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Wohnmobilverschiffung – Expertengespräch Teil 1: Vorbereitung und Transport

Episode 208 · 00:49:35

Packt dich auch manchmal das Fernweh nach exotischen Orten außerhalb Europas? Und würdest du ein eigenes Wohnmobil am liebsten einfach „einpacken“ und mit ihm eine Tour durch die USA, Kanada, Lateinamerika oder Australien machen? Dann haben wir heute eine ganz tolle Gästin für dich, die mit ihrer Firma genau solche Reiseträume wahr werden lässt: Denice Heinemann ist Inhaberin des Familienunternehmens SeaBridge, das seit 25 Jahren Wohnmobile nach Übersee verschifft.

Denice wurde das Reisefieber und auch das Thema Verschiffung quasi in die Wiege gelegt. Schon im jüngsten Kindesalter ging sie mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder auf monatelange Abenteuer-Roadtrips am anderen Ende der Welt. Nach diesen Erfahrungen gründete ihr Vater SeaBridge und half anderen, ihre Wohnmobile sicher ans Ziel zu bringen, alle bürokratischen Hürden zu meistern und unvergessliche Reisen zu organisieren. Diese Aufgabe hat vor 10 Jahren nun Denice übernommen, und man kann guten Gewissens behaupten, dass sie eine absolute Expertin auf diesem Gebiet ist.

In dieser Folge erfahren von unter anderem von ihr:

  • für wen es sich lohnen kann, das eigene Fahrzeug zu verschiffen, anstatt vor Ort zu mieten

  • welche Verschiffungsarten es für Fahrzeuge gibt und welche am besten fürs Wohnmobil geeignet ist

  • welche Routen besonders beliebt sind

  • wie du dein Wohnmobil für die Verschiffung vorbereiten musst

  • was du im Wohnmobil nicht transportieren darfst

  • wie lange ein Transport an die unterschiedlichen „klassischen“ Ziele dauert

  • wie du dein Fahrzeug gegen Diebstahl oder Schäden auf der Überfahrt versichern kannst und solltest

  • wie viel eine Verschiffung ungefähr kostet

  • und vieles mehr.

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Das Transkript der Folge

Das Transkript wurde automatisch (KI) erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten.

Hallo und herzlich willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele.

Und ich bin Sebastian und heute geht's um das Thema Wohnmobilverschiffung.

Endlich, endlich geht's um das Thema. Das wurde sich ja schon, ich glaub, seit dem letzten Jahr mehrfach gewünscht, unter anderem von Jens, der uns dazu auch 'n paar Mal geschrieben hatte. Und lieber Jens, wir sind auch deiner Empfehlung gefolgt und haben heute die Denise Heinemann bei uns. Denise ist seit zehn Jahren mittlerweile Inhaberin von SeaBridge, also von einem Spezialanbieter unter anderem für Wohnmobilverschiffung. Und im Vorgespräch hat sie mir erzählt, dass sie schon zum ersten Mal 'ne Verschiffung mit vier Jahren erlebt hat. Sie ist also quasi in ihr Familienunternehmen reingewachsen und ist damit natürlich auch ausgewiesene Expertin in dem Bereich. Wir, ähm, machen die Folge heute als, äh, ja, also nicht als bezahlte Werbung, ähm, falls da der Verdacht aufkommen sollte, weil wir natürlich auch viel übers Unternehmen sprechen werden.

Ähm, wir fanden einfach das Thema auch spannend und wie gesagt, es war auch Wunsch aus der Community und wir freuen uns, dass du heute hier bist, Denise. Stell du dich doch gerne auch noch mal 'n bisschen näher vor.

Ja, vielen Dank erst mal, dass ich eingeladen wurde. Ähm, mein Name ist Denise Heinemann, ähm, und, ähm, ich bin halt die Firmeninhaberin von SeaBridge. Ich bin, ähm, wie gesagt, schon vorgestellt worden. Mein ganzes Leben lang eigentlich schon mit dem Leben vertraut, weil mein Vater, als wir noch Kleinkinder waren, einmal nach Nordamerika und einmal nach Australien verschifft hat unser eigenes Wohnmobil damals und, ähm, daraus halt auch unsere Firma entstanden ist, die es mittlerweile seit 25 Jahren gibt. Ähm, auch einfach aus wie bei euch mit dem Wunsch für das Thema auch bei uns der Wunsch war sozusagen von anderen Reisenden, dass mein Vater die unterstützt und, ähm, dadurch sind wir entstanden. Genau.

Ja, das Thema Verschiffung ist ja ein recht umfangreiches und komplexes, was bei euch sich ja nicht nur auf den reinen Transport des Wohnmobils fokussiert, sondern da ist noch ganz viel drumherum auch, ähm, was ihr euren Kunden an Hilfestellungen bietet. Da kommen wir nachher noch mal 'n bisschen ausführlicher dazu. Aber ich würd gerne mal wirklich mit den absoluten Basics einsteigen, weil ich hab auch von dem Thema ehrlich gesagt bislang keine Ahnung. Was gibt's denn überhaupt für Verschiffungsarten? Wie muss ich mir das vorstellen? Wie krieg ich so 'n Wohnmobil über den großen Teich?

Ich, ich würde ja fast, entschuldige, dass ich kurz unterbreche, ja noch, noch 'n Schritt vorher ansetzen: Warum sollte man überhaupt sein Wohnmobil verschiffen? Ich mein, man kann mittlerweile weltweit Wohnmobile mieten. Äh, warum sollte ich mir jetzt den, die Mühe antun, quasi mein Wohnmobil auf 'n Schiff fahren, es irgendwo hin transportieren, äh, um es da zu nutzen? Fangen wir doch mal da an, würd ich sagen.

Ja, ist 'ne gute Frage. Im Endeffekt sagen wir eigentlich immer, es kommt auf die Dauer an, wie lange man reisen möchte. Weil natürlich gibt es weltweit eigentlich fast überall, ähm, Wohnmobilvermieter. Aber es gibt ja auch einen Grund, warum jeder von uns, ähm, sein eigenes individuelles Wohnmobil hat. Die einen haben einen kleinen Kastenwagen, der wendig ist und überall hinkommt, die anderen, ähm, haben das große Luxusmobil und jeder hat ja so seine eigenen Ansprüche an das Fahrzeug und seinen eigenen Geschmack und das kann ein Mietfahrzeug in Übersee eigentlich niemals dem gerecht werden, was man sich selbst sonst ausgesucht hätte. Das ist nun mal einfach so. Und, ähm, wenn man das eigene mitnimmt, hat man das eigene Zuhause dabei. Man hat alles dabei, was einem lieb ist. Also man hat nicht nur das Plastikbesteck und abgezählte Teller, ähm, im Mietfahrzeug und die alten durchgesessenen Klappstühle, sondern hat halt wirklich das, was man sich selbst ausgesucht hat.

Man hat die scharfen Küchenmesser dabei, die Bratpfannen, wo auch jedes Essen drin gelingt. Man hat sein Lieblingskopfkissen da und den Campingstuhl, in dem man so bequem sitzt. Das sind ja Kleinigkeiten, aber auf so einer langen Reise, die vielleicht 'n halbes Jahr lang dauert, ähm, einfach auch Sachen, die einem persönlich auch einfach sehr wichtig se-sind. Und, ähm, zum anderen gerade je nachdem, wie lange man reist, ist es auch einfach preislich günstiger, irgendwann das eigene Fahrzeug mitzunehmen. Wenn ich jetzt 'n Urlaub von nur zwei Wochen plane, dann ist es in der Regel deutlich günstiger, vor Ort zu mieten. Ähm, aber die meisten unserer Kunden, ähm, bringen eigentlich mehr Zeit mit und, ähm, reisen drei Monate, sechs Monate oder sogar noch länger in Übersee.

Und wenn man sich dafür die Mietpreise anguckt, ähm, da würde man 'n Vermögen ausgeben. Also ich hatte letztens noch 'n Kunden, der in den Sommerferien in den USA mieten wollte und hätte für einen Monat fast 10.000 Euro für die Miete bezahlt. Ähm, da kriegt man natürlich die Verschiffungskosten recht schnell wieder rein, wenn man sagt: „Okay, ich fahre halt 'n halbes Jahr lang damit rum." Egal, wie lange ich reise, die Verschiffungskosten sind einmal ausgegeben und bleiben ja so gesehen fix. Das heißt, jeden Tag, den man länger bleibt, wird's so gesehen eigentlich günstiger, dann lohnt es sich mehr. Und, ähm, welche Rückmeldung wir auch oft von unseren Kunden bekommen haben, grade zum Beispiel in Nordamerika, die Mietfahrzeuge trinken unheimlich viel Sprit. Also so 25, 30 Liter, ähm, trinken die gerne auf 100 Kilometer und unsere europäischen Fahrzeuge mit in der Regel zehn bis zwölf Liter auf 100 Kilometer, ähm, haben natürlich auch 'n ganz anderen Verbrauch.

Wenn man dann mal so 'ne Rundreise mit 30.000 Kilometern macht, da kann man sich ganz schnell ausrechnen, ähm, was für meine Kostenersparnis man allein an Spritkosten hat, ähm, wenn man halt 'n sparsames europäisches Fahrzeug dabei hat.

Genau.

Okay, spannende Perspektive. Und wahrscheinlich ja dann auch so spezielle Fahrzeuge, was weiß ich, die besonders viel Solar und besonders autark sind oder irgendwelche Expeditionsfahrzeuge, die man ja auch im Normalfall gar nicht weltweit irgendwo mieten kann.

Genau.

Das sind dann wahrscheinlich auch noch so die, die andere Variante. Jetzt muss ich grad mein Handy ausmachen, das hat gepiept. Und jetzt kommen wir aber zu Neles Frage.

Nein, jetzt hab ich noch mal 'ne Zwischenfrage. Weil wir jetzt ja schon so viel über Kosten gesprochen haben. Eigentlich wollte ich dazu erst 'n bisschen später kommen, aber es passt jetzt ganz gut rein. Also wenn, natürlich hängt es vom Reiseziel ab und, ähm, wahrscheinlich auch vielleicht von der Verschiffungsart, das weiß ich jetzt nicht und von der, von der Größe des Fahrzeugs nehme ich an. Aber was muss ich denn so an, ähm, Verschiffungskosten rechnen bei euch? Und ab welcher Zeitdauer würdest du sagen, lohnt sich's vielleicht und ab welcher Dauer lohnt sich's auf jeden Fall, wenn ich mein eigenes Fahrzeug irgendwo hinbringe?

Also die Verschiffungskosten sind, ähm, bei dem, was wir anbieten, das nennt sich ja RoRo, wo die Fahrzeuge selbst ins Schiff reinfahren können. Ähm, da sind die Kosten abhängig von der Größe, die das Fahrzeug im Schiff sozusagen einnimmt, also an den Kubikmetern. Ähm, das heißt, je kleiner ein Wohnmobil, desto günstiger und je größer es dann wird, desto teurer wird's natürlich am Ende auch, weil's einfach mehr Platz im Schiff einnimmt. Ähm, aktuell ist es zum Beispiel so, die Hauptstrecke, die meisten ja machen, ist Nordamerika. Ähm, da würd ich jetzt für so 'ne, 'n VW-Bus zum Beispiel, also so'n kleineres Modell, würd ich mal schätzen, dass man für 'ne Hin- und Rückverschiffung zusammen, ähm, so grob vielleicht 5000 Euro einplanen muss.

Da sind dann halt die Verschiffungskosten mit drin und auch die Hafengebühren. Ähm, was dann halt noch dazu käme, wenn man vor Ort ist, dann halt zum Beispiel noch 'ne lokale Versicherung oder so was. Da helfen wir dann aber auch, ähm, eine zu finden. Ähm, das käme noch dazu. Ähm, in der Regel, wenn man's jetzt nur vom Preis her guckt, könnte man eigentlich sagen, es ist schon ab dem ersten Monat. Ab einem Monat kann es sich schon lohnen, das Fahrzeug mitzunehmen, grad wenn man halt so'n kleinen VW-Bus hat. Die meisten unserer Kunden bleiben aber sa..., würd ich sagen, so drei Monate aufwärts, damit sich halt auch drumherum das alles auch lohnt. Man muss ja auch das Fahrzeug zum Hafen hinbringen, zum Beispiel nach Hamburg und es dann hinterher dort wieder abholen. Ähm, das ist ja auch noch, sag ich mal, 'n bisschen Zusatzarbeit, als wenn man einfach nur hinfliegt und deswegen rechnerisch lohnen wahrscheinlich ab vier Wochen, aber ab drei Monaten auf jeden Fall.

Okay, dann komm ich jetzt zu meinen Verschiffungsarten und eine hattest du jetzt eben auch schon genannt. Welche Möglichkeiten werden ganz allgemein für die Verschiffung von Fahrzeugen angeboten? Ähm, mit welcher arbeitet ihr? Und damit auch die Frage: Welche ist, ist aus deiner Sicht am besten für Campingfahrzeuge geeignet?

Also es gibt generell eigentlich drei Arten von Verschiffungsmöglichkeiten weltweit, um halt Fahrzeuge zu transportieren. Ähm, das eine wären Container. Das ist aber nicht geeignet für alle Fahrzeuge, einfach weil die meisten Wohnmobile einfach zu groß für einen Container sind. Die haben in der Regel eine Höhe von knapp zwei Meter sechzig. Das heißt, kleine VW-Busse würden vielleicht noch reinpassen. Alles, was 'n bisschen größer ist, passt dann schon nicht mehr. Ähm, und da sind auch die Hafengebühren in der Regel sehr, sehr hoch. Einfach weil dieser Container muss bepackt und entpackt werden. Das ist in der Regel nicht im Hafen, sondern außerhalb. Dann muss es noch mal mit einem Lkw der Container wieder in den Hafen gebracht werden. Das heißt, da ist oft die Verschiffungskosten eher gering, aber dann die Hafengebühren dafür sehr hoch, teilweise höher als dann die Verschiffungskosten, ähm, wofür mit viele nicht rechnen.

Ähm, dann gibt es halt für größere Fahrzeuge theoretisch noch die Möglichkeit, es per Flatrack zu verschiffen. Das bedeutet, dass es dann auf einem mit mehrne, einem Kran auf das Schiff hochgehoben wird und dann oben an Deck steht. Ähm, das ist aber eigentlich 'ne Variante, die fast keiner nutzt, einfach weil's dann das Fahrzeug auch die ganze Zeit natürlich Wind und Wetter und Salzwasser ausgesetzt wäre. Ähm, beide Verschiffungsmöglichkeiten, die ich bis jetzt genannt hab, bieten wir nicht an, ähm, weil einfach die dritte Möglichkeit für fahrende Wohnmobile die beste Möglichkeit ist und das ist das Roll-on-Roll-off. Ähm, das kann man sich 'n bisschen vorstellen wie riesengroße Fährschiffe oder 'n bisschen wie so schwimmende Parkhäuser. Das heißt, es sind große, geschlossene Schiffe, die hinten eine Klappe haben, die dann im Hafen aufgeht und die fahren einfach über eine ganz normale Rampe ins Schiffsinnere rein die Fahrzeuge und stehen dann wirklich im Schiff innen drin auf hohen verstellbaren Decks.

Das heißt, ähm, da kann kein Wetter, kein Salzwasser oder sonst irgendwas den Fahrzeugen irgendwas anhaben, weil die wirklich indoor stehen. Ähm, die werden dann an den Reifen festgezurrt am Schiff, dass sie sich auch nicht während des Übergangs, ähm, irgendwie bewegen können oder sonst irgendwas und irgendwo gegenstoßen könnten. Ähm, und so werden zum Beispiel weltweit auch eigentlich alle Neufahrzeuge transportiert von allen Herstellern, die's so weltweit gibt. Also das ist genau das, was sozusagen darauf abzielt, rollende Fahrzeuge transportieren zu können und das ist auch das, was wir anbieten. Und da ist auch der ganz klare Vorteil, ähm, man hat keine Größenbeschränkungen. Also diese Schiffe, diese Luken, wo die reinfahren können, das sind riesengroße, ähm, Öffnungen.

Also man darf irgendwie, ich glaub, zehn Meter breit sein und sechs Meter hoch und irgendwie über 30 Meter lang. Also nichts, was irgendein Wohnmobil auch nur ansatzweise, ähm, erreichen könnte. Also von daher egal wie groß ein Wohnmobil ist, es passt immer rein.

Das heißt, ich wollte nämlich jetzt eigentlich grade fragen, gibt's denn so viele Fahrzeuge, die weltweit verschifft werden? Aber klar, du sagst es grade, Neufahrzeuge und ja wahrscheinlich auch Baumaschinen und, und alles, was halt irgendwo in dem Land produziert wird und in 'nem anderen Land gebraucht wird. Ja, muss ja irgendwie hinkommen. Flugzeug funktioniert im Normalfall nicht. Also, s..., also ihr nutzt, ihr seid quasi mehr oder weniger so'n bisschen Beifracht, wobei ich ja gar nicht weiß, wie viel Fahrzeuge ihr so verschifft. Ähm, und ihr nutzt quasi einfach diese Transportwege, die da schon da sind und, äh, stellt quasi dann Wohnmobile mit da rein. So, also ohne dass das irgendwie negativ klingen soll.

Nein, genau so ist es ja. Also die, ähm, großen Schiffe, die transportieren hauptsächlich eigentlich Neufahrzeuge, ähm, alle möglichen neuen PKWs, aber natürlich auch, ähm, Baustellenfahrzeuge, ähm, Traktoren oder so was für die Landwirtschaft. Ähm, das kommt alles rein. Teilweise werden, ähm, ganze Züge oder so was sogar mit reingefahren in diese RoRo-Schiffe. Also, ähm, da ist schon einiges, was da draufkommt und das ist natürlich auch für die Reederei die Hauptladung. Und ganz richtig, wir buchen sozusagen uns mit da rein und brauchen nur halt die hohen Decks, weil die ganzen PKWs, die können auch auf die niedrigen Decks und wir mit den Wohnmobilen müssen natürlich auf die hohen Decks drauf, ähm, weil die einfach was höher sind als ein normaler PKW. Ähm, das ist aber kein Problem, weil die Reederei höhenverstellbare Decks hat.

Also die können selber einstellen, wie hoch die Decks sein sollen. Und, ähm, sobald lange man frühzeitig bucht, kriegt man da eigentlich auch gut Platz auf den Schiffen. Ähm, wir empfehlen halt immer, dass man so circa drei Monate vorher bucht, damit man halt auf jeden Fall auch noch Platz bekommt. Ähm, kurzfristige Buchungen sind auch möglich, aber dann muss halt die Reederei einfach gucken, wie viel Platz noch auf den hohen Decks ist und das kann dann halt manchmal einfach begrenzt sein. Ähm, genau.

Und gibt es da bestimmte Routen? Also d-- man kann ja wahrscheinlich nicht von jedem Hafen in jedem Hafen fahren. Das wird sich ja wahrscheinlich nicht lohnen, sondern es wird bestimmte Routen geben, die da regelmäßig in bestimmten Zeiträumen gefahren sind. Was sind denn so die Orte weltweit, die ihr ansteuern könnt und was sind denn so die Hauptorte, die ihr quasi bedient, also wo die meisten Kunden auch Nachfrage haben? Du hast ja grad schon Nordamerika gesagt, aber gibt's da auch noch andere?

Ja, also mit Containern kann man eigentlich fast alles auf der Welt machen, weil Container Schiffe eigentlich überall halten. Ähm, RoRo ist 'n bisschen begrenzter, sag ich mal, in der Auswahl der Häfen, einfach weil es Häfen sein müssen, wo man wirklich ja auch drauf fahren kann, wo die Rampe runtergelassen werden kann und die auf einer Höhe dann drauffahren können, die Fahrzeuge. Ähm, ist 'n bisschen eingeschränkter in der Auswahl der Häfen, aber dafür haben wir dann sozusagen auch immer Häfen ausgewählt, die wir persönlich auch nur kennen. Also wir bei allen Häfen, die wir anbieten, waren wir persönlich auch schon mal da, dass wir wirklich auch die Leute vor Ort und die Gegebenheiten kennen. Und, ähm, die Hauptrouten, die wir eigentlich anbieten, sind nach Kanada. Da ist der Hafen Halifax an der Ostküste. Das ist, sag ich mal, weltweit auch wahrscheinlich für Wohnmobilisten der generelle Haupthafen, der je angefahren wird.

Ähm, dann gibt es Baltimore in der Nähe von Washington DC in der USA. Das wird auch noch sehr oft genutzt. Ähm, es gibt die Westküste, ähm, Häfen in der Nähe von Seattle und Los Angeles. Das wird eher seltener genutzt, einfach weil die Frachtkosten deutlich höher sind, weil die Schiffe müssen ja einmal um den ganzen Kontinent drum herumfahren mit Panama-Kanal und so was. Ähm, deswegen ist es einfach viel teurer. Ähm, ist möglich, wenn man natürlich nur einmal durch 'n Kontinent fahren will, aber wäre teurer. Ähm, in Mexiko ist der Haupthafen Veracruz zum Beispiel. Ähm, einer der Hauptumschlageorten für RoRo ist auch noch Panama. Ähm, dann nach Südamerika verschiffen die Kunden in der Regel nach Kolumbien, Argentinien oder Uruguay. Und, ähm, dann in Südafrika zum Beispiel bieten wir noch Verschiffungen an nach Port Elizabeth.

Das ist halt in Südafrika auch ein, ja, kleinerer Hafen, aber ein RoRo-Hafen. Das sind so die, sag ich mal, Hauptziele weltweit. Ähm, es gibt auch noch Häfen in Australien, die bieten wir aber derzeit nicht an, ähm, einfach weil das mit der Quarantänebehörde seit Corona 'n bisschen so schlimme Ausmaße, sag ich mal, angenommen hat. Und in Asien könnte man auch hin verschiffen, aber die Verschiffungen bieten wir nicht an, einfach weil wir die Häfen in Asien nicht persönlich kennen und da einfach nicht unseren Service anbieten könnten, ähm, den unsere Kunden halt von uns gewohnt sind.

Ich hab drei Millionen Fragen. Ähm, ich versuch's mal 'n bisschen zu strukturieren. Also bei, ähm, Roll-on-Roll-off hast du vorhin, so heißt das richtig, ne?

Genau.

Ähm, bringe ich da mein Fahrzeug selbst aufs Schiff oder bringe und hol's dann wieder v-vom Schiff ab und fahr's selbstständig runter? Oder bring ich's zum Hafen und hol's wieder vom Hafen ab und die Be- und Entladung erfolgt durch Dritte?

Genau, also man muss das Fahrzeug im Hafen abgeben und das Be- und Entladen macht immer die Reederei. Das sind einfach Sicherheitsvorschriften von denen, weil wenn man als Privatperson im Hafen, ähm, rumfahren würde, wär das ja auch 'n Risiko für alle anderen Waren und auch der Inhalt aller anderen Waren, wenn einfach Privatleute rumlaufen würden. Und deswegen haben die die Vorgabe, man darf das Fahrzeug zum Hafen hinbringen und hinterher aus dem Hafen abholen, aber aufs Schiff dürfen wirklich nur die Hafenmitarbeiter, ähm, zur Sicherheit. Genau.

Und werden die Fahrzeuge da in irgend 'ner Form kontrolliert bei der Übergabe, dass da quasi nichts an Bord geht, was nicht exportiert werden darf? Der Sebastian grinst mich schon wieder an. Du denkst schon wieder, dass ich wieder meine kriminelle Energie hier gedanklich auslebe, ne?

Ja, deine Rotweinvorräte schmuggeln.

Ja, zum Beispiel.

Genau, das ist auch wirklich so. Ähm, die meisten Reedereien lassen die Fahrzeuge kontrollieren den Inhalt, ähm, weil das ist generell so: Eigentlich dürften Fahrzeuge immer nur komplett leer verschifft werden. Alles, was an Baustellenfahrzeuge, PKWs, ähm, LKWs und sonst was verschifft wird weltweit, muss eigentlich immer komplett leer sein. Und als wir mit der Firma vor 25 Jahren angefangen haben, haben wir wirklich mit den einzelnen Reedereien teilweise monatelang verhandelt, dass halt, ähm, unsere Kunden die Camper, Campingausrüstung und Kleidung in den Fahrzeugen drin lassen dürfen, weil wir gesagt haben, kein Mensch würde sein Wohnmobil verschiffen, wenn er jeden Teller und jeden Topf und alles rausräumen müsste und vor Ort neu kaufen müsste. Das macht einfach keinen Sinn. Und, ähm, nicht alle Reedereien weltweit haben sich darauf eingelassen, aber wir haben halt einfach 'ne Handvoll Reedereien, die wir davon überzeugen konnten, dass das, äh, ein guter Markt ist und, ähm, die Leute sich natürlich auch benehmen und nur das reintun dürfen, was akzeptiert wird.

Also die meisten Reedereien gestatten halt, dass man Campingausrüstung, ähm, halt so was wie Küchenutensilien, Bettzeug, äh, Campingstühle und so was alles, Ersatzteile, das darf alles drin sein. Kleidung und Bücher und so was auch. Ähm, was eigentlich alle Reedereien flächendeckend verbieten, ist, ähm, dass man Drogen mitnimmt, dass man Waffen mitnimmt. Ähm, lebende Pflanzen dürfen nicht mitgenommen werden. Ähm, generell auch Lebensmittel, egal ob jetzt haltbar oder nicht haltbar, wollen die generell nicht auf den Schiffen haben. Ähm, genau. Und es darf kein Gefahrengut drin sein. Das heißt zum Beispiel, unsere Wohnmobile haben ja in der Regel 'ne Gasflasche oder 'n Gastank. Ähm, die dürfen dann nur leer mitgenommen werden, weil eine volle Gasflasche wäre Gefahrengut und deswegen, ähm, müssten die halt leer sein.

Und das wird halt oft auch kontrolliert.

Und was ist mit Lithiumbatterien?

Lithiumbatterien dürfen fest eingebaut drin sein. Also wenn man jetzt als Wohnkabine hinten 'ne Lithiumbatterie, haben ja die meisten, ähm, die ist ja in der Regel fest eingebaut. Das ist erlaubt. Lithiumbatterien zum Beispiel an E-Bikes dran sind seit 2023, also das ist knapp einem Jahr, leider nicht mehr erlaubt, ähm, weil die dann als Gefahrengut gelten, wenn die sozusagen nicht vom Werk fest am Mobil dran gebaut sind.

Das heißt, wenn ich 'ne Powerstation zum Beispiel noch mithabe, ne, also so 'ne tragbare, äh, Lithiumbatterie mit, mit Solarpanels, die muss ich dann anders hinbringen oder darf sie gar nicht quasi überführen?

Ja, also die meisten, die, ähm, so was haben einbauen lassen, die bauen's ja oft dann, sag ich mal, noch recht fest ein. Dann ist es wieder erlaubt. Aber alles, was, sag ich mal, jetzt wirklich nur als tragbar ist, wie so 'ne E-Bike-Batterie oder so was, ist von der Reederei eigentlich nicht erlaubt. Und das Problem ist, es ist im Flugzeug aber auch nicht erlaubt, weil auch die Fluggesellschaften das als Gefahrengut ansehen. Ähm, deswegen ist es bei den E-Bikes bei vielen Kunden aktuell so 'n bisschen schwierig, weil die dann Lösungen finden müssen, ob sie zum Beispiel vor Ort 'n Ersatz-E-Bike-Akku kaufen können oder so was. Ähm, aber die Bordbatterie, die darf zum Glück drin sein, weil die fest verbaut ist.

Ist aber 'n guter Hinweis, weil die Powerstations, äh, erfreuen sich immer mehr, äh, sozusagen Fans. Vielleicht nicht unbedingt unter den Menschen, die drei, sechs, zwölf Monate, äh, irgendwie die Panamerika fahren. Die werden wahrscheinlich eher fest eingebaute Sachen haben, aber, ähm, ist vielleicht 'n wichtiger Hinweis an alle, die so was haben: Das funktioniert nicht. Ihr müsst also 'ne fest verbaute Batterie haben. Und ja, man kriegt sie-- Also man müsste dann wahrscheinlich selber mit 'nem Schiff rüber, was keiner macht, weil's ewig dauert und dann könnte man's vielleicht als Fracht mitnehmen, ähm, oder wahrscheinlich, äh, besser fest einbauen und nichts Tragbares dabei haben. Guter Hinweis.

Genau.

Und die anderen Sachen haben wahrscheinlich zum einen zollrechtliche Begründungen, warum's nicht erlaubt ist, noch mehr mitzunehmen und bei Lebensmitteln wahrscheinlich zum einen, äh, Ungeziefer und auch ja wiederum, äh, andere zollrechtliche und Seuchenschutzmaßnahmen. Man kennt das ja aus Australien zum Beispiel, da darf ich ja auch außer Abgepacktes gar nix mitbringen. Das sind wahrscheinlich so die Gründe, warum die Reedereien da sa, erst mal sagen: „Nee, das wollen wir alles nicht."

Ja, auch. Äh, zum einen halt auch vom, ähm, Zoll her, dass man's nicht einführen darf. Ähm, eingepackte Lebensmittel dürfte man ja zum Beispiel im Flugzeug auch mitbringen.

Mhm.

Ähm, die Reedereien sagen aber, im, den Ro-Ro-Häfen können die das gar nicht abhandeln. Also wenn jetzt zum Beispiel man Lebensmittel drin hätte oder Alkoholflaschen oder so was und der Hafen würde das herausfinden und würde das zolltechnisch deklarieren wollen, dann kommen die an mit Formularen, wie viele Tonnen oder wie viele Paletten wollen sie denn einführen. Weil so ein Hafen natürlich nicht darauf ausgelegt ist, dass Touristen mit Minimalstmengen kommen, sondern wenn wollen die halt, sag ich mal, immer die Großdeklaration machen und das funktioniert halt für unsere Mengen natürlich gar nicht. Und, ähm, da es da wirklich sonst zu Problemen kommen kann, ähm, ist es einfacher zu sagen: Okay, gar keine Lebensmittel und die Reedereien haben halt sozusagen das als Regularien mit aufgegeben, dass die den Rest erlauben. Haben sie halt bestimmte Sachen ausgeschlossen, die sie halt nicht erlauben.

Und, ähm, es gibt Reedereien, die's sehr stark kontrollieren. Es gibt Reedereien, die's schwächer kontrollieren, aber die meisten Reedereien lassen wirklich 'ne Kontrolle machen, in der Regel bei der Abgabe und sagen dann teilweise auch: „Okay, hier zum Beispiel die Lebensmittel müssen wieder mit rausgenommen werden", oder, „Wir haben hier halt, äh, 'n Haarspray gefunden, wo 'n Gefahrengutkennzeichen drauf ist, weil es leicht entflammbar ist. Das müssen Sie bitte auch noch rausnehmen." Also auch so Kleinigkeiten finden die manchmal.

Mhm.

Ähm, bei anderen wird's übersehen. Das ist immer so 'n bisschen so 'ne Glückssache. Ähm, ich weiß, viele Kunden lassen auch oft teils oder teilweise unerlaubte Sachen drin und sagen dann hinterher: „Ja, fällt sowieso nicht auf." Das ist im Endeffekt wie am Flughafen auch. Am Flughafen, wenn da 100 Leute mit ihrem Koffer am Zoll vorbeilaufen, dann laufen da bestimmt 95 Leute problemlos dran vorbei und hatten weiß, weiß ich was alles im Koffer drin und einzelne werden rausgewunken und kontrolliert und so ist es halt in der Schiffsfahrt auch. Also es werden nicht alle kontrolliert, aber es werden immer einzelne genauer kontrolliert und man weiß natürlich nie, zu welchen man davon zählt. Deswegen sollte man sich möglichst genau an die Regularien halten, weil wir hatten wirklich schon Einzelfälle, wo dann halt Fahrzeuge nicht verschifft wurden, weil einfach unerlaubte Sachen dann, ähm, gefunden wurden.

Zum Beispiel halt einfach volle Gasflaschen oder so was.

Und ich vermute, dass ich dann eben auch als Kunde auf dem Schaden sitzen bleibe, weil ich ihn ja selber verantwortet habe und, und ihr dann nicht sagt: „Here, komm, wir bezahlen das für dich", oder? Also

Ja, im Endeffekt die Kosten, ähm, die Reederei berechnet dann meistens keine großen Extrakosten und sagt einfach nur: „Okay, ähm, es kann halt nicht verschifft werden." Und entweder muss halt der Kunde noch mal zum Hafen kommen und das dann rausholen oder halt jemanden beauftragen im Hafen, der das rausholt. Und dann, ähm, wenn der Kunde natürlich extra noch mal nach Hamburg zum Beispiel fliegen muss, um das rauszuholen und, ähm, dann hat er die Flugkosten am Bein. Dann kommt's vielleicht nicht mehr aufs gebuchte Schiff, sondern erst auf das Schiff 'ne Woche später. Dann ist er also 'ne Woche lang im Zielhafen, vielleicht im Hotel, weil er auf das nächste Schiff warten muss, bis es ankommt. Ähm, das sind ja eigentlich gar keine Verschiffungskosten, sage ich mal, die Reedereien in Rechnung stellt, aber am Ende der Reisende ja trotzdem ausgibt.

Verstehe, ne. Ich dachte, dass die Reederei vielleicht auch sagt: "Na ja, wir haben den Platz für dich reserviert."

Ja, hätte ich jetzt auch gedacht.

"Jetzt fährst du nicht mit, ähm, da musst du schon irgendwie dafür bezahlen." Vielleicht nicht so viel, aber ne, das war jetzt mein Gedanke. Aber klar, die, die, die Eigen-, die Selbstkosten, die man hat, die sind natürlich je nachdem teilweise auch ziemlich hoch, je nachdem wie deine Planung ist. Okay.

Ja.

Also wir sind hier auch nicht da genau um, um, ne, irgendwelche Ausnahmen zu finden, sondern das sind die Regeln, nichts mit Gefahrgut. Und ihr werdet ja wahrscheinlich auch die Kunden, wenn sie so was buchen, sehr genau informieren, was man alles mitnehmen darf, äh, und was nicht. Und, äh, wenn man sich daran hält, dann sollte das ja alles relativ entspannt ablaufen.

Genau, also die Kunden kriegen von uns bei der Buchungsbestätigung so 'n richtige Liste, was alles drin sein darf, was nicht drin sein darf. Ähm, also das kriegen die Kunden von uns ganz genau. Auch Tipps, wie man das Fahrzeug vorbereiten kann. Also wir geben zum Beispiel auch als Tipp, dass man zum Beispiel den Fahrersitz abdeckt mit so einer Malerfolie oder einem alten Laken. Ähm, einfach weil wir schon Einzelfälle hatten, wo zum Beispiel einfach ein Hafenmitarbeiter einen Ölfleck oder so an der Hose hatte von irgendeinem Baustellenfahrzeug und wenn er sich dann auf die hellbeigen Fahrersitze setzt und da ein Fleck drauf ist, das wär einfach ärgerlich. Ähm, deswegen geben wir da zum Beispiel auch solche Tipps weiter, ähm, wie man das einfach für sich selbst am besten vorbereiten kann.

Was sind denn noch so Dinge, die man am Wohnmobil vorbereiten sollte? Du hattest schon gesagt, also Gasflasche muss leer sein. Darf die Batterie angeklemmt bleiben oder muss sie abgeklemmt werden zum Beispiel, wenn ich eine fest verbaute habe?

Nee, die Batterie kann einfach anbleiben. Das ist kein Problem. Genau.

Was ist mit dem normalen Tank, also Treibstofftank?

Genau, also in der Theorie wäre ja Treibstoff auch eigentlich gefahrengut. Deswegen dürfen zum Beispiel keine Ersatzkanister, gefüllte mit verschifft werden. Aber ohne Treibstoff fährt so ein Fahrzeug ja nicht. Deswegen, ähm, ist es generell so bei Wo, Verschiffungen von Fahrzeugen, dass der Tank voll dein, sein darf, aber nicht komplett voll, sondern man sagt in der Regel so circa ein Drittel bis ein Viertel sollte der Tank so grob gefüllt sein. Wenn der Tank ein bisschen voller oder leerer ist, ist das auch kein Problem. Ähm, man muss jetzt nur nicht halt unbedingt, sage ich mal, am Tag vor Abfahrt noch mal volltanken, ähm, für die Verschiffung. Ähm, das haben die eigentlich ungern gesehen. Macht aber in der Regel auch wenig Sinn, weil meistens ist der Sprit in Nordamerika sowieso deutlich günstiger als hier. Von daher, ähm, ja, das ist mehr 'ne Richtlinie.

Und bei den Beschränkungen hattest du ja schon gesagt, also größentechnisch gibt's keine Beschränkungen, die Wohnmobil jemals erreichen, die ein Wohnmobil jemals erreichen würde. Das Gleiche gilt wahrscheinlich dann auch für Gewichtsbeschränkungen, oder?

Genau, also Gewicht haben die auch gar keine Probleme. Ich glaub, die haben, ähm, 'ne Beschränkung von, ich glaub, zweihundert Tonnen. Das werden wir auch niemals erreichen.

Schaffen wir nicht.

Schaffen wir nicht. Ähm, generell gilt natürlich, ähm, das, was im Kfz-Schein steht als maximal zulässiges Gesamtgewicht sollte möglichst nicht zu weit überschritten werden. Normalerweise haben die Reedereien sich, sag mal, so eine grobe Toleranz von circa zehn Prozent. Ähm, wir hatten ein einziges Mal in all den Jahren einen Franzosen, der ein Fahrzeug mit einer dreieinhalb Zulassung mit fast fünf Tonnen angeliefert hat. Und da hat dann der Hafen gesagt, es wäre massiv überlastet und, äh, da müsste was rausgeholt werden. Aber so dürfte man ja auch eigentlich auf den Straßen dann gar nicht fahren, sagen wir so rum. Ähm, aber normalerweise sage ich mal, das zulässige Gesamtgewicht plus zehn Prozent Toleranz darf das Fahrzeug wiegen.

Und ich spring noch mal ein bisschen zurück. Wir hatten vorhin schon über die Häfen und über die möglichen Routen gesprochen. Vielleicht kommen wir da nachher auch noch mal ein bisschen genauer dazu, weil ich möchte natürlich auch wissen, wo du schon überall warst. Ähm, gibt's denn auch die Möglichkeit, über euch einen anderen Ankunfts- als Abfahrtshafen zu wählen? Also ich verschiffe zum Beispiel nach Halifax in Kanada, mach dann einen Teil der Panamericana oder vielleicht sogar die ganze und verschiff dann von Argentinien wieder zurück nach Hamburg zum Beispiel. Funktioniert das auch oder muss es immer derselbe Hafen sein?

Das funktioniert natürlich auch und wird auch sehr viel genutzt. Ähm, also es ist gar kein Problem, weil generell ist es so, 'ne Verschiffung ist ja auch wenn wir es als touristische Leistung nutzen, ähm, für die Reederei ist es einfach ein Warentransport, wie wenn man mit der Post, sage ich mal, ein Paket verschickt. Das heißt, man bucht nur die One-Way-Verschiffung irgendwohin auf der Welt und, äh, die Reederei interessiert überhaupt gar nicht, ob man jemals zurückkommen will.

Mhm.

Und, ähm, viele Kunden machen das durchaus so, dass sie zum Beispiel in Nordamerika beginnen, fahren dann USA, Kanada, Mittelamerika, gehen dann über den Darian Gap noch mal mit einer kleinen Verschiffung und kommen dann später von Argentinien wieder zurück nach Europa. Ähm, das machen wir sehr regelmäßig und das ist auch gar kein Problem. Ähm, generell ist auch die Rückverschiffung, die Schiffe deutlich leerer als hin. Das heißt, es wird einfach weniger exportiert, zum Beispiel aus, ähm, USA nach Europa als andersrum an Neufahrzeugen. Deswegen kriegt man da auch deutlich kurzfristiger Platz auf den Schiffen und, ähm, die Reisenden können sich eigentlich treiben lassen und schreiben uns in der Regel, ich sag mal zwei Wochen bis drei Monate bevor sie zurückwollen, einfach an und sagen: "Okay, so langsam neigt sich unsere Reise dem Ende.

Wir sind jetzt aber nicht mehr in Kanada, sondern sind jetzt gerade in Panama und würden jetzt gerne in vier Wochen von Panama aus zurückverschiffen", oder so was. Also das ist eigentlich die Regel, sage ich mal fast. Man darf natürlich vom selben Hafen zurückverschiffen, aber man ist da keineswegs gebunden.

Das ist ja toll. Dann, dann bleibt man ja super flexibel, auch was die Rückreise angeht, weil das ist auch noch mal so ein Punkt: Wir, wir Camperinnen und Camper und Wohnmobilreisende neigen ja auch gerne mal dazu-

Touren etwas auszudehnen über das geplante Maß hinaus. Okay, also das al-, bei euch dann auch möglich. Sehr gut.

Und wirkt sich, dass die Schiffe leerer sind auf der Rückreise auch auf den Preis aus? Oder sind die quasi fest, weil, äh, das so ist?

Nee, also es ist wirklich auch so, dass die Rückreise bei fast allen Destinationen günstiger ist als die Hinreise, einfach weil die Schiffe leerer sind.

Mhm.

Ähm, grade in den letzten anderthalb Jahren sind die Preise leider deutlich gestiegen, einfach weil die Schiffe so extrem voll sind. Ähm, das liegt einfach daran, dass während Corona die Hersteller, ähm, Lieferprobleme hatten. Die hatten 'n Chipmangel, dann hatten die Kabelstränge aus der Ukraine, die nicht da waren und konnten halt viele Aufträge gar nicht, ähm, ausliefern. Das hat sich jetzt in den letzten anderthalb Jahren ja gebessert, was aber natürlich zur Folge hat, dass die RoRo-Schiffe unheimlich voll sind mit Neufahrzeugen und, ähm, wir deswegen halt höhere Preise von den Reedereien leider bekommen, weil der Platz weniger ist und das ist zurück nicht der Fall. Deswegen sind da die Preise auch immer noch günstiger als hin.

Das heißt also auch, dass die Preise, ähm, die RoRo sozusagen aufrufen, nicht sich gleich entwickeln wie die Preise für normale Containerfracht, weil wiederum eigentlich die RoRo-Preise an der Containerfracht hängen und demzufolge wahrscheinlich einfach sehr, sehr, also zum Teil nicht alles, aber wahrscheinlich dann sehr, sehr nachgelagert sozusagen auf Ups und Downs reagieren. Also das heißt, man, man kann jetzt nicht einfach mal schnell die Containerpreise sich angucken. Die sind ja mittlerweile wieder ganz okay, äh, so auf dem Stand von vor Corona nicht ganz, aber ungefähr. Und ihr hängt dann quasi aber ganz woanders drin, weil, weil's eigentlich 'n ganz anderer Markt ist und quasi auch ganz, ganz andere Dinge und Abhängigkeiten entstehen. Okay.

Genau, also es sind komplett andere Schiffe auch-

Mhm.

Und, ähm, es entwickelt sich auch anders. Also zum Beispiel während Corona waren ja die Containerpreise extrem hoch.

Mhm.

Ähm, da waren die RoRo-Preise weiterhin unten und waren ganz normal. Und, ähm, die RoRo-Preise haben sich jetzt eigentlich erst sozusagen mit dem entfallenden Lieferproblemen, ähm, haben die sich eigentlich erst wieder, äh, ents..., sind, was heißt entspannt, was heißt eigentlich nicht, weil's voller geworden ist, ne. Also die Reedereien freuen sich natürlich, ähm, wir eigentlich nicht, weil wir mal lieber gern Platz auf den Schiffen hätten, ähm, und niedrigere Preise. Von daher ist das immer so 'n bisschen Hinterherhinken, sag ich mal. Also wir gehen eigentlich davon aus, dass in den nächsten Jahren auch die RoRo-Preise wieder sinken werden, einfach weil irgendwann dieser Überhang abgearbeitet ist von den Herstellern. Und wenn dann einmal wieder weniger auf den Schiffen gebucht wird von den Herstellern, dann müssen die Reedereien auch irgendwann mit den Preisen wieder runtergehen, um dann halt das wieder attraktiver zu machen, auch für alle anderen zu buchen.

Aber aktuell ist es eigentlich von den Reedereien mehr so, dass die zu viel Anfragen haben und, ähm, das mit dem Preis, sag ich mal, einfach selektieren. Das ist leider so.

Klar.

Im freien Markt.

Das, was ihr anbietet an Verschiffung, ist aber 'ne reine Frachtverschiffung, ne? Also ich kann jetzt nicht, wenn ich mal Bock hab auf 'ne, auf 'n Abenteuer, nicht mich mit auf dem Schiff einbuchen und mit meinem Wohnmobil, ähm, verreisen sozusagen.

Leider nicht mehr. Also früher konnte man das. Also vor Corona, ähm, haben das auch nicht alle Reedereien angeboten, aber nach Südamerika, nach Uruguay konnte man mitreisen als Passagier und auch nach Kanada und nach USA konnte man als Passagier auf dem Schiff wirklich sich 'ne Kabine buchen und mitreisen. Ähm, seit Corona bieten das die Reedereien aber leider durchweg alle nicht mehr an, weil die einfach das Problem hatten damals, als Corona dann auftrat, hatten die ja Passagiere an Bord und hatten dann teilweise Probleme, dass die nicht mehr anlegen durften, weil ja die Passagiere dann an, an Bord waren. Und, ähm, das hat dann, glaube ich, so, sage ich mal, ins Gedächtnis gebrannt, dass sie das leider immer noch nicht wieder anbieten. Wir hoffen, dass es irgendwann in Zukunft wiederkommen wird, aber für die nächsten ein, zwei Jahre hat's die Reederei leider schon ausgeschlossen, dass es erst mal kommen wird.

Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass es auf lange Sicht irgendwann wieder hoffentlich kommt.

Ist das denn spannend, auf so 'nem Fahrzeugtransporter mitzufahren? Ich mein, das ist ja keine Dreitagesfahrt. Äh, wie lang ist so 'n Schiff bis Halifax und bis Argentinien denn unterwegs?

Also bis nach Kanada von Hamburg ist das Schiff zwei Wochen unterwegs.

Mhm.

Von Hamburg bis nach Argentinien dann ganze vier Wochen. Ähm, also es ist schon wirklich 'n langen Zeitraum. Ich muss sagen, ich persönlich hätte das, glaube ich, nicht gemacht, aber das kann natürlich auch daran liegen, dass einfach meine Urlaubszeit, ähm, deutlich begrenzter ist als die von vielen Kunden von uns, die ja teilweise auch Rentner sind und einfach, sag ich mal, nicht mehr das Zeitproblem haben, 'n Monat lang auf 'm Schiff zu verbringen. Ähm, aber ich glaube, viele auch jüngere Leute, die zum Beispiel das als, in der Elternzeit nutzen, um ihr Fahrzeug zu verschiffen, um 'ne Reise zu machen oder so was oder sich 'n Sabbatjahr nehmen, ähm, die fliegen meistens ja auch in der Vergangenheit schon mehr, damit's einfach mehr Reisezeitraum im Land selber haben, ähm, weil auf den Schiffen wirklich sp... Also ich denke, es ist schon spannend, so was mal zu machen, aber es gibt in der Regel kein Internet auf den Schiffen oder sonst irgendwas, ähm, auch kein Fernsehempfang.

Das heißt, man macht das ganz oldschool, dass man sich mit den anderen Reisenden unterhält. Ähm, es waren aber immer maximal sechs Passagierkabinen auf jedem Schiff. Das heißt, es konnten also maximal zwölf Reisende plus Crew halt auf dem Schiff sein. Ähm, also grad wenn man vier Wochen unterwegs ist, ist dann natürlich, sag ich mal, der Stammanläuf, mit dem man sich unterhält, begrenzt. Aber auf der anderen Seite waren's natürlich fast alles Kunden von uns. Das heißt, man hatte zumindest die gleichen Themen. Ähm, ja, also das ging schon. Also viele unserer Reisenden haben gesagt, auf 'm Hinweg haben sie sich halt mit Reiseführern, ähm, die durchgelesen, auf 'm Rückweg Fotos sortiert. Das dauert ja auch immer Ewigkeiten, dann hat man mal die Zeit dazu. Ähm, ja. Aber leider ist das aktuell ja nicht mehr möglich, aber vielleicht in der Zukunft wieder.

Also wir haben uns das mal angeguckt, einfach interessehalber für unsere Mexiko-Reisen. Ähm, um mal zu schauen, weil wir ja auch zwischendurch mit dem Gedanken eines Zweithundes gespielt haben und immer noch, ich immer noch spiele und so weiter und da wird ja Fliegen dann auch immer komplizierter. Aber ich muss sagen, ich war wirklich erstaunt und erschrocken über die Preise, die da aufgerufen werden für, äh, Passagiermitnahme auf 'nem Frachter. Ich hatte mir das irgendwie, ja, also man kann's dann nachvollziehen, wenn man's einmal durchkalkuliert, aber ich hab irgendwie gedacht, ist ganz günstig. Deswegen, ähm, also wir bleiben doch beim Fliegen, auch wegen der Zeitdauer. Aber ich kann mir das schon vorstellen, dass es für Leute interessant sein kann. Es ist halt 'ne ganz andere Art des Reisens, die man ja auch so nie macht eigentlich.

Und für mich wär das auch durchaus mal 'n Abenteuer mit ganz viel Anti-Seekrankheits, äh, Tabletten im Bauch wahrscheinlich.

Genau, also das muss man auch ganz klar dazu sagen, es ist halt kein Kreuzfahrtschiff, was dann 'n bisschen im Mittelmeer fährt, sondern es sind ja wirklich Atlantiküberfahrten und die RoRo-Schiffe sind nicht dafür ausgelegt für Passagiere und die fahren durchaus auch durch Gebiete, wo acht bis zehn Meter hohe Wellen sind.

Oh Gott.

Ähm, nee, ich mein klar, der Kapitän weiß natürlich, wie er so was nimmt, dass es dann nicht zu sehr schwankt und die haben auch Stabilisatoren, aber es ist schon 'ne ganz andere Hausnummer als, ich sag mal, 'ne Mittelmeerfähre.

Mhm.

Deswegen-

Also keine, keine AI, kein AIDA-Ersatz sozusagen.

Genau. Aber das ist zum Beispiel auch einer der Gründe, warum wir unseren Kunden sagen, es muss immer alles seemäßig gestaut werden. Also man kann sich das so 'n bisschen vorstellen, wie wenn man Serpentinen fährt, ähm, dann ist ja auch immer das Geschwanke hin und her. Ähm, so ist es auf dem Schiff auch. Das heißt, wenn man Sachen ins Fahrzeug reintut, die sollten halt möglichst mal in den Schränken innen drin sein. Oder wenn man zum Beispiel Fahrräder hinten drauf hat, dass man die halt auch richtig festzurrt am Fahrradträger, ähm, einfach dass nichts sich innen drin bewegen kann. Wenn man zum Beispiel 'ne Schublade hat, von der man schon weiß, wenn ich normalerweise Kurven fahre, die springt immer gerne mal raus. So was zum Beispiel festbinden oder so was, ähm, dass wenn so 'n Schiff nicht zwei Wochen rüberfährt und immer hin und her schwankt, dass man einfach keine Beschädigung am Fahrzeug selber hat, ne.

Beim Thema Beschädigungen würd ich jetzt auch so auf, ähm, eine meiner letzten Fragen kommen, die sich rein auf den Transport bezieht. Und zwar: Brauch ich da irgendwelche speziellen Versicherungen für den Transport?

Ja, also, ähm, die normale Kfz-Versicherung ist nicht gültig auf den Schiffen und eigentlich sogar schon in den Häfen nicht, weil sobald man hinterm Zoll ist, hat man ja so gesehen offiziell das Land schon verlassen, ähm, weil man dann hinter dem Zollgebiet ist. Wir bieten unseren Kunden immer eine Transportversicherung an, die bie..., ist dann das Fahrzeug versichert in beiden Häfen, also Abgabehafen und Abholungshafen, ähm, während des Be- und Entladens und die komplette Überfahrt. Das ist dann alles in einem mitversichert. Und, ähm, sowohl das Fahrzeug ist dann versichert, als auch der Inhalt. Also wir versichern auch den Inhalt bis 15.000 Euro mit, ähm, einfach falls es etwas passieren sollte, entweder zum Beispiel am Fahrzeug selber. Also wir hatten, ähm, zum Glück passiert sehr selten was bei den Schiffen, weil normalerweise werden ja Neufahrzeuge transportiert.

Wenn da 'n Schaden dran kommt, dann kann der Hersteller die schon nicht mehr als neu verkaufen. Das heißt, die, ähm, Mitarbeiter im Hafen sind da schon wirklich sehr vorsichtig. Ähm, aber trotzdem kann's natürlich mal sein, dass zum Beispiel 'n Seitenspiegel erwischt wird beim Anrangieren aufs Schiff oder sonst was in die Richtung. Oder dass 'n anderes Fahrzeug die Handbremse nicht angezogen hat und irgendwo 'n Stück rollt oder so was. Das deckt die Transportversicherung auch ab, auch wenn zum Beispiel 'n Schiff untergehen sollte, was toi, toi, toi, hoffentlich nicht passiert, aber wir haben's in den 25 Jahren halt einmal schon erlebt, dass 'n Brand auf einem Schiff gab und so 'n Schiff untergegangen ist. Und, ähm, da ist es halt wirklich so, die Reedereien haften halt überhaupt gar nicht für die Ware. Ähm, geht auch gar nicht, wenn man sich das mal im Kopf überlegt, die Ware, der Preis ist ja nach Kubikmetern.

So 'n alter Polo, der 30 Jahre alt ist, kostet genauso viel wie 'n neuer Porsche an Platz, den er auf 'm Schiff wegnimmt. Da können die natürlich nicht den Wert mitversichern und das ist halt internationales Seerecht. Deswegen, wenn man keine Versicherung hat, bleibt man komplett auf den Kosten selbst sitzen, wenn irgendwas passieren sollte. Und diese Transportversicherungen, die erstatten aber halt den Schaden komplett und auch falls, falls was passieren würde. Also ich mein, das ist auch immer so 'n Thema, wo viele Leute natürlich drüber nachdenken, wenn sie verschiffen, ähm, wie ist das mit der Sicherheit von, äh, meinem Fahrzeug und natürlich auch von den Sachen, die ich im Fahrzeug drin lasse. Ähm, wir gehen mit dem Thema auch ganz offen um, ähm, weil's einfach 'n Thema ist, was viele Leute bewegt. Man muss aber ganz klar sagen, es ist nicht ansatzweise so schlimm, wie es im Internet immer dargestellt wird.

Das ist einfach der Grund, die Leute, die es vielleicht mal erwischt, die sind natürlich sehr frustriert und verärgert und schreiben natürlich am ehesten ins Internet rein. All diejenigen, denen nichts passiert, haben in der Regel keinen Grund, das öffentlich zu machen, dass nichts passiert ist. Also zum Beispiel grade auf der Strecke nach Halifax und Baltimore, so nach USA und Kanada, ähm, kommen 99 % der Fahrzeuge genauso auch mit Inhalt an, wie die Leute das abgegeben haben. Also da ist wirklich ganz, ganz wenig, was da auf der Strecke passiert, ähm, dass da geklaut wird. Also das ist wirklich was, was eher selten passiert auf der Strecke, aber es gibt natürlich andere Strecken weltweit, wo es deutlich häufiger passieren kann. Ähm, da warnen wir dann aber auch vor.

Zum Beispiel, ähm, ihr seid ja oft in Mexiko.

Ja, grade auch.

Genau, ne. Also wir haben früher Mexiko gar nicht angeboten, weil das einfach berüchtigt dafür war, ähm, dass da auf der Strecke einfach sehr viel passiert ist. Ähm, aber jetzt ist es so gewesen, dass der Hafen vor einem Jahr, ähm, von der Navy übernommen wurde in Veracruz. Das heißt, jetzt steht das Militär sozusagen für die Sicherheit im Hafen. Ähm, dadurch ist natürlich die Abwicklung an sich alles 'n bisschen komplexer und komplizierter geworden, sag ich mal, aber die Sicherheit ist dadurch deutlich höher gegangen. Also es ist immer noch keine 100-prozentige Garantie, also das gibt's leider im Leben ja selten.

Und in Mexiko noch weniger.

Genau, aber an sich merkt man schon, dass es wirklich viel, viel seltener auch in Mexiko passiert, ähm, dass wirklich Sachen geklaut werden. Ähm, generell kann man auch selbst 'n bisschen dafür natürlich tun Ne, man kann zum Beispiel, ähm, alles, was an Wertsachen, würde ich persönlich nicht im Fahrzeug lassen. Also wenn geklaut wird, ist ganz oft das Kunden uns berichten: „Ja, meine Kamera und mein Objektiv und mein Tablet wurden geklaut." Wo ich dann persönlich sage, wenn mein Fahrzeug, mein Wohnmobil vor unserer Haustür steht, dann lass ich meine Kamera und mein Objektiv und mein Tablet nicht einfach drin liegen, wenn das jetzt zwei Wochen vor der Haustür steht. Ich weiß nicht, warum man das dann unbedingt im Fahrzeug lassen muss, wenn's halt vier Wochen lang aufm Weg nach Südamerika unterwegs ist. So was würde ich persönlich immer im Fluggepäck mitnehmen, auch Bargeld oder so was.

Ähm, ne, das gehört einfach nicht ins Fahrzeug, wenn's da, ne, aufm Schiff steht und das be-deckt natürlich auch Begierden dann für alle anderen. Das heißt, wenn vielleicht da irgendwo doch 'n böser Mensch im Hafen ist und findet in einem Fahrzeug 'ne Spiegelreflexkamera mit drei Objektiven, hat der wahrscheinlich 'n Grund mehr, ins nächste Fahrzeug zu gehen. Findet er in den ersten zwei Fahrzeugen, wenn er selbst wenn er reinguckt und findet nur Unterwäsche und Töpfe und Pfannen und Bettzeug, dann lohnt's sich ja nicht, noch irgendwie seinen Job zu riskieren, um sich doch vielleicht noch mal irgendwo Zugang zu schaffen, ne. Also je mehr da die Community dafür auch ist, dass man nichts reintut, desto sicherer, glaub ich, auch für alle anderen später.

Jetzt hast du ja vorhin Preise genannt so 'n bisschen. Waren die schon mit Versicherung oder kommt die dann noch on top?

Äh, die Preise sind nur die Verschiffung. Die Versicherung ist immer noch mal separat, weil es wollen ja nicht alle eine Versicherung. Das muss man dann zu auch grad sagen.

Ach, es gibt wirklich Menschen, die das ohne Versicherung riskieren?

Ja, so zehn Prozent.

Okay.

Also zehn Prozent der Leute sagen: „Nee, ähm, ich vertraue darauf, dass alles gut geht und versichere das nicht." Ähm, und 90 Prozent der Leute sagt aber: „Okay, doch, ähm, wir wollen das versichern, dass das Fahrzeug, ähm, auch sicher rüberkommt oder wenn was passiert, dass halt wir das erstattet bekommen." Ähm, wir haben zwei Möglichkeiten von Versicherung. Es gibt einmal 'ne One-Way-Versicherung, ähm, die fängt bei dreihundert Euro an für 'n Zeitwert bis fünfzigtausend Euro plus, äh, Inhalt. Dann ist halt das Fahrzeug sozusagen wie in eine Richtung versichert, wenn man jetzt nur von hier nach Übersee halt einmal hin verschifft. Ähm, wir haben aber jetzt auch 'ne neue Möglichkeit. Da gibt's eine Versicherung, die versichert den kompletten Reisezeitraum, auch über mehrere Jahre. Da kann man zum Beispiel angeben, okay, ähm, wir wollen drei Jahre lang reisen, und zwar die komplette Panamericana.

Und dann versichert diese Versicherung die Hinverschiffung, die Rückverschiffung, alle Zwischenverschiffungen, wenn man zum Beispiel die Darién-Gap-Verschiffung noch hat, und alle Fähren, die man im kompletten Reisezeitraum benutzt. Also wenn man jetzt zum Beispiel, ne, nach Alaska noch 'ne Fähre nimmt oder sonst irgendwo halt noch 'ne Fährüberfahrt über den Titicacasee oder ich weiß nicht was, ähm, sich noch bucht, äh, Patagonien und noch 'ne Fähre braucht, das wäre dann alles mitversichert.

Mhm.

Und, ähm, die nehmen dann, ähm, ab sechshundert Euro. Aber ist dann im Endeffekt der Preis, den man sowieso für hin und zurück zahlen würde, hätte aber gleichzeitig dann, ähm, noch alle Fähren mit drin. Das ist eigentlich 'n ganz gutes Angebot und es ist auch egal dann, von wo man zurück verschifft. Also man muss auch da nicht vom selben Hafen, sondern das ist auch einfach offen gelassen. Man muss nur angeben, welche Kontinente man sozusagen bereist, also Nord- und Südamerika zum Beispiel.

Und der Preis hängt dann wahrscheinlich vom Zeitwert ab, wie bei der anderen Versicherung und von der Reisedauer, oder? Weil je länger die Reisedauer, je mehr Fährüberfahrten und so weiter, desto höher ist ja die Wahrscheinlichkeit, dass was passiert.

Also es hängt von dem Versicherungswert ab. Da nimmt die Versicherung mal den Zeitwert des Fahrzeugs, den gibt man auch selber an, ohne irgendwie 'n Gutachten einreichen zu müssen, sag ich mal. Also wenn man jetzt selber für sich sagt, okay, der ist fünfundvierzigtausend Euro wert, weil den hab ich vor 'n paar Jahren für sechzigtausend gekauft und ich glaub, der ist jetzt noch fünfundvierzigtausend wert, dann reicht das der Versicherung. Ähm, die würden aber natürlich nur bis zu dem Wert dann auch zahlen, wenn 'n Schaden passiert. Also wenn man dann sagt, okay, ich versichere jetzt fünfzigtausend, hab aber eigentlich 'n Wert von hunderttausend, kriegt man natürlich nicht mehr als das, was man versichert hat im Schadensfall. Ähm, aber es ist halt kein Wertgutachten nötig. Ähm, die Versicherungsdauer spielt keine Rolle, auch nicht, wie weit die Verschiffung ist. Also egal ob sie jetzt von, ähm, England zum Beispiel nach Kanada ist die Verschiffungsdauer nur eine Woche, von Europa nach, ähm, Südamerika vier Wochen, es ist komplett der gleiche Preis für die Versicherung, weil, ähm, die an sich eigentlich auch bei sich drin haben, dass das Risiko, ähm, ist im Endeffekt für die das Hauptrisiko ist das Be- und Entladen, dass da halt was passieren könnte.

Das ist immer vorhanden, egal wie lang die Überfahrt ist. Und, ähm, halt die Überfahrt, aber da die RoRo-Schiffe sehr, sehr, sehr, sehr selten sinken, ähm, ist die Reiseüberfahrt für die eigentlich auch kein höheres Risiko. Also wie gesagt, wir machen das seit über fünfundzwanzig Jahren. Wir haben das in all den Jahren ein einziges Mal erlebt, dass es so 'n Brand auf einem Schiff gegeben hat. Ähm, und ansonsten war da noch nie irgendwie was in die Richtung. Also von daher ist das ja anscheinend bei der Versicherung genauso, dass die das so sehen.

Ja, total spannend. Jetzt haben wir, haben wir den ganzen Transport, ähm, glaub ich, sehr intensiv abgearbeitet und ich guck mal, Sebastian, 'n bisschen auf die Uhr. Ähm, ich würde vorschlagen, dass wir jetzt hier 'nen Cut machen und dass wir uns dann noch mal nächste Woche zu 'ner neuen Folge hören, zu Nummer zwei, wo wir dann über, ich sag jetzt mal, Ankunft in den Zielländern sprechen, wo wir auch über die, ähm, nationalen Vorschriften und Bestimmungen sprechen, weil das jetzt noch mal so 'n ganz eigener Themenblock ist. Den würde ich ungern jetzt noch aufmachen. Seid ihr damit einverstanden?

Ja, auf jeden Fall.

Ja, gerne.

Sehr gut. Dann danke ich dir schon mal ganz herzlich, liebe Denise. Es war total interessant für mich. Das ist jetzt wirklich das erste Mal, dass ich mich persönlich 'n bisschen näher mit dem Thema beschäftigt habe und, ähm, ja, viele interessante Erkenntnisse gewonnen und dann freue ich mich, wenn wir uns an derselben Stelle nächste Woche wieder hören.

Ja, sehr gerne. Bis nächste Woche.

Ja, und liebe Hörer und Hörerinnen, abonniert den Podcast, damit ihr die nächste Folge nicht verpasst. Könnt ihr kostenlos da machen, wo ihr unseren Podcast hört. Und wir hören uns nächste Woche wieder. Bis dahin. Tschüss.

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