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Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.
Und ich bin Sebastian und heute mit 'ner Folge, ähm, wo wir noch mal die Köpfe der Branche uns holen, und zwar einen Kopf, und zwar den Patrick Sauer von Tischer.
Ja, ihr habt uns ja ganz tolles Feedback zu diesen Blicken hinter die Kulissen bei den Unternehmen aus der Campingbranche geschickt. Und dann haben wir jetzt gedacht, dann führen wir die Serie doch gerne fort und haben uns jetzt gleich den Patrick geschnappt. Ähm, Tischer ist sicherlich vielen von euch schon 'n Begriff, alleine schon von unseren Folgen, weil Sebastian ja auch mit 'ner Tischer-Absatzkabine jetzt kürzlich erst in Montenegro unterwegs war und da sehr viel erzählt hat. Und dann haben wir gedacht, dann nutzen wir die Gelegenheit doch gleich und holen uns den Geschäftsführer einmal vors Mikrofon, weil wir natürlich jetzt auch noch ganz, ganz viele Fragen haben, auch zum Unternehmen und, äh, vielleicht auch gibt's schon 'n bisschen was am Ende zu den Neuheiten, die wir dann jetzt auf dem Caravan Salon sehen werden. Herzlich willkommen, Patrick, erst mal und stell du dich doch bitte unseren Hörerinnen und Hörern einmal vor.
Ja, hallo, mein Name ist Patrick Sauer. Ich freu mich, dass ich heute dabei sein darf. Ähm, ich bin aktuell jetzt 34 Jahre alt, bin seit 2020 bei der Firma Tischer und, ähm, hab, sag ich, von mal von meinem Stiefvater die Geschäftsführung übernommen. Das heißt, das Unternehmen befindet sich aktuell in der dritten Generation und, ähm, mein, zu meinem Hintergrund: Ich bin Maschinenbauingenieur und hab mich dort eben auf Leichtbaustrukturen damals spezialisiert. Bin dann jetzt mit in die Firma gekommen und unser Fokus liegt eben auch dabei, äh, Leichtbaustrukturen zu integrieren. Und 'n Riesenthema ist natürlich auch, sag ich mal, unsere Reisemobilkabinen, ähm, die Qualität einfach, das liegt uns sehr am Herzen und natürlich auch die Tradition und die Innovation.
Da muss ich ja jetzt direkt mal einsteigen, weil da bin ich jetzt 'n bisschen neidisch, dass du quasi in so einen Betrieb, ja, reingeboren bist du wahrscheinlich ja nicht worden, aber wie, wann bist du, in welchem Alter bist du dazugekommen in, in die Familie vom Peter Tischer, vom Gründer oder Mitgründer?
Richtig, also in die Familie reingekommen bin ich, äh, sag ich mal, mit neun Jahren. Ähm, das heißt, seitdem hab ich auch Kontakt, äh, mit dem Camping, bin seit dem Zeitpunkt auch immer Kontakt oder hab immer Kontakt zum Camping. Das hat mich natürlich dann auch in der Kindheit geprägt, ähm, war 'n wichtiger Aspekt und dann hat sich das so weitergeführt. Ich hab dann erst 'ne andere Laufbahn eingeschlagen, ähm, hab eben Maschinenbau studiert, war dann in Leichtbaustrukturen unterwegs und wollte eigentlich, sag ich mal, in die wissenschaftliche Ecke und dann kam's eben irgendwann dazu, ähm, dass mich der Peter Tischer gefragt hat, ob ich mir das gut vorstellen könnte und dann kam eins zum anderen, ja.
Also du bist quasi in die Absatzkabine reingewachsen. War das dann für dich als Kind so wie für andere Jungs oder ja, wahrscheinlich auch manche Mädchen, äh, Feuerwehrmann oder Lokführer oder, ähm, Anwalt? War das dann für dich, ich bau mal Absatzkabinen oder war das eher so: Ja gut, war schön, da mit der Familie unterwegs zu sein, aber ich, ja, geh mal in 'ne ganz andere Richtung?
Also die erste Intention war's, äh, natürlich nicht. Ich bin damit aufgewachsen, war natürlich früher auch schon immer mit auf den Messen, war viel in der Firma, kannte natürlich da auch schon, äh, einige unserer langjährigen Mitarbeiter. Ähm, es war immer 'nen Thema, der natürlich, äh, in meinem Leben 'ne Rolle gespielt hat, aber die Intention war eigentlich erst 'ne andere. Also das Thema war für mich sehr große Automobilbranche. Ähm, das war immer 'n Thema für mich. Also Fahrzeuge waren für mich immer sehr interessant. Natürlich, dass es jetzt am Ende dazu gekommen ist, Basisfahrzeuge, also Automobilbereich ist natürlich immer noch mit dabei, ähm, in Verbindung mit 'ner Absatzkabine, äh, ist dann am Ende 'ne sehr gute Kombination für mich geworden, ja.
Ich hab so viele Fragen. Du weißt ja, dass ich wahnsinnig neugierig bin, vor allem wenn's um private Dinge geht. Ähm, wie, wie hat sich der Peter Tischer dann überzeugt bekommen? Hat er dich gelockt mit dem großen Geld? Hat er dich gelockt mit der eigenen Absatzkabine? Was ist da passiert, dass du doch gesagt hast, ich lass die Wissenschaft jetzt hinter mir und steig jetzt in das Familienunternehmen ein?
Am Ende, äh, war, sag ich mal, nicht mehr so viel Überzeugungsarbeit notwendig, ähm, aber es war so: Ich hab eben mein Studium damals an der Technischen Universität in Dresden abgeschlossen, hab dann dort sofort 'nen Platz zur Promotion erhalten, ähm, hab damit auch angefangen. Das waren dann auch, ja, zweieinhalb Jahre. Kam dann aber einfach nicht mit meinem Vorgesetzten, den ich da hatte, zurecht. Und, äh, dann bin ich auf die Suche gegangen nach 'ner Alternative und da haben dann viele, sag ich mal, Punkte gepasst, weil der Peter Tischer zu dem Zeitpunkt auch jemanden gesucht hat, einfach altersbedingt, äh, 'ne Nachfolge und, äh, er hat aber nicht gedacht, dass ich eben mir das vorstellen könnte, ähm, den Schritt dann zu gehen und, äh, wir haben uns dann einfach mal 'ne ruhige Minute zusammengesetzt, das besprochen und, äh, haben uns dann erst mal darauf geeinigt, dass wir, sag ich mal, das so, äh, auslegen, dass ich erst mal wie 'ne Probearbeit mache. Also wir hatten das auf zwei Jahre reglementiert, um einfach zu schauen, ob ich, das für mich passt. Ähm, weil da spielen ja sehr viele Faktoren rein, äh, auch Mitarbeiter, die natürlich dann sagen: „Oh, da kommt jetzt jemand von extern, eigentlich aus der Familie." Ähm, immer 'n bisschen schwierig, aber das hat gut geklappt. Ich, äh, war am Anfang direkt in der Produktion, hab aktiv mitgearbeitet. Das war für mich ganz wichtig, dass ich alle Abläufe kennenlerne, auch die Mitarbeiter mich kennenlernen und dann, äh, hat das mit der Integration gut funktioniert, muss man wirklich sagen, ja.
Also ich kenn das von Freunden, die auch in elterliche Betriebe eingestiegen sind, ähm, dass sich manchmal die Seniorchefs 'n bisschen schwer tun, loszulassen und so richtig den, den Jungen dann das Ruder zu überlassen. Äh, wie ist es bei euch so? Hand aufs Herz, mischt der Stiefpapa noch viel mit? Äh, gibt er auch viele Ratschläge noch so unter der Hand oder schafft er das ganz gut, dass du dann jetzt wirklich, äh, so freie Hand hast?
Also am Anfang war's natürlich für mich wichtig, dass ich, ähm, immer den Rückhalt hatte, mich mit ihm besprechen konnte. Ähm, da war er auch immer da. Das war für mich sehr gut. Er hat damals immer gesagt, er möchte es so machen, wie sein Vater das gemacht hat. Also er hat ja gegründet, sein Vater damals, ähm, in 1973. Das heißt, wir haben da schon 'n bisschen Erfahrung in der Branche und damals war's so, als dort die Übergabe stattgefunden hat, hat sein Vater vom einen auf den anderen Tag gesagt: „Hier ist die Firma, du kannst das machen und, äh, kannst jetzt alles selber bestimmen." Und das muss ich ihm wirklich lassen, ähm, oder ihm hoch zu anrechnen, dass das bei ihm auch so funktioniert hat. Also es war wirklich, er hat gesagt: „Ich gehe jetzt in Rente", ähm, hält sich aus dem Tagesgeschäft, sag ich mal, komplett raus. Kommt zwar noch täglich, um noch mal zu kontrollieren, ob alles da ist, was ja auch schön ist und, äh, die Mitarbeiter freuen sich auch darüber, aber im Tagesgeschäft und in der Planung, ähm, hält er sich raus und dadurch haben wir auch die Freiheit.
Mhm.
Also die Geschäftsführung bei uns ist ja, sag ich mal, mein Partner, der den kaufmännischen Bereich macht und eben ich, dass wir das wirklich so planen können, wie wir uns das vorstellen. Das ist wirklich sehr gut, ja.
Ach cool.
Ja, das ist immer sehr unterschiedlich, wie jede das schon gesagt hat. Ich war ja bei euch und hab das Fahrzeug abgeholt und hab da 'ne, ich glaube, fast zweistündige Führung durchs Unternehmen bekommen und hab quasi auch ganz viel zur Geschichte erfahren und hab ganz viele Mitarbeiter kennengelernt. Ähm, bevor wir aber dazu kommen, ich find ja die Geschichte auch ganz spannend, weil die, die Kabine, die Absatzkabine ist ja quasi aus 'nem eigenen Bedürfnis heraus entstanden und da ist nicht, äh, der Herr Tischer damals gekommen und gesagt: „So, wir bauen jetzt einfach mal Kabinen für die Menschen", sondern er hat das für sich als Erstes gebaut, wenn ich das richtig in Ordnung habe, oder?
Ähm, so ist es auch. Also die Geschichte muss ich noch mal vorgreifen. Es war so: Der Josef Tischer, also der Gründer, hatte 'ne Fabrik, ähm, für Thermometer, also Thermometerherstellung, weil unser, unsere Region hier sehr bekannt ist für die Glasverarbeitung, Wertheim und Kreuzwertheim, und, ähm, hatte dadurch immer schon, sag ich mal, Nutzfahrzeuge im Betrieb. Das erste Nutzfahrzeug war damals 'n VW T2 Pritsche, also wirklich 'n richtiger Handwerkerfahrzeug. Und dann war's eben so, dass, äh, der Peter Tischer, also mein Stiefvater, in den Urlaub fahren wollte nach Griechenland und sein Vater hat gesagt: „Auf keinen Fall mit Motorrad, es muss was Sicheres her." Und dann kam eben der Gedanke, die erste Kabine zu bauen, ähm, was dann erst mal nur 'nen Projekt war. Die wurde dann auch gebaut. Damit wurde dann nach Griechenland gefahren und dann kam natürlich die zu sagen: „Ja, wir haben die nicht nur für uns gebaut, sondern wir testen mal, ob's da 'nen Markt für gibt." War ja früher so der Campingmarkt eher bekannt für Wohnwagen. Alles andere war ja zum damaligen Zeitpunkt noch nicht so vertreten. Und das Fahrzeug wurde dann das erste Mal auf der IAA in Frankfurt ausgestellt. Und glücklicherweise wurde dann ein Fahrzeug verkauft und dann musste natürlich auch dementsprechend, äh, 'ne Kabine dafür wieder gebaut werden. So ist die Entstehungsgeschichte, ja.
Ja, das fand ich, fand ich ganz spannend, dass das quasi so aus, äh, ich möchte gern so Urlaub machen entstanden ist, ähm, was ja durchaus auch bei dem einen oder anderen Campingfahrzeug so passiert ist. Ähm, das fand ich sehr interessant. Und bevor, und bevor wir gleich noch 'n bisschen so aufs Unternehmen kommen, vielleicht sollten wir noch mal diejenigen abholen, die uns vielleicht das erste Mal hören und vielleicht auch noch gar nicht wissen, über was sprechen wir eigentlich? Was ist 'ne Absatzkabine überhaupt? Vielleicht willst du mal unseren Hörer und Hörerinnen ganz kurz, ähm, mitgeben: Was ist das?
Ja, also wir bauen ja Reisemobilkabinen. Das heißt, ähm, der Kunde von uns hat immer 'nen Fahrzeug mit Allradantrieb. Das ist für ihn auch sehr wichtig, weil er eben auch an Plätze fährt, wo andere Kunden, sag ich mal, ohne Allrad nicht hinkommen. Und, ähm, 'ne Reisemobilkabine ist immer so konzipiert, dass er auf die Ladefläche des Pickups aufgesetzt wird und der Kunde hat immer die Flexibilität, die Kabine auch abzusetzen und die Kabine ist immer nutzbar, unabhängig vom Basisfahrzeug. Das heißt, wir haben in unseren Reisemobilkabinen 'nen Schlafbereich, wir haben 'nen großen Sitzbereich und haben auch immer dann 'ne Heizung verbaut. Wir haben 'ne Nasszelle verbaut, also das, was in jedem anderen Wohnmobil oder auch Wohnwagen verbaut ist, ist vorhanden. Nur der Kunde ist einfach flexibler und der Vorteil ist, dass er eine Doppelnutzung hat. Das heißt, unsere Kunden nutzen das Basisfahrzeug im Alltag und wenn sie eben dann in Urlaub fahren, setzen sie einfach die Reisemobilkabine auf und haben dann dadurch Eine komplette Einheit, äh, wie 'ne Art Wohnmobil, sind aber einfach kompakter und flexibler unterwegs.
Hast du 'ne ande... Also w-wir haben, ähm, im letzten Podcast, als ich mit Nele gesprochen habe, ja auch über das Thema Absitzkabine schon gesprochen und ich bin ja eher der Typ, der sehr energieeffizient damit umgeht. Das heißt, ich würd es eher nicht so oft absetzen.
Faul.
Wie, wie, g..., hast du Zahlen oder irgendwie Informationen oder 'n Prozentsatz, wie viele Menschen, wenn sie tatsächlich damit unterwegs sind, also sprich irgendwo auf Reisen sind, wie viel da auch wirklich unterwegs ihre Kabine absetzen und dann nur mit dem Pick-up losfahren? Hast-- Habt ihr da irgendwie Infos drüber?
Also wir kriegen ja die Rückmeldung von unseren Kunden, die wirklich da auch unterwegs sind und weit wegfahren. Ähm, da gibt's immer so zwei Punkte, wo die Kunden absetzen. Also das heißt einmal der Aspekt, wenn wirklich, wenn 'n Kunde irgendwo länger an 'nem Platz vor Ort bleibt, dann macht's eben Sinn, die Kabine abzusetzen und dann nutzen die Kunden eben das Fahrzeug für Tagesausflüge. Das heißt, da sind so um die, sag ich mal, 60 % unserer Kundschaft, äh, die im Urlaub absetzen und, sag ich mal, 'n weiterer Vorteil is, wenn wirklich 'n Kunde, sag ich mal, 'ne Panne haben sollte, Stichwort platter Reifen oder Ähnliches, dann kann man wirklich, sag ich mal, die Kabine absetzen und das Fahrzeug, äh, eben auch in die Werkstatt bringen oder eben mal 'nen Service durchführen.
Weiß ich nicht, wem, wem so was passiert unterwegs mit platten Reifen.
Setzt vor allen Dingen auch voraus, dass man den Reifen da platt hat, wo man auch die Kabine absetzen kann.
Das stimmt.
Ja, das stell ich mir, äh, praktisch vor, wenn das einem auf, äh, ebener Fläche passiert, dass man dann wirklich entspannt sich drum kümmern kann. Wobei uns ja die, die, die Füße, äh, der Kabine sozusagen auch ein bisschen gerettet haben, weil die noch 'n bisschen Stabilität gebracht haben, auch wenn das vielleicht jetzt, äh, jeder Prüfer sich da, äh, gegen wehren wird, das zu empfehlen und das vielleicht auch keine offizielle Empfehlung is, aber zumindest hat uns das geholfen, zusätzlich zu den anderen Sachen, das, äh, hinzukriegen, wo wir waren. Ähm, so, also ich hab jetzt bewusst auch gefragt, wie das im, im Urlaub is. Für 'n Alltag is mir das völlig klar, wenn ich, wenn ich eben das Fahrzeug, den Pick-up in meinem Alltag nutze, beruflich nutze und ja nicht ständig jedes Wochenende vielleicht damit unterwegs bin, dann macht's natürlich absolut Sinn, das, äh, abzusetzen. Ist halt eher immer mit 'n bisschen Aufwand verbunden. Deswegen war für mich jetzt interessant, wie viele das unterwegs machen. Aber klar, macht für mich auch Sinn, wenn ich länger an der Stelle bin und dann halt nur mit dem Tickup, Pick-up los zu düsen. Da komm ich ja dann doch noch mal an entlegenere Orte auch, g-grad wenn ich offroad unterwegs bin, als wenn ich die Kabine drauf habe. Deswegen hat mich das interessiert. Ähm, jetzt haben wir ja, also das, das wird, müsste sich jetzt für mich anschließen. Jetzt hab ich ja mit, mit Gregor, mit dem ich unterwegs war, versucht, Fahrzeug und Kabine sehr weit auszureizen und wir waren sehr tief in den Bergen drin und sind auch ziemlich enge Trails gefahren. Wo, wo glaubst du denn oder weißt du auch, wo sind denn so die Grenzen, wo du sagst, na ja, da würd ich jetzt vielleicht mit 'ner Absatzkabine nicht mehr unterwegs sein wollen, da is sie auch nicht für gemacht. Ähm, und wo sind dann im Nachgang die Ecken, Strecken, Gebiete, wo sie sich absolut wohlfühlt, sag ich mal?
Also Gebiete, ähm, sag ich mal, wo sich die Kabine nicht wohlfühlt, muss man ganz klar sagen, sind extreme Offroad-Passagen, wo man sowohl im Fahrzeug 'ne Verbindung hat, also wo es extrem is und auch, äh, von der Ladefläche, ähm, weil dann einfach auch der hohe Schwerpunkt, das muss man ganz klar sagen, durch die Stehhöhe, die wir in der Kabine haben von 1,95 Meter, dafür einfach nicht mehr ausgelegt, äh, ist. Die meisten Kunden, die dann so was machen, also als Beispiel, wir hatten 'nen Kunden, der is, ähm, auf Sardinien, hat er 'ne Reise gemacht, hat dann da vor Ort eben die Kabine abgesetzt und is dann solo mit dem Fahrzeug wirklich richtig offroad gefahren, was ja dann auch ohne Probleme möglich is. Aber, ähm, nichtsdestotrotz sind unsere Kabinen, sag ich mal, äh, von der Qualität her so gefertigt, dass unbefestigte Pisten, Wellblechpisten, also wir haben Kunden, die Afrika bereisen. Ähm, wir hatten letztens 'nen Kunde da, der war 'nen vier Monate unterwegs, hat dann, äh, 26.000 Kilometer, äh, in Afrika absolviert, wirklich Wellblechpiste. Die Kabine hat das super ausgehalten. Der Kunde ist dann am Ende nur bei uns gelandet, weil bei der Verladung, also Roll on, Roll off hat er gemacht, die Kabine beim Verladen beschädigt wurde. Ähm, das haben wir dann wieder, sag ich mal, bei uns im Haus instand gesetzt und jetzt ist der Kunde auf der nächsten Reise unterwegs. Also das ist wirklich kein Problem. Wir haben auch viele Kunden, die Island bereisen. Da gibt's ja auch F-Straßen oder Ähnliches. Also dafür sind die Kabinen ausgelegt. Das is eben auch der Vorteil, dass wir nicht wie die Standardhersteller von innen nach außen bauen, sondern wir bauen erst die Hülle, kriegen da drüber unsere Stabilität und bauen im Nachgang die Möbel ein. Dadurch wird's noch stabiler und die Hülle is eben so stabil, dass es für solche Pisten unbefestigte Straßen einfach ausgelegt is. Das is unproblematisch.
Also wer wissen möchte, was F-Straßen sind, der kann gerne auch in unserem Podcast mit der Sabrina reinhören, der erst vor Kurzem online gegangen is. Den verlink ich auch noch mal in den Shownotes. Da geht's nämlich genau um Island und um die unterschiedlichen Straßenverhältnisse. Kurzer Werbeblock.
Also ja, solang man in der Breite Platz hat und nach oben Platz hat und nicht so schräg fährt, dass man Gefahr geht, umzukippen durch den etwas höheren, äh, Schwerpunkt quasi, sehe ich da auch gar keine Probleme. Also das kann ich auf jeden Fall aus Erfahrung sagen. Bei uns war eben genau das Thema. Es waren Bäume, ähm, die, die sehr, sehr eng standen. Es war nach oben nicht immer genug Platz und es waren teilweise auch Schrägen, die wir hätten fahren sollen. Wo ich mich dann einfach auch nicht getraut habe, weil ich dachte: „Hm, es ist halt nicht nur 'n Pick-up, es ist 'ne große Kabine drauf." Aber dafür bist du dann aber da in den Ecken, wo du warst oder wo wir waren, hast du halt coolen Komfort gehabt, ne. Du, es war alles dabei. Wir standen da autark, konnten arbeiten, entspannen, ähm, und eben das, wo kein anderer war, also wo wir ganz alleine quasi gestanden haben. Das ist halt der große Vorteil, find ich.
Was hast du denn eigentlich persönlich für 'ne Kabine, Patrick? Ich geh davon aus, dass du auch eine im Privatbesitz hast, oder?
Ja, also ich hab, äh, auch 'ne Kabine. Ähm, bei mir ist es 'n bisschen spezieller. Also wir unterscheiden ja die Kabinengrößen immer nach den Basisfahrzeugen und da haben wir eben hier eine Teilung einmal nach 'm Doppelkabiner-Pick-up mit 'ner kürzeren Ladefläche. Das heißt, die größtmögliche Kabine ist dann eben 'ne Box 230S, so wie ihr die, äh, auch auf eurer Reise hattet. Und, ähm, eben die 260S, das ist dann die größere mit 'n bisschen mehr Platz. Und, äh, bei mir ist es so, ich hab 'nen VW Amarok XL nennt er sich. Das heißt, es ist 'n Doppelkabiner. Wir haben den Rahmen auseinandergeschnitten, den dann 'n bisschen verlängert um 30 Zentimeter, also 'n bisschen Umbauten durchgeführt und dann ist es eben möglich, 'ne größere Kabine aufzusetzen, weil wir sind zu viert. Also ich hab zwei, zwei Kinder, zwei Jungs, der eine ist fünf und, äh, der kleine zwei und da ist es dann 'n bisschen komfortabler, ähm, wenn die Kabine 'n Ticken größer ist.
Da werden also schon die nächsten Geschäftsführer herangezüchtet und, und sozialisiert. Und bei den Basisfahrzeugen, also du hattest jetzt gesagt, VW Amarok hast du selber. Was sind so die Basisfahrzeuge, wo du sagen würdest, die, ähm, die gefallen dir persönlich am besten für eure Kabinen oder generell für Absetzkabinen?
Also man muss ja im Basisfahrzeug immer 'n bisschen unterscheiden. Ähm, das sagen wir den Kunden auch immer, was die Kunden machen wollen und vor allem, wo die Kunden hinreisen möchten. Bestes Beispiel: Wenn 'n Kunde kommt und möchte 'nen guten Fahrkomfort, entscheidet er sich meist für 'n Ford Ranger oder 'n VW Amarok. Das heißt, da haben sie fast den Fahrkomfort wie bei 'nem PKW, auch mit den Assistenzsystemen. Also das ist nicht so, wie man sich das früher vorgestellt hat. 'N Pick-up ist 'n reines Arbeitsfahrzeug. Also die neuen Pick-ups sind wirklich so ausgelegt mit Spurhalte-, Lenksystem, Abstandsradar. Das haben fast alle, ähm, Hersteller mit integriert. Aber wenn jetzt 'n Kunde kommt und er sagt, er möchte wirklich weit wegfahren, dann entscheidet er sich fast immer für 'n Toyota Hilux. Da ist aber der Vorteil bei Toyota: Toyota hat 'n weltweites Servicenetz, Händlernetz, egal wo der Kunde ist, sei es Südamerika, in Afrika, die Fahrzeuge können überall repariert werden und vor allem jeder kann die Fahrzeuge dort reparieren. Ähm, aber auch Isuzu D-Max sind Fahrzeuge, die immer gefragter werden und das b... ist immer dann wirklich abhängig vom Kunde und was der Kunde eben auch damit machen möchte.
Also Stichwort Händlernetz und Servicenetz, das war auch noch 'ne Frage, die ich mir gestellt hab. Wenn jetzt mit so 'ner Absetzkabine mal was sein sollte unterwegs, kann ja auch mal irgendwie 'n Schaden entstehen, ähm, durch 'nen Unfall, durch 'nen Steinschlag, 'nen größeren oder irgendwas in der Art. Ist ja doch 'n bisschen spezieller als jetzt so 'n Reisemobil von der Stange. Was, w-wie kommen eure Kunden dann quasi zu den Reparaturen?
Also wir haben den großen Vorteil, dass wir unsere Kabinen ja in Kreuzwertheim, ähm, produzieren am Standort, von der Hülle bis, äh, auf die Möbel und dann auch die Installation. Und dann erfolgt der Verkauf der Kabinen über unter unser Händlernetz, was europaweit, sag ich mal, sich erstreckt. Ähm, und dadurch hat der Kunde den Vorteil, wenn er jetzt wirklich unterwegs ist und hat wirklich mal 'n Problem mit der Kabine, dass er dann fast in jedem Land 'nen Händler vor Ort findet, der ihm dann auch weiterhelfen kann. Als Beispiel: Wir haben auch auf Island 'nen Händler oder viele Kunden bereisen Schweden und Norwegen. Dann haben wir dementsprechend in Schweden 'nen Händler. Viele Kunden machen jetzt auch Montenegro, also in Osten, Serbien, Kroatien und dementsprechend haben wir dort auch Händler vor Ort. Da kann man schon immer so 'n bisschen den größten Teil dann durch die Händler abfangen. Wenn's jetzt wirklich sehr große Reparaturen sind, dann muss die Kabine meistens zu uns ins Werk.
Das hab ich mir auch angeguckt. Ich, w- hab ja gesagt, ich bin zwei Stunden da bei euch durch die Hallen gelaufen mit dem Kollegen und er hat mir alles gezeigt. Ich hab also auch gesehen, wie die Kabinen repariert werden. Ich glaub, ich hab auch diesen, diesen Schaden da vom, vom Schiff, äh, gesehen. Der stand da, glaub ich, grad vor Ort und wurde repariert und da stand auch 'ne richtig alte Kabine, die, äh, quasi repariert wurde, aber immer noch im Einsatz ist. Das fand ich auch sehr beeindruckend. Also ich hab quasi gesehen, ne, der, der Werkstattbereich, was dort gemacht wird und ich hab mir auch die Produktion angeguckt und ich fand das alles sehr, sehr familiär, vor allen Dingen auch vor eu... bei euch. Als nämlich der Kollege, der mich rumgeführt hat, kurz ans Telefon gehen musste, haben mich direkt die Monteure geschnappt, haben mir dann weiter erklärt, wie sie hier den Kühlschrank einbauen, dass quasi alles durchs Fenster eingebaut wird. Das muss sozusagen alles, was rein muss, muss durch diese Öffnung passen, weil die Türe halt schmaler ist und, äh, haben mich da dann weiter durchgeführt. Ich fand das super spannend und sehr, sehr familiär und ganz toll bei euch auch vor Ort die, die Arbeitsatmosphäre. Und das würde mich so 'n bisschen zu, zu 'ner Frage noch führen: Ihr produziert ja komplett bei euch vor Ort in Kreuzwertheim, also in Deutschland. Ähm, warum macht ihr das? Also ich mein, es ist kein Geheimnis, dass viele Firmen im Ausland produzieren, weil's einfach günstiger ist. Warum macht ihr das in Deutschland?
Also ein ganz wichtiger Punkt für uns ist, ähm, die Produktion in Deutschland, sag ich mal, aufrechtzuerhalten, ist natürlich die Qualität, die wir abliefern wollen. Ähm, auch sag ich mal, bisschen dieser Traditionsgedanke. Ähm, wir sind ja seit 1973 hier an diesem Standort in Kreuzwertheim schon immer 'n Familienunternehmen. Du hattest ja auch gesagt, wir schauen auch oder versuchen wirklich, dieses Klima auch zu beizubehalten, ähm, von diesem Familienunternehmen. Wir haben jetzt 50 Mitarbeiter hier am Standort und da legen wir schon sehr großen Wert drauf. Und man muss auch sagen, wir haben auch Mitarbeiter, wo schon die zweite oder dritte Generation bei uns arbeitet. Und, ähm, aus diesem Grund haben wir oder spielen wir gar nicht mit dem Gedanken, äh, sag ich mal, unsere Produktion zu verlegen, weil natürlich auch unser Gedanke dahinter ist, wie viele Familien denn da mit dranhängen. Ähm, und deswegen werden wir auch immer hier bleiben. Natürlich ist es teurer, das muss man ganz klar sagen. Wenn ich jetzt meine Produktion, äh, nach Slowenien oder nach Ungarn verleg, ähm, würde man da bestimmt was sparen, aber für uns ist es wichtig, hier an dem Standort eben zu bleiben und auch die, diese Reparatursachen legen wir sehr großen Wert drauf. Seit letztem Jahr haben wir ja die, sag ich mal, unsere Produktionslinie Tischer Classic. Also wir haben wirklich viele Kunden. Zum Beispiel die Kabine, die du auch gesehen hattest, war 'ne Kabine, die auf 'm VW 3 genutzt wird, ähm, VW T3 Pritsche und der Kunde fährt immer noch damit in Urlaub und da legen wir eben auch sehr großen Wert drauf.
Ja, das war wirklich cool. Ähm, jetzt hab ich ja auch gesehen, also klar, ihr habt ja 'ne, 'ne, 'ne Serienproduktion. Also das heißt, es wird nicht, es ist nicht jede Kabine absolut individuell, sondern ihr habt natürlich auch Möbel und so weiter, die ihr vorproduziert, damit es einfach halt auch kostengünstig trotzdem stattfinden kann, weil wenn ich alles individuell baue, wird's unheimlich teuer. Das ist, glaub ich, oder hoffentlich kein Geheimnis für viele da draußen. Und nichtsdestotrotz hab ich aber die Möglichkeit, unheimlich viel quasi anzupassen, zu ändern, ähm, unterschiedliche Variationen sozusagen miteinander zu kombinieren und auch, ähm, Sonderanfertigung macht ihr auch, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Ähm, wie individuell mögen's denn eure Kunden? Also ist es eher so, dass die meisten fast das Gleiche nehmen und dann nur in Kleinigkeiten variieren? Oder ist da schon 'ne große Variation, die nachgefragt wird von den Kunden?
Also der Vorpart teil bei uns ist ja, dass wir immer noch 'ne, 'ne Manufaktur sind. Natürlich, äh, Stückzahl abhängig müssen wir 'n paar Sachen standardisieren. Also wir machen im Jahr so 220 Einheiten, aber ist trotzdem so, dass bei uns ja die Kabinen nur gefertigt werden, wenn, äh, die auch verkauft sind. Das heißt immer nur auf Bestellung. Das bedeutet, der Kunde passt die Ausstattung individuell an und das heißt, jede Kabine ist anders ausgestattet, sei es mit Wechselrichter, mit größer Batterie, also mehr Autarkie. Oder der Kunde fährt wirklich immer auf den Campingplatz und das können wir eben dementsprechend anpassen. Zusätzlich, äh, haben wir dann noch unsere Individualschiene. Also das heißt, wir können wirklich individuell Kabinen herstellen und die dann wirklich an jedes Fahrzeug anpassen.
Ihr habt ja sicherlich auch Kunden nicht nur aus Deutschland, sondern auch so aus den europäischen Nachbarländern, nehm ich mal an, oder?
Das auch, ja. Also wir haben, ähm, aus Frankreich, Belgien, Holland. Da ist es auch immer so, dass wir da schauen müssen, je nach Land haben wir da unterschiedliche Regularien. Aus dem Grund haben wir dann eben auch unsere Händler vor Ort, ähm, die dann die Homologation durchführen. Besonders, äh, sag ich mal, kritisch ist da 'n bisschen die Schweiz, Österreich. Da müssen noch mal andere Sachen eben einfach berücksichtigt werden.
Und kann man bei euch auch so wie im Wohnwagenbereich Unterschiede bei den Vorlieben ausmachen zwischen den verschiedenen Ländern? Also dass, dass man sagt, jetzt zum Beispiel die, die Schweizer Kundschaft, um jetzt mal bei den Stereotypen zu bleiben, die mag's vielleicht lieber 'n bisschen luxuriöser und die französische Kundschaft, die will keine Toilette drin oder so? Oder deckt sich das weitestgehend auch so mit dem deutschen Markt?
Also was wir merken, ähm, dass jetzt der Wechsel passiert zu mehr Autarkie. Das heißt, Trockentrenntoiletten werden immer 'n größeres Thema. Auch, äh, Einschweißtoiletten, also die Toilettenvarianten. Äh, bei den Kunden aus Frankreich haben wir schon eher den Aspekt, vor allem aus Südfrankreich, äh, Klimageräte, dass man da wirklich eher auf die Klimatisierung achtet. Viele Kunden aus Schweden, ähm, wollen dann doch eher vom Gas weg. Das heißt, Dieselheizungen werden da eher eingebaut. Also diese Unabhängigkeit wird, wird immer 'n größeres Thema, ganz klar.
Und was sind so die Elemente, wo du sagen würdest, das haben wir schon vor 50 Jahren so verbaut? Hab ich richtig gerechnet, ne, über 50 Jahre, wenn ihr '73 angefangen habt. Also Materialien, Komponenten, die sich eigentlich jetzt auch über die Jahrzehnte bewährt haben oder die vielleicht auch jetzt wieder mehr in Mode kommen. Äh, gibt's ja auch jetzt immer wieder so, so Trends, wo man sagt: Ja, früher hat man das schon mal so gemacht und dann gab's 'ne Phase dazwischen und jetzt kehrt man wieder zurück, zum Beispiel zu Holz als Werkstoff oder solche Geschichten. Und was hat sich so wirklich grundlegend verändert? Ich kann mir vorstellen, auch Autarkie ist so 'n Thema, was jetzt natürlich durch die neuen Technologien sehr, sehr stark zugenommen hat. W-wie würdest du das einschätzen?
Also was schon immer 'n Thema ist oder was sich auch nicht verändert hat, ist natürlich der Möbelbau bei uns. Ähm, der ist schon immer aus Holz. Dadurch haben wir auch 'n besonderes Raumklima in der Kabine. Das heißt, ähm, Wir haben schon immer den, den Sandwichaufbau so hergestellt, dass wir die Außenhaut aus Aluminium haben. Dann haben wir 30 Millimeter Isolierung und, ähm, dadurch haben wir unsere Kabinen schon immer so hergestellt, dass sie komplett winterfest sind. Da gab's auch damals 'ne Reise, ähm, zum Nordkap, um das eben zu testen. Äh, da sind wir dann mit den Kabinen zum Nordkap gefahren, haben das bei minus 30 Grad getestet und da hat sich das auch schon bewährt. Ähm, was man wirklich stark merkt, äh, früher war's immer so, 'ne Gasheizung war völlig ausreichend. Ähm, und jetzt ist wirklich der Wandel passiert, dass die Kunden oder viele Kunden sagen, sie möchten komplett weg vom Gas. Das heißt, nicht mehr mit Gas kochen, nicht mehr mit Gas heizen und, ähm, natürlich 'n großes Thema, seitdem es auch die Lithiumbatterien gibt, ähm, ist einfach die Kabine komplett so auszustatten, dass nur noch Elektrizität benötigt wird. Das heißt induktives Kochen. Muss man immer so 'n bisschen abwägen, ähm, ob das funktioniert für den Kunden. Besprechen wir dann auch immer individuell, ähm, weil nicht für jeden Kunden passt das. Das muss man dann wirklich auch, auch beraten. Aber das sind so Punkte, ähm, die sich gewandelt haben. Aber trotzdem, sage ich mal, der Aufbau und die Nutzung unserer Kabinen ist da im Großen und Ganzen gleich geblieben.
Gab's auch schon mal irgend 'ne ganz verrückte Sonderanfertigung? Also vielleicht jetzt auch vor deiner Zeit, die aber bei euch im Kopf hängen geblieben ist?
Ja, also wir haben im Laufe unserer Firmengeschichte schon viele Individualkabinen gefertigt, ähm, sei es auf 'ner G-Klasse, ähm, Pick-up oder also viele, viele verschiedene Basisfahrzeuge. Aber welches Fahrzeug mir wirklich sehr gut in Erinnerung geblieben ist, ähm, das hatten wir jetzt vor drei Jahren gebaut. Das war 'n Kunde, der auch schon jetzt die dritte Kabine von uns hat. Er hat uns angefragt. Er hat sich dann, ähm, 'nen VW T6.1 Single Cab im 4Motion gekauft und hat den dann auf 'nen Dreiachser umbauen lassen. Also ...
Okay.
Das heißt, wirklich sehr speziell. 'Ne dritte Achse anbauen lassen, 'ne lange Ladefläche und dann haben wir speziell für den Kunden 'ne Kabine konstruiert nach seinen Wünschen, so wie er sich das vorgestellt hat und, ähm, haben die dann dementsprechend für ihn gebaut und der ist jetzt seit zwei, ja zweieinhalb Jahren jetzt unterwegs, freut sich damit, fährt nach Schweden, setzt auch dort vor Ort ab und, äh, nutzt dann das Fahrzeug auch solo. Das war 'n sehr interessantes Fahrzeug.
Ich versuch's grade mir bildlich vorzustellen. Ähm, es sieht wahrscheinlich dann 'n bisschen ulkig aus, wenn der dann nur mit dem, äh, mit der Pritsche unterwegs ist, mit den drei Achsen.
Das auf jeden Fall, ja.
Wie viel Prozent teurer ist denn dann so 'ne Sonderanfertigung? Also mir ist klar, wenn die Kabine sechs oder, oder, oder drei Meter lang ist, dass das natürlich schon 'n großer Unterschied ist, aber wie viel macht denn so 'ne Sonderanfertigung noch mal einfach im Preis, weil das ja dann doch alles individuell ist. Also nur so, damit wir 'n Gefühl und auch vor allen Dingen die Hörer und Hörerinnen 'n Gefühl dafür haben, was das bedeutet, dann von der, sagen wir mal, es gibt ja nix von der Stange, ich will das gar nicht sagen bei euch. Also so 'ne normale Kabine mit Anpassung hin zu so was völlig Ausgefallenem zu bekommen.
Das kommt natürlich, ähm, immer 'n bisschen drauf an. Man kann jetzt nicht pauschal sagen, das sind jetzt 15 oder 20%. Ähm, es kommt immer drauf an, wie individuell das ist. Aber ich sag mal, unsere Standardkabinen starten irgendwo so bei, bei 44.000 Euro. Wenn 'n Kunde das dann 'n bisschen konfiguriert, landen wir irgendwo so in der Größe bei, bei 50.000. So 'ne Individualkabine, ähm, ja, ich würde da schon mal so, landen wir dann irgendwo so bei 65, denke ich jetzt speziell in dem Fall. Ähm, aber das, das kommt dann wirklich immer drauf an, wie groß sind die Individualisierungen und Umbauten dementsprechend.
Ich hätte jetzt eher mit 'nem Doppelten gerechnet, was du sagst. Das ist ja noch alles ... Okay, alles viel Geld, aber das ist ja noch in Anführungszeichen überschaubarer Mehrkosten quasi. Ich will mir gar nicht ausre-ausrechnen, was alleine die dritte Achse wahrscheinlich schon gekostet hat in dem VW. Ähm, jetzt hab ich ja vor Ort auch wirklich alte Kabinen gesehen, die, die, äh, zum Teil instand gesetzt wurden, die, die auch wirklich ... Ich glaube, eine war auch ziemlich entkernt und wurde neu, neu aufgesetzt. Wie alt sind denn so oder, ja, wie alt sind Kabinen, die noch viel unterwegs sind, so im Schnitt? Und wahrscheinlich ja relativ alt, oder?
Also es ist schon so, ähm, wir haben Kunden, die haben Kabinen aus '95, aus '90, also die sie auch nutzen. Man muss es natürlich immer so 'n bisschen sehen, wie gut pflegt der Kunde die Kabine. Ganz klar, das ist natürlich immer 'n großes Thema. Ähm, macht da zwischendrin mal was dran. Aber wir haben schon einige Kunden, also das beste Beispiel ist ja unser Kundentreffen, was wir jedes Jahr abhalten. Das ist immer an Himmelfahrt und, ähm, da ehren wir dann auch immer die Kunden, die mit der ältesten Kabine angereist sind. Das ist immer ganz interessant. Und, ähm, da waren wir jetzt dieses Jahr in Holland mit, äh, 110 Fahrzeugen und da waren eben Kunden mit 'ner Kabine und auch 'nem Fahrzeug aus 1995, die das wirklich noch jedes Jahr nutzen und da aktiv mit in Urlaub fahren. Und das ist dann schon immer schön zu sehen, dass auch die älteren Kabinen weiterhin dafür genutzt werden, wofür sie gebaut wurden.
Könnte man ja jetzt-- Umgedreht ganz frech sagen, schlechtes Geschäftsmodell für euch, wenn die Kabinen so lange halten. Aber es scheint ja dann doch auch so zu sein, dass Leute dann mal umsteigen. Also du hattest gesagt, ähm, es gab 'n Kunden, der hat jetzt schon die dritte Kabine von euch. Das-- Wann finden denn dann so Kabinenwechsel statt, wenn die Leute sich 'n anderes Basisfahrzeug wünschen oder wenn die merken, ach, die Kabine, die ist mir jetzt doch 'n Tacken zu groß oder zu klein? Oder wa-was sind da so die Gründe?
Also da gibt's verschiedene Gründe. Wir haben jetzt zum Beispiel einen Kunden, der hat schon die, die vierte Kabine von uns. Da ist es so, er ist mit unserer kleinsten Kabine, also mit der 200er, die keine Nasszelle hat, gestartet damals.
Mhm.
Hat sich dann immer wieder vergrößert von der 200er auf die 220er, von der 220er auf die 230er. Das waren jetzt alles Kabinen mit Heckeinstieg und seine letzte Kabine war dann eben 'ne 230 S, also 'ne Kabine mit Seiteneinstieg. Und speziell der Kunde fährt auch jedes Jahr nach Island und bereist dort dann Island. Und das ist, sag ich mal, ein Punkt, ähm, dass man das Basisfahrzeug behalten kann und die Kabine dementsprechend anpassen kann. Oder wir haben auch einige Kunden, die das Basisfahrzeug anpassen. Das heißt, sie haben ihre Kabine, behalten die als Beispiel 20 Jahre und der Vorteil ist, in diesen 20 Jahren haben sie dann einfach das Basisfahrzeug getauscht oder haben schon das dritte Basisfahrzeug drunter. Das heißt, der große Vorteil ist vielleicht auch zukünftig, wenn jetzt dann die Elektromobilität auch bei den Pickups dann nutzbar ist, also auch mit 'ner realen Reichweite, dann hat der Kunde eben auch den Vorteil vom alternativen Antrieb auf 'nen Elektroantrieb eben umzusteigen.
Das ist auch noch mal 'n ganz spannendes Thema, auf das ich noch eingehen wollte: Wie, wie sieht's denn da im Moment aus im Pickup-Bereich? Also mir ist jetzt nur bei Pickups die Marke Rivian bekannt, die schon irgendwie, ich sag jetzt mal, nennenswerte Reichweiten erzielt gibt's, aber ich hab mich auch noch nicht weiter mit beschäftigt jetzt. Gibt's da schon weitere Anbieter auf 'm Markt, wo ihr sagt, da habt ihr vielleicht auch schon 'n Auge drauf, so als Basisfahrzeuge?
Also für uns wird die Thematik Elektromobilität natürlich auch immer wichtiger, äh, auch für die Kunden. Wir kriegen ja auch die Anfragen von den Kunden. Es gibt, äh, natürlich die Marke Rivian, die sind aktuell aber hauptsächlich in Amerika vertreten. Also in Europa werden sie hoffentlich bald kommen. Aber Fahrzeuge, die schon verfügbar sind, sind als Beispiel, ähm, die Firma oder der Pickup Maxus. Den gibt's als vollelektrische Variante. Haben wir vor zwei Jahren auch in Schweden vorgestellt, weil Schweden 'n Markt ist, der noch mal das fokussierter, ähm, angeht, das Thema Elektromobilität. Aber da ist aktuell noch die große Problematik die Reichweite. Das Fahrzeug, äh, hat 'ne Reichweite von 250 Kilometern ohne Last. Wenn man jetzt 'ne Kabine aufsetzt, sind's dann am Ende nur noch 150 Kilometer und im Winter sind's dann nur noch 100, wenn man die Heizung einschaltet. Also aktuell sind die Reichweiten noch nicht so ausgereift, dass man 'ne Kabine aufsetzen kann. Ähm, es gibt auch von Ford den F-150 Lightning. Also es gibt schon einige Anbieter, die Elektropickups anbieten. Ähm, aktuell ist noch 'n Problem das höhere Gewicht. Also durch 'nen großes Akkupack erhöht sich natürlich das, das Basisgewicht vom Fahrzeug, ähm, und aktuell auch noch die Reichweite. Aber wenn's natürlich irgendwann 'n Pickup gibt mit der passenden Reichweite, ähm, sind wir auch jederzeit bereit, äh, da 'ne Kabine dann aufzubauen.
Ist das auch ein Grund für das, was du eingangs gesagt hattest, dass du dich sehr, äh, für diesen Bereich Leichtbau interessierst und da auch weiterentwickeln willst, wenn ich das richtig verstanden habe?
Das ist auch so. Ähm, wir haben natürlich den Fokus immer auf 'm Gewicht, äh, weil wir mit unseren Fahrzeugen in der 3,5 Tonnen Klasse bleiben. Dadurch kann jeder, der 'n normalen PKW-Führerschein hat, eben unsere Fahrzeuge bewegen. Sobald wir über diese Grenze kommen, braucht man natürlich wieder dementsprechend 'n LKW-Führerschein und vor allem unsere jüngere Kundschaft hat diesen Führerschein nicht. Ich sag ich mal, die älteren Kunden haben noch 'nen LKW-Führerschein, da ist es unproblematisch. Deswegen ist das 'n Riesenfokus von uns, eben das Gewicht zu reduzieren und aus dem Grund sind wir auch da in der Entwicklung immer dran und, ähm, werden jetzt dann auch zum Caravan Salon dann wahrscheinlich was Neues bringen.
Da wollt ich gleich noch mal kurz einhaken, weil das ist mir noch nicht so ganz klar bei der Kombination Pickup mit Absetzkabine. Es ist ja jetzt diese Führerscheinnovelle, ähm, in vollem Gange EU-weit, dass Reisemobile künftig, also die Rede ist ja so ab 2028, dann mit bis zu 4,25 Tonnen gefahren werden dürfen mit der B-Klasse. Aber zählt 'n Pickup mit Absetzkabine da drunter?
Das ist so 'n bisschen jetzt noch die Frage. Also der Europarat hat es ja beschlossen. Die einzelnen Länder haben jetzt noch Zeit, eben bis '28 das dann umzusetzen. Ähm, aktuell ist es nur laut Auslegungssache für alternative Antriebe und Wohnmobile. Also so ist die aktuelle Auslegung. Die Frage ist dann am Ende, ob 'n Pickup mit Reisemobilkabine unter 'nem Wohnmobil zählt. Ähm, es gibt aktuell die Möglichkeit, 'ne Sonder-Kfz-Umschreibung durchzuführen, um das als Art Wohnmobil zu deklarieren. Das müsste man dann im Nachgang noch mal prüfen. Ähm, das sehen wir dann aber erst, wenn das Gesetz wirklich durch ist und bis man dann auch weiß, wie eben diese Prüfung dann abgenommen wird. Also muss der Kunde am Ende nur 'n Test machen oder muss er Fahrstunden nehmen? Aber ich denke, da wird's dann 'ne Möglichkeit geben, auch unsere Fahrzeuge darunter zu deklarieren.
Okay, aber aktuell noch nicht sicher alles.
So ist es aktuell, ist es noch nich sicher. Ähm, das ist dann wirklich 'ne Auslegungssache, wie's dann am Ende im Gesetz festgeschrieben wird.
Bevor ich, also eigentlich würd ich gern jetzt schon fragen, aber ich hab vorher noch 'ne andere Frage, äh, zum, zur neuen Kabine und aber vorher noch die andere Frage: Wir waren ja jetzt mit Montenegro jetzt nich mehr so exotisch unterwegs, auch wenn ich finde, dass das noch 'n Geheimtipp in Europa ist, der ganze Balkan. Äh, ich hab gestern mit 'nem Kumpel gesprochen, der ist grade in Kroatien. Das war ja vor paar Jahren der Geheimtipp. Da ist es hoffnungslos überfüllt und endlos teuer. Also neuer Geheimtipp Balkan, auf dass das wahrscheinlich die nächsten Jahre auch das ist. Aber worauf ich hinaus will: Was ist denn der weitest entfernte Spot, wo ihr wisst, dass 'ne Tischerkabine unterwegs ist und was mich ja auch noch interessieren würde: Was ist die höchste Höhe, die so 'ne Tischerkabine schon mal befahren hat? Also was ihr halt wisst.
Also zum, zum ersten Punkt die, die weiteste Entfernung, also was wir wissen, äh, wir haben 'nen Kunde, der ist wirklich auf 'm Landweg von Deutschland, äh, bis nach China gefahren. Ähm, das ist so die weiteste Distanz, die uns bekannt ist, wirklich auf dem Landweg. Ähm, was wir wissen oder was man sicher sagen kann, wir haben, äh, früher auch, äh, Kabinen nach Australien verkauft. Also in Australien wird es Kunden geben, die da unsere Kabinen nutzen. Und, ähm, vor zwei Jahren war's so, dass wir auf 'm Caravan Salon in Düsseldorf 'ne Kabine verkauft haben. Die wurde dann nach Neuseeland verschifft und wird wirklich in Neuseeland von 'nem Kunde dort vor Ort genutzt.
Cool.
Und, ähm, das heißt eigentlich sind unsere Kabinen wirklich weltweit unterwegs. Wir haben auch, äh, viele Kunden – das ist eben auch der Vorteil von der Absetzkabine – die ihre Kabinen verschiffen. Das heißt, die Kabine wird abgesetzt, in den Container, äh, geschoben und das Fahrzeug davor platziert. Aus dem Grund machen viele Kunden auch Mittelamerika und Südamerika. Also da haben wir einige, die dann verschiffen und dort eben Südamerika bereisen. Und, ähm, ja, dadurch sind die Kabinen wirklich weltweit unterwegs.
Und höchste Höhe?
Höchste Höhe hatten wir 'n Kunde, der wirklich in der Himalaya-Region unterwegs war. Der hat uns dann nämlich angerufen, weil bei der Dieselheizung ist es so, ähm, ab 'ner bestimmten Höhe funktioniert die nich mehr ganz so gut. Und der Kunde hatte 'n Höhenset integriert, hatte dann bei uns angerufen und gesagt: „Ja, meine Heizung funktioniert nich mehr richtig." Und, äh, dann hat sich eben rausgestellt, dass er diese Höhengrenze, die für die Heizung angegeben ist, dann überschritten hatte.
Oh Shit, okay. Wo liegt die?
Ähm, das Höhenkit liegt, glaub ich, knapp bei, bei 3.000 Meter. Alles, was darüber ist, wird's dann schwierig.
Cool.
Würde mich jetzt noch ganz schnell interessieren: Welche Basisfahrzeuge waren auf den 3.000 Metern und in China?
Immer 'nen Toyota. Also 'n Toyota Hilux, äh, waren da die Basisfahrzeuge. Wie gesagt, sobald die Kunden wirklich sehr weit wegfahren, entscheiden sich fast alle für 'n Toyota Hilux.
Okay.
Da wird sich jetzt mein Mann freuen, wenn er die Folge schneidet, weil das ist nämlich eins seiner Traumfahrzeuge, von denen er immer redet und immer seit – wir sind jetzt seit, äh, zwölf Jahren verheiratet – aber jedes Mal, wenn er irgendwo 'n Toyota-Pickup sieht, dann sagt er: „Ach ja, Herr Toyota, guck mal, wie schön der ist." Und ich immer: „Ja, hast du vielleicht schon mal gesagt." Ich weiß es nich genau. Also Halil, du hast gehört, wenn wir jetzt dann mal unsere Panamericana irgendwann machen, dann Absetzkabine mit Hilux. Hm, mich würde noch interessieren, so bei diesen ganzen Touren, die du jetzt auch so beschrieben hattest, die so 'n bisschen exotischer waren, aber auch Leute, die, also wo wir jetzt auch sehen, wenn wir da halt auf der Autobahn irgendwie jemanden vor oder hinter uns haben oder der uns begegnet mit Kabinen. Ich hab immer das Gefühl, dass die Kundschaft generell bei Absetzkabinen und auch bei euch recht durchmischt ist. Also dass da sowohl ältere Herrschaften damit unterwegs sind als auch jüngere Paare oder auch Familien. Was-- Aber das ist natürlich nur so 'n Mo..., nur so 'ne Momentaufnahme. Was würdest du denn sagen, wie würdest du das bei euch einschätzen? Also was, was ist so der, der Hauptkundenzweig für euch?
Also bei uns, ähm, ist das wirklich sehr verschieden. Wir sehen das ja auch immer. Wir haben wirklich Kunden, wenn man jetzt sagt, das als ältere Kundschaft bezeichnen möchte, die wirklich viel Campingerfahrung haben, die auch früher mit großen Reisemobilen unterwegs waren. Das heißt mit der ganzen Familie, ähm, zwei Erwachsene, zwei oder drei Kinder und die dann irgendwann sagen, unsere Kinder sind jetzt so groß, dass, ähm, wir uns verkleinern möchten. Gibt's viele, die dann nur noch zu zweit unterwegs sind, die einfach was Kompakteres suchen, wo aber trotzdem alles vorhanden ist. Das heißt, die entscheiden sich dann für 'nen Pickup in Verbindung mit 'ner Reisemobilkabine, um einfach die Orte zu bereisen, wo sie vorher eben nicht die Möglichkeit hatten hinzufahren. Aber was wir in den letzten Jahren auch sehen: Unsere Kundschaft wird auch jünger. Also das heißt, wir haben auch die Kunden, die eher vom Dachzelt kommen. Das heißt, viel mit 'm Auto und Dachzelt unterwegs waren und jetzt den nächsten Schritt zu 'n bisschen mehr Komfort machen möchten und sich dann dementsprechend, ähm, für 'nen Pickup entscheiden, weil sie natürlich den Offroad-Gedanken oder weiterhin autark stehen möchten und dann eben in Verbindung mit 'ner Kabine. Also die sind einfach mehr Komfort. Die beiden Zielgruppen haben wir und wir sehen auch, dass 'ne neue Zielgruppe ist 'n Kunde, der, sag ich mal, 'ne Kabine in Verbindung mit 'nem Anhänger, sei es für Motorräder, für 'n Boot oder eben 'nen Zusatzanhänger, äh, nutzen möchte. Das wird auch immer mehr.
Das find ich spannend. Das hätt ich jetzt überhaupt nicht erwartet, weil für mich war immer so der Gedanke an der Kabine, dass man da so komplett flexibel und wendig auch dann bleibt und das fällt ja dann mit 'nem Anhänger eigentlich schon wieder so 'n bisschen hinten rüber. Aber genauso wie bei Leuten, die mit Wohnmobil und Anhänger unterwegs sind, was ich immer nicht verstehe, weil ich denke: „Ja, dann, dann hab ich ja den Vorteil vom Wohnmobil eben nicht mehr, dass ich dann überall mich hinstellen kann." Okay, spannend.
Genau, hast du ja, also Elefant im Raum, du hast grade angesprochen: Es gibt jetzt zum Caravan Salon ein neues Kabinenmodell, was ihr vorstellen werdet. Was hat's damit auf sich?
Ja, also wir haben, äh, sag ich mal, 'ne neue Kabine entwickelt. Wir kriegen ja immer wieder die Fragen von unseren Kunden, ähm, auch zur Thematik Elektromobilität. Hatten wir eben schon drüber gesprochen und auch, ähm, amerikanische Pickups, also Full Size Pickups, die einfach 'n höheres Eigengewicht haben, wo wir immer Anfragen bekommen, wo die Kunden natürlich auch 'ne Kabine haben möchten, aber am Ende die Zuladung einfach das Problem ist, weil 'n Pickup mit Batteriepack wiegt 2,6, 2,7 Tonnen. Ähnlich ist es auch bei 'nem Pickup, bei 'nem amerikanischen Pickup. Ähm, die Kunden haben 'nen Benzinmotor, 'n großen mit Gasanlage noch. Also sind, landen wir fast immer bei 2,7 Tonnen.
Mhm.
Bei der Obergrenze dann von 3,5 Tonnen bleibt natürlich nicht mehr viel Zuladung übrig. Das heißt, wir haben am E-Ende nur noch 800 Kilo und, ähm, da haben wir jetzt eben den Schritt gemacht, dass wir 'ne sehr leichte Kabine entwickelt haben, die einmal den Vorteil hat, dass sie 'n geringes Basisgewicht hat und der weitere Vorteil ist, ähm, wir können unabhängig von der Ladeflächenlänge die Kabine platzieren. Das heißt, wir haben die so konzipiert, egal ob der Kunde jetzt 'ne kurze Ladefläche wie beim Doppelkabiner oder 'ne lange Ladefläche wie bei 'nem Single Cab, also über zwei Meter hat, wir können die Kabine überall platzieren. Dadurch bleiben wir flexibel und durch das geringe Gewicht hat der Kunde am Ende noch so viel Zuladung, dass er noch seine Familie mitnehmen kann und noch zusätzliches Gepäck.
Das heißt, dann wäre man ja auch bei einem Basisfahrzeugwechsel flexibler.
So ist es richtig. Man ist dann nicht mehr wie zum jetzigen Zeitpunkt, äh, abhängig von 'nem Doppelkabiner oder 'nem Eineinhalbkabiner, sondern man könnte sagen, man hat jetzt diese Kabine und kann die dann auf jeden beliebigen Pickup platzieren.
Aha, das ist ja cool.
Und ist dann dadurch natürlich noch mal flexibler. Das auf jeden Fall.
Wie, wie läuft denn dann so 'n Projekt ab? Also du hast ja grad schon gesagt, ihr kriegt Feedback von euren Kunden und wahrscheinlich, wenn dann viel Feedback zu irgendwas reinkommt, macht's natürlich Sinn, dass man sich als Unternehmen dann darüber Gedanken macht, äh, w-was kann man da lösen und wa-was passiert dann so als Nächstes? Wie, wie entscheidet ihr, ob ihr was umsetzt und, und wie beginnt dann überhaupt so 'ne Entwicklung? Also wer, wer sp... baut ein Modell? Also wie läuft das ab? Das würde mich wirklich interessieren.
Also so 'ne Entwicklung, wie gesagt, erst kommt immer der Input von den Kunden oder auch von unseren Händlern. Von denen kriegen wir das direkte Feedback. Und, ähm, wir haben ja auch die Konstruktion bei uns im Haus. Das heißt, die ganzen Konstruktionen im CAD, also 3D-Modelle fertigen wir selber an, dementsprechend auch die ganzen Fräsprogramme. Und, ähm, dann machen wir erst mal wie 'ne Art Benchmark-Analyse, also gucken, was gibt's auf 'm Markt Vergleichbares, gucken uns das dann dementsprechend an, machen dann unsere eigenen Gedanken. Und dann ist es so, dass ich mir, sag ich mal, aus jeder Abteilung 'nen Experten dann, äh, nehme oder wir setzen uns zusammen, besprechen dann die Ideen, besprechen auch, was Sinn macht, was eben nicht. Und dann fangen wir an, den Grundriss erst mal als Prototyp zu bauen. Das heißt, wir bauen nur die Bodengruppe, dass man einmal das Maß hat, platzieren dann da wie Art Module, um zu gucken, was macht Sinn, wie kann man noch komfortabel sitzen, ähm, welche Komponenten müssen auf jeden Fall rein, wo können wir die platzieren. Und wenn wir dann, sag ich mal, das haben, bauen wir das Modell im CAD komplett fertig. Und aus diesem 3D-Modell können wir dann dementsprechend unsere Fräsprogramme generieren, um dann einfach wirklich erst mal die Hülle zu bauen. Also so haben wir's auch gemacht. Wir haben die Hülle dann gebaut und haben dann die einzelnen Komponenten, ähm, so angepasst, dass sie in diese Hülle dann passen und so entsteht dann wirklich der erste Prototyp. Und, ähm, was immer 'n Aspekt ist, wir haben jetzt wirklich die kleinste Kabine genommen, die wir haben, die 200er, die ohne Nasszelle aktuell angeboten wird. Und wir haben jetzt auf zwei Meter 'ne vollwertige Kabine konzipiert. Das heißt, wir haben 'ne große Sitzgruppe, wir haben 'ne große Küche und 'ne integrierte Nasszelle. Also alles, was der Kunde, sag ich mal, am Ende braucht, auf 'ner Bodenlänge von zwei Meter.
Das ist krass kompakt. Cool. Und wie lang hat's jetzt gedauert, also die Entwicklung rund etwa?
Also die Entwicklung vom ersten Gedanken bis zur Fertigstellung waren jetzt so eineinhalb Jahre.
Ja, ich weiß gar nicht. Ist das langsam? Ist das schnell?
Ja, es kommt immer drauf an. Man muss sehen, langsam oder schnell. Also bei uns ist natürlich die Vorlaufzeit 'ne andere. Wenn man jetzt den Blick in die Automobilbranche wirft, ist so der Vorlauf circa vier Jahre. Also die-
Mhm
... entwickeln vier Jahre zuvor, äh, sag ich mal, das Modell, was, was dann kommen soll. Also denk ich, ist der Entwicklungszeitraum bei uns schon kürzer, aber da hängen auch jetzt nicht so viele, ähm, Leute da mit, mit dran. Das ist eben auch der Vorteil bei uns. Wir haben sehr kurze Wege, können's schnell umsetzen. Auch unsere Zulieferer, wenn wir da irgendwelche Komponenten benötigen, geht das da sehr zügig.
Ich hab auch immer das Gefühl, so wenn ich auch so generell in die Reisemobilbranche gucke, je standardisierter die Produktionen sind Also mittlerweile ist es ja wirklich hyperstandardisiert, wenn, wenn irgendwo, äh, die Form der Rückleuchte geändert werden soll, ist es schon 'n Riesenaufwand. Äh, dann umso länger dauert's dann natürlich auch, bis Dinge umgestellt werden. Und wenn du sagst, ihr macht zwar ja schon Serienfertigung, aber im Grunde ist jedes Produkt, was bei euch rausgeht, immer noch, äh, 'n Manufakturarbeit, dann ist es zwar in 'ner Einzelanfertigung aufwendiger, aber die Umstellung von Prozessen dauert wahrscheinlich nicht so lang, oder?
Das ist eben der Vorteil. Also wir haben sehr kurze Wege, ähm, auch zwischen den Abteilungen, kurze Kommunikationswege und dadurch kann man auch schneller etwas mal umstellen. Ähm, es muss dann, sag ich mal, nicht alles erst freigegeben werden, sondern wir sagen, wir probieren es aus und wenn's uns dann 'n Mehrwert bringt, stellen wir's dementsprechend um.
Darfst du denn dann alle Kabinen selber testen, die bei euch irgendwie neu gemacht oder musst du vielleicht sogar? Vielleicht wird das ja auch von dir erwartet als Geschäftsführer.
Also wir, wir testen das dann eigentlich schon gemeinsam. Ich test es natürlich auch. Ähm, was mir immer am Herzen liegt oder was auch wichtig ist, dass meine Mitarbeiter die Produkte testen. Das heißt, bei uns hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, 'ne Kabine von uns zur Verfügung gestellt zu bekommen, ähm, auch um in Urlaub zu fahren. Weil da merk ich auch, kriegt man das beste Feedback. Also einmal bauen die Mitarbeiter natürlich, ähm, die Kabine, tagtäglich, äh, sind mit dem Produkt in Kontakt und wenn sie's dann wirklich mal in ihrer Freizeit nutzen, merkt man einfach, äh, können sie direkt sagen, das funktioniert, das funktioniert dementsprechend nicht und das ist immer, immer sehr wichtig, klar. Aber wir müssen's natürlich testen. Ähm, nicht dass der Kunde das am Ende testen muss und, äh, dann treten erst die Probleme auf.
Sicher 'n großes Opfer für dich.
Auf jeden Fall.
Das, das hab ich jetzt auch gemerkt, wie, wie groß auch der Unterschied war. Also wir haben ja schon drei Folgen hier im Podcast gemacht mit Absetzkabine. Für mich war da davor das Thema ganz, ganz neu und dann denkst du schon, du steckst 'n bisschen drin und hast 'ne Idee. Aber wenn du dann jetzt, also ich war jetzt unterwegs und j-jetzt hab ich noch viel mehr das Gefühl natürlich, dass ich 'ne Ahnung davon habe. Ich bin mir sicher, nach fünf weiteren Touren ist das noch mal ganz anders. Aber diese, diese Erfahrung einfach damit zu reisen, was du gesagt hast, was dir wichtig ist für deine Mitarbeiter, ich glaube, das ist einfach unbezahlbar. Und das sehen wir leider an ganz vielen Unternehmen immer wieder, wo grad in der Campingbranche, wo wir's ja sehen, weil wir viel campen und uns Dinge auffallen, wo Produkte entwickelt werden, wo du ganz sicher sagen kannst, der Ingenieur, der das entwickelt hat, der hat nie im Leben gecampt, weil, äh, da ist nichts davon reingeflossen, was man beim Campen hätte merken können. Und das ist einfach unbezahlbar. Und das hab ich auch gemerkt, der Kollege, der mich da, äh, rumgeführt hat, dass der auch erzählt hat, dass er jetzt mit 'm, äh, dass er selber 'ne Kabine hat und damit unterwegs ist, was er hat und dass er dann auch zum Treffen danach fährt und so. Und das ist einfach unbezahlbar, wenn du Menschen hast, die Produkte entwickeln für die Menschen, die die Produkte nachher nutzen. Und das ist leider ganz häufig nicht so, äh, hab ich festgestellt, auch im Campingbereich.
Grade im Campingbereich, würd ich mal sagen.
Und da haben wir jetzt den Einblick, ne. Wir haben jetzt nicht den Einblick vielleicht in keine Ahnung, äh, Pooltechnologie oder so was. Ich bin fast sicher, dass das in anderen Branchen genauso gibt, aber das, das merkst du, wenn du Ahnung hast, wo jemand entwickelt, der das selber nutzt und wo das eben jemand entwickelt, der das leider nicht selber nutzt.
Haben wir auch schon in vielen Folgen drüber gesprochen, so auch immer grade wenn wir halt auf Messen unterwegs waren, äh, wenn man sich dann die Fahrzeuge mal von innen anschaut und da merkt man halt schon so 'n Stück weit, dass bei den kleineren Ausbauern, ähm, und, und Fabrikanten oder Herstellern mehr Verbindung meistens zu den Fahrzeugen und auch zu den Reisen mit diesen Fahrzeugen da ist. Oder wenn man auch sich Volkner anguckt mit den wahnsinnstteuren Riesen-, ähm, Luxusreisebussen. Der fährt ja auch selber damit durch die Gegend und testet die Sachen. Das find ich halt faszinierend und ich, ich find es super, wenn, wenn auch eher die, die höheren Ebenen in den Unternehmen sich noch nah am Produkt halten und, und selber auch mal reingucken und sagen: „Ja, hm, könnten wir vielleicht noch mal was anderes ausprobieren." Okay, genug der Lobhudelei. Jetzt müssen wir noch mal über Zahlen sprechen. Ähm, du hattest vorhin schon mal so Rahmenpreise genannt. Wie sieht's jetzt bei der neuen Kabine aus? Wo, wo bewegt die sich ungefähr?
Ja, da sind wir aktuell noch in der, in der Preisfindung. Wir wollen die natürlich platzieren, sag ich mal, äh, über unserer 200er und, äh, unter der, der 230er oder die, die Modelle, die da danach kommen. Ähm, der genaue Preis steht noch nicht final fest, aber wir werden uns da zwischen der 200er und der 230 S, ähm, befinden und da werden wir die Kabine auch platzieren. Ähm, der Vorteil ist also, dass wir da wirklich 'n sehr leichtes Gewicht haben. Wir sind bei 550 Kilo. Aus dem Grund wird's die Kabine auch in 'ner fixen Ausstattung nur geben, dass man wirklich sagt, mit der Konfiguration ist man bei diesem Gewicht. Natürlich wird der Kunde am Ende noch 'n paar Sachen individualisieren können, aber um dieses Zielgewicht eben zu erreichen, ist es entscheidend, dass die, die Ausstattung da wirklich fix ist, ja.
Ich hab jetzt die Preise nicht mehr im Kopf. Irgendwas hattest du vorhin gesagt ab vierhund..., äh, ab, ab 44.000, glaub ich, die kleinere. Äh, s-sag mal ungefähr nur 'nen, 'nen Rahmen.
Genau, wir sind, äh, bei der, bei der 200er, äh, sind wir irgendwo so bei 36, ähm, und die 230 in der Basis natürlich immer jetzt die Basispreise so bei 44 und ich denke, in dem Bereich werden wir uns dann irgendwo platzieren dann, ja.
Und da ja die Kabine erst gebaut wird, wenn sie bestellt wird, wie lange muss ich denn warten, wenn ich mich dann jetzt auf 'm Caravan Salon sofort entscheide, weil ich das so cool finde?
Ja, das ist so 'n bisschen abhängig. Also, äh, bei uns läuft der Vertrieb ja wirklich rein über die Händler. Das heißt, die Händler haben dann Produktionsplätze, die sie frei konfigurieren können. Ähm, das bedeutet, ist immer so 'n bisschen abhängig vom Händler, aber man sollte davon ausgehen, so ja aktuell zehn bis zwölf Monate Vorlauf so grob.
Und jetzt haben wir schon 'n paar Mal auf den Caravan Salon hingewiesen, der ja jetzt zum Zeitpunkt der Ausstrahlung unmittelbar bevorsteht. Wo trifft man euch danach noch dieses Jahr?
Also wir machen ja sowohl internationale auch, äh, nationale Messen. Wir sind auf jeden Fall noch, äh, in Erfurt auf der Messe vertreten. In Leipzig die Messe machen wir immer. Das wären so die Messen in, in Deutschland. Freiburg ist immer 'ne große Messe und international sind wir in Österreich, in Wels auf dem Caravan Salon und auch in Bern in der Schweiz vertreten. Aber alle Termine findet man immer bei uns auf der Website, weil wir auch, also die Händler auch einige Messen veranstalten, äh, besuchen. Deswegen sind wir international und inter- und national viel unterwegs. Also wir machen so grob nur zur Orientierung im Jahr so um die 21 Messen.
Oha, okay. Und dann natürlich Januar, also ich hatte ja gesagt, jetzt noch dieses Jahr, aber dann im Januar kommt ja die CMT, das ist ja auch noch mal 'ne sehr große Messe für die Caravaning-Branche. Da weiß ich ja, dass ihr da auch immer seid. Also am besten ist es, glaub ich, tatsächlich, wenn jemand mit dem Gedanken spielt, äh, sich 'ne Kabine zuzulegen, dass man sich da sehr intensiv beraten lässt, weil ich glaube, dass es da vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch 'n Tacken mehr zu bedenken gibt, als wenn ich jetzt mir halt 'n normales Wohnmobil oder 'n Wohnwagen kaufe, wo ja, haben wir jetzt mehrfach gehört, sehr viel mehr auch standardisiert ist. Aber für Leute, die jetzt zuhören und sagen, könnte interessant für mich sein: W-was wäre denn so der allererste Schritt, wo du sagen würdest, damit würd ich mal generell einsteigen, um überhaupt mal ins Thema reinzukommen? Außer natürlich unsere Podcasts zu hören, wo wir auch schon sehr intensiv darüber gesprochen haben.
Also um den ersten Kontakt, sag ich mal, äh, zu bekommen, ähm, haben wir auch bei uns auf der Website in den Online-Konfigurator. Also da kann der Kunde sich durchklicken, kann sich die verschiedenen Basisfahrzeuge ansehen. Daraufhin werden dementsprechend die passenden Kabinen angezeigt. Man kann sich da die Ausstattung ansehen, einfach um sich erst mal zu informieren. Der große Vorteil von Messen ist eben, dass die Kunden dort wirklich den Raum erleben können. Weil wir hören immer wieder auf den Messen, die Kunden stehen vor der Kabine und sagen: „Also das ist ja viel zu klein. Da hat man ja gar keinen Platz drinne. Wo soll man da schlafen?" Und dann gehen viele Kunden eben in die Kabine und merken, man hat 'n riesigen Raum, zwei Meter zehn Breite, ein Meter 95 Stehhöhe, auch durch dieses Alkovenkonzept eben 'n sehr großes Bett im Alkoven, durch den Längsschläfer zwei Meter auf zwei Meter. Und da werden schon viele Kunden dann, dann vom Produkt erst mal überzeugt. Äh, das ist 'n riesiger Vorteil. Und dann ist es natürlich wichtig, wenn man sich wirklich dafür entscheidet, ähm, da wir ja alles anpassen können, eben auch 'ne Manufaktur sind, ist es dann wirklich wichtig, mit am besten mit 'm Händler – sind ja meistens dann auch, äh, vor Ort, ähm, oder Nähe des Wohnortes des Kunden – ähm, da dann eben im Detail alles zu besprechen, weil auch unsere Händler die Kabinen und auch die passenden Basisfahrzeuge vor Ort haben. Und da kann man sich dann alles noch mal in Ruhe angucken und auch in Ruhe ausprobieren und eben die Konfiguration besprechen.
Und vermutlich kann ich auch bei vielen Händlern mal so 'ne Kabine mit Fahrzeug mieten, um halt 'n, so wie ich das jetzt mit euch bei euch gemacht habe, um 'n Gefühl dafür zu kriegen, wie das ist, oder?
Auf jeden Fall. Das ist auch 'n Riesenvorteil. Ähm, das bieten wir ja auch im Werk und auch unsere Händler, weil viele Kunden das wirklich mal erfahren möchten, also das Fahrerlebnis haben möchten. Das fährt sich ja doch anders, als wenn man jetzt 'n normales Wohnmobil fährt oder 'n normalen Pick-up eben mit der Kabine. Und, äh, da bieten wir das immer an und es nehmen auch viele Kunden wahr, ähm, die Kabine mit Fahrzeug zu mieten, dementsprechend zu testen und dann zu entscheiden, ist das was für mich oder eben nicht.
Wir hatten ja vor gut zwei Jahren schon mal 'ne kleine Podcast-Serie zum Thema Camping mit Pick-up und Absetzkabine mit dem Wikinger. Ganz toller Interviewgast. Da haben wir auch sehr, sehr viel erfahren und ich glaub, da ist auch vor allem bei mir so 'n bisschen die Leidenschaft für das Thema entflammt. Ähm, und der Kollege hatte eben gesagt, er würde immer empfehlen, zuerst die Kabine auszuwählen und dann das Basisfahrzeug, wenn man jetzt nicht zufällig schon 'n Pick-up vor der Tür stehen hat. Ist das auch so deine, äh, ich sag mal, deine Handlungsempfehlung oder würdest du sagen, geht andersrum genauso? Dann gucken wir halt mit den Kunden, was dazu passt. Wenn jetzt jemand sagt, ich will jetzt unbedingt 'n Dodge Ram haben.
Also ich mein, beide Herangehen-Herangehensweisen sind möglich. Ähm, meistens ist es aber so, dass der Kunde schon, wenn er jetzt auch gar kein Basisfahrzeug hat, eben mit 'ner gewissen Alltagsnutzung zu uns kommt. Das heißt, jetzt 'n Kunde, der vollwertige vier Sitzplätze benötigt, weil er vielleicht noch zwei Kinder hat oder auch im Alltag vier Sitzplätze benötigt einfach, um auch mit vier Erwachsenen fahren zu können, für den ist, sag ich mal, immer 'ne Doppelkabine gesetzt und dementsprechend dann dadurch auch die kürzere Ladefläche. Ähm, wenn jetzt der Kunde wirklich nur zu zweit unterwegs ist, macht das schon mehr Sinn, auf 'n Eineinhalbkabiner-Pick-up zu gehen, wo man, sag ich mal, auch vier Sitzplätze hat, aber die zwei hinteren sind wirklich reine Notsitzplätze. Und, ähm, da entscheidet sich dann schon immer, wie lang ist die Ladefläche und dementsprechend wie groß kann die Kabine sein. Ist man in der Basisfahrzeugwahl frei, kann man das natürlich auch in der anderen Richtung machen, dass man eben von der Kabine ausgeht. Das sind zwei verschiedene Herangehensweisen, aber beide sind, äh Praktikabel, ja.
Mhm. Hast du noch was, Sebastian? Ich hab noch eine letzte Frage.
Nö, eigentlich mit, das mit dem Mieten war mir noch mal wichtig, weil das ist ja generell immer unsere Empfehlung, wenn ihr euch, äh, irgendwie Fahrzeuge zulegen wollt, äh, mietet die vorher und probiert einfach aus. Und das hab ich jetzt mit der Kabine auch wieder gemerkt, wenn man, man, man kriegt einfach 'n schönes Gefühl dafür, mit 'nem anderen Fahrzeug unterwegs zu sein. Man kann das ausprobieren und das, das ist nach wie vor die Empfehlung. Das war mir noch wichtig und ich weiß, du hast noch 'ne ganz coole Frage zum Abschluss vorbereitet.
Ach ja? De, nee.
Nein?
Nix vorbereitet, die ist mir gerade eingefallen.
Ach so, dann los.
Ja. Ich würde gern mal noch für 'n Abschluss 'n bisschen mit dir rumspinnen, Patrick. Und zwar, wenn du dir deine Traumkabine in zehn bis 15 Jahren bauen würdest, also mit Technologien, von denen wir heute vielleicht noch gar keine Ahnung haben. Aber wenn du jetzt einfach mal so 'ne Vision entwickeln könntest, was, wie würde das aussehen? Also was wär da so die, die Kombination? Was würdest du da für 'n Fahrzeug drunter setzen? Was müsste das Fahrzeug mitbringen und was, wie würde diese Kabine aussehen?
Also ich denke, wenn man jetzt in die Zukunft blickt, ähm, wird das Fahrzeug höchstwahrscheinlich 'n vollelektrischer Pick-up werden. Und dann wäre natürlich die Idee zu sagen, man nutzt einfach die Batteriekapazität, die im Fahrzeug vorhanden ist, dementsprechend auch in der Kabine. Das bedeutet, auch die Kabine wäre dann wahrscheinlich, äh, vollelektrisch ausgestattet. Das heißt, ähm, man könnte elektrisch kochen, vielleicht auch die Heizung elektrisch betreiben. Das muss man dann sehen, wie groß die Batteriekapazität ist. Aber das denk ich, wird auf jeden Fall so sein. Ähm, die Komponenten werden natürlich immer mehr digitalisiert werden. Das heißt, die Kabine wird wahrscheinlich, was es jetzt ja auch schon gibt, äh, von der Ferne her steuerbar sein. Das heißt, man kann die Heizung einschalten, alles überwachen. Ähm, auch 'n Kabin, wo man dann auch autark unterwegs mit, äh, sein kann, also auch über 'n längeren Zeitraum. Ich denke, das ist so das, was in Zukunft auf uns zukommen wird und vor allem auch Komponenten, die, sag ich mal, dann nur noch über Smartphone steuerbar sind. Das sehen wir jetzt schon bei unseren Kunden, dass das immer wichtiger wird. Am besten von der Ferne die Heizung einschalten, Kühlschranktemperatur überprüfen. Also alles wie, sag ich mal, zu Hause wie im Smart Home. Das wird immer wichtiger für die Kunden und auch, sag ich mal, die Überwachung, um auch abzuschätzen, wie lang kann ich autark stehen. Das ist für die Kunden ganz wichtig, ganz entscheidend, um einfach sich auch absichern zu können und, äh, sag ich mal, das gut ausnutzen zu können.
Das sind ja jetzt relativ realistische Wünsche. Ich hab jetzt gedacht, du sagst so was: „Ja, das Auto würde dann autonom fahren, während ich in, in der Absatzkabine 'n Schläfchen halte und dann komm ich schon mal ausgeruht an und dann, äh, macht mein Kühlschrank schon die Bestellung am lokalen Supermarkt fertig." So, das, das wär so meine Vorstellung und ich hätte natürlich auch ein, ähm, äh, Wasseraufbereitungssystem an Bord, ein vollautomatisches. Aber ich seh schon, da müssen wir noch mal sprechen.
Du bist eher der pragmatische Typ.
Ja, auf jeden Fall.
Ich fand das sehr spannend. Ich fand's jetzt auch noch mal spannend, so 'n paar Sachen von dir zu hören, ähm, nachdem ich ja bei euch schon alles angeguckt habe und, und auch gesehen habe, wie so 'ne Kabine entsteht, wie ihr die quasi, wie die gefräst wird, wie dann so 'ne komplette Kabine auf so 'm kleinen Wagen steht, einfach in, in Schichten sozusagen, wie die dann zusammengebaut wird. Also unheimlich spannend, wie das alles passiert und das ist, ähm, cool, dass ihr das alles so an einem Ort macht. Vielen Dank, dass du auch uns 'n bisschen hast hinter die Kulissen gucken lassen, dass du uns vor allen Dingen auch schon 'n bisschen gespoilert hast, was ihr jetzt dann gleich auf 'm Caravan Salon vorstellen werdet. Da sind wir auch sehr gespannt und werden natürlich auf jeden Fall auch vorbeikommen und uns das persönlich angucken. Hast du von deiner Seite noch was, was du uns gern noch mitgeben wollen würdest?
Also ich würd sagen, von, von meiner Seite haben wir alles besprochen. Ähm, vielen Dank noch mal. Es war auch interessant, auch, sag ich mal, eure Erfahrung zu hören, äh, wie die Reise mit unserer Kabine war. Es ist ja auch immer interessant. Ähm, und, äh, das hab ich auch immer schön verfolgt. Also es ist wirklich interessant, ja.
Ja, das läuft ja auch noch 'n bisschen auf Social Media und es kommt ja auch noch ein Podcast. Nein, stimmt ja gar nicht. Äh, jetzt wo-
Der ist doch schon gekommen.
Aber jetzt, wo ihr's hört, ist der Podcast natürlich schon erschienen. Also falls ihr's noch nicht gehört habt, zwei Episoden beziehungsweise insgesamt vier, zwei kurze, zwei lange Episoden zu meinem Abenteuer mit, äh, Gregor in Montenegro in einer Tischer-Absitzkabine. Was wir so erlebt haben, schaltet auf jeden Fall mal rein. Es war ein großes Abenteuer, das kann ich auf jeden Fall sagen.
Ja, ein klei... ein großes Abenteuer mit Hindernissen, sagen wir mal so, aber hört's euch selber an.
Vielen Dank, Patrick.
Gerne.
Dass du da warst. Wenn ihr da draußen noch Fragen habt an Tischer, an Patrick, dann mailt die uns gerne zu. Wir reichen die natürlich gerne weiter an podcast@camperstyle.de per E-Mail oder schickt uns 'ne WhatsApp-Sprachnachricht, Textnachricht. Der Link ist unten immer in den Show Notes drin. Wenn ihr keine Show Notes seht, dann geht auf camperstyle.de/podcast, sucht euch 'ne Episode raus. Da sind die Links immer da. Es gibt manche Podcast-Plattformen, wo einfach die Links nicht funktionieren, ähm, weil die Plattform das eben sperrt. Dann kommt einfach auf Camper Style und guckt da nach. Wir sehen uns auf 'm Caravan Salon, Patrick, und mit euch da draußen sehen wir uns vielleicht auch. Da werden wir aber noch mal in einer der nächsten Episoden was zu sagen zum Thema Caravan Salon und, äh, uns treffen oder mit euch treffen, weil das ist jetzt noch zu weit weg, als dass wir da schon 'n genauen Plan hätten. In diesem Sinne, ich sag schon mal tschüss, äh, und, äh, übergebe an Nele. Bis später da draußen. Tschüss.
Du hast auch schon alles gesagt, außer dass ihr uns natürlich bitte abonnieren sollt. Wir stellen immer wieder fest, dass uns ganz, ganz viele Leute hören, aber dass wir irgendwie nur, ich weiß gar nicht, 60, 70 Prozent von euch Abonnenten haben. Und da würden wir uns natürlich sehr freuen. Dann kriegt ihr auch immer sofort mit, wenn 'ne neue Folge da ist. Das wird jetzt insbesondere wieder auch für die Messeberichterstattung entspannend sein, weil wir planen auch wieder, vielleicht sogar täglich, wenn nicht, dann fast täglich, Kurz-Podcasts von der Messe zu bringen, damit ihr eben immer informiert seid, was es da so alles an spannenden Neuheiten gibt. Patrick, auch von meiner Seite noch mal ganz herzlichen Dank. Viel Erfolg auch mit der neuen Kabine und wir werden uns ganz sicher sehen und auch, ähm, 'n kleinen Walkthrough mit Smartphones machen, also, ähm, für unsere Social-Kanäle dann. Dann bekommt ihr nämlich auch noch mal 'n visuellen Eindruck davon. Bis dahin alles Liebe für euch. Tschüss.
Patrick, hast du noch letzte Worte? Willst du noch was sagen?
Ja, also wie gesagt, vielen Dank noch mal. Hat mich sehr gefreut. Kommt gerne am Caravan Salon vorbei, ähm, dann gucken wir uns die Kabine noch mal live an. Ich freu mich auf euren Besuch.
Tschüss.
Tschüss.
Ciao.