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Ü60 Allein unterwegs mit Hund im Wohnmobil – Interview mit Marlies (+ Gewinnspiel)

Episode 463 · 01:03:34

70 Jahre, allein, mit Hündin und einem selbst ausgebauten Citroën Jumper durch Spanien, Skandinavien und Deutschland – Marlies macht es einfach. In dieser Episode spricht sie mit Nele und Sebastian offen darüber, wie sie nach dem Tod ihres Mannes 2021 das Wohnmobilleben für sich entdeckt hat, was sie dabei gelernt hat und warum Alleinreisen Ü60 viel weniger Mut erfordert, als die meisten denken.


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Darüber haben wir in dieser Episode gesprochen

  1. Marlies' Einstieg ins Camperleben: Selbstausbau eines gebrauchten Citroën Jumpers (Baujahr 2015) aus Dänemark – was schon drin war, was sie selbst gebaut und verändert hat (Gaskasten, Küchenzeile, Filzverkleidung, Standheizung)

  2. Reisen mit Hund und Katze: Warum der Hund nicht nur Gesellschaft, sondern auch Kommunikationshelfer und Sicherheitsgefühl bedeutet – und warum Marlies trotzdem empfiehlt, erst mal ohne Tier loszufahren

  3. 41.000 Kilometer solo: Routen durch Spanien, Skandinavien und Deutschland – und wie Marlies ihre Reisen mit Google Maps, Park4night und Reiseberichten plant

  4. Freistehen als Alleinreisende Frau: Wie Marlies ihre Übernachtungsplätze findet, wann sie ein ungutes Gefühl hatte und wie sie mit Sicherheit umgeht

  5. Panne in Narvik: Ein gebrochenes Kugelgelenk in Norwegen, sieben Tage auf einen Werkstatttermin warten – und wie Marlies damit umgegangen ist

  6. Einsamkeit, Kontakte, Freundschaften: Wann das Alleinsein schön ist, wann es schwer fällt – und wie Marlies aktiv auf fremde Menschen zugeht (auch auf Paare)

  7. Tipps für alle, die sich nicht trauen: Mit kleinen Schritten anfangen, erst mal Campingplätze statt Freistehen, Mietfahrzeug vor dem Kauf – und warum man nicht das erstbeste Fahrzeug kaufen sollte

  8. Reisedokumentation mit Polarsteps: Wie Marlies Familie und Freunde ihren Reiseweg verfolgen können und warum sie ihre Erlebnisse zusätzlich als Reisebuch aufbereitet

Jetzt bist du dran!

Marlies zeigt, dass Solo-Reisen im Wohnmobil Ü60 nicht nur möglich, sondern auch richtig schön ist. Bist du selbst allein unterwegs oder spielst du mit dem Gedanken, irgendwann solo loszuziehen, und was hält dich noch davon ab? Schick uns deine Nachricht an podcast@camperstyle.de oder per WhatsApp.


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Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian und heute haben wir eine alleinreisende Frau bei uns zu Gast und werden sie mit Fragen löchern.

Ja, ich hab's ja schon angekündigt in irgendeiner der letzten Folgen, dass die liebe Marlies heute bei uns ist. Wir sprechen wunschgemäß, weil das Thema mehrfach aus der Community kam, mal über Alleinreisen Ü60. Und da wir ja selber da noch knapp drunter sind, haben wir gesagt, wir holen uns jemand ins Studio, der das aus eigener Erfahrung kennt. Herzlich willkommen, liebe Marlies. Schön, dass du da bist.

Ja, hallo. Ich freu mich auch, dass ich da bin und mich hier äußern kann.

Stell dich doch einmal kurz unseren Hörerinnen und Hörern vor. Wer bist du? In welcher Konstellation bist du unterwegs? Was hast du so für 'n Fahrzeug? Und seit wann reist du mit dem Wohnmobil?

Ich bin, äh, 70 Jahre alt. Ich bin also Rentner und reise mit Hund in einem fünf Meter fünfziger Citroën Jumper, Baujahr 2015. Es ist 'n Selbstausbau und ich bin jetzt seit August '22 unterwegs.

Und auch immer 'n bisschen länger, ne?

Ja, ich mach also kurze und längere Reisen. Ich war schon in Spanien und in Skandinavien und in Deutschland viel unterwegs.

Und wo warst du zuletzt unterwegs? Was war jetzt so deine letzte Reise, die du, äh, gemacht hast?

Meine letzte Reise war kurz. Da war ich in, äh, Stade und Buxtehude und hab schön an der Elbe gestanden und Schiffe beobachtet.

Sehr schön.

Meine vorletzte Reise, die ging nach Skandinavien.

Wir waren ja in der Zwischenzeit immer so'n bisschen in Kontakt, ähm, haben auch uns mal per Video Call getroffen. Da saßt du grade in, in deinem Camper in Skandinavien. Hast du ungefähr 'ne Ahnung, wie viele Kilometer jetzt auf deinen ganzen Touren so zusammengekommen sind über die Jahre gerechnet?

Ähm, es sind ungefähr, ähm, 41.000 Kilometer.

Cool.

Da kommt man schon 'n bisschen rum, ne?

Ja, allerdings. Wobei die großen Reisen natürlich den Hauptteil dabei ausmachen.

Ja, wie das bei uns allen ist. Wie ist es denn dazu gekommen, dass du alleine unterwegs bist?

Ja, mein Mann ist 2021 verstorben und ich wollte gerne reisen. Und, ähm, da ich eben auch Haustiere hab, ähm, ist es alleine ja immer sehr schwierig und deshalb hab ich mir dann diesen Camper besorgt, sodass ich dann mit den Tieren gemeinsam relativ preisgünstig unterwegs sein kann.

Warst du vorher mit deinem Mann auch schon campingtechnisch irgendwie unterwegs oder war das dann wirklich was, was du für dich alleine entschieden hast?

Ich hab das so jetzt für mich alleine entschieden. Mein Mann und ich waren auch schon mal mit dem Zelt unterwegs. Wir waren dort, ähm, auch schon in Skandinavien und haben die Reise ähnlich gemacht mit 'm Motorrad. Das war 1979. Da waren wir zunächst beim Motorradrennen in Imatra und haben uns dort mit Freunden getroffen und sind dann hochgefahren zum Nordkap und da waren wir auch sechs Wochen unterwegs.

Coole Tour, die mir auch noch irgendwann mal bevorsteht.

Mit 'm Motorrad?

Nee, mit 'm, mit 'm Camper, denk ich eher. Motorradfahren in meinem Alter will ich das nicht mehr anfangen.

Nee, bitte nicht.

Ähm, nee, aber, aber mit 'm Camper, ich find ja auch diese, die ganze Skandinavien, äh, so 'ne Rundfahrt irgendwie im, im Osten hoch, im Westen wieder runter, auch noch superspannend. Aber, äh, geht ja heute um deine Reisen. Ähm, jetzt hast du g-grade noch gesagt, oder du hast einleitend gesagt, du bist mit Hund unterwegs, ähm, und jetzt hast du grad gesagt, du hattest oder hattest Haustiere, die sozusagen, weswegen du den Camper gekauft hast. Mit, mit welchen Tieren warst du anfänglich unterwegs, also als du den Camper neu hattest?

Da hatte ich noch eine Katze dabei.

Mhm.

Die war auch schon 'n bisschen älter und, ähm, war auch sehr häuslich. Der ist uns mal zugelaufen und war sehr anhänglich. Mit dem konnte man auch gut spazieren gehen.

Och.

Und dann musste er halt lernen, an der Leine zu laufen.

Mhm.

So konnt ich ihn dann im Camper mitnehmen. Das war am Anfang 'n bisschen schwierig, weil er speziell das Autofahren natürlich ganz schrecklich fand und am schlimmsten diese Box, wo er drin sitzen sollte. Deshalb hab ich ihn dann später auch lose gehabt und das ging sehr gut.

Und, äh, dein Hund, kannte der schon irgendwie Autofahren oder hat er das dann auch neu gelernt?

Der Hund, ähm, ist Gott sei Dank sehr autofest. Der, dem ist also auch von Anfang an dabei nicht übel geworden. Und, äh, ja, die findet das auch sehr toll, wenn wir häufig die Plätze wechseln und immer wieder an neuen Stellen aussteigen. Und sie ist 'n sehr guter Reisebegleiter.

Was ist das für 'ne Rasse?

Das ist ein ungarischer Mischling. Ich nehme deshalb an, dass da so'n Pumi Pudi bei ist. Sie ist eben ganz schwarz und hat eben die Körperstatur.

Mhm.

Und, äh, hat 'ne sehr handliche Größe, wiegt 16 Kilo. Ich kann sie also im Notfall auch mal tragen, wenn irgendwas ist, über diese Fiekgitter zum Beispiel.

Und hättest du das auch gemacht, wenn du deine Tiere nicht gehabt hättest? Oder, also ist natürlich, ne, immer sehr spekulativ, aber was glaubst du, hättest du das auch ohne Hund und Katze gemacht mit dem Camper oder hättest du dich dann für, für eine andere Reiseart entschieden?

Das weiß ich nicht. Also ich habe früher auch Islandpferde gehabt.

Mhm.

Da waren wir häufig mit zum Turnier und dann auch mit Zelt unterwegs, immer übers Wochenende, sodass mir das Campen auch unter sehr spartanischen Zuständen, äh, eben auch sehr vertraut ist.

Mhm.

Und, ähm, ich, ich liebe es halt auch draußen in der Natur zu sein. Also so'n All-inclusive-Hotel ist so gar nichts für mich.

Mhm.

Und daher denk ich schon, dass ich das auch gemacht hätte.

Cool.

Jetzt warst du ja, als du dich, äh, für dieses neue Reiseleben entschieden hast, schon gut Mitte 60, wenn ich richtig gerechnet habe. Wie waren denn so die Reaktionen von Familie, von Freunden, als du gesagt hast: „Ich, ich zieh jetzt mal alleine im Camper los." Haben die gesagt: „Cool", oder waren die eher so: „Boah, jetzt, jetzt spinnt sie total alleine, viel zu gefährlich. Wie soll das werden?"

Nee, also da war die Zustimmung doch eher groß. Die fanden das auch alle toll, dass ich das so mache und dass ich auf Reisen bin. Ähm, haben nur halt auch Wert drauf gelegt, dass sie irgendwie verfolgen können, wo ich bin. Das machen wir über Polarsteps und da können sie ja auch jeden Tag sehen, dass ich irgendwo angekommen bin und eben die Berichte nachlesen. Und wenn ich mich dann mehrere Tage irgendwie nicht bemerkbar machen würde, dann würden sie schon schauen, wo ich wohl abgeblieben bin.

Mhm. Das heißt aber quasi, ähm, du, du bist dann Polarsteps auch immer am aktiv pflegen und packst dann immer rein, was du grade so, wo du langgefahren bist und so weiter. Ähm, hast du da eigentlich auch schon mal drüber nachgedacht, das noch zu automatisieren oder ist es eigentlich auch das, dass man dann immer noch 'n bisschen was dazuschreiben kann oder so? Also ich frag so'n bisschen, weil es gibt ja auch zum Beispiel so automatische Tracker, die dann für Freunde und Familie so 'ne Routennachverfolgung machen. Das hatten wir in Montenegro mit. Oder ist eigentlich auch so noch was dazuschreiben das Spannende für dich?

Also das Schreiben manchmal nervt mich das schon, aber so im Nachhinein ist es natürlich auch nett, wenn man das noch mal nachlesen kann.

Mhm.

Weil grade wenn man so viele Tage unterwegs ist und jeden Tag auch weiterzieht oder fast jeden Tag, dann weiß man nachher gar nicht mehr, wo was gewesen ist. Das find ich also schon ganz wichtig, dass man da dann noch mal schauen kann: Wo bin ich gewesen? Was hab ich gemacht? Wo war das noch mal? Und solche Sachen, dass man auch Fotos zuordnen kann.

Ja.

Also auch so'n bisschen für dich so 'ne Art Reise- oder Logbuch-

Ja, genau

... ähm, zu führen, ne. Ich hab da ja immer nie die Disziplin. Ich, ich hab das zigmal angefangen und immer ganz toll und ganz aufwendig, wunderschön und nach abwechselnd so zwischen drei und 15 Seiten hab ich immer geschafft und dann bricht es bei mir immer ab. Also ich, ich hab's analog gemacht, weil ich wollte dann was zum Blättern haben. Na ja, vielleicht sollte ich auch mal auf 'ne App umschwenken.

Ja, ich mach das, ähm, praktisch immer direkt aufm, aufm, äh, Rechner dann, dass ich, na ja, fast jeden Abend so die Tageserlebnisse da noch mal niederschreib und das dann nachher in 'nem Reisebuch dann in 'ner Kurzfassung zusammenbring.

Ach, schön.

So ja, Fotobuch, dass man was zum Blättern hat, das find ich auch schön.

Oh, das find ich 'ne tolle Idee.

Mhm.

Das können wir uns direkt mal vormerken.

Ja, auch die Magie von Fotobüchern hab ich jetzt auch grade wieder entdeckt, weil wir, ähm, ich weiß gar nicht, hatten vor 'ner Woche oder so mal unsere Fotobücher von der Hochzeit wieder in der Hand und da ist mir wieder aufgefallen, wie, wie schön das ist, auch nicht zu swipen, äh, sondern einfach mal zu blättern und dass das irgendwie doch noch was anderes ist. Das mag vielleicht daran liegen, dass wir ja alle in unserem Alter noch mit, mit dem Papier und dem Buch und so aufgewachsen sind, aber das fand ich tatsächlich super schön und das find ich 'ne gute Idee, auch so was noch mal dann als Fotobuch zu machen, weil das, ich kann's nicht beschreiben, aber irgendwie anders ist und schöner ist so vom Gefühl her.

Ja, weil's halt auch sortiert ist. Also wenn ich, ähm, meine Galerien durchgehe am Handy oder am Rechner, dann hab ich ja alles, was jemals fotografiert wurde und es ist ja nicht sortiert, sondern, also zumindest nicht thematisch, sondern eher chronologisch-

Mhm

... was auch manchmal cool ist, aber, aber wenn du dann dir auch die Mühe machst, nach 'ner Reise oder während 'ner Reise noch mal bewusst so die schönsten Momente rauszupicken und die irgendwie 'n bisschen nett aufzubereiten und dann auch das Ganze so gebündelt zu haben und nicht so viel Schrott dazwischen, dann kann man es ja doch auch viel mehr genießen, sich da noch mal so'n bisschen reinzuvertiefen nach einiger Zeit.

Mhm.

Ja, das finde ich auch. Also dass man dann tatsächlich was zum Blättern in die Hand nehmen kann, das ist dann schon auch schön. Das macht man auch eher mal, als dass man sich an 'n Rechner setzt und sich dann durch Tausende von Fotos durchklickt.

Ja. Ja, ist so. Das geht uns auch so.

Ja. Wobei, vermutlich haben, äh, haben die Apple-Ingenieure genau das auch erkannt, weil mein, mein iPhone hat so 'ne Funktion, äh, Erinnerung irgendwie und dann zeigt es mir, das hab ich mir aufm Startbildschirm gelegt, und dann zeigt es mir quasi immer so ein Bild an und wenn ich da draufklicke, dann hab ich, ich hab noch nicht den Algorithmus verstanden, dann hab ich irgendwie so 10 bis 30 Bilder aus der Vergangenheit.

Mhm.

Ähm, und das find ich auch ganz cool, weil das ist auch immer noch mal so 'ne, wenn ich's Handy in die Hand nehme, so 'ne aktive Erinnerung. Und das mach ich tatsächlich regelmäßig und, äh, dann, dann sitz ich mit Frauchen am Frühstückstisch und guck das durch. Ähm, das ist so 'n bissl das Pendant dazu. Weiß nicht, ob's das auf Android auch gibt. Das, das find ich auch ganz schön, so dieses Feature, weil das mich noch mal dazu bringt, dann auch durchzublättern, weil sonst macht man das genau nicht, ne. Nur wenn man ein Bild sucht oder so. Okay, aber es soll ja nicht nur Bilder gehen, sondern auch ums Thema Camping. Und, ähm, du hast ja vorhin gesagt, du bist mit 'nem ausgebauten, äh, Jumper unterwegs. Warum hast du dir selber was ausgebaut und nicht einfach irgendwie 'n fertiges Wohnmobil gekauft?

Ja, also der war schon teils ausgebaut. Ich hab den also gebraucht gekauft. Das war ein früheres Baufahrzeug aus Dänemark und, ähm, er war schon-- ja, er war isoliert, Strom war fertig, 'n Bett war drin. An der Einrichtung hab ich dann später noch einiges verändert, weil mir das im Gebrauch in Spanien aufgefallen ist, dass das sehr unkomfortabel war. Und ich hab den noch gefilzt nachträglich von innen, weil da nur die rohen Spanplatten waren.

Mhm.

Und den-- ich hab mir 'n größeren Wassertank einbauen lassen und 'n Dachlüfter notgedrungen, weil das Dachfenster irgendwann undicht war. Dann hab ich mich gleich für 'n ventilatorbetriebenes Teil entschieden.

Mhm.

Und ich habe die Standheizung verändert. Die hatte eine Steuerung, bei der die Heizung nur maximal zwei Stunden lief und dann immer wieder ausging. Und jetzt hab ich eine, die temperaturgesteuert auch durchlaufen würde, also 'ne Dieselheizung, sodass ich nur schauen muss, dass ich immer genügend Diesel und auch Strom für den Betrieb der Heizung habe.

Mhm.

Und Bett war schon drin?

Das Bett war schon drin. Ich hab mir da noch 'n zusätzlichen Topper gekauft, damit das 'n bisschen weicher ist. Aber es ist auch 'ne vernünftige Matratze drin gewesen. Das ist schon so ganz gut gewesen.

Mhm. Und hast du dann auch irgendwie im-- Also der, der Jumper ist ja nicht so groß. Eigentlich übt sich meine Frage in der Richtung: Hast du 'ne Nottoilette dabei? Ist vielleicht die bessere Frage.

Ich nutze so 'n Porta Potti-

Mhm

... und benutze das aber mit diesem Einsatz wie 'ne Trenntoilette.

Ah, mhm.

Das gibt mir also deutlich mehr Spielraum, frei zu stehen.

Ja, das ist cool und praktisch. Und, äh, wie machst du das mit dem, mit Kochen und Spülen? Hast du dann da irgendwie noch 'ne Küchenbox oder was zum Ausziehen oder machst du das draußen? Oder bist du auf Campingplätzen und, und nutzt dann da die, die Waschhäuser und so weiter?

Also zunächst hatte ich da mir einen Heckauszug gebaut, damit ich draußen kochen kann. Das hat sich auf Dauer aber für mich zumindest als nicht praktikabel erwiesen, wenn es, ähm, kalt ist. Das dauert einfach zu lange, bis das Wasser dann warm wird.

Mhm.

Und ich hab also 'ne, 'ne fünf Liter Gasflasche, die ich dann anschließe und, äh, hab mir dann nachträglich im Camper 'n Gaskasten gebaut und bau aber meinen Kocher immer mobil auf, dass ich dann die Flasche anschließe, öffne und dann kochen kann. Das ist, finde ich, drinnen also sehr viel angenehmer, wenn ich dann meinen Kaffee morgens drinnen kochen kann und nicht dann draußen stehen muss.

Mhm.

Jetzt sagst du immer, ich hab mir gebaut und Heckauszug und so weiter. Jetzt m-muss ich schon mal fragen: Hast du irgendwie Handwerk, 'ne handwerkliche Ausbildung oder Vorerfahrung? Oder war das alles so Learning by Doing?

Ja, Learning by Doing.

Cool.

Ich hab also schon, schon ganz viel handwerklich gemacht. Da wir eben auch Pferde hatten, hab ich Zäune gebaut und Stall repariert und gefliest und getäfelt und tapeziert und gemauert und ja, alles irgendwie.

Cool. War da-- Hat sie dir da noch irgendwie Tutorials angeschaut hier für die, f-für die Camper-Ausbaugeschichten oder wie, wie bist du da reingekommen?

Ja, für den Camper da gibt es natürlich schon Tutorials. Für die anderen Sachen, die ich früher gemacht hatte, musste man dann noch ins Buch schauen,- ... aber beim Camper ging das jetzt.

Cool. Und gab's auch irgendwas, wo du gesagt hast: „Da trau ich mich jetzt alleine nicht ran, dat lass ich lieber irgendwie 'ne Werkstatt machen?“

Ja, also wie gesagt, den Aus-, den, den Einbau von dem Wassertank, das hab ich dann machen lassen.

Mhm. Aber au-auch Gaskasten hast du selber gebaut?

Ja.

Okay.

Mega.

Und wenn du-- Wenn-- Also ich überlege, wie ich die Frage formuliere. Äh, gibt ja Leute, die sich einfach auch nicht trauen, irgendwie Dinge zu machen am Camper, weil sie glauben, sie können das nicht oder sie schaffen das nicht. Und klar, manche Sachen sind sinnvoll vom Fachmann machen zu lassen, beispielsweise am Gassystem Dinge oder auch an der Elektrik, wenn man sich damit nicht auskennt. Aber ich sag mal jetzt, 'n Gaskasten bauen ist ja im Prinzip bisschen Holz, äh, zurechtschneiden, messen, aneinander schrauben oder kleben. Da, w-was würdest du Menschen mitgeben, die sich, äh, die meinen, sie trauen sich nicht, ähm, um sie zu überzeugen, dass man, dass man das vielleicht trotzdem mal probieren sollte?

Einfach machen.

Ja.

Einfach probieren, was geht, was man kann und wenn man an seine Grenzen stößt, dann merkt man das schon. Es steht und fällt natürlich dann auch vieles mit geeignetem Werkzeug.

Mhm.

Das ist schon mal das A und O. Ähm, ich musste mich da also auch sehr primitiv behelfen und, ähm, hab mir zum Beispiel dann die Platten im Laden so zuschneiden lassen, damit die auch wirklich rechtwinklig sind.

Mhm.

Ne, das geht ja bei den Baumärkten eigentlich meistens ganz gut.

Ja.

Ja, und ansonsten, ja, muss man einfach probieren, was geht. Und wenn man nicht, nicht weiterkommt, kann man sich ja immer noch irgendwo Hilfe holen.

Ja. Und bist du eher 'n Mensch, der dann drauf zuarbeitet oder eher 'n Mensch, der dann erst mal plant, bevor er das umsetzt?

Ja, 'n gewisses Maß an Planung ist natürlich nötig. Ich muss ja schon mal wissen, wie groß die Teile sind, die ich brauch, was für Zubehör ich benötige. Und also ich mache erst 'n Plan und dann leg ich los.

Okay, dann gibt's jetzt am Fahrzeug eigentlich noch was, wo du sagst, würd ich heute anders machen oder will ich auch noch mal ändern? Ähm, oder auch wenn du jetzt noch mal oder zusätzlich, wenn du noch mal 'n neues Fahrzeug anschaffen würdest, würdest du's wieder so machen? Oder würdest du dann jetzt mit deiner Erfahrung von fünf Jahren Dinge anders machen, anders kaufen, anders umsetzen?

Ja, wenn ich die Möglichkeit hätte und Geld jetzt nicht so der begrenzende Faktor wäre, dann würde ich den ganzen Aufbau anders machen. Und, ähm, ich würde aber, glaub ich, schon auch 'n Selbstausbau bevorzugen, weil ich eben mit einer Person reise. Ich brauch nicht so 'n breites Bett. Ich hätte das auch gern 'n bisschen niedriger, dass ich nicht immer auf 'n Hocker steigen muss, um da reinzukommen. Ich bin nur ein Meter fünfzig groß. Da ist das natürlich schon schwierig bei dem Holm, wo das Bett standardmäßig befestigt werden kann, äh, brauch ich halt 'n Hocker, um da reinzukommen.

Mhm.

Und ich würde auch für den Hund 'ne alternative Unterbringung suchen.

Wie ist der jetzt untergebracht?

Ich hab zwar nachträglich auch unter dem Bett 'ne Hundebox gebaut, allerdings finde ich, dass es im Winter dort kalt ist, obwohl ich den Lüfter von der Heizung da so schräg hab draufsetzen lassen.

Mhm.

Aber, ähm, sie bevorzugt es auch praktisch, ähm, die, die Platte vom Tisch, die konnte man runtersetzen, weil der Vorbesitzer dort 'n Babybett hatte. Und da liegt sie jetzt praktisch auf der Sitzbank und dem Tisch hat sie ihren Liegeplatz.

Mhm.

Das heißt also andererseits für mich, dass ich dann den Beifahrersitz umdrehen muss, um dort bequem zu sitzen.

Wie man das halt so macht als Hundebesitzer. Da richtet sich alles nach den Wünschen, äh, des Tieres, ne?

Ja.

Genau.

Ist bei uns ähnlich. Wenn, wenn der Hund auf 'm Heizkissen liegen möchte, na ja, dann friert Mutti halt manchmal.

Ja.

Ich möcht noch mal zurückgehen an die Anfänge, ähm, weil ich glaube, das war auch so 'n Punkt, warum sich einige Leute das Thema gewünscht hatten, noch mal 'n bisschen in die Tiefe zu gehen mit dem Alleinreisen. Gab's bei dir irgendwelche Bedenken, bevor du das erste Mal losgefahren bist? Also hattest du Ängste? Hattest du Sorgen? Hast du dir Gedanken gemacht, wie das so wird, wenn man niemanden kennenlernt mit, mit vielleicht auch Einsamkeitsgefühlen oder Ähnlichem?

Ja, natürlich. Erst mal so die Frage: Wie komm ich mit dem Auto zurecht? Krieg ich das alles so hin, wie ich das geplant hab mit dem Rückwärtsfahren? Wie funktioniert das auf 'm Campingplatz? Da war ich ja vorher noch nie und, ähm, all solche Dinge. Wenn man so ins, ins Unbekannte geht, hat man ja, ähm, immer irgendwelche Bedenken, was passieren kann, wie man irgendwelche Probleme löst. Aber im Großen und Ganzen, ähm, ergibt es sich. Es ist ja auch so, zum Beispiel wenn man in die Fremde fährt, dann mit den ganzen Kreisverkehren und wie sind die Verkehrsschilder und finde ich mich zurecht? Und, ähm, ja, da hat man natürlich schon Bedenken und fragt sich, wie das so alles klappt. Aber man wächst ja auch mit den Aufgaben und, äh, kommt dadurch auch persönlich natürlich immer weiter.

Mhm.

Und wie hast du das für dich geschafft, diese Bedenken zu überwinden und zu sagen: "Ich mach's jetzt einfach"?

Ja, ich wollte halt gerne reisen und dann gibt es keine Alternative. Wenn ich zum Beispiel nach Spanien reisen will, dann muss ich losfahren und dann ausprobieren, wie ich da mit der Verständigung hinkomme, wie ich meinen Weg finde und wie ich Plätze finde, wo ich übernachten kann und all solche Dinge. Da muss man dann von Situation zu Situation weitergehen.

Lass uns doch da gleich auch mal noch reingucken. Wie, wie klappt das denn mit der Verständigung in Spanien, in Skandinavien?

Ja, ach, das ist, ist eigentlich problemlos. Mit, mit Englisch und Händen und Füßen und notfalls mit dem Google Translator kommt man ja eigentlich zurecht.

Mhm. Ja, das-- Und das klappt eigentlich sogar weltweit mit dem Google Translator. Das, das hatten wir ja auch in, in Montenegro. Ähm, das funktioniert super. Ist 'n bisschen, ist 'n bisschen langwieriger die Gespräche, man braucht länger dafür, aber man kriegt eigentlich nahezu jede Sprache damit übersetzt und, ähm, damit kann man sich immer irgendwie helfen. Sogar ja selbst Notfälle klappen da ja, äh, ganz gut, ähm, weil die, weil die, die Apps ja auch, äh, Fachbegriffe und so weiter übersetzen können, was ja sonst immer so 'n großes Problem war.

Ja, genau.

Nele?

Nee, ich wollte nur bestätigen, dass es natürlich krass ist, was man heute auch mit der Technologie alles anstellen kann, weil, also ich mein, wir sind ja jetzt noch nicht so alt, aber, äh, jeder hier, der hier im Studio sitzt, ähm, kennt noch die Zeiten, wo man mit den gelben, äh, Langenschelt Handwörterbüchern im Urlaub unterwegs war und irgendwie da versucht hat, ähm, 'n, 'n Steak oder eine Gemüseplatte zu bestellen. Ähm, von daher ist das natürlich schon faszinierend, was jetzt, wie einfach jetzt viele Dinge geworden sind, ne. Wir haben ja auch schon in unseren KI-Folgen darüber gesprochen, wie man heutzutage auch Speisekarten sich übersetzen lassen kann, damit eben so was wie mir in Albanien vielleicht nicht passiert, wo dann auf einmal ein aufgespaltener Schafskopf auf dem Tisch lag. Ähm, da könnte man dann vielleicht mit so 'nem, mit so 'nem, äh, Google Lens oder sonstigen KI-Hilfsmittel vorher wissen, was man da serviert bekommt. Na ja.

Ja, genau. Manchmal wundert man sich, was man nachher auf dem Teller hat.

Gut, ist natürlich auch immer ein Abenteuer und 'ne Anekdote, ne. Das ist jetzt acht Jahre her und ich denk immer noch dran und erzähl davon. Vielleicht hätt, wär das dann mit 'nem Google Translate oder, oder Google Lens nicht so spannend gewesen, der Urlaub, aber, ähm, ja. Also in vielen Situationen kann man sich da super behelfen. Da könnten wir's ja auch so machen, Marlies, vielleicht, dass du uns im Nachgang zur Folge 'ne kurze Übersicht schickst, mit welchen Hilfsmitteln du, mit welchen technischen Hilfsmitteln du arbeitest für Leute, die sich dafür interessieren, dass sie sich das auch mal angucken können.

Ja, das mach ich gern.

Wie, wenn du jetzt, wenn du jetzt Lust verspürst, keine Ahnung, nach Portugal zu reisen, wie planst du denn auch wie intensiv und wie weit planst du denn deine Reise dann schon vor? Und Anschlussfrage danach: Wie findest du deine Übernachtungsplätze?

Ja, also ich nehme mir dann, ähm, zunächst such ich mir zum Beispiel ein paar Reiseberichte raus, wo schon von Plätzen oder Städten oder Sachen berichtet wird, die ich mir dann angucken könnte. Dann habe ich meine Google Map-Seite, wo ich so Reiseziele markiert habe und mache dir da, mir dann in dem Land Punkte und Bemerkungen dazu.

Mhm.

Dass ich so erst mal Sachen finde, die ich interessant finde.

Mhm.

Dann schaue ich, wie ich da entlang 'ne Reiseroute planen könnte. Und dann gucke ich schon im Vorwege nach möglichen Übernachtungsplätzen, sodass ich zumindest für die ersten drei, vier Tage schon mal 'ne grobe Richtung hab. Und dann organisiere ich eigentlich meine nächsten Schlafplätze so von Tag zu Tag, dass ich abends immer, äh, mich 'nen Augenblick hinsetze und überlege: Wo fahr ich hin? Wie weit ist das?

Mhm.

Dass ich nicht zu lange fahr, beziehungsweise wenn ich seh, dass 'n Schlechtwettertag ist, dann kann man auch mal 'n Stück weiterfahren. Muss ja auch immer schauen, dass die Plätze dann auch für den Hund passen, dass man da Gassirunden bei hat und nicht nur in zugemauerten oder beengten Verhältnissen steht. Mein Hund ist da auch sehr etepetete, der macht nicht nur.

Oh, so wie eurer, Sebastian.

Ja.

Und, äh, das ist eigentlich mit eins der schwierigsten Probleme zu sehen, dass es auch für den Hund gut ist.

Mhm. Alle hier nicken. Es wird jetzt keiner, keiner da draußen verstehen, der nicht selber 'n Haustier hat, ähm-

Ja

... wie sehr man dann auch tatsächlich seinen, seinen, seinen Alltag um das Tier herum plant, auch auf Reisen.

Ja.

Ja, tatsächlich. Also ich besuche natürlich auch Städte und da läuft sie also auch brav mit durch, aber so, so lange Besichtigungstouren mach ich dann nicht. Weil wenn ich, äh, Museum oder Kirchen, da darf sie nirgends mit rein, Einkaufszentren nicht. Ich kann sie zwar auch problemlos im Auto alleine lassen, aber das mach ich dann natürlich nicht so lange.

Mhm.

Ja, du hattest ja auch uns geschrieben, als wir das erste Mal in Kontakt waren, dass das Reisen mit Hund viele Eigenheiten hat, eben gerade vor allem, wenn man alleine ist. Und wir sehen das ja selber auch. Also ich jetzt auch auf, auf den Touren oder bei den Gelegenheiten, wo ich länger oder kürzer alleine war, beziehungsweise auch tatsächlich, selbst wenn man zu Hause ist mit 'nem Tier, ist es anders alleine, als wenn man halt 'ne zweite Betreuungsperson potenziell am Start hat. Was, was sind denn noch so Punkte, wo du sagst, da, da wird's manchmal 'n bisschen anstrengend, ähm, oder, oder da musst du dich halt anders organisieren? Also ich denk jetzt so an Supermarkt im Sommer. Was machst du mit dem Hund?

Also erstens versuche ich, möglichst zügig einzukaufen. Wenn es Schattenplätze gibt, dann nutz ich die natürlich, aber das ist in der Regel ja nicht der Fall. Dann mach ich, äh, den, den Lüfter an und seh wirklich zu, dass ich den Einkauf möglichst kurz halte.

Mhm. Also ich hatte jetzt auch das Thema in, in Katalonien, als ich da ohne Mann unterwegs war. Da war's halt auch schon relativ heiß im, im April dann und da war's wirklich so: Ich hab abends so lange zugewartet, bis die, die, die Supermärkte fast geschlossen waren, bis keine Sonne mehr auf den Wohnwagen brannte. Und dann, wie du sagst, los, zack, zack, zack, alles schnell reingeschmissen in den Einkaufswagen. Aber so 'n richtig gutes Gefühl hat man da natürlich nicht, ne.

Ja, ich muss sagen, als ich in Spanien war, das war ja von Januar bis März, da hatte ich so heiße TageNicht.

Mhm.

Das war also da nicht so problematisch. Also in so heißen Gebieten, dass man den Hund nicht hätte im Auto lassen können, das hatte ich bisher noch nicht.

Und ist, ist dein Hund für dich auch Schutz? Also du hattest ja gesagt, Pulipumi eventuell mit drin, die sind ja recht wachsam.

Ja, also wenn wir in einsamer Gegend stehen und es nähert sich jemand dem Auto, dann meldet sie sich. Wenn wir so irgendwo sind, wo viel Betrieb drum ist, dann ist sie ganz, ganz still und sagt auch nichts. Also sie ist schon wachsam, aber kläfft nicht bei jeder Gelegenheit los.

Mhm. Ich guck grad zu unserem Hund. Kann sie, kann sie mal gerne zuhören. Die kläfft nämlich gerne bei jeder Gelegenheit, wenn sich irgendjemand nähert. Wenn also Leuten, die jetzt, die jetzt auch alleine losziehen wollen und vielleicht überlegen, sich 'n Hund als Gesellschaft dazu zu holen oder auch, oder auch als Beschützer, w-würdest du sagen, macht es auf jeden Fall? Also wenn man sowieso halt Lust hat, sich um 'n Tier zu kümmern? Oder würdest du sagen, probier's erst mal alleine, weil manche Dinge sind auch ohne Hund leichter.

Ich würde, glaub ich, sagen, probier's erst mal alleine. Der Schutz sollte jetzt kein Grund sein, 'n Hund zu haben. Aber ja, man hat natürlich Gesellschaft und es ist auch 'n Kommunikationshelfer. Grade wenn man so 'n freundlichen Hund hat wie meinen, der sich überall so durch die Gegend kuschelt, kommen natürlich auch viele Gespräche dadurch zustande. Oder man spricht auch einfach andere Leute an.

Mhm.

Und, ähm, ich hab also viele alleinreisende Frauen getroffen, die tatsächlich auch 'n Hund dabei hatten. Ich, ja, und, äh, ich glaube, mit, mit gutem Grund. Aber wenn man eben lieber so Städtetrips macht, dann ist man mit Hund einfach schlecht aufgestellt.

Ja, das stimmt. Auch grade so Kulturgeschichten, wie du vorhin schon genannt hast, kannste natürlich weitestgehend vergessen.

Ja.

Das, das ist so. Also ich könnt's mir ohne Hund gar nicht vorstellen, grade alleine unterwegs zu sein. Und da ich ja, ähm, so was die sozialen Aktivitäten angeht, sehr schwankende Tage habe, also manchmal bin ich sehr gesellig und manchmal bin ich 'n richtiger Eigenbrötler, es war das für mich jetzt auch 'ne ganz interessante Sache zu sehen, dass mir das gutgetan hat, dass ich wirklich auch jeden Tag mehrfach vor die Tür musste. Weil so, ich weiß nicht, ob dir das auch so geht, aber man mei..., man neigt ja manchmal dazu, sich so 'n bisschen zurückzuziehen und dann vielleicht auch, ähm, ja, vielleicht auch Gesellschaft 'n bisschen zu vermeiden oder Sozialkontakte 'n bisschen zu vermeiden. Und mit dem Hund musst du halt einfach dann rausgehen, ne. Geht ja nicht, dass du dann drei Tage dich einigelst.

Ja, das stimmt. Zumal es so ist, ähm, grade wenn das Wetter jetzt nicht so toll ist, wenn du andere Camper triffst, sei es nun auf Stellplätzen oder Campingplätzen oder wenn du frei stehst, wo mehrere sind, ähm,

die sitzen dann halt auch viel drin. Und grade wenn die, ja, die meisten sind zu zweit unterwegs, dann würdest du kaum in Kontakt kommen.

Mhm.

Von daher ist das gut, wenn du den Hund hast und auf der Straße, wenn, wenn der Hund dann eben auch noch 'n gewissen Niedlichkeitsfaktor hat oder sehr brav ist und man den überall sitzen lassen kann, dann wird man auch schon drauf angesprochen.

Mhm.

Das stimmt. Wie übernachtest du denn, wenn du unterwegs bist? Also sprich Campingplatz, Stellplatz, freistehen? Ist das ausgeglichen? Gibt's da für dich 'n Schwerpunkt bei?

Also ich versuche möglichst, äh, frei zu stehen. Äh, ja, meist, also je nachdem, wo man ist, klappt das eigentlich auch ganz gut. Ich hab bisher relativ wenig Campingplätze genutzt.

Mhm.

Als Nächstes kommen dann so Mobilstellplätze, weil die meistens ja auch 'n bisschen günstiger sind. Wenn ich irgendwo mehrere Tage bleiben möchte, find ich natürlich auch 'n Campingplatz mal ganz nett. Man muss ja auch mal Wäsche waschen und solche Geschichten und duschen zum Beispiel. Obwohl ich auch, ja, in Skandinavien natürlich das auch viel genutzt hab, in den Seen zu baden und selbst in Spanien bei dem eiskalten Wetter bin ich dann in, zum Beispiel in die Stauseen gegangen oder auch ins Meer-

Mhm

... statt so zu duschen. Aber 'n Campingplatz hat natürlich dann auch schon mal was.

Und gibt der Hund dir Sicherheit beim Freistehen?

Ja, auf jeden Fall.

Gab's auch schon mal Situationen, wo du richtig Angst bekommen hast?

Richtig Angst würd ich nicht sagen. Ich hatte schon mal irgendwie so 'n bisschen ungutes Gefühl, aber nein, bisher keine Probleme.

Kannst du noch an die Situation oder die Situationen dich erinnern, wo das so war?

Das war eine Situation in Spanien. Ich weiß im Moment gar nicht mehr, in welcher Stadt das war. Da war 'n größerer Platz, wo ich stand und ich stand da, wo ich war, auch relativ alleine. Und, äh, ja, man konnte sehen, dass dort auch Treffpunkte für andere Leute waren, was weiß ich, die Drogen genommen haben und so was. Und da hatte ich schon so 'n bisschen komisches Gefühl und war eigentlich ganz froh, dass, äh, ich dann wieder auf andere Reisende getroffen bin.

Gibt's irgendwelche, ähm, ich sag mal, Ressourcen, aus denen du dich informierst, wo du, wo du stehen kannst? Also jetzt auch aus diesem vielleicht Sicherheitsaspekt heraus oder entscheidest du da nach Bauchgefühl oder wie findest du so deine Plätze, wenn du frei stehst?

Ja, also ich, ähm, nutze natürlich Park4night oder guck auch auf Google Maps, wenn ich dann die Satellitenansicht anmach und das mal 'n bisschen größer zoom, dass ich dann, äh, zum Beispiel so an, an Seen guck, ob da Plätze sind, wo man vielleicht stehen könnte und solche Geschichten. Oder ob, ob es, ja, da irgendwelche markanten Stellen gibt, die aussehen, als wenn man dort auch parken könnte, ohne belästigt zu werden. Man möchte ja auch, auch andererseits andere nicht stören.

Mhm.

Man möchte ja da niemandem auf die Pelle rücken oder die Einheimischen belästigen und solche Sachen. Und ja, so find ich dann meine Plätze.

Mhm. Und hattest du unterwegs schon mal irgendwie auch 'ne größeren Defekt oder 'ne größere Panne? Und falls ja, wie hast du's lösen können?

Ja, ich hatte jetzt grade in Skandinavien ist mir, ähm, vorne auf der rechten Seite so 'n Kugelgelenk gebrochen.

Mhm.

Da musste ich dann erst mal mehrere Werkstätten abklappern, bis ich eine gefunden hab, die bereit war, das zu reparieren. Musste dann auf den Termin allerdings sieben Tage warten.

Mhm.

Ja, und dann haben die das gemacht und dann konnt ich weiterfahren.

Und, und die anderen haben sich das nicht zugetraut oder die haben einfach gesagt: „Nö, das machen wir nicht", oder, oder warum-

Ja, keine Zeit, keine Lust, was weiß ich.

Ah, okay.

Geschlossen wegen Reichtum.

Ja.

Und hast du dann, also musste dein Fahrzeug in die Werkstatt geschleppt werden oder konntest du noch selber fahren? Aber wahrscheinlich nicht mehr mit dem gebrochenen Kugelgelenk, oder?

Doch, ich konnte noch selber fahren. Das war zwar kein angenehmes Fahrgefühl, aber das ging schon.

Okay, also umso ärgerlicher, wenn man dann noch irgendwie die fünfte Werkstatt anfahren muss, bis, bis man jemanden findet, der das quasi machen kann.

Aber dafür weißt du jetzt, was gebrochenes Kugelgelenk auf Englisch heißt.

Nein.

Ich wüsst es auch nicht.

Denkste ich, aber ich dachte, wenn man das dann einmal erklärt hat, dann, äh, merkt man sich das wahrscheinlich für immer.

Gut, das ist ja noch relativ offensichtlicher Defekt, ne. Das, äh, das sieht man, glaub ich, relativ schnell, äh, als Mechaniker, was da Phase ist.

Und wie ist es so, wenn du dann zum Beispiel in der Werkstatt oder überhaupt auch auf 'm Campingplatz et cetera alleine als Frau ankommst? Ähm, gibt's da Leute, die, die dir irgendwie gute Ratschläge geben oder die dir nicht zutrauen, dass du dein Fahrzeug beherrscht oder solche Geschichten?

Nee, das hab ich bisher noch nicht gehabt. Also ganz ehrlich nicht. Als ich, ähm, da mein, mein, äh, Kugelgelenk kaputt hatte, stand ich in Narvik auf 'nem relativ großen Parkplatz, der auch immer gut besucht war, direkt an der Bucht und den einen Abend kamen

Reisende an, mit denen ich so ins Gespräch kam und auch erzählte, ich hab hier 'ne Panne und der guckte sich das an. Der war wohl Kfz-Mechaniker und der sagte dann auch: „Stell mal hier die Reifen grade, mach mal dies, mach mal das und guck mal." Und er sagte: „Ja, da wird hier vorne wahrscheinlich 'n Gelenk beschädigt sein."

Mhm.

Aber ansonsten gute Tipps hab ich so noch nicht bekommen. Ich hab aber allerdings auch mit Einkarken oder was keinerlei Probleme.

Cool. Und wenn, dann ist es für dich auch kein Thema, Hilfe anzunehmen oder bist du eher jemand, der, der am liebsten alles selber macht?

Nee, ich bin auch gern für Hilfe empfänglich. Ach so, ja, ich hatte das einmal, ähm, da stand ich auch auf 'nem Stellplatz, wo auch andere Reisende waren und dann fing das so an zu regnen und ich hab kein, keine Markise, sondern so 'n Tarp und hab dann so 'n bisschen mit diesen Stangen gekämpft, die das Ganze da halten. Wollte das 'n bisschen niedriger stellen, dass das Wasser besser abläuft und da kam einer angesprungen und hat mir geholfen und zu denen hab ich auch heute noch Kontakt und wir haben uns auch danach noch mal wiedergetroffen.

Das wär schon tatsächlich meine nächste Frage gewesen, ob du Freundschaften unterwegs schon schließen konntest oder Kontakte, die vielleicht gehalten haben?

Ja, ich, äh, also dieser Kontakt hat gehalten. Ich hab auch andere geschlossen, wo wir auch die Adressen ausgetauscht haben und, ähm, über WhatsApp noch so Kontakt haben. Da muss man mal sehen, was sich draus ergibt. Ist mit Reisebekanntschaften ja immer so 'n bisschen, das hält erst mal bei der Reise und danach ist es vergessen.

Ja, das ist-- Bei, also man merkt das ja an sich selber auch, ne. Da manchmal ist man dann ganz eng so für 'n paar Tage und dann ist halt so 'n bisschen aus 'm Augen aus 'm Sinn.

Ja, kann sein, dass wir uns so für weitere Reisen noch mal wieder verabreden. Ich merke allerdings auch so, dass je älter ich werde, ich, ähm, auch sehr gut mit mir allein sein kann und dass mich manchmal so die Nähe zu Leuten nach relativ kurzer Zeit auch irgendwo belastet.

Mhm.

Ich muss dann immer sehen, dass, ähm- Das dann nicht zu dicht wird.

Mhm. Jetzt, jetzt bist du ja so den dicken Daumen rum fünf Jahre unterwegs. Welche Dinge machst du denn jetzt nach fünf Jahren anders als zu Beginn deiner, deiner Reisen? Oder gibt's überhaupt was?

Ich bin da deutlich entspannter, was so eben die Platzsuche angeht. Ich mach mir da jetzt nicht mehr so lange 'n Kopf, da findet sich schon was.

Mhm.

Und ich, ähm, ja, hab auch 'n bisschen mehr Muße, dass ich nicht, nicht so dieses Gefühl hab, ich muss weiter, weiter, weiter.

Mhm.

Ja.

Ich glaube, das kennen wir, die wir viel reisen, alle irgendwie, ne? Wir haben alle am Anfang jeden Tag weiterfahren, gucken, gucken, machen, tun und irgendwann dann-

Wird man müde und will lieber genießen.

Ja, genau.

Genau.

Und also du musst die Frage jetzt nicht beantworten, ne, aber, aber was natürlich viele Leute bewegt und grade auch, ähm, die etwas älteren Semester, sind so Dinge wie Gesundheit unterwegs, also Medikamente, ähm, ärztliche Behandlungen. Gibt's da bei dir irgendwas, was du organisieren musst? Oder bist du da völlig, äh, gesund und, und munter?

Also so normal im Alltag nehm ich überhaupt keine Medikamente, Gott sei Dank.

Mhm.

Ähm, ich hatte jetzt vor meiner langen Skandinavien-Reise ja eine OP am Fuß, die mich dann auch schon bisschen behindert hat. Und, äh, ja, die Gesundheit ist natürlich immer 'n Problem. Man kann das haben, dann ist einem mal übel oder man hat bisschen Fieber und Husten und solche Geschichten. So 'ne Hausapotheke hab ich natürlich dabei. Ich hab auch 'n, so 'n Auslandsreisekrankenschein mir vorher runtergeladen. Ja, und ansonsten, ich mein, wir sind hier ja nicht in der Einöde, ärztliche Versorgung gibt's überall.

Ja.

Und dann findet sich das auch irgendwie.

Also ich merk schon, du bist jetzt kein Mensch, der, der wahnsinnig grüblerisch ist und sich über alles erst mal Sorgen macht, sondern eher so, na ja, also ich fahr jetzt mal und dann gucken wa.

Genau.

Du hattest ja grade schon gesagt, du bist eigentlich sehr gerne alleine und kommst auch gut mit dir selber klar. Hm, gibt's irgendwas, was du jetzt auch so im Vergleich zu früher besonders genießt, dass du jetzt eben solo unterwegs sein kannst?

Ja, ich genieße natürlich, dass ich so frei entscheiden kann. Das ist natürlich so zweischneidig. Es ist ja manchmal auch bequem, einfach die Verantwortung abzugeben. Wenn ich allein bin, dann muss ich alles allein entscheiden, mir selber suchen und bin dann natürlich mit meiner Entscheidung auch irgendwo zufrieden.

Mhm.

Äh, ich, ich muss mich nicht nach anderen richten. Die Kehrseite ist natürlich auch dieses sich alleine kümmern müssen.

Mhm.

Und dass man Erlebnisse, die man so den Tag über gehabt hat, dann nicht noch mal mit jemandem teilen kann und die aufarbeitet, sondern dass man, ja, die im besten Fall seinem Reisetagebuch anvertrauen kann und dann noch mal so durchgeht.

Ja, das, das sind tatsächlich genau die, die beiden Erfahrungen, die ich jetzt auch gemacht habe auf meiner Tour, dass man dann so irgendwie so tolle oder auch manchmal blöde Sachen erlebt und, und dann so eigentlich so übersprudelt und das gerne mit jemandem teilen möchte. Und dann, also bei mir ging's dann ja telefonisch zumindest, aber das war, ist dann was anderes, als wenn das so im Direktkontakt erfolgt.

Ja, genau. Und, ähm, ja, so Situationen zum Beispiel, ich geh normalerweise auch sehr gerne mal essen. Und, äh, das ist natürlich, wenn man das mit jemandem zusammen macht, auch noch mal doppelt schön.

Mhm.

Ich mach es auch allein, es bleibt mir dann ja nichts anderes übrig. Ich, ähm, hatte das vor Kurzem, da war dort im Restaurant alles voll und da kamen dann Leute an, die eigentlich 'n Tisch suchten. Und dann sagte ich zu denen auch, sie sollen sich doch einfach zu mir setzen, weil ich eh auch bald fertig bin. Und die haben das dann auch freudig angenommen und man ist auch so kurz ins Gespräch gekommen. Aber normalerweise setzt sich ja niemand dazu.

Ja. Würde ich auch nicht machen. Also vielleicht, wenn ich alleine unterwegs bin und die andere Person ist auch alleine, dann eher. Aber wenn, ähm, wenn wir jetzt als Paar sozusagen und vielleicht noch womöglich mit Hund im Restaurant sind, würden wir jetzt nicht auf die Idee kommen, jemand zu fragen, ob wir uns dazusetzen sollen oder dürfen, ne? Da würde man dann eher so, so die Schiene gehen, vielleicht so 'n bisschen suchend sich umzusehen und zu warten, ob die andere Person einen fragt, ob man sich hinsetzen möchte. Also bei mir zumindest, ich bin da eh immer 'n bisschen schüchtern mit so was.

Ja. Ja, es ist tatsächlich so, wenn man Kontakt möchte, dann muss man auf die Leute zugehen. Es ist auch meistens so, wenn ich dann gute Gespräche mit den Leuten gehabt hab, dann hab tatsächlich ich die angesprochen und die Feldgicknung angefangen.

Fällt dir das leicht?

Das kommt drauf an, auf, auf die S-Situation, aber grundsätzlich ja.

Und fällt dir das leichter zum Beispiel bei anderen alleinreisenden Frauen oder kannst du auch auf Paare oder Familien zugehen, ohne Hemnu, Hemmungen zu haben?

Ja, das kann ich auch.

Respekt, das kann ich gar nicht.

Ja, viel üben.

Ja.

Ähm, w-wir haben auch immer mal wieder Hörer und Hörerinnen, die uns auch schreiben, so sie trauen sich nicht, sie würden gern und man hört das auch immer mal wieder. Was würdest du diesen Menschen mitgeben?

Mit kleinen Schritten anfangen. Vielleicht mal hingehen und jemanden nach dem Weg fragen oder so Kleinigkeiten, dass man erst mal sieht, dass man nicht abgewiesen wird, wenn man andere anspricht.

Mhm.

Selbst wenn die dann vielleicht sagen: „Ich weiß es auch nicht", das ist dann ja auch okay. Aber dass man einfach auf, auf Leute zugeht und, ähm, ja, bei mir ist da natürlich auch der Hund 'n Hilfsmittel. Das eine Pärchen, was ich letztens angesprochen hatte, die hatten auch 'n Hund und, äh, ja, die hab ich dann auch angesprochen und dann kam eben auch relativ schnell 'n Gespräch in Gang.

Okay, also meine Frage war noch mal, ich präzisiere es noch mal, war noch mal auch auf das überhaupt das Losfahren. Also, ne, die, die sagen: „Oh, ich bin jetzt auch in Rente und ich würd so gerne, ich hab das im Podcast gehört, aber ich trau mich nicht."

Ist oft-

Ja, Nele?

'Tschuldigung, wenn ich dich unterbreche, aber es ist auch ganz oft die Situation, dass, ähm, Menschen vorher mit Partner oder Partnerin unterwegs waren und dann auch schon 'n Campingfahrzeug haben und dann vor der Entscheidung stehen, ähm, Partner ist verstorben und häufig sind's dann eben grade die Frauen, die sich auch nicht trauen, alleine sich auf 'n Weg zu machen.

Ja, g-grade so eine hatte ich auch getroffen. Die war auch schon über 80 und, äh, die sagte auch so, sie traut sich alleine nicht, irgendwie frei zu stehen, aber sie hatte jemanden getroffen, dem sie sich dann angeschlossen hatte. Und das finde ich dann auch schon taff, wenn einer sagt: „Okay, ich trau mich eigentlich nicht, aber ich begebe mich dann erst mal in die Sicherheit von Campingplätzen" und vielleicht ergibt sich dann ja Weiteres, dass man dann 'n Reisekumpanen findet, mit dem man dann weiterziehen kann.

Mhm. Guter Tipp. Und eigentlich, eigentlich so naheliegend, ne, aber manchmal kommt man auch nicht drauf, dass man halt überlegt, auch was wird vielleicht den, was fällt mir vielleicht dann doch noch leichter?

Ja.

Wo, wo hab ich vielleicht weniger Ängste bei am Anfang, wenn ich das das erste Mal mache? Mhm.

Ja, wenn man so bei gutem Wetter auf 'n Campingplatz geht, dann sitzen die Leute ja auch draußen und da kommt man ja auch viel leichter ins Gespräch. Da muss man dann halt mal schauen, wen hat man denn da so in der Nachbarschaft? Was könnte eventuell passen? Und dann einfach mal Hallo sagen, woher, wohin.

Mhm.

Und dann ergibt sich ja vielleicht was. Und keine Angst haben vor, äh, Möglichkeiten, dass es nicht klappt. Man muss manchmal eben dann vielleicht mehrmals probieren und, bis man auch 'ne passende Reisegesellschaft findet.

Mhm.

Mhm. Was ist denn ein Gegenstand, ohne den du niemals losfahren würdest?

Ach, da gibt es mehrere, aber 'n Besen muss auf jeden Fall mit, so kleiner Handbesen.

Mhm. Ja. Und, äh, was noch, wenn du sagst, mehrere, die für dich besonders wichtig sind? Du darfst auch 'n paar nennen.

Also Ausrüstung zum Kaffeekochen muss auf jeden Fall mit. 'Ne warme Decke zusätzlich zur normalen Decke, dass man sich gegen Kälte schützen kann, was gegen Regen, Gummistiefel oder Ähnliches.

Mhm. Wenn wir noch mal uns wieder die Menschen angucken, die jetzt es, sich trauen, weil du das jetzt gesagt hast, loszufahren, welchen Fehler sollten die auf jeden Fall nicht machen?

Also den du vielleicht auch gemacht hast.

Das erstbeste Fahrzeug kaufen, von dem sie glauben, dass es passt.

Ja, da sind wir uns, glaub ich, alle einig.

Ja, obwohl wir, glaub ich, alle Glück hatten.

Ja.

Also relativ. Gibt andere, die haben schlimmere Fehlkäufe gemacht. Also w-wir erzählen ja immer wieder, dass wir, sowohl Sebastian als auch wir, ähm, unsere Fahrzeuge völlig blauäugig und ohne Vorwissen uns ans Bein gebunden haben und zufällig hat's super gepasst. Aber das sind natürlich Ausgaben, ähm, wenn man 'n bisschen vernünftiger wäre, sollte man sich das vorher überlegen und sich das vielleicht auch 'n bisschen genauer mal angucken, welche Grundrisse und auch welche Größe. Grade wenn man alleine unterwegs ist, dann spielt ja jeder Zentimeter noch mal 'ne, mehr Rolle, als, ähm, als wenn man dann jemanden hat, der einen auch beim Rangieren und so unterstützen kann.

Ja, ich kann auf jeden Fall empfehlen, vielleicht erst mal mit 'nem Leihfahrzeug loszuziehen und sich anzugucken: Wie komme ich damit zurecht? Was brauche ich überhaupt? Wie muss das sein? Was stört mich wirklich?

Ja, auch ganz, ganz einfache Sachen, so wie du vorhin eben erzählt hattest mit deinem Bett. Bei dir ist es jetzt die Körpergröße, aber es gibt vielleicht auch noch Menschen, die haben, äh, irgendwie 'ne körperliche Einschränkung, die dann eben sich schwer tun mit Bettumbau oder mit der Betthöhe oder Ähnlichem und da ist es natürlich total hilfreich, wenn man sich da erst mal 'n bisschen umguckt und Dinge auch mal im Campingalltag ausprobiert. Nicht nur als ältere Alleinreisende, aber da glaub ich noch mal besonders.

Ja, genau. Also der praktische Gebrauchswert, der ist doch, äh, erheblich von Nutzen. Also bei meinem Auto war zunächst die Küchenzeile so breit, dass der Abstand zu der, äh, diesem fest eingebauten Sitz, den es da noch gibt, das war so schmal. Das hab ich nachher rausgerissen und mir die ganze Küchenzeile neu gemacht.

Mhm. Ja, es ist auch immer die Frage, wie flexibel und kompromissbereit man selber ist, ne? Ich mein, wenn ich halt ein, ein Mensch bin, der sich an jede Ding easy anpassen kann, ohne da irgendwie groß zu leiden, dann kann ich mir auch irgend 'nen Camper kaufen, weil dann komm ich damit schon irgendwie zurecht und, und, und, äh, pass mich da an. Weil ich hab grade auch noch mal drüber nachgedacht, warum wir immer empfehlen zu mieten und gleichzeitig aber völlig blauäugig damals das erste Fahrzeug gegriffen haben. Weil natürlich ist das, also bei, bei, auf meiner Seite zum Beispiel gehörte da noch deutlich mehr dazu, warum wir's einfach gemacht haben. Aber wir haben uns dann auch damit arrangiert irgendwie, auch mit Dingen, die nicht gepasst haben. Und durch die Flexibilität war das für uns auch gar nicht so schlimm, aber wenn ich zum einen vom Kopf her, aber auch vielleicht durch Umstände, ne. Also ich mein, wenn ich, wenn ich 'ne Einschränkung habe, dann kann ich vom Kopf her noch so viel wollen, dass ich damit besser zurechtkomme. Es funktioniert halt nicht. Das ist klar. Aber we-wenn ich da die Flexibilität habe, äh, glücklicherweise dann, äh, dann geht das auch besser, als wenn ich die halt vielleicht auch im Kopf schon nicht habe, mich mit Dingen anzupassen. Also ich glaube, das ist auch noch mal so 'n Punkt, ne. Wenn ihr wisst, ihr habt keine körperlichen Gebrechen und ihr seid ansonsten im Kopf, ihr könnt euch mit allem anfreunden, dann kauft halt auch 'n Fahrzeug. Wär auch okay, ähm, weil dann passt man sich besser an, ne? Weil ich hab jetzt auch grade noch mal über dieses nachgedacht, warum wir immer davon abraten, gleich zu kaufen und es gleichzeitig gemacht haben. Aber ist, glaub ich, auch viel, wie man selber unterwegs ist und, ähm, sein will und was man auch vielleicht an Erwartungshaltung und Gedanken schon mitträgt, ne? Also als wir das den Camper geholt haben, da haben wir gar nix erwartet. Da gab's auch keinen Plan und keinen gar nichts, sondern es ist alles auf uns zugekommen und das macht's natürlich dann viel einfacher, als wenn ich schon dicke Pläne habe, wo ich überall und wie hinfahre und wie das alles wird, weil dann, äh, reißt mir das unter Umständen dann, ne, mit dem, mit dem Fahrzeug, wenn ich das erste Mal dann drin schlafe und merk, das klappt alles nicht so auch eher ein.

Ja, na ja und man, äh, könnte ja vielleicht auch noch mal dazu erwähnen, dass sowohl du als auch ich, äh, sehr zu Impulskäufen neigen. Und dass unsere Partner da manchmal auch dann nicht mehr so 'ne richtige Chance haben, gegen anzusteuern, wenn man sich mal was in 'n Kopf gesetzt hat, ne? Das nur mal so als kleinen Einschub. Und an dieser Stelle, weil wir's schon wieder wie immer vergessen haben, auch mal Eigenwerbung zu machen. Ähm, wir haben ja ein neues Buch auf 'n Markt gebracht, nämlich Unruhestand mit dem Wohnmobil. Und da geben wir auch ganz viele Tipps so zur Fahrzeugwahl und gehen noch mal so 'n bisschen auf verschiedene Grundrisse ein, die grade vielleicht auch, ähm, im Alter mehr oder weniger geeignet sein können und ganz viele andere Sachen. Da verlinken wir euch auch noch mal den Artikel zu unserem Buch. Da könnt ihr dann gerne mal reinschauen, weil da haben wir uns eben genau auf die Zielgruppe spezialisiert, die, ähm, wir heute behandelt haben und ich glaube, das passt an der Stelle ausnahmsweise mal ganz gut.

Vie-viel besser hätten wir ja tatsächlich die, die Werbung gar nicht einbauen können und Nele, wollen wir, äh, ganz spontan auch noch drei Bücher einfach vielleicht verlosen für, für alle, die das jetzt hören und, ähm, sagen: „Oh ja, find ich irgendwie spannend. Ich, äh, ich möchte vielleicht jetzt auch losreisen.“

Ja, können wir gerne machen. Ich hab meine Belegexemplare noch nicht durchgezählt, aber drei haben wir auf jeden Fall.

Genau.

Die können wir auf jeden Fall rausgeben.

Darauf hatte ich mir jetzt verlassen, ansonsten müssen wir welche nachkaufen.

Ja.

Das, das fällt mir jetzt grad so ein. Das Einzige, was ich ja gern machen wollen würde, ich würd das ja gern tatsächlich am liebsten Menschen gewinnen lassen, die für die das halt auch sozusagen zutrifft. Also nicht, dass ich was gegen junge Menschen habe, aber können wir irgendwie-- Also wir wollen ja niemand ausschließen, aber können wir irgendwie...

Wir überlegen uns noch was. Das ist wie immer. Ihr seht, wir haben's immer mal wieder nicht vorbereitet. Ähm.

Genau, ist jetzt grad entstanden. Wir überlegen uns was und schreiben das in die Show-Notes. Ähm.

Ihr könnt uns doch genau-- Ich, ich hab 'ne Idee.

Ja.

Wir machen ein Formular und da schreibt ihr uns einfach in ein, zwei Sätzen rein, warum ihr dieses Buch gewinnen wollt. Weil es kann ja auch jemand sein, der das zum Beispiel für seine Eltern gewinnen möchte, der jünger ist, aber dann denkt, das wär doch 'n tolles Weihnachtsgeschenk für Mama oder Papa oder beide, ähm, oder für die Erbtante oder wen auch immer. Und da würd ich dann sagen, dann schreibt doch einfach rein, warum ihr gerne das Buch haben möchtet.

Und dann machen wir das so, ich hoffe, dass das so, äh, okay ist, dann verlosen wir das sozusagen an die, an die drei schönsten und passendsten Gründe.

Ja, genau.

Okay, so machen wir das.

Und wenn's, und wenn's sehr viele schöne und passende Gründe gibt, dann lassen wir den Zufallsgenerator zwischen denen entscheiden.

Gut.

So, jetzt haben wir die Marlies wieder völlig überhaupt nicht mehr zu Wort kommen lassen. Aber ich wollt das jetzt einfach noch mal einstreuen, weil, ähm, weil's jetzt wirklich ausnahmsweise sehr, sehr gut passt einfach zum Thema und alle Infos packen wir euch einfach in die Show-Notes. Dann müssen wir jetzt hier nicht weiter drüber erzählen, sondern können jetzt noch mal Marlies Die Abschlussworte sprechen lassen.

Oje, was soll ich da jetzt sagen?

Vielleicht kannst du, vielleicht kannst du noch, ähm, dich an ein, zwei besonders schöne Momente erinnern, die du mit deinem, in deinem Camper mit deiner Hündin verbracht hast.

Ja, ach da, da gibt es so viele Momente. Eigentlich jeder Tag, wo man dann was Schönes gesehen hat oder wo man, ähm, einfach glücklich gewesen ist. Und, äh, da ich dann auch grundsätzlich immer mehr im Jetzt bin als bei irgendwelchen vergangenen Sachen, äh, kann ich nur sagen, das Reisen ist grundsätzlich schön und alles, was man Neues erlebt, ist so faszinierend, dass, dass jeder Moment eben sein, seine eigene, äh, Bildhaftigkeit hat.

Ja, das würd ich jetzt auch direkt so stehen lassen. Ganz lieben Dank, liebe Marlies, dass du bei uns warst. Es war 'n sehr schönes, sehr bereicherndes Gespräch. Wenn ihr Lieben da draußen noch Fragen an uns oder an Marlies habt, dann schickt uns einfach 'ne Nachricht an podcast@camperstyle.de oder über unser, ähm, WhatsApp-Kanal. Packen wir euch auch in die Folgenbeschreibung rein. Und, äh, wenn ihr auch mal bei uns zu Gast sein möchtet und über euer Camperleben, euer Reiseleben plaudern möchtet, dann meldet euch auch gerne bei uns. Ihr seht ja, wir haben immer wieder Hörerinnen und Hörer, die, ähm, dann ins Studio kommen und ganz tolle Geschichten haben. Würden wir uns freuen, wenn ihr auch mal dabei wärt.

Ja, auch von mir ganz lieben Dank, dass du da warst und uns und vor allen Dingen hoffentlich auch die Hörer und Hörerinnen inspiriert hast, loszufahren. Wir machen das ja auch schon und, ähm, äh, dass, dass Menschen auch einfach, die 'n bisschen älter sind, sich trauen, das, das Abenteuer zu wagen, Menschen, Länder, Orte, Natur zu entdecken. Und ja.

Ja, ich kann das wirklich nur empfehlen und man kann sich ja zunächst mal mit nah ziehn, Zielen begnügen und dann so langsam die Kreise weiter ausdehnen. Ich mein, auch Deutschland hat ja sehr viele schöne Ecken.

Ja.

Ja.

Da ist das ganze Risiko, was einen vielleicht davon abhält, das zu machen, ja auch deutlich überschaubarer, als wenn man sich so gleich in die Ferne traut.

Und das war ein schönes zweites Schlusswort von dir. Und das würd ich jetzt auch einfach so stehen lassen. Vielen Dank und, ähm, immer 'ne Handbreit Diesel im Tank

und ganz viel Spaß auf deinen Reisen. Genau.

Mach's gut, liebe Marlies.

Ja.

Und auch tschüss ihr da draußen. Tschüss.

Tschüss.

Tschüss.

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