmt eine Personenwaage und stellt Stützlast drauf. Das reicht für 'n, für 'n, für 'n ersten Indikator auch aus. Also oder man, man, man, man kauft sich so, so 'ne Stützlastwaage.
Ist ein guter Tipp mit der Personenwaage, ne? Spart man sich erst mal Geld, äh, was man ja dann, äh, wieder in den Wohnwagen oder ins Zubehör oder in den Urlaub stecken kann. Okay, ähm, so, ich gehe einmal durch meine Notizen. Also jetzt, jetzt wissen wir, wie wir das messen können. Haben wir jetzt ein Gewicht vergessen, was wir noch irgendwie wiegen müssen, gerade wenn wir uns einen gebrauchten Wohnwagen kaufen wollen?
Nee, gebrauchten Wohnwagen, wenn man nicht weiß, äh, wer da was hingebaut hat oder wer schon Reparaturen durchgeführt hat, weil auch Reparaturen, äh, be-beseitigen von Hagelschäden und so weiter kann natürlich sehr auf das Gewicht einwirken.
Mhm.
Und ich empfehle immer jedem: Fahrt's auf a Waage, wiegt's ihn, dann wisst ihr, was ihr habt.
Ja, also genau. Im Zweifel nimmt ihr den Verkäufer halt eben mit, ähm, und guckt. Also vielleicht ist das noch schlau: Wenn ihr zu einem Verkaufsgespräch wollt oder wenn ihr zum Anschauen wollt, dann guckt halt grade, gibt's in der Nähe eine Waage, timt das idealerweise so, dass da vielleicht nicht so viel los ist. Das kollidiert wahrscheinlich immer ein bisschen, gerade bei privaten Verkäufern, aber versucht das halt bestmöglich zu machen und fahrt dann da auf die Waage. Ruft da vielleicht vorher mal an. Also ich weiß, wie gesagt, in Raiffeisenmärkten, ähm, manchmal zahlt man eine kleine Gebühr, manchmal legt man was in die Kaffeekasse, manchmal kommt man auch so durch. Kommt immer drauf an, wie ihr fragt und an wen ihr geratet. Ähm, und wie gesagt, ansonsten noch Recyclinghäufe, ähm, Biogas-, äh, -anlagen und so weiter. Also im Normalfalle findet man immer irgendwas in, äh, zehn, 20, 30 Kilometern Entfernung.
Außer ihr seid halt wirklich so weit ab vom Schuss. Okay, dann müsst ihr halt gucken. Dann kann man sich vielleicht noch als letzten Tipp auch noch da eine Waage kaufen. Da hat man dann so zwei Teile, die kommen unter die, unter die jeweiligen Räder. Das, damit kann man auch messen, aber ist natürlich Quatsch, sich das anzuschaffen, wenn ich einmal einen Wohnwagen kaufen und, und wiegen möchte. Ähm, guckt da halt einfach auch. Ich glaub, DEKRA und TÜV haben auch manchmal Waagen vor Ort. Also wir verlinken da auch noch mal einen Artikel. Ich glaub, da haben wir eine ganze Menge an Ideen schon mal zusammengetragen, wo man überall sein Fahrzeug wiegen kann. Da ging's zwar um Wohnmobile, aber ist ja völlig egal, mit was ihr dann da drauf fahrt. Okay, ähm, was kann ich denn am, am Wohnwagen oder was, was kann denn an meinem Wohnwagen passieren, so jetzt abgesehen von, von, von Strafen, ähm, wenn ich mein, also wenn ich Gewichte überschreite, also wenn ich die, das, die Gesamtmasse überschreite, wenn das, der Wohnwagen schwerer ist als mein Zugfahrzeug, was kann da alles so passieren, außer eben, dass ich Bußgelder und so weiter bezahlen muss, wenn die Polizei mich damit erwischt?
Wenn ich einen Wohnwagen überlade, also sprich über die zulässige Gesamtmasse drübergehe, dann werden ja bestimmte Bauteile wie zum Beispiel Bremsen, Reifen und so weiter ja überlastet. Die müssen ja mehr Arbeit leisten. Das Nachlaufverhalten wird ja anders. Äh, ich habe ja viel mehr Masse. Also sprich, ich muss mit mehr Verschleiß und, und, und, ähm, und was mir natürlich dann zu denken geben würde: Das Bremsverhalten ist ja ganz anderes.
Mhm.
Und ich begebe mich dann schon in Gefahr, wenn ich es übertreibe. Also wenn ich, äh, über, über die maximale, über das maximale Soll hinausgehe, dann spiele ich schon mit Dingen, die sehr gefährlich sein können. Das Fahrverhalten, er geht ins Schlingern, er bremst nicht mehr so viel. Wenn ich bergab fahr, dann überhitzen die Bremsen, bis die dann komplett ausfallen und so weiter. Also es, es ist, das ist jetzt mal die eine Geschichte. Die andere Geschichte ist auch, dass man vielleicht, wenn man das übertreibt und mit den heutigen Zugfahrzeugen, die ja sehr viel Leistung zum Teil haben, kann ich natürlich auch so einen Wohnwagen in seiner Struktur beschädigen. Also Struktur meine ich, der Wohnwagen ist ja aufgebaut mit Boden, Seitenwände, vorne und hinten, ähm, Wand drinne und die sind ja alle verschraubt, verklebt.
Und diese Teile halten natürlich auch nur bestimmte Kraft aus. Und wenn jetzt natürlich mit, mit zu viel Zuladung, schweres Fahrzeug, schlechte Wege, Fahrt, dann kann es durchaus sein, dass hier die strukturellen, äh, Gegebenheiten wie Bodengruppe zu Seitenteile einfach reißen.
Okay, aber da, das passiert wahrscheinlich nicht, wenn ich fünf Kilo drüber bin. Da muss ich schon ordentlich zu viel machen. Ich glaub, da brauchen wir jetzt auch keinen genauen Wert nennen. Ähm, aus ganz vielen Gründen macht es sowieso oder ist es sowieso besser, quasi das Ganze nicht zu überladen. Ähm, für viele ist es ja gar nicht vorstellbar, wie schnell so 'n Wohnwagen, der schlecht beladen ist oder auch überladen ist, ähm, ins Schlingern kommt. Also ich konnte mir das auch früher nicht vorstellen, gebe ich auch ganz offen zu. Ähm, Gott sei Dank ist es mir nicht selber passiert. Dann lernt man's meistens auf sehr schmerzliche Art und Weise. Aber auch dazu haben wir ein Video, ne, was wir mit 'nem, ich glaub, ADAC-Experten zusammen gemacht haben. Das können wir euch auch mal verlinken. Da gibt es so Modelle, einen Pkw mit 'nem Wohn- oder mit 'nem Anhänger hinten dran und dann wird das einfach mal unterschiedlich beladen und dann sieht man, wie schnell das anfängt zu schlingern und wie schnell sich das quasi dann noch aufschaukelt und zu schweren Unfällen führen kann.
Also das kann ich nur jedem raten, sich einmal anzugucken, ähm, nicht nur, was das Thema Gewicht angeht, sondern auch das Thema Geschwindigkeit. Ähm, aber wir sind ja heute so 'n bisschen bei den Gewichtsgrenzen. Also deswegen achtet da ein bisschen drauf. Achtet auch eben beim Kauf darauf, was wollt ihr alles reinladen? Wie viel Personen fahren mit? Das ist natürlich eine wichtige Geschichte, ne. Ob ich zu zweit bin oder zu sechst, ist ein großer Unterschied, weil ihr glaubt gar nicht, wie schwer, äh, Klamotten und Lebensmittel werden können, wenn ich die mitnehme. Das, das läppert sich nämlich ganz schön zusammen. Und, äh, da kann's also auch durchaus sinnvoll sein, einmal so 'n bisschen zu wiegen, was ich alles mitnehme, um da ein Gefühl dafür zu bekommen, das passt. Oder ihr fahrt eben dann auch mit dem vollen, voll beladenen Fahrzeug einmal auf die Waage noch mal, um zu schauen, ob ihr quasi die Gesamtgewichte einhaltet.
Ähm, bis hin zu, wenn ihr halt massiv überladen seid, dass, äh, euer Wohnwagen schlechter bremst, vielleicht gar nicht mehr bremst, die Bremse, äh, kaputtgeht, ähm, das Ganze noch schneller ins Schlingern kommt und so weiter und so fort. Also das alles muss nicht passieren, ja. Es gibt auch genügend Punkte oder genügend Fälle, wo, äh, nichts passiert ist, aber darum geht's halt nicht. Es ist immer blöd, wenn man genau der Fall ist, wo eben es zu einem Unfall kommt. Und wenn ihr dann auch noch Fremde mit reinzieht, ähm, ist es halt einfach schwierig. Okay, jetzt haben Sie ja gerade schon gesagt und das, das würde mich jetzt auch noch 'n bisschen interessieren, dass kein Tag vergeht, wo nicht jemand kommt mit 'nem Fahrzeug oder mit 'nem Caravan, der aus dem Ausland wieder eingeführt werden soll. Was sind denn, sagen wir mal, noch so die Sachen, die Sie da im Kundendienst häufig erleben, die sich grad um das Thema Gewichte so drehen?
Also was sind vielleicht die häufigsten Fragen und Problemstellungen, mit denen auch die Leute dann zu Ihnen kommen?
Also Dauerbrenner ist eigentlich, äh, wie kann ich das Fahrzeug auflasten?
Mhm.
Also ich hab mir jetzt ein Fahrzeug gekauft am Wochenende. Dann kommen sie meistens am Montag oder Dienstag zu uns und sagen: „Ja, jetzt hat aber der viel zu wenig Zuladung.
Mhm.
Kann ich den papiermäßig auflasten?" Das ist natürlich immer die, die eleganteste und auch die kostengünstigste Variante, um mehr Gewicht fahren zu dürfen. Klappt bloß meistens nicht, wenn er vom Ausland kommt.
Okay, also das-
Also das ist ein, das ist ein Dauerbrenner: Wie kann ich mein Fahrzeug auflasten?
Mhm. Und weil das so 'n Dauerbrenner ist, das kann ich an der Stelle auch schon mal spoilern, werden wir dazu auch eine eigene Folge machen, weil wir auch schon in der Vergangenheit festgestellt haben, das Thema, ähm, schlägt auch bei uns ganz häufig auf in Form von Fragen aufm Magazin, in Form von E-Mails, äh, in unseren Facebook-Gruppen. Deswegen haben wir da entschieden, dazu eine eigene Folge zu machen. Das möchte ich heute anspoilern. Abonniert auf jeden Fall unseren Podcast, um die Folge nicht zu verpassen oder schaut eben regelmäßig auf camperstyle.de/podcast vorbei. Gibt's noch andere Sachen neben, äh, wie kann ich auflasten, die so häufig im Kundendienst aufschlagen?
Äh, zum Thema Gewicht?
Ja.
Äh, nee, eigentlich, eigentlich auflasten, auf- oder ablasten. Also sprich, ich hab ein, ich hab ein Fahrzeug, ich will jetzt mit dem 100 fahren, ich brau eben ein bissl weniger Gewicht, aber zu 95 % ist eigentlich immer auflasten. Ich hatte es, der Wagen hat einfach zu wenig Zuladung, ich hab zu viel reingebaut oder ist schon zu viel reingebaut worden und das ist eigentlich immer eigentlich das Top-Thema.
Okay, gut. Ja, dann das, wie gesagt, da machen wir eine eigene Folge zu. Das ist auf jeden Fall aus unserer Sicht auch super sinnvoll. Dann bin ich eigentlich mit meinen Fragen so weit durch, wenn ich meine Liste durchgehe. Für mich war das bisher super spannend, weil ich ja als Reisender mit 'nem Wohnmobil vom, äh, Caravan wenig Ahnung habe. Da ist ja Nele immer unsere Expertin im Team, die aber heute nicht da ist. Hab ich denn aus Ihrer Sicht was Wichtiges vergessen, was Sie sagen, also das sollte man unbedingt noch wissen oder beachten, wenn's um das Thema Gewichte beim Caravan geht?
Wir haben ja gesprochen, dass man die zu, dass man das zulässige Gesamtgewicht eigentlich einhalten soll. A, kostet 'n Haufen Geld, wenn man erwischt wird und zweitens, äh, kann natürlich viel passieren, aber vergessen haben wir jetzt eigentlich meiner Meinung nach nix.
Super. Dann sind wir tatsächlich heute mal knapp unter unserer Dreiviertelstunde, die wir immer so anpeilen, rausgekommen. Äh, ich fand das super spannend. Ich bedanke mich, dass Sie bei uns waren, äh, mit dem Thema. Ich hoffe, liebe Hörer und Hörerinnen da draußen, ihr konntet für euch was mitnehmen. Ähm, vielleicht dann, äh, vor allen Dingen was Spannendes oder was Wichtiges, wenn ihr euch 'n neuen Caravan oder auch 'n gebrauchten Caravan zulegen wollt. Und, äh, seid auch gespannt auf die Auflastungsfolge. Er hat bereits schon angesprochen, das ist 'n Dauerbrenner, der immer wieder auf, äh, Caravan-Besitzer zukommt. Da werden wir was Eigenes zu machen. Ansonsten bedanke ich mich noch mal, sag schon mal Tschüss und übergebe an Sie, Herr Parrer, das letzte Wort für die heutige Folge.
Ich sag auch danke an die Zuhörer draußen, wünsche allen eine gute und vor allem schöne Campingsaison, allseits gute Fahrt und schöne Urlaube. Danke.