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Frau geht im Wohnwagen schlafen

Perfekter Schlafkomfort im Wohnmobil: Tipps für Stützen, Matratze, Bettzeug & Co.

Auch und gerade im Urlaub ist erholsamer Schlaf wichtig. Schließlich willst du gut gelaunt und ausgeruht die schönste Zeit des Jahres genießen. Doch häufig wird die Schlafqualität unterwegs beeinträchtigt: Minderwertige Matratzen im Camper, ein abschüssig geparktes Fahrzeug, lärmende Nachbarn oder auch einfach die ungewohnte Umgebung können dafür sorgen, dass du morgens wie gerädert aufwachst. Wir verraten dir, mit welchen einfachen Maßnahmen du deinen Schlafkomfort unterwegs ganz konkret verbesserst und was du allgemein für mehr “Schlafhygiene” tun kannst.

10 Tipps für maximalen Schlafkomfort im Camper

Generell ist ein Camper ein besonders gemütlicher Ort zum Schlafen. Wenn nach einem langen Tag an der frischen Luft der Wind das Fahrzeug leicht schaukelt oder der Regen behaglich auf das Dach prasselt, wirkt das fast wie Valium. 

Um diesen Effekt zu verstärken und Störungen zu minimieren, haben wir die – aus unserer Erfahrung wichtigsten – 10 Punkte für einen komfortablen Schlaf beim Camping zusammengefasst:

  1. Richte dein Reisemobil oder deinen Wohnwagen nach der Ankunft immer möglichst waagerecht aus und stabilisiere das Fahrzeug mit Stützen, damit es nicht bei jeder Bewegung wackelt.
  2. Investiere in eine gute Matratze oder einen hochwertigen Topper sowie ein bequemes Kissen. 
  3. In einem Festbett schläft es sich in der Regel besser als auf einer umgebauten Sitzgruppe.
  4. Sorge für eine gute Luftzirkulation im Wohnmobil, um Feuchtigkeit zu vermeiden.
  5. Achte auf die richtige Temperatur im Wohnmobil. Zu hohe und zu niedrige Temperaturen können für unruhigen und schlechten Schlaf verantwortlich sein.
  6. Sorge für absolute Dunkelheit im Schlafbereich. Bedecke die Fensterscheiben mit Vorhängen, Thermomatten oder Rollos, um einfallendes Licht fernzuhalten.
  7. Verwende Ohrstöpsel oder Kopfhörer, um Außengeräusche zu blockieren.
  8. Halte dich trotz Urlaubsstimmung weitestgehend an deinen üblichen Schlafrhythmus.
  9. Vermeide zu viele koffeinhaltige Getränke und Alkohol vor dem Schlafengehen.
  10. Bevorzuge zum Abendessen leichte Mahlzeiten, damit die Verdauung nicht belastet wird. Hier findest du viele Rezepte, die sich perfekt für die Campingküche eignen.

Wohnmobil und Wohnwagen ausrichten und abstützen

Ein essenzieller Punkt für etwas sensible Schläfer (wie mich) ist es, den Wohnwagen oder das Wohnmobil am Stellplatz zu nivellieren und ordentlich abzustützen. Ansonsten fließt nicht nur das Duschwasser schlecht ab und das Bratöl verteilt sich beim Kochen einseitig, sondern du hängst auch beim Schlafen mit dem Kopf nach unten oder rollst gefühlt im Bett hin und her.

Wenn du außerdem nicht bei jeder Bewegung deiner Mitreisenden hin und her geschaukelt werden möchtest, solltest du das Fahrzeug außerdem mit Stützen stabilisieren. 

Am Wohnwagen ist dies absolut unverzichtbar, weil bauartbedingt die Achse(n) ja in der Mitte liegen und das Fahrzeug bei Ungleichgewicht nach hinten kippen kann. Deshalb sind hier bereits serienmäßig Kurbelstützen verbaut. Wie du dabei genau vorgehst, erklären wir dir Schritt für Schritt in unserem Ratgeber „Wohnwagen abstützen und ausrichten – wie du häufige Fehler vermeidest“.

Für Wohnmobile und Kastenwagen gibt es manuelle, elektrische oder hydraulische Stützensysteme zum Nachrüsten, die teilweise sogar noch weitere nützliche Features (z.B. Wiegefunktion) beinhalten. Ein Highlight in puncto Komfort und Handling ist hier sicherlich das hydraulische Hubstützensystem HY4 von AL-KO.

Hydraulische Wohnmobil Stützen HY4 von AL-KO in Aktion zum Wiegen

Foto: © CamperStyle

Die Lage des Stellplatzes

Die Lage des Stellplatzes sowie die Ausrichtung deines Wohnmobils auf dem Stellplatz können einen großen Einfluss auf den Schlafkomfort nehmen. 

Auf Campingplätzen mit Freizeitprogramm oder Kinderanimation solltest du gezielt nach einer ruhigen Parzelle fragen, wenn du ein hohes Erholungsbedürfnis hast. Außerdem ist es empfehlenswert, nicht direkt neben Sanitäranlagen oder in anderen stark frequentierten Platzbereichen zu parken, da erfahrungsgemäß hier auch abends und nachts mehr los ist.

Eine gute Ausrichtung deines Wohnmobils oder Wohnwagens kann helfen, das natürliche Licht und den Wind optimal zu nutzen, um das Fahrzeuginnere möglichst angenehm zu belüften und zu temperieren. 

Wenn du ein paar Tage oder länger am selben Standort bleibst, lohnt es sich, die Windrichtung und den Sonnenverlauf zu prüfen (das geht ganz einfach in einer App für Fotografen, z.B. “Sun Surveyor”) und das Fahrzeug entsprechend so zu abzustellen, wie es den persönlichen Bedürfnissen am besten entspricht.  

Ein Platz in der Nähe von Bäumen oder Sträuchern hilft zusätzlich, die Umgebungsgeräusche zu dämpfen, dir ein Gefühl von Privatsphäre zu geben und zu heftige Sonneneinstrahlung oder stärkeren Wind fernzuhalten. 

Autarker Wohnwagen beim Wildcamping

Foto: © CamperStyle

Die verschiedenen Bettarten in einem Wohnmobil

Feste Betten oder umbaubare Sitzgruppe?

Eine wichtige Entscheidung beim Kauf eines Campingfahrzeugs ist die Wahl zwischen festen Betten oder einer zum Bett umbaubaren Sitzgruppe. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile: Feste Betten bieten einen deutlich höheren Schlafkomfort und sind in der Regel stabiler, jedoch nehmen sie tagsüber auch mehr Platz im Wohnmobil oder Wohnwagen ein. 

Zum Bett verwandelbare Sitze bzw. Sitzgruppen sind platzsparender und flexibler. Aber durch die verschiedenen Polster, die teilweise wie beim Tetris zusammengepuzzelt werden müssen, entsteht keine durchgehende Liegefläche und zumeist sind die Polster auch weniger hochwertig als eine richtige Matratze. Abhilfe kann hier ein guter Topper schaffen, dazu mehr weiter unten.

Bett im Mini Camper CTech

Foto: © CamperStyle

Einzelbetten oder lieber ein Doppelbett?

Es gibt zwei Haupttypen von Betten in Wohnmobilen: Einzelbetten und Doppel- bzw. Queensize-Betten. 

Bei Einzelbetten muss nachts niemand über den Partner bzw. die Partnerin klettern, wenn die Blase drückt. Außerdem stören eventuelle Bewegungen des “Mitschläfers” nicht die eigene Nachtruhe. 

Doppelbetten dagegen sind kuscheliger und nehmen insgesamt in der Regel weniger Raum im Fahrzeug ein, weil der “Mittelgang” fehlt. Viele Einzelbetten lassen sich jedoch durch zusätzliche Polster zur großen Liegefläche ausbauen.

Fendt Apero Wohnwagen mit Einzelbetten

Foto: © CamperStyle

Alkovenbett

Ein Alkovenbett ist ein Klassiker unter den Wohnmobilbetten, da es Platz spart und gleichzeitig einen bequemen Schlafplatz bietet. Es befindet sich über der Fahrerkabine und bietet üblicherweise genügend Platz für zwei Personen. 

Allerdings muss man es über eine Leiter oder Treppe erklimmen und für manche Menschen fühlt sich das “Höhlenambiente” mit niedriger Decke etwas beklemmend an. Im Zweifel solltest du vor dem Kauf mal bei einem Händler oder auf einer Messe probeliegen.

Foto: © CamperStyle

Hubbett

Ein Hubbett kann während des Tages per Hand nach oben gezogen oder elektrisch hochgefahren werden, um den Wohnraum anderweitig zu nutzen. Nachts bietet es eine komfortable Schlafstätte, die normalerweise einem Festbett in nichts nachsteht.

Adria TWIN MAX 680 Bett

Foto: © CamperStyle

Stockbetten

Besonders für Camper:innen mit Kindern sind Stockbetten eine gute Wahl. Du solltest jedoch bedenken, dass die Kleinen irgendwann nicht mehr mitfahren werden und dieser Platz dann praktisch verloren ist. Ein nachträgliches Entfernen von Etagenbetten ist häufig nicht möglich, weil sie in vielen Fällen als tragende Elemente verbaut sind.

Die Betten im rollenden Hotel

Foto: © CamperStyle

Die Auswahl der richtigen Matratze

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die du treffen musst, wenn es um den Schlafkomfort im Wohnmobil geht, ist die Auswahl der richtigen Matratze nach deinen persönlichen Vorlieben und Schlafgewohnheiten. 

Inzwischen stehen auf dem Campingmarkt auch sehr hochwertige Schlafunterlagen in Sondermaßen oder individuellen Zuschnitten zur Verfügung, z.B. bei Die Polstermacher, Allnatura oder Die Matratzenmanufaktur.

Matratzen-Topper

Ein Matratzen-Topper ist eine zusätzliche Auflage für die Matratze, um den Schlafkomfort zu verbessern und die Lebensdauer der Matratze zu verlängern. Besonders für eher minderwertige Matratzen oder umgebaute Sitzgruppen ist ein Topper eine sehr gute Lösung, um rückenfreundlich und ohne störende „Besucherritzen“ zu schlummern.

Lattenrost und Alternativen

Ein Lattenrost sorgt dafür, dass die Matratze von unten belüftet wird und nicht durchhängt, damit sie deinem Körper die nötige Unterstützung geben kann. In vielen Wohnmobilen und Wohnwagen werden mittlerweile sehr gute Lattenroste verbaut.

Alternativ können Systeme mit tellerartigen Federungselementen, wie z.B. das Bettsystem von Froli, nachgerüstet werden. Hiermit kommen auch Menschen mit Rückenproblemen in der Regel sehr gut zurecht.

Bei darunterliegendem Lattenrost, ist ein Auflagegitter sinnvoll.

Foto: © CamperStyle

Schlafsack / Bettzeug

Der richtige Schlafsack oder das passende Bettzeug kann beim Camping den Unterschied zwischen einer unbequemen und einer erholsamen Nacht ausmachen. Je nachdem, wie oft du unterwegs bist, solltest du hieran möglichst nicht sparen.

Wichtig ist, dass du atmungsaktive, feuchtigkeitsabsorbierende und temperaturregulierende Materialien wählst – denn Reisemobile und Wohnwagen sind natürlich nicht so isoliert wie ein “Steinhaus”. Deshalb dringen Kälte wie auch Hitze viel schneller vor und können dich um den Schlaf bringen. Auf unseren eigenen Touren, die sich immer über mehrere Monate und häufig durch mehrere Klimazonen oder Jahreszeiten erstrecken, haben sich Naturmaterialien wie Baumwolle, Leinen und Merinowolle als sehr angenehm erwiesen. 

In unserem Kaufratgeber erklären wir dir, wie du deinen perfekten Schlafsack findest.

Alles rund um Bettdecken, Spannbetttücher und Laken haben wir im Artikel “Die richtige Bettwäsche für Wohnmobil und Wohnwagen: Sommer, Winter, Sondergrößen” zusammengestellt.

Interessante Informationen zu den verschiedenen Bettdecken-Füllungen findest du bei Wikipedia.

Foto: © loriklaszlo / Depositphotos.com

Kissen

Ein oftmals sträflich vernachlässigter Ausrüstungsgegenstand, der jedoch maßgeblich zu einem erholsamen Schlaf beiträgt. 

Im Camping- und Outdoorfachhandel werden allerlei leichte “Reisekissen” mit kleinem Packmaß angeboten – teils aufblasbar, teils in Minigröße und flach, teils als Hülle, in der man Handtücher oder Kleidung verstauen kann. Wer nicht unter Nackenproblemen oder Verspannungen leidet, kann solche Varianten durchaus mal ausprobieren. Denn Platz ist ja in fast jedem Camper ein wertvolles Gut.

Für etwas mehr Schlafkomfort würden wir jedoch empfehlen, auch beim Kissen auf eine bequemere Variante zurückzugreifen. Was hier am besten zu dir und deinem Schlafverhalten passt, weißt du selbst am besten. Im Zweifel nimm einfach dein gewohntes Kissen von zu Hause mit.

Wir selbst haben uns für den Wohnwagen vor Kurzem ein ziemlich cooles “3in1-Kissen” von Die Polstermacher gegönnt. Dieses besteht aus drei Lagen hochwertigen Schaumstoffs, die einzeln aus dem Bezug entnommen werden können. So lässt sich die Liegehöhe perfekt anpassen. Ich nutze die zwei äußeren Lagen zusammen als normales Kissen und habe die mittlere gefaltet als Lese- und Kuschelkissen in einen kleineren Bezug gepackt. 

Schlafkomfort und -sicherheit für Kinder im Camper

Schlafen mit Kindern im Wohnmobil kann eine großartige Möglichkeit sein, Zeit mit der Familie zu verbringen und Abenteuer zu erleben. Um jedoch den Schlafkomfort für alle Beteiligten zu maximieren, gibt es einige Dinge, die du beachten solltest.

Häufig wird der Campernachwuchs nachts auf der umbaubaren Sitzgruppe untergebracht. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, wenn diese als bequem empfunden wird und für Größe, Gewicht und Anzahl der Kinder geeignet ist. 

Eine Alternative, gerade für Familien mit mehreren Kindern, können spezielle Familiengrundrisse mit Stock- oder Hubbetten sein. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Betten stabil und sicher montiert sind, damit sie während nicht umkippen können. 

Bei jüngeren Kindern empfiehlt es sich, Fenster und Türen so zu sichern, dass die Kleinen sich in einem unbeaufsichtigten Moment nicht selbstständig machen und unbemerkt den Campingplatz erkunden können. Hierfür können spezielle Gitter verbaut werden, aber auch einfachere Mechanismen wie Aluprofile oder Aufsätze für die Knebelverschlüsse erledigen in aller Regel ihren Job.

Gerade an Alkoven- oder Etagenbetten ist es zudem ratsam, einen guten Rausfallschutz in Form eines Netzes oder Gitters anzubringen. Im Campingfachhandel findest du eine inzwischen recht ansehnliche Auswahl, z.B. bei Camping Wagner oder Campingshop24.de.

Pinocaravan Pi XL Etagenbett

Foto: © CamperStyle

Insektenschutz für die Schlafplätze

Um sicherzustellen, dass du und deine Familie während des Schlafens im Wohnmobil von lästigen Insekten verschont bleiben, solltest du einige grundlegende Maßnahmen treffen. Denn was ist lästiger als das schrille Summen und die anschließende beunruhigende Stille – die nicht selten dazu führt, dass man sich selbst ins Gesicht klatscht. 

Eine Möglichkeit ist es, Fenster und Türen mit Gittern oder Rollos zu sichern, um das Eindringen von Insekten zu verhindern. In besonders moskitogeplagten Regionen kann es zusätzlich nötig sein, kleine Lücken zwischen den Dachluken und dem Aufbau oder andere Ritzen mit Klebeband zu verschließen. Aber Achtung: Die Zwangsbelüftungen müssen aus Sicherheitsgründen zu jeder Zeit offen bleiben!

Weitere Tipps zu diesem Thema findest du in unserem YouTube-Video “Insektenschutz”.

Zusätzliche Verdunkelung der Scheiben

Viele Reisemobile und Wohnwagen sind bereits ab Werk mit Vorhängen oder Rollos ausgestattet. Wer sehr empfindlich auf morgendlichen Lichteinfall reagiert, für den können schon die kleinen Spalte zu viel sein. 

In diesem Fall kannst du dir mit speziellen Abdunkelungsfolien oder abnehmbaren Thermomatten behelfen. Letztere bieten den Vorteil, dass sie neben der Verdunkelung auch noch als Hitze- und Kälteblocker dienen. Nicht ganz günstige, dafür aber sehr hochwertige, effiziente und in Deutschland produzierte Thermomatten bietet die Firma Blickdicht-Manufaktur

Diese konnten wir bei extremer Hitze bereits persönlich in einem Ausstellungsfahrzeug “testen” und werden unseren neuen Campervan im Frühjahr damit ausstatten.

Schlafmasken und Ohropax

Last, but not least, unsere beiden Geheimwaffen: Schlafmasken und Ohropax (die originalen aus Wachs mit Watte!). 

Wenn du trotz sorgfältiger Auswahl des Stellplatzes Umgebungsgeräusche nicht vermeiden konntest, dein Partner schnarcht, der Hund bellt und die Ausrichtung deines Wohnmobils oder Campers so ungünstig ist, dass bereits früh am Morgen die Sonne reinknallt, dann bist du mit dieser Zusatzausrüstung gut aufgestellt.

Wir wünschen dir und deinen Lieben geruhsame Nächte und einen wunderschönen Campingurlaub!

Titelbild: © geargodz / Depositphotos.com

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