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Leben und Arbeiten im Wohnmobil – mit Anne & Stefan von Spirits Abenteuer

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Episode 465 · 01:04:56

Vom Schweden-Urlaub im Miet-Womo zum Vollzeit-Leben auf Rädern – in dieser Episode erzählen uns Anne und Stefan von Spirits Abenteuer, wie aus einem Traum mit Nachreisedepression ein echtes Leben im Wohnmobil wurde. Wir sprechen über den langen Weg vom Angestelltendasein ins mobile Arbeiten, die Rolle von Corona als Türöffner – und den mutigen Schritt, die Wohnung zum Jahreswechsel endgültig aufzugeben.


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Darüber haben wir in dieser Episode gesprochen

  1. Wie Anne und Stefan mit einem Mietwohnmobil durch sieben Länder in neun Tagen gefahren sind – und wie das zum Startschuss für ein komplett neues Leben wurde

  2. Ihr teilintegriertes Wohnmobil „Spirit" auf Ford-Transit-Basis: sieben Meter lang, zwölf Quadratmeter – und warum der lange Überhang tatsächlich ein Vorteil ist

  3. Wie sie ihren Arbeitgebern das mobile Arbeiten schmackhaft gemacht haben – inklusive heimlichem Testlauf, A1-Arbeitsbescheinigung und selbst bezahltem Internet-Setup

  4. Die bürokratischen und rechtlichen Fragen rund ums Arbeiten im Ausland: Krankenversicherung, Unfallschutz, Datensicherheit und was wirklich geprüft wird

  5. Stefans Abschied aus einem 15 Jahre langen Angestelltenverhältnis und warum er sich ab dem 24. Dezember 2024 selbstständig gemacht hat

  6. Die ehrliche Seite der Content-Creator-Selbstständigkeit: kein schnelles Geld, Doppelbelastung und organisches Wachstum

  7. Wie der 17-jährige Hunde-Opi Milow das Reisen so findet

  8. Der bevorstehende Abschied von der Wohnung: sechs Wochen zum Auflösen, ein Lagerraum, eine geliebte Bambuskommode

  1. Miniserie zum Thema Kleben und Dichten am Wohnmobil

  2. Teil 1: Klebt nicht, gibt’s nicht – Kleben und Dichten am Camper

  3. Teil 2: Kleben statt Bohren: So hält dein Zubehör bombenfest

  4. Teil 3: Kleben & Dichten: Wasserschäden am Wohnmobil verhindern

  5. Gespräche mit Anja von Camp'n'Work zum Thema mobiles Arbeiten und rechtliche Grundlagen

  6. Teil 1: Workation, steuerliche Fallstricke, Tools & Arbeitsplatzgestaltung

  7. Teil 2: Meldeadresse, Arbeiten im Ausland, Sicherheit & Datenschutz

Jetzt bist du dran!

Träumst du auch davon, alles stehen und liegen zu lassen und dein Leben ins Wohnmobil zu verlagern – oder lebst du vielleicht sogar schon auf Rädern? Erzähl uns, was dich antreibt oder was dich noch zögern lässt! Dann schick uns gerne eine Nachricht an podcast@camperstyle.de oder per WhatsApp.


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Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian und wir sprechen heute über Leben im Wohnmobil.

Ja, und da haben wir zwei liebe Gäste bei uns, nämlich Anne und Stefan von Spirits Abenteuer. Und wir haben uns jetzt schon vor der Aufnahme direkt 'n bisschen verquatscht und haben gesagt, jetzt müssen wir sofort auf den Knopf drücken, damit nicht hier wertvolle Inhalte für die Hörerinnen und Hörer verloren gehen. Wer euch noch nicht kennt, stellt euch doch bitte einmal kurz vor: Wer seid ihr? Wie seid ihr unterwegs? Was macht ihr?

Ja, sehr gerne. Ja, hi, wir sind Stefan.

Und Anne.

Und wir sind Content Creator und seit 2021, ja genau, seit 2021 leben und arbeiten wir fast die meiste Zeit des Jahres im Camper.

Ja, und dabei entdecken wir vor allen Dingen gern die Ziele außerhalb des Mainstreams, sag ich mal. Also so unbekannte Ziele, die lieben wir am meisten, wo man einfach überrascht wird von der Umgebung, wo man so ist.

Und ihr nehmt jetzt auch grade, also die, die Hörer und Hörerinnen da draußen können's nicht sehen, aber wir sind auch immer 'n bisschen per Video verbunden. Ihr sitzt auch grade in einem Wohnmobil, wie unschwer zu erkennen ist für mich. Und, äh, in, in was für 'nem Fahrzeug sitzt ihr denn und reist ihr denn?

Äh, das ist 'n Basisfahrzeug Ford Transit mit Hobbyaufbau, also teilintegriertes Wohnmobil.

Genau, 'n teilintegriertes Wohnmobil, sieben Meter lang und ja, wir haben ja wahrscheinlich so zwölf Quadratmeter, aber mit allem, was man braucht.

Mhm. Mit sieben Meter quasi jetzt auch noch nicht ewig lang, sondern fast schon noch kompakt.

Genau, genau. Also es macht sich auch natürlich dann am besten, wenn man dann wirklich auch mal, man kommt halt relativ unkompliziert auf die meisten Plätze auch drauf mit der Länge.

Mhm.

Genau, und wir haben auch das Glück, dass wir 'n relativ, äh, nahen Radstand haben, aber dafür halt 'n len-langen Überbau hinten, sodass wir eigentlich, wenn hinter 'ner normalen PKW-Parklücke quasi keine Laterne steht oder so, können wir direkt in 'ne normale PKW-Parklücke einparken und ja-

Mhm

... das passt dann immer ganz gut.

Das find ich spannend. Ihr seid, glaub ich, die Ersten, mit denen ich mich unterhalte, die den langen Überhang als Vorteil empfinden, aber da habt ihr natürlich völlig recht. Wir sehen das ja auch öfter, wenn wir irgendwo auf Supermarktparkplätzen oder so uns auch mal abstellen. Das machen wir ja genauso mit unserem Wohnwagen. Ähm, da ist es natürlich dann sehr praktisch. Ihr seid aber nicht nur zu zweit unterwegs, sondern ihr habt auch einen charmanten älteren Herrn an Bord. Wer ist das denn?

Das ist unser Milo, unser Hundeopi, der uns, ja, schon immer begleitet. Und der ist mittlerweile tatsächlich schon 17 Jahre alt und-

Krass.

Mhm. Wir sind superdankbar wirklich für jeden einzelnen Tag und der macht immer noch so viele Sachen mit uns mit und da sind wir superdankbar für.

Ja, der war ja auch mit euch auf den Messen, auf denen wir uns begegnet sind. Ähm, da war ich schon ganz beeindruckt, weil der ist ja auch so 'n richtig freundliches Kerlchen, ne. Der macht keinen Stress oder so. Was, ähm, ist 'n Mischling, ne?

Ja, ist 'n Mischling. Wir sagen immer liebevoll ein Jeduma.

Jeder durfte mal.

Und, äh, was sehr stark raussticht vom Charakter und vom Äußeren her, ist der holländische Schäferhund.

Genau. Also das haben wir aber auch erst rausfinden dürfen. Also wir haben nur seine Mutter kennengelernt. Er ist in einer Tierpension geboren. Die Mutti ist 'n Tierheimhund. Genau, die Mutti ist 'n Tierheimhund gewesen und ist aber aus 'm Tierheim immer ausgebüxt. Und ihr Bereich musste quasi in dem Tierheim umgebaut werden und deswegen war sie in der Tierpension untergebracht. Ja, und eines Morgens lagen da sechs kleine Scheißerchen im Zwinger.

Das heißt, auf einem ihrer Ausflüge hat sie dann auch jemanden kennengelernt.

Wir vermuten sogar zwei, weil wir hatten-- genau, es waren drei Gestromte, so wie unser Milo. Ähm, und es waren drei komplett schwarze Hunde. Und zu einem der schwarzen Hunden hatten wir tatsächlich noch 'ne Weile Kontakt und der hat sich komplett anders entwickelt als Milo. Der sah nämlich aus wie 'ne deutsche Dogge. Absolut. Also...

Okay, also hat die Maus nix anbrennen lassen.

Wahrscheinlich nicht, nee.

Ja, jetzt sind wir schon wieder beim Hundethema gelandet, wie das oft bei uns passiert. Ähm, da beschweren sich ja dann auch manchmal die Leute 'n bisschen, dass wir viel zu viel über Hunde sprechen. Deswegen würd ich jetzt wieder zurückgehen und mal 'nen Blick auf euer Leben werfen und vor allem, wie dieses Leben so überhaupt angefangen hat. Bei den meisten Menschen, die im Wohnmobil leben oder überwiegend leben, gibt's ja so, ich sag mal immer so, wie so Schlüsselerlebnisse. Und da würde mich jetzt natürlich interessieren: Gab's bei euch auch so was, so dass es irgendwie den einen Moment gab, wo ihr gesagt habt, das ist eigentlich das, was wir dauerhaft machen möchten?

Ja, diesen Moment gab's tatsächlich und das war 2019, damals noch im Urlaub immer mit 'm Camper unterwegs gewesen und da waren wir in Schweden. Und nachdem wir aus Schweden wiedergekommen sind nach diesen zwei Wochen, haben wir gesagt, das, wir möchten nicht nur zwei Wochen im Jahr haben, um das erleben zu dürfen oder so leben zu dürfen. Und da haben wir gesagt, das möchten wir gerne schaffen, dauerhaft im Camper zu leben, ja.

Ja, also wir sind da tatsächlich wie in 'n kleines Loch gefallen, also so 'ne Nachreisedepression oder wie auch immer, ne. Dieses ich muss jetzt wieder zurück, ich muss jetzt wieder nine to five Job und, äh, Alltag und alles ganz normal. Und wir haben uns einfach nur wieder nach der Reise zurück gesehnt sozusagen. Und da war für uns klar, wir wollen das anders und da war's aber nur noch 'n Traum bis dahin.

Ja.

Und jeden, mit dem wir darüber gesprochen haben, die haben uns so belächelt, so: "Hm, ja ihr könnt ja Träume haben, das wird ja eh nix", so, ne. Aber wir haben uns daran festgebissen.

Und a, seid ihr so richtige Campingkinder auch gewesen, also auch schon mit Familie und so in Kontakt? Oder seid ihr erst im, ich sag jetzt mal, fortgeschrittenen Alter zu dem Thema Camping überhaupt gekommen, so wie ich zum Beispiel?

Nee, also tatsächlich, unsere Eltern sind nie mit uns campen gefahren. Ich könnt mich auch nicht dran erinnern, dass ich mit meinen Eltern oder so mal im Zelt geschlafen habe oder so. Ähm, tatsächlich gibt es bei mir im Bekanntenkreis, ich nenn ihn immer liebe, liebevoll Onkel Günther, ist aber eigentlich nur 'n alter Arbeitskollege meines Vaters schon seit den 90er-Jahren und, ähm, der hat schon immer Wohnmobile gehabt und ich fand das immer so faszinierend. Aber ansonsten hatte ich nie Berührungspunkte mit Wohnwagen oder Wohnmobilen. Nee, das kam dann wirklich durch uns so.

Ja, und auch bei uns in der Familie war's nie irgendwie-- Also wir haben nie 'n Campingurlaub gemacht. Wenn, dann höchstens mal 'n Bungalow oder so. Was aber bei uns halt schon immer war, wir waren sehr, sehr viel in der Natur und, ja, also waren nie irgendwie die Städtetouristen. Waren wirklich, wenn wir Urlaub gemacht haben, eher die Aktivurlauber. Also nicht Sonne, Strand und Meer, sondern mehr haben wir auch mal Ausflüge gemacht, sind wandern gegangen und so, ja. Und da kam für mich schon immer die Liebe zur Natur her, denk ich mal.

Und war dann das Wohnmobil oder, oder 'n Campingurlaub quasi für euch so der Schritt, um das weiterzuverfolgen? Oder wie, wie seid ihr dann zum ersten Mal campen gekommen?

Also da müsst ich 'n kleines bisschen ausschweifen. Und zwar war's so, dass wir viele Jahre immer in Südfrankreich Urlaub gemacht haben, Anne und ich. Und da haben wir, da sind zwei richtig liebevolle Menschen, die wir auch so ins Herz geschlossen haben, Marie und Falk. Die bieten bei sich auf dem Grundstück Ferienwohnungen an und man fühlt sich wie, keine Ahnung, im Fünf-Sterne-Hotel teilweise. Also das sind so wunderschöne Wohnungen. Einmal in der Woche machen die auch Plancha. Und das heißt, alle kommen zusammen, alle Feriengäste aus sämtlichen Nationen. Wir waren schon mit Schotten zusammen, mit Engländern. Äh, einer war auch aus Ecuador. Ähm, also es waren schon ganz viele und das haben wir einfach geliebt und sind dort jedes Jahr hingefahren über mehrere Jahre, manchmal auch zweimal im Jahr sogar. Und dann hatten wir Urlaub gehabt, das war 2018 und da hatten wir aber nur anderthalb Wochen Zeit. Und da haben wir überlegt: Nach Südfrankreich jetzt, das ist zu knapp. Für die paar Tage jetzt da runterzutingeln, das ergibt keinen Sinn. Und dann kam Anne auf die lustige Idee.

Also hab ich mich auf die Suche begeben nach einer Ferienwohnung und das war aber nicht machbar, weil natürlich hat man die Ferienwohnung in Südfrankreich im Kopf und wir haben einfach nichts gefunden, was, ähm, dem nahe kam und preislich erschwinglich war so wie in Südfrankreich. Ähm, ja und irgendwie, ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht mehr, wie's kam. Auf einmal kam mir die Idee: Warum Ferienwohnung? Warum mietet ihr euch nicht einfach mal ein Wohnmobil? Und so bin ich auf, ja, einen Wohnmobilvermieter gestoßen, wo wir uns umgeguckt haben und haben da auch 'n ganz tolles Wohnmobil bei uns in der Nähe gefunden, wo wir gesagt haben: „Cool, das probieren wir aus, das machen wir." Und in dem Moment war der Gedanke oder die Vorfreude auf die Reise im Wohnmobil, die wir geplant haben für diese neun Tage waren's, so groß, dass wir gesagt haben: „Das fühlt sich so gut an." Und wir sind dann parallel sogar schon auf die Suche gegangen nach einem eigenen Wohnmobil, obwohl wir das noch gar nicht gemacht haben.

Okay, also genau so, wie man's eigentlich nicht machen sollte, aber wie alle Anwesenden das auch gemacht haben, was wir ja schon so oft erzählt haben, dass wir halt gar nicht vorher irgendwie uns vernünftig informiert haben mit Grundrissen und so. Ähm, und da hattet ihr ja dann, so wie ich das mitbekommen habe, auch, äh, schon 'ne ziemliche Ochsentour gemacht mit diesem Wohnmobil. Also das war jetzt nicht so, was ich jetzt als Erholungsurlaub bezeichnen würde.

Also Erholungsurlaub kennen wir beide, glaub ich, sowieso nicht. Also wir sind nicht die typischen, äh, Strandgänger oder am Pool-Lieger. Waren wir noch nie. Also wir haben da, glaub ich, was das angeht, beide Hummeln im Hintern und sind eigentlich so viel wie möglich draußen. Früher natürlich auch noch ordentlich Strecke gemacht beim Wandern. Und ja, wir wollten's einfach mal auf Herz und Nieren testen: Wie ist es so? Vor allem, wie ist es so, jeden Morgen woanders aufzuwachen und in unserem Fall dann auch wirklich jeden Morgen in 'nem anderen Land aufzuwachen?

Ach du liebe Güte.

Fast jeden Morgen. So, so viel war's ja nun nicht. Ähm, ja und es war einfach so, äh, es war dieser Entdeckerdrang. Also ich bin schon immer so 'n, so 'n kleiner Abenteurer und Entdenge... Entdeckungsdrang und wir wollten diese neun Tage einfach so gut wie möglich ausnutzen, um so viel wie möglich zu entdecken oder zu erkunden. Ja und da war mein Planungsherz ein bisschen überschwänglich. Wobei nein, eigentlich nicht, weil es hat gut funktioniert. Wir haben uns nicht einmal überfordert gefühlt in der Zeit, oder? Nee.

Nee.

Also ich hab das so gut geplant, dass das auch tatsächlich funktioniert hat und wir in diesen neun Tagen sieben oder acht Länder bereist haben. Also tatsächlich haben wir da 'ne ziemliche Strecke gemacht. Ja.

Würde ich als, äh, Gemütlichkeitsfanatiker ja als, äh, verrückt bezeichnen, aber da sieht man natürlich sehr viel. Also da lohnt sich dann auch die Investition, äh, in ein Mietwohnmobil auf jeden Fall. Also jetzt habt ihr ja quasi den Sprung ins richtig kalte Wasser von der Ferienwohnung zum, äh, Wohnmobilmarathon gemacht und ohne jetzt große Vorerfahrung zu haben. Was war denn so der Hauptgrund, warum ihr gesagt habt, es ist eigentlich viel cooler, mit dem, mit 'm Wohnmobil unterwegs zu sein, was man jetzt vielleicht in 'ner Ferienwohnung nicht hat oder auch in 'nem Hotel- oder Pauschalurlaub erst recht nicht?

Also tatsächlich hatte ich den Moment, das war auf dieser Mietwohnmobilreise, sag ich mal, äh, als wir in Italien standen und da standen wir so oberhalb in einem kleinen Dorf und man konnte dann direkt runter ins Tal gucken, hat das Gebirge noch im Hintergrund gehabt und Einfach früh die Plissees hochzumachen und dann das zu sehen, das war einfach so, wo ich mir dachte: „Das siehst du in keinem Hotel."

Ja.

„Das siehst du in keiner Ferienwohnung." Und dann auch wirklich dieser Aspekt, jeden Tag woanders zu sein. Das war einfach das Schöne dabei, ja.

Und für mich war's einfach auch der Aspekt, dass du sagst, du bist schon dort, wo du auch nachmittags loslaufen möchtest. Also egal, wenn du jetzt in 'ner Ferienwohnung oder im Hotel bist, du fährst dann von dort aus immer noch zu den Ausflugszielen oder zu den Wanderstrecken hin und hast dann immer früh und abends immer noch 'n gewissen Fahrweg. Das hast du mit 'm Wohnmobil nicht, ne. Du fährst halt dorthin, wo du auch losläufst und da entscheidest du dann spontan: Bleib ich da jetzt eine Nacht oder bleib ich zwei oder bleib ich drei im Optimalfall, wenn's halt natürlich geht. Und, ähm, ja fährst dann einfach einmal weiter und bist dann auch wieder dort, wo du quasi loslaufen und erkunden möchtest und das fand ich total praktisch und schön. Und du hast immer dein eigenes Bett dabei. Das ist das- Wollte ich grade fragen, wie wichtig dieser Aspekt jetzt für euch ist. Da ist ja jeder auch 'n bisschen anders, aber so dieses eigenes, äh, Bett, eigene Toilette, eigene Handtücher, eigenes alles halt einfach. Der Hund darf überall drauf, wenn er möchte, ne. Das ist ja, wenn man mit Hund reist, auch in fremdem Eigentum immer so 'n Thema: Ähm, was darf der? Was darf der nicht? Was muss man ihm abgewöhnen? Wo macht man vielleicht 'n Fleck? Grade auch bei 'nem älteren Modell. Das ist ja bei uns auch so. Ähm, dann, dann, dann tröpfelt's halt auch mal 'n bisschen irgendwo raus und da hat man dann, sitzt man irgendwie in fremdem Eigentum natürlich immer wie auf Kohlen. Richtig. Also das ist auch 'n ganz, ganz großer Aspekt. Also ich bin auch so 'n Heimkind, sag ich mal, das sich zu Hause am wohlsten fühlt und das Wohnmobil ist halt unser Zuhause. Mhm. Und egal wo ich bin, ich fühl mich sobald ich das Wohnmobil betrete auf jeden Fall sehr wohl und da hab ich immer meinen eigenen Rückzugsort und das ist total schön.

Und dann hat sich quasi diese Wohnmobilinfektion immer weiter ausgebreitet bei euch beiden. Und, ähm, nach eurer Tour-- Also oder habt-- Also du hast ja vorhin gesagt, du hast schon vor der Tour dann quasi angefangen schon nach Wohnmobilen zu recherchieren. Äh, gab's dann noch weitere Mietwohmobile oder kam dann relativ zügig das, das eigene?

Also zügig würd ich jetzt nicht sagen. Wir haben uns da schon Zeit-- nicht Zeit gelassen, aber wir haben da schon akribisch recherchiert, haben für uns überlegt. Da kommt das mit den Grundrissen: Was passt zu uns? Was möchten wir? Was brauchen wir?

Also ich bin ein absoluter Planungsmensch und bevor ich irgendwas mache, muss ich wirklich alles darüber wissen. Ähm, und dann war's auch so, dass wir Wohnmobilbesichtigungen hatten. Da hatte ich dem Menschen, der uns das Wohnmobil gezeigt hat, Fragen gestellt, wo er mich angeguckt hat so: „Was willst du von mir? Wie, du willst jetzt meinen Wassertank sehen? Warum willst du jetzt meinen Wassertank sehen? Was ist los?" Und, ähm, ja, da wusste ich halt eigentlich schon sehr, sehr viel, worauf so zu achten ist.

Na, wir waren teilweise dann auch wirklich so, wenn wir bei Besichtigungen waren, dass wir gesagt haben: „Bitte mal Schränke. Wir möchten mal gerne in die Schränke gucken." Grade so bei den Übergängen bei Teilintegrierten sind ja doch immer so 'n paar Schwachstellen, wo doch mal Feuchtigkeit eintreten kann und so. Und die haben wir uns dann wirklich immer ganz genau angeguckt. Ähm, da haben die Leute-- W-wir kamen uns teilweise da auch 'n bisschen doof vor, aber wir wollten halt nicht die Katze im Sack kaufen.

Ja. Das ist sehr schlau und ist genau das Gegenteil von dem, was wir gemacht haben. Ich hab den Wohnwagen irgendwie früh morgens um fünf entdeckt, um sieben den Mann geweckt und neun standen wir beim Händler auf 'm Hof in Hannover.

Und zehn habt ihr gekauft?

Ja, und dann sind wir auch direkt mit dem Wohnwagen campen gegangen. Und rate mal, wer nix dabei hatte zum Campen und wer die Antischlingerkupplung nicht aufbekommen hat, weil man ja auch die Bedienungsanleitung in der Aufregung beim Händler vergessen hatte. Na ja, schade.

Wie war, wie war eure erste Tour mit eurem ersten eigenen Fahrzeug dann?

Ich glaube, die war im, im Harz, glaub ich, oder? Waren-- Also wir haben dann erst mal so Wochenendtrips gemacht, um erst mal uns aneinander zu gewöhnen. Also, d-dass das Wohnmobil sich an uns gewöhnt, wir uns an das Wohnmobil gewöhnen. Da haben wir erst mal so 'n paar Wochenendtrips gemacht und die waren jetzt gar nicht so weit von zu Hause weg, vielleicht Stunde, zwei Stunden oder so. Ja.

Und das war dadurch, dass wir ja das Mietwohnmobil jetzt vorher schon hatten, auch eigentlich völlig okay. Wobei ich sagen muss, wir hatten beim Spirit auch noch ein, zwei Sachen, die nachgebessert werden mussten tatsächlich. Ähm, also wir haben Spirit dann tatsächlich bei einem Händler auch gekauft. Dadurch hatten wir das Glück, dass wir auch ein Jahr lang gucken konnten, was funktioniert und was funktioniert nicht. Und die müssen die Windschutzscheibe irgendwann mal gewechselt haben und haben die, äh, da hat so 'ne Klemmspange irgendwie gefehlt. Und dann hatten wir das, da war's sehr stürmisch und wir waren unterwegs und dann hat der Wind diese Abdeckung weggedrückt und dann hat es die ganze Zeit gewackelt. Und ja, das war total aufregend. Dann ist uns einmal, äh, die Solarpanel, also wir hatten vom Händler uns auch noch Solar aufs Dach bauen lassen. Ich hab da verhandelt, ähm, wie 'n kleiner Profi und hab uns da noch 'n paar Sachen mit rausgeschlagen. Ähm, unter anderem die Solarpanel und einen-- bei einem Solarpanel hat sich der Kleber gelöst und dann hat's auf der Autobahn nur Klack gemacht und wir hörten's nur, wie's immer so duh, duh, duh, duh, duh aufs Dach klopfte. Wir sind dann natürlich auf 'n Standstreifen ganz langsam bis auf 'n nächsten Rastplatz gefahren. Aber was hat man natürlich nicht dabei am Anfang?

Kleber.

Und 'ne Leiter. Das heißt- Oh ja. Das heißt, erstmal aufs Dach zu kommen, war auch sehr spannend.

Aber da hatten wir tatsächlich mehr oder hatten wir Glück im Unglück, weil wir sind dann wirklich auf den nächsten Rastplatz rangefahren und da waren auch wirk-- Leute-

Lkw-Fahrer

... Lkw-Fahrer, die sind dann für uns aufs Dach gestiegen, haben dann die Platte runtergenommen- Und haben dann aber auch gesagt: „Ey, hier die zweite, die sieht auch nicht gut aus. Ich nehme euch die jetzt auch lieber gleich runter." Da haben wir gesagt: „Ja, besser ist." Ähm, und dadurch konnten wir dann auch relativ fix weiterfahren.

Mhm. Ja.

Vielleicht für euren Händler, falls er zuhört: Wir haben drei tolle Folgen zum Thema Kleben und Dichten am Wohnmobil gemacht-

Genau.

Wo wir genau über diese Dinge gesprochen haben. Vielleicht da noch mal, äh, 'ne Nachschulung machen, wie man richtig klebt.

Oder auch einfach das Buch Kleben, äh, äh, äh, „Klebt nicht, gibt's nicht" oder einen Kurs, äh, sich mal gönnen. Dann passiert nämlich den Kunden so was nicht mehr.

Hm.

Ja. Jetzt sind sie verschraubt.

Und, und geklebt.

Geklebt und verschraubt.

Also eigentlich wollte er sie wieder nur kleben dann. Also wir sind, haben dann natürlich beim Händler angerufen und gesagt: „Hier das und das." Und, ähm, er wollte sie wieder nur kleben. Ich sage: „Nein." Er hat sich da so ein bisschen gesträubt vor, was ich ja auch verstehe, weil natürlich Löcher ins Dach reinmachen-

Mhm.

Birgt ja auch wieder die Gefahr Feuchtigkeit, die eindringen könnte.

Mhm.

Mhm.

Ähm, aber ich habe gesagt: „Nein, es, es, das Risiko, das tragen wir jetzt", aber das ist mir jetzt einfach sicherer, weil ich da echt ein bisschen, ja, gebrandmarkt war in dem Moment, weil mich das so erschrocken hat und einfach so der, der Kopp-, äh, der Kopf so mitgespielt hat, dass ich dachte, wenn das Ding runtergeflogen wäre und dem Hintermann von uns-

Ja.

In die Windschutzscheibe reingedonnert wäre. Und da habe ich gesagt: „Das möchte ich nicht."

Verstehe ich gut.

Kannst im schlimmsten Fall Tote geben.

Ja.

Also da, ähm, gerne auch noch mal die drei Folgen anhören.

Ja, also tatsächlich vielleicht ganz kurzer off topic sozusagen dem Wohnmobil. Also man klebt im Normalfall nur und wenn man das richtig macht, äh, und wenn man quasi weiß, was man tut und, äh, das vielleicht sogar idealerweise gelernt hat, dann hält kleben auch tatsächlich bombenfest und, ähm, die, die Gefahr halt durchs Loch ist, wie du schon sagst, dass irgendwann da irgendwo Wasser reinkommt. Das weißt du selber. Ich verstehe deinen, deinen Gedanken, das zu schrauben, voll und ganz und das hätte vermutlich auch jeder an der Stelle, äh, entschieden, wenn ihm das passiert wäre. Das kann ich richtig gut nachvollziehen. Ähm, und das zeigt aber, dass auch ein, ein vermeintlicher Profi halt, äh, irgendwie scheinbar nicht alles kann und das schwierig ist. Und man könnte dann sagen: „Na ja, aber es ist ja dann die Schuld des Händlers, wenn was passiert", aber wenn halt-

Ja.

Von deinem Wohnmobil was runterfällt und vielleicht jemand stirbt, dann ist es egal, wessen Schuld das erst mal ist. Dann hast du halt trotzdem mindestens die Gedanken und irgendwie den, die Schuld und so weiter im Kopf. Also kann ich gut nachvollziehen. Ähm, okay, und jetzt, jetzt hält aber das Solar quasi auf dem Dach seitdem.

Seitdem halt seit sieben Jahren.

Okay.

Das hält gut.

Und, ähm, das heißt also, ihr habt vorhin gesagt, Spirit, das ist jetzt euer Wohnmobil. Das hat den Namen Spirit bekommen und das ist auch noch sozusagen das, was ihr vor sieben Jahren gekauft habt. Das ist quasi immer noch das Gleiche, in dem ihr jetzt unterwegs seid.

Genau.

Und jetzt habe ich ja vorhin in der Einleitung gesagt, es geht ums Leben im Wohnmobil und es geht jetzt nicht darum, weil wir darüber berichten wollen, sondern ihr. Also wie, wie ist es jetzt dazu-- Also bis jetzt habt ihr ja Urlaub gemacht im Camper. Wie, wie ist mehr daraus geworden und warum und wann?

Tatsächlich hat der Prozess eine ganze Weile gedauert. Also wir, ähm, ich habe dann nach Schweden, nachdem wir da in dieses Loch gefallen sind und gemerkt haben, wir möchten gerne so leben, wir möchten gerne mehr im Camper sein und, äh, die Welt oder halt Europa erst mal entdecken, bin ich wirklich kurz danach zu meinem Arbeitgeber gegangen und habe gesagt: „Das und das ist mein Traum. Das habe ich jetzt herausgefunden und das möchte ich gerne umsetzen." Und war damals, das war wie gesagt 2019, nicht möglich. Also Arbeitgeber hat gesagt: „Nee, geht nicht, ist nicht, wollen wir nicht." Und dann wurde das erst mal so ein bisschen auf Eis gelegt, sage ich mal.

Bei meinem Arbeitgeber war das ähnlich. Ich bin da auch hin und habe drüber gesprochen und, ähm, da hieß es auch: „Nee, also wir machen ja nicht mal Homeoffice und von daher ist das auf gar keinen Fall irgendwie umsetzbar oder machbar." Ähm, und ich hatte aber in der Zwischenzeit, bis es dann so weit war, einen Arbeitgeberwechsel und habe da wirklich schon beim Einstellungsgespräch gesagt: „Aber nur damit ihr Bescheid wisst, das ist mein Traum, da will ich hin. Und wenn das hier nicht möglich ist, dann fange ich hier auch nicht an." Und, ähm, die wussten es dann von Anfang an und da war dann quasi von Anfang an klar, dass das der langfristige Weg ist eigentlich. Und darf ich einmal kurz zwischenfragen? Ihr müsst jetzt natürlich keinen Arbeitgeber nennen, aber in welchem Bereich wart ihr vorher grob tätig? Das spielt ja auch immer eine Rolle.

Ja, also ich war im Bereich Reklamationen zuständig. Also ich bin gelernter und ausgebildeter Kaufmann für Dialogmarketing und habe dann bei einem Onlinehändler für Geschäftskunden in der Reklamationsabteilung viele, viele Jahre gearbeitet. Also fünfzehn Jahre fast, ja.

Also durchaus was, was man remote machen könnte, wenn man-

Ja.

Für die entsprechende Infrastruktur sorgt. Und du, Anne? Ich bin, ähm, Kundenbetreuerin bei einer Akademie für Pflegeberufe gewesen. Das heißt, ich habe eh den ganzen Tag telefoniert, habe da mit Krankenhäusern, Pflegeheimen, ähm, telefoniert, auf Weiterbildungen beraten. Und ja, ich sage mal, telefonieren kann man auch von überall aus, ne?

Mhm.

Ja, also war es eher so die vielleicht auch mangelnde Fortschrittlichkeit oder so, dass, dass das, die Sicht das damals, das waren, waren ja auch noch andere Zeiten, ne. Vor Covid war das ja, wenn ich richtig gerechnet habe. Da, da war ja in allen Bereichen noch viel mehr irgendwie auch mit vor Ort sein und so weiter, dass da dann es gar nicht an der Infrastruktur oder an den Möglichkeiten lag, sondern einfach, dass da vielleicht im Kopf noch nicht so die Offenheit da war. Genau, und du hast jetzt eigentlich auch ein ganz gutes, äh, Stichwort gebracht, Covid, denn das war, so blöd wie es klingt, unser Türöffner tatsächlich. Ja.

Mhm.

Wie für so viele.

Ja, deswegen sagen wir immer, dass, ähm, ein paar, paar positive Sachen hat C- Zumindest für uns mit sich gebracht bei aller Leid und aller, allem Leid und aller Tragik, die da passiert ist. Aber auch für uns hat das noch mal vieles vereinfacht, kann man sagen.

Wie, wie habt ihr dann oder w-w-, was war denn dann das erste Mal irgendwie im Camper arbeiten? Wie habt ihr und wann angefangen damit?

Angefangen tatsächlich, also nachdem dann COVID war und wir dann ja eh ins Homeoffice geschickt waren. Also ich war, glaube ich, dann ein halbes, dreiviertel Jahr nur im Homeoffice. Da hatten wir kaum Präsenz. Ich glaube, ich musste alle vier Wochen mal einen Tag ins Büro, weil teilweise war es auch so, dass wir Pakete bekommen haben von Retouren oder so, ähm, die dann einer bearbeiten musste und da haben wir uns im Team abgewechselt und einer war je alle vier Wochen mal dran. Und da die Phase habe ich halt genutzt und noch mal mit meiner Vorgesetzten gesprochen und gesagt: „Hier ist doch nun egal, ob ich nun zu Hause am Schreibtisch sitze oder ob ich im Camper am Tisch sitze und da meine Arbeit erledige." Und ich hatte damals das Glück, eine gute Vorgesetzte zu haben und die hat dann gesagt: „Pass auf, Stefan, das machen wir jetzt unter uns. Du, wir probieren das mal aus und dann werden wir's sehen." Und dann war's wirklich so, dass ich das mal ein, zwei Wochen getestet habe und das ganze Team hat's nicht mitbekommen, dass ich im Camper unterwegs bin. Und das war dann das Go, was wir dann bekommen haben, weil meine Arbeitgeberin gesagt hat: „Du hast deine Arbeit genauso erledigt, wie wenn du zu Hause sitzt. Das Team hat nichts mitbekommen oder halt beziehungsweise es funktioniert ohne Probleme."

Mhm.

Ja, und das war dann im Januar '21 habe ich das Go bekommen. Ja.

Und zwar war es so, dass, ähm, wir geholfen haben bei einer, äh, Travestie-Show. Da haben wir immer mitgeholfen.

Ach komm.

Genau, haben wir halt Technik aufgebaut, abgebaut, waren auch mit als Tänzer auf der Bühne. Und ja, so was machen wir auch.

Da hätte ich euch jetzt gar nicht verortet in dem Bereich, aber wie cool.

Ja, ja, genau. Wir haben auch, äh, jahrelang ein Musical Ensemble geleitet zusammen und dadurch sind wir da quasi so reingerutscht mit. Und, ähm, wir wussten, dass da halt am Wochenende auch wieder Shows sind und wir hatten unseren Camper und es war ja nichts naheliegender, als zu sagen, wir reisen da ganz gemütlich an und haben nicht den Stress am Wochenende. Und das war dann eigentlich der ausschlaggebende Punkt, wie du deine Arbeitgeberin damals auch mit überzeugen konntest, zu sagen: „Ey, lass es uns doch in dem Zusammenhang mal austesten." Ja.

Mhm.

Was musstet ihr denn da so, ähm, bürokratisch, dienstrechtlich alles regeln? Weil das, ähm, ist ja auch so aus arbeitsrechtlichen Gründen teilweise gar nicht so einfach, wenn man unterwegs ist. Das haben wir gelernt in, äh, in den Gesprächen mit unserer Kollegin Anja von Camp'n'Work, die wir auch schon zu Gast hatten. Können wir auch noch mal verlinken, die Folge.

Na ja, also tatsächlich hat sich Anne da viel, äh, den Kopf gemacht beziehungsweise auch viel recherchiert, was ist da zu beachten, sei es krankenversicherungstechnisch, steuerlich teilweise ja sogar, ähm, und Arbeitgeberseite. Was muss da alles beachtet werden? Und das haben wir dann alles ab-- Oder Anne hat das halt alles geprüft, hat das dann alles abgedeckt beziehungsweise, äh, ja, und dann war das gar nicht so viel. Magst du da noch ein bisschen mehr zu erzählen?

Na, es war letzten Endes so, dass wir halt darauf geachtet haben, dass wir nicht allzu lange in einem Land unterwegs sind, sodass wir halt da quasi immer noch als Touristen oder so gelten. Und dann haben wir's halt so gemacht, dass wir quasi von unserem Arbeitgeber entsendet wurden. Also wir haben eine A1-Arbeitsbescheinigung dann bekommen-

Mhm.

-und wurden sozusagen entsendet und damit hat's funktioniert. Wobei diese A1-Arbeitsbescheinigung, wir haben das gemacht, weil der Vollständigkeit halber, weil wir's halt wenn dann richtig machen wollten. Und letzten Endes ist es aber so, wenn man im Wohnmobil unterwegs ist. Also eigentlich ist die hauptsächlich wichtig, wenn man irgendwo vor Ort wirklich in so einem Co-Working Space oder so arbeitet, dann braucht man die eigentlich richtig. Im Wohnmobil wird's jetzt gar nicht so geprüft.

Ja.

Und wie sieht das so aus mit so Sachen wie Unfallversicherung und so was? Also ich weiß, dass bei uns, wir mussten unsere Minijobberin unfallversichern, weil sie könnte ja, obwohl sie nur zu Hause arbeitet, auch auf dem, also vom Schreibtisch – das haben die mir tatsächlich auch so gesagt von der Unfallversicherung – also die könnte ja auch vom Schreibtischstuhl abrutschen, ähm, und sich da verletzen. Und da ist natürlich jetzt ja die Gefahr in 'nem Wohnmobil, wo man auf der Straße unterwegs ist, noch viel höher. Wie habt, wie wurde das geregelt bei euch?

Ja, das wurde tatsächlich über das Private abgedeckelt. Also was der Arbeitsbereich war, da haben wir wirklich das alles, was im Wohnmobil ist. Da wurde ich auch jedes Mal wieder aufs Neue abgefragt: Wie sind meine Arbeitsbedingungen? Was ist da? Bla bla bla und so weiter und so fort. Aber alles andere wurde halt wirklich über die Private abgedeckt.

Ja, also wir haben da auch viel privat geguckt, was wir machen. Wir haben, weil wir unseren Arbeitgebern so dankbar waren, dass die uns den Schritt dann ermöglicht haben, haben wir auch wirklich viel einfach selbst gemacht. Also wir haben uns komplett auch das Internet-, äh, Setup gekümmert, haben die Internetkosten selbst getragen und, und, und. Ähm, sodass da den Arbeitgebern selbst einfach nicht viel Umstände dadurch entstanden sind.

Ich bin ja auch großer Fan davon, seinen, seinen Angestellten das zu ermöglichen, aber ich will da auch eine Lanze mal für Arbeitgeber brechen. Das ist tatsächlich in Deutschland, wo halt alles irgendwie geregelt ist, ähm, gar nicht immer so leicht. Also, ähm, spätestens wenn auch noch so Sachen wie Zertifizierungen oder auch irgendwelche Lieferverträge und hast du nicht gesehen, dazwischen kommen. Da sind dann oft Sachen, die man auch gar nicht mehr so sieht und vor allen Dingen ist auch ganz viel Unwissen und Angst, glaube ich, auf, bei vielen, ähm, Arbeitgebern dabei, wo man dann lieber sagt: „Nee, nee, das, äh, ist mir alles zu schwierig." Und teilweise auch Sachen, die du nicht richtig regeln kannst, ähm, weil's eben ja auch so steuerliche Dinge, wie ihr grad gesagt habt und dies und das und jenes gibt und dann auch viele einfach sagen: „Nee, das kann ich nicht regeln. Da gehe ich auf Nummer sicher. Du darfst nicht unterwegs arbeiten." Und ähm...

Ja, und, und auch so Sachen wie Vertraulichkeit, ne. Also

Ja, genau, weil du hast ja-

Kundendaten, Arbeitgeberdaten.

Ja.

Also ihr habt gerade gesagt, ihr, ihr habt viel telefoniert. Da ist ja auch die Frage: Wie macht man das dann praktisch, wenn man zu zweit auf so engem Raum dann auch zeitgleich arbeitet, weil die Arbeitszeiten sich wahrscheinlich auch weitestgehend überschnitten haben. Muss ja gleich was zu sagen, aber wie, ähm, w-w-wie war das dann so für euch, ähm, auch mit, mit den, äh, Daten zu hantieren und so was?

Das war ganz gut dadurch, dass wir die Daten gar nicht auf unserem PC hatten, sondern wir haben uns quasi, ähm, ja, eingeloggt auf den PC. Also es war quasi nur wie so 'ne Online-Schnittstelle.

Okay.

Ähm, die natürlich auch passwortgeschützt war. Ich hab da halt auch wirklich drauf geachtet, wenn ich Feierabend hatte, dass ich den Tab komplett geschlossen hab, sodass der gar nicht mehr offen ist oder so, dass man das gar nicht findet. Der Laptop an sich war noch mal passwortgeschützt und ja, da haben wir halt schon drauf geachtet. Und allgemein achtet man im Camper natürlich auch auf Sicherheit, dass da nicht irgendwie eingebrochen und was geklaut wird.

Ja.

Also da haben wir auch so'n paar Geheimtipps, die auch geheim bleiben dürfen.

Die wollt ich grad sagen, die verraten wir natürlich nicht.

Nein. Genau, ja.

Das heißt, ihr seid dann immer mehr unterwegs gewesen auch, habt, habt öfter quasi aus dem Camper arbeiten können. Wie war das so, äh, am Anfang für euch? War das immer total cool und das ist das, wovon ihr geträumt habt? Oder gab's da auch so Momente, die hier und da mal schwierig waren?

Also die erste Reise, 2021 war das, die wir dann gemacht haben, die war noch so'n bisschen uh-la-la, will ich mal sagen. Also das war dann wirklich erst mal, also für mich zumindest war das wirklich erst mal schwer, sich z-umzufuchsen von Steinhaus ins Wohnmobil, auf lange Zeit den Alltag zu bewältigen. Ähm, das, das war nicht ganz so einfach, aber ich fand dann, von Reise zu Reise hat man sich immer mehr reingefuchst. Man hat sich, ja, das Zus-- Die Zusammenarbeit war einfach dann viel besser. Es wurde strukturierter, es wurde, es hat dann einfach viel besser funktioniert. Und dann war's irgendwann so der Punkt, wo ich dachte: Jupp, genau so wollte ich das.

Mhm.

Für mich war's relativ einfach eigentlich von Anfang an, muss ich sagen, aber ich bin halt auch sehr, sehr anpassungsfähiger, flexibler Mensch, so, ähm, relativ spontan auch. Und, ähm,

ich hab's irgendwie von Anfang an geliebt, einfach woanders aufzuwachen, woanders zu sein. Aber jetzt zu sagen, es war total schön und total einfach alles. Nee, nee. Noch dazu hatten wir bei unserer ersten Reise auch, ja, ziemliches Pech, weil wir in das Hochwassergebiet damals im Ahrtal gelandet sind.

Ach Gott.

Ja, da quasi auch 'n paar Tage feststanden. Ähm, also es war auch 'n Erlebnis, was sich ganz schön eingeschnitten hat bei uns im Kopf. Also sobald's anfängt zu regnen, äh, andere finden das ja total romantisch und schön, wenn's aufs Wohnmobil dann prasselt. Äh, bei uns gehen in dem Moment irgendwie Bilder im Kopf an, die wir gar nicht haben wollen. Ja. Das triggert dann so'n bisschen, wo man sagt: Ah. Ja.

Und ist jetzt für euch das Arbeiten im, also ich weiß ja schon 'n paar Sachen, die ich jetzt noch nicht verraten will, die wir, über die wir gleich sprechen. Deswegen musste ich grad überlegen, wie ich meine Frage formuliere. Habt ihr festgestellt, dass das Arbeiten im Camper damals vielleicht irgendwie auch anders war? Also natürlich sitzt man im Camper, das meine ich nicht, aber war's vom Kopf her irgendwie auch anders und war das anders besser oder schlechter? Oder einfach das Gleiche: Arbeit ist Arbeit, ist egal, wo ich sitze.

Also für mich war's tatsächlich nicht anders als zu Hause, weil wie ges-- Ich hatte meine Arbeit, meine alltägliche Arbeit, die ich immer gemacht habe, die hab ich auch ... Also für mich war's nix anderes. Das Einzige, was ich halt noch wirklich, äh, hatte, was dazu kam, war früh den Tisch umzubauen, weil man muss dazu sagen, unser Hundeopi, der hat natürlich hier vorne seine Ecke komplett für sich. Wir haben ja hier die S-Sitzlounge, sag ich mal, die wir, wo wir den Tisch runterklappen können und noch mal zu 'ner größeren Liegefläche haben. Das ist alles seins.

Ach so.

Das ist alles seins in der Nacht und früh hab ich ihn dann halt, äh, auf, wir haben dann noch 'ne separate Couch, da hab ich ihn dann drauf verfrachtet und hab mir dann den Tisch aufgebaut. Das war das Einzige, was sich wirklich im Alltag verändert hat, dass ich mir noch meinen Schreibtisch aufbauen musste, aber ansonsten von der Arbeit her war's genau das Gleiche wie sonst auch.

Für mich war's anders. Vom Mindset her alleine schon. Es war, also ich war a-eins viel motivierter irgendwie. Es ist halt irgendwie schöner, wach zu werden und direkt losarbeiten zu können. Vielleicht sogar noch, wenn du Glück hast, grad 'ne schöne Aussicht zu haben oder so. Und was für mich auch anders war, aber ich glaub, das ist jetzt egal, ob's mobiles oder Homeoffice ist, ähm, einfach anders als im Büro: Ich bin 'n Mensch, ich lass mich sehr gut und sehr schnell ablenken. Und wenn man im Büro sitzt und da sind Kollegen und die gehen an einem vorbei, dann fragt man natürlich auch: „Mensch, wie geht's dir denn?" Oder so, ne. Und dann lässt man sich schneller ablenken, schnattert doch mal mit 'nem Kollegen oder so und das hast du halt im Homeoffice beziehungsweise gerade auch im Wohnmobil nicht. Also da ist mein einziger Kollege Stefan, der sich gar nicht ablenken lässt, der da auch sagt, ganz schnell sagt: „Nerv mich jetzt nicht, ich will arbeiten." Und, ähm, ja, da war ich dann eben viel fokussierter. Ich hatte nicht so viel Ablenkung. Ja.

Das, das heißt, du würdest dich auch nicht ablenken lassen, wenn du jetzt aufm Wohnbi-Stellplatz wärest und da sind spannende Leute und dann stehen die vor dem Wohnmobil und quatschen, dann würdest du dich nicht ablenken lassen und rausgehen, sondern weiterarbeiten? Oder ihr beide?

Also tatsächlich bin ich da, was das angeht, sehr diszipliniert, teilweise auch manchmal zu diszipliniert, dass ich da wirklich viel um oder alles um mich drum rum so 'n bisschen vergesse, weil ich dann wirklich sage: „Nein, jetzt ist Arbeitszeit, jetzt kümmerst du dich da drum. Nachher kannst du andere Sachen machen."

Okay.

Also da bin ich wirklich sehr im Tunnel, sag ich mal, dann immer, ja.

Bei uns anders, ne, Sebastian?

Bisschen.

Ich würde lügen, wenn ich jetzt behaupten würde, ich lass mich nicht ablenken. Also natürlich hab ich dann auch mal nach draußen geguckt, wenn irgendein Geräusch war: Was ist los? Ähm, aber ich hab dann auch schnell, also wir haben ganz schnell gelernt, wir brauchen dann hier solche, ähm, Doppelzugrollos, die man dann auch zuziehen kann. Und wenn ich dann gemerkt hab: „Ups, jetzt hast du doch, ähm, das ein oder andere Mal öfter nach draußen geguckt", hab ich das dann eben zugemacht, um diese Ablenkung, ja, auszuschalten sozusagen.

Mhm. Ja, das kennen wir gut, ne. Aber wir haben uns eher mal ablenken lassen, Nele.

Ist genau umgekehrt. Ich mach immer die Rollos auf, wenn draußen irgendwas los ist, weil ich das natürlich sofort sehen muss. Und, und auch, das ist wirklich grauenhaft. Ich bin manchmal wie so 'ne, wie so 'ne Gardinenomi, weil immer wenn irgendwie draußen was ist, muss ich sofort abchecken. Und wenn mein Mann draußen mit jemandem redet, dann find ich auch immer irgendeinen Grund, warum ich jetzt gerade vor die Tür muss, weil ich natürlich auch furchtbar neugierig bin und dann sofort wissen will: Was ist da? Gibt's da irgendwas Spannendes? Hat dieser Mensch irgendwas Interessantes zu erzählen und so weiter. Also es ist wirklich furchtbar. Und also ich finde, unterwegs kostet eines auch, also einen, mit einem meine ich mich, wahnsinnig viel Energie und Disziplin, weil man ja an so schönen Orten steht. Also das ist ja bei den wenigsten Büros der Fall und zu Hause, ja, da ist dann vielleicht mal die Waschmaschine, die piept oder die Spülmaschine oder auch der Hund will raus oder so, aber da kennt man ja die Umgebung schon in aller Regel. Und wenn du aber unterwegs bist und dann weißt du: „Oh Gott, da ist 'n Strand, da muss ich ja auf jeden Fall noch hin", oder da gibt's irgendwas zu entdecken oder einen tollen Wanderweg oder schöne Spazierwege, die man noch nicht kennt mit 'nem Hund oder so. Also da weiß ich nicht, schafft ihr das da auch dann wirklich bei der Arbeit zu bleiben richtig? Oder macht ihr dann auch manchmal so spontane kleine Auszeiten?

Nee, also spontane Auszeiten definitiv nicht. Was wir dann machen, ist mal, äh, in der Mittagspause, dass wir uns ab und zu mal dann unseren Milo schnappen und mal so für zehn Minuten, Viertelstunde schon mal rausgehen. Aber wir wissen ja, nach Feierabend gehen wir raus und dann werden wir den Ort ja auch richtig erkunden. Und das ist ja dann 'ne Motivation, wo man sagt: „Ey komm, lass uns jetzt bei der Sache bleiben, dann können wir, äh, schneller raus."

Also bei uns hat sich das eher insofern verändert, dass wir jetzt einfach viel länger an den Orten stehen bleiben, um dann nachmittags zu, länger zu erkunden oder so. Also am Anfang war's ja wirklich so, dass wir höchstens ein bis zwei Nächte da standen. Mittlerweile sind wir dann schon bei drei bis vier, manchmal auch fünf Nächten gelandet. Ähm, das hat sich verlängert und bei uns ist es tatsächlich immer noch leider oft eher so, dass wir länger arbeiten, als wir wollen. Also dass wir sagen: „Komm, wir machen das jetzt mal noch schnell fertig", und aus schnell fertig wo-werden wird dann: Oh mein Gott, jetzt haben wir doch wieder nur 'ne Stunde, bis es dunkel wird. Tatsache, ja.

Also und wir reden ja auch im Endeffekt gerade darüber, dass ihr, äh, quasi angestellt gewesen seid, äh, bei anderen Unternehmen und vermutlich ja da auch irgendwie an Arbeitszeiten sozusagen gebunden wart, die irgendwie eingehalten werden müssen. Und das ist ja vielleicht auch das noch bei uns 'ne andere Situation gewesen, Nele. Wir waren selbstständig. Wir waren quasi selber für unsere Zeit verantwortlich, mussten auch nicht irgendwo Zeit abliefern. Wir mussten natürlich auch Dinge einhalten, aber konnten uns gleichzeitig natürlich die Dinge noch viel, viel freier, ähm, gestalten. Jetzt ist die Frage: Habt ihr euch das auch irgendwie gewünscht, da vielleicht 'n bisschen freier zu sein in, in euren Entscheidungen, was, was Job und so weiter angeht? Ja, das auf jeden Fall. Das, äh, ich meine, ich hatte das Glück, dass ich bei meinem Arbeitgeber wirklich schon hätte, wenn ich gewollt hätte, um sechs Uhr anfangen können und hätte dann hinten raus natürlich eher Feierabend gehabt. Ich habe meistens dann so gegen sieben Uhr angefangen und hatte dann 'n bisschen eher Feierabend, aber Anne hatte halt keine Gleitzeit oder so. Also Anne musste wirklich von acht Uhr bis 16:30 am Laptop sitzen und ihre Arbeit machen. Das war dann schon so, wo wir dachten: „Bah."

Aber ich glaub, das war auch der Grund, warum wir das jetzt auch immer noch so machen. Also für uns war dann eher der-- Also darf ich jetzt spoilern? Jetzt sind wir ja nicht mehr fest angestellt.

Yay.

Aber bei uns war dann eher der Switch zu: „Aber wir können doch jetzt unseren Tag anders strukturieren. Warum machen wir's denn immer noch so, dass wir früh arbeiten?" Das war für uns dann wirklich eher das Schwierigere und das lernen wir jetzt, dass wir merken, wir können auch arbeiten, wann wir wollen. Und, äh, wir haben auch unser Wochenende jetzt verschoben. Also für uns ist jetzt meistens Sonntag und Montag Wochenende, ähm, weil wir sagen: „Geht doch. Wir müssen doch nicht jetzt wie alle anderen Wochenende machen", ja.

Okay, das beruhigt mich. Also die Disziplin hat unter Umständen vielleicht nicht nachgelassen, aber zumindest sich 'n bisschen, äh, verschoben.

Ja.

Und das darf sie gerne auch noch ein bisschen mehr. Also gerade auch bei mir, weil ich da ja wie gesagt doch mehr so der Spießer bin bei uns, der dann da wirklich, äh, sehr diszipliniert ist und immer mehr arbeiten will als Freizeit genießen. Deswegen darf sich das gerne bei mir noch deutlich ändern.

Also da kann ich dich sehr gerne coachen. Das kann ich sehr gut. Ich hab auch schon mal halb im Ernst, halb, äh, im Spaß überlegt, ob ich mal ein, äh, quasi mir ein neues Berufsfeld erschließe, nämlich der Anti-Karriere-Coach. Und, äh, da hab ich auch schon 'n Konzept aufgesetzt. Also da könntest du meine erste Testperson werden. So, da geht's sehr viel um Lebensqualität und um sich mehr erlauben einfach.

Nele, sag mir, wann's losgeht. Ich schick ihn sofort zu dir.

Ja, also das-- im Grunde bin ich da sofort einsatzfähig. Konzept liegt in der Schublade und, ähm, da sind sehr viel spannende Dinge, die ich mir da überlegt habe.

Sehr gut.

Jetzt habt ihr ja gesagt, um da bisschen anzuknüpfen, habt ihr jetzt gespoilert, ihr seid jetzt nicht mehr angestellt. Äh, wann, wann kam denn dieser Schritt und wie lange habt ihr

Darüber nachgedacht, das zu tun und geplant?

Also geplant gar nicht, weil tatsächlich war's dann so, dass ich mich 2024, ich sag's, wie's ist, entscheiden musste, mich von meinem Arbeitgeber zu trennen. Es gab inner... interne Umstrukturierung und wo ich gesagt habe, moralisch geht nicht. Ich mein, der Betrieb war immer all die Ja-, wie gesagt, ich war über 15 Jahre in dem Betrieb angestellt und als ich damals da angefangen habe, keine Ahnung, wie viele Leute waren da, 80 im, im Kundenservice. D-, äh, am Ende waren's 200.

Oh.

Und, ähm, das war halt alles so familiär. Man war so persönlich miteinander, man kannte sich. Jeder wusste, wie's dem einen geht. Man hat sich um andere gekümmert und das wurde halt alles in den letzten Jahren dann zunichte gemacht und es ging auch immer mehr um Zahlen und um, äh, Profit und dies und das und jenes. Ich meine, es ist verständlich, ein Unternehmen soll wachsen. Das ist nicht die Frage. Wenn es aber nachher zum Leidtragenden der Angestellten wird, habe ich gesagt: „Nein, möchte ich nicht." Hinzu kam, Anne und ich, wir haben ja dann schon drei Ja-, dreieinhalb Jahre so gelebt im Camper, die meiste Zeit des Jahres unterwegs und das sollte halt auch deutlich reduziert werden. Und da habe ich gesagt: „Nein, ich kann jetzt nicht mein Leben nach dreieinhalb Jahren wieder komplett umstrukturieren. Funktioniert nicht, möchte ich auch nicht." Und da musste ich mich dann halt entscheiden: Was mache ich? Und da habe ich dann gesagt: „Ich trenne mich." Und dann war halt nur noch die Frage: Wieder Angestelltenverhältnis oder versuchen wir die Selbstständigkeit bei unserem YouTube-Kanal und so gab's ja schon, der auch schon, äh, monetarisiert war. Und da haben wir dann gesagt: „Ja, versuchen wir's mal."

Und das war tatsächlich mal nicht so wie sonst, dass ich immer alles gut planen und machen konnte, weil wir hatten, ja, 'n bisschen Zeitdruck. Ich glaub, wir haben uns den ein bisschen selbst gemacht, weil es war Oktober-

Mhm

... als du gekündigt hast und wir wussten, wir wollen ja gerne, ähm, spätestens nach Weihnachten wieder ins Warme fahren.

Mhm.

Mhm.

Und von daher hatten wir dann quasi nur November, Dezember Zeit, um da irgendwie 'ne Entscheidung zu treffen. Ähm, und dann fiel eben die Entscheidung auf die Selbstständigkeit und somit hat Stefan sich dann ein Weihnachtsgeschenk gemacht.

Schön.

Und ist dann ab 24.12.2024 quasi in die Selbstständigkeit gestartet. Ja.

Okay. Ein spannendes Datum.

Und ich war aber noch fest angestellt dann.

Mhm.

Gut, dann hattet ihr ja aber zumindest noch die Sicherheit von einem festen Gehalt. Was-- Also wir hatten die damals nicht und das war schon sehr belastend teilweise. Also weil man ja auch realistischerweise, auch wenn der YouTube-Kanal schon da war, aber da konntet ihr ja wahrscheinlich auch noch nicht voll von leben. Und dann, wenn man noch wenigstens ein festes Gehalt im Rücken hat, dann kann man schon 'n bisschen mehr atmen, als es so bei uns die ersten ein, zwei Jahre der Fall war. Das war auch tatsächlich die sicher-- Also w-, es war halt kurzzeitig die Überlegung da. Anne hatte das mal in den Raum geworfen: „Was, wie wär's denn, wenn wir jetzt zusammen ins kalte Wasser springen, gleich zusammen in die Selbstständigkeit gehen?" Und das war halt der Grund, warum ich gesagt habe: „Nein, möchte ich nicht." Die Sicherheit, weil ich war ein Mensch, der hat, wollte immer Sicherheit haben. Ich wollte immer wissen: Was habe ich im Monat an Geld zur Verfügung? Das heißt, was darf ich ausgeben, was nicht.

Mhm.

Und da war mir's einfach wichtig, dass wir wirklich ein Festgehalt haben. Zum jetzigen Zeitpunkt sage ich mir, wär's damals vielleicht doch besser gewesen, sich mal 'n paar Monate oder vielleicht auch 'n Jahr richtig durchzubeißen und beide gleich reinzugehen. Weil man muss einfach dazu sagen, bei uns ist es so: Ich bin der Macher. Wenn mir was gesagt wird: „Hier, das, das, das, das, das muss erledigt werden", dann mach ich das. Und dann-- Und, und Anne ist aber mehr so der, der Kopf bei uns.

Mhm.

Die halt wirklich alles plant, durchdenkt und ja, deswegen. Also das hat mir damals sehr gefehlt. Das hat mir damals sehr gefehlt, weil Anne war in ihrem Job. Ich wo-, hab mich alleine vorwiegend um die Selbstständigkeit gekümmert und das war für mich sehr, sehr schwer.

Ja, und auch für mich war's 'ne Doppelbelastung, weil ich-- Man kennt das, wenn man mit 'nem Partner grade im Wohnmobil auf engem Raum und man merkt, er kriegt das nicht richtig hin. Und ich hab da natürlich doch auch in der Selbstständigkeit, weil ich war ja quasi nebenberuflich schon mit drin durch unseren YouTube-Kanal, ähm, hab ich da natürlich auch meinen Job gehabt und hab dann nachmittags aber noch versucht, für ihn irgendwie mitzumachen und das war wirklich ein Jahr ziemlich schwer. War 'ne krasse Zeit, aber ja, ich glaub, im Nachhinein betrachtet würden wir's jetzt beide so machen, dass wir doch wieder gleichzeitig reinstarten.

Ja.

Ja gut, da ist man dann immer schlauer, ne? Also bei, bei uns war's dann so, dass ich auch mir die Option nicht offen gehalten habe, wieder in meinen alten Beruf zurückzukehren, weil ich, ähm, also ich hatte das Angebot, aber ich hab für mich irgendwie gedacht, ich muss jetzt 'n klaren Schnitt machen. Auch da gab's natürlich Gründe, warum ich den, äh, Arbeitsplatz verlassen habe, die nicht nur in dem Wunsch nach Reisen und so begründet waren, sondern es war schon so, dass ich gesagt hab, jetzt ist 'n guter Moment dafür, mich da zu verabschieden. Und ich hab mich damals bewusst dafür entschieden, wirklich dann klare Kante zu machen, ähm, 'ne kleine Abfindung mitzunehmen lieber und dann mich volle Pulle da reinzustürzen in diese neue Selbstständigkeit. Aber wir hatten ja noch nicht wirklich was aufgebaut gehabt und das war schon hart. Also das, was immer so viel erzählt wurde zumindest, ich weiß nicht, ich bin raus aus diesen ganzen Communitys, aber dieses, ja, digitale Nomaden und dann kann man dann schnell irgendwie richtig gut Geld verdienen und dann muss man nie wieder arbeiten und dieser ganze Quatsch. Ähm, also das haben wir ja nun oft genug auch bei anderen Leuten gesehen und auch bei uns selber, dass das nun gar nicht funktioniert, sondern dass man da wirklich beißen muss. Und ich glaube, für mich, da ich ja im öffentlichen Dienst war vorher, war das schon sehr schwer, aus dieser absolut warmen Jacke des öffentlichen Diensts rauszuhüpfen und dann gar nicht mehr zu wissen, wann überhaupt mal Geld reinkommt. Ähm, von daher, also ich sag jetzt im Nachhinein, das wär vielleicht schlau gewesen, wenn wir doch noch irgendwie was im Rücken gehabt hätten. Das, das weiß man ja immer nie, ne.

Das können wir sehr, sehr, sehr gut nachvollziehen, weil uns geht's quasi dies Jahr so oder ging's dies Jahr so, weil dadurch, dass Stefan in dem einen Jahr, er hat zwar was aufgebaut, aber eigentlich haben wir uns dann, als ich dann zusammen mit reinkam, noch mal fast komplett umstrukturiert. Also es waren ein oder zwei Sachen, die du weitergeführt hast. Ähm, und da sind wir jetzt dies Jahr quasi in dieser Situation zu sagen, wir beißen uns da durch und, äh, ja, es ist halt nicht so, wie's gerne dargestellt wird, dass von einem Tag auf den anderen, äh, die Million aufm Konto liegt, ne.

Mhm. Teilweise noch nicht mal die Tausenden.

Richtig, richtig. Also es ist, es, es mag sein, dass es solche Situationen gibt oder dass es solche Leute gibt, die das schaffen natürlich, aber es ist nicht normal, also nicht die Realität-

Nicht der Regelfall.

Nicht der Normalfall, sag ich mal. Also es muss sich langsam aufbauen und das ist ja aber auch gut. Es soll langsam wachsen, weil alles, was schnell steigt, kann auch schnell wieder fallen. Und dann lieber langsam sich was aufbauen, langsam wachsen und dann ist das auch nachhaltiger, denke ich.

Ja, wird euch ja auch so gehen. Man hat ja auch viele, äh, die mit großem Getöse angefangen haben, kommen und gehen sehen in den Jahren, ne. Das muss man auch mal ehrlicherweise sagen, wo man gedacht hat: „Oh Gott, die machen jetzt hier alles platt", und dann waren sie im nächsten Jahr schon nicht mehr auf der Messe in Düsseldorf zu sehen. Ja, ist halt so.

Mhm.

Also wie ihr sagt, organisch so was aufzubauen. Aber ich finde, ihr seid 'n gutes Beispiel dafür, dass man eben nicht zwangsläufig einen, ähm, ich sag jetzt mal, 'ne Selbstständigkeit braucht, um trotzdem aber im Wohnmobil leben und arbeiten zu können, ob jetzt in Vollzeit oder in, in langen Phasen. Und das ist ja was, was, ähm, wir auch immer wieder versuchen, auch zu vermitteln, aber relativ wenig Gäste dafür finden, weil die meisten halt nun doch aus unserer Bubble stammen und und so aus, aus diesen Kreisen, die dann eben YouTube-Kanäle, Online-, ähm, Medien im weitesten Sinne betreiben. Aber ich find das cool, dass ihr da so 'n bisschen was von der, von der Herkunftsgeschichte uns jetzt erzählt habt. Und jetzt wär die Frage: Jetzt lebt ihr komplett im Womo, Fragezeichen?

Noch nicht.

Okay, aber es kommt.

Ja.

Ja, also der Entschluss wurde gefasst jetzt Mitte des Jahres war's, glaub ich, dass wir gesagt haben, ab ersten ersten nächsten Jahres werden wir komplett im Wohnmobil leben. Und das ist 'ne Entscheidung, die mal tatsächlich, weil sonst ist Anne eher die Mutigere bei uns. Das war jetzt aber mal 'ne Entscheidung, die ich tatsächlich getroffen habe und natürlich dann in Absprache mit Anne. Aber wo ich gesagt habe, das möchte ich jetzt gerne, dass wir diesen Schritt jetzt gehen, dass wir kein Steinhaus, kein, keine Safe Zone, nenn ich's jetzt mal so, haben, sondern ich möchte jetzt wirklich komplett im Wohnmobil leben. Und ja, jetzt ist es dann bald so weit.

Wohnung ist gekündigt und ja, wir haben dann, wenn wir-- Also wir sind grade noch unterwegs im Wohnmobil und wenn wir zu Hause sind, haben wir noch sechs Wochen, um unser Hausstand aufzulösen und dann am ersten ersten quasi komplett im Wohnmobil zu leben. Ja, und das wird spannend.

Wie fühlt sich's an?

Mittlerweile gut. Also, äh, ich hatte zwischenzeitlich wirklich auch Momente, wo ich dachte: „Oh Gott, macht ihr das richtig?" Ähm, aber mittlerweile fühlt sich's sogar richtig gut an. Also bevor wir jetzt auf diese Reise gestartet sind, haben wir auch schon angefangen, 'n paar Schränke wenigstens grob auszusortieren, schon mal zuzugucken und es fühlt sich einfach dann so leicht an, wenn man sich von Sachen trennt und wenn man dann weniger hat und einfach auch überschaubar die Sachen hat, wo man weiß, das ist jetzt meins und das ist mir wichtig, sich einfach von Altlasten zu trennen. Und da freue ich mich richtig, richtig jetzt auch auf die sechs Wochen, auch wenn ich weiß, das wird natürlich stressig und auch emotional wahrscheinlich sehr anstrengend. Ähm, aber ich freu mich drauf, einfach mal das Leben komplett auszumisten, sozusagen.

Ja, ist 'ne spannende Zeit und sechs Wochen ist knapp aus meiner Erfahrung. D-Und die, die letzten Tage sind die anstrengendsten, weil dann-

Auch emotional.

Ja. Wobei das, das war bei uns auch immer so 'n, so 'n Hoch und Runter, weil du ja auch viele Dinge in deiner Wohnung hast. Also das ist sicherlich jeder Mensch anders, aber bei uns war das auch so, dass du halt so Dinge in deiner Wohnung auch hast, wo du dann denkst: „Oh, die will ich behalten." Und eigentlich hast du ja aber entschieden, dich von den Dingen jetzt zu trennen. Und da hatte mir damals 'n Kumpel 'n guten Rat gegeben, den ich bis heute auch weitergebe, weil der richtig toll war. Der hat gesagt, ähm: „Mach einfach von den Dingen, wo du sagst, ne, die willst du behalten, machst du einfach 'n Foto. Das hast du ja dann, das kannst du dann immer wieder angucken. Ähm, und du wirst sehen, du wirst kaum noch eins dieser Fotos wieder angucken." Und es ist genauso geblieben, dass viele Dinge, wo ich dachte: „Oh, da, guck mal hier, da hängt meine Kindheit oder meine Jugenderinnerung dran und so weiter. Das möcht ich behalten." Ich hab alles weggegeben. Also das Einzige, was wir wirklich auch aufgehoben haben, waren halt so 'n paar Klamotten, die wir brauchten und, äh, am Ende Fotoalben vor allen Dingen und so zwei, drei Sachen und der Rest ist alles weggegangen. Und ich hab mir eigentlich keins dieser Fotos jemals wieder angeguckt, weil's tatsächlich nicht wichtig war am Ende des Tages. Aber ich kann mich erinnern, dass das so 'n großer Akt war und für meine Frau noch 'n viel größeres Thema war, ähm, als sie sich damit beschäftigt hat, die Wohnung aufzulösen. Und ihr hat damals vielleicht auch noch geholfen, dass sie überlegt hat: „Wenn jetzt unsere Wohnung abbrennt, alles ist weg. Worüber bin ich wirklich traurig?" Und dann sagt sie, das, die Fotos sind die einzigen Sachen gewesen, ne, und so ein, zwei Dinge. Und das hat ihr dann auch sehr geholfen, vieles loszulassen. Und das war dann super spannend, super anstrengend. W-Du triffst ganz tolle Menschen, auch wenn du deine Wohnung auflöst. Du triffst auch 'n paar Pappnasen, ähm, aber wir haben da auch ganz tolle Kontakte noch mal gehabt, die dann Dinge bei uns abgeholt haben und wo sich Menschen auch über Kleinigkeiten total gefreut haben.

Ähm, die du ihnen dann einfach geschenkt hast und so weiter. Also das war 'ne, das war 'ne ultraspannende Zeit. Merkt ihr vielleicht jetzt auch noch, bin da immer noch so 'n bisschen emotional bewegt, obwohl das bei uns ja über zehn Jahre mittlerweile her ist, dass wir das gemacht haben. Aber es war 'ne spannende Zeit. Aber sechs Wochen is krass.

Also wir hatten drei, ich möcht euch hier beruhigen.

Okay.

Wir haben in drei Wochen aufgelöst und das war wirklich so, dass wir am, äh, am Tag, also die Übergabe war und nachts haben wir dann vor dem Lagerraum in Bochum übernachtet, weil wir immer noch Sachen wegbringen mussten. Und, ähm, mir fiel's nicht so leicht wie, wie dem Sebastian. Und lustigerweise, es is jetzt auch über zehn Jahre her und jetzt auf einmal kommen per Flashback irgendwelche Erinnerungen an Sachen, wo ich denke: „Oh, die könntst du jetzt aber gut gebrauchen. Ah, hast weggegeben damals." Also auch das kann passieren. Das ist jetzt nix, was mich jetzt besonders stört, aber auch so die eine oder andere Klamotte, wo ich dachte: „Wieso hast du die eigentlich weggegeben? War doch schön." Die kommen dann vielleicht auch mal wieder, aber so diese, dieses Fotos machen von Erinnerungsstücken bringt bei mir gar nix, weil ich muss die fühlen und riechen können. Und ich hab's halt so gelöst, dass ich dann, äh, eine, ja, eine war's, glaub ich, mittlerweile sind's schon wieder zwei, egal, eine Erinnerungskiste mir vorgenommen habe und da kamen halt auch so alte Zettel rein, die man sich mal in der Schule geschrieben hat und so was. Das nützt mir nix, wenn ich die als Fotos habe. Die möcht ich in der Hand haben. Und da hat, da hatt ich mir eben das Limit gesetzt, eine, ähm, eine so 'ne IKEA-Kiste. Und das war dann okay, weil dann verabschiedet man sich von 'nem Teil, aber behält halt noch irgendwie was, was man später dann doch noch mal sich angucken oder anfassen kann. Und die haben wir halt eingelagert. Also habt ihr vor, komplett aufzulösen oder habt ihr auch 'ne Möglichkeit, irgendwo noch was unterzustellen?

Also wir werden definitiv was so Gegenstände, also sa-- ich sag mal so: Sachen, die ersetzbar sind, werden wir ordentlich ausrangieren.

Mhm.

Sicher kann, wie du schon sagst, kann es sein, dass irgendwann mal der Moment kommt: „Ach Mist, hätt'n wir's jetzt vielleicht noch." Aber ich denke, in dem Moment, wo man es ausmistet, war's die richtige Entscheidung.

Ja.

Und, ähm, das wird auf jeden Fall rigoros, sag ich mal, ausgemistet, aber alles, was wirklich so emotionale Sachen sind, die werden alle aufgehoben und dann gibt es ein Möbelstück, was wir aufheben werden. Wir haben in unserem Bad so 'ne richtig schöne richtige Bambuskommode stehen.

Oh.

Und, äh, da haben wir gesagt, das, so 'n Teil kriegen wir so schnell nicht wieder. Und da, das werden wir auf jeden Fall aufheben.

Genau.

Also wir nehmen uns auch 'n Lagerraum, weil komplett weg, das, nee, das krieg ich nicht hin. Ja, verstehe.

Ähm, deswegen werden wir uns 'n Lagerraum nehmen, wo wir aber auch 24/7 Zutritt zu haben, der auch preislich, find ich, recht human und günstig ist. Und da kommen dann halt Erinnerungsstücken und die Bambuskommode rein.

Ja. Das war ... Ja, wir hatten auch 'n kleinen, der war irgendwie, weiß ich nicht, drei Quadratmeter, glaub ich. Der war halt dann bis unters Dach vollgestapelt, weil wir auch noch die Küche mitgenommen haben, weil wir gesagt haben, wenn wir irgendwann uns niederlassen wieder, dann is halt Küche so teuer, dass sich das auf jeden Fall lohnt, die einzulagern. Selbst wenn das nur 'ne IKEA-Küche is, ne. Das, wenn du dann nicht was mit 'ner Einbauküche findest, mh, schwierig. Aber ja, das, das is schon, das sind so, so die Sachen, da bin ich echt gespannt, was ihr erzählt. Wir werden uns ja dann bestimmt noch mal irgendwie hören, wenn's dann so weit is, wie's euch da dann ergangen is. Also es könnte sein, dass hier 'n paar Tränchen geflossen sind damals, äh, auf der weiblichen Seite. Mein Mann war froh, als das alles erledigt war. Ähm, aber ja, da, da bin ich gespannt, weil da is halt auch jeder komplett anders. Aber auf jeden Fall, ich hab das ja auch schon im Podcast erzählt, dieses Freiheitsgefühl, wenn man dann wirklich in seinem Fahrzeug sitzt und losfährt und nicht mehr zurückguckt, das is irre. So was hatt ich auch vorher noch nie.

Ja.

Jetzt freu ich mich drauf.

Ja, auf jeden Fall. Na ja, und das is halt, find ich, die Entscheidung kam halt auch wirklich deshalb, weil, weil ich vor allem das Gefühl hatte, dass es einen doch irgendwie hemmt davor loszufahren. Wir hatten ja nu doch schon lange vor, wieder loszufahren. Dann kam leider gesundheitlich bei Anne einiges dazwischen. Dann is auch noch 'ne Freundin von uns schwer erkrankt, äh, an Krebs, was uns dann gehalten hat. Und dann waren aber so Momente, wo man sagt, jetzt hätte man ja losfahren können, aber dann hat man das doch so noch 'n paar Tage oder teilweise auch Wochen vor sich hergeschoben, weil man hatte ja seine Homezone.

Ja.

Und ich denke, wenn man dann wirklich im Camper lebt oder komplett drinne wohnt, dann ist das was anderes. Dann schiebt man das nicht so schnell auf, dann fährt man halt los.

Ja.

Also so 'n, so 'n Losfahren von Wohnung zu Camper is ja immer wie 'n kleiner Umzug.

Mhm.

Ja.

Also wir haben das in den ganzen fünf Jahren nicht optimiert bekommen. Wir brauchen da immer mindestens zwei bis drei Tage, eh alles wirklich komplett wieder gepackt is. Aber ich bin da halt auch so, es muss halt auch immer alles vorher noch mal ganz frisch gewaschen sein und alle Bezüge ab und der Topf und ...

Es gibt halt in Europa auch keine Waschmaschinen, wo man mal unterwegs einfach 'ne Wäsche reinstopfen könnt.

Aber das sind doch nicht die eigenen.

Ich weiß. Ich hab da ja auch-- Aber da geb ich dir 'n guten Tipp, den hab ich ja auch schon öfter gegeben: Immer zuerst die 60-Grad-Wäsche machen, also Handtücher, Unterwäsche und, äh, dann sind die Keime von, äh, den Unterbumpeln des Vorgängers wieder weg oder was da sonst noch so alles drin schwimmt und dann kannst du deine 40-Grad-Wäsche machen, ganz entspannt.

Ja.

Ähm, ich möchte mal gerne wissen, weil bei uns gab's ja durchaus gemischte Reaktionen so auf diese Entscheidung, alles aufzugeben so. Wie war das bei euch? Wie haben so, wie hat so das soziale Umfeld reagiert, Freunde, Familie? Du nix, Anne?

Ja, also wie ich vorhin schon gesagt hab, als der Traum vom Leben im Mobil kam, war natürlich erst mal so: „Ja, ihr könnt ja Träume haben." Ne? Es war für alle noch so unrealistisch.

'Ne Phase.

Ja, was denken die denn jetzt? Äh, als dann der Moment kam, dass wir tats-tatsächlich das erste Mal losreisen konnten, waren wir schon auf Neider gefasst. Also wir haben uns da gedacht: „Ja, ja, es wird bestimmt 'n paar böse Zungen geben und Neider oder, ne, irgendwelche Leute, die das total doof finden." Und das kam erstaunlicherweise überhaupt nicht. Also selbst heute noch, wenn wir selbst entfernte Bekannte treffen, äh, selbst Leute, die wir so gar nicht kennen, die uns nur durch die Eltern oder irgendwie mal alle sagen: „Oh, ihr macht alles richtig."

Ach, ist schön.

„Ist so toll." Und also da sind wir bis jetzt immer noch komplett erstaunt und positiv überrascht, wie gut es von allen aufgenommen wird. Ja, und jetzt der Schritt, die Wohnung komplett aufzulösen, wird akzeptiert, wird auch von vielen quasi gut geredet, aber natürlich grade so die Eltern, ähm, die ältere Generation, die halt auch noch 'n großes Sicherheitsbedürfnis hat, da sind dann halt schon viele Fragen: „Wie wollt ihr das machen? Und was wäre wenn?" Und-

Wenn ihr mal krank werdet? Na ja.

Genau. Also das schon, aber ich glaub, das sind keine bösen Sachen, sondern es sind einfach nur Sorgen, die dann da sind bei den Menschen, die einen lieben. Wo wir aber dann auch, denk ich, ganz gut reagieren können und sagen können: A eins, bei uns in der Heimatstadt ist es wirklich ziemlich leicht, sich relativ schnell wieder 'ne Ein-Raum-Wohnung wenigstens zu suchen. Da bin ich mir ziemlich sicher. Also klar, es ist dann nicht die Traumwohnung, aber das würde trotzdem relativ schnell gehen. Und A zwei kann man sich ja auch 'n Airbnb nehmen. Wir haben aber auch viele Freunde und Bekannte, die uns für 'n paar Tage aufnehmen. Also das ist, da mach ich mir jetzt keine Sorgen, ehrlich gesagt.

Ja, ich kann euch auf jeden Fall schon mal prophezeien, dass, äh, ihr im Camper auch mal krank werden werdet, dass irgendwas dazwischen kommt, dass 'n Fahrzeug kaputtgeht. Es wird immer irgendwas passieren, weil warum sollte auf Reisen nichts passieren, während zu Hause immer wieder Dinge passieren? Ähm, ich kann euch aber auch sagen, es wird auch immer 'ne Lösung dazu geben und irgendwie wird immer alles gut. Und, ähm, das war unterwegs in den vielen Jahren immer so und das war auch in der Wohnung immer so. Und ich würde fast sagen, dass wir mit diesen Worten für heute vielleicht einmal 'n Cut machen und uns dann noch mal zu einer zweiten Episode verabreden, wo wir dann noch 'n bisschen intensiver aufs, aufs Reisen, auf, äh, auch euch als Paar unterwegs eingehen, weil wir wissen, dass das ja auch immer so gern gestellte Fragen sind: Was ist, wenn man sich mal streitet auf zwölf Quadratmetern? Ähm, ja.

Ja, und ob gab's, gab's mal irgendwelche blöden Momente, so Pannen, ähm, wo ihr gesagt habt: „So boah, nee, jetzt, jetzt reicht's aber wirklich. Jetzt brechen wir hier alles ab." Das erfahren wir dann vielleicht schon nächste Woche, vielleicht aber auch nicht. Wir werden sehen, weil wir jetzt erst noch 'n Termin abstimmen müssen. Lasst also uns gerne, ähm, ein Abo da, weil dann hört ihr nämlich auch, wie's weitergeht. Ist es nicht ein cooler Cliffhanger heute von mir?

Ja, super. Ich sag einfach tschüss bis zur nächsten Woche und übergeb das oder die letzten Worte an Anne und Stefan für diese Episode.

Wir können den Cliffhanger jetzt tatsächlich noch 'n bisschen intensivieren, denn wir haben da ein paar, ein paar wirklich sehr spannende Storys, was wir unterwegs schon erlebt haben. Und ja, also wir freuen uns sehr, dass es 'ne zweite Folge gibt. Wir sind schon gespannt, wann die kommt und sagen vielen, vielen, vielen Dank für eure Zeit und ja, dann bis bald.

Bis bald, ciao.

Tschüss.

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