Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.
Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele und statt Sebastian habe ich heute als Verstärkung zwei charmante Herren bei mir, und zwar Ben und Markus von Spacecamper. Da freue ich mich ganz besonders, weil hinter den beiden sind wir schon relativ lange her. Wir möchten uns nämlich über das Thema Vanlife unterhalten und ich glaube, da gibt's sehr, sehr wenige, wenn überhaupt, die da besser Auskunft geben könnten als die beiden. Denn die beiden haben nicht nur 'ne Firma, die tolle VW-Bus-Ausbauten macht, sondern die leben das Konzept auch wirklich. Und ja, ich denk, wir drei sprechen heute mal nicht nur über die Schokoladen-Instagram-Seiten des Vanlife, sondern über die Realität und da bin ich sehr gespannt.
Aber stellt ihr euch doch bitte auch noch mal kurz vor. Ben, magst du anfangen?
Ja, sehr gerne. Hi, willkommen. Also ich bin Ben. Ähm, was gibt's zu mir sagen? Ich bin jetzt halbes Jahrhundert alt und hatte als Student, ähm, wollt ich bei Mama und Papa wohnen bleiben und hatte dann mir zusätzlich einen Bus ausgebaut und gedacht so als Unterkunft für Studententum. Ähm, das war's 'n Autofrag, sehr günstig erworben daher und weil ich damals immer dann Stunde Radweg hatte und das wurde dann zu einer Leidenschaft und dachte, wenn ich mal groß bin und richtig Geld habe, dann will ich so was haben, was auch fährt. Und da hab ich immer gedacht, wie schön, man kann in der Natur sein. Den Traum hab ich mir dann Jahre später erfüllt, ähm, mit der eigenen Firma, wo mit der Idee, die geilsten Busse mit Freunden zusammenzubauen.
Ähm, jetzt gebe ich gleich weiter an Markus, der einer von meinen Freunden ist.
Ja, ha, erst mal hallo. Ähm, ja, ich bin genauso alt eigentlich wie der Ben auch 'n halbes Jahrhundert und, ähm, dazu gekommen, früher war's schon immer, also ich komm aus der Musikszene oder Musikbranche und war natürlich auch viel auf Festivals unterwegs und aber da war das noch ganz anders. Also ich hab übernachtet in entweder 'n Kombi, hinten Matratze rein. So kenne ich das Autoschlafen, ähm, und dann auf Festivals gewesen oder auch mal 'ne längere Tour durch Schweden gemacht. Ähm, aber erst so richtig in das Vanline reingekommen, Vanlife reingekommen bin ich jetzt hier über, über Ben und die Firma. Also weil man auch hier, sage ich jetzt mal, sehr gefördert wird damit. Man hat natürlich auch so Sachen wie, ja, Dusche hier, Waschmaschine, Trockner.
Ich konnte Sachen auch unterstellen, ähm, ähm, die man nach dem Downshifting halt eben nicht mehr so brauchte oder noch behalten wollte und den Rest hat man ja dann so losgelassen. Das hat bei mir paar Etappen gebraucht, aber, ähm, das Gewicht wurde immer weniger, was man so mitschleppt. Und so irgendwann war dann, dann durch bei mir, äh, äh, durch 'ne Beziehung, die geendet ist, kam dann die große Überlegung: Ja, such ich mir jetzt 'ne Wohnung oder was mache ich'n jetzt? Und weil es ja meistens dann eben so ist, dass wenn man irgendwie umzieht, entweder macht man das langfristig und sucht dann wirklich so sein Traumziel. Aber wenn das jetzt wirklich in so 'nem Affekt ist wie das jetzt in 'ner Beziehung endet und bei mir war das auch ziemlich plötzlich, ähm, dass man dann sagt: Ja, warum soll ich mir jetzt schnell eine Wohnung suchen, wenn ich doch eigentlich den Bus, in dem ich sowieso schon so viel Zeit verbringe, ähm, eigentlich auch leben kann?
Also Ben hat das ja auch schon immer vorgelebt. Ist ja schon sehr, sehr lange da drin und so bin ich da reingeschlittert. Und ja, und hab dann auch, ja bei mir ist das jetzt zweieinhalb Jahre, ja, die dann da im Bus verbracht sind oder wurden oder wie man das jetzt auch sagen mag, hm.
Und bei dir, Ben, wie lang ist es bei dir insgesamt schon?
Ja, bei mir insgesamt, also abgesehen von den fünf Jahren während des Studiums, ähm, wohn ich im Spacecamper seit, ähm, ich glaube, elf Jahren jetzt. Und bei mir war's übrigens seltsamerweise genauso wie beim Markus. Bei mir ging's auch so, dass, äh, ich anfangs sehr fleißig war und sehr viel gearbeitet habe und, ähm, es hat mich dann bisschen mit Kundung und Stress und allem Möglichen und persönlicher Unfähigkeit, äh, meine Ehe gekostet. Und das war dann auch damals wie beim Markus, wusste ich jetzt gar nicht, auch der gleiche Auslöser, dass ich dann ausgezogen bin und dachte auch: Hm, was mache ich? 'Ne neue Wohnung nehmen war erst die erste Idee, aber da ich da auch schon 'n bisschen dann wirklich sehr geknickt war und meine Knie kaputt sind.
Ich hätte jetzt natürlich früher gedacht, dann war ich mal als Krisenbewältigung 'n Ironman. Das wär so 'n großer Traum gewesen. Mit kaputten Knien ist das doof. Und eine Herausforderung war dann gewesen: Hey, vielleicht schaff ich's dann so mit Mitte 40 oder mit Anfang 40, ähm, dann, äh, als Geschäftsführer von einer Firma noch mal wie damals als Student mein ganzes Jahr mit den beiden Kindern, das waren zwei Kinder damals, ähm, ein Jahr im Bus zu wohnen. Und das war auch wieder Auslöser, wo ich dachte: Okay, da 'ne Herausforderung, vielleicht kann man's aufs Marketing einsetzen, zumindest einsetzen, um noch mal Fehler zu suchen im eigenen Produkt.
Und aus diesem Jahr sind dann elf geworden.
Ja, ich hab's nicht ganz geschafft, ja, den Absprung zu kriegen.
Ja, das, ähm, geht vielen Leuten so, die mal was für ein Jahr machen wollen. Ich, äh, kann da auch 'n Lied von singen. Ähm, ja, also ich, ich find das halt super spannend bei euch, weil ihr ja, also- Wir haben ja gesagt, wir wollen jetzt nicht heute über eure Firma sprechen, sondern über euer Leben. Aber bei euch hängt das ja wirklich auch sehr, sehr eng zusammen. Das heißt, ihr lebt ja auch in euren Produkten und könnt quasi am, am, äh, ja, Real-Life-Objekt auch immer testen und weiterentwickeln und deswegen können wir natürlich auch das Thema Ausbau nicht so ganz rauslassen. Ich will da auch später noch mal so ein bisschen näher drauf eingehen, was-- weil bei euch ist ja alles sehr funktional und ich sag mal, ähm, anders als man das manchmal halt in den sozialen Netzwerken sieht, hängen halt jetzt nicht 23 Makramee-Sachen in den Fenstern und hier noch 'n Blumentöpfchen und dies und das, sondern das ist halt bei euch so, wie ich's wahrnehme, sehr stark darauf ausgerichtet, dass es im Alltag Bestand hat.
Und das ist das, was mich also zum einen an euren Produkten halt auch echt fasziniert und an euren Ausbauten, zum anderen aber auch seid ihr ja Typen, die man eigentlich überall, wo man sie trifft und wir kennen uns jetzt seit wie lange? 2016, also jetzt so sechs, sieben Jahre dann. Ich hab das Gefühl, ihr habt irgendwie immer gute Laune. Ihr seid immer so drauf, dass man merkt, dass ihr Spaß an dem habt, an eurem Leben und auch an eurer Arbeit. Und da würde mich natürlich mal interessieren, ob das für euch vor eurem Vanlife auch so war oder ob quasi der Schritt hin zu weniger Besitz, mehr Freiheit, vielleicht auch mehr Mobilität das gebracht hat, dass ihr entspannter seid mittlerweile.
Ben, möchtest du oder?
Ja, also es ist 'ne gute Frage. Das ist eine sehr gute Frage. Ich denk da selber drüber nach, ob ich einfach nur mehr Lebenserfahrung habe oder das Fahrzeug da mitwirkt. Ich glaub, das Fahrzeug wirkt ganz arg mit. Also, ähm, nehmen wir zum Beispiel die Liebe. Wenn man so dann sich wieder verliebt, ähm, dann ist es doch oft so, dass man, also wenn man jetzt so alt ist wie wir, ähm, dass dann, dass, dass es doch dann toll ist, wenn man, ähm, irgendwo die Möglichkeit hat, noch 'n eigenen Wohnsitz zu haben, aber der Wohnsitz, ähm, nicht aufgegeben wird, sondern dass man auch die Möglichkeit eines Rückzugsorts hat. Und dass der aber so nah sein kann, das heißt, wenn dann irgendwo, man kennt das ja, man kauft leckere Biosachen ein, frisch und dann ist man doch dann drei Tage bei der Freundin plötzlich und schwuppdiwupp kann man alles wegwerfen.
Und das ist ja schade. Mit 'm Bus hat man die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und sagt, wenn man jetzt mal Ruhe braucht, hat man seine Ruhe und wenn man Nähe will, dann kann man, dann kann man auch einfach mal runtergehen und dann, ähm, auch hat man seine Wohnung direkt neben der Wohnung seiner Liebsten. Also das ist schon mal ein Vorteil, dass man nicht aufeinander sitzen muss, egal wie Laune ist. Man hat auch die Möglichkeit der Stressbewältigung am Arbeitsplatz. Also ich zum Beispiel, ähm, beschreibe mal ganz kurz, wo ich hier sitze. Es ist weiß, es ist Wald, es ist Sonne. Ähm, ich bin jetzt also ungefähr 1,5 Kilometer entfernt von meinem Arbeitsplatz in meinem Büro – hat vier Räder – ähm, und hab keine Gefahr, dass jetzt irgendjemand reinkommt und mich unterbricht bei diesem Podcast. Gibt mir persönlich eine, eine höheren Fokus, weniger, äh, unbewussten Stress, weil ich genau weiß, ich, mich kann keiner stören.
Ich, Markus, äh, wie ist es bei dir?
Jawohl, ich glaub, was man, ähm, absolut gewinnt, ist Zeit. Zeit für verschiedenste Sachen, die man halt jetzt auf einmal dann erledigen kann. Also wenn ich Feierabend hab und fahr dann mit dem Bus Richtung Rhein oder dahin, wo ich gerne schlafen möchte, es vergeht da schon mal eine kleine, kleine, kleine Reise, in der man sich schon mal, ja, so den Tag laufen lässt, was man so alles erlebt hat. Man, man hat so 'n bisschen so 'n, so 'n Trucker-Ding. Man fährt halt irgendwo hin, der Sonne so ein bisschen entgegen. Manchmal weiß man doch noch gar nicht, wo man dann schläft. Das ist auch immer so 'n kleines, ja, kleines Abenteuer, weil man hat zwar seine Hotspots, aber vielleicht sind die belegt oder es sind, äh, ähm, ähm, irgendwelche andere Umstände wie Hochwasser oder Sonstiges, dass man eben nicht dahin fahren kann.
Und diese Zeit, ähm, nutzt man anders. Man geht anders einkaufen. Ben das ja auch schon so gesagt hatte, also alleine dieses Einkaufen, dass ich einfach vom, vom Einkaufswagen direkt in den Kühlschrank komm. Das ist auch so 'ne Sache, die eigentlich alles sehr, sehr vereinfacht. Man kauft nicht übermäßig viel ein, sondern sehr genau für die nächsten ein, zwei, drei Tage max. Und dann kommt's eigentlich schon, dass man dann überlegen kann: Okay, ähm, was mache ich jetzt mit meiner Zeit? Besuche ich Freunde? Ich gehe gerne essen. Also man muss ja gar nicht immer im Bus essen oder so. Oder was tue ich jetzt damit? Und das ist diese Zeitgewinnung und ich glaub, da kann man sich so 'n bisschen erden, weil man einfach nicht mehr in dieser Hektik ist.
Also ich muss noch das und das rausbringen, Müll rausbringen, ich muss meine Wohnung putzen. Ich hab, ja, also diese ganzen, ganzen alltäglichen Dinge, die so Zeit rauben, wenn man die mal so aneinander rechnet in der Woche, dann ist das richtig viel Zeit, die da flöten geht, sage ich jetzt mal. Und die kann man halt eben neu und anders verbringen und ich glaube, ja, ich bin, seitdem ich im, viel im Bus unterwegs bin und, ähm, ähm, also wirklich auch lange Zeit drin gewohnt hab, ruhiger geworden. Einfach ruhiger mit mir selbst, weil man hat ja auch öfters mal so 'ne Passage, wo man auch mal alleine ist und, und dieses Alleinsein halt eben auch leben kann und eben auch nicht gestört wird und sich aussuchen kann Wo man jetzt den Abend verbringen möchte.
Man hat ja den größten Garten eigentlich vor der Tür. Ja, und das ist natürlich ohne Gartenzaun. Ja, und das ist, ist natürlich auch 'ne schöne Geschichte, die man dann halt eben täglich nutzen kann, ne. Also Zeit ist für mich, glaub ich, so das Hauptkriterium, was man da verbringen kann. Zeit für Freunde, Zeit für Sport, Zeit für was man machen möchte, hm.
Also was ich ganz stark wahrgenommen habe an, an mir selber in dieser Zeit, war zum einen 'ne unglaubliche Ruhe im Bezug auf Zukunftsperspektiven, weil viele Menschen haben ja sehr existenzielle Ängste, dass sie sich ihren Lebensstandard im Alter nicht halten können, dass man immer so und so viel Geld verdienen muss, um sich Dinge leisten zu können. Und wenn man dann mal merkt irgendwie so, dass man auch quasi auf so kleinem Raum, egal ob das jetzt 'n kleiner Wohnwagen ist oder 'n, 'n VW-Bus oder was auch immer, wenn man merkt, dass man mit so wenig auch wirklich 'n glückliches und erfülltes Leben führen kann, dann nimmt einem das ganz viele Zukunftsängste, finde ich. Und die zweite Sache war, dass, dass mich das teilweise auch sehr befreit hat, weil ich ja schon so 'n bisschen so, so 'n Krempelkäufer bin, ne.
Ich, ich fahr dann irgendwo auf Märkte und kauf mir da irgendwie so Dekozeug, was man dann halt irgendwo wieder hinstellt und so. Und da hatt ich ganz oft so diese Momente, wo ich gemerkt hab: Ja, wär schön, aber ich hab eh keinen Platz. Also nicht kaufen. Und ich finde auch das nimmt einem viel Druck. Ich weiß nicht, wie's euch da geht oder seid ihr als Jungs da sowieso 'n bisschen, ähm, minimalistischer?
Nee, das kann ich voll nachvollziehen. Also total. Den ganzen, ganzen Kram kaufen, den man eigentlich nicht braucht. Erst downshiftet man, aber dann kommt es nachher doch wieder, dass man vielleicht auch Krempel kauft für seinen Bus und dann feststellt, nicht funk-nicht funktional, gibt's eigentlich was viel Besseres, bis man dann bei dem Produkt gelandet ist, wo man sagt: „Okay, das landet im Bus und bleibt auch da." Also das, das kenn ich auch. Und man, man spart natürlich erst mal Miete und so weiter. Das sowieso. Aber das vom Kaufen her, ja, das kenn ich, kenn ich super. Ja, dass man auch am Anfang das noch lernen muss halt, ja. Dass man da, ähm, ähm, das, ja sag ich jetzt mal, das falsche Messer hat, ähm. Der Ben hat mir jetzt zum Beispiel so 'n super Messerschärfer jetzt wieder gezeigt. So 'n kleines Ding. Das passt in jede Handtasche, ja.
Ähm, mega phänomenal. Da brauchst du also wirklich nur ein, zwei, drei Messer, mit denen kannst du dann eigentlich alles schneiden und, und, und schärfst damit immer nach und, und, und fertig ist das Ding, ne. Also das aber, dass man so viel Krempel nicht mehr kaufen muss und dass man im Supermarkt oder an anderen Sachen daran vorbeifährt, äh, ähm, mit seinem Einkaufswagen. Ja, das kenn ich und find ich auch ganz toll, muss ich sagen. Richtig gut.
Ben nickt.
Ben nickt, genau. Nein. Aber ich fand auch das Aspekt, den du gesagt hast, fand ich, ähm, ganz, ganz toll, weil da hab ich ganz vergessen, das auch zu erwähnen, weil, ähm, diese ganze selbstständig machen, ähm, also das hab ich auch gelernt über mein Leben im Bus. Also das hätt ich, äh, wahrscheinlich diese Existenzängste hatt ich nie gehabt, weil ich ja, ähm, wusste, dass ich, äh, quasi kein Geld brauche zum Glücklichsein. Also dass diese, die Kombination im Bus wohnen, ähm, sagen wir mal natürlich, ich wohn jetzt, ähm, es kann sehr, sehr günstig sein und ich bin unheimlich glücklich hier drin. Und das heißt, ähm, du hast nicht diese Angst, dass du ein Haus abzahlen musst oder so was in der Art. Und das hab ich auch bei der sehr, äh, bei den in den ersten kritischen Jahren nie Angst gehabt, dass ich da, ähm, dann einen sozialen, ähm, Absturz habe, das Haus verkauft werden muss oder so was in der Art, weil ich dachte: „Okay, Busleben ist geil.
Das kann ich mir immer leisten." Das ist also ein Riesenpunkt für, ähm, dass man, dass man keinen Druck hat für mich. Also ich hab's ganz vergessen gehabt, dass das so wichtig ist, ja. Dank dir dafür noch mal.
Jetzt ist aber ja so 'n, so 'n mobiles Leben, zumindest war's das bei uns, nicht immer nur, ähm, happy sunshine, sondern es gibt ja auch durchaus Dinge, die man da bewältigen muss. Also ich nenn mal so 'n paar Beispiele, was ich so aus, aus meinem mobilen Leben mitgenommen hab. Ich sprech jetzt nur für mich, weil für Halil und für meinen Mann waren's wieder halt andere Dinge. Aber zum Beispiel, ähm, wir waren ja nicht stationär, sondern die ganzen vier Jahre oder wie lang das war, auf Reisen. Und da war's halt immer wieder so, dass man sich halt jedes Mal auch wieder neu orientieren musste. Und das, was ihr gesagt hattet mit Zeitersparnis, das stimmt auf jeden Fall, weil halt der Hausputz in zehn Minuten erledigt ist sozusagen. Ähm, aber dafür geht halt aus meiner Sicht auch durchaus 'n bisschen Zeit drauf mit der Organisation von Dingen oder der Beschaffung von Dingen, die in 'ner Wohnung oder in 'nem Haus selbstverständlich sind und einfach da sind.
Zum Beispiel Wäsche waschen, zum Beispiel duschen, also Wasser, Frischwasserbesorgung, ähm, dann Abwasserentsorgung, was ja zu Hause in, in 'ner Wohnung auch einfach läuft, ja. Das, da muss ich mich nicht drum kümmern. Und das waren dann auch Punkte, wo ich festgestellt hab bei mir, dass die mich zum Beispiel im Winter, wo, wo es mir eh immer nicht so gut geht, weil mir das einfach zu kalt ist, dass sie mich dann anfangen zu nerven. Und da wollte ich euch jetzt mal fragen, wie ihr so damit umgeht und wie ihr euch da organisiert habt, um das Ganze so bequem wie möglich zu gestalten.
Ähm, dann fang ich wieder an. Also bei mir ist es so, ich muss sagen, ich hab's nicht so hart gemacht wie du, Nele. Also sagen wir mal so: Als Student hatte ich das, äh, Problem nicht gehabt. Da hat meine Mama immer gefragt zum Waschen und hatte Sport entdeckt. Ich war vorher unsportlich gewesen und dann hab ich, äh, jeden Tag in der Uni einen Sport gesucht, ein oder zwei Dinger und wurde dann auch knackig und muskulös, was fürs Ego sehr gut war. Ähm, jetzt Jetzt und heute, heute, wie ich jetzt heute lebe, ist ja so, dass ich ja meistens, ähm, ähm, ich, ich, wir, wir campen ja im Alltag. Das heißt, wir sind ja meistens in der Firma, im Umfeld der Firma. Das heißt, ähm, Markus und ich haben beide bei uns, ähm, in der Firma so eine Garage, die wir als Lager nutzen können.
Das heißt, wir können Klamotten trocknen und lagern und können einfach schnell wechseln. Wir fahren mit dem Auto vor, können die Kisten rausstellen, neue Kiste rein. Wenn wir sagen, wir gehen Kanu fahren, dann kommt da noch mal 'n Paddel mehr rein. Das geht innerhalb von zwei Minuten Wechsel. Das macht das ganze Leben extrem einfach. Das heißt, ich fahr nicht meinen gesamten Besitz rum. Ich hab mich dauernd gestiftet, aber die Garage ist für mich ein Luxus. Also ein Luxus, den ich gerne, gerne nutze und ohne das ist es 'ne andere Liga. Zweitens, ähm, bin ich jetzt, ähm, zweitens haben wir hier natürlich dadurch, dass wir stationär sind, haben wir, ähm, kennen wir alle Spots hier in der Gegend, haben auch eigene Spots erworben. Das heißt, wenn man sich umguckt, wenn man spazieren geht und einen sehr schönen Ort findet, da sind oft da irgendwelche verlassenen Schrebergärten.
Also Schrebergärten nicht, das ist meistens relativ, hmm, überwacht. Nein, also Weinberge, alte Weinberge, alte Wälder. Und man-- diese Dinger kosten nichts. Es ist lächerlich. Wenn man in Darmstadt kommt, ähm, dann kostet so ein Grundstück ein Tausendstel pro Quadratmeter von einem Bauland. Das heißt, man hat 'ne Waldfläche am Hang mit Blick über die ganze Ebene-
Wow.
... wo man einfach stehen kann. Wir haben also unsere eigenen, ähm, Plätze, wo wir hingehen können. Das heißt, diesen Stress haben wir auch nicht. Und, ähm, ähm, und wir haben in der Firma auch eine Waschmaschine. Also wir haben's also wirklich luxuriös. Und, äh, was dann auch kommt, ist, dass, äh, jetzt im Winter, ähm, also ich hab jetzt die ganze Zeit ohne Fitnessstudio gewesen, aber mein Sohn ist mittlerweile siebzehn und hat angefangen, sich für Muskeln zu interessieren. Und dann hab ich, ähm, um eine Gemeinsamkeit zu, ähm, zu kriegen und den Kontakt zu halten – ich liebe meinen Sohn natürlich – ähm, bin ich, bin ich jetzt Trainingspartner von meinem Sohnemann. Wir stimulieren uns hoch und ich hab früher immer gedacht: „Ach, dieses Bodybuilding, was 'n Scheiß ist das denn hier? Geh lieber draußen Kanu fahren, Mountainbiken."
Aber wenn man richtig sich drauf einlässt, ist das auch geil. Wenn man danach noch 'ne richtig schöne Saunaanlage im Studio hat-
Mhm.
... ist das natürlich-- Hast du eine Sauna, hast du tolle, hast du, hast du die Sanitäranlagen besser, als du's zu Hause haben kannst. Weil lustiger: Das sind ja altägige Männer, die dann mit 'nem Handtuch da einen Aufguss machen. Das hast du zu Hause ja nie.
Nee, das ist 'ne Show, die du da noch gratis bekommst.
Genau. Und du musst auch wieder nicht putzen. Das Argument von Markus: kein Putzen nötig, weil du duschen gehst.
Ja, im Sommer ist's ja einfach, ne. Im Sommer kannst du, haben wir ja unsere Dusche am Bus.
Mhm.
Da ist ja, da können wir halt eben wirklich immer ein Eckchen irgendwo finden. Also ich hab schon überall geduscht. Wir haben ja hinten so 'n Duschvorhang und dann auf den verrücktesten Parkplätzen den Duschvorhang hinten runtergelassen und dann, ähm, ja, hinten einfach geduscht. Dann hat man so biologisch abbaubares Duschgel, aber auch mit Spülmittel hantieren wir so. Da ist ja alles, sag ich mal, einfacher getrimmt. Ja. Oder, ähm, aber mit, mit im Winter, dann, dann geht's schon los. Dann haben wir, wie der Ben schon gesagt hat, hier die Möglichkeit, halt eben wirklich zu duschen. Wir haben in der Firma auch eben Wäschetrockner und, ähm, und 'ne Waschmaschine und können uns da am Wochenende, da ist ja auch nicht so viel los, dann da aufhalten. Ähm, aber, ähm, Fitnessstudio ist natürlich auch immer ein großes Ding da, dass man da halt eben hingeht und einmal Sport und halt eben die Hygiene, sag ich mal, miteinander so verbindet.
Wo es natürlich 'n Problem war, war Corona. Als Corona dann auf einmal aufkam, waren auf einmal diese ganzen schönen Sachen weg. Also der Bus wurde-- Das Zuhause in dem Bus, fand ich, vom Gefühl her wurde sehr klein. Ja, weil normalerweise war das so: Man konnte essen gehen, man konnte überall hin. Die einzige Aktivität, die man so hatte, war, ähm, andere Leute noch zusätzlich zu sehen. Ähm, man ging in den Supermarkt und das Einkaufen und ansonsten war das dann eben wirklich so, dass man dann, ähm, ja, in diesem kleinen Zuhause saß. Ja, wenn das Wetter jetzt noch schlecht war oder keine Sportaktivitäten irgendwo möglich waren. Das war so der, da war das der, ähm, ja das, der erste Grund, wo man dann gesagt hat: „Okay, ähm, jetzt ist es doch ganz schön klein, so 'n VW-Bus", wenn man sich nicht so entfalten kann.
Wenn's richtig läuft, Sommer, dann, dann wird das immer größer. Es ist wirklich auch wetterabhängig, ne.
Ja, total.
Kann man auch dazu sagen.
Corona war ja bei uns auch der Punkt, ähm, an dem wir dann aus unserem Caravan-Life ausgestiegen sind, weil's einfach nicht mehr ging, weil wir ja dann auch gar keine Möglichkeit mehr hatten, auf Campingplätzen zu stehen und mit 'm Wohnwagen bist du natürlich nicht so flexibel wie mit 'nem Bus. Und dann noch vielleicht mit 'nem Bus, äh, den man an 'ner Firma abstellen kann, die einem gehört. Das ist natürlich, ähm, schon 'ne, 'ne sehr komfortable Situation, die ihr da euch geschaffen habt. Und für mich war das, also da ging's dann ja auch auf 'n Winter zu im Herbst. Es war völlig trostlos. Also es war wirklich, ich, ähm, wir haben auch 'n sehr kleinen Wohnwagen und wohnen darin zu zweit oder haben darin zu zweit gewohnt. Dann steigt man sich permanent auf die Füße gegenseitig und das war dann tatsächlich, äh, keine Situation, die ich gerne hätte fortsetzen möchten, mögen.
Ja, am Anfang war das eigentlich noch, ähm, ja 2020, ähm, da war, war das dann ja das eben das totale mobile Büro. Ja, man ist ja mal gar nicht mehr auf die Arbeit gefahren, weil dat haben wir dann komplett dicht gemacht gehabt und man stand dann, ähm, ähm, irgendwo am Rhein und, äh, die Leute sind dann so vorbeigelaufen, wenn man das Dach so offen hatte im April, kann ich mich noch erinnern, und die haben dann so den Daumen nach oben: „Ach, das ist ja 'n schöner Busoffice." Ja. Da war das noch alles so ganz nett.
Und dann kam der Herbst
Hat man dann schon gemerkt, dass so die, genau dann und die Menschen auch einem so fehlen, dieses Alltägliche halt und, und dass das dann eben immer kleiner wurde. Und dann genau und dann kam der Herbst und dann ist dann, dann ist das Wetter eben nicht mehr so gut. Ja und da muss man eben immer mehr, rutscht man immer mehr rein in dieses, äh, ähm, Geschehen. Und was verrückt war, genau in der Zeit habe ich dann meine Freundin kennengelernt.
Stimmt.
Und
Ja.
Ja genau, da habe ich Katta kennengelernt und, ähm, sie war dann wirklich so verrückt, dass sie doch dann tatsächlich, ähm, mit in den Bus gezogen ist. Ja und dann waren wir dann, ähm, auf einmal zu zweit während der Corona-Zeit. Und das war natürlich auch ein ganz tolles Erlebnis. Genau in dieser Zeit, wo man dann gesagt hatte: „Mensch, ähm, jetzt wird's ja eigentlich so 'n bisschen, ähm, großlos, wenn man so alleine in dem Bus ist die ganze Zeit und niemand auch richtig einladen kann, weil man nicht in diesem ganzen Corona-Ding wusste, wie man damit umgehen soll, ähm, rutscht auf einmal jemand in diesen zu klein gewordenen Bus und dadurch wurde er wieder groß. Ja. Man konnte auf einmal wieder teilen. Man konnte auf einmal wieder losrennen und hat auf einmal wieder ganz neue Perspektiven gehabt.
Ja, ähm, man hat das, die Sichtweisen haben sich geändert. Ist ja klar, ja. Man war frisch verliebt und, und, und auf einmal ist alles wieder anders. Und da musste ich auch wieder sagen, möchte ich niemals mehr missen diese Zeit, dass die, dass ich die so erlebt habe, war wundervoll. Ja.
Also da, das ist ja wirklich was, das finde ich total faszinierend, weil eigentlich ist es ja 'ne Beziehungsphase, in der man den anderen erst mal aus der Ferne kennenlernt. Das heißt, ähm, beide Parteien tun erst mal so, als, ähm, würden sie keine unangenehmen Geräusche machen. Man hat natürlich auch keine Ausscheidungen, man riecht immer gut und man zeigt sich ja immer von seiner besten Seite erst mal und gestylt und, äh, wir Mädels, äh, Beine rasiert und am besten auch schön frisiert, wenn's zum Date geht. Und ich wäre niemals auf die Idee gekommen, in dieser Phase mit irgendjemandem zusammenzuziehen und dreitausendmal weniger in so 'nem Minibus zu wohnen, wo man ja überhaupt keine Möglichkeit hat, Dinge erst mal vor dem anderen zu verbergen.
Also bei euch scheint's ja gut geklappt zu haben, sonst wärt ihr ja jetzt nicht mehr zusammen. Aber war das nicht auch schwierig?
Ja, also die rosarote Brille, die fällt ganz schnell.
Mhm.
Ja, die ist ruckzuck ist die weg, ne. Weil man den Menschen, ähm, wie in so 'nem Konzentrat lernen, kennenlernt. Also nicht dieses außen rum, diese Corona, die sich da so gebildet hat oder so was, sondern man merkt richtig gleich das Konzentrat. Ja.
Ja.
Das ist, ähm, so wie ins kalte Wasser springen. Aber für alle beide. Ja und das, das hat uns auch, ähm, glaube ich, auch sehr miteinander gefestigt, weil es sind ja dann auch eure Abläufe, die man auch im Bus zusammen haben muss sogar, ja, ähm, ähm, die dann irgendwo getaktet sein müssen, ähm, damit man sich halt eben nicht auf den Keks geht. Und das ist so auch mit das Wichtigste, wenn man, glaube ich, so 'n Vanlife im VW-Bus irgendwie, äh, ähm, zusammen halt eben lebt, dass man sich nicht gegenseitig auf den Sack geht. Und da-
Ja.
-haben wir jetzt trotzdem wieder den Bus mal rauszuholen. Da ist Funktionalität extrem wichtig. Ja, wenn, wenn du keine Funktionalität hast, dann hast du 'n Problem, dass der eine sich immer bewegen muss oder sonst irgendetwas tun muss und der Haussegen ist nicht immer grade. Man hat immer so 'ne Tagesform und diese Tagesform, ähm, ist nicht immer synchron. Ja, und da gibt's natürlich Erlebnisse, die, ja, der eine steht früher auf, der andere will noch liegen bleiben. Ja. Der andere möchte losfahren, der andere ist noch nicht mal aufgestanden. Ja, das sind nur so kleine Aspekte. Und wenn man dann noch im Regen noch zusammen ist und im Regen reinkommt und sich dann von den nassen Klamotten lösen möchte und dann halt sich dagegen, ja, ähm, äh, sich dreht und wendet und, ähm, Hygiene kommt noch dazu.
Oder man muss auf stille Örtchen, währenddessen der andere andere Bedürfnisse hat, ähm, oder auf einmal dann die Heckklappe öffnet oder die Tür öffnen möchte, während da drinnen was ganz anderes läuft. Das sind so Sachen, die müssen einspielen. Und wenn man da zusammen gut tickt, kann es richtig Spaß machen, aber es natürlich da, wo gehobelt wird, da fallen die Späne. Das ist ganz normal.
Zumindest würde man auf jeden Fall sehr schnell merken, wenn's nicht passt.
Unbedingt. Ja, ganz klar. Ganz, aber 100 Prozent.
Ben, du hast ja sogar, du hast ja sogar mit zwei Kindern in deinem Bus gelebt. Ähm, ich weiß nicht, ob auch schon mit Partnerin, aber wie ist das denn so, so 'n Familienleben in so 'nem kleinen Räumchen?
Ähm, als-also das heißt, ähm, ich habe sogar drei Kinder, so 'ne eine-
Drei.
-mit der, ähm, ja, ich habe sogar drei Kinder. Zwei waren nach der Trennung, aber ich habe noch mal eine Frau kennengelernt und dann gab's noch mal die kleine Eva. Ähm, wie ist das mit Familie? Also es ist super intensiv, wie Markus auch gesagt hat. Also ich hatte ja, ähm, bei der Firmengründung, das ist nicht romantisch gewesen. Das waren teilweise achtzig Stunden die Woche. Das heißt, du bist nicht viel zu Hause. Mein Arbeitstag war gewesen von neun Uhr morgens bis fünf Uhr nachmittags am nächsten Tag. Das heißt, ich habe immer eine Nacht durchgearbeitet, damit ich wenigstens mal die Kinder mal in die Schule bringen kann und abends mal sehe. Ähm, das war stressig, ja. Und das war natürlich auch so, dass da ganz oft wichtige Sachen waren, wo ich dann angerufen habe: „Schatzi, ich schaff's nicht.
Ähm, hol du die Kinder ab, mach du das fertig", und so. Ähm, und ja, das, die Beziehung zu den Kindern, die kommt ja nicht, dass du der Samenspender bist. Sie kommt ja durch gemeinsame Aktivität. Ähm, und dann mit der Trennung war das ein, war das für mich und für die Kinder Toll, weil, äh, ich plötzlich nicht mehr anrufen konnte: „Hallo Schatzi." Wir hatten also die, ähm, also meine, äh, ehemalige Frau war, die-- wir haben uns gut getrennt und, ähm, wollten Eltern bleiben. Und, äh, und ich hab auch gefragt, ob's okay ist, das Ganze, die Aktion. Und sie hat gesagt, wenn alles, wenn die Kinder glücklich sind und nicht auffällig werden, ähm, dann ja, sobald die keinen Bock mehr haben, ähm, abbrechen.
Und ich hatt's auch nur vierzig, fünfzig Prozent gehabt. Also das heißt zwei, zwei Wochentage plus Wochenende jedes zweite. Ähm, das heißt so ein Viertel, halbe halbe haben wir so getan. Real waren's vierzig Prozent. Aber das Tolle war gewesen, dass ich dann nicht mehr sagen konnte: „Hallo Schatzi." Sondern ich musste sagen: Kinder, Kindergarten, also Schule ist aus dann und dann. Und dann, wenn ich nicht dastehe, dann gibt's Tränen und das will ich nicht. Und dann muss ich halt vorher sagen: „Pass auf, schön, dass du da bist. Wir machen 'n Meeting, aber ich muss nach einer Stunde weg." Und das ist wichtig. Und vorher hab ich's immer rausgetrödelt und plötzlich war die Stunde wichtig. Und dann ging das auch. Es ging sogar besser. Das heißt, dann plötzlich hältst dich dran und am Anfang hab ich noch versucht, so 'n Headset im Ohr zu haben, also 'n Headset und hab dann versucht, auch wenn die Kinder da sind, noch weiterzuarbeiten.
Das ging im Haus wunderbar. Im Bus geht das gar nicht. Da sind die, da hab ich, glaub ich, dann relativ sofort nach keine fünf Tage gesagt: „Hey, das geht gar nicht. Es ist nicht möglich. Entweder ganz oder gar nicht." Das heißt dann, äh, ganz oder gar nicht heißt, äh, du sagst dann, ja die, du sagst dann einfach: „Okay, du kannst den Kindern nicht sagen, spielt hinten, spielt Game Boy hinten in eurem Zimmer", sondern du musst dich wirklich um die kümmern. Und das war super. Dann muss, dann hat's kurz, dann muss das Telefon ausgemacht werden und dann war ich für die Kinder wirklich da und das hat mir geholfen, auch die Verbindung zu meinen Kindern wieder herzustellen und zu entwickeln und das hat nachhaltig gewirkt. Die Kinder sind die besten Kinder, die ich habe. Also geworden und, ähm, die, die Große ist jetzt 19 eben halt.
Wir haben also, ähm, also die ist also in der Grundschule zu mir, also die hat bis zum Ende, wir hatten, ich hätt nie gedacht, dass es wirklich, dass wir dieses, äh, ich hätt nie gedacht, dass man das lange durchhalten kann. Ich dachte, wenn die größer werden, Pubertät kommt, dass man dann aus 'm Bus raus muss. Hat aber funktioniert alles. Also gut, später, also die, man ist halt viel intensiver. Man macht einfach richtig Powerzeit. Das Ganze funktioniert nicht wie 'ne normale Wohnung. Das heißt, man, das, man muss einfach bei jeder Bedingung raus. Also man kann nicht hingehen, wenn man zu fünft unterwegs war. Wir waren teilweise zu fünft Skifahren gewesen, höchsten 'n Lift angefahren, dann direkt dort gestanden. Ähm, das ist natürlich Hardcore, geht nur mit 'nem top eingespielten Team. Aber wir waren zu fünft im VW-Bus und haben da teilweise Ski gefahren. Das geht aber nur, wenn man dann auch abends halt so platt ist, dass man dann alle noch 'n bisschen was lesen und dann einfach umkippt von Müdigkeit.
Man kann nicht den ganzen Tag im, äh, im Bus sitzen, das geht nicht. Und Fernsehen gucken geht auch nicht. Man muss wirklich, äh, aktiv sein bei jedem Wetter. Ähm, das, äh, ja, fand ich immer super. Und wir haben, ich hab auch in der Corona-Zeit das Problem natürlich nicht gehabt wie Markus, weil ich das, äh, das Gute fand, dass ich da auch im harten Lockdown ja einfach diese Grundstücke hatte im Wald, wo keiner vorbeigekommen sind. Das war eher viel schöner, weil da hab ich dann quasi, haben wir quasi im Wald gewohnt. Ein-eine Woche und zwei Wochen im Wald wohnen ist auch geil. Ja, einfach dann mit Lagerfeuer jeden Tag. Ja, ja, wir hatten 'n bisschen Angst gehabt, dass wir, wir hatten diesen, diesen Vorteil halt, dass wir 'n eigenes Grundstück hatten, wo wir da uns zurückziehen konnten, was ganz naturnah ist, mit viel, viel Wald, wo du einfach, äh, Ruhe hattest. Da hatt ich halt nicht diese Probleme. Also eingepfercht im Bus, ich brauche Wald, ich brauche Natur.
Ähm, ein-eingepfercht in 'ner Wohnung halt ich nicht lange durch.
Aber dann hat ja quasi auch das Leben mit deinen Kindern im Bus dazu geführt, dass du arbeitstechnisch auch auf 'n, ich sag jetzt mal, halbwegs erträgliches Maß runterfahren musstest einfach, was dir wahrscheinlich dann auch wieder gutgetan hat selber, nicht nur den Kindern.
Ja, absolut. Ich mein, du, das, diese Workaholic ist eine Krankheit. Wenn du zu viel arbeitest, irgendwann gewöhnst du dich an diesen Stress und dann willst du den weitermachen und irgendwann bist du dann, bist du dann, irgendwann brennst du aus und bist dann, äh, stirbst und denkst: „Ja, was hab ich jetzt gemacht? Toll, ich hab jetzt irgendwie 'ne Riesenfirma aufgebaut, hab jetzt hier Space Camp in allen Farben, die's so im Regenbogen gibt." Ähm, das ist nicht das, wo man die Augen schließen sagt: „Ich bin glücklich." Ähm, das sind doch irgendwie soziale Komponenten und, ähm, da muss man sich da wirklich dann irgendwo rausreißen, wenn man erst mal in dieser Arbeitsschnecke drin ist. Und das haben mir die Kinder geholfen dann und das, das Vanlifen.
Ja, wir, wir leben ja auch in 'ner Gesellschaft, wo es zum guten Ton gehört, immer gestresst zu sein. Also wenn du nicht gestresst bist, dann ist irgendwie was falsch mit dir, hab ich immer so den Eindruck. Und es ist immer lustig, wenn ich den Leuten sage, dass mein erklärtes Lebensziel ist, nicht mehr als vier Stunden am Tag zu arbeiten und dass ich da mittlerweile schon relativ nah rankomme. Und es ist so völlig irgendwie, dass, dass die Leute dann denken: „Was? Was erzählt die? Lebensziel muss doch sein Haus und viel Geld und, äh, keine Ahnung, ja, fünf Kinder und Garten und Ferienwohnung." Aber ich glaub, dass das auch tatsächlich bei mir dazu beigetragen hat, dass mir Zeit so kostbar geworden ist.
Was ihr ja vorhin auch schon gesagt hattet, dass man mehr Zeit hat und je mehr Zeit man auch hat, desto mehr, ähm, möchte man davon auch haben, fühle ich.
Ja, wenn man die Zeit sinnvoll, ähm, gestalten kann auch, ne. Das ist es ja, wenn man nicht so einge, äh, spannt ins, ist in, in, in so viele Sachen halt, die man vielleicht, ähm, jetzt, also der, bei Vanlife, wie du schon gesagt hast, manchmal unnötig sind dann einfach, ne. Genau wie, wie das Putzen oder so. Aber klar, also zum Beispiel war's auch so, als bei mir im Vanlife dann das richtig losging, hab ich mit dem Rauchen aufgehört auch. Also man fängt auch an Ähm, über die Gesundheit nachzudenken, weil man halt eben mehr Zeit hat. Also ich glaub auch, das Nachdenken ist auch so ein Ding, ja. Dass man, weil man sich einfach da mehr mit, mit sich selber auseinandersetzt und, ähm, und, ähm, mehr Möglichkeiten sucht halt eben, ähm, man merkt halt eben auch, wenn man dann auf einmal Sport machen will: Oh, ähm, nach fünfhundert Meter, sechshundert Meter fängt auf einmal die Luft an.
Also da solltest du doch mal vielleicht nachdenken und dann vielleicht mal was anderes machen. Oder, ähm, ähm, man merkt halt eben, dass man vielleicht nicht mehr der Gelenkigst ist, ja und dass man da wieder mal was tun muss. Ist auch-- Im Bus ist es ja auch so, wenn ich jetzt den ganzen Tag vorm Laptop oder so gesessen hab im Bus, ähm, hat man dann auch gemerkt: Also ich muss mich mal bewegen. Also da muss jetzt mal was passieren. Ja, und da, da ist es, da merkt man halt eben, dass Zeit halt eben, ähm, ähm, schwindet, dass, dass, dass die eben nicht permanent da ist, sondern, sondern dass die langsam, eine Lebenszeit geht langsam flöten. Und, ähm, ähm, wie man die dann eben verbringen möchte, wird dann immer bewusster. Und das ist, glaub ich, dann, dass man dann diesen Schritt auf einmal oder diesen, diesen Schalter umlegt, dass Geld nicht so das Wichtige ist-
Mhm.
sondern eben Zeit das größte Gut ist und dass da eben wichtig ist, wie man die verbringt.
Ich hab mich als-
Also bei mir war das so.
Definitiv. Und ich hab auch, als Ben gerade erzählt hat von der intensiven Zeit mit seinen Kindern, ähm, hab ich mal auch so 'n bisschen rückblickend drüber nachgedacht, weil ich gestern jetzt erst das Gespräch mit meinem Vater hatte. Da hatten wir's auch so über, über Geld und Altersvorsorge und Zukunft und so. Und da ist mir wieder mal so richtig klar geworden, dass das, woran du dich als erwachsenes Kind erinnerst, nicht das ist, was deine Eltern dir alles Tolles gekauft haben, sondern das sind, sind die Zeiten, in denen die sich mit dir beschäftigt haben, ne. Dass man-- Klar brauchst du da teilweise auch Geld für, um bestimmte Ausflüge zu machen oder was auch immer, aber da steht das Materielle nicht im Vordergrund, sondern einfach auch wirklich seinen Kindern Präsenz zu schenken oder auch seinen Part, seiner Partnerin, seinem Partner ist ja nicht viel anders.
Und du erinnerst dich nicht an die ganzen materiellen Dinge später. Ich erinnere mich nur an die schönen Zeiten, die ich so mit meinen Eltern immer hatte und dass mein Vater halt, obwohl der selbstständig war, ähm, damals mit 'ner eigenen Arztpraxis, nie zu mir gesagt hat: „Du, ich hab jetzt leider keine Zeit für dich." Ne. Der hat sich immer Zeit genommen und das ist viel, viel wichtiger, als Kindern jetzt irgendwie 'n Riesenhaus hinzustellen oder sonst was. Und ich denke, in der Partnerschaft ist es ähnlich.
Ja, total. Äh, wenn man, wenn ich mich so auch zurückerinner, ähm, auch an Urlaube, dann ist es entweder die ganz tollen Sachen, an die ich mich erinnere, oder die Katastrophen. Also die Sachen, die total schiefgingen. Ja, äh, Zelt aufgebaut in Schweden. Ach, irgendwann morgens aufgewacht und ich merk dann so: Okay, äh, die Luftmatratze, in der ich liege, die schwimmt. Und dass man dann auf einmal die Hand mitten im Wasser hat. Ja, ja, völlig abgesoffen. Und, und dann probiert, also das ganze Equipment nass gewesen, Kanu nass. Also, also, ähm, alles, was eben ins Kanu rein musste, war alles dann nass, alles auch kaputt gewesen nachher und so.
Und dann, wie man das dann irgendwie probiert hat, ähm, ähm, zu handlen, äh, obwohl ich da völlig durchgedreht bin damals. Ja, weil da war ich noch viel, viel gestresster. An das kann ich mich immer noch an dieses Gefühl total erinnern. Was so dazwischen war, da, ich war da zwei Monate unterwegs, da hab ich so kleine leuchtende Inseln, aber die Katastrophe, die bleibt mir für mein ganzes Leben, bleibt die immer drin. Und so hab ich natürlich auch, auch bei mir in meinem Bus so Sachen. Immer so Sachen, die, die hältst du dir auch, die immer total schiefgehen, wirklich so richtig Katastrophen. Und auf der anderen Seite halt eben so die schönen, schönen Sachen halt eben, die du so mitnimmst. Also es ist nicht immer nur das Positive, was man so mitnimmt und was man sich erinnert, auch immer so die richtigen Granaten.
Aber deswegen sage ich ja-
Die auch das ganze Leben ja auch so ausmachen, ne.
Des-deswegen sage ich ja auch unseren Anfängern in unserer, in unserer Facebook-Anfängergruppe immer: „Macht euch keine Gedanken, es wird immer was schiefgehen." Und dieses Campingleben, egal ob man das dauerhaft macht oder für Urlaub, ist immer damit verbunden, dass man sehr, sehr viel improvisieren muss, dass immer irgendwas schiefgeht. Und das sind dann meistens die Geschichten, die man dann auch gerne irgendwelchen anderen Leuten erzählt, weil man dann zusammen was zu lachen hat.
Genau.
Und es geht noch viel weiter. Ich finde auch, dass man, ähm, Menschen und Leute kennenlernt, nur wenn man auch 'ne Chance hat. Ähm, also wenn ich einen Pauschalurlaub buche, da passiert nix. Da werd ich dicker. Passiert nix, kein Abenteuer. Kein Platz für Abenteuer. Und wenn du hingehst und, ähm, im Ausland dann dich im Sand festfährst, weil du dachtest, du musst unbedingt an den Strand fahren.
Ja, und der Fischer dich dann rausziehen muss.
Ja genau, und du musst dann die Leute reinholen und die gehen dann hin und laden dich dann ein zum Essen und, äh, und du denkst dir: „Scheiße, peinlich ist das denn eben halt", und hast voll den Scham und, „Ach du Scheiße, ist ja auch illegal, was du gemacht hast." Darf man ja gar nicht stehen. Wolltest ja morgens um fünf Uhr schon wieder losfahren, aber hat dann nicht geklappt, weil festgefahren. Und was für tolle Erlebnisse kommen mit den Leuten, wie die dann teilweise den ganzen Tag dann dich dann, äh, mitnehmen und wie du Leute kennenlernst. Das passiert nur, wenn du auch den Leuten 'ne Chance gibst, dir zu helfen und diese Hilfe zu genießen. Und dann, es gibt Sonnenschein im Herzen, den du auch weitergibst. Also die Gastfreundschaft, die man bekommt, ähm, die kriegst du nur dann, wenn du auch, äh, solche Crashs hast oder so was in der Art. Ich bin-- Also für mich ist das immer eigentlich das Abenteuer, was ich auch 'n bisschen suche.
Ja, das macht das Ganze ja auch so spannend, ne, dass man manchmal nachmittags noch gar nicht weiß, was dann so abends passiert.
Also definitiv-
Vielleicht passiert wird irgendwas.
Definitiv ist keiner Ta-, kein Tag wie der andere. Das kann ich also aus eigener Erfahrung auch sagen. Ob das, ob das immer positiv ist oder ob man vielleicht manchmal auch lieber ein bisschen mehr Routine hätte. Ich bin jetzt nicht so ein Routinemensch. Mich belastet Routine auf Dauer eher, dass, dass mich das langweilt und ich dann irgendwie da einen Ausweg suche. Aber es gibt ja Menschen, die brauchen 'ne Routine, denen gibt es Sicherheit. Für die ist dann vielleicht so'n, so'n ganz extremes Vanlife nicht so günstig. Aber ich denke, also es macht's auf jeden Fall... Ich hab auch immer das Gefühl, dass das Leben unterwegs auch die Zeit verlängert, weil wenn man so jeden Tag im selben Trott lebt, dann gehen ja auch die Tage, Wochen und Monate einfach so fluffig schnell an einem vorüber.
Und wenn man aber was erlebt, dann hat man das Gefühl, dass man mehr Zeit auch verbracht hat. Wisst ihr, was ich meine?
Ja.
Ja.
Klar, ich sag's ja halt, wenn, wenn-- Du hast halt eben viel mehr erlebt. Wenn, ich glaub, wenn jemand sagt, er muss sich nach der Arbeit entspannen und braucht dann seine Couch und, ähm, ähm, und, und guckt dann erst mal drei Stunden Fernsehen oder so, um dann erst mal so runterzukommen. Ich glaube, für den ist Vanlife jetzt erst mal in der ersten Liga erst mal nichts. Ja, weil, ähm, das Runterkommen ist bei uns, wir fahren irgendwo hin und dann haben wir so'n, das Gefühl für so'n kleinen Mikrourlaub. Klar gehst du noch mal vielleicht einkaufen, aber klar gehst, guckst du dann auch wieder, wo du stehen kannst. Aber es wird definitiv was passieren. Ja, irgendwas, irgendwas ist. Ja und, ähm, man ist halt eben mit einem Fuß draußen in der Welt. Also es ist, als würdest du aus deinem Haus raus, permanent aus'm Haus rausgehen.
Du bist dann gleich draußen und sobald du die Tür hinter dir zulässt, noch an den Briefkästen, legst du dich eigentlich hin und schläfst. Ja, es ist halt, der, der Weg ist einfach sehr, sehr kurz und sehr, sehr heftig. Und da ist es natürlich schon, dass, dass – ich finde es schön, was du gerade eben gesagt hast – so 'ne Zeitverlängerungsmaschine. Ja, dass, dass es wirklich so ist, dass man ein anderes Gefühl halt eben für den Tagesablauf bekommt.
Mhm.
Der dann-- Man putzt die Zähne zum Beispiel draußen. Das ist bei mir ganz normal. Ja, das, das wär, das wir dann rausgehen, wenn das Wetter natürlich passt und dann werden die Zähne draußen geputzt. Ja, man hat eben nicht dieses: Okay, ich bin allein im Bad und so weiter, sondern alles wird halt eben viel, viel größer und öffentlicher. Und da passiert es auch, dass man mal angesprochen wird oder so. Ne? Man ist ja natürlich auch, ich glaub, man wird auch kontaktfreudiger, ja, und auch lockerer mit Sachen, die halt eben schiefgehen können. Ne, wenn irgendwas kaputtgeht oder so, dann, es geht da nicht gleich die Welt unter, ne.
Ja, Richtung Lockerheit. Es ist ja auch so, dass Stress positive Eigenschaften hat. Also sagen wir, ein Stress, äh, also ich meine jetzt keinen konstanten Stress, dass du jeden Tag den gleichen Stress hast, der macht dich kaputt. Aber so'n Stresserlebnis, das ist das, wo du wächst wie ein Muskel, der braucht auch Stress, um dann dicker zu werden. Ist natürlich solche, immer, dass der, dass diese Herausforderung, neue Eindrücke zu haben, die zu bewältigen oder auch wenn's mal schiefgeht. Das ist ja-- Und auch wenn du sagst, äh, ja, das findest du dann nicht so lustig gerade, aber nach 'nem Jahr oder zwei Jahren oder nach zehn, irgendwann findest du's doch lustig und, äh, du wächst da an diesen Sachen. Du wächst, also du kommst dann Schritt für Schritt dann näher rein und bist dann irgendwo und bist dann cooler, gelassener und offener für solche Sachen. Ähm, find ich attraktiv und ich, ich kenne, ich hab das Glück, dass ich sehr viele durch den Job unheimlich viele erfahrene Menschen kennenlernen hab.
Wir haben auch viele, äh, wir haben also wirklich sehr, ein sehr tolle Begegnung mit unseren Kunden. Das sind viele sind davon-- Ich hab meinen Freundeskreis damit, ähm, sehr stark bereichern können auch. Und jeder und j..., und alle Leute, die älter sind, die sagen, die sagen immer, also eigentlich standardmäßig, die bedauern Sachen, die sie nicht erlebt haben.
Ja.
Also Sachen, die sie sich nicht getraut haben. Und das immer, äh, also die, ähm, also die sagen nie immer: „Ja, das hätt ich vermieden, das hätt ich vermeiden können."
Ja.
Nie. Es kommt mal hier ran, die sagen mal: „Scheiße, dass ich das nicht probiert habe." Und das ist für mich ein Riesen-Incentive, da auch, äh, dran zu bleiben und mich auf, ja, mal auf'n kleines Abenteuer einzulassen. Also wie gesagt, dieser kurze Stress, nicht dieser permanente, aber so'n kurzes, so'n Stresserlebnis. Man fährt sich fest am Strand zum Beispiel oder auch im Leben, wo man sagt: „Okay, es geht mal schief, das geht mal gut", aber du wächst.
Das, das kann ich, kann ich total bestätigen und das ist auch das, was sich in unserem Leben durchzieht wie'n roter Faden bei Leuten, mit denen wir sprechen, die uns sagen, wenn wir, äh, wenn wir das mal früher gemacht hätten oder ich wollte mit meiner Frau dann später mal die Welt bereisen und jetzt ist sie leider vor zwei Monaten verstorben. Jetzt muss ich das alleine machen. Oder dass jemand eben erst durch 'ne sehr schwere Krankheit irgendwie so 'nen Kick bekommt, was wirklich wichtig im Leben ist, ne. Also was wir schon mit Leuten gesprochen haben, die zum Beispiel durch Herzinfarkte darauf gekommen sind, mal was an ihrem Leben essenziell zu ändern und statt ins Büro halt irgendwie auf Reisen zu gehen. Und das find ich halt immer ganz spannend, weil's bei uns diesen Auslöser so nicht gab, aber wir das immer sehr stark gefühlt haben, dass wir eben nicht in dieses, ähm, vorgefertigte Schema rein wollten, auch was Arbeitswelt, Gesellschaft und so weiter angeht.
Und es, wenn du dann mit erfahrenen Menschen sprichst, dann wir-wirst du ja nur darin bestätigt auch.
Ja. Ja, total. Ich hab eben grad noch so auch so'n Gedanken noch im Kopf gehabt, dass auch, ähm, von der Eigenschaft her, also ich bin so'n Typ, ich probier immer wieder noch mal was dazuzulernen. Ja, auch immer das, dass man da nicht hingeht und sagt: „Okay- Ich bin jetzt 50 Jahre. Ich weiß jetzt, wie das ganze Ding so funktioniert. So bin ich, so bleibe ich. Sondern, ähm, ich glaube, da bin ich auch ganz schön viel noch Kind in meinem Kopf, dass, dass man immer noch mal neue Sachen wieder ausprobieren möchte und, ähm, dass dann so Sachen wie, wenn da mal was schiefgeht oder wenn irgendwas noch mal irgendwo passiert, dass man immer wieder neuen Voraus-- äh, neue Voraussetzungen hat und auch eben neue Situationen, die man dann halt eben, ja, wieder, ähm, meistern muss und jetzt auch eben zusammen sogar noch.
Da ist es ja, da muss ja auch noch ein eingespieltes Team sein und da entwickelt man sich weiter und so. Da bin ich auch wissbegierig. Also ich will da auch nicht stehen bleiben, sondern immer gucken, dass man sich halt eben weiterentwickelt. Und das, glaube ich, gehört auch mit dazu, dass man eben, ähm, ja, da, sage ich mal, offener wird halt eben und nicht nur, ähm, ähm, in seinem Lebensende schon angekommen ist, sage ich jetzt mal, ab einem gewissen Alter, sondern es gibt Leute, die wir auch kennen von unseren Kunden, was Ben schon gesagt hat. Äh, da haben wir welche, die laufen von hier bis nach Schottland. Und das ist 'ne Frau, die, die macht das wirklich, ähm, mit ihrem-- ihr Mann fährt dann mit dem, ähm, ähm, mit dem Space Camper hinterher und dann schlafen sie dann halt-
Ach, wie cool.
Ja, und sie läuft dann weiter. Also, oder andere Sportarten oder, ähm, verschiedene Menschen, die da halt eben, ähm, die verrücktesten Sachen so meistern. Also das auch noch bis ins hohe Alter. Ja. Und da kann man natürlich auch viel nacheifern, viel lernen. Da, ähm, ähm, merkt man halt eben, was alles möglich ist und dass man halt eben nicht, nicht stehen bleiben soll. Also das ist so, so mein Ding und mein Rezept, glaube ich, ähm, was wichtig ist, dass man eben nicht so alt wie eben die Uhr ist, die da irgendwie so gerade anzeigt, sondern mehr das, was man erlebt, wie man drauf ist, was man gerne haben möchte oder nicht und, und was eben noch so alles kommt. Dass man dafür sehr, sehr offen ist und dass alles möglich ist. Also ich glaube, man kann in jeder Zeit, in jedem Alter, ähm, immer noch was dazulernen und auch immer da noch, noch zusätzlich was erleben, wenn man dazu richtig Bock hat.
Ja.
Das wäre jetzt so ein schönes Schlusswort gewesen, aber ich habe leider noch ein paar Fragen an euch.
Auch ich. Mir gefällt das auch sehr hier, Mensch Nele.
Also ich wollte jetzt noch mal so ein bisschen, ähm, drauf zu sprechen kommen, weil das bei uns eben auch 'n, 'n heißes Thema war im, gerade auch in der Familie, als wir uns so für dieses Leben entschieden haben. Wir leben ja in gewisser Weise in 'ner Bubble, wo wir viel mit Leuten zu tun haben, die ähnlich unterwegs sind wie wir und manchmal auch so ein bisschen vergessen, dass es halt noch so draußen 'ne normale Welt gibt mit Eltern, mit Verwandten, mit Freunden, die das vielleicht nicht so nachvollziehen können, dass man als, ähm, ja, moderne Nomaden unterwegs ist oder wie man's auch immer nennen möchte. Und da würde mich mal interessieren, ob ihr in eurem Umfeld ähnliche Erfahrungen gemacht habt. Also dass es, dass es da Leute gab, die's nicht verstehen konnten, die dagegen waren, die, ähm, die vielleicht auch, äh, Probleme damit hatten, dass sie euch dann halt nicht normal besuchen können, äh, um da irgendwie zusammenzusitzen, sondern dass man da immer in 'nem Bus sitzen muss oder an 'nem Bus, oder.
Ne, da hängen ja ganz viele soziale Implikationen auch mit zusammen.
Also ich kenne das von meiner Seite her. Als ich in Bus gezogen bin, galt ich für einige, für, für viele Menschen halt, äh, für obdachlos.
Ja, ich weiß.
Der einfach kein Zuhause mehr hat. Ja, der arme Kerl. Der lebt jetzt im wahrsten Sinn des Wortes auf der Straße. Ja, und dann kommt natürlich dann immer die Frage: „Wie machst du das mit Toilette? Wie machst du das denn mit deinem Wohnsitz jetzt?" Und auch, auch wenn man Freunde besucht, ist das ganz, das ist heute noch so, dass sie dann immer so, so 'n leicht bemitleidenswerten Eindruck so ja-
„Aber wir haben doch ein Gästebett. Du musst doch nicht im Bus schlafen." Ja.
Genau. Genau, du kannst doch, kannst doch gerne auf der Couch schlafen. Ja. Und ich denke mir: „Du, du, die Heizung ist schon an. Das ist alles prima." Ja, also genau, ja, das kenne ich total. Ja, also auch aus dem eigenen Familienkreis, die es bis heute, äh, glaube ich, noch immer noch nicht wahrhaft, äh, ähm, ja, oder wahrnehmen wollen, halt eben, dass ich da wirklich im, im Camper jetzt lebe und dass es mir da drin dann gut geht. Das ist es ja. Ja, also-
Und dass es keine Geldfrage ist.
Genau, das ist-- Ich bin, als würde ich obdachlos sein. Ich schlafe im Zelt draußen und habe eigentlich gar keine Ahnung, wohin die Reise geht. Ja, es wird schon wa-- anders wahrgenommen da draußen. Aber das ist unterschiedlich halt eben von, von den Menschen, wie die das dann halt eben wahrnehmen für sich, ne.
Ben, du hast es schlauer gemacht. Du, du hast dein Umfeld schon sehr frühzeitig sozialisiert, ne?
Richtig, aber es ist auch so, dass, ähm, dass es auch, ähm, jetzt wirklich der VW-Bus da eine Rolle gespielt hat jetzt. Also, äh, ich meine, diese Freiheit, die wir leben, das kannst du auch in einem, in jedem Au-- Also da brauchst du kein Auto, hunderttausend Euro. Da kann auch irgendwo ein ganz einfacher Van reichen. Bei mir war's aber wirklich auch so, wo ich dann dachte, äh, als die Kinder noch ganz klein waren in der Schule und wir da angefangen haben mit diesem Jahrpro-- mit dem Jahr-Challenge, ein Jahr im Space Camper. Da kam mein kleiner Sohn, der jetzt siebzehn ist und damals halt erste Klasse war, ähm, kam aus der Schule raus und dann hat er 'nen anderen Freund gehabt und ganz stolz gesagt: „Hier, da drin wohnen wir." Und da hat der andere, äh, Junge drauf reagiert: „Papa, können wir auch so was kaufen?"
Und er: „Uh, VW-Bus. Wir haben gerade gebaut, das können wir uns gerade nicht leisten." Und dann habe ich gemerkt, wie mein Kleiner immer ein bisschen einen halben Meter größer geworden ist, Brust raus und stolz war. Also die, die Frage, ob du's dir nicht mehr leisten kannst, wenn du halt irgendwo so 'n, einen neuen VW-Bus fährt, den hatte ich also-- Da dachte ich: „Okay, das ist ein Vorteil im Vergleich zu 'ner rostigen, rostigen Schüssel, ähm, dass du einfach da bei VW-Bus hast einfach diesen cooles Effekt mit dabei. Die Leute sagen: „Okay, wow, was 'n geile Kiste." So meiner ist ja höher gelegt mit dicken Schlappen drauf. Da kommen ganz viele: „Oh, geiler Bus." Ja, also das ist, äh, da hab ich mich bisschen da schon, äh... Also es ist schon, ähm, schon so, dass da dieser VW-Bus-Kult, ähm, da hilft, dass man nicht ganz so als Penner degradiert wird.
Also für mich war-
Ja, stimmt schon wirklich. Also das, grad... Wir sind ja auch die Menschen. Was man auch sagt, gibt's ja auch, wenn man draußen irgendwo steht und irgendwo in der, äh, am... Jetzt bei uns ist eben viel so der Rhein oder wir sind halt eben am Altrhein oder so. Dass auch immer wieder Menschen kommen mit ihrem Hund vorbei und die dann uns auch so 'n bisschen sehen, wenn wir da vor dem Bus sind. Das sind ja die, die halt eben überall in die Wildnis ihre Geschäfte, ähm, erledigen und, und so 'n bisschen ihren Müll überall hinterlassen. Und, ähm, das war jetzt auch durch Corona, als das dann also natürlich so 'ne Überhand genommen hat, wo dann überall auf einmal Camper unterwegs waren, überall auch neue Kisten und wo man dann auch gemerkt hat, dass dann viele auch mit diesem Thema eigentlich sich noch gar nicht so richtig, ähm, Gedanken gemacht hatten und auf einmal dann 'n großes Fahrzeug hatten oder richtig riesen Kastenwagen oder, oder sogar die ganz großen Wohnmobile und dann gemerkt haben: Okay, ich muss meine Chemietoilette doch noch irgendwo entsorgen und das dann wirklich auch, hab ich selber gesehen, auch wirklich in der Natur halt passiert ist.
Kann man natürlich auch verstehen, dass dann, ähm, ähm, Menschen, die jetzt, sage ich mal, die Leute da so einfach in der Wildnis campen sehen, dass die dann so was denken. Ja. Also ich glaub, so 'ne Schubladendenken ist da ganz, ganz groß in unserem, äh, ähm, ähm, in unserem Vanlife, ja, was wir da so machen. Aber auch natürlich, ähm, was für 'ne Kiste du fährst, ne? Also der VW-Bus, wie gesagt, ist halt, ist halt 'n Kult. Ja und, ähm, und wir beide, Ben und ich, wir fahren auch noch also auffällige Fahrzeuge, weil die sind langer Radstand und meiner ist so schwarz. Der sieht aus wie so 'ne-
Ach, deiner ist schwarz. Genau.
Und innen drin bist du so wie, ja so, so wie sieht aus wie 'n Leichenwagen von außen. Also schwarz, man kann nicht reinschauen. Die Scheiben alles verdunkelt, so 'n bisschen Rock 'n' Roll. Und, ähm, ja, das wirkt natürlich auch irgendwo.
Mhm.
Ja. Ähm, aber das ist total unterschiedlich, wie die Leute einen aufnehmen. Also das ist ja... Man hat auch so 'n bisschen 'n Querschnitt bei unseren Kunden, auch so 'n Querschnitt durch die ganze Gesellschaft, aber immer so einschlag Mensch, die dieses Auto halt eben kaufen, ne?
Ja, aber mit Schubladendenken, da ha-da haben wir ja auch dasselbe innerhalb unserer Bubble, ne? Da sind dann wieder die, die, ähm, Vanlifer gegen die Weißwarebesitzer und die Wohnmobilisten gegen die Caravaner. Und da denk ich immer: Leute, wir, wir machen doch alle im Grunde das Gleiche. Ja. Also cool-- vielleicht ist der Coolness-Faktor jetzt bei 'nem weißen Wohnwagen nicht so hoch wie bei 'nem bunten VW-Bus optisch, aber das Lebensgefühl und auch das, was man damit selber verbindet und die, die, ähm, Gestaltung des eigenen Alltags unterscheidet sich ja nicht großartig.
Genau, ja. Also es ist eigentlich, ähm, genau wenn die Leute halt eben auch auf 'm, auf 'm Campingplatz wohnen. Gibt's ja auch, ja. Wir haben auch wirklich auch ja Kunden, die fahren, äh, in ihrem Urlaub vom Campingplatz zum Campingplatz. Die möchten gern 'n Stellplatz haben, wo dann halt, ähm, alles schon mit Außenstrom oder Wasser alles schon vorgesorgt ist. Andere wollen halt eben autark stehen und da gibt's ja auch immer Gegner, die dann sagen: „Oh, sobald du da mit 'm Reifen auf 'ner Wiese stehst, dann bist du eigentlich, ähm, ähm, ähm, wirklich ein, ein Biosünder." Ja, also dann... Und andere halt eben, die dann sagen: „Okay, ich fahr gerne eben raus, offroad ab in die Wildnis, fahren durch, durch Flüsse und so weiter durch, haben ja auch wirklich dementsprechend präparierte Fahrzeuge." Klar, genau wie du schon sagst, es gibt in innerhalb auch dieser Bubble, ja, gibt es total die verschiedenen Klassifizierungen von Menschen halt.
Jo. Aber so 'n Lebensgefühl ist doch meistens irgendwo doch dann gleich. Ja. Nur wie man das dann so 'n bisschen ausübt innerhalb dieses Vanlife, ist es dann auch wieder... Klar gibt's auch Unterschiede, was ja find ich auch wieder ganz gut ist. Das macht die ganze Sache ja auch wieder bunt. Ja, wär ja furchtbar, wenn wir alle gleich wären, ne?
Und ist ja auch alles legitim, ne? Der eine mag lieber 'n bisschen mehr Komfort, der andere ist mit, äh, mit absolutem Naturerlebnis glücklich. Und zum Glück wollen wir nicht alle das Gleiche, sonst würden wir alle an einer Ecke stehen und uns auf die Füße treten. Ist ja auch Quatsch.
Ja. Ja, genau.
Zu wie viel Prozent würdet ihr sagen, deckt sich euer Vanlife mit dem, was man so auf Instagram und Co. sieht? Sowohl optisch als auch in puncto Funktionalität und Lebensart? Also ich hab jetzt zum Beispiel von euch noch keine Fotos gesehen, wo ihr euch halbnackt im Sonnenuntergang in Yogaposen am Fahrzeug rekelt.
Das will auch keiner.
Ich wollt grad sagen, da hat auch keiner Lust drauf.
Ich denk, ich denk, du machst jetzt hier Bodybuilding, Ben, hör mal.
Ja, ja, aber das reicht, das reicht nicht und meine Haare sind auch noch nicht ganz blond. Also das, ähm, nein, also ich denke, also von der Seite her, ähm, nein, von der Seite her würd ich sagen, äh, ich würd mir fünfzig Prozent nur geben. Hängt damit zusammen, dass, ähm, ich auch teilweise das gar nicht so, äh, also dieses, ich hab schon am, am Meer gestanden direkt und so weiter, aber normalerweise die meisten Bilder, die, die, die man so diese schönen Bilder, wo man dann irgendwo schöne Leute sieht, die direkt am Meer stehen. Das bin ich natürlich nicht. Ich bin da so normal aussehend und, ähm, für mich ist das auch das Fahrzeug ein- Es geht mir nicht unbedingt, dass ich den schönsten Platz der Welt haben. Mir geht's auch Aktivitäten. Ich möchte Mountainbiken, ich möchte Kanu fahren und ich kann, äh, und ich, mir ist lieber, dass ich teilweise, ähm, versteckt irgendwo, äh, in der dritten Reihe stehe, also lieber irgendwo, wenn ich in Frankreich wäre zum Beispiel, ich würd mich nie an 'n Strand stellen, sondern ich würd mich immer, immer 'n paar Kilometer ins, ins Landesinnere flüchten, weil da die, äh, weil da einfach-- Ich möchte nicht, äh, ich möchte die Camper-Szene nicht überfrachten.
Ich möchte mich nicht vor 'nem Hotel, äh, in die Sicht, äh, da reinstellen und Leute belasten und ich finde dann 'n paar Meter weiter weg, dann hast du Ruhe, dann stört sich auch keiner dran und ich fühl mich wohl. Und mir geht's halt auch wirklich um die Aktivität, also nicht, äh, schlafen. Oft geh ich auch hin und schlaf dann einfach nur, wo's ruhig ist, weil ich einfach vorher, äh, weil ich da einfach schön 'n Parkplatz hab, wo ich schön mein Wandern starten kann. Danach bin ich so, so müde, dann, dann sitz ich nicht lange rum, dann ist mir egal, ob das jetzt, äh, Strandblick hat oder nicht. Also insofern sind die meisten dann nicht so ganz so romantisch. Die meisten Bilder, die ich machen würde, wenn ich jeden Tag ein Bild machen würde.
Kenne ich.
Ja, ist doch, ist ja, ist ja auch nicht so, dass wir, ähm, so Influencer sind, ja. Ähm, wir sind jetzt nicht superaktiv in, in, im, im Social-Media-Bereich, ja. Klar mach, haben wir auch mal unsere Postings, aber ich glaub, der Ben da noch weniger als ich sogar. Ja, und, ähm, da geht's auch wieder um den Faktor Zeit. Ja, und da ist es eben, wir sind jetzt nicht darauf bedacht, viele Likes oder so zu haben, aber und wir wohnen ja auch jetzt nicht im Bus, um das dann wieder, äh, mit Bildern zu vermarkten oder so, sondern wir haben unseren ganz normalen Job. Wir, ähm, ähm, haben unsere Tätigkeit am Tag und haben jetzt, ähm, nicht das Vanlife zum Beruf gemacht, sondern, ähm, einfach, wir wohnen im Bus.
Das ist es. Unser, unser Zuhause hat einfach vier Räder. Ja. Und da ist es halt eben, dass wir dann, ähm, diese Zeit halt eben, ähm, ähm, ja, nicht eben, eben in der Heckklappe verbringen mit dem Poppes im Sonnenunterschein, äh, Sonnenuntergang und, ähm, sondern mehr oder weniger halt eben unserem Sport nachgehen und gucken, dass wir halt eben dieses, ähm, was wir da tun, halt eben, ja, leben. Also das, ähm, ich denk auch immer dieses, dieses permanente Kochen, also dieses wahnsinnige Kochen, was, was ich immer so in dem Vanlife sehe, dass sie auf, bei jedem Wetter immer schön Wetter, was ja auch fantastisch ist, dass sie dann immer, äh, ähm, hinten auf, ja oder im Auto halt, äh, äh, ähm, die tollsten Gerichte zaubern.
Ja, es gibt keinen Dreck, kaum Müll, äh, alles ist tierisch immer sauber.
Ja, und aufgeräumt.
Also das ist bei mir nie.
Aufgeräumt.
Der Bus ist der Wah..., wer schafft denn, wer schafft denn so was, ne? Also das ist, das ist total schwierig. Ja, also dass du da hingehst und, und, und, ähm, dass du dann, ähm, ja auch immer aufgeräumt alles hast, dass es immer so picobello fertig daliegt. Und vor allen Dingen auch immer solche Sachen, wenn du das mal schaust auf den meisten Bildern, wenn die um die erste Kurve fahren, dann liegt der ganze Schmodder auf der linken Seite. Ja.
Die Vasen.
Alles nur irgendwo rausfallen. Alles, alles Mögliche, was da liegt. Das ist ja alles so schön dekoriert immer.
Ja.
Und das gibt's eigentlich nicht. Also es ist dann wahrheitsgetreu ist es mehr, wenn-- Es ist einfach das alltägliche Leben und du bist ja auch nicht die ganze Zeit im Bus. Das Leben findet vor dem Bus statt und nicht im Bus. Sondern du bist ja meistens außerhalb des Busses unterwegs.
Ich möchte dir nur in einem Punkt widersprechen: Ich bin auch eine von denen, die immer riesige Menüs kocht im Wohnwagen. Und, äh, bei uns gibt's wirklich alles, was es zu Hause auch gibt, wofür man keinen stationären Backofen braucht. Also alles andere gibt's bei uns und also wirklich von Eintöpfen über, ähm, Gänsebrust bis was weiß ich. Du kannst-- Es gibt nichts, was ich im Wohnwagen nicht schon gekocht hätte. Wie gesagt, alles ohne, ohne Backofen. Also irgendeinen Braten oder so natürlich nicht. Oder wie jetzt Pizza ist auch 'n bisschen schwierig, 'ne richtig gute Pizza zu machen. Aber da, ja, also ich mach zwar keine Fotos davon und die Gerichte sehen auch manchmal nicht so schick aus, aber ist alles sehr lecker und ich bin da tatsächlich auch jeden Tag am Kochen.
Ja, wunderbar. Also mir, mir wär das zu, da, da müsste ich, müsste ich jeden Tag, also das ist mir vom Einkaufen her auch zu viel. Ja, also dass ich dann jeden Tag hingehe. Bei Corona war das so, dass wir, dass wir wirklich jeden Tag gekocht haben. Ja. Das ist, das war auf jeden Fall der Fall. Aber manchmal möchte man einfach das auch schnell haben oder gehen wir gerne essen. Also da gehe ich auch gerne ins Restaurant und, ähm, ja, und dann kann man auch mal eins oder zwei, drei Gläschen Wein trinken und brauch ja nirgendswo mehr hinzufahren, weil man dann-
Ja, weil man schon da ist.
-wenn man dann noch 'n schönen Parkplatz hat, dann direkt da bleiben kann. Genau, so ist es. So ist es. Man ist ja eigentlich schon da. Ja, so ist es. Was wir aber auch schon gemacht haben, Ben, Ben und ich, ähm, dass wir da 'n schönen Spot hatten, kann ich mich noch erinnern, ähm, ähm, im Winter. Und dann sind wir dann so Heck an Heck gefahren, haben dann so die Heckklappe hoch und wir haben dann so Heckauszüge. Die haben wir dann-
Mhm.
-so aneinandergestellt und damit hast du so 'ne richtig lange Theke gehabt. Ja.
Ach schön.
Und, ähm, da hatten wir dann bei Minusgrade wirklich alle 'ne Kopflampe auf, ja, und jeder so 'n, fast so 'n Schneeanzug. Es war so kalt wie jetzt hier draußen. Alles hat geraucht und, ähm, wir haben dann schön auf dieser Theke geschnippelt und dann eben zusammen gekocht. Und das war, muss man sagen, auch ein sehr, sehr schönes Erlebnis, ja, wo man dann so zu dritt, ähm, sich 'n schönes Menü gezaubert hat und dann auch draußen isst. Also dann, ne, also nicht in den Bus gegangen sind, sondern wir haben dann draußen gegessen, ja, bei minus zwölf Grad oder so.
Boah, da härtet man ab.
So hast du uns ja ab-- So hast du uns ja auch mal kennengelernt, ne?
Ja, auf der CMT, genau.
Man ertet sich gar nicht so arg ab. Im Endeffekt ist es ganz im Gegenteil so, dass du, ähm, eigentlich dir mehr Klamotten kaufst. Also sagen wir nicht, ähm, nicht, ähm, also funktionell. Also ich hab dann jetzt grade eben, ähm, hab ich drei Jacken übereinander an und eigentlich drei Hosen. Das heißt, das, ähm, ermöglicht mir, ähm, dass ich bei jedem Wetter auch einfach draußen leben kann. Das heißt, dass ich dann auch Zeitung lesen kann auch draußen. Das ist, ähm, ich persönlich halte das, ähm, für eine wunderschöne Sache, weil die meisten Leute, ähm, ich hab mir vorher Glücklichkeit auch gehabt. Weil die meisten Leute, wenn du in, in, an, jetzt, äh, in einem sehr stark geheizten Umfeld wohnst und, ähm, arbeitest, dann ist dieser Kälteschock von, ähm, teilweise minus zehn Grad auf zwanzig Grad, den manche Leute da haben, ähm, führt dazu, dass sie nur ganz ku, wenige Sekunden draußen aushalten, dann wieder rein müssen.
Dann kriegen sie zu wenig Sonne ab, ähm, und du bist zu wenig draußen und dann, ähm, ist das, äh, für die, für das Glück, für das, für den, äh, für das Glücklichkeit ist halt, das, das, die Sonne sehr wichtig. Und wenn du halt da keine Sonne abkriegst, ähm, wirst du unzufrieden im Winter, am Ende des Winters. So wenn das warm anziehen und draußen sein auch da eine gute Idee. Und die zweite Geschichte, die ich auch noch dazu sagen möchte, ist einfach auch, dass, ähm, der Mensch eigentlich den Wechsel braucht. Das heißt, wenn man gefastet hat und weiß, wie gut nach einer Woche nichts essen, eine rohe Kartoffel, also ein, eine gekochte Kartoffel ohne Soße schmeckt, ähm, das ist dann auch im Vanlife find ich auch schön, dass du, äh, wenn du's nicht konsequent machst, sondern einfach so wie wir, äh, teilweise auch sagst: „Okay, dann ist der Kaffee halt nicht so die Nummer Primus an Nummer eins", sondern da ist das halt einfach mal ein einfacher, äh, äh, Cowboykaffeepulver rein und Heißwasser drauf.
Und dass du dann aber, wenn du dann wieder so 'n Wellnesssache machst oder wenn du dann essen gehst, dass du das dann auch richtig zu schätzen weißt. Wenn du jeden Tag die geilsten Sachen isst, irgendwann merkst du's ja gar nicht mehr. Und, ähm, dieser Kontrast zwischen ab und zu mal, ähm, was bisschen Einfacheres und dann wieder was richtig High End, find ich super. Wobei das Einfache, wenn man das vorab vorgekocht hat, find ich natürlich auch dann so 'ne, so 'ne Kartoffel so richtig im Lagerfeuer gemacht, einfach mit Buttersalz, hat auch seine Reiz.
Oder wenn man dann nach längerer Zeit mal wieder 'ne richtig lange Dusche nehmen kann. Ist auch immer schön.
Ja, das ist wahr.
Gibt's denn was, was euch fehlt? Also ich denk so an Privatsphäre oder auch mal irgendwie 'n, 'n Raum, in dem man sich mal mit mehreren Freunden treffen kann, die vielleicht jetzt nicht so drauf stehen, im Winter bei minus zwölf Grad draußen zu sitzen. Vermisst ihr was?
Das ist 'ne gute Frage.
Also bei mir, ich hab das Gefühl, dass ich mit Freunden mehr mache, weil ich ja flexibler bin und auch eher bereit bin, bei Freunden, die weiter weg wohnen, hinzufahren nach Feierabend wochentags und, ähm, mich da bekochen zu lassen oder gemeinsam zu kochen und dort gleich zu übernachten, nächsten Morgen mit mir mal zu fahren. Das heißt, ich hab eigentlich mehr Aktivität, auch mit Leuten, die ganz normal in Häusern wohnen. Ähm, also eigentlich gefühlt hab ich da mehr. Ähm, und die, und eigentlich die, äh, und viele von diesen Hausbewohnern kommen auch an, auf Lagerfeuer bei mir vorbei und sind dann eigentlich auch sehr begeistert, wie schön es ist, einfach am Lagerfeuer zu sitzen und dieses einfache Rudimentäre, ins Feuer gucken und dann irgendwo 'n Apfel braten, ähm, kommt eigentlich als Ausgleich auch eigentlich immer sehr gut an.
Insofern, einzig, was ich vermissen würde, ist halt, wenn wir dann doch, äh, also wenn man halt doch länger unterwegs ist, ähm, na ja, ist es dann natürlich schon so, dass bei schlechtem Wetter dann irgendwann die Toilettensituation schon schwieriger wird, wie in dem wir eingespielt du bist eben halt. Also ich hab meinen Kindern, ähm, also wir haben ein Klette an Bord natürlich, aber es ist natürlich dann schon, ähm, also wenn du wirklich, äh, jetzt eine Woche so unterwegs bist bei schlechtem Wetter, dann wird das schon alles, dann kannst du schon auch schon Lagerkoller kriegen. Also dann ist der Platz dann irgendwie... Äh, da helfen nur gute Klamotten und doch rausgehen.
Ja, vermissen. Ähm, also klar, so 'ne, diese, diese Wellnessgeschichte. Ja, also alles, was mit, mit, ähm, schön lange warm duschen, ähm, ähm, alleine sein dabei. Ja, die, ja, 'ne Badewanne ist auch so 'n Ding. 'Ne Badewanne ist der Kracher im Winter. Ja, also ein Königreich für eine Badewanne, sagt man immer so. Ja, das ist dann wirklich, ähm, alles, was man normalerweise so 'n bisschen als selbstverständlich, glaub ich, äh, äh, ähm, nimmt, was man so in der Wohnung hat. Oder Tiefkühlware im Sommer oder so. Wenn man dann irgendwas hat, also irgendwas, für was, was man tiefkühlen möchte, wenn man nicht so viele Möglichkeiten hat, wenn jetzt, ähm, wenn man was einfrieren will.
Solche Sachen vielleicht. Ja. Aber ansonsten manchmal vermisse ich noch, ich bin so 'n Sneakers-Typ. Ben hat das auch schon gesagt, halt eben, man hat eben viel Funktionswäsche natürlich auch dabei, weil man jeder Situation halt eben dann gewappnet sein will, aber ich bin auch mal so 'n Trendy, der dann eben gerne mal seine Jeans und sein, seine Sneakers hat und die müssen dann natürlich auch irgendwie mit dem Hoodie zusammenpassen, den man dann so trägt. Und da hat man eben nicht alle dabei, ne, sondern immer so seine Auswahl. Und, ähm, manchmal reicht das dann eben vom Platz nicht, ne. Sodass man dann morgens immer dann sagt: „Okay, was hab ich denn?" Das eine ist ja, muss ja gewaschen werden. Das andere ist noch verfügbar. Und wenn man dann halt eben 'ne Wohnung hat, dann macht man diesen riesengroßen Kleiderschrank auf und da hat man alles in ganz vielen, ja, verschiedenen Farben und Möglichkeiten meistens.
Ja. Das ist vielleicht manchmal so der Punkt, wo ich dann sag: „Okay, ich hätt jetzt gern nicht nur ein, zwei Winterjacken, sondern vielleicht Äh, mehrere Möglichkeiten, mich da stylisch zu verändern. Ja, weil man dann doch dann, ähm, irgendwie nicht, ja so bisschen einseitig dann bekleidet ist, ne. Aber ansonsten muss ich ehrlich sagen, jetzt so seitdem jetzt alles 'n bisschen lockerer ist mit Corona, wo man dann wieder auch wirklich rausgehen kann und dann die ganzen Sachen halt eben auch wieder so erleben kann wie Sauna oder so was, ähm, dann, dann hat man ja auch so wieder diesen Wellnesscharakter. Dann verzichtet man halt eben auch mal auf so eine Badewanne, wenn man ins Schwimmbad gehen kann, ne. Dann ist man eben in einer Riesenbadewanne. Ja, ist ja auch wieder schön.
Und das ist ja sowieso-
Im Sommer 'n See.
Ja, und es ist ja ohnehin so, g-guck mal, wir haben jetzt in der Wohnung 'ne Badewanne. Weißt du, wie oft ich da jetzt in zwei Jahren drin gelegen habe? Ich schätze-
Ja.
... zwei oder drei Mal und meistens wird der Hund drin geduscht nach 'm Spaziergang.
Ja.
Also man stellt sich manche Sachen dann auch schöner und wichtiger vor, als sie sind, wenn man sie dann hat.
Ja, ja, ja. Ja, das hat man auch mit Gewürzen komischerweise, ne. Im Bus hast, hast du, da hast du, äh, ein paar Gewürze, die suchst du dir aus, die guckst du dann halt eben, dass sie dann in kleinen Gläschen sind, weil du ja nicht komplett irgendwie 'n halbes Kilo Mayo-Majoran mitnehmen möchtest, sondern du hast dann schöne Aufwa, äh, äh, Aufbewahrungsboxen und hast, freust dich immer, wenn du dann dein Essen irgendwie würzen kannst. Aber zu Hause hast du dann ein Riesengewürzregal. Ja, also enorm groß in, ähm, mit allem drum und dran und meistens gehen die Gewürze dann doch kaputt, weil du sie gar nicht alle verwenden kannst in all der Zeit oder gar nicht so viel kochst, dass du die irgendwie alle verbrauchen kannst. Da hat man das auch so 'n bisschen gemerkt, ne.
Ich schau grade so 'n bisschen auf die Uhr. Ich find's so schön, mit euch zu quatschen, aber ich glaube, wir sollten so langsam zum Ende kommen. Ähm, ich würde mir gerne zum Abschluss noch von euch 'n paar Tipps abholen für Menschen, die vielleicht auch drüber nachdenken oder damit liebäugeln, so 'n Leben zu führen wie ihr und wie wir das ja getan haben. Was würdet ihr den Leuten so aus eurer Lebens- und Van-Life-Erfahrung mit auf den Weg geben? So kann, können praktische Tipps sein. Es kann aber auch was sein, äh, wie man zum Beispiel psychologische Hürd-Hürden überwinden kann. Vielleicht so zwei, drei essenzielle Learnings, die ihr mitgenommen habt aus euerm Leben.
Also, was bei mir ganz schön war, ähm, was, was, was bereichernd war, war die Tatsache, dass ich, ähm, mich viel mehr umgeschaut hab, seitdem ich, ähm, ähm, im Bus unterwegs bin. Das heißt, wo führt dieser Weg hin? Kann man da vielleicht auch mal schlafen? Ähm, was ist denn eigentlich in dem Ort oder in dem Ort? Man guckt sich Google viel, viel mehr an. Und da denk ich halt, wenn man jetzt, ähm, ähm, was auf jeden Fall dazu kommt und was man jetzt schon mal machen könnte, sich das so vorzustellen, wenn man vielleicht mit seinem PKW, mit 'm Fahrrad oder mit dem Hund spazieren geht: Wie wäre es, jetzt hierzubleiben? Einfach da jetzt zu sein, wo ich jetzt bin. Und ich hab 'ne Heizung, es hält mich warm.
Ähm, ich hab was zu essen dabei. Und wie wäre es jetzt dann den Vögeln zuzuhören, wenn die mit 'm Zwitschern aufhören und morgen früh dann die Sonne da drüben aufgeht, sechs, halb sieben und ich erst nicht später um zehn erst da bin, sondern viel, viel früher. Einfach diesen, diesen Moment einfach probieren zu genießen, wirken lassen und sich vorzustellen, dass man das dann einmal abends und einmal morgens dann eben erlebt, ja. Und dass man da schon vielleicht so 'n verschiedener Hotspot schon irgendwo hat, wo man sein kann. Das einfach jetzt mal nur vom, vom Stellplatz her. Und wenn man 'n ganz tollen findet, dann einfach, äh, äh, 'n Google-Pin draufsetzen und uns schicken.
Ich wollt sagen, und, und niemandem davon erzählen.
Genau. Ja, nur uns schicken. Genau. Ja, das ist ja auch immer so 'n geheimes Ding, muss man ja auch sagen, ne. Das gibt man ja nicht so raus. Viele-- Es gibt ja, es gibt ja die große App halt eben, Park4night und während der Corona-Zeit später war das ja wirklich so, da hast du da drauf geguckt, um einfach dann zu schauen, wo fährst du nicht hin. Wobei ich jetzt die App wieder ab und zu, wenn wir mal unterwegs sind, sehr gerne wieder nutze, weil es das dann auch wieder gelegt hat. Ja. Ben, ich sehe, du möchtest was sagen.
Ja, also, also mein Tipp wär einfach, wir hatten da schon gesprochen, einfach mal dieses Abenteuer eingehen. Man, man kann immer zurückgehen. Das ist, ähm, einfach eine Riesenlebenserfahrung. Es geht, es ist, ähm, auch wenn's komplett schiefgehen würde, würde man danach seine Wohnung umso mehr schätzen. Also das heißt, äh, es macht das Leben. Einfach mal probieren, ausprobieren und das, äh, mal reinfühlen. Ich denke, man riskiert nur Langeweile, wenn man's nicht riskiert. Ähm, also einfach machen. Äh, für die Leute, die-- Es oft ist bei, bei Pärchen ist so, dass der eine unheimlich will, der andere keine Erfahrung hat, Angst hat. Für die, äh, möchte ich 'n dringenden Hinweis geben: Achtung, wenn ihr da irgendwie bei mir zum Beispiel, ähm, also wenn wir dann hingehen, dass du am Anfang den Partner sachte einführst und nicht gleich anfängst mit, äh, Nordkap im Winter.
Das find ich eine super Empfehlung für die Hardcore-Leute. Aber wenn man das erste Mal macht, dass man erst mal sagt: „Okay, dann, äh, lad ich meine, meine große Liebe erst mal in einen, einen perfekten Abend ein“, so was weiß ich, mit, ähm, Superrestaurant mit Sternenlichter und sagt: „Komm, wir übernachten jetzt hier, machen 'n schönes Bett.“ Dass man das nicht gleich anfängt mit, äh, also dass man das sachte einführt, den Partner. Und ja, wie gesagt, einfach tun. Man riskiert ja nichts dabei, außer eine tolle Erfahrung.
Man kann sich ja auch erst mal so ein Fahrzeug mieten, ja, dass man hingeht und dann mal so ein bisschen probiert reinzuschnuppern in diese Camper-Welt, ob das was für einen ist und, und vielleicht, wie der Ben schon gesagt hat, seinen Liebsten dann mitnimmt für ein kleines, ne, Candle-Light-Kartoffelsaletchen an irgendeiner schönen Stelle. Ja, und dann abends zusammen auf dem engen Raum halt eben zusammen schläft. Ähm, wobei ja meistens so ein Bett ja gar nicht irgendwie kleiner ist als zu Hause. Aber einfach das schon mal so ausprobiert und ich glaub, der Ben hat das schon eben eigentlich gesagt, das ist das große Wort: machen. Ich glaub, machen ist das, das Ding eigentlich und da sollte, sollte man einfach den ersten Schritt immer wagen und dann passiert's meistens, dass der zweite und der dritte dann von fast ganz alleine kommt.
Ja, find ich's-
Für die älteren Leute, die sich nicht trauen. Entschuldigung.
Nee, macht nichts.
Für die älteren Leute, die sich nicht so einfach so trauen. Es gibt, es gibt auch teilweise auch organisierte Campingtouren. Also das heißt, ähm, ähm, wir haben das mal in Griechenland gemacht, so dass man einfach dann, ähm, mit 'ner Gruppe da, ähm, dieses, äh, ein Land bereist. Äh, das hat, kann auch eine schöne Einstieg sein, weil man einfach sehen kann, dass man erfahrene Leute dabei haben, die einem schon sagen: „Hier kein Problem, du kannst hier wirklich gut gehen", und dir einen dann das Lagerfeuer zeigen und das, die Angst vor den Sachen wegnehmen, dass man sich so 'nen Urlaub mal bucht, wo man, ähm, also quasi dann Island oder irgendwas, was man grade Lust hat, ähm, organisiert mit ei, mit solchen Bussen mal macht.
Ja, das ist auch 'n super Hinweis. Du wolltest noch was sagen?
Nein, nein, ich wollte dir das Wort wieder zurückgeben. Danke.
Ach so. Ja, das, das mit den geführten Touren oder auch mit, äh, Gruppenreisen ist auch 'n guter Hinweis. Die gibt's ja auch, ähm, in kürzer oder länger, ne. Da kann man sich ja auch so 'n bisschen den Zeitraum aussuchen, wie man so was gestalten möchte. Und mein wichtigster Tipp ist so 'n bisschen, sich nicht von den Ideen, Bildern, Kommentaren und so weiter, die man so im Internet findet, Blogs, YouTuber und so weiter, sich da unter Druck setzen zu lassen, wie Van Life sein muss oder wie, ähm, wie so 'n Fahrzeug auszusehen hat, damit's cool ist oder, ähm, welche Stellplätze man ansteuern muss, damit man irgendwie richtiger Van Lifer ist, sondern einfach auch so in sich selber 'n bisschen reinzuhören und zu gucken: Möcht ich lieber den Komfort, den, den mir Campingplätze bieten?
Bin ich eher 'n Freisteh- oder Wildcamping-Typ? Und dementsprechend auch das Fahrzeug innen so gestalten, dass es nicht in erster Linie hübsch, sondern vor allem funktional ist. Und damit schließt sich ja jetzt auch wieder so 'n bisschen der Kreis zum Anfang. Und wenn ihr liebe Hörerinnen und Hörer Interesse habt, auch mal euch die Ausbauten von Spacecamper anzugucken. Ich pack euch den Link in die Show Notes. Dann könnt ihr da mal auf der Seite 'n bisschen surfen und schauen, was die Jungs und Mädels da so machen. Bei euch beiden, Ben und Markus, bedanke ich mich ganz herzlich für eure Zeit. Es war super schön, wie immer, mit euch zu sprechen. Ähm, normalerweise tun wir das ja immer privat, jetzt heute auch mal öffentlich und ich würd mich freuen, wenn ihr irgendwann mal wieder bei uns zu Gast sein würdet.
Danke für die Einladung, Nele.
Ja, danke schön.
War sehr schön. Danke.
Macht's gut, ihr beiden. Tschüss.
Jo, bis dann. Tschüss.
Bis dann. Tschüss.