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Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.
Und ich bin Sebastian und heute mit Mexico Roadtrip Teil zwei. Ja, ähm, wir haben ja in der letzten Episode schon darüber gesprochen. Nele hat 'n mit Halil zusammen Roadtrip durch Mexiko gemacht und, äh, wir haben gestern oder nicht gestern, sondern beim letzten Mal hat Nele euch schon 'n paar Zwischenziele vorgestellt und wir wollen heute einfach weiter drüber sprechen, was sie so erlebt haben, wo sie waren. Und, ähm, bevor wir da einsteigen, noch mal vielleicht 'ne Frage an Nele, was euch da draußen wahrscheinlich auch brennend interessiert: Wie lange oder wie weit, wie viele Kilometer seid ihr denn eigentlich gefahren und wie lange wart ihr überhaupt unterwegs?
Also wir sind insgesamt fast dreitausend Kilometer gefahren und wir waren knapp zwei Monate unterwegs, wobei man natürlich sagen muss, dass wir uns, ähm, bei diesen Roadtrips immer sehr viel Zeit nehmen und ja auch Arbeitstage und alles immer einplanen, einplanen müssen auch. Das würde auch deutlich schneller gehen, wenn man sich die Etappen 'n bisschen straffer organisiert, sage ich mal. Wir haben uns halt so sehr viel auch treiben lassen.
Und braucht man für die Strecke, die ihr jetzt da abgerockt, abgerissen habt, ähm, unbedingt 'n Campingfahrzeug?
Nee, eigentlich kann man das auch mit 'nem normalen PKW machen. Man kann sich ja in Mexiko auch normale PKWs leihen, mieten. Ähm, das einzige Ziel, ähm, also man kann überall Hotels und Motels nehmen. Die sind dann mal mehr, mal weniger schön, auch je nach Preisklasse, aber trotzdem im Verhältnis so zu Deutschland oder Europa relativ günstig. An der Küste gibt's natürlich sehr schöne Unterkünfte. Im Landesinneren sind es dann oft eher so Zwischenstopps, wenn man 'ne Strecke teilen möchte. Was gut machbar ist an den allermeisten Zielen, wäre 'n Zelt, außer eben in den sehr kalten Gegenden wie Toluca, was ich ja schon gesagt hab, dass wir da fürchterlich gefroren haben um diese Zeit. Also in den sehr hohen Lagen, da würd ich eher kein Zelt empfehlen. Da wird man wahrscheinlich nachts, äh, Frostbeulen bekommen.
Da würd ich dann eher auch mal, äh, mir 'ne Unterkunft gönnen.
Ist ja wahrscheinlich auch 'ne Frage eines guten Schlafsacks, aber wenn du natürlich-
Ja.
... plus zehn bis plus vierzig hast, ist es mit dem richtigen Schlafsack auch nicht so einfach.
Ja, und vor allem, also ich denk mal so, wer nach Mexiko fährt, der ist ja eher so 'n bisschen auf Sonne und Wärme, ähm, gepolt und da ist man dann manchmal überrascht, wie kalt es im Gebirge werden kann. Also da kann man dann aber auf günstige Motels ausweichen, mal für ein, zwei Nächte. Das ist überhaupt kein Thema. Da gibt's dann auch 'ne warme Dusche und alles. Und ansonsten, äh, wie gesagt, lässt sich das mit 'nem Zelt auch sehr gut machen.
Okay, cool. Das war nämlich noch für den einen oder anderen da draußen spannend. So, wir waren letztes Mal, glaub ich, in Tepoztlán angekommen beziehungsweise ihr. Und wie ging es dann weiter für euch? Wohin seid ihr als Nächstes gereist?
Wir sind dann nach Oaxaca Stadt weitergereist, hatten 'ne kurze Zwischenübernachtung gemacht, war einfach für uns die Strecke zu lang war. Wir wollen immer nicht so lange fahren und sind auch eher langsam unterwegs aus Sicherheitsgründen. Zu Sicherheit und Fahrsicherheit sagen wir ja dann vielleicht am Ende der Folge noch 'n bisschen was und sind dann eben in Oaxaca Stadt angekommen. Wollten da 'n paar Tage einfach chillen, ähm, 'n paar Sachen am Auto machen, unsere Ausrüstung organisieren, bevor wir dann weiter zur Küste gefahren sind. Oaxaca Stadt, ähm, ist 'n Reiseziel, was, glaub ich, ziemlich viele kennen, weil Oaxaca an sich auch als Bundesstaat halt ja so 'n, so 'ne Art auch Kulturzentrum Mexikos darstellt.
Also da gibt's sehr viel indigene Kultur, äh, es gibt archäologische Ausgrabungsstätten und auch 'n paar schöne Ausflugsziele und das ist bei Reisenden halt eine der Etappen, die sehr beliebt sind. Ich muss persönlich sagen, ich war dann auch einen Tag, als Halil am Auto gebastelt hat, alleine in Oaxaca Zentrum. Das war schön, aber meines Erachtens muss man jetzt dafür nicht unbedingt bis da runterfahren, also für, für das reine Zentrum. Da gibt's deutlich idyllischere und, und auch pittoreskere Orte, die auch schöner hergerichtet sind. Aber es gibt doch so 'n paar Sachen, die man sich angucken sollte, wenn man schon mal da ist. Da ist zum einen 'n ganz toller Markt für Handwerkskunst, also Handwerkskunstmärkte heißen da Mercados Artesanales, packen wir euch auch noch mal in die Show Notes.
Und da hab ich natürlich, äh, wieder mich in, in den Shopping-Wahn gestürzt. Also Märkte in Mexiko muss man sich so vorstellen, dass sie wahnsinnig voll, laut und bunt sind, so wie sehr vieles in Mexiko. Und man geht da durch häufig sehr enge Gänge und dann hört man schon, wie die Leute einem Sachen zurufen, ne, dass man stehenbleiben soll oder dass man sich Sachen angucken soll. Und ich mag die Atmosphäre sehr gerne, nicht nur auf den Kunsthandwerkmärkten, sondern auch auf den Märkten für, ähm, Lebensmittel. Ich liebe das dann auch, mit den Händlern zu quatschen und, und da mir auch immer Komplimente an Kopf werfen zu lassen, weil die mir natürlich was verkaufen wollen. Ich find das einfach 'ne, 'ne sehr schöne, entspannte Atmosphäre. Und auf dem Markt für Handwerkskunst gibt's, ähm, sowohl, ähm, Keramik und, und Tongegenstände, also insbesondere halt Geschirr, aber auch Deko, weil die in Oaxaca einen, äh, so 'ne schwarze Tonerde haben, aus der dann eben auch ganz tolle Sachen gemacht werden, so Kannen und Gläser oder, oder, oder, ähm, Tassen.
Und da bin ich ja dann immer sehr anfällig für, genauso wie für so schöne bunte Armbänder und Halsketten. Und also ich hab da wieder den halben Markt leergekauft natürlich.
Wenn du jetzt grad so von Märkten sprichst, wie ist das denn mit dem, mit dem Verhandeln oder mit dem Handeln auf Märkten? Ist das, also es gibt ja Gebiete dieser Welt, da wird es erwartet, dass du handelst, weil es ansonsten unfreundlich ist und es ist definitiv auch sehr stark eingepreist. Wie ist das in Mexiko?
In Mexiko hab ich die Erfahrung gemacht, also ich hab da mittlerweile 'n Gespür dafür entwickelt, ob das schon eingepreist ist, wie zum Beispiel in sehr touristischen Orten am Strand oder ob man halt im Landesinneren irgendwo ist und da seine Lebensmittel einkauft. Bei so Kunsthandwerksachen sind die Preise meistens so niedrig, dass ich's schäbig fände, noch zu verhandeln, selbst wenn's eingepreist ist. Ähm, also ich geb mal 'n Beispiel: Ich zahl zum Beispiel für zwei Tontassen irgendwas um die fünf Euro. Und das ist dann eben, da steckt viel Arbeit dahinter oder für, für Schnitzkunst oder so was. Und ich bin dann der Meinung, man kann den Leuten das dann auch entsprechend vergüten, aber es ist durchaus möglich zu handeln.
Man sollte halt nicht unverschämt werden und meistens ist dann noch was drin, wenn man mehrere Gegenstände kauft.
Mhm.
Und da frag ich halt dann immer so, ähm, so etwas vorsichtig, dass ich sag: „Ja, wenn ich jetzt hier die drei Ketten nehme, ähm, geht da noch was am Preis?" Und dann siehst du auch die Reaktion. Und wenn du merkst, so jemand, jemand ist da nicht so bereit für, dann würd ich's auch lassen. Und eine gute Strategie, wenn man das Gefühl hat, man soll als Tourist übern Tisch gezogen werden, was durchaus auch mal vorkommt, dass ich, dass ich dann einfach sage: „Nee, sorry. Nee, ist okay, aber ist jetzt für mich zu teuer. Ich hab auch gar nicht so viel dabei." Und dann ist es oft so, dass dann die Preise noch mal deutlich runtergehen, ohne dass man aktiv verhandelt.
Okay, das ist 'n guter Tipp. Das ist generell 'n guter Tipp, aber, äh, es gibt ja, ich kenn das aus, aus Asien und auch aus, aus dem arabischen Raum, dass da ja Handeln halt einfach mit dazu gehört und die, die, die Standardpreise, die du kriegst, völlig überzogen sind und, ähm-
Ja.
-das da halt dumm wäre, auch bis hin zu unhöflich quasi nicht zu verhandeln.
Das ist in Mexiko nicht so. Und, äh, im arabischen Ara, äh, im arabischen Raum, genauer gesagt in Tunesien, ähm, sollte man's auch nicht übertreiben, so wie zum Beispiel meine Mutter, die dann aus einem Geschäft rausgeschmissen wurde und der Händler die Schuhe, die sie gerne haben wollte, auf den Schrank obendrauf geschmissen hat, weil sie halt, ähm, sehr beenig war in ihren Verhandlungen. Also man sollte auch da dann irgendwann mal 'ne Grenze setzen.
Okay.
Aber in Mexiko ist es jetzt nicht so, dass die jetzt erst mal das Doppelte aufschlagen, nur weil man weiß ist und, und dann einen abziehen, außer in den Hochtourismusgebieten wie Cancún oder Puerto Vallarta oder so.
Okay. Gut, gut, das als kurze Zwischeninfo dann, ja, weiter geht's, äh, Oaxaca. Was, was habt ihr da noch angeguckt? Was gab's da noch?
Also es, es gibt noch 'nen sehr schönen, äh, Markt für Lebensmittel, Mercado de la Merced. Da kann man hervorragend essen zu 'nem sehr günstigen Preis und auch da ist es so, du gehst da rein und dann fangen alle an zu schreien, weil sie dich an ihre Tische ziehen wollen. Und da wird wirklich noch sehr traditionell gekocht. Also ich würd auf jeden Fall empfehlen, egal wo man ist, das haben wir auch schon öfter in anderen Reise-, ähm, -berichten gesagt, auf jeden Fall auch in die Märkte gehen oder zu den lokalen Restaurants, ähm, die traditionelles Essen anbieten, um sich da so 'n bisschen auch in die Kultur reinzufühlen.
Mhm. Kann ich bestätigen.
Wer Interesse an diesen ganzen präkolumbischen und prähispanischen Ausgrabungsstätten hat, die für mich, ähm, hatt ich ja letztes Mal auch schon, glaub ich, gesagt, dass sie für mich halt wirklich auch so 'ne mystische Atmosphäre haben, ähm, dem würd ich Monte Albán empfehlen. Das ist 'ne, ähm, relativ große, ähm, Stätte. War wohl geschichtlich betrachtet eine der wichtigsten Städte in, in Mesoamerika. Also mit Mesoamerika ist gemeint, die, ähm, Staatsgebiete, äh, der heutigen Länder Mexiko, Belize, Guatemala, El Salvad, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica. Umgangssprachlich wird das öfter mal auch als Alt-Mexiko bezeichnet, das ist aber nicht so ganz präzise.
Und Monte Albán wurde schon ungefähr 500 vor Christus gegründet und war dann eben vermutlich die Hauptstadt der Zapoteken bis circa 800 nach Christus, also 'ne relativ lange Zeitspanne. Und man sagt, dass es in der Hochphase bis zu 35.000 Bewohner beherbergt hat. Also das ist für damalige Verhältnisse wirklich 'ne ganze Menge. Was mir da sehr gut gefallen hat, ist eben, dass es 'ne sehr eindrucksvolle und gut erhaltene große Pyramide gibt. Also ich sag immer Pyramide, weil das auch in Mexiko so bezeichnet wird. Das ist eigentlich nicht ganz korrekt, ähm, aber ich bleib mal bei dem Begriff. Und eben auch noch gut erhaltene Überbleibsel dieser früheren Stadt zu sehen sind. Also man sieht da zum Beispiel Reste von ehemaligen Verwaltungs- und Wohngebäuden.
Und was ich auch ganz spannend finde, das, ähm, hat man an vielen dieser archäologischen Stätten, einen, äh, Pelota-Platz. Also Pelota ist so 'n Ballspiel, was man vielleicht als Vorform so des heutigen Tennis und Squash bezeichnen kann. Da haben die dann mit allen möglichen Körperteilen Bälle hin- und hergeschossen. Ähm, kennt man heute auch aus 'm Baskenland unter dem Namen Pelota oder Frontón. Und das gab's also damals schon in der, in der prähispanischen Zeit. Das find ich mega spannend, dass die auch, also sich nicht nur jetzt der Religion gewidmet haben und, und der Politik, sondern eben auch schon gespielt haben so richtig. Leider sind da keine Hunde erlaubt. Ähm, das muss man wissen, das ist an den meisten der Ausgrabungsstätten der Fall.
Das heißt, wenn man mit Hund unterwegs ist, dann sollte man sich da frühzeitig überlegen, wie man es löst, weil man eben bei den Temperaturen, die da herrschen, teilweise den Hund auch nicht einfach mal im Auto lassen sollte. Ja, was haben wir noch gesehen? Ähm, ganz süßes kleines Dorf in der Nähe von Oaxaca Stadt, Santa María del Tule. Das auch so 'n typisch mexikanisches Dorf, allerdings schon sehr touristisch, wo man halt viel mexikanisches Leben hat. Auch da gibt's 'nen Markt, ähm, viele Shops, äh, kann man Souvenirs kaufen, aber auch Mezcal-Verkostungen machen. Also Mezcal ist ähnlich wie Tequila, so 'n mexikanisches Nationalgetränk. Ich mag's sehr gerne, der Halil ist da eher nicht so der Fan von Also wenn man guten Tequila kennt, dann ist Mezcal so die, die etwas rauchige und auch teilweise abgefahrene Variante davon.
Die, die füllen zum Beispiel dann, ähm, 'nen Skorpion, packen die 'nen lebenden Skorpion in 'ne Flasche und der wird dann in Mezcal ertränkt. Also find ich jetzt nicht so toll, aber das gibt's halt. Oder mit Würmern oder mit irgendwelchen abgefahrenen Geschmacksrichtungen. Das ist ganz spannend, wenn man halt so Alkoholverkostungen gerne mag.
Also für alle, die, die Whisky mögen, auch, äh, die rauchigen Whiskys, für die kann ich tatsächlich oder denen kann ich tatsächlich mal empfehlen, sich mit Mezcal auseinanderzusetzen, weil der eben auch einen rauchigen Geschmack haben kann, weil da eben die, die Agavenblätter auf, äh, über 'nem Holzkohlefeuer quasi auch mehr oder weniger geröstet werden und damit halt auch Röstaromen oder diese Raucharomen mit reinkommen und das kann erstaunlich rauchig werden. Also nicht, also ich will jetzt nicht zu tief reingehen. Beim Whisky geht das noch 'n bisschen weiter, aber das ist schon durchaus erstaunlich. Und Mezcals und Tequilas gibt's natürlich auch jenseits der Sierra Tequilas, die in Deutschland so jeder kennt, die man irgendwie auf Partys trinkt. Das hat nicht viel damit zu tun. Genauso wie Whisky eben nicht unbedingt nur 'n Jim Beam sein muss, ja, oder der für drei Euro aus 'm Discounter.
Ähm, also wer da 'n bisschen 'n Faible für hat, dem kann ich das ins Herz legen. Das als ganz kleiner Ausflug in die Richtung.
Ja, ich bin auch großer Mezcal-Fan und anders als beim Tequila, wo's so 'ne Art Reinheitsgebot gibt, ähm, findet man bei Mezcal eben auch ganz, ganz heftige Geschmacksmischungen, also mit, mit Früchten, wie gesagt, mit Skorpion, mit, äh, Salz, mit was weiß ich. Also da, da kann man sich wirklich mal durchtesten und wie du sagst, also es gibt Mezcals, da kostet die Flasche irgendwie 'n paar 100 Euro. Das hat tatsächlich gar nix mit den Billigsachen zu tun, die, die man in Deutschland so findet.
Ja, und vielleicht noch, wer sich für den Unterschied interessiert. Also der Tequila wird halt aus einer einzigen Agavenpflanze gewonnen, nur dann darf er sich auch Tequila nennen und, äh, Mezcal kann eben aus allen möglichen Agaven bestehen. Also wie es Nele grad schon gesagt hat, ist eben nicht, nicht so nach Reinheitsgebot quasi dann destilliert, äh, hat aber dann eben ganz, ganz andere Möglichkeiten noch. Also das ist eigentlich der Unterschied.
Ich hab einen Tic, äh, einen Mezcal getestet, der, ähm, wird aus 'ner Agave gewonnen, die 25 Jahre wachsen muss, um diesen Tequila, äh, um die, warum sag ich immer Tequila, um diesen Mezcal herzustellen.
Spannend, das ist ziemlich lange.
Mhm. Der ist auch entsprechend teuer. Den haben wir uns auch nicht gegönnt. Ja, und in Santa María del Tule gibt's auch einen ganz abgefahrenen Baum, und zwar den Tule-Baum oder Árbol del Tule. Das ist angeblich der größte Baum der Welt. Die Krone hat fast 60 Meter Umfang. Das Monster ist 42 Meter hoch und, ähm, das geschätzte Gewicht liegt deutlich über 600 Tonnen. Ähm, der ist in dem, ja, in so 'nem Vorhof einer kleinen Kirche und wenn man die Kirche daneben sieht, wirkt die wie 'n Spielzeug. Man kann da eben in diesen Kirchhof rein, da darf man auch nicht mit Hund rein, aber man kann den Baum sich auch von außen sehr gut angucken.
Da sieht man das, also den, den, den kann man auch umrunden. Ähm, das ist wirklich wahnsinnig beeindruckend. Der ist mindestens 2000 Jahre alt, andere Schätzungen gehen bis zu 4000 Jahre.
Krass.
Und, ähm, der hat teilweise auch 'n bisschen gelitten durch Trockenheit und so weiter, wird aber sehr, sehr gut geschützt. Und ich bin da einmal rumgelaufen und hab so geguckt, wie die Leute im Verhältnis dazu aussehen, die direkt daneben standen. Also quasi so 'n bisschen wie Ameisen wirkte das, ne. Also es ist, ähm, müssen wir mal gucken, ob wir irgendwie 'n Foto in die Show Notes reinbekommen. Das ist wirklich Wahnsinn. Man kriegt den gar nicht so richtig aufs Foto, weil der so riesig ist.
Ich find das Alter beeindruckend. Das-
Ja, das stimmt
... große Jahr okay auch, aber das Alter.
Ich versuch grad, mich an die Baumart zu erinnern. Ich hatte die irgendwann mal nachgeguckt, aber hab's leider wieder vergessen, den botanischen Namen. Diese Bäume sind tatsächlich dafür bekannt, dass sie sehr, sehr alt werden und sehr groß.
So, ich tippe hier nebenher, ich guck mal schnell nach, was das für 'n Baum ist. Lande jetzt natürlich in der portugiesischen Wikipedia, mit der ich nicht viel anfangen kann. Ja, und laut Wikipedia ist das eine Montezuma-Zypresse beziehungsweise auch eine Sumpf-, eine mexikanische Sumpfzypresse.
Ja, genau, das war's. Das war mir, war mir entfallen. Ist jetzt nicht der korrekte, ähm, botanische Name, aber den kann man sich gar nicht merken.
Taxodium mucronatum.
Okay, ihr wisst alle Bescheid. Ansonsten, was man um Oaxaca Stadt herum noch gut machen kann, ist, ähm, der Naturpark Hierve el Agua. Das ist 'n, äh, Park mit Millionen Jahren alten Felsformationen, ähm, in 'nem kleinen Ort, der heißt San Lorenzo Albarradas, aber findet man auch, wenn man Hierve el Agua googelt. Da gibt's also wirklich spektakuläre Wasserfälle und gleichzeitig auch so wie so kleine natürliche Schwimmbecken. Die sind das ganze Jahr über eigentlich relativ warm, ich glaub, so 24 Grad in etwa. Aber was viel beeindruckender ist, ist die Farbe. Die sind nämlich die, äh, so in so 'nem hellen Türkis. Das hat auch dafür gesorgt, dass das Ganze inzwischen leider sehr, sehr touristisch ist, weil jeder, äh, sich in die Schlange stellt fürs Instagram-Foto.
Aber wenn man da sehr, sehr früh hingeht, ähm, kann man vielleicht Glück haben, aber das würd ich auf jeden Fall nur in, in, äh, touristisch schwachen Zeiten machen, also eher so, ja, Richtung Winter. Sommer ist ja dann auch teilweise in, in Mexiko nicht so stark, weil's zu warm wird. Da müsste man sich vorher mal informieren Frühzeitig, was so die besten Zeiten sind, wo nicht so viele Leute dahinrennen. Da kann man auch geführte Touren machen. Ähm, ich hatte von anderen Reisenden gehört, dass die das mit 'nem Mezcal-Tasting verbunden hatten und die hat man dann aber so abgefüllt mit irgendwie 15 verschiedenen Mezcals, dass sie hinterher nicht mehr grade laufen konnten. Also das würd ich eher nicht empfehlen, weil man da natürlich auch nicht unbedingt immer die besonders guten Alkohole bekommt, sondern Mezcal-Tastings würd ich eher in 'ner Mezcalería oder in 'nem Museum oder so was machen.
Mhm. Und wo habt ihr übernachtet?
Da haben wir auf einem etwas außerhalb der Stadt liegenden Platz übernachtet, der grenzt an das Dorf Santa María del Tule an, was ich grade genannt hatte. Und es ist ein Platz, der mexikanisch geführt wird, aber mit so, also so gepflegt ist und mit so vielen Regeln, ähm, versehen ist und so 'ner guten Ausstattung inklusive industrieller Waschmaschine und Pool und so, dass wir echt überrascht waren. Also, ähm, das ist sehr, also das war sehr europäisch eigentlich schon. Aber schön, um da zu entspannen, auch ruhig, kann man auf jeden Fall empfehlen.
Cool. Und wohin ging es dann als Nächstes von Oaxaca?
Als Nächstes folgt dann, ähm, oder als Übernächstes besser gesagt, eins meiner absoluten Lieblingsziele dieser Reise mit 'nem kleinen Zwischenstopp. Also wir, wir sind über Mazunte nach Zipolite weitergefahren. Beides liegt an der Küste, ungefähr zehn Minuten voneinander entfernt, könnte aber unterschiedlicher eigentlich nicht sein, so was Mentalitätsservice und, und, ähm, ja, auch, auch die Dorfgestaltung angeht. Sind beides kleine Dörfer, auch relativ touristisch, aber auf 'ne eher angenehme Art, finde ich. Beides so 'n bisschen Hippiedörfer. Ähm, Zipolite sehr traditionell seit den 70er-Jahren von Hippies erobert. Da erzähl ich dann gleich noch 'n bisschen was dazu. Ähm, beides liegt direkt am Strand.
Also selbst wenn man im Ortsinneren sich 'ne Unterkunft sucht, ist man in wenigen Gehminuten am Strand. Und ja, Mazunte hat uns persönlich jetzt weniger gut gefallen. Das hatte ganz verschiedene Gründe. Wir hatten das Gefühl, dass man da weniger machen kann, aber auch, dass, ähm, ich sag jetzt mal, die Leute gegenüber Touristen nicht so wahnsinnig freundlich waren und auch der Service nicht so gut war in, in Restaurants, was wir sonst eigentlich aus Mexiko gar nicht kennen. Dass man eher so das Gefühl hatte wie bei Loriot, ähm, wer Papa Ante Portas kennt, so nach dem Motto: „Herr Ober, dürften wir Ihnen vielleicht etwas bringen?" Und dass du teilweise halt auch nicht angeguckt wirst, wenn du irgendwo reinkommst oder so. Ähm, was aber Mazunte hat, ist 'n sehr schöner Strand. Da kann man wunderbare Sonnenuntergänge sich angucken.
Ähm, da ist auch so 'ne Felsformation am Strand, auf die man draufklettert. Da sind auch abends immer Leute und nehmen sich 'n Bierchen oder irgendwie sonst was zu trinken oder zu kiffen mit und beobachten da halt dann, wie die Sonne untergeht. Und das ist wirklich, ähm, 'n wunderbarer Anblick, kann man echt, äh, empfehlen, auch mindestens mal für so 'n Abendausflug.
Jetzt hast du ja wieder 'n Stichwort grade angesprochen, kiffen, was ja jetzt in Deutschland legal ist. Wie ist das in Mexiko?
Also in Deutschland ist es ja nur entkriminalisiert. In Mexiko, ähm, ist mein aktueller Stand, dass da auch an 'ner Legalisierung oder Entkriminalisierung weiter gearbeitet wird. Teilweise, ähm, wird's auch schon toleriert. Ähm, außerhalb von Zipolite würde ich als weißer Tourist komplett davon absehen, mir da was einzukaufen, ähm, oder auch öffentlich irgendwas zu rauchen. Das ist einfach zu gefährlich, weil je nachdem, äh, wo man landet und wie korrupt die Polizei da ist, ähm, kann es halt durchaus passieren, äh, dass man da ordentlich in Schwierigkeiten kommt oder dickes Schmiergeld bezahlen muss, um aus den Schwierigkeiten wieder rauszukommen. Und deswegen würde ich persönlich und ich sag das als jemand, der, ähm, durchaus auch mal gerne konsumiert, äh, in Mexiko eher nicht.
Außer in Zipolite.
Okay.
Wir waren in Mazunte zuerst auf dem, auf so 'nem kleinen eher Zeltplatz, wo auch kleinere Fahrzeuge stehen können, Camping Solani, das ist direkt am Strand. Mir persönlich war's da zu hippiemäßig, also auch hippiemäßig im Sinne von, mhm, unsauber. Und also ich sag mal, die, die Toilette war 'n kleiner Wellblechverschlag mit 'nem Vorhang direkt neben der Küche, wo die Leute dann morgens frühstücken. Da hat man dann auch nicht so Lust, 'ne Sitzung abzuhalten. Und alles kreuz und quer und auch die Nachbarn so nah an einem dran, dass man die in der Hängematte atmen hört, wenn man noch abends draußen sitzt. Wir hatten das Auto so reingestellt, dass wir nicht mal mehr ums Auto rumlaufen konnten, weil es der letzte Platz war.
Also da eher, wenn man mit Zelt unterwegs ist und auch so dieses Abgelotterte gerne mag, dann ist es mit Sicherheit 'n guter Ort. Die Betreiber sind auch wahnsinnig nett und die frischen Croissants morgens vom französischen Teil der, des Betreiberteams sind legendär. Aber für uns war's jetzt eher nix, weil wir auch 'n bisschen Platz wollten für 'n Hund und alles.
Mhm. Okay.
Und wir sind dann weitergezogen nach einer Nacht und so 'nem halben Tag auf einen Platz, der 'n bisschen weiter im Dorf drinnen ist, Camping Tamoin Chan. Der ist von 'ner Mexikanerin. Da ist aber so 'ne, äh, deutsche Kollegin, die dort wohnt seit Jahren und die so 'n bisschen die Verwaltung macht. Das heißt, wenn man als Deutscher da hinkommt, hat man eine Ansprechpartnerin, die ist wahnsinnig nett und total gechillt. Ähm, und von daher, ja, ist 'n, ist 'n guter Ort, auch wenn man kein Spanisch spricht, weil die einem dann halt auch Tipps geben kann. Die hat auch so 'n kleines Café dabei, wo man dann morgens Frühstück und Kaffee bekommt. Ganz lieben Hund auch. Also das da haben wir uns richtig wohlgefühlt. Da gab's viele Schattenplätze und hatte dann halt auch auf der Parzelle so 'n bisschen Platz um sich herum und trotzdem aber sehr naturnah.
Mhm.
Von dort aus sind wir dann häufiger an den Strand von Mazunte gelaufen oder auch mal an den Strand des Nachbardorfes San Agustín. Sind beides, ähm, sehr schöne Strände, eher so familiär, wo auch viele mexikanische Familien hingehen, eben nicht nur die Touristen. Und man muss halt bei den Stränden in Oaxaca wissen, dass die meisten relativ, äh, raues Meer haben, also mit höheren Wellen und teils auch mit relativ gefährlichen Unterströmungen. Also wenn man was möchte, wo man auch mal rausschwimmen kann, dann ist man in Mazunte Zipolite eher nicht so gut aufgehoben und auch an anderen Ecken in Oaxaca, zum Beispiel Puerto Escondido, muss man da schon gezielt nach suchen. Ähm, da ist es immer 'n guter Anhaltspunkt, ob die Strände, äh, sehr viele Surfer haben, weil Surfer bedeuten immer Wellen und, ähm, auch teilweise hohe Wellen.
Und wenn man da merkt, da gibt's irgendwie acht Surfschulen in der Umgebung, dann kann man fast so 'n bisschen davon ausgehen, dass man maximal an ruhigen Tagen bisschen weiter rein kann.
Okay.
Und Hund halt nur mit Geschirr und Leine ins Wasser lassen.
Ja.
Ja, Restaurants und, ähm, Läden und so was gibt's in Mazunte auch reichlich, aber wie gesagt, ähm, so richtig zu Hause gefühlt haben wir uns da nicht. Deswegen sind wir so nach, ich glaub, fünf Tagen weitergezogen nach Zipolite. Und Zipolite ist für mich 'n Phänomen, was ich mir gar nicht so richtig erklären kann, weil ich definitiv in Mexiko und wahrscheinlich auch sonst nirgendwo auf der Welt 'nen Ort erlebt hab, in dem's so liberal zugeht und das mitten im katholischen Mexiko, wo jeder wirklich sein und machen kann, was er will und trotzdem funktioniert das Zusammenleben ohne größere Konflikte. Also da gibt's 'ne sehr große Gay Community, vor allem, äh, Männer. Es gibt alle Altersstufen, es gibt Hippies, es gibt, ähm, ganz junge Leute, mexikanische Studenten, die da Urlaub machen.
Es gibt mexikanische Familien mit kleinen Kindern. Es gibt aber auch dann die absolut eingefleischten nackten Hippies, die wirklich, ähm, sich maximal fürs Restaurant irgendwie 'n Höschen überziehen. Es, äh, wird in jedem Restaurant und am Strand ganz offen Marihuana geraucht. 'N Hund darf überall mit. Es darf in jedem Restaurant auch Zigaretten geraucht werden. Keiner sagt was. Und trotzdem, ja, die Polizei ist da, die guckt sich das an, aber die schreiten halt nur ein, wenn's wirklich was gibt, was man regeln muss. Und da scheint es einfach seit Jahren oder Jahrzehnten harmonisch zu funktionieren, auch mit den Einheimischen. Das heißt, am Strand kann jeder, der nackt sein möchte, Naturismus machen.
Jeder, der nicht nackt sein möchte, hat halt was an. Du wirst genau gleich behandelt. Die Strandverkäufer setzen sich genau, genauso zu dir und quatschen, wenn du nackt bist. Die sind natürlich in voller Montur, ne, auch traditionelle Kleidung teilweise. Ähm, die setzen sich dazu, quatschen, setzen sich in Schatten, er-erzählen, ähm, bei uns genauso wie bei den angezogenen Landsleuten.
Mhm.
Und ich fand das einfach unglaublich schön dort, weil du hast halt auch gesehen, es waren alle, hab ich ja schon gesagt, alle Altersstufen, aber auch alle Körperformen, wirklich von, ähm, von ganz dünn bis durchtrainiert bis hoch adipös und jeder war so, wie er ist einfach. Und du hast gemerkt, dass die Leute, egal ob die, ähm, ob die homosexuelle Community oder die Menschen, die vielleicht jetzt keinen Körperbau haben oder nicht mehr haben, der so dem Schönheitsstandard entspricht, dass sie einfach alle total entspannt waren und sich irgendwie frei gefühlt haben. Und das war einfach 'n wahnsinnig schönes Klima und so schön, dass wir gesagt haben, wir könnten uns da vorstellen, auch irgendwann mal da hinzuziehen oder zumindest mal lange Zeit zu bleiben.
Ja, klingt sehr entspannt auf jeden Fall.
Ja, und, ähm, beim Thema nackt hattest du ja letztes Mal angeteasert, dass ich heute noch was von Pelikanen erzählen werde. Ähm, also böse Zungen behaupten, dass ich im Dorf jetzt die verrückte Nackte bin, äh, die Vögel rettet, weil, ähm, an einem Tag war's halt 'ne Möwe, die es irgendwie nicht mehr ins Wasser geschafft hat, weil sie irgendwie verletzt war, die ich dann nackt unterm Arm getragen habe und im Schatten versorgt habe und 'n paar Tage später wurde ein, ähm, Pelikan am Rand des Wassers von zwei großen Hunden attackiert und verletzt. Und, ähm, da kamen dann ganz viele Leute zusammen und haben versucht, die Hunde wegzutreiben, aber keiner kam irgendwie mal auf die Idee, den Pelikan da rauszuholen.
Und, äh, ja, dann, ähm, hab ich das buchstäblich in die Hand genommen und hab den dann, äh, hab den dann weggebracht da und, ähm, saß dann auch mit 'n paar Leuten noch länger bei dem, um zu gucken, ob der sich wieder erholt. Der hat's leider über Nacht dann nicht geschafft, aber wir waren bis zum Abend bei dem und irgendwann fiel mir die Absurdität des Ganzen auf und hab ich mir dann auch was übergezogen. Aber das war, ähm, das war irgendwie 'n bisschen skurril, wie so vieles in Mexiko. Und ich hatte vor, 'n Tag vorher noch mit Halil darüber gesprochen, dass mich das mal interessieren würde, wie viel so 'n Pelikan wiegt. Und kam dann zurück zu meinem Mann und meinem Cocktail und meint er so: „Ja, jetzt hast du ja gesehen, wie viel so 'n Pelikan wiegt, ne."
Und wie viel wiegt so 'n Pelikan? Wie schwer ist der so?
Ich hatte jetzt keine, äh, Waage dabei in, in meiner Tasche, weil ich ja keine Tasche hatte, aber er ist wirklich erstaunlich leicht. Also ich vermute, dass es 'n Jungtier war, weil ich, also ich denke, dass auch deswegen die Hunde überhaupt nur geschafft haben, den anzugreifen, weil der vielleicht noch nicht die Erfahrung hatte oder schon irgendwie angeschlagen war. Und ja, also ich würd mal sagen Also definitiv nicht mehr als unser Hund und unser Hund wiegt so zwischen fünf und fünfeinhalb Kilo. Also ich würd eher sagen, deutlich leichter.
Aber die sind ja relativ groß, Pelikane, ne?
Ja.
Die hab ich ja auch schon in Mexiko live gesehen und das ist ja jetzt kein kleiner Vogel. Ist ja schon so bisschen kleinerer Schwan, würd ich sagen, so.
Ja.
Nicht, nicht ganz so 'n massiger Körper wie 'n Schwan, aber schon von der Größe her.
Wie 'n Jungschwan.
Ja.
Mhm. Ja und, und der, der war halt wirklich, ähm, der hatte auch versucht, dann natürlich zu schnappen, weil der wusste ja nicht, dass ich ihm was Gutes will. Und dann ha-- musst ich halt den Pelikan quasi unterm rechten Arm und mit 'm linken Arm den Schnabel festhalten mit der linken Hand. Ähm, aber ja, mein Gott, also ich, da in so 'ner Situation denkt man ja auch nicht so wirklich, ob das jetzt das Richtige ist. Wir hatten dann noch auf die Tierrettung gewartet, die so sich um Wildtiere kümmert. Die kamen natürlich nie. Ja, das war dann das leider nicht so schöne Ende dieser etwas skurrilen Anekdote.
Mhm. Ja, nicht so schön. Aber ja.
Man kann nicht, man kann nicht mehr machen, ne. Also-
Nö, du hast es auf jeden Fall versucht.
Wenn du den zum Tierarzt bringst, dann stirbt der vor Stress. Also von daher, ja, müssen wir abhaken einfach.
Ja.
Und ansonsten hast du ja die, die ganzen anderen Vogeltiere mitbekommen bei unseren ganzen Konferenzen. Also auf dem Campingplatz, auf dem wir standen, der heißt, äh, Los Mangos, hat 'n angeschlossenes Hotel, unter dem man den auch finden kann, ähm, Los Angeles. Und auf diesem Campingplatz gibt's eben freilaufende, äh, Truthähne, Pfauen, Hühner und Enten.
Ja.
Und, ähm, die haben sich dann immer bemerkbar gemacht, wenn wir Videokonferenzen hatten. Und die eine weibliche Ente, das waren so Riesenteile, also die sahen fast aus wie Gänse. Und die hat dann, ähm, so viel Vertrauen zu mir gefasst, dass immer wenn ich sie nicht beachtet habe, hat sie mich dann an der Hose gezogen oder an, an meinen Armbändern, auch während unserer Konferenzen. Das war auch ganz abgefahren.
Ja, und man hat auf jeden Fall die Vögel auch immer gehört, vor allen Dingen Pfauen und, und die Enten hast du im Hintergrund immer gehört.
Was, was du, was du leider verpasst hast, war an einem der letzten Tage ein bestimmt zehn Minuten dauernder Kampf zwischen dem männlichen Truthahn, der sich ja immer wahnsinnig aufgespielt hat, und einem der männlichen Pfauen.
Okay.
Also das war wirklich spektakulär. Die sind aufeinander losgegangen. Da ist jeder Hahnenkampf 'n Scheißdreck dagegen wirklich. Das war, also es war immer was los, können wir so festhalten.
Ja, es war auf jeden Fall auch immer Geräuschkulisse. Nicht, nicht unangenehm, ne. Also ich mein, Pfauen und so, das ist ja an sich, äh, noch relativ entspannt, aber es war auf jeden Fall immer irgendwie was zu hören.
Also teilweise ging's morgens um fünf los, dass die Ente schon, äh, kam und mal gefragt hat, wann's jetzt endlich mal so weit wäre mit ihrem Frühstück.
Mhm. Das ist cool.
Aber ja. Also wer, wer absolute Ruhe möchte, sollte sich vielleicht, äh, jetzt nicht so 'n Platz suchen, aber für alle, die da auch 'n bisschen Spaß dran haben. Ansonsten ist es da sehr ruhig. Also man hört auch aus 'm Dorf wenig, obwohl da immer viel los ist nachts und abends. Man hört keine Musik, nur mal so von ganz fern, aber eben die Tiere, die melden sich halt. Und ach ja, was ich noch zu Zipolite sagen wollte, das ist 'n, auch 'n, ähm, 'ne ganz, war 'ne ganz interessante Erfahrung. Wir sind da vormittags angekommen, waren dann auch 'n bisschen im Ort und der war halt ganz ruhig, ne. So mehr oder weniger wie leergefegt. Ist natürlich da auch tagsüber sehr heiß. Und dann kam, haben wir gesagt: „Komm, gucken wir abends noch mal, gehen wir was trinken." Und wir kommen dahin und es war echt, man fühlte sich wie in München in der Fußgängerzone.
Also alles, was irgendwie zwei oder vier Beine hatte, war unterwegs. Ähm, es gibt unheimlich viele wirklich tolle Restaurants und Bars, also eine nach der anderen. Man kann da wirklich sich wochenlang durchtesten und hat wahrscheinlich nirgendwo zweimal gegessen oder getrunken. Und die ganzen Hunde von den Touristen sind da, die ganzen Hunde aus 'm Dorf sind da, verstehen sich alle untereinander sehr gut, weil die, ähm, lokalen Hunde anders als teilweise woanders sehr gut sozialisiert sind und sehr freundlich sind und auch drauf reagieren, wenn man einfach sagt: „Äh, no", dann gehen die. Kenn ich sonst auch von freilaufenden Hunden eher nicht so. Da, also wir haben wirklich gesagt, da sind selbst die Hunde harmonisch unterwegs.
Spannend. Spannendes Dörfchen.
Ja, aber genug geschwärmt. Wir müssen weiterkommen, ne, in unserer Reise.
Ja, was, was war nächste Station?
Die nächste Station war Cholula. Da haben wir noch mal kurz in Oaxaca Stadt, ähm, Pause gemacht, einfach wegen der Fahrtstrecke wieder. Gibt's aber jetzt nix Neues zu berichten sozusagen. Und in Cholula sind wir zufällig während eines großen Dorffestivals gelandet. In Mexiko ist es ja so, dass alle naselang in den Dörfern irgendwelche Heiligen oder irgendwelche historischen Geschichten gefeiert werden. Und da ist es in der Regel sehr, sehr laut, was jetzt hier auch der Fall war. Also wirklich Tag und Nacht ununterbrochen Feuerwerk, Kirchenglocken, Böller und, ähm, dann spielten da auch Bands. Das's auch natürlich, äh, Teil der Kultur und ist auch schön. Ähm, nur wenn man jetzt vielleicht nachts gut schlafen möchte oder 'nen Hund dabei hat, der jetzt 'n bisschen reagiert auf so 'ne Lautstärke, ja, dann ist es jetzt für 'ne Woche Aufenthalt eher nicht so geeignet.
Mhm.
Wir sind dann auch nur zwei Nächte geblieben, ähm, haben uns aber beziehungsweise ich, weil auch da Hunde nicht erlaubt sind, noch die berühmte Pyramide von Cholula angeguckt. Das ist also eine Pyramide, die wohl das größte Volumen von Pyramiden weltweit aufweist. Das sind fast viereinhalb Millionen Kubikmeter und, ähm, ich hab gelesen, dass es mehr sein soll als die Pyramide von Gizeh in Ägypten. Also es ist schon 'n ordentliches Teil, was da in der Landschaft steht Die ist dem Schöpfergott, Gott Quetzalcoatl gewidmet. Das ist also so, muss man sich vorstellen, in der Hierarchie der Götter, ähm, im, im prähispanischen Glauben ist es so der Höchste, der auch bei den verschiedenen Völkern in unterschiedlichen Namensgebungen vorkommt.
Die Besiedlung, ähm, von Cholula und damit auch der Baustart der Pyramide wird auf das dritte Jahrhundert vor Christus festgelegt und dann haben eben verschiedene ethnische, ähm, Völker oder Stämme bis ins achte Jahrhundert nach Christus immer wieder dran gebaut und, und das Ganze, ähm, weitergearbeitet. Bis dann im, äh, 16. Jahrhundert die spanischen Eroberer kamen und einfach auf die Spitze, auf die Hauptpyramide 'ne katholische Kirche gesetzt haben, weil so kann man's mit der Missionierung natürlich auch ganz erfolgreich machen. Die Teile unten, ähm, sind weitestgehend freigelegt. Man sieht da auch unterirdische Gänge, die sind angeblich begehbar, war aber bei meinem Besuch nicht so. Aber es ist trotzdem total interessant, da einfach mal, ähm, über das Gelände zu laufen und sich das alles anzugucken.
Da sind auch überall Informationstafeln aufgestellt, wo man das Ganze nach, äh, lesen kann auf Spanisch und Englisch, mein ich. Und ja, diese, diese Absurdität einfach, dass ich an so 'ner, an so 'ner jahrtausendealten religiösen Stätte indigener Bevölkerung stehe und da einfach wie so 'ne, wie so 'ne Kirsche auf der Torte 'ne katholische Kirche oben drauf sitzt, ähm, ist, glaub ich, auch in Mexiko einzigartig. Weiß nicht, wie's in anderen Ländern Lateinamerikas ist.
Tja, das weiß ich auch nicht, aber ja, na ja, so waren sie.
Ja, und die Kirche ist gut besucht, ne. Also da pilgern die Leute, auch die, die Mexikaner vor allem, die sind ja in großen Teilen sehr ka-katholisch, die pilgern da wirklich, ähm, sehr inbrünstig hoch und das ist 'ne ganz schöne Strecke, die man da machen muss. Wenn man sich mal das Volumen der Pyramide anguckt, äh, ist man schon 'n bisschen unterwegs, bis man da oben ist bei der Hitze.
Okay. Wo habt ihr denn übernachtet in, in Cholula?
Äh, da haben wir eine Nacht auf 'm Campingplatz, äh, im Dorf verbracht, der heißt, äh, Trailer Park Las Américas. Ähm, das war wieder auch so 'n typisch mexikanisches Anekdötchen. Äh, wir haben angerufen: „Ja, wir kommen auf jeden Fall, aber wir kommen später. Ist es okay, wenn wir so um acht ungefähr da sind?“, weil wir im Stau standen, wie übrigens häufig auf dieser Reise. Und, äh, dann waren wir auch sogar vor acht, glaub ich, da und geklopft, geklingelt, gerufen, noch mal geklopft, noch mal geklingelt, gerufen, keiner da. Und dann standen wir irgendwie 'ne halbe Stunde, da bin ich mal gegenüber in die Werkstatt gegangen, die noch offen war. Da war so 'ne Autowerkstatt. Hab den gefragt, sagt er: „Ach ja, das sind meine, meine Verwandten. Ich ruf da mal eben an“, und hat dann irgendwie über irgendwelche geheimen Telefonnummern, die wir nicht hatten, jemanden erreicht und dann kam der Nachtwächter mit ganz kleinen Augen aus seinem Kabüffchen raus und, und sagte so ganz, äh, so ganz überzeugt: „Ja, ach endlich seid ihr da.
Wir haben auf euch gewartet.“ Und wir so: „Ah ja, okay.“ Also auch da muss man sich in Mexiko teilweise so 'n bisschen umstellen, ne, das so mit Pünktlichkeit und, ähm, es ist halt viel ahorita, also, also gleich. Und gleich kann bedeuten, äh, ja, gleich in zehn Minuten, gleich in drei Wochen oder leck mich am Arsch.
Ist halt nicht Deutschland.
Nein, nein. Aber das macht ja auch den Charme aus.
Ja.
Dann die nächste, also ja, um, um, um das, äh, Cholula noch mal abzuschließen: Es gibt auch einen Parkplatz, auf dem man mit Campingfahrzeugen stehen kann, aber nicht mit Zelten. Der ist mitten im Ort, also quasi fast direkt an der Pyramide. Ähm, da ist aber kein Schatten und auch, äh, ja, war auch durch, durch das Festival halt auch da sehr laut und wir haben uns dann entschieden, das da gar nicht erst zu versuchen, sondern weiterzufahren. Aber da putzen sie das Auto sehr schön und polieren's noch.
Auch schön.
Ja.
Wie ging's weiter?
Nächste Etappe, Teotihuacán oder Teotihuacán, wie's oft ausgesprochen wird, ähm, war eigentlich ursprünglich gedacht, um, um auszuruhen und zu arbeiten. Deswegen haben wir relativ wenig übernommen. Aber viele von euch, die sich vielleicht schon mal mit Mexiko beschäftigt haben, denen wird der Name übern Weg gelaufen sein. Das sind so mit die berühmtesten Ausgrabungsstätten in Mexiko in der Nähe von Mexiko-Stadt. Also da kommt man von Mexiko-Stadt aus auch problemlos für 'n Tagesausflug hin. Ähm, Teotihuacán heißt Ort der Götter und ehrlich gesagt, ohne, ohne religiös oder esoterisch zu sein, wenn man da hinkommt, fühlt man das auch. Das ist 'ne riesige und auch sehr gut erhaltene, teilweise restaurierte Ausgrabungsanlage.
Ähm, die, die zentralen, äh, Gebäude sind die Sonnen- und die Mondpyramide und der Tempel des Quetzalcoatl. Also der taucht ja auch wieder auf, der, dieser übergeordnete Schöpfergott. Und Teotihuacán war einer der wichtigsten Knoten, äh, Knotenpunkte für Handel und Politik in Mesoamerika, also diesem Gebiet, was ich vorhin kurz umrissen habe. Was ganz interessant ist, ist, dass man bis heute nicht weiß, welches Volk eigentlich Teotihuacán gegründet hat. Man weiß nur, dass die Hochzeit, ähm, vermutlich so zwischen 100, 200 vor Christus bis ungefähr 650 nach Christus, ähm, war. Jetzt muss ich kurz meinen Faden wiederfinden.
Gewesen ist.
Gewesen ist, genau Und, äh, dass in dieser Hochphase wahrscheinlich zwischen 100.000 und 200.000 Einwohner dort gelebt haben. Also nach heutigen Maßstäben so 'ne mittlere Stadt Deutschlands. Und das, äh, ist schon sehr ansehnlich, wenn man auch die Verwaltung, die dahinter steht, eben mitbedenkt. Auch die konkrete politische und herrschaftliche Bedeutung wird derzeit immer noch erforscht. Man ist aber eigentlich sich in, in der, ähm, Geschichtsforschung einig, dass sie, ähm, wahrscheinlich sehr wichtig war. Also in Mesoamerika kann es sein, dass es so auch, äh, politisch einer der wichtigsten, ähm, zentralen Punkte war, von denen sehr viel Macht ausgegangen ist.
Die Sonnenpyramide, die ich grade erwähnt hatte, ist nach Cholula die zweitgrößte Pyramide Mesoamerikas mit 63 Metern Höhe und, äh, die Mondpyramide, ähm, die so ein, zwei Kilometer davon entfernt liegt, ist ungefähr 45 Meter hoch. Das klingt jetzt erst mal gar nicht so viel. Wenn man da aber mal raufgelatscht ist auf die beiden mit diesen sehr, sehr blöckischen Stufen, die gar nicht mit heutigen Treppenstufen vergleichbar sind, sondern das sind wirklich riesige Steinblöcke, wo man, äh, sehr viel Oberschenkelarbeit machen muss. Dann und wenn man von oben vor allem mal runtergeguckt hat, dann ist es schon sehr eindrucksvoll. Leider sind die beiden heute nicht mehr begehbar. Ähm, die hat man gesperrt für, für die Touristenmassen, weil's wahrscheinlich einfach zu viele waren.
Aber auch wenn man die nicht mehr erklimmen kann, sollte man für 'ne Besichtigung trotzdem gutes Schuhwerk mitbringen, denn die Anlage ist so weitläufig, dass man da wirklich mehrere Kilometer unterwegs ist. Also ich meine, ich hab's irgendwie getrackt. Das müssen so insgesamt irgendwas zwischen vier und sechs Kilometer gewesen sein, ähm, die, die ich da so in anderthalb Stunden abgelaufen bin. Und es ist halt durch die Stufen, ähm, bei den, bei der Tempelanlage und auch so durch das Gelände selber, ähm, also man braucht jetzt keine Trekking-Bergstiefel, aber man sollte jetzt nicht unbedingt da in Flip-Flops rumlatschen, was man oder in, oder in High Heels, was ich auch schon mal gesehen habe.
Ja, haben wir auch schon überall gesehen.
Ähm, es gibt auch zwei Museen, vielleicht noch ganz interessant. Als ich da war, waren die leider geschlossen, weil da war grade der Tag des sogenannten Equinoxio. Also das ist hier in Mexiko für Leute, die so 'n bisschen in der esoterischen Richtung unterwegs sind, 'n wichtiger Tag. Da teilt sich eben alle sechs Monate, jeweils im März und September, der Tag in genau zwei Hälften zu jeweils zwölf Stunden, also zwischen Helligkeit und Dunkelheit. Und die Anhänger, die dann oft da auch so in, ganz in Weiß auftreten und in Gruppen, die gehen dann zu diesen archäologischen Städten oder auf irgendwelche Bergen, auf irgendwelche Berge, denen mystische, ähm, Fähigkeiten nachgesagt werden und holen sich da Energie, so wurde es mir erzählt.
Und deswegen waren die Museen geschlossen, weil die eben, äh, mir gesagt hatten, dass, dass die Betreiber oder die, die Verwalter dieser Anlage eben mit Vandalismus rechnen und da wollten die nicht, dass dann auch noch die Museen mit den neuen Ausstellungsstücken und Ergebnissen zu diesen jüngeren Ausgrabungen präsentiert werden, dass sie dann auch davon betroffen sind.
Das kann ich nachvollziehen.
Was vielleicht wichtig ist zu all diesen Ausgrabungsstätten, aber vor allem zu denen, die halt so sehr bekannt und beliebt sind: Ich würd immer empfehlen, am besten ganz, ganz früh dahin zu gehen. Also ich war fast zur Öffnung um acht Uhr da und war wirklich auf dem Riesengelände praktisch alleine mit 'n paar Verkäufern, mit denen man sich dann auch um die Zeit noch unterhalten kann, weil die dann noch keinen Verkaufsdruck haben. Und so ab zehn, elf füllt sich das also auf so 'ne massive Art und Weise, dass die ganze Stimmung flöten geht, weil man sich, also man muss sich das so vorstellen, dass man da nicht hinkommt und dann sind da viele Touristen, die da ruhig durchlaufen, sondern da wird geschrien, da wird, ähm, gerannt, da werden Sachen verkauft, die Lärm machen, so Pfeifen und Jaguarköpfe, die dann fauchen. Und du hörst dann überall dieses Fauchen und Pfeifen und das Gebrüll und da kann man das einfach nicht so richtig genießen.
Und, ähm, ich hatte wirklich 'ne wahnsinnig schöne zwei Stunden dort, weil ich dann halt ganz in Ruhe da laufen konnte und diese Atmosphäre in mir aufnehmen konnte. In mich aufnehmen konnte? Wie sagt man?
In dich aufnehmen, glaub ich, ja.
Ja, in mich, genau. Und ja, Teotihuacán selber ist 'n, 'n kleines Dörfchen ganz in der Nähe der Pyramiden. Man könnte da theoretisch auch hinlaufen, lohnt sich aber nicht. Da gibt's auch öffentliche und Uber und Taxi und alles. Und in dem Dorf selber ist aber nicht viel los. Da gibt's 'n paar Restaurants, da gibt's halt die lokalen Läden, wo auch die Mexikaner ihre Sachen kaufen. Aber so, um da mal 'n bisschen rumzulaufen, ist es echt okay. Und wer dann eben Stadtfeeling haben möchte, für den ist Mexiko-Stadt sehr nah. Kannst du auch mit dem Auto oder mit Öffentlichen rüberfahren. Mit 'm Taxi ist es zu teuer. Aber ich glaub, die, ach, die Öffentlichen, wenn du mal irgendwie, weiß ich nicht, für so 'ne Fahrt zehn, fünfzehn Euro bezahlst, dann ist das wahrscheinlich schon viel.
Okay. Wo habt ihr übernachtet? Ach nee, das haben wir schon besprochen, ne. Im Trailer Park, äh, Teo, den Namen krieg ich-
Nee, den waren wir, d-d, das ist 'n anderer Trailer Park. Die heißen alle Trailer Park.
Ach so. In Südamerika quasi.
Ja, also da waren wir, ähm, im Dorf und der heißt Trailer Park Teotihuacán.
Ah.
Der letzte war Las Américas.
Du hast recht.
Und hübsch angelegt, ähm, also einfach auch, ne, aber alles da, was man braucht. Der liegt aber an einer der Hauptstraßen des Dorfes, wo sehr viel Verkehr herrscht und da war's wirklich sehr, sehr laut, auch nachts teilweise, weil die halt in Mexiko auch gerne mal mit ausgebohrten Auspuffen durch die Gegend fahren oder die Lastwagen vorbeifahren und rumpeln. Also wer Ruhe sucht, sollte sich vielleicht lieber was 'n bisschen weiter weg suchen. Wir haben den über, ähm, über, äh, iOverlander gefunden. Da hab ich euch auch mal den Link rausgesucht, den pack ich euch in die Shownotes. Achtet da aber nicht so sehr auf die Bewertungen. Also ich kann die teilweise nicht nachvollziehen. Die sind aus meiner Sicht nicht korrekt oder vielleicht auch nur veraltet, weil da ist fast die Rede von vier aggressiven Hunden der Betreiberin.
Ähm, die hat aber nur einen und wirklich sehr netten Hund und irgendwie auch, ähm, dreckig und so. Das konnten wir auch nicht nachvollziehen. Also den kann man empfehlen für eine Zwischenstation 'n paar Tage, wenn man jetzt nicht unbedingt 'nen sehr leichten Schlaf hat. Die Betreiberin und ihre Tochter sind wahnsinnig nett. Wir haben uns auch viel mit denen unterhalten. Äh, die Anlage ist so weit sauber, die Duschen sind okay. Also gibt's überhaupt nix zu bemängeln. Das ist absolut eher, eher für mexikanische Verhältnisse oberer Standard.
Hast du denn dann diese positive Bewertung auch bei iOverlander hinterlassen?
Nein, ich muss das alles noch machen. Äh, ich hab mir das so fest vorgenommen. Ich bin leider so 'n, so 'n schlechter, ähm, Bewertungsschreiber, weil ich dann immer das wieder vergesse, aber wir müssen das wirklich machen, weil, ähm, wir haben bei 'n paar Plätzen echt sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht und möchten das auch gerne anderen Leuten mitteilen, weil es hilft ja nicht nur den Betreibern, sondern auch anderen Menschen dann 'ne Situation besser einzuschätzen.
Deswegen frag ich.
Du darfst mich gerne noch mal dran erinnern, weil es wird wieder in meinem Gehirn ganz weit nach hinten gedrängt werden.
Ja, du musst das vor Ort machen, ansonsten passiert das nicht. Das kann ich dir schon sagen.
Ja, I know.
Wenn du das nicht gleich machst-
Ich weiß
... machst du das nicht mehr.
Ja, und die letzte Station, ähm, nach Teotihuacán war unspektakulär. Da haben wir auch nur übernachtet. San Agustín del Maíz, das ist dann schon im Bundesstaat Michoacán. Und da haben wir an einem sogenannten Balneario, also an einem Schwimmbad übernachtet. Die sind aber in Mexiko 'n bisschen anders als Schwimmbäder in Deutschland. Und die Geschichte zu diesem Balneario war eben, dass da vor 'n paar Jahren plötzlich Geysire aufgetaucht sind, also wurden entdeckt. Ich weiß nicht, ob man da gebohrt hat oder ob die einfach da waren oder was auch immer. Und, ähm, da fackelt der Mexikaner dann auch nicht lange mit Baugenehmigungen oder so. Da hat man dann ganz schnell mehrere Schwimmbäder auf die Geysire draufgesetzt und hat da jetzt eben 'ne natürliche warme Wasserquelle.
Aber wir haben's nicht ausprobiert. Wir haben da wirklich nur geschlafen und sind dann am nächsten Tag ziemlich zügig weiter.
Okay, und dann waren quasi eure zwei Monate Roadtrip schon vorbei.
Ja, leider. Es war wirklich sehr schön. Man hätte das auch noch beliebig ausdehnen können. Also auch in Michoacán gibt's noch ganz tolle Reiseziele. Ähm, natürlich auch in den anderen Bundesstaaten, ähm, zum Beispiel in Oaxaca hätte man auch noch nach Huatulco fahren können. Das ist 'n Naturreservat mit Naturstränden, die eben jetzt nicht so, ähm, viel bevölkert sind. Aber ehrlich gesagt sind wir dann zwischendurch auch immer so 'n bisschen faul und wollen dann einfach mal 'ne Woche an einem Ort sein und chillen und da Sachen unternehmen, ohne immer dann auf der Straße unterwegs zu sein, bei der Hitze vor allem auch. Also wir hatten, ähm, in der, in der ganzen südlichen, im ganzen südlichen Teil der Reise halt jeden Tag irgendwie 35, 36 Grad in 'nem Auto ohne Klimaanlage mit Hund, der auch nicht jünger wird.
Und dann haben wir gesagt: „Nee, komm. Schatten und fertig."
Ja, das, ja, versteh ich gut. Und es ist ja auch für gewöhnlich relativ warm. Ich war ja auch die Jahreszeit da und das, äh, ja.
Ja, da haben wir auch geschnauft, als du da warst an der anderen Küste.
Ja.
Ja, deswegen.
Ja, spannender, spannender Trip.
Also man muss, man muss vielleicht noch sagen, dat, viele Leute in Deutschland haben keine Vorstellung davon, wie groß Mexiko ist. Also wir geben immer das Beispiel, dass Mexiko, wenn man das auf 'ne Europakarte legen würde, halt von Portugal bis in die Türkei reichen würde in der Ausdehnung. Und da schafft man auch in zwei Monaten halt, wenn man nicht wirklich durchpowert, relativ wenig vom Land zu sehen. Wir haben jetzt wirklich nur 'nen ganz, ganz kleinen Ausschnitt geschafft, in Anführungszeichen. Und es gibt noch so viel mehr, was man jetzt auch hätte im Podcast noch alles an Tipps geben können. Es wird niemals 'n Mexiko-Roadtrip irgendwie vollständig sein, ähm, aber vielleicht ist es ja trotzdem 'ne Inspiration, mal sich auch selber 'ne Route zu suchen oder so 'ne Route nachzufahren und einfach mal so 'n bisschen Gefühl für das Land zu bekommen.
Ja, so, so ist ja auch gedacht, wenn wir über so Sachen sprechen, dass man's einfach als Impuls nimmt, als, als vielleicht Anregung. Kann man eins zu eins nachfahren, aber kann man auch einfach als Grundlage nehmen, so 'n bisschen einen Start zu haben und dann auch natürlich die eigenen Sachen entstehen zu lassen. Und oftmals ist's ja auch so, dass man unterwegs dann auch flexibel manchmal auf Dinge reagieren muss oder, oder 'n Wegweiser sieht oder mit jemandem spricht und dann vielleicht sowieso seine, seine Route 'n bisschen anpasst.
Ja, das haben wir auch gemacht.
Etwas, was, was passieren kann. Je nachdem, ne, wenn man auch grade so wie ihr nix vorbucht, ist man da ja auch völlig frei.
Ja.
Mehr oder weniger. Jetzt hattest du ja noch zum Anfang angekündigt, du willst auch noch mal oder auch schon das letzte Mal, glaub ich, du willst noch 'n bissl was zum Thema Sicherheit sagen, weil das hier noch mal in Mexiko definitiv ein Thema ist. Ähm, was sind denn da noch so deine Tipps für, für jemanden, der potenziell, äh, mal bisschen Mexiko jenseits der Touristenressorts bereisen möchte?
Also ich will vielleicht vorwegschicken, dass es in Gesprächen, Gruppen, Foren und so weiter immer zwei Extreme gibt. Es gibt diejenigen, die vor allem Angst haben Und die am liebsten, ähm, sich einzäunen würden und auch allen anderen immer, vielleicht auch ohne selber da gewesen, äh, zu sein, erzählen, wie schlimm Mexiko ist und dass man da quasi, dass einem da nur nach 'm Leben getrachtet wird. Und dann gibt's das andere Extrem, die sich wirklich an jeden einsamen Strand stellen und denen auch irgendwie offenbar nie was passiert, ähm, und die dann eben das auch so promoten, dass man das ja überall auch machen kann und dass es immer wunderschön ist. Das glaub ich auch, aber wir sind da eher so im mittleren Feld eher risikobewusst unterwegs.
Ähm, das heißt nicht, dass wenn man's anders macht als wir, dass man dann sofort überfallen, ausgeraubt oder getötet wird. Ähm, aber wir wollen halt kein Risiko eingehen und wir wollen unser Schicksal nicht rausfordern. Deswegen sind die Sicherheitstipps, die ich gebe, vielleicht für den ein oder anderen, der auch schon mal in Ländern wie Mexiko unterwegs war, 'n bisschen übertrieben. Ich richte das aber eher an Menschen aus, die vielleicht noch nicht so viel Erfahrung mit Lateinamerika haben oder gar keine und die sagen: „Okay, so für meine erste Tour möcht ich eventuell jetzt nicht, ähm, ständig fragen, recherchieren müssen, sondern will da einfach auf der weitestgehend sicheren Seite sein." Es gibt in Mexiko 'n paar Bundesstaaten, die man generell am besten umgehen sollte oder eben, ähm, nur sehr bedingt bereisen sollte.
Einer der Bundesstaaten in dem Einzugsgebiet, in dem wir unterwegs waren, ist der Bundesstaat Guerrero. Den hätten wir, wenn wir auf der Südroute an der Küste entlang gefahren wären, die sehr, sehr schön ist, die ich auch vor 20 Jahren schon gemacht habe, ähm, hätten wir den durchqueren müssen. Und Guerrero, sagt der Halil immer, ist Niemandsland. Also da gibt's Lynchmorde, wenn irgendjemand verdächtigt wird. Da gibt's Schießereien, da, da sind die Drogenkartelle höchst aktiv und bekämpfen sich untereinander. Und das wär zum Beispiel was, wo ich jedem empfehlen würde, da besser die Nordroute zu nehmen, um eben nicht in irgendwie zwischen die Fronten zu kommen. In Michoacán gibt's auch solche Gegenden, ähm, die man besser vermeiden sollte. Die wechseln teilweise 'n bisschen. Also momentan soll's sehr ruhig sein.
Wir wissen von vielen Reisenden, dass sie da am Strand unterwegs waren und dass es, äh, sehr entspannt war. Da würd ich aber als Mexiko-Einsteiger auch eher sagen, vielleicht wenn man auch kein Spanisch spricht, lieber die Nordroute zu nehmen, wenn man nach Oaxaca runter will und da jetzt auch nicht unbedingt, ähm, ja, nicht unbedingt dann, äh, sich die gefährlichsten Gegenden auszusuchen. Generell haben wir's so gehalten, dass wir in erster Linie auf Mautstraßen, also Autobahnen unterwegs waren. Die Landstraßen können sehr schön sein, die können aber zum einen sicherheitstechnisch problematisch werden, ähm, und zum anderen sind die auch teilweise entweder in 'nem Zustand, der 'n sicheres Fahren bei höheren Geschwindigkeiten schwierig macht, sag ich mal vorsichtig, und zum anderen, ähm, führen die teilweise durch Gegenden, die auch für die Autos herausfordernd sind.
Also zum Beispiel 100 Kilometer Serpentinen durchs Gebirge, jetzt mal um's übertrieben zu sagen. Und bei den Mautstraßen, da ist man eigentlich relativ bequem unterwegs. In problematischen Gebieten werden die häufig durch die Nationalgarde kontrolliert, wie zum Beispiel in Michoacán. Und was halt 'n besonderer Pluspunkt ist, grade auch für Ausländer, die sich vielleicht nicht so gut verständigen können: Es gibt einen kostenlosen Pannendienst auf Autobahnen und die Telefonnummer steht jeweils auf den Mauttickets und auch auf Schildern am Straßenrand. Das heißt, wenn mir da das Auto liegen bleibt und ich hab aber jetzt vielleicht keine extra Versicherung oder irgendwas gedacht abzuschließen, dann kann ich da diesen Pannendienst anrufen und die dürfen auch kein Geld annehmen. Also die sind wirklich unentgeltlich unterwegs und die helfen dir dann weiter.
Mhm. Das ist schon praktisch. Und wie sind die Mautkosten in, in Mexiko?
Komplett durcheinander und, und, ähm, unterschiedlich. Also wir haben's erlebt, dass sehr, sehr gut ausgebaute Mautstraßen, relativ neue, sehr günstig waren, die nach Oaxaca runter, also von Oaxaca Stadt an Strand, die ist sogar momentan noch kostenlos, noch für 'n weiteres halbes Jahr ungefähr, ähm, weil die frisch eröffnet wurde. Teilweise wird da auch noch gebaut. Und dann gibt's andere, wie zum Beispiel den Arco Norte, der Mexiko-Stadt weiträumig umfährt. Der ist in so einem beschissenen Zustand, dass du quasi von einem riesigen Schlagloch zum nächsten hüpfst und echt froh bist, wenn du dicke Reifen auf 'm Auto hast und alles dazwischen und auch preislich. Also w-- ich, ähm, guck mal eben nach, was wir jetzt für die ganze Strecke an Mautgebühren bezahlt haben.
Ich meine, das war irgendwas um die 200 Euro, also für alles hin und zurück.
Mhm.
Da muss ich noch mal gerade-
Und wie viel, ich schätz mal, oder guck erst mal nach, dann stell ich meine Frage.
Ja, tatsächlich. Also ich hab hier 191 Euro. Das kann sein, wir führen ja 'n, so 'n Haushaltsbuch. Kann sein, dass wir da nicht alles erfasst haben, aber, äh, also ich sag mal, um die 200 Euro kommst du ungefähr hin wahrscheinlich.
Und wie viel der 3.000 Kilometern waren in etwa, also die Hälfte, 'n Viertel, 'n Drittel Mautstraßen? Was schätzt du?
Ich würd sagen, von den, von den längeren Strecken eigentlich der überwiegende Teil.
Okay. Also-
Also klar, wenn du dann zwischen den Dörfern hin- und herfährst, sind es keine Mautstraßen. Da haben wir ja auch Kilometer gemacht, ähm, bei den Ausflügen und so. Aber, aber von den, von den, äh, Direktverbindungen von einem Ort zum nächsten bei den größeren Etappen waren's eigentlich fast alles Mautstraßen.
Okay, gut.
Also man deckt damit 'n guten Teil ab.
Mhm.
Und weil ich grade gesagt hab, Dörfer, die Mautstraßen haben auch den Vorteil, dass sie nicht durch die kleinen Dörfer in aller Regel führen. Also in den kleinen Dörfern, da hast du viele von diesen Topes, das sind diese, äh, diese Diese Beulen, diese Hubbel in der Straße, die die, ähm, die die Geschwindigkeit drosseln, weil Schilder in Mexiko sind ja immer für die Autofahrer eher so optional aufgefasst. Und, ähm, da behelfen sich dann die Bewohner der Orte teilweise auch in Eigenarbeit und bauen dann alle 100 Meter so 'ne Doppel hin. Das ist zum einen manchmal 'n bisschen lästig. Oft übersieht man die, weil dann sind die nich markiert und unter 'nem Baum im Schatten, wie zum Beispiel ganz viel in Oaxaca und du bretterst dann drüber aus Versehen, ähm, und hast dann 'ne ganze Ausrüstung im, im Fahrzeug verteilt.
Aber es ist natürlich auch 'ne Sache der Effizienz, wenn du halt schnell irgendwie von einem Ort zum anderen kommen willst, dann, dann ist es nich so ratenswert, empfehlenswert. Aber es ist auch so, dass nich in allen Dörfern die Sicherheitslage gut ist. Also anders, als man das vielleicht so sich aus Deutschland vorstellt. Ja, Großstadt, da ist das Verbrechen und in den kleinen Dörfern, da ist die Welt noch in Ordnung, auch wenn sich die Nachbarn gegenseitig abmurksen. Aber, aber so kriminalitätsmäßig ist es ja 'n bisschen so, dass man eher aufm Land sagt, ja, da ist es sicherer und da kann man noch nachts auf die Straße und in den Großstädten, oh, zentrale Brennpunkte und, äh, hier Überfälle und so weiter. Und in Mexiko ist es eben nich so. Also je nachdem, in welchem Bundesstaat welches Kartell wie seine Macht grade verteilt oder, ähm, ob's mehrere Kartelle gibt, die untereinander sich nich grün sind oder was auch immer, kann's auch in sehr kleinen Dörfern zu sehr unangenehmen Situationen kommen.
Und deswegen ist unser Tipp eben, auf jeden Fall immer nur tagsüber zu fahren. Also egal wo in Mexiko ist es immer unsere, äh, Empfehlung an die anderen Deutschen auch oder an die anderen Europäer, immer nur tagsüber fahren, genug Puffer einplanen für Staus, für Pannen, für sonst was, weil, ähm, auch auf den Straßen in Mexiko eher mal 'ne Panne passiert als auf deutschen Autobahnen im Sinne von, da liegt auch mal 'ne tote Kuh auf, äh, am Straßenrand oder an, am Seitenstreifen oder, äh, es fliegen, es fliegen Reifen über die Fahrbahn. Also das ist wirklich Standard. Reifenfetzen, Reifen, Steine, Abfall, äh, gefüllte Flaschen, leere Flaschen. Und da passiert's halt dann eher mal, dass man irgendwie 'n Platten hat oder dass einem mal was in die, in die Frontscheibe donnert oder so.
Und deswegen würd ich da immer genug Zeit einplanen, um von A nach B zu kommen und lieber kleinere Etappen, damit ich wirklich sicherstellen kann, tagsüber noch anzukommen und nicht in der Dämmerung mir dann 'ne Unterkunft zu suchen.
Mhm.
Und die andere Sache eben, ja, die Straßenqualität schwankt auch auf Autobahnen sehr stark, aber besser als auf den Landstraßen is se allemal. Und ja, ansonsten bei den kleinen Dörfern eben auch da sich jetzt nich unbedingt abends oder nachts rumtreiben, wenn ich nich weiß, wo ich da bin.
Wie ist das mit Freistehen?
Ja, also wir machen's nich, sag ich mal. Ähm, wir haben auch jetzt wieder Leute kennengelernt, die damit kein Thema haben. Das ist aber halt auch oft, weil die einfach nich die Sachen wissen und sehen, die wir wissen und sehen, vor allem der Halil. Hm, grade für Lateinamerika-Einsteiger würd ich's nich empfehlen. Es gibt wirklich genug Campingplätze und auch über I Overlander teilweise so private Stellplätze und Ähnliches, wo man gut stehen kann. Wenn's unbedingt 'n Freistehplatz sein muss, dann würd ich gucken, ähm, ob ich Kontakte finde von anderen Leuten, die grade unterwegs sind, dass man wenigstens zusammensteht. Aber, äh, warum soll man's riskieren? Also man kann einfach, selbst wir, wir müssten auch jedes Mal wieder neu recherchieren, wie ist die aktuelle Sicherheitslage in genau dem Ort oder in dem Gebiet, wo wir grade hinfahren wollen.
Und ich weiß nicht, den Stress muss man sich eigentlich nich antun, wenn man jetzt nicht grade irgend'n echt, äh, gepanzertes Expeditionsfahrzeug hat, wo keiner reinkommt. Also wie gesagt, es gibt viele Leute, die's machen. Ähm, denen passiert auch in der Regel nix, weil Touristen immer noch besser geschützt sind als Einheimische wahrscheinlich. Aber meine Empfehlung wär's nich.
Mhm. Okay. Ja, und, äh, ich glaube, ich glaube, das ist so das Problem bei euch, dass Halil ja auch da aufgewachsen ist und einfach weiß, was da so los ist. Wenn du das nicht weißt und da ohne, ohne großartig Gedanken reingehst, siehst du ja die Gefahr nich und dann ist nur das Risiko, dass sie halt irgendwann mal schiefgeht. Und das Leben ist sicherlich für die Menschen erst mal viel entspannter, weil sie das Risiko nicht sehen, ne. Halil hat mir auch gezeigt, wir waren in irgend 'nem Dorf unterwegs, sagt er: „Guck mal, hier der, der, der, die da rumfahren, das sind die, die Ausschau halten nach den, nach der Polizei v-von den Narcos, die hier quasi gucken, wann die, wann dieses Militär kommt und so weiter." Das kriegst du gar nich mit, wenn du das nicht weißt.
Oder auch die, ähm, ich weiß nicht, ob du dich noch erinnerst, da, als wir in dem Dörfchen waren, auch 'n ganz kleines Dorf, was wirklich total ruhig war an der Westküste. Ähm, da fuhr doch so 'ne, ähm, so 'n Truck vorbei, so 'n, ähm, Pick-up war's, glaub ich, mit ganz lauter traditioneller Musik, ne.
Ja genau, der so 'ne, so 'n Narco-Hymne gespielt hat irgendwie.
Ja, und du warst doch noch so: „Ach, guck mal, wie lustig, hier ist ja richtig Partystimmung." Und dann sagt der Halil: „Nee, nee, hier gibt grade über die Musik ein neuer Drogenbaron Bescheid, dass er jetzt hier das Sagen hat."
Ja.
Und, ähm, das sind so Sachen, die, die weiß man als Ausländer einfach nich und ich weiß das auch nich immer, ne. Ich erkenn das auch nich immer sofort. Und deswegen sag ich halt, wir sind da sehr risikobewusst und die Empfehlungen, die wir weitergeben an andere Menschen, sind auch sehr risikobewusst.
Klar, äh, wahrscheinlich wird den meisten Touristen da nichts passieren, weil sie gar nich ja im Fokus stehen. Das Problem ist zum einen, wenn du eben aus Versehen zwischen die Fronten gerätst, ja, oder irgendwie, äh, die Lage unklar wird und, und du da halt einfach bist. Also das sind ja die, die Risiken, die einfach bestehen so. Passieren wird meistens nichts. Aber das ist wie alles. So lange nichts passiert, ist alles gut, ne. Aber-
Ja, und da muss halt jeder für sich auch selbst entscheiden-
Genau
... möchte ich nachts ruhig schlafen, entspannt, oder möchte ich meine Ohren immer offen haben, ob einer versucht, die Tür aufzumachen. Und das kann man auch ni-, ist auch nich richtig oder falsch, sondern da muss wirklich jeder für sich bewerten, wie, wie viel ist es mir wert, an 'nem schönen Strand aufzuwachen zum Beispiel, dafür, dass ich halt vielleicht dann, ähm Mich 'm Risiko aussetze.
Ja, okay. Ich glaube, da haben wir genug zu gesagt, sodass das jeder so 'n bisschen einschätzen kann. Und ansonsten, wenn ihr Fragen habt, wenn ihr auch irgendwie 'ne Reise machen wollt, dann schreibt uns gerne auch 'ne Mail an podcast@camperstyle.de. Wir können jetzt keine Riesenreiseberatung machen, aber so Fragen beantworten, was wir sowieso im Rahmen des Podcasts machen, natürlich immer gerne. Oder nutzt unseren WhatsApp-Link in der, äh, Episodenbeschreibung, also in den Show-Notes, da könnt ihr uns dann auch anschreiben und uns 'ne Sprachnachricht auch schicken. Lass mal noch schnell, wir sind nämlich zeitlich schon wieder ganz schön drüber.
Oh ja, ich seh's gerade.
Aber lass mal noch kurz, ähm, quasi über das Thema Mexiko mit Hund und, und Reisen mit Hund und Fernreisen mit Hund sprechen kurz und dann noch mal ganz kurz auf das Thema Kosten kommen. Da, da würden mich noch ein, zwei Sachen interessieren. Ähm, wie ist es denn mit Hund nach Mexiko zu fliegen?
Also, äh, es ist machbar. Ähm, es ist vor allem mit 'nem kleinen Hund wie unserem gut machbar. Äh, alles, was dann über acht Kilo inklusive Tasche ausmacht, würd ich's mir wirklich gut überlegen, 'nem Hund das anzutun. Also ich find's bei uns schon teilweise so, dass ich sage: Ja, also für, für drei Wochen würd ich's nicht machen, den, dem Hund, äh, den Hund dem Stress auszusetzen. Ähm, es ist viel Bürokratie, sowohl für die Ein- als auch für die Ausreise, also beziehungsweise für die Rückreise dann nach Deutschland oder nach Europa. Ähm, wenn man jetzt speziell Mexiko mit Hund machen möchte, hat sich für uns die Route über Cancún als sehr angenehm erwiesen, weil zum einen die Flüge von Deutschland aus nach Cancún kürzer sind als andere Verbindungen, wie zum Beispiel nach Mexiko-Stadt.
Das heißt, der Hund hat nicht so 'ne lange Langstrecke und da kommt's wirklich auch auf 'ne halbe Stunde, Stunde an oder anderthalb Stunden, die viel ausmachen können. Ähm, Cancún ist 'n kleiner Flughafen, der aber viele Inlandsverbindungen hat. Und ja, man ist halt übersichtlicher unterwegs als zum Beispiel in Mexiko-Stadt, wo du dich schon ohne Hund quasi verlaufen hast und der Halil auch, äh, sagt, das ist für ihn auch zu chaotisch und zu viel. Und wenn man die, die Wege berücksichtigt, die man dann nicht nur für sich selber, sondern auch für die Check-in und Gesundheitsgeschichten, also Gesundheitszeugnis und so weiter mit Hund machen muss, dann ist es natürlich gut, wenn der Flughafen auch räumlich 'n bisschen überschaubarer ist und man nicht kilometerweit rennen muss für jeden Be-, äh, für jeden Behördengang sozusagen.
Mhm.
Ähm, in Cancún ist die Einreise mit Hund auch insofern sehr entspannt, weil die Leute, die dafür zuständig sind, das ist so 'n kleines Modul direkt hinter dem, ähm, Migrationsschalter, äh, das ist das Ministerium für Landwirtschaft und die sind super entspannt und total hilfreich. Also ich war da jetzt mittlerweile dreimal mit dem Hund, ähm, und jedes Mal war's echt so, dass sie wirklich versucht haben, das für den Hund so angenehm wie möglich zu machen, für dich so kurz wie möglich, wie's halt bei der mexikanischen Bürokratie möglich ist und auch hilfreich waren, wenn mal was nicht geklappt hat.
Cool.
Also das, das ist 'ne gute Strecke. Wir übernachten mittlerweile dort einmal, damit der Hund nach der Langstrecke zur Ruhe kommt und machen dann die Inlandsverbindung. Man kann aber auch dann direkt sich quasi in den nächsten Flieger nach Oaxaca, Guadalajara, Mexiko-Stadt oder wohin auch immer setzen.
Und das ist dann auch mit Hund bei allen Airlines in Mexiko möglich oder nicht mit jeder?
Wir sind da grade am Recherchieren. Also wir fliegen bisher immer mit Volaris. Wir haben jetzt aber gehört, dass bei verschiedenen anderen das auch möglich ist. Aeroméxico haben wir auch schon gemacht. Ähm, 'ne andere gibt's nicht mehr, ähm, die wir mal genommen hatten. Aber wir sind grade am Recherchieren, bei wie vielen das möglich ist und sind da auch am Abchecken, wie da die, ähm, Preise und die Bedingungen sind.
Mhm.
Da sind wir aber jetzt noch nicht weiter, weil für uns es ja erst wieder jetzt Ende des Jahres dann oder Anfang nächsten Jahres relevant wird. Aber generell ist es innerhalb Mexikos kein Thema, mit 'nem Hund zu reisen.
Okay.
Und wenn man einmal die Einreise, äh, Geschichte hinter sich gebracht hat am ersten Flughafen, an dem man in Mexiko ankommt, dann ist es auch, ähm, total easy, 'ne Inlandsverbindung zu machen, weil dann hast du, also rechtlich betrachtet ist das, was wir jedes Jahr machen, ein Import und ein Export.
Mhm.
Und dann hast du den Import quasi schon hinter dir an 'nem kleinen Flughafen und fliegst dann zum nächsten einfach ganz normal weiter.
Mhm. Okay, ja. Ja, Immigration an kleinen Flughäfen ist häufig entspannter. Kommt 'n bisschen drauf an, in Faro nicht, aber generell funktioniert's meistens einfacher, auch wenn man Sachen, Tiere und so weiter dabei hat.
Ja, also das kann ich wirklich bestätigen, hier jetzt auch für Cancún, weil wir haben verschiedene Flughäfen getestet und das ist die aus unserer Sicht für das, was wir brauchen, beste Route.
Okay.
Was ich total wichtig finde und, ähm, da haben wir wirklich mit unserem Hund einfach Glück gehabt, das kann man nicht vorplanen, wenn man sich 'n Hund zulegt. Ähm, unser Hund ist relativ stressresistent, was diese Dinge angeht, also grade so Reisen und so. Und sie ist auch relativ umweltsicher in puncto, ähm, Knallgeräusche, Feuerwerke und so weiter. Woran wir sie auch erst immer wieder gewöhnen müssen, wenn wir nach Mexiko kommen, ist das Verkehrschaos. Also Hupen fahren, äh, Kreuz und quer fahren, dazwischen rennen Leute über die Straße, dann kommt 'n Motorrad und fährt dir halt 'n Außenspiegel ab. Und also das muss man wirklich bedenken, wenn man nach Mexiko oder wahrscheinlich auch in andere lateinamerikanische Staaten mit 'nem Hund fliegt, dass der Hund ja auch nicht dauergestresst sein sollte und, ähm, am besten auch möglichst sozialverträglich, weil es gibt halt sehr viele frei laufende oder frei lebende Hunde oder auch echte Straßenhunde, die teilweise auch schon so 'n bisschen verwildert sind.
Und da ist es dann schwierig mit 'nem Hund, der, ähm, der sich mit jedem anlegen möchte, der auf 100 Meter sich nähert.
Mhm.
Und das klingt jetzt so 'n bisschen banal und besserwisserisch, aber wir machen echt jedes Jahr wieder die Erfahrung, dass selbst unser Hund, der das Reisen absolut gewöhnt ist, Phasen hat, wo sie dann wirklich zur Ruhe kommen muss. Und wir sorgen auch dafür, dass sie zur Ruhe kommt durch Ähm, längere Pausen dann, ähm, wo wir sie dann auch wirklich abschirmen. Also dann, da liegt die dann auch nicht irgendwo zwischen anderen Hunden, ähm, in der Sonne, sondern da wird die dann auch mal weggepackt, damit die wirklich echt sich ernsthaft entspannen kann.
Ja.
Und da muss halt jeder seinen eigenen Hund so einschätzen, ob das machbar ist. Und für alles unter drei Wochen würd ich's eh nicht machen. Also wenn ich jetzt einmal nur so 'n, so 'ne Rundreise mit 'm, mit 'm Camper oder mit 'm Zelt oder was machen möchte, dann würd ich echt gucken, dass der Hund zu Hause gut betreut ist, weil auch die Langstrecke sehr anstrengend ist.
Ja. Ja, das Gespräch haben wir ja auch intern schon mehrfach gehabt. Wir, ne, mit, mit Hund fliegen ist extrem stressig, selbst wenn er ins Handgepäck darf. Das müsst ihr am Ende selber wissen, was ihr eurem Hund zu, ähm, quasi muten wollt und wenn ihr den gut kennt und gut lesen könnt, dann ist das sicherlich noch mal besser einschätzbar, aber, aber für, ne, also für jeden Hund ist das Stress, für den einen mehr, für den anderen weniger und für drei Wochen ist es halt ziemlicher Wahnsinn, äh, für unsere Hunde würde ich das finden. Wie gesagt, müsst ihr selber gucken. Lass mal weitermachen. Also Autofahren hast du gesagt, was ist mit, äh, mit Impfungen und so weiter? Was braucht man da?
Vielleicht vorher noch ganz kurz zum Thema Flug mit größeren Hunden, weil ich das jetzt so 'n bisschen stiefmütterlich behandelt habe. Ähm, wir haben auch etliche Leute kennengelernt, die mit großen Hunden unterwegs waren, Deutsche, die haben halt ihr Wohnmobil verschifft und sind dann aber auch monatelang unterwegs, teilweise Jahre. Ähm, und da war wirklich die einhellige Meinung, dass es für die jeweiligen Hunde die letzte Flugreise gewesen sein muss. Also, ähm, die haben gesagt, sie machen sich so viele Sorgen und Gedanken über den Rückflug, weil sie haben sich das irgendwie auch so 'n bisschen easier vorgestellt, auch für den Hund und machen sich jetzt schon Sorgen darüber, obwohl die Rückreise noch Wochen entfernt ist, wie das dann ist, an welchen Flughafen man am besten fliegt, äh, fährt für den Abflug, damit der Hund nicht in seiner Box dann 'ne halbe Stunde mit dem Gepäck in der Sonne steht, ähm, mit welcher Fluggesellschaft, dass die Hunde sicher untergebracht sind und so weiter.
Also unterschätzt es bitte nicht, was man sich da auch selber an Sorgen und Gedanken auflädt, wenn man mit 'nem großen Hund unterwegs ist, weil du den halt dann nicht während des langen Fluges zwölf, zwölf, elfeinhalb, zwölf Stunden, zwölfeinhalb Stunden, je nachdem, wo's hingeht, bei dir hast. Und, ähm, deswegen mit großen Hunden, die können mit, ist dieselbe Bürokratie, also nicht sehr viel anders als, als mit 'm kleinen Hund als Handgepäck, weil der ganze Import/Export genauso gemacht werden muss. Aber ich glaube, dass es auch für einen selber wahnsinnig anstrengend ist, so emotional, wenn man an seinem Tier hängt.
Ja, und, und der ist halt im Frachtraum, der ist dann nicht bei dir, ne. Das ist noch mal was anderes. Und dann gibt's Medikamente, die gegeben werden, die lähmen den Hund aber mehr oder weniger nur, dass er nicht, nicht rumrennt, aber, äh, der kriegt halt alles mit. Also ist 'n ganz anderes Thema. Wir sind auch keine Tierärzte. Ähm, da gibt's sicherlich aber noch 'ne ganze Menge Sachen, die man zu lesen kann. Also überlegt euch das auf jeden Fall gut.
Ich sag's nur so ausdrücklich, weil wir uns das auch alles viel einfacher vorgestellt haben, weil wir gesagt haben, ja, wir, wir haben 'n kleinen Hund, wir, deswegen haben wir ja auch den kleinen Hund wegen der Fliegerei. Und wir haben das auch so gedacht, ach ja, dann setzt man den halt mit in die Kabine und fertig. Und wir haben das wirklich auch selber unterschätzt, dass du gedanklich auch während des ganzen Flugs, also ich zumindest, ich kann auch nicht abschalten, weil ich ständig auch dran bin, ja geht's dem Hund gut, dann wieder Wasser geben, dann wieder 'n bisschen Futter geben und so weiter. Also das sind alles so Punkte, wie gesagt, für 'nen Langzeitaufenthalt würd ich auf gar keinen Fall meinen Hund so lange abgeben und bei uns sowieso nicht, weil bei uns ist es ja was Regelmäßiges, aber für, für kürzere Aufenthalte, ähm, ja, tut's euch auch selber nicht an.
Ja. Impfungen, Prophylaxe, was braucht man?
Also Impfungen natürlich auf jeden Fall Tollwut und die braucht man für Mexiko auch jährlich leider. Also in Deutschland, Europa ist ja mittlerweile der Standard alle drei Jahre. Mexiko verlangt die jährlich. Ähm, da kann ich nur so viel zu sagen, äh, beratet euch mal mit eurem Tierarzt, was man da machen kann. Ähm, Prophylaxen sollte man auf jeden Fall die einschlägigen Mittelmeerkrankheiten abdecken und auch bitte nicht mit Bernsteinkette und Kokosöl, sondern mit was, was wirklich, ähm, definitiv auch erwiesenermaßen was bringt. Ja, es sind Chemiebomben, aber keiner weiß besser als Sebastian und Stephanie, was dahintersteckt, wenn so 'n Hund wirklich mit 'ner Mittelmeerkrankheit krank wird.
Mhm.
Ähm, und da würd ich dann lieber das Risiko eingehen, dass vielleicht die Chemiebomben nicht so gesund sind, als, ähm, dass dann Ehrlichiose, Babesiose, Leishmaniose, Anaplasmose mir den Hund total, äh, krank macht.
Ja, die Kosten und, und Stress und für den, für das Tier, also da haben wir ja gar nicht drüber gesprochen, das ist deutlich höher aus meiner Sicht. Aber auch lass uns die Diskussion nicht weiterführen. Das, das muss auch jeder für sich selber machen. Das ist auf jeden Fall nicht schön, einen Leishmaniose erkrankten Hund zu haben, um's vorsichtig auszudrücken. Ähm-
Ja, es ist, es ist teilweise erbarmungswürdig. Also muss man, also ich, ich denke, dass man das auch mal so deutlich als Betroffener benennen darf, weil man ja auch da, wenn man das noch nicht gesehen hat, was das für 'n Hund bedeutet, weiß man das einfach nicht. Und wir haben, wir haben hier im Bekannten- und Freundeskreis und auch in der Familie auch etliche Hunde, die an einer dieser Mittelmeerkrankheiten verstorben sind, weil die's eben nicht geschafft haben.
Ja.
Und deswegen also Impfungen, Prophylaxe. Unser Hund hat 'ne Leishmaniose-Impfung auch. Die ist aber keine richtige Impfung, sondern reduziert halt nur das, das Maß oder das Risiko, dass die Krankheit ausbricht, wenn sie sich infiziert. Ähm, wir machen, sie hat immer 'n Seresto-Halsband in Mexiko um. Das ist in erster Linie gegen Zecken. Neuere Experimente oder, also Studien kann man's nicht nennen, aber, ähm, Erkenntnisse von Tierärzten, vor allem in Spanien, deuten auch darauf hin, dass es auch gegen Sandmücken hilft. Dafür wurde es nicht ursprünglich entwickelt, aber soll wohl auch helfen, wie ich gelesen hatte.
Ja, schon länger. Also das ist, ich sag mal, bekannt schon länger. Deswegen nutzen wir die auch.
Ja.
Und die werden hier auch ganz groß und auch in Spanien des-genau deswegen eingesetzt.
Okay.
Weil's andere Halsbänder nicht können. Ich weiß grad nicht welche, aber genau das ist auch der Grund, warum wir die auch haben.
Und die, äh, was ich an dem Seresto-Halsband halt schön finde, im Gegensatz zu den, ähm, einschlägigen Spot-ons, ist die Tatsache, dass die auch, ähm, wenn die im Wasser getragen werden, nach wie vor Wirksamkeit behalten. Doch, steht, nee? Steht da, steht aber überall in den Beipackzetteln und überall.
Kann ich aus der Praxis sagen, schwierig. Vorsicht. Also-
Okay.
Zwei Punkte, warum man's nicht tun sollte, den Hund mit Seresto baden zu schicken. Zum einen, äh, es tötet die Wasserorganismen ab.
Ah ja, okay.
Das ist absolut tödlich für, für die Viecher im Wasser, ist Punkt eins und Punkt zwei, ähm, und wir haben's auch am Anfang nicht ge-gewusst. Wir haben uns nur gewundert, warum die, die Halsbänder so schnell ihre, äh, Wirksamkeit verloren haben. Das ist genau der Grund, wenn der Hund ins Wasser geht. Also ja, es, es überlebt das, aber es, es nutzt sich viel, viel stärker ab. Also deswegen würde ich davon absolut abraten.
Okay. Und nehmt ihr die dann immer ab, wenn ihr eure Hunde ins Wasser lasst, oder?
Ja, die Hunde gehen nicht mehr so ins Wasser, aber bei Chief haben wir das zum Schluss dann gemacht. Als, also als wir das dann gelernt haben, wir wussten das halt am Anfang auch nicht, ähm, haben wir das dann gemacht. Das klappt auch nicht immer, weil du kannst dem Hund jetzt, wenn er gerade dringend in das Wasser rein muss, nicht sagen: „Warte mal kurz, wir müssen ihm das Halsband abnehmen", weil je nach Hund ist das auch nicht immer einfach. Also, ne, bei unserem Chief muss man das halt wirklich so im Vorbeigehen mal schnell anlegen, ansonsten ist der argwöhnig und sagt: „Nee, nee, mein Freund, du willst irgendwas mit meinem Hals machen, das kannst du knicken." Ähm, ja, aber das einfach nur so auch haben wir gelernt und, und haben wir auch dann, ich glaube, auch von Seresto erfahren. Ich weiß es nicht mehr, es liegt schon eine Weile zurück, aber das kann ich auf jeden Fall als Tipp mitgeben. Ja, funktioniert, nutzt sich aber viel stärker ab und wie gesagt, äh, ist, äh, vorsichtig gesagt, nicht gut für die Viecher im Wasser.
Okay, ja, vielen Dank für den Tipp. Also da, da hab ich tatsächlich noch gar nicht drüber nachgedacht. Ähm, wir haben's jetzt immer alle drei Monate statt der acht Monate, die als Wirksamkeitsdauer angegeben werden, ähm, gewechselt, weil irgendwie logisch ist es ja auch, dass es im Wasser dann irgendwie nicht so lang hält. Aber das mit den Wasserorganismen ist natürlich ein wichtiger Punkt, wenn wir sonst immer so gucken auf Öko und Nachhaltigkeit, dann sollte man vielleicht dann auch, ich nehm keine Sonnenmilch am Strand, damit denen nicht das Wasser und ja, okay, egal.
Ja, deswegen fiel mir das gerade quasi gerade ein.
Sieht man mal wieder, dass man immer wieder dazulernt.
Immer.
Ja, und ansonsten gibt's halt die einschlägigen Spot-ons, die auch gut wirken, ähm, Advantix und Advokat zum Beispiel. Die, ähm, Advokat ist in erster Linie gegen, ähm, Herzwürmer, also gegen die, gegen die Insekten, die Herzwürmer übertragen, ähm, und Advokat auch Sandmücken, Flöhe, glau-, äh, Advantix, Sandmücken, Flöhe und halt auch so, ich glaub auch Zecken.
Zecks, genau, Insekten, äh, Zecken.
Ja.
Ja.
Also wie gesagt, da einfach beim Tierarzt beraten lassen und gucken, was auch für den Hund dann in Kombination zumutbar ist. Aber wie gesagt, ich bin da so verschreckt von den ganzen Fällen im, im direkten Umfeld, die wir mitbekommen haben, dass bei uns da eigentlich keine Diskussion gibt bei unseren Reisen, da den Hund umfassend abzusichern. Ähm, wenn wir beim Thema Chemie sind, vielleicht auch noch mal ein ganz wichtiger Hinweis: Ähm, in Mexiko wird relativ großzügig immer noch mit Insektiziden umgegangen, weil's einfach auch nötig ist gegen Kakerlaken, Skorpione, Stechmücken und so weiter, weil's einfach viel mehr gibt von all diesem kleinen Tier, das auch gefährlich werden kann als Krankheitsüberträger oder, ähm, auch im Sinne von, äh, Giftproblematiken, also Skorpione und Spinnen zum Beispiel, die dich dann stechen oder beißen können, äh, wo du halt dann Probleme bekommst.
Deswegen werden hier, wo auch Wohnräume regelmäßig, ähm, kommt der Kammerjäger und da gibt es verschiedene Mittel, die, ähm, wo man zwar immer sagt, ja, wenn man da irgendwie ’n paar Stunden nicht reingeht, dann ist es unproblematisch, aber wir selber haben halt auch, ich sag jetzt mal, entsprechend mehr Körpervolumen, dass man das vielleicht besser wegsteckt als so ’n kleines Tier wie ’n Hund. Und, ähm, da ist es ganz schlau, immer zu fragen, ob, ähm, ob's eine Fumigation gab kürzlich, dass man vielleicht ’n bisschen darauf achtet, dass der Hund dann nicht unbedingt in den Ecken irgendwas vom Boden frisst oder so, wo dann noch, wo dann noch die Insektizide dranhängen können. Und unser Hund zum Beispiel darf in Mexiko in den Wohnungen oder auch in den Hotels oder so, wo wir sind, gar nichts vom Boden fressen, ähm, damit nicht über, über den Speichel da quasi noch irgendwas aufgenommen wird.
Und viel passiert auch über die Luft, also dass sie dann halt in die Luft sprühen wegen der Stechmückenproblematik. Das kann man nicht vermeiden, ähm, aber da so ’n bisschen sich bewusst machen, dass auch in, in Gebieten, wo man jetzt das Gefühl hat, ach ja, das ist ja hier ländlich und Natur und so, dass da, dass da sehr, ähm, entspannt mit Giften umgegangen wird. Und das Gleiche gilt auch für Giftköder. Also das, äh, gegen Ratten und gegen, manchmal wird sogar für Eichhörnchen werden Giftköder auf den Feldern ausgelegt oder für andere Nagetiere. Also da einfach auch ’n Bewusstsein für haben, den Hund nicht überall laufen zu lassen. Auch in Deutschland ist das ’ne Problematik, aber ich sag mal, großzügiger wird's in Mexiko gehandelt.
Okay. Okay und wahrscheinlich, wenn du so viele freilaufende Hunde hast und einen unkastrierten Hund hast, dann ist das Thema Begattung wahrscheinlich auch ein schwieriges.
Ja, wir hatten's ja grade, ne. Also unser Hund war ja pünktlich zu unserer Ankunft am Strand, ähm, war unser Hund ja läufig und ich hab vorhin schon erzählt, wie viele freilaufende und sehr nette Hunde es da gibt und Zoe war jeden Tag in irgend 'nen andern von den Kerlen schockverliebt und auch in Weibchen. Es war ihr völlig egal in der Zeit. Ähm, wir haben sie natürlich in der Zeit nicht frei laufen lassen und wir haben geguckt, dass die Hunde ihr nicht, ähm, gefährlich zu nahe kommen. Sie durfte Kontakt haben, weil sie, ne, das also mal Hallo sagen und so, lässt sich gar nicht vermeiden bei so vielen Hunden. Aber wir waren wirklich, äh, wie die, wie die, äh, Gouvernanten immer hinterher, dass, äh, nicht zu viel am Popo rumgeschnüffelt wird und, äh, dass da keine, äh, keine Beziehungen entstehen sozusagen zwischen ihr und den andern Hunden.
Aber das ist natürlich 'n ganz wichtiges Thema, weil die meisten Hunde, die dort freilaufen, sind natürlich auch nicht kastriert, deswegen gibt's ja so viele. Und es ist eher die absolute Ausnahme, wenn man mal 'n Hund, mit 'nem Hund begegnet, ähm, auch von Leuten, die den zu Hause haben, der kastriert ist.
Okay, dann lass uns, um das hier nicht ins Endlose auszudehnen, noch mal kurz über Kosten sprechen. Du hast ja schon Maud so 'n bisschen gesagt, was das gekostet hat. Was kostet denn so im Schnitt 'ne Übernachtung auf den Campings und vielleicht auch in 'nem einfachen Hotel?
Wir haben für die Campingplätze lustigerweise über die komplette Reise fast durchgehend 300 Pesos pro Nacht bezahlt, plus minus 'n paar. Ähm, das sind aktuell umgerechnet ungefähr 18, 19 Euro, so was.
Okay.
Also-
Kann noch mal schnell gucken, wenn du unsicher bist.
Umrechnungskurs ist 17,73 grade, aber ich kann nicht gut Kopfrechnen. Das's mein Problem.
Ach so, ja 13 Pesos sind grade-
30.
Äh, 300, Entschuldigung, 300 sind aktuell, äh, knapp 17 Euro beziehungsweise 30 sind dann knapp 1,70 Euro.
Also so grob überschlagen kann man immer sagen, in, in Euro ist es ungefähr durch 20 plus 'n bisschen was. So, so rechne ich das.
Ja.
Also Campingplätze in der Regel um die 300 Pesos. Wir haben's 'n paar Mal billiger, ähm, geschafft und 'n paar Mal war's 'n bisschen teurer, mal, lass mal sein, 400, 450 Pesos, aber es bewegt sich um die 20 Euro pro Nacht, so ganz grob. Für zwei Personen, Hund wurde meistens nicht mit oder glaub überhaupt nicht auf den Campingplätzen mit berechnet. Und Strom, ähm, kann man mal was extra bezahlen, aber meistens ist es dann auch dabei, wenn Strom am Campingplatz vorhanden ist. In den Hotels, Motels ist es natürlich teurer, aber auch da, wenn man sich so 'n bisschen die günstigeren sucht, kann man da mit, ähm, umgerechnet 30, 40 Euro pro Nacht gut wegkommen.
Manchmal geht's auch günstiger, ne. Aber teurer natürlich immer, je nachdem, was man so sucht. Und bei den, bei den Hotels oder Unterkünften gibt auch ganz hübsche Hütten und andere Mietunterkünfte in den touristischen Gebieten an, an der Küste zum Beispiel. Da muss ich natürlich mit mehr rechnen, ist klar. Angebot und Nachfrage.
Und wie sieht's mit Essen aus in Restaurants und, äh, so Supermarkt?
Also Supermarkt nähert sich das mexikanische Lebenshaltungsniveau so in kleinen Schritten und sehr langsam, aber doch, äh, deutlich an das europäische Niveau an.
Okay.
Vielleicht nicht unbedingt Portugal, Deutschland, aber so Spanien kommen wir so langsam in die Ecke. Da, ähm, sind die Lebenshaltungskosten sehr stark gestiegen. Aber man kann sehr, sehr günstig auf Märkten einkaufen. Also ich geh manchmal auf Märkte und kauf 'ne, 'ne Tasche voller Obst und Gemüse, wirklich so 'ne, so 'ne große Stofftasche voll und zahl umgerechnet zehn Euro ungefähr. Und auch, äh, wenn man Fleisch isst zum Beispiel, auch Fleisch gibt's da natürlich günstiger, weil eben die ganzen, ähm, Zwischenhändler nicht da sind.
Mhm.
Und auf 'm Großmarkt, wenn man da hin möchte, aber ja, das ist echt anstrengend, aber da gibt's, geht's natürlich dann noch günstiger. Und frischer Fisch oder, oder Meeresfrüchte an der Küste, sensationell günstig, weil die kommen halt, da kommen die Fischer morgens an, dann geht das Zeug direkt auf 'n Markt und da kann ich halt quasi vom Direkterzeuger sozusagen kaufen. Das, ähm, wär also meine Empfehlung, abgesehen davon, dass Märkte auch immer 'ne, 'n tolles Erlebnis sind.
Ja, definitiv.
Und ja, Restaurants immer noch deutlich günstiger, als wenn ich in Deutschland essen gehe, aber je nachdem, was man halt möchte. Also ich, ich kann schön wirklich, ähm, sehr gute hausgemachte Speisen essen. Die traditionellen sind immer günstiger als die, als die etwas exotischeren. Ähm, für zwei Personen ist so Standard umgerechnet ungefähr 15 Euro für so traditionelle Sachen. Da haben wir dann aber beide gegessen und getrunken. Und für italienisch oder asiatisch oder irgendwas in der Art, ähm, 20, 30 Euro für zwei Personen, je nach Ort auch mal 40.
Aber immer noch günstiger, als wenn ich in Deutschland in 'ne Dorfgaststätte gehe.
Okay. Und Eintritte?
Ja, das hab ich mal mit aufgeschrieben. Ähm, wir haben ja jetzt nicht so viel gemacht, was Eintritt gekostet hat. Also bei den archäologischen Ausgrabungsstätten ist es anscheinend so, dass die Einheitspreise haben. Die liegen momentan bei 95 Pesos pro Person, also ungefähr fünf Euro, so fünf Euro und 'n paar. Ähm, ich weiß nicht, ob das in ganz Mexiko vereinheitlicht wurde oder jetzt halt in Oaxaca zum Beispiel oder da in, in der Ecke, aber das ist nicht wahnsinnig teuer. Also ich würd mal so tippen, fünf, sechs Euro pro Person ist man dabei.
Okay, dann würd ich jetzt fragen-- Genau, wir haben doppelte Länge gebraucht. Ähm, würd ich sagen, wenn ihr noch Fragen habt zu Mexiko und zum Roadtrip, meldet euch bei uns, podcast@camperstyle.de per E-Mail oder, äh, klickt unseren WhatsApp-Link unten in den Shownotes an, wenn ihr noch Fragen dazu habt. Ansonsten schickt uns auch gerne Feedback, Meinungen, Wünsche, Kritik und ich--
Und jetzt lesen wir noch das Hörer-Feedback vor. Nein, kleiner Spaß.
Das machen wir in der nächsten, einer der nächsten Folgen. Kann sein, dass es noch 'ne Woche dauert, weil für Nele ist jetzt quasi und Halil erst mal Rückreise aus Mexiko angesagt und, ähm, aber danach werden wir auf jeden Fall mal wieder 'ne Hörer-Feedback-Folge einziehen. In diesem Sinne verabschiede ich mich bei euch. Hoffe, euch hat's gefallen. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Danke fürs Zuhören und dass ihr so lange dabei geblieben seid. Tschüss.