Inhaltsverzeichnis
- Wenn die Kederschiene zum Nadelöhr wird: Eine clevere Lösung für Markisen-Chaos
- Wenn aus Frust Innovation wird
- Vom 3D-Drucker zur Serienproduktion
- So funktioniert der Vario Keder
- Qualität aus Deutschland statt Billigproduktion
- Vom Problem zur Lösung: Der Multivan-Adapter
- Fazit: Einfache Lösungen für echte Probleme
Wenn die Kederschiene zum Nadelöhr wird: Eine clevere Lösung für Markisen-Chaos
Du kennst das sicher: Kaum steht dein Wohnmobil auf dem Stellplatz, ziehst du das Sonnensegel in die Kederschiene deiner Markise ein, um Schatten zu schaffen. Alles gut. Doch dann möchte dein Partner plötzlich ein Handtuch zum Trocknen dranhängen oder abends die Lichterkette aufhängen.
Was nun? Sonnensegel raus, Haken rein, morgen wieder alles retour? Dieses nervige Hin und Her kennt Kambiz Shahidi von der Firma ZIBMAK nur zu gut – und hat kurzerhand selbst eine Lösung entwickelt, die mittlerweile zum Bestseller unter Campern geworden ist.

Wenn aus Frust Innovation wird
Kambiz und seine Frau sind seit über dreißig Jahren leidenschaftliche Camper und verbringen viel Zeit in Südeuropa, vor allem in Kroatien und Italien. "Da ist es immer heiß und die Sonne scheint", erzählt Kambiz.
Nach Jahren des mühsamen Wechselspiels zwischen Sonnensegel und diversem Zubehör hatte Kambiz genug. Er suchte weltweit nach einer fertigen Lösung – einer Doppelkederschiene für Markisen. Vergeblich. Also beschloss der studierte Sozialwissenschaftler und ehemalige Personalchef, selbst aktiv zu werden. "Ich bin kein Techniker", gibt er zu, "aber ich habe mir ein kleines CAD-Programm gekauft und einen kleinen Drucker und habe einfach mal gespielt."
Vom 3D-Drucker zur Serienproduktion
Was folgte, war ein intensiver Entwicklungsprozess mit Höhen und Tiefen. Fast ein ganzes Jahr brauchte Kambiz, bis das Produkt endlich so funktionierte, wie er es sich vorstellte. "Wenn ich Ingenieur gewesen wäre oder Techniker, wär's schneller gegangen", räumt er ein. Doch Aufgeben kam nicht in Frage.
Ursprünglich wollte er die Doppelkederschiene nur für den Eigenbedarf entwickeln. Doch als Freunde das fertige Produkt sahen, drängten sie ihn: "Das musst du vertreiben, das wollen andere auch haben." So gründeten Kambiz und seine Frau vor gut drei Jahren die Firma ZIBMAK. 2024 präsentierten sie ihr Produkt erstmals beim Campfire der Ideen auf der CMT. "Es ist eingeschlagen wie eine Bombe", erinnert sich Kambiz.
Hier kannst du dir das Interview mit Kambiz in voller Länge anhören:
So funktioniert der Vario Keder
Das Prinzip ist denkbar einfach: Der Vario Keder wird mit seinem oberen Teil in die bestehende Kederschiene der Markise eingezogen. Unten befinden sich dann zwei weitere Kederschienen, in die du verschiedenes Zubehör einfädeln kannst – vom Sonnensegel über Lampionketten bis hin zu speziellen Haken für Handtücher oder Kräutertöpfe.

Bei der Entwicklung stieß Kambiz allerdings auf eine Herausforderung: Thule, einer der größten Markisenhersteller in Europa, verwendet zwei verschiedene Kederschienen-Varianten. "Einmal ist die Kederschiene unten und einmal ist sie nach oben innen versetzt", erklärt er. Die Lösung: Eine Y-förmige Konstruktion mit zwei Kedern oben. Das brachte einen zusätzlichen Vorteil: Über den freien Keder lässt sich ein fünf Zentimeter langer Verbinder schieben, der für Stabilität sorgt.
Die einzelnen Elemente sind jeweils 48 Zentimeter lang und lassen sich modular miteinander verbinden. "Mit dem Verbinder hat man eine Stabilität wie eine ein, zwei oder drei Meter lange Stange und man hat eine saubere Flucht", betont Kambiz. Das bedeutet: Du kannst Zubehör durchgängig einziehen, ohne dass es an Übergängen hängen bleibt.

Qualität aus Deutschland statt Billigproduktion
Hochwertiges Material war Kambiz von Anfang an wichtig. Der VarioKeder besteht aus Hart-PVC ohne Weichmacher und ohne Glasfaser. "Dadurch ist unser Produkt verrottungsfest, sehr verwindungssteif und UV-beständig", erklärt er. Produziert wird in Deutschland, bei einem Hersteller nur hundert Kilometer entfernt.
"Ich habe kein Interesse in China zu produzieren, auch wenn's noch so günstig ist", stellt der Tüftler klar. Die Probleme mit Verschiffung, Reklamationen und Qualität wollte er von vornherein vermeiden. "Ich will lieber ein Produkt haben, was vielleicht etwas kostenintensiver ist und dadurch auch teurer im Verkauf. Aber ich habe keine Probleme mit Kunden, weil ich keine Reklamationen habe."
Erhältlich ist der Vario Keder in zwei Farben: Rot als Firmenfarbe und Eye-Catcher für 14,99 Euro und Grau für 16,65 Euro – jeweils inklusive Verbinder.

Vom Problem zur Lösung: Der Multivan-Adapter
Dass Innovation ein fortlaufender Prozess ist, zeigt eine weitere Entwicklung aus dem Hause ZIBMAK: An der T-Reihe von VW ist eine Kederschiene mit einer leicht gebogenen Form angebracht – hier passte der VarioKeder zunächst nicht rein.
Doch die Lösung ließ nicht lange auf sich warten: Ein 48 Zentimeter langer Verbinder, der in die Multischiene geschoben wird und den Querschnitt verkleinert, folgte auf dem Fuße. "Damit kann man jedes Zubehör mit 6 mm Durchmesser nun nutzen, erklärt Kambiz”.
Und der Clou: Der Adapter funktioniert sowohl als Verkleinerung von 8 auf 6 als auch als Vergrößerung von 6 auf 8 mm.

Fazit: Einfache Lösungen für echte Probleme
Der VarioKeder von ZIBMAK zeigt eindrucksvoll, dass echte Gamechanger im Camping ganz einfach und günstig sein können. Die modulare Bauweise ermöglicht flexible Anpassungen an unterschiedliche Markisenlängen. Dass das Produkt in Deutschland gefertigt wird, ist für mich persönlich noch das Sahnehäubchen obendrauf.
Weitere Informationen findest du unter www.zibmak.de



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