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Zelten für Einsteiger: Auf ins analoge Abenteuer

In der Natur sein, dem Vogelgezwitscher lauschen, Sonnenauf- und -untergänge erleben und wenn es dir nicht gefällt, alles einpacken und weiterziehen: Es gibt viele gute Gründe fürs Zelten. Dabei kann Zelten ganz pur und abenteuerlich sein oder aber, je nach Platz und Ausstattung, auch einen Komfort bieten, der einem Urlaub z.B. im Ferienhaus in nichts nachsteht. Was du als Newbie wissen musst und wie du das richtige Zelt und den richtigen Platz findest, das erfährst du hier.

Fangen wir bei der Ausrüstung an. Beim Zeltkauf hast du, wie so oft, die Qual der Wahl. Deshalb ist es gut, sich vorher ein paar Fragen zu stellen und z.B. zu überlegen, wie oft du zelten möchtest oder wie lange. Bist du überwiegend alleine unterwegs, zu zweit, in einer Gruppe oder mit Familie? Sind Kinder dabei und wieviel Privatsphäre brauchst du? Wo geht es hin – eher in südlichere, heiße Gegenden oder eher in regenreiche Gebiete? Und die wichtigste Frage überhaupt: Ist Zelten überhaupt etwas für dich? Diese Frage ist schwerer zu beantworten als alle anderen. Drehen wir deshalb den Spieß um! Wenn du geräuschempfindlich bist, gerade wenn es um die „Lebensgeräusche“ deiner Mitmenschen geht, wenn du es hasst, Dusche und Toilette mit anderen zu teilen, wenn du nicht auf ein Frühstückbuffet oder ein 3-Gänge-Menü verzichten kannst und wenn du Natur nicht magst und alles was krabbelt, dir die Nackenhaare zu Berge stehen lässt: Dann lass es!

Ansonsten aber kann ich nur raten: Ausprobieren! Ausprobieren, wie es ist, von Vogelstimmen geweckt zu werden. Wie es ist, schnell mit anderen, ganz unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu kommen, wie es ist, in einer durchdigitalisierten, durchgeplanten Welt das Gefühl von Freiheit und analogem Abenteuer zu genießen.

Das richtige Zelt finden

Du liest weiter? Prima! Dann kommt es jetzt wohl darauf an, welche Zeltform die richtige für dich sein könnte. Im Prinzip gibt es drei Grundformen. Dabei machen so genannte Wurfzelte seit gut 10 Jahren den Aufbau besonders leicht. Sie sind vor allem sehr schnell aufgestellt, indem man sie im wahrsten Sinne des Wortes einfach auf den Zeltplatz wirft. Ein Nachteil könnte das Packmaß sein, denn ein Wurfzelt ist zusammengelegt eine mehr oder minder große Scheibe, die relativ viel Platz beansprucht.

Daher ist das Wurfzelt für Trekking- oder Fahrradtouren eher nicht so ideal. Hier kommt das Trekkingzelt ins Spiel! Trekkingzelte sind meistens sehr kompakt zusammenlegbar und dabei durchaus sehr widerstandsfähig. Sie eignen sich, wenn du häufig den Platz wechseln möchtest.

Hast du stattdessen aber vor, das Zelt einmal aufzubauen und den Urlaub dann längere Zeit an einem Platz zu verbringen, ist vielleicht ein Hauszelt mit mehreren, abgeteilten Kammern und/ oder einem Vorzelt die richtige, weil quadratmetermäßig größte Wahl – vor allem, wenn du mit Kindern unterwegs bist und mit dem Auto reist.

Wie viel Regen ein Zelt aushält, erfährst du übrigens aus dem Wert der so genannten Wassersäule. Sie gilt als Referenz für die Wasserdurchlässigkeit des Materials. Angegeben ist meist ein Wert in Millimetern. Hier gilt: Je höher der Wert, desto dichter das Material. Zelte mit einem WS-Wert >1.500 mm gelten als wasserdicht. Wenn dein Zelt aber wirklich auch einen Starkregen oder mehrere Regentage überstehen soll, solltest du auf eine Wassersäule ab 3.000 mm achten. Wie du das richtige Zelt findest, haben wir viel umfangreicher in unserem Ratgeber zum richtigen Zelt beschrieben.

Die richtige Ausrüstung

Bevor du deine Ausrüstung zusammenstellst, solltest du noch einmal kurz überlegen: Wo geht es hin? Wie lange? Mit wem? Dann schreibst du am besten auf, was dir einfällt bzw. was du sonst mit auf Reisen nimmst und checkst am besten unsere Packliste. Für einen gelungenen Zelturlaub unabdingbar sind neben Zelt, Isomatte oder Luftmatratze und Schlafsack auch ein Werkzeugset, ein Gaskocher mit Kartusche, eine Leuchte (Batterie oder Gas) oder Kerzen. Ich persönlich brauche auch Tisch und Stuhl, aber am Ende entscheidest du, wieviel Komfort du gerne hättest. Schau dich einfach in einem Camping Shop wie campz.at in Ruhe online um.

Meine Erfahrung sagt aber auch, dass Camper untereinander sehr hilfsbereit sind. Hast du also vielleicht den Gummihammer zum Einschlagen der Heringe vergessen, frag doch einfach mal die Menschen rechts und links von dir. Am Ende springt dann vielleicht noch ein gemeinsames Getränk am Lagerfeuer oder Grill dabei heraus.

Damit du nichts Wichtiges vergisst, checke auch mal unsere Packliste fürs Zelten.

Den richtigen Zeltplatz finden

Um mal mit einem gängigen Vorurteil aufzuräumen: Es ist in Deutschland und auch den meisten europäischen Ländern nicht erlaubt, ein Zelt einfach so in die Gegend zu stellen. Ausnahme bilden die skandinavischen Länder (außer Dänemark) mit ihrem „Allemannsretten“, dem Jedermannsrecht. Wichtige Infos dazu findest du in unserem Podcast über Wildcamping.  

Grundsätzlich gilt es also, einen geeigneten Platz für dich und dein Zelt zu finden. Auch hier haben wir in unserem Magazin bereits zahlreiche Tipps veröffentlicht. Vielleicht magst du keine asphaltierten Wege und keine Parzelleneinteilung? Dann ist ein natürlicher oder naturnaher Platz sicherlich das richtige für dich. Oder du liebst es besonders komfortabel? Dann nichts wie auf zum „Glamping“ – zum Camping mit höchstem Komfort und Glamour. Es gibt aber auch zahlreiche Plätze, die sich auf eine oder mehrere Zielgruppen fokussiert haben: Plätze speziell für Familien, aber auch welche, die ausdrücklich kinderfrei sind. Es gibt FKK-Plätze, Plätze für Hundeliebhaber und solche, auf denen Hunde (und andere Haustiere) gar nicht erlaubt sind. Es gibt Plätze speziell für Motorradfahrer, barrierefreie Plätze, Plätze für Senioren und andere speziell für Jugendliche. Das abgefahrenste was ich bei meiner Recherche entdeckt habe, ist ein Swinger-Campingplatz. Laut Beschreibung sind hier sexuelle Handlungen auf dem gesamten Platzgelände ausdrücklich erlaubt …

Wenn du dich also vorher gut über den Platz informierst, erlebst du hoffentlich keine Enttäuschung und triffst auch eher Gleichgesinnte.  

Titelbild: (c) simoly / Depositphotos.com

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