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Vom Tonstudio ins Gelände: Dieser Offroad-Camper nutzt ein geniales Cross-Innovation-Konzept

KEC Grand Mountaineer Expedition auf dem Caravan Salon 2026.© Jalil Landero Flores / CamperStyle

Camping-Fahrzeuge

KEC Grand Mountaineer Expedition auf dem Caravan Salon 2026.

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Stell dir vor, du sitzt mitten im Messetrubel des Caravan Salons und hörst trotzdem fast nichts - keine lautstarken Stimmen, kein störendes Gedränge, keine hallenden Hintergrundgeräusche. Genau diese Erfahrung durfte Nele von CamperStyle machen, als sie das Expeditionsfahrzeug Mountaineer Grand Expedition von KEC Motors betrat. Was zunächst wie ein netter Nebeneffekt klingt, entpuppt sich als durchdachtes Konzept, das zeigt, wie innovativ der Wohnmobilausbau sein kann, wenn man über den Tellerrand schaut.

Jürgen Eckert, Gründer und Geschäftsführer von KEC Motors, hat mit seinem Team einen Ausbau auf Basis des 7 m-Sprinters entwickelt, der nicht nur funktional durchdacht ist, sondern auch ästhetisch neue Wege geht.

Die Expertise aus einem völlig anderen Geschäftsbereich – dem professionellen Tonstudiobau – fließt direkt in die Fahrzeugentwicklung ein. Herausgekommen ist ein Offroad-Van, der auf den ersten Blick mehr an ein elegantes Tiny House erinnert als an einen klassischen Campervan.

Raumgefühl statt Möbelwände: Die Lounge-Philosophie

Was viele Kastenwagen-Besitzer kennen: Man betritt das Fahrzeug und steht sofort vor der massiven Wand eines Möbelstücks oder der Rückseite einer starren Sitzbank. Anders beim Mountaineer Grand Expedition – hier hat man tatsächlich Luft zum Atmen.

Das Konzept setzt auf eine echte Lounge-Funktion im vorderen Bereich – mit einer gemütlichen Eckcouch inklusive ausziehbarem Fußbereich statt der üblichen Gurtbock-Sitzbank mit steiler Neunzig-Grad-Rückenlehne. Der Kühlschrank zieht sich nicht bis zur Decke durch, stattdessen gibt es freie Blickachsen und großzügige Ablageflächen.

Die Farbgestaltung mit senffarbenen Cord-Polstern, Filz-Elementen an den Wänden und dunklen Anthrazittönen unterstreicht den Wohnzimmer-Charakter. Die Polsterfarben und -materialien sind dabei frei wählbar – wer beispielsweise mit Hund reist, kann speziell gewebte Stoffe wählen, an denen kurze Tierhaare nicht haften bleiben.

Leichtbau trifft Flugzeugtechnik: So entstehen die knarzfreien Möbel

Holz im Wohnmobilbau ist nichts Neues. Dass es trotzdem leicht und extrem verwindungssteif sein kann, schon eher. KEC Motors setzt auf Multiplex aus Albasia – einem besonders leichten Holz –, kombiniert mit echten Esche-Oberflächen für alle sichtbaren Elemente. Die Oberflächen sind mit Fenix-Material oder anderen robusten, opaken Beschichtungen veredelt, die extrem matt, edel und pflegeleicht (Anti-Fingerprint) wirken.

Das eigentliche Geheimnis liegt in der Konstruktion: Nach Jürgens Aussage orientiert sich der Möbelbau stark an Fertigungsweisen aus dem Flugzeugbau. Es kommt die sogenannte Zapfen-Taschen-Technik zum Einsatz.

Diese Technik sorgt dafür, dass die Möbel den Verschränkungen und Fahrzeugbewegungen im Gelände flexibel folgen, ohne zu knarren oder zu knarzen. Das Ergebnis ist ein ruhiges Fahrgefühl, das dem akustischen Raumkonzept in nichts nachsteht.

Die Nasszelle: Cleverer Raumgewinn für mehr Bewegungsfreiheit

Die meisten Kastenwagenduschen sind so eng, dass man sich kaum bewegen kann, ohne mit dem Ellbogen gegen die Wand zu stoßen. Nicht so beim Mountaineer Grand Expedition. Die Nasszelle misst im langen Sprinter grundlegend 80 cm x 65 cm – nutzt dabei aber einen cleveren Karosserie-Trick.

Durch eine speziell eingesetzte Hutze in der Aussparung der Seitenwand gewinnt man im Schulter- und Ellbogenbereich noch einmal 6-7 cm zusätzliche Breite. Die pflegeleichte Edelstahlwand folgt der Außenwand optimal und nutzt jeden Millimeter aus.

Zudem lassen sich Toilette und Waschbecken bei Nichtgebrauch auf Schwerlastauszügen platzsparend versenken, sodass beim Duschen die komplette Grundfläche zur Verfügung steht. Ein weiterer praktischer Vorteil: Die geraden Edelstahlflächen lassen sich nach dem Duschen einfach abziehen und abwischen. In drei Minuten ist das Bad wieder trocken – ohne verwinkelte Ecken oder störende Fugen.

KEC Mountaineer Grand Expedition auf dem Caravan Salon 2026: Dusche.© Jalil Landero Flores / CamperStyle
KEC Mountaineer Grand Expedition auf dem Caravan Salon 2026: Dusche.

Küche für drinnen und draußen: Durchdachte Lösungen

Besonders durchdacht zeigt sich der Küchenblock an der Schiebetür. Die obere Besteckschublade ist bidirektional ausgelegt: Sie lässt sich sowohl nach innen in den Wohnraum als auch nach außen ziehen – perfekt, wenn man draußen sitzt und nicht für jeden Flaschenöffner ins Fahrzeug steigen möchte.

Auch der darunterliegende Geschirrschrank lässt sich von beiden Seiten bedienen. Ist die Schiebetür geöffnet, kann zudem ein zusätzlicher Beistelltisch außen an den Spülenkorpus eingesteckt werden. Passend dazu stehen im Außenbereich 230V-, USB-A- und USB-C-Steckdosen bereit.

Beim im Messefahrzeug verbauten Kochfeld entschied man sich für eine gasfreie Lösung: Ein Diesel-Cerankochfeld des finnischen Herstellers Wallas, das sich den Kraftstoff direkt aus dem Fahrzeugtank holt. Das Feld hat eine komplett ebene Glasfläche mit unsichtbarem Brenner.

KEC Motors bietet Kunden jedoch maximale Flexibilität: Neben ein- oder zweiflammigen Diesel-Ceranfeldern stehen auch Induktionsfelder, Gaskochfelder oder Hybrid-Kombinationen zur Auswahl. Den Kühlbedarf deckt wahlweise ein 42-Liter-Kompressorkühlschrank im Küchenblock oder eine 82-Liter-Kühl-Gefrier-Kombination im Sideboard ab.

Stauraum ohne Ende: Praktische Auszüge statt tiefer Klappen

Trotz des offenen Raumgefühls mangelt es nicht an Ablagemöglichkeiten. Im oberen Bereich des Sieben-Meter-Sprinters sind acht Oberschränke verbaut, die auf Kundenwunsch auch zu längeren Fächern, z. B. mit einer 1,20 m langen Klappe, verbunden werden können. Im unteren Wohnbereich verzichtet KEC Motors weitgehend auf Klappen und setzt stattdessen auf fast 50 cm tiefe Schubladen, die bequem von oben befüllt werden können.

Unter dem Heckbett verbirgt sich die geräumige Heckgarage. Auf der rechten Seite befindet sich die zentrale Elektrik mit hochwertigen Victron-Komponenten (MultiPlus 2000 VA Wechselrichter/Ladegerät, Solarladeregler und Ladebooster). Die zwei Lithium-Akkus mit jeweils 200 Ah Kapazität sind platzsparend oberhalb der Radläufe verbaut.

Auf der gegenüberliegenden Seite bietet ein 1,20 m langes Multifunktionsfach Platz für lange Gegenstände wie Verdunklungsmatten oder Angeln. Für Jäger gibt es sogar eine rechtssichere, abschließbare Lösung mit Registerauszug für bis zu drei Langwaffen samt Zieloptik.

Dachzelt mit ECE-zertifizierter Bootsluke

Auf dem Fahrzeugdach befindet sich ein robuster Dachträger mit begehbarer Dachterrasse und einem Arcta-Dachzelt, das die volle Fahrzeugbreite nutzt. Das Aufstellen gelingt dank Gasdruckdämpfern durch das Lösen zweier Hebel im Handumdrehen.

Ein echtes Highlight ist der Durchstieg zum Dachzelt: Auf Kundenwunsch eines Seglers wurde eine maritime Bootsluke im Dach verbaut. Da herkömmliche Bootsluken normalerweise keine Straßenzulassung besitzen, erwirkte KEC Motors eine ECE-34-Zulassung für den Straßenverkehr.

Die Luke besteht aus 1 cm dickem, voll begehbarem Glas und lässt sich im Gegensatz zu Standard-Camping-Dachluken um volle 180 Grad öffnen. Das macht den Aufstieg ins Dachzelt extrem komfortabel.

Individualisierung, Basisfahrzeuge und Preise

KEC Motors realisiert Ausbauten auf Basis des Mercedes Sprinter mit 6,00 m oder 7,00 m Länge sowie auf VW Crafter und MAN TGE mit jeweils ca. 6,80 m Länge. Ein besonderer Vorteil beim Crafter und MAN TGE mit Allrad: Auf Wunsch verbaut KEC Motors ein Superhochdach, das eine Innenstehhöhe von bis zu 2,20 m ermöglicht – ein deutlicher Gewinn gegenüber der serienmäßigen Stehhöhe von etwa 1,83 m.

Während die Anordnung von Bad und Küche aufgrund der fest installierten Wasserwege vorgegeben ist, lässt sich der restliche Innenraum umfassend personalisieren:

  • Sitzkonfigurationen: Von der Lounge-Eckcouch bis hin zu verschiebbaren Einzelsitzen oder einer Zweier-Sitzbank mit Gurtbock.

  • Schlafplätze: Heckbett für zwei Personen, optional erweiterbar durch Aufstelldach oder Dachzelt auf bis zu vier Schlafplätze.

  • Farb- und Materialkonzept: Frei wählbare Hölzer, Polsterstoffe und Oberflächen.

Die Preise im Überblick

  • VW Crafter / MAN TGE (kurzer/mittlerer Radstand): ab ca. 148.000 €

  • Mercedes Sprinter (7-Meter-Basis): ab ca. 167.000 € (inkl. MwSt.)

  • Messefahrzeug mit Vollausstattung: Das gezeigte Kundenfahrzeug inklusive 5,5-Tonnen-Seilwinde, elektrischen Trittstufen, Solar-Vollausstattung und aufwendiger Designfolierung lag bei ca. 240.000 €.

Grundsätzlich nimmt KEC Motors auch Kundenfahrzeuge für den Ausbau entgegen, sofern diese den technischen Anforderungen entsprechen (z. B. Allradantrieb).

Fazit: Wenn branchenfremde Expertise den Unterschied macht

Der Mountaineer Grand Expedition von KEC Motors zeigt eindrucksvoll, wie frisch und durchdacht Wohnmobilausbau sein kann, wenn Know-how aus Tonstudiobau, Flugzeugtechnik und Segelsport zusammenkommen. Das Resultat ist ein extrem leises, pistenfestes und ästhetisch ansprechendes Expeditionsfahrzeug.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Jürgen Eckert und sein Team empfangen Interessierte am Firmensitz in Mengerskirchen (Westerwald). Auf rund 5.500 m² Fläche in einer ehemaligen Möbelfabrik können Kunden nicht nur fertige Vans besichtigen, sondern auch den Entstehungsprozess in verschiedenen Ausbaustufen – vom Rohbau über die CNC-Fertigung bis zur Dämmung – hautnah miterleben.

Weitere Informationen unter www.kecmotors.com.

Du möchtest das komplette Gespräch von Nele mit Jürgen Eckert hören? Die gesamte Podcast-Episode findest du auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie gleich hier:

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    Justyna Glatzer

    Justyna Glatzer ist unsere Content Marketing Managerin. Seit fünf Jahren verbindet sie ihren akademischen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft für Camping, steuert die Artikelplanung und berichtet über aktuelle Angebote und Branchen-Neuheiten. Privat erkundet sie die Natur am liebsten beim Zeltcamping und Wandern – stets in Begleitung ihrer zwei Hunde.

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