|

10 unterschätzte Dinge, die erfahrene Camper immer dabei haben und Anfänger selten

Es sind nicht das teure Solarmodul oder die perfekte Markise. Die wirklich unverzichtbaren Begleiter auf Tour kosten oft nur ein paar Euro. Sie passen in jede Schublade.

Frag mal jemanden, der seit zehn Jahren im Camper unterwegs ist, was auf keiner Tour fehlen darf. Die Antwort wird dich wahrscheinlich überraschen: Es ist selten das neueste Gadget oder die teuerste Campingausrüstung. Es sind die kleinen, unscheinbaren Dinge, die den Unterschied zwischen „gut geplant“ und „improvisiert“ ausmachen.

Wir haben unsere Community gefragt und die Antworten mit unseren eigenen Erfahrungen abgeglichen. Hier sind zehn Dinge, die fast jeder erfahrene Camper immer dabeihat und die bei Einsteigern meist fehlen.

1. bis 3. Die heilige Dreifaltigkeit: Panzertape, Kabelbinder und WD-40

Ja, wir zählen die drei als ein Paket. Denn sie gehören zusammen wie Hering, Hammer und Zeltplane. Das Prinzip ist simpel: Panzertape und Kabelbinder machen fest, was locker ist. WD-40 macht locker, was fest ist. Für uns die wichtigsten Komponenten im Werkzeugkasten.

Panzertape repariert gerissene Zeltplanen, dichtet provisorisch Lecks ab und hält den kaputten Schrankverschluss zusammen, bis man eine richtige Lösung findet. Auf einer Tour durch Schottland hat es uns mal die Heckscheibenabdichtung gerettet, mitten im Regen, mitten in den Highlands. Kabelbinder ergänzen das perfekt: Duschkopf befestigen, Kabel bündeln, den Wäscheständer am Fahrradträger sichern. Der Trick: Nimm nicht nur die kleinen. Ein Mix aus 10, 20 und 30 cm deckt fast alles ab.

Und WD-40? Klemmendes Schiebedach, quietschende Seitentür, festgegammelter Gasflaschenanschluss nach der Winterpause: ein kurzer Spritzer und das Problem ist gelöst. Außerdem schützt es Metallteile vor Korrosion, was gerade an der Küste oder in feuchten Regionen Gold wert ist. Eine kleine Dose wiegt nichts und hält ewig.

4. Paracord: zehn Meter, tausend Möglichkeiten

Eine Rolle Paracord gehört zu den Dingen, von denen man nicht wusste, dass man sie braucht – bis man sie WIRKLICH brauchte. Wäscheleine zwischen Camper und Baum? Drei Minuten. Plane als Sonnensegel abspannen? Fünf Minuten. Surfbrett zusätzlich sichern, Hängematte aufhängen, den kaputten Reißverschluss am Rucksack provisorisch austauschen oder die durchgekaute Hundeleine ersetzen? Alles Paracord-Territorium. Das Seil ist extrem reißfest, leicht und lässt sich auf ein minimales Packmaß zusammenrollen. Zehn Meter kosten unter fünf Euro und passen in jede Hosentasche.

5. Ein faltbarer Wasserkanister (10 Liter)

Der starre Kanister nimmt Platz weg, auch wenn er leer ist. Ein faltbarer dagegen lässt sich auf die Größe eines Taschenbuchs zusammenrollen. Wer schon mal auf einem Stellplatz ohne Wasseranschluss stand und 300 Meter zum nächsten Hahn laufen musste, weiß diesen Unterschied zu schätzen. Bei Campingausstattern wie Fritz Berger gibt es solche Modelle bereits ab 8 bis 10 Euro. Achte allerdings darauf, dass das Material lebensmittelecht ist. Insbesondere, wenn du das Wasser auch trinken oder zum Kochen verwenden willst.

Unser Tipp: Einen Kanister mit Zapfhahn nehmen. So wird er gleichzeitig zur mobilen Handwaschstation beim Kochen draußen oder auf kleinen Ausflügen mit dem Pkw. Denn wir wissen ja: Multifunktionalität ist beim Camping einfach alles!

6. Eine robuste Sonnenbrille, die wirklich passt

Klingt trivial – aber wer auf einer Küstenstraße in Kroatien drei Stunden gegen die Nachmittagssonne fährt, merkt den Unterschied zwischen einer 5-Euro-Tankstellenbrille und einer, die wirklich sitzt, nicht rutscht und ordentlich UV-Schutz bietet. Beim Wandern, Radfahren oder stundenlangen Fahrten ist eine schlecht sitzende Sonnenbrille nicht nur nervig, sondern ein echtes Sicherheitsrisiko.

Wir haben daher jeder eine „Autobrille“, die immer im Fahrzeug bleibt und auf unsere jeweiligen Sehstärken angepasst ist. Bei einem Optiker wie eyes + more kannst du dir zu günstigen Preisen ein Modell aussuchen, das auch härtere Bedingungen mitmacht. Und egal woher die Brille kommt: Investier in ein stabiles Hardcase. Kratzer auf der Sonnenbrille sind der Klassiker im Camper-Alltag und auf Dauer ziemlich lästig.

7. Stirnlampe mit dimmbarem Licht

„Ich hab doch die Taschenlampe vom Handy.“ Ja, und damit blendest du nachts auf dem Campingplatz jeden Nachbarn im Umkreis von 20 Metern. Eine Stirnlampe macht beide Hände frei. Ob zum Kochen, Abwaschen oder nächtlichen Gang zur Toilette. Definitiv unter den Top 3 der meist-unterschätzten Camping-Ausrüstung.

Entscheidend ist, dass sich die Helligkeit stufenlos regulieren lässt: Volle Power für den Waldweg, gedimmt auf Minimum für den Griff ins Staufach, ohne dass der ganze Camper taghell wird. Manche Modelle haben zusätzlich einen Rotlicht-Modus, der die Nachtsicht schont. Praktisch, aber ehrlich gesagt: Dimmen reicht den meisten völlig. Ein einfaches Modell kostet zwischen 15 und 25 Euro, etwas hochwertigere Varianten wie die Klassiker von Petzl starten größtenteils so ab 30 bis 35 Euro.

8. Magnetische Haken und Ösen (mit Schutz!)

Die meisten Camper haben irgendwo Metallflächen. Am Kühlschrank, an der Schiebetür, an der Heckgarage. Magnetische Haken verwandeln jede davon in eine Aufhängung: für Schlüssel, Handtücher, Kochutensilien oder die Lichterkette am Abend. Drei bis fünf Stück reichen, und plötzlich hat der Camper doppelt so viel nutzbaren Platz.

tip icon
tip
tip icon

Unbedingt Modelle mit Gummi- oder Filzbeschichtung nehmen. Blanke Magnete hinterlassen auf lackierten Metallflächen oder Möbelfurnier hässliche Kratzer und das merkt man meistens erst, wenn es zu spät ist. Wir haben gute Erfahrungen mit den Produkten von magnethandel.de gemacht. Dort gibt es eine unendliche Auswahl an unterschiedlichsten Magnetvarianten, die wir dann einfach selbst auf der Unterseite mit etwas Filzklebeband versehen haben. Das funktioniert bisher einwandfrei.

9. Spanngurte und Expander-Seile

Alles, was im Camper nicht befestigt ist, fliegt bei der ersten scharfen Kurve durch die Gegend. Spanngurte sichern den Campingtisch auf dem Heckträger, Expander-Seile halten die Schuhe im Staufach und das Surfbrett auf dem Dach. Zwei bis drei Spanngurte und eine Handvoll Expander in verschiedenen Längen gehören zur Grundausstattung. Pro-Tipp: Die mit Haken an beiden Enden sind vielseitiger einsetzbar als Schlaufen-Varianten.

Wir kaufen unsere Spanngurte und Expander üblicherweise in Baumärkten wie Bauhaus, Toom oder hagebau. Dort gibt es sie in verschiedenen Längen und Ausführungen und die Qualität ist für unsere Zwecke absolut in Ordnung.

10. Ein Mikrofaser-Allzwecktuch (ca. 60 × 120 cm)

Nicht das kleine Brillenputztuch. Es trocknet in einer Stunde, nimmt dreimal so viel Wasser auf wie ein normales Handtuch und wiegt fast nichts. Wir nutzen es als Handtuch, als Picknickdecke, als Sonnenschutz am Fenster, als improvisiertes Kopfkissen und einmal sogar als Notfall-Filter, um groben Sand aus Wasser zu sieben. Ein einziges Tuch, das zehn Dinge ersetzt. Das ist die Definition von guter Camper-Ausrüstung.

Fazit

Die beste Ausrüstung ist die, über die man nicht nachdenken muss. Sie ist einfach da, wenn man sie braucht. Keiner dieser Gegenstände kostet mehr als 25 Euro, keiner wiegt mehr als ein paar hundert Gramm. Aber zusammen machen sie den Unterschied zwischen einer Tour, die reibungslos läuft, und einer, bei der man ständig improvisiert.

Was ist dein unterschätzter Geheimtipp? Schreib ihn uns in die Kommentare, wir sind gespannt.

Titelbild: Montage mit Hilfe von KI

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Sebastian Vogt

Ich bin Sebastian Vogt, der Technik-Experte und Redakteur für smarte Lösungen und Gadgets bei CamperStyle. Meine Expertise ist fundiert durch sechs Jahre dauerhaftes Leben im Wohnmobil als Digitaler Nomade. Ich weiß aus First-Hand-Experience, welche Technologien im mobilen Alltag zuverlässig funktionieren und welche nicht. Daher schreibe ich hauptsächlich über Stromversorgung, Fahrzeugzubehör und die Digitalisierung unterwegs. Ein wichtiges Kapitel dieser Reise waren unsere drei geretteten Hunde – so teile ich zusätzlich meine fundierten Erfahrungen und Tipps rund um das Thema Camping mit Hund. Meine Lieblingsspots? Immer dort, wo ich einen Stellplatz am Wasser finde.

Dir hat der Beitrag gefallen?

Dann teile ihn mit deinen Freunden!

App - Post Subscribe Form

Erhalte kostenlose Camping-Tipps und Infos per Mail!

Nach dem Absenden des Formulars bekommst du eine Mail mit einem Link, den du anklicken musst, um dich zum Newsletter anzumelden. Du bekommst dann 1-2 Mal im Monat E-Mails von uns zu Camping-Themen. Die Frequenz hängt von der Menge an News und Ratgebern im Monat ab. Du kannst deine Einwilligung jederzeit per E-Mail an post@camperstyle.de oder durch den sich in jeder Mail befindlichen Link widerrufen. Der Versand erfolgt gemäß unserer Datenschutzerklärung unter https://camperstyle.de/datenschutzerklarung/