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Podcast: Kaufentscheidungen im (Camping-)Alltag: Wie Werbung auf unser Gehirn wirkt

In dieser Episode spricht Sebastian mit Frank Depping, dem Macher hinter dem YouTube-Kanal „Frank D. Camping“, der sich auf Wohnmobil-Umbauten, Produkttests und Langzeiterfahrungen spezialisiert hat. Gemeinsam gehen die beiden der spannenden Frage nach, warum wir Werbung so gerne glauben wollen – und was unser Gehirn dabei eigentlich mit uns macht. Eine Episode, die dich auch als Camperin oder Camper vielleicht das ein oder andere Mal zum Nachdenken bringen wird!

Sebastian ist diesmal ohne Nele am Mikrofon – sie hat Podcast-Verbot, weil ihre Stimme wegen ihres Infekts immer noch nicht mitmacht. Zum Glück ist unser lieber Kollege Frank Depping von Frank D. Camping spontan eingesprungen. Und die beiden haben sich in ein Thema gestürzt, das selten so offen im Camping-Kontext besprochen wird: Warum glauben wir eigentlich Werbung – und was macht das mit unserem Gehirn? Ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen von Influencer-Arbeit, Kaufentscheidungen und den psychologischen Mechanismen, die uns alle, natürlich auch als Camperinnen und Camper, täglich beeinflussen.

Und passend zum Thema 😄 Rabattcodes und Links von unseren Werbepartnern findest du hier: links.camperstyle.de

Darüber haben wir in dieser Episode gesprochen

  1. Parasoziale Beziehungen: Warum Hörer:innen und Zuschauer:innen Influencer unbewusst wie Freunde wahrnehmen – und was das für den Wert einer Produktempfehlung bedeutet (Forschung von Horton & Wohl, 1956)
  2. Halo-Effekt: Wie Sympathie und Aussehen automatisch auf empfohlene Produkte übertragen werden – und warum Franks Messebesuch in Stuttgart für 40–50 Bestellungen im Camper-Style-Shop gesorgt hat
  3. Mere-Exposure-Effekt: Warum Wiederholung in der Werbung funktioniert – von der Emma-Matratze bis zum Holy-Energydrink
  4. Reziprozität: Was passiert, wenn Hersteller Influencern Produkte schenken – und warum das Gehirn dann automatisch das Bedürfnis entwickelt, etwas zurückzugeben (Roberto Cialdinis „Psychologie des Überzeugens“)
  5. Motivated Reasoning & Choice-Supportive Bias: Wie das Gehirn Kaufentscheidungen im Nachhinein schönredet – bei Influencern genauso wie bei Käufer:innen
  6. Dunning-Kruger-Effekt: Wer ist eigentlich ein Campingexperte – und wann überschätzen wir uns selbst?
  7. Macht und Echokammern: Wie wachsende Reichweite Influencer verändert, Algorithmen Filterblasen verstärken und warum ehrliches Feedback mit steigender Followerzahl seltener wird
  8. Transparenz in der Praxis: Wie Sebastian und Frank mit Kooperationen, Kennzeichnungspflichten und den eigenen Grenzen beim Testen von Produkten (z. B. Wasserfilter, UV-Systeme, Gaswarner) umgehen

Links und Ressourcen

  1. Frank D Camping auf YouTube
  2. Buchtipp: „Influence – Die Psychologie des Überzeugens“ von Robert Cialdini
  3. Idealo.de – Preisvergleich inkl. Versandkosten und Verfügbarkeit
  4. Geizhals.de – Franks langjähriger Preisvergleichs-Favorit
  5. Amazon-Preisverlauf-Tools: Keepa und CamelCamelCamel

Jetzt mal ehrlich – dein Wort zählt!

Hast du schon einmal ein Camping-Produkt gekauft, weil ein Influencer es empfohlen hat – und warst du hinterher wirklich zufrieden damit, oder hat die Realität doch etwas anders ausgesehen? Teile deine Erfahrungen mit uns, denn genau solche ehrlichen Einschätzungen helfen der ganzen Community! Dann schick uns gerne eine Nachricht an podcast@camperstyle.de oder per WhatsApp.

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Das Transkript der Folge

Diese Zusammenfassung wurde von einer KI erstellt und kann daher kleine Unklarheiten oder Fehler enthalten. Es dient zum schnellen Nachschlagen der in der Episode besprochenen Themen. Anhand der Zeitstempel sind diese dann einfach im Podcast nachzuhören.

Sebastian: Herzlich willkommen zum Camper Style Podcast. Ja, deinem Camping-Podcast. Das Intro hab ich schon mal 'n bisschen vergeigt. Äh, ich bin wieder hier ohne Nele. Ich bin Sebastian, hab mir 'n Gast dazu geholt. Der liebe Frank ist bei mir im Studio, ähm, und ich würd sagen, es war 'n bisschen anders geplant, aber Frank, äh, für alle, die dich noch nie hier bei uns gehört haben, deinen YouTube-Kanal nicht kennen: Stell dich doch erst mal bitte ganz kurz vor. Wer bist du? Was machst du? Und was gibt's bei dir zu sehen, zu hören? Frank: Ja, hallo zusammen, mein Name ist Frank, Frank Depping. Ich, äh, hab 'n YouTube-Kanal, der nennt sich Frank D Camping und ich berichte eigentlich so in der Hauptsache über Wohnmobil-Aus-, Umbauten, die ich bei mir selber vorgenommen habe, ähm, über Dinge, die ich mir gekauft habe, ob sie was taugen oder nicht taugen, auch teilweise Langzeiterfahrungen. Ähm, ich habe aber auch Sachen, die ich gestellt bekomme, die ich dann teste und darüber berichte und bin natürlich genauso wie ihr auch immer wieder gerne auf den Messen unterwegs, auf großen und auch auf kleineren. Erst, ähm, in dieser Woche war ich in Essen auf der Messe. Da muss man sich echt konzentrieren. Ich hab gestern gesagt, ich war in Messen auf der Esse und, äh, das ist, äh, so die Version in klein und condensed und das ist wirklich 'ne schöne Sache. Das ist, äh, auf meinem Kanal zu finden. Genau. Sebastian: Ja, und das heutige Thema, äh, wollte ich eigentlich vorhin nennen, aber es ist ein bisschen chaotisch die letzten zwei Wochen. Das heutige Thema ist, warum wir Werbung glauben wollen und was das mit unserem Gehirn zu tun hat. Und, ähm, bevor ich euch erkläre, wie's darauf kommt und was das mit Camping zu tun hat, ähm, ganz kurz paar Infos in eigener Sache. Also ihr merkt ja, Nele ist jetzt 'ne Weile nicht dabei. Äh, ich muss euch sagen, wir haben uns getrennt. Nein, Quatsch. Ähm, Nele ist krank, äh, Nele hat keine Stimme. Ähm, also es geht ihr zwar schon besser, aber sie kann einfach noch nicht sinnvoll reden, weil immer wenn sie's versucht, fängt sie an zu husten und deswegen hat sie Podcast-Verbot und auch sonst 'n, äh, Sprechverbot. Das wird vermutlich auch noch ein bisschen dauern und, äh, aus diesem Grunde, äh, ist es grad eine große Herausforderung, neue Episoden zu machen, weil wir halt einfach 'n eingespieltes Team sind und man auch mal nicht so eben schnell, äh, 'n paar Gäste aus'm Hut zaubern kann, die dann, äh, sofort da sind. Ähm, Gott sei Dank, ähm, hat das mit Frank ganz gut geklappt, äh, weil Frank war so der Erste, der mir dann eingefallen ist, wo ich sagte, den ruf ich einfach mal an, weil mit Frank kann ich, egal wann wir uns treffen, wir sind immer sofort in irgend'nem Thema drin und können darüber sprechen. Und, ähm, deswegen hab ich ihn angefragt und er sagt: „Ja, kann ich mir vorstellen." Äh, und ich hatte zufällig auch bei ihm auf'm Kanal bisschen geguckt, dass er grad ein bisschen, äh, eine Diskussion, äh, um das Thema Sebastian: Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und das Formulieren von Titeln und so weiter und so fort hatte und, ähm, hab gesagt: „Ja, ich hab ja hier das und das gesehen", und dann sagte: „Ja, das ist ganz spannend. Lass uns doch mal über das Thema Werbung vielleicht auch sprechen." Und, ähm, ich mir erst gedacht: „Na ja, Werbung, ja, Camping, ist 'n Camping-Podcast." Und wir haben ja auch ganz bewusst, äh, die Themen, die nichts mit Camping zu tun haben, in unseren Zweitpodcast ausgelagert. Übrigens, wer uns da vermisst, auch da ist jetzt schon anderthalb Monate Funkstille. Das liegt einfach daran, dass wir Messen hatten, die viel, viel anstrengender waren als geplant. Nele ist krank, ich war zwischendrin krank, Nele oder Halil ist krank. Ähm, ich hatte auch die Woche noch meine Frau ins Krankenhaus geschafft. Die durfte ich jetzt heute Gott sei Dank wieder abholen. Ist auch nichts ganz Schlimmes bei passiert. Also bei uns geht's grade ziemlich drunter und drüber und wir müssen viele Dinge improvisieren. Deswegen kommt auch unser Zweitpodcast grad nicht raus, aber es wird sich so langsam stabilisieren und es werden auch da wieder Folgen kommen. Und auch hier werden wir wieder die Mittwochsfolge bestimmt bald haben und auch wieder regelmäßiger Nele zu hören sein. Also das erst mal ganz kurz für alle, die sich gewundert haben, was bei uns los ist. Ja, wir wollen heut, ähm, über Werbung sprechen. Was hat's mit Camping zu tun? Na ja, ähm, wir gehen da ganz offen und ehrlich mit um. Ich hab vorhin mit Frank so im Vorgespräch 'n bisschen gesprochen. Also bei Camper Style verdienen wir unser Geld letzten Endes mit Werbung und ich würde sagen, das ist 100 % des Einkommens, was wir generieren, basiert irgendwie auf Werbung. Auf ganz verschiedenen Ebenen, aber wir leben davon. So, hier im Podcast hört ihr das ja, da ist, wird 'ne Werbung am Anfang eingeblendet, es wird zwischendrin 'ne Werbung eingeblendet. Ähm, auf unserem Magazin sind Anzeigen in den, ähm, in den Artikeln drin. Wir haben, ähm, wo haben wir denn, wo haben wir denn noch Werbung? Wir haben eben Artikel, die wir als Werbung kennzeichnen, die wir mit unserem Kunden zusammen machen. Wir hatten auch schon mal ein, zwei Podcast-Episoden, wo wir gesagt haben, das ist jetzt Werbung, wo die Kunden uns dafür bezahlt haben, dass sie quasi zum Interview bei uns waren. Und, ähm, ja, Werbung gibt's bei uns einfach an jeder Stelle, weil irgendwie müssen wir ja die viele Zeit, die wir hier reinstecken, auch, äh, gegenfinanzieren, weil wir müssen von irgendwas leben. Und, ähm, wie viele von euch da draußen auch, wollen wir nicht nur trockenes Brot essen, sondern eben auch was Leckeres drauf haben. Na, ihr kennt das. So. Und da, wo Werbung ist oder da, wo ich damit Geld verdiene, ist natürlich auch immer die Gefahr, dass ich Sebastian: vom rechten Weg abkomme, um es mal so zu formulieren. Ähm, weil generell, wir finden jetzt, Werbung ist nichts Schlimmes. Werbung ist um uns überall herum. Unsere Welt wäre vielleicht eine bessere, wenn wir sie nicht hätten. Das kann sein. Gleichwohl sind wir Teil des Systems. Klar, kann man's unterstellen, ist ja logisch, ihr verdient damit Geld. Ihr könnt das gar nicht schlecht finden. Ähm, und gleichwohl wissen wir, dass Werbung eben auch negative...Eigenschaften hat und dass das durchaus etwas ist, was eben auch Menschen vielleicht dazu bringt, Dinge zu kaufen, die sie sonst nicht gekauft hätten. Wir reden uns und ich formulier das bewusst so: Wir reden uns immer ein, dass wir, ähm, keine Dinge bewerben, die man eigentlich nicht braucht. Wir sind uns aber dessen bewusst, dass das natürlich eine sehr individuelle Geschichte ist und das für jeden auch anders ist. Und, ähm, genau aus diesem Grund fand ich die Episode ganz gut. Nicht nur, weil sie euch mal wieder so 'n bisschen hinter die Kulissen gucken lässt, sondern auch, weil ich mal so 'n bisschen geschaut hab. Ich mag ja mich sehr gerne mit unserem Gehirn beschäftigen und ich hab mal 'n bisschen geschaut, warum funktionieren eigentlich bestimmte Dinge gut? Und ich glaube, es ist durchaus hilfreich, äh, wenn ihr auch über euch wisst, wie euer Gehirn an bestimmten Stellen funktioniert, warum Dinge funktionieren, mhm, weil dann kann man sich ja auch vielleicht das eine oder andere Mal noch ein bisschen reflektieren, bevor man Dinge kauft. Jetzt hab ich viel gesabbelt. Frank, wann hast du denn das letzte Mal etwas gekauft, weil irgendjemand im Internet irgendwas gezeigt hat? Frank: Ich denke immer noch drüber nach, weil du hast mir die Frage schon im Vorgespräch gestellt und, ähm, ich hab's nicht direkt jetzt im Hinterkopf von YouTube. Auf Instagram bin ich extrem selten unterwegs, bin allerdings bei Instagram dann doch mal irgendwo drüber gestolpert über 'ne Sache, wo ich sagte: Ah, da würde sich jemand drüber freuen und der Tab ist noch auf bei mir im Browser. Äh, gibt auch so 'n Podcast Too Many Tabs, die, die sind bei mir natürlich auch auf und ich steh immer noch davor und sage: Ah, vielleicht mach ich das noch. Und natürlich komm ich auch immer wieder beim Durchscrollen durch den YouTube-Feed, ähm, auf, auf Produkte oder auf, s..., ja, Sachen, die beworben werden oder be-, über die berichtet wird, so wie ich das auch tue, wo ich denke, könnten die mir vielleicht für mich geeignet sein und dann erwischt einen öfter mal dieses Haben ist besser als Brauchen. Also ich bin da überhaupt nicht, äh, unabhängig, ähm, und bin da genauso anfällig wie alle anderen auch. Sebastian: Bei mir ist das tatsächlich erst vorhin passiert. Also ich, äh, weiß über mich, dass ich aufgrund der Strukturierung meines Gehirns sehr stark neige dazu, Dinge spontan zu kaufen. Das war in meinem früheren Leben viel, viel, viel, viel, viel unkontrollierter, als es heute ist. Frank: Mhm. Sebastian: Ähm, heute passiert das ab und zu noch in, in kleinem Rahmen und das ist für mich auch okay. Das ist eben was, was mein Gehirn manchmal braucht. Aber, ähm, bei vielen Dingen kann ich das mittlerweile sehr gut kontrollieren. Nichtsdestotrotz hab ich heute tatsächlich durch TikTok gescrollt 'n bisschen, als ich, äh, gewartet habe und habe ein Produkt gesehen, ein, äh, einfach Bluetooth-Lautsprecher, den ich spannend fand. Und, ähm, ich hab, äh, vorgestern darüber nachgedacht, mir einen neuen zuzulegen, weil, äh, der, den wir haben, der ist jetzt irgendwie ins 15. Jahr gekommen und hat, äh, 'ne Akkukapazität von, äh, 20 Sekunden noch. Ist also einfach nicht mehr sinnvoll, dass man den mitnehmen kann. Und, äh, da war das ganz spannend. Und dann hab ich, bevor ich aber auf den Kaufen-Button geklickt habe, impulsiv hab ich noch mal kurz geguckt: Ist das wirklich ein Angebot, was man hier mir gerade verkaufen will mit den Coupons? Frank: Mhm. Sebastian: Und hab festgestellt: Jo, das ist tatsächlich Bestpreis für dieses Produkt. Also, ähm, ich hab aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit in 'nem anderen Unternehmen, was ich noch habe, äh, den Zugriff auf, ich weiß gar nicht wie viel 100 Millionen Produktdaten, die wir in unserer Datenbank speichern mit Preisverläufen und ich kann also sehr schnell für mich gucken: Gab es etwas zu diesem Preis schon mal am Markt? Frank: Dann heißt, das heißt, wir können uns künftig alle an dich wenden, wenn wir auf der Preischecksuche sind oder wir nehmen einfach so die einschlägigen Seiten. Also wir dürfen ja wohl, glaub ich, hier das offen kommunizieren. Idealo.de ist für mich eigentlich 'ne ganz gute Plattform, um den ersten Check, die erste Info mal zu kriegen: Ähm, wo gibt's das grade auch inklusive Versandkosten und verfügbar? Du kannst schön filtern. Wo gibt es das? Und auch da muss man immer noch wieder gucken: Auf welchem Shop lande ich eigentlich? Sebastian: Mhm. Frank: Ähm, aber so als ersten Anhalt find ich das gar nicht so verkehrt. Sebastian: Ich nutz tatsächlich Geizhals.de. Das ist aber einfach 'ne historische Geschichte, dass ich mit Geizhals quasi groß geworden bin und die Seite schon immer nutze und, äh, ab und zu mal auch Idealo oder auch so Tools wie Keepa oder CamelCamelCamel für, ähm, Amazon. Geizer. Wir haben also 'n eigenen Amazon-Preisvergleich fürs Ausland, wo man quasi gucken kann: Wo kann ich Dinge bei Amazon im Ausland viel günstiger als in Deutschland kaufen? Also genau, da bin ich relativ viel. Für mich selber bau, bau ich mir, hab ich mir dann auch so Scherze gebaut wie: Wo krieg ich mein Hundefutter sehr günstig her? Also hab da einfach mir 'n Alarm gebaut, wenn unsere Hundefutter, weil unser ältestes Hund ist, also braucht spezielles Futter, das ist sehr teuer und manchmal gibt's das im Angebot und dann hat, bau ich mir halt mal schnell Tools, wo ich das überwachen kann. Aber darum soll's heut gar nicht gehen. Also lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab gesehen, Produkt ist wirklich guter Preis. Ich, ähm, hab schnell recherchiert, es sieht gut aus. Es, also es funktioniert so, wie ich mir das vorstelle. Es hat die Features, die ich spannend finde und hab mir das jetzt gekauft und bin tatsächlich, äh, eben auch jemand, der durchaus für Werbung empfänglich ist. Das, dessen bin ich mir bewusst. Frank: Ja. Sebastian: Und ich weiß auch aus eigener Erfahrung, auch wieder aus einem meiner Unternehmen oder für die ich arbeite, wie stark alleine dieses Impulskaufthema ist. Also das ist jetzt, ähm, ne, also Frank und ich haben uns hier so 'n kleinen roten Faden zurechtgelegt, damit wir nichts vergessen, über was wir sprechen wollen, aber es, wir werden ganz oft hier und da abbiegen. Und, ähm, ich weiß zum Beispiel aus Erfahrung, dass wenn ich es schaffe, in 'ner Botschaft, in 'nem Artikel, in 'nem, in 'ner Sprache, Sprachnachricht, in 'nem, in 'nem Video, in 'nem Reel oder was auch immer, wenn ich's schaffe, quasi 'nem Menschen ein Problem, was er hat, aufzuzeigen und vielleicht die Lösung anzubieten und wir reden über Produkte, die so zwischen 10, 20, 30, 50 Euro liegen- Frank: Aha Sebastian: ... dass es da unheimlich viele Menschen geben wird, die da sofort kaufen, obwohl sie eigentlich das Produkt nicht, nicht brauchen oder nicht kaufen wollten und vor diesem, äh, Medienkonsum auch gar nichts davon wussten oder, ne, gar nicht wussten, dass sie's brauchen.Und jetzt gibt's Unternehmen, die das sehr, sehr intensiv ausnutzen, ähm, und andere machen das eben nicht so stark. Aber da gibt's natürlich auch Menschen, die sind dafür weniger empfänglich und anfällig. Und dann gibt's natürlich Menschen, die, äh, nur aufgrund der Struktur ihres Hirns und ihres, ihres Lebens und Stresslevel und so weiter da viel, viel anfälliger für sind. Ähm, über so was wollen wir heut noch gar nicht reden. Also dass wir quasi bewusst auch Menschen manipulieren, was im Marketing durchaus funktioniert und auch tagtäglich da draußen passiert, sondern wir wollen mal so'n bisschen gucken, welche, hm, Macht haben wir denn? Welche Dinge tun wir vielleicht auch manchmal unterbewusst, manchmal bewusst, um vielleicht auch Kaufentscheidungen zu beeinflussen? Und wie funktioniert das eigentlich? Also wir wollen euch so'n bisschen Blick hinter die Kulissen geben, warum wir eigentlich mit Werbung Geld verdienen können und warum unser Job, also warum wir überhaupt davon leben können, dass wir quasi einfach nur Werbung für Produkte machen. Und euch natürlich auch 'n bissl drauf sensibilisieren. Ja, also wie gesagt, wie ich gesagt habe, Werbung ist für uns nix Schlimmes. Wir leben davon natürlich. Wär auch blöd, wenn wir sagen würden, Werbung ist schlimm, weil dann dürften wir unsern Job nicht machen. Und nichtsdestotrotz wollen wir euch so'n bisschen da mal zeigen, was da so passieren kann. Also du bist nicht so anfällig wie ich für mal schnell irgendwas zu kaufen. Frank: Oh, sag das nicht. Ich bin da gestern ja auf der Messe gewesen und, ähm, bin mit vier Dingen nach Hause gekommen, obwohl ich eigentlich gar nix kaufen wollte. Waren aber Sachen dabei, wo ich schon lange drüber nachdenke. Ähm, ich hab hier 'ne Zweitwohnung, äh, mit 'm schlechten Kühlschrank und endlich 'ne Kompressorkühlbox hab ich mir jetzt dazugestellt für kalte Getränke im Sommer, die auch kühlen, äh, gefriert kühlen kann und ich kann sie auch zur Not mal ins Wohnmobil mitnehmen. Die ist mir übrigens schon oft, ähm, von Firmen angeboten worden. Willst du nicht hier testen? Willst du die nicht machen? Ich hab immer gesagt: „Nee, brauch ich nicht, brauch ich nicht." Die Situation hat sich geändert und trotzdem wollte ich, ähm, jetzt nicht gucken, kann ich irgendwo 'ne Kooperation, äh, eingehen, was abgreifen, äh, nur weil ich das zu Hause selber brauche. Ich hab's mir selber gekauft. Äh, aber ich bin anfällig für Kleinigkeiten, gerne so Lichterketten, bunter Kram an Messen, kann ich schlecht an Ständen vorbeigehen, wo, wo man so sagt: „Boah, alles schon so schön bunt hier", ne. Und dann guckst du da rein und sagst: „Da muss doch was dabei sein, was mir gefällt", ne. Ich glaube, das kennt jeder. Sebastian: Hast du schon 'ne Camper Style Lichterkette geschenkt bekommen? Frank: Nee, ich glaub, ich hab's sogar abgelehnt von euch was mitzunehmen. Ähm, ich hab euch ja in Stuttgart, äh, kurz im Video gehabt und ich glaube, ihr habt sogar gesagt: „Nimm hier das mit, das mit, das mit." Ich hatte dafür akut keine Verwendung und hab gesagt: „Lass mal, ist gut, ist gut." Ey, ich, wir sind befreundet, ich mach das gerne und das gehört dann für mich, äh, auch dazu. Und ich hab jetzt tatsächlich auch grade in der Werbung eine andere Lichterkette von einem Ein-Mann-Unternehmen, von 'nem Tüftler, der noch 'n Hauptjob hat. Und das ist was, auch so wie du sagtest, so zwischen 30 und 50 Euro, wo du auf der Messe überhaupt nicht überlegst, sondern das packst du ein. Und ich bin mal gespannt, wie die Community drauf reagiert. Das ist 'ne pfiffige Sache. Schaut da mal ins Video. Das müsste dann nächsten Dienstag kommen. Also ich glaub, wenn ihr das heute hört, ist Sonntag. Also irgendwie so Anfang März müsste das rausgekommen sein. Ähm, 'ne klasse Sache. Sebastian: Ja, also- Frank: Schon wieder Werbung gemacht, ne? Sebastian: Ja, so funktioniert das eben. Frank: Ja. Sebastian: Und das ist ja letzten Endes auch, warum Firmen bereit sind, uns dafür zu bezahlen, weil sie um die Wirkung einfach wissen. Frank: Mhm. Sebastian: Und solange wir damit transparent und offen umgehen, find ich, ist das okay, weil dann hat zumindest jeder die Möglichkeit, da, äh, sich quasi reflektiert mit, mit auseinanderzusetzen. Ähm, spannend wird's immer, wenn man dann nicht mehr offen damit umgeht. Aber ja, das-- 'ne andere Geschichte und wir wollen natürlich auch so'n bisschen euch, äh, die wissenschaftliche Seite zeigen. Also wir werden jetzt hier nicht irgendwelche Studien großartig auspacken, aber werden jetzt euch, euch so'n paar Stichworte auch mitgeben, wo ihr, wenn ihr Interesse habt, euch auch noch 'n bisschen weiter informieren könnt, wie das eigentlich alles funktioniert. Und, ähm, auch ich bin ja kein studierter Psychologe und hab auch nur gefährliches Laienwissen, was ich mir über die Jahre angeeignet habe durch Schulungen, durch, äh, ganz viel lesen und mich eben mit Experten austauschen. Und da ist aber 'ne ganze Menge hängengeblieben. Ja, lass uns mal reinkommen oder reingucken, warum eigentlich Menschen, äh, jetzt-- Ich überleg grade uns Influencern, aber ja, natürlich sind wir Influencer, weil wir beeinflussen Kaufentscheidungen, ob wir das selber so sehen und selber den Begriff gut finden. Ich weiß, dass Nele mit dem Begriff sehr hadert, weil sie den eher negativ, ähm, wahrnimmt und ich weiß, dass- Frank: Darf ich da mal einhaken, Sebastian? Sebastian: Du darfst immer einhaken. Frank: Ja genau, heute sind wir ja in einer kleiner Runde. Ähm, genau das ist das, wo ich, ähm, tatsächlich auch festgestellt hab, ja, ich bin Influencer, aber im besten Sinne und nicht eben im negativen Sinne. Im negativen Sinne wird's gerne verstanden: Ah, das ist 'n Influencer, der verkauft dir oder der beeinflusst dich, dass du irgend'nen Müll kaufst, den du eigentlich gar nicht wolltest für zu teuer Geld und der am Ende nur rumliegt. Das ist möglicherweise das, womit man das so'n ger-, bisschen auch gerne, äh, auch in der Comedy zerpflückt, ne. Und aber tatsächlich hab ich auch viele Kommentare unter meinen Videos gehabt, die geschrieben haben: „Danke für das Zeigen und das ausführliche Vor- oder Darstellen der Vor- und Nachteile. Das kauf ich jetzt nicht." Und dann hab ich geschrieben: „Das ist doch prima. Das ist doch super. Dann hab ich dich doch in deiner, in deiner letzten Kaufentscheidung beeinflusst, dass es für dich am besten ist." Sebastian: Also bist du ein Defluencer? Frank: Nein, ich hab ihn, ich hab ihn beeinflusst dahingehend, dass er sagt: „Das schenk ich, das, das spar ich mir jetzt." Und da, da, da bin ich ganz ehrlich, da, da ging mir das das Her-, dann, dann das Herz auf. Und das war auch so die Motivation für mich, immer wieder auch grad bei komplexen Produkten, zum Beispiel Komposttoiletten oder so was, darzustellen, das und das ist gut, aber das und das könnte besser sein und das mag ich nicht. Und dann kann man am Ende selber gewichten. Aber jetzt sind wir vom Thema abgewichen. Entschuldigung, also Influencer. Sebastian: Ich finde nicht, weil's ja tatsächlich, tatsächlich ein, ein Teil ist und ich kann da, kann da auch gleich noch 'ne Story mit reingeben- Frank: Ja Sebastian: ... ähm, dass es auch gar nicht ungefährlich ist, vor Produkten zu warnen als, ähm-Unternehmen als Influencer. Da kann ich, würd ich gleich noch mal, wenn ich hier so 'n paar Sachen nacherzählt habe, auch noch mal 'ne Story zum Besten geben- Frank: Gerne Sebastian: ... weil's da durchaus schon passiert ist, die sehr teuer war. Aber letzten Endes sind wir Influencer. Ob wir das mögen oder nicht und ob wir den Begriff gut finden oder nicht und ob er manchmal negativ belegt ist und manchmal positiv, sei dahingestellt, aber wir sind Influencer, weil wenn wir etwas machen, beeinflussen wir Menschen. Und ich kann das auch ganz offen und ehrlich hier sagen: Der Frank hat, ähm, als wir auf der CMT waren, 'n kleines, äh, 'n kleinen Abschnitt eines Videos bei uns am Stand gedreht. So, er hat Kamera auf mich gehalten, hat gesagt: „So Sebastian, zeig doch mal 'n paar Produkte, was ihr so habt, um das einfach vorzustellen." Das hat, äh, dafür oder dazu geführt, dass 40, 50 Leute bei uns im Shop bestellt haben. Also ist Frank 'n Influencer. Ähm, wir haben da überhaupt nicht irgendwie gesagt: „Das ist mega gut und das braucht ihr", und Frank hat das überhaupt nicht kommentiert, sondern wir haben das einfach gezeigt, was es gibt. Aber das ist eben schon 'ne Beeinflussung, die ist gar nicht negativ, weil ohne die ganzen Medien und ohne, ohne Menschen wie Frank oder auch uns wüssten wir von vielen Dingen gar nicht, dass es sie gibt. Frank: Richtig. Sebastian: Und ob wir sie dann deshalb brauchen, das sei dahingestellt. Diese philosophische Diskussion werden wir hier nicht zu 'nem Ergebnis führen können. Aber nichtsdestotrotz entst... entdecken Menschen damit Dinge, die sie nicht kannten. Frank: Genau. Sebastian: Ja, weil, weil nicht jedes Produkt, was wir kaufen, ist ja lebensnotwendig. Also die meisten Produkte, die wir kaufen, sind nicht lebensnotwendig. Wir brauchen irgendwie, ne, wir müssen unsere Grundbedürfnisse decken, wir müssen irgendwie was essen und wir brauchen irgendwie 'n Dach überm Kopf und Sicherheit und so weiter. Ja, das ist notwendig und viele andere Dinge sind gar nicht notwendig, aber wir konsumieren und kaufen sie trotzdem. Auch da eben kann man gegenüber skeptisch stehen, weil damit kommt einher Umwelt ausbeuten, Menschen ausbeuten, Tiere ausbeuten, äh, Umwelt verschmutzen, kaputt machen. Also, ne, wir-- mit allem, was wir Menschen tun, beeinflussen wir auch immer negativ, mal mehr, mal weniger unsere Umwelt in keinem möglichen- Frank: Es geht ja schon, geht ja schon bei unserer Geburt los am Ende. Aber weil du grade sagtest, äh, wir zeigen Sachen, die, von denen andere gar nicht wussten. Ja, und das war auch mein Treiber, warum ich mit YouTube angefangen hab. Ich hab bei YouTube im Vorfeld meines Wohnmobils Mietens und Kaufens so viel gelernt, dass ich was zurückgeben wollte. Das ist wie Rezensionen bei Amazon, alle immer lesen, aber nie eine schreiben. Und ich hab gesagt, ich kann mit Kamera umgehen und ich hab bei YouTube so viel erfahren und gelernt und jetzt geb ich was zurück, hab 'ne Kamera irgendwo neben die Tür gestellt, als ich was ausgebessert, umgebaut hab und plötzlich ging das damit los und das gefällt dann den Leuten und dann inspiriert die das, das auch nachzumachen. Ja, und irgendwann geht's dann mit Produkten los, wo ich sag: „Das hab ich gefunden. Das's total lustig. Schaut mal." Ja, und ging mir ja umgekehrt genauso, ne. Ich guck immer noch bei YouTube rein und dann kommt wieder einer. Ich, ich weiß zwar nicht, wann das das letzte Mal war, dass ich direkt was gekauft hab, hab ich ja grad am Anfang gesagt, aber s-so ist Leben. Sebastian: Ja. Frank: Gehst am Schaufenster vorbei, ist genau dasselbe, nur dass da keiner steht und winkt. Sebastian: Ja, und, und wenn wir jetzt da mal reingucken, dann ist eben das, was, was, was wir auch, also auch mit dem Podcast ja feststellen, dass wir oder dass die Menschen mit uns so 'ne parasoziale Beziehung haben. Das ist grad 'n Wort, das, das, das hört man ab und zu mal. Ähm, im Endeffekt ist es ja so und wir merken das ja auch, ne. Da sind Menschen draußen, die hören jeden unserer Podcasts, die finden das total toll, was wir machen. Die sind große Fans und die haben natürlich auch, weil wir hier auch sehr offen sprechen und sehr gerne auch euch hinter die Kulissen gucken lassen, haben einige von euch auch das Gefühl, dass wir wie Freunde geworden sind. Ähm, ne, und wenn wir sagen: „Guckt mal, der Frank hat 'n coolen Kanal. Guckt doch da mal rein", dann ist das wie, wenn ein guter Freund zu euch sagt: „Der Frank hat 'n tollen Kanal." Diese, diese Wertigkeit dieser Empfehlung ist viel höher, als wenn jetzt, äh, ihr 'ne Werbepause hört: „Frank D Punkt Camping, der Campingkanal, wo ihr alles lernt. Schaut doch da mal rein", ja. Frank: Aber gut, klingt gut. Darf ich das verwenden? Sebastian: Das kannst du gerne verwenden. Frank: Ja. Sebastian: Und, und das ist aber, das ist so 'n typisches Beispiel und im, im Gegenzug kennen wir euch meistens nicht, ne, weil wir-- ihr habt, ihr, ihr hört uns und manchmal seht ihr uns auch, aber andersrum eben selten, außer ihr besucht uns wie auf den Messen, was super, super toll ist, äh, wenn ihr vorbeikommt, äh, euch zu erkennen gebt und wir ein bisschen schnacken. Ähm, aber das ist eben schon so was, ja, was für euch auch sehr unterschiedlich in der Abstufung, ne. Manche Menschen können das sehr gut reflektieren und für manche Menschen ist das so wirklich wie 'ne Freundschaft, auch ganz unbewusst, ne. Viele dieser Dinge tun wir auch nicht bewusst, sondern die haben wir ganz unbewusst. So, und dann ist eben so 'ne Empfehlung, die wir abgeben, hat plötzlich 'n ganz anderes Gewicht. Und das ist eben ein gut, gut erforschter, ähm, psychologischer Punkt. Eben diese parasoziale Beziehung geht auf Horton und Wohl, äh, zurück. Die haben da 1956 zu geforscht und das quasi 1956 schon publiziert dazu. Da gab's noch keine Podcasts und auch noch kein Instagram, keine Influencer. Und, ähm, und dann haben wir eben auch noch so 'n, so 'n Halo-Effekt, der, der besagt eben, wenn jemand eben uns sympathisch rüberkommt oder gut filmt oder 'n schönes Wohnmobil hat oder auch 'n schönes Gesicht hat oder 'n schönen Körper hat, dann übertragen wir diese Sympathie, die wir da fühlen, automatisch auf alles mit der Person Zusammenhängende, also auch auf Dinge, die die Person empfiehlt. Das heißt, wenn wir jetzt, du und ich, Frank, ähm, lange blonde Haare hätten Sebastian: und weiblich wären, ja, dann würden unsere Produktempfehlungen noch viel mehr Gewicht haben. Also Schönheit, äh, auch wenn das im Auge des Betrachters liegt und eben gutes Aussehen und so weiter, haben einen sehr, sehr, sehr starken Einfluss auf uns, ganz unbewusst. Das nennt man Halo-Effekt, wurde 1920 schon erforscht und, äh, publiziert und unser Gehirn macht das wirklich auch immer noch so. Also man hat festgestellt im Ersten Weltkrieg, dass Offiziere gut aussehenden Soldaten eben automatisch auch klügere und kompetentere, äh, Handlungen unterstellt haben. Frank: Das ist interessant, ja. Sebastian: Das ist was, was unser Gehirn ganz automatisch macht. Das kriegen wir gar nicht mit, aber wenn man da mal ein bisschen drauf achtet, kann man sich dabei beobachten. Und das passiert uns allen mal mehr, mal weniger und ganz häufig einfach unbewusst. Also- Frank: Ich hab dazu auch grade, glaub ich, praktische Erfahrungen gemacht. Ich hab jetzt, ähm, in Düsseldorf und, nee, in Freiburg war das und in, äh, Stuttgart, äh, 'ne Begleitung dabei gehabt, weibliche und, ähm, gut aussehend, angenehme Stimme und kamen viele Kommentare drunter auch, äh, wertet das Video auf, wo ich sag: „Was? Bin ich euch nicht wert genug?" Nein, Quatsch. Aber ist ja schön, ne, weil wir uns auch gerne so 'n bisschen manchmal ironisch sarkastische Kommentare die Ohren hauen. Aber, ähm, der, ja, dass das eine angenehme Stimme, 'ne angenehmes Äußeres, äh, und schon, ähm, tritt dieser Effekt wohl mitunter da genauso auf, ne. Sebastian: Das wird auch ganz bewusst da draußen eingesetzt. Also ich kann da zwei Beispiele nennen aus, äh, meiner beruflichen Erfahrung. Ähm, ich komme aus dem Online-Marketing und da wird viel oder, äh, haben wir damals und auch viele Wettbewerber Business darüber gemacht, dass man Webseitenbetreiber angeschrieben hat und wollte, dass die eben auf die eigene Webseite verlinken. Frank: Mhm. Sebastian: Und, ähm, die Strategie, die dann viele propagiert haben, ist: Schreib immer als Frau, weil du einfach halt 'ne höhere Wahrscheinlichkeit hast, dass dir geantwortet wird. Und ich teste so 'ne Dinge gerne. Ich, ich zock ja und ich spiel grad ein Spiel, wo 'n sehr hoher, ich sag mal, Miteinanderfaktor drin ist. Also man unterhält sich miteinander, man ist auch drauf angewiesen, von anderen vielleicht nicht umgeschossen zu werden, sondern zusammenzuarbeiten. Und ich bin da bewusst seit 'ner Weile als blondes Mädel unterwegs, hab auch 'n Stimmverzerrer, dass ich also wie 'n Mädel klinge. Und es ist definitiv so, dass du unheimlich höhere positive Erfahrungen hast, dass du weniger einfach plattgemacht wirst. Und das, also das beobachte ich immer wieder im Leben. Und wie gesagt, spielen gibt mir halt die Möglichkeit, das auszuprobieren, ne, weil ich quasi, man sieht mich ja nicht. Äh, ich kann gleichzeitig mich so verstellen und im Spielen, das find ich sehr spannend, kann ich so 'ne Dinge ausprobieren und das ist immens. Und das ist nur nicht, dass mir das auffällt, sondern auch die Leute, mit denen ich zusammenspiele, die merken das auch, ne. Wenn ich jemandem sage: „Hello", dann wird eben auf mich ganz anders reagiert, als wenn meine mitspielenden Kollegen quasi das machen. Also- Frank: Ich werd drüber nach-, äh, denken und mir vielleicht 'ne Perücke kaufen und, äh, die Oberweite noch ändern. Ähm, ja, aber denk dran, äh, am Straßenrand, ne, hältst du, äh, für, äh, 'n grimmig dreinguckenden, äh, Mittfünfziger an oder, ähm, für, äh, 'ne gleichaltrige Dame, die sich einigermaßen gepflegt, äh, dahin stellt und den Daumen raushält, ne. Sebastian: Können wir alle bisschen drüber nachdenken und beim nächsten Mal vielleicht auch bewusste Entscheidungen treffen, ne. Das passiert ja alles unbewusst. Das ist das Spannende. Also ihr kennt ja dieses Eisbergmodell, ne. Von dem Eisberg sieht man immer die kleine Spitze, die guckt oben aus dem Wasser raus und der große Teil ist, ist, äh, unterm Wasser versteckt. Und unser Bewusstsein und Unterbewusstsein ist genauso. Das Bewusstsein, Dinge, die wir bewusst tun, das ist die kleine Spitze oben, die wir sehen. Unterbewusst ist der ganze Rest, den wir so den ganzen Tag machen, so wie Autofahren und eben auch so 'ne Dinge, dass wir hübschen Menschen oder schönen Menschen viel mehr vertrauen und- Frank: Oder Wiederholungen, ne. Je öfter ich Wiederholungen einsetze. Da ist doch auch noch so was. Da gibt's auch so 'n fiesen Trick, den die Influencer bewusst einsetzen. Sebastian: Der Mehr-Exposure-Effekt, äh, auch 1968 erforscht und ist 'n bisschen ein fieser Trick eigentlich, weil er tatsächlich sehr, sehr einfach ist. Ähm, und ihr seht das in der Werbung jeden Tag. Ihr habt euch vielleicht schon mal gewundert, warum ich eigentlich ständig denselben Werbespot sehe, was das eigentlich bringt. Aber das ist genau der Punkt: Wiederholung. Steter Tropfen höhlt den Stein und je öfter wir 'ne Marke sehen, je öfter wir so was sehen, desto, ähm, positiver nehmen wir das wahr. Frank: Irgendwann kaufe ich dann doch die Männerslipeinlage, die um fünf vor sieben vor den Heute-Nachrichten immer wieder kommt. Oder ich kauf, ich kauf die Elektronikprodukte in Grün, die von 'nem, äh, von 'nem gewissen Influencer ständig, äh, nachdrücklich beworben werden und alle andere sind Mist, ne. Sebastian: Oder du kaufst eben auch die Matratze, ähm, die die auch schon beworben haben oder das, das, dieses Energiegetränkpulver, was grade in aller Munde ist. Also das ist der Grund war-- Also manche nervt das, ne, wenn ich, kann ich mal 'nen Namen nennen, wenn ich die, die, die hundertste Emma-Werbung oder die tausendste, ähm, Holy-Werbung sehe. Aber das ist genau der Punkt, der dahinter steht, diese Wiederholung, dass die das einfach in großem Stile an ganz viele Menschen, äh, oder viele Menschen dafür bezahlen, dass sie Werbung dafür machen. Das wirkt halt hier an der Stelle eben genau so, dass sich dieses Ansehen der Werbung oder des, des Produktes der Marke eben positiv entwickelt. Frank: Ja. Sebastian: Und klar sind manche genervt davon und die hört man dann auch, weil die natürlich drüber meckern, aber der überwiegende Teil der Menschen nimmt's einfach unterbewusst wahr und, äh, die, die eigene Sicht auf die Marke verbessert sich immer mehr. Frank: Ja, aber wie werd ich denn jetzt vom, vom Fan einer Marke zum Werbeträger? Ich hab jetzt zum Beispiel wirklich, ich hab das Zeug, das grüne Zeug Strom damals bei mir eingesetzt, einsetzen lassen, zum zweiten Mal dann auch bei 'nem Upgrade und hab dafür kostenlos und ohne Auftrag einfach positiv darüber berichtet und bin, glaub ich, dann auch schon zum Werbeträger geworden. Was, was passiert mit mir selbst als Influencer? Sebastian: Also das ist ja tatsächlich was, also was idealerweise passiert, wenn du als Unternehmen gute Produkte hast und es schaffst, dass die Leute dich weiterempfehlen. Das ist ja schon mal 'n, 'n sehr positiver Effekt am Ende des Tages, ne, was da ja auch passiert. Aber was eben die Unternehmen dann versuchen, ist, dass die halt die Produkte zur Verfügung stellen und jetzt nicht so Leute wie dich suchen, die dafür unbedingt bezahlen wollen- Frank: Mhm Sebastian: ... sondern Leute natürlich auch finden wollen, denen sie das einfach schenken können, weil da wieder noch mal ein weiterer Effekt, äh, zum Tragen kommt, nämlich Reziprozität. Wenn ich dir was schenke, dann hast du automatisch ein besseres Gefühl und du hast vor allen Dingen das Gefühl, du musst wieder etwas zurückgeben.Ähm, es gibt 'ne Sekte, die nutzt das sehr, sehr intensiv. Die, ähm, ich nenn mal lieber keine Namen, weil die auch sehr aggressiv, äh, mit Abmahnungen vorgehen, aber die, ähm, deren, deren Erfolg basiert darauf, dass sie quasi in den Fußgängerzonen stehen und standen und den Leuten ein Buch geschenkt haben, und zwar unaufgefordert. Frank: Mhm. Sebastian: Und in dem Mom..., also und das gibt es auch heute noch, ne, dass, dass, äh, nicht nur religiöse, äh, Sekten, sondern auch andere, äh, auch Unternehmen natürlich kommen und dir erst mal was schenken, weil das löst in dir Druck, also das Bedürfnis aus, was zurückzuschenken. Kann mal jeder bei sich beobachten, wenn er was geschenkt bekommt, was das mit euch macht, ganz bewusst. Das ist unheimlich stark. Frank: Das heißt aber, ich als Influencer, am Anfang hab ich das ja aus E-- Nein, ich tu's ja immer noch aus Ehrlichkeit, aber ich hab mit Ehrlichkeit begonnen, oder? Ich hab also, ähm, ehrlich geteilt, was funktioniert, was ich, da hab ich mir was zugelegt. Boah, das's total klasse, kann ich euch empfehlen. So, und dann melden sich plötzlich bei mir Firmen. Ich muss auch hier jede Woche fast, ähm, 'n Dutzend Mails einfach löschen oder zurückschreiben: „Nee, hat nix mit mir zu tun." Und dann kommen, Firmen springen auf auf den Zug und sagen: „Hier hast du was geschenkt", und schon bin ich gefangen? So 'n bisschen, ja, ja, natürlich. Ja, irgendwie ja schon. Sebastian: Du bist dann eben ein Zahnrädchen in dem System, wenn du's ganz unbewusst mit dir machen lässt. Ich will jetzt hier gar nicht sagen, dass das irgendwie negativ ist oder schlecht ist. Ich mein, wir sind alle Menschen, wir haben diese Funktionalitäten in uns drin und wir sind mal mehr und mal weniger gut darin, das zu reflektieren, das auch zu wissen. Und wenn uns das niemand sagt und ich meine, in der Schule kriegen wir so was nicht beigebracht, dann wissen wir das auch nicht. Also- Frank: Du hast grade, du hast grade das richtige Wort gesagt: unbewusst, ne. Wenn ich unbewusst dann da drauf einsteige und sag: „Oh ja, oh, dann, dann, dann, das krieg ich geschenkt, dann mach ich jetzt mal Werbung dafür." Aber da, ich glaub, da geht's los, ne. Da muss sich jeder dann selber an die Nase fassen und am Ende ist das vielleicht dann auch doch für die Community spürbar. Ist interessant, ne. Sebastian: Ja. Und, und ich mein, das ist jetzt alles überhaupt kein Grund zu sagen: „Hey, alle Menschen Lügner, wir, wir können niemandem mehr vertrauen", ne. Das, das wär völliger Quatsch, weil, ähm, also klar, wir können hier viel erzählen, ne, und wir können jetzt hier natürlich auch, könnten jetzt auch behaupten, dass wir das unbewusst machen und dass wir das ja gar nicht wissen. Ähm, wir outen uns jetzt, dass wir das wissen, ähm, und, äh, Dinge natürlich da auch bewusst passieren. Das ist auch einer der Gründe, warum wir halt darüber sprechen, weil ich glaube, dass das vielen Menschen gar nicht so bewusst ist, was da alles passiert. Und, ähm, ihr solltet euch aber bewusst machen, dass in dem Moment eben, also wir sind keine neutralen Menschen, sondern wir sind tatsächlich auch Verkaufshelfer mindestens. Ja, das heißt, die eben diese Entscheidung zu dem Produkt positiv oder negativ beeinflussen. Und wir, wir können uns da jetzt noch das schönreden und sagen: „Na ja, wir empfehlen ja nur positive Produkte, nur gute Produkte und der, die Menschen, die das kaufen, die haben ja nichts Negatives davon." Und das mag auch so sein, aber, äh, da bin ich auch reflektiert genug zu wissen, dass das eben durchaus auch schnell sich ändern kann, ne. Das heißt, wir fangen, wir fangen, wie du's schon gesagt hast, ich mein, Camper Style ist genauso wie dein Kanal entstanden. Nele und Halil haben damals ihre, äh, äh, Flitterwochen sozusagen im, im Wohnwagen, den sie geschenkt bekommen haben, gemacht und haben ganz viele Fehler gemacht und haben ganz viel versucht zu lernen. Und überall gab's so kleine Punkte im Netz, wo es Wissen gab, aber nichts Großes. Und da war auch die Idee, dann lass uns doch dieses Wissen mal an einer Seite sammeln und zusammenstellen. Und so ist ja auch Camper Style entstanden. Und auch für uns entsteh..., ist bei Artikeln, ähm, immer irgendwie im Vordergrund: Ja, wie können wir irgendwie den Menschen helfen, wenn wir über was schreiben, ne? Wie können wir irgendwie Wissen vermitteln? Frank: Mhm. Sebastian: Wie, wie, wie, wie können wir weiterhelfen? Und nichtsdestotrotz machen wir eben auch Werbung für Produkte. Wir machen- Frank: Ja. Sebastian: Also und beeinflussen damit natürlich auch die Kaufentscheidung. Frank: Ja, aber wichtig ist dann, glaub ich, dass wir als Influencer dann eben nicht vergessen, zumindest die, die vor der eigenen Tür kehren wollen, ähm, dass wir nach Stärken und Schwächen suchen. Und das muss ja auch gar nicht abwertend gemeint sein. Ich, ich, das ist ja, das fängt ja schon bei der Formulierung an. Das hier sind die Stärken und das sind die, äh, Potenziale, wo man noch weiterentwickeln kann. Äh, der Geschulte liest daraus auch die, die Schwächen, aber es gibt da immer-- Ich versuch das immer bei mir auch so darzulegen für mich aus meiner Perspektive: Ist das eine Schwäche oder eine, eine Sache, die man besser entwickeln könnte? Das andere ist für mich 'ne Stärke. Ich versuch, die aufzulisten und damit versuche ich auch, dieses Unbewusste zu umgehen, indem ich für, für beide suche, äh, für beide Seiten, ähm, Belege suche, am Ende dann das aufliste, grade bei komplexen Produkten. Äh, 'ne Handyhalterung, die brauche ich jetzt nicht groß, äh, rechts und links mit Pro und Contra bewerben, aber, ähm, diese Komposttoilette, da hatte ich wirklich 'ne lange Liste, äh, bei der ich dann auch aufschreibe, das so aufschreibe, dass die Zuschauer sich dann das für ihren Schwerpunkt raussuchen können. Was ist für den Zuschauer wichtig? Will der Komfort haben, äh, beim Toilettengang oder will der beim Entsorgen möglichst nicht die Finger dreckig machen? Hat er da oder da Probleme? Und der kann sich das dann raussuchen. Und dann kommen wir ja in die, in das Bewusstsein, mein ich so, ne. Und dann bin ich eben nicht vielleicht nur bei diesem Punkt Marke X ist, ist super oder nur super, sondern das ist gut. Da gibt's, äh, Potenziale und bin mal gespannt, wie die drauf reagieren. Ähm, ich hab ja auch schon Hersteller erlebt, die tatsächlich dann eben darauf reagiert haben und haben gesagt: „Das und das haben wir verbessert", weil wir das zurückgespielt haben, gespiegelt bekommen haben von dir oder auch von der Community. Und das ist ja letztendlich dann auch wieder 'n Beitrag, den man leisten kann. Sebastian: Es ist ja auch tatsächlich, also das, was wir tun, wenn wir Produkte vorstellen, damit helfen wir auch den Menschen, die sich nicht einfach alles kaufen können, um's auszuprobieren, um im Zweifel dann feststellen: „Oh, das war Mist. Äh, das ist aber ärgerlich", ne. Wir können ja damit durchaus auch helfen, Kaufentscheidungen zu treffen. Frank: Mhm. Sebastian: Ähm, wir haben eben nur immer auch die MachtDie eben zu manipulieren. Das, das ist wichtig für euch da draußen zu wissen. Ähm, und das heißt überhaupt auch nicht, dass das jemand bewusst macht. Viele dieser Dinge auch auf unserer Seite passieren ganz unbewusst und gar nicht bösartig. Ähm, aber auch da hab ich 'n paar Sachen rausgesucht, wie, wie das so Entwicklung ist. Aber genau, dass, dass wir Produkte eben auch an oder dass wir an Produkte einfach rankommen, dass wir die testen können, ausprobieren können, das ist natürlich für uns cool. Ähm, und das gibt aber natürlich für die Menschen da draußen die Möglichkeit, das eben auch noch mal in 'ner anderen Perspektive zu sehen, weil ja jeder auch anders drauf guckt und kann auf jeden Fall helfen, die eigene Kaufentscheidung halt auch besser zu machen. Frank: Das find ich ganz wichtig, vor allen Dingen bei hochpreisigen Produkten. Ähm, wenn, wenn ihr mal tatsächlich, wenn ihr entweder wenn ihr mich kennt mit meinem Kanal oder jetzt mal drauf guckt, ähm, ich werde tatsächlich von einer Firma, wo ich immer gesagt hab, das ist alles, nein, ist nicht alles super, aber die ist super und ich find die auch immer noch super, die Produkte, die sie haben, aber ich wechsel zu einer anderen Firma. Diese erste Firma hab ich allerdings voll bezahlt und zur zweiten Firma, ähm, bekomm ich jetzt ein Produkt, ähm, das ist im mittleren vierstelligen Bereich. Ähm, das geht um, um 'ne Batterie und da sag ich, die krieg ich zwar gestellt, da wurde mir viel vorgeworfen, ja abgreifen, abgreifen, abgreifen und ihr, ähm, ihr Influencer, ihr kratzt euch immer zusammen, was geht. Aber da sage ich mir zum Teil: Na ja, am, am Ende werde ich euch was vorstellen und auch dem Hersteller auf den Zahn fühlen, was ohne diese Kooperation nicht funktioniert hätte. Dann wär ich halt bei dem anderen geblieben oder ich hätte mir irgendwas gekauft, hätt darüber nicht berichtet, aber so, ähm, könnt ihr auch davon lernen und ihr könnt euch schon wieder 'n Bild machen: Ach ja, das passt oder das passt nicht für mich. Und das wird gerne mal so vergessen. Und da bin ich grade auch dabei, mir 'n eigenes Rüstzeug anzulegen, um zu sagen, die Pfeile, die da gerne mal abgeschossen werden, ähm, aus der Community in meine Richtung, die sehe ich und denen weiche ich aus. Das ist-- Jetzt kommt die weiche Seite des Influencer. Sebastian: Ja, du, es wird, wird immer Menschen geben, die nicht einverstanden sind mit dem, was du tust- Frank: Absolut Sebastian: ... und wie du's tust. Und das ist auch völlig in Ordnung. Frank: Ja. Sebastian: Und solange wir das alle auf einer zivilisierten Art und Weise austragen und kommunizieren, spricht da aus meiner Sicht auch nichts dagegen. Frank: Richtig. Sebastian: Ich bin völlig fein damit, dass Menschen nicht gut finden, was wir tun und dass wir hier Werbung machen und dies, das, jenes. Damit bin ich völlig fein. Das ist auch völlig in Ordnung, wenn Menschen das so sehen, solang sie das irgendwie anständig rüberbringen, ja. Wir lesen ja hier auch wirklich jedes Feedback vor, auch wenn, wenn Menschen schreiben: „Du, die Folge war scheiße", ähm, dann nehmen wir das mit. Und das ist auch immer was, worüber wir nachdenken. Frank: Mhm. Sebastian: Es gibt auch Feedback, was reinkommt. Also ja, wir lesen jedes vor, war nicht ganz richtig. Es gibt 'n paar Sachen, wenn's direkt an die Persönlichkeit geht, äh, was wir einfach löschen, ähm, wo ich schon lange, ähm, ganz klar das für mich ausfiltere und das nur sehr selten an mich rankommt. Ich weiß, dass das Nele zum Beispiel aber sehr viel mehr zum Knabbern gibt auch und dass das sehr viel mehr an ihr nagt, so 'ne Geschichten. Ähm, und- Frank: Vielleicht, vielleicht wenn Nele, wenn Nele zuhört, ich, mich hat das auch am Anfang beschäftigt, dann hab ich den stehen lassen, hab drüber nachgedacht. Mittlerweile, wenn beim ersten Lesen, wenn ich merke: Boah, das geht gar nicht, das ist nicht sachlich, das geht direkt unter die Gürtellinie. Vielleicht mach ich noch 'n Screenshot davon, nur der Dokumentation halber, aber der wird sofort gelöscht und meistens auch der Nutzer auf dem Kanal ausgeblendet. Und dann ist der weg. Und dann, dann denk ich da drüber nicht mehr nach, weil am nächsten Tag hab ich den vergessen. Äh, das ist meine Strategie. Sebastian: Ich führe auch Blocklisten einfach. Ich weiß, es gibt Menschen, die sagen dann: „Du kannst nicht alles blocken. Du musst die Meinung aushalten." 'n Scheiß muss ich. Frank: Nein. Sebastian: Ich, ich mache das, was ich für richtig halte und ich mache das, was mein Leben entspannt macht. Und wenn ich der Meinung bin, dass wenn Leute mich beleidigen, dass ich die blocke, dann ist das meine Entscheidung. Das muss niemand gut finden und trotzdem ist es halt mein Kanal, mein Wohnzimmer und da lege ich die Regeln fest und das kann man schlecht finden und das ist in Ordnung. Frank: Genau. Sebastian: Das kann man mir sogar sachlich sagen und alles andere möcht ich mich nicht mehr mit beschäftigen. Das, das durft ich auf wirklich harte Schule in meinem Leben lernen. Frank: Ja. Sebastian: Ähm, ich-- Das hat mir auch über monatelang schlaflose Nächte bereitet und das hat mich aber da relativ stark nach der Reflexion dann darüber gelehrt, wie ich mit so was in Zukunft umgehen werde. Frank: Ich hab, ich hab mir dann mal so 'n Bild gemalt. Ich bin ja Schalke-Fan und, ähm, 17.000 Abonnenten hab ich jetzt grade überschritten und das ist so ungefähr die Kapazität der Nordkurve. Also wo die, die, die Schalker Fans stehen, Stehplätze. Und dann stell ich mir vor, ich steh da unten auf 'm Elfmeteranstoßpunkt und viele jubeln, viele geben Kommentare und einige schmeißen mit Eiern und Farbbeuteln. Und die mit den Eiern und Farbbeuteln, die würd ich sagen: Raus. Und so, so schnell, so schnell geht's auch einfach, ne. Und, ähm, das ist dann nicht gerechtfertigt. Ansonsten stell ich mich gerne 'ner sachlichen, sachlichen Kritik, auch 'ner harten Kritik. Solang der Anstand gewahrt wird, diskutier ich gerne und das schreib ich auch dann drunter, dass es, dass ich mich freue, dass wir auch kontrovers und, und hart diskutieren können, aber immer noch der Anstand gewahrt bleibt. Das ist schön. Das macht auch Spaß. Sebastian: Genau, hart in der Sache ist völlig okay, aber wir sollten nicht, äh, äh, quasi auf die persönliche Ebene gehen. Frank: Genau. Sebastian: So, da bin ich auch großer Fan von. Ja, dann, also lass mal reingucken. Also wir haben jetzt angefangen, wir haben unsere Kanäle gestartet. Wir hatten hehre Ziele. Wir wollten unsere Erfahrungen teilen, unser Wissen teilen, ähm, haben Menschen gefunden, die das gut finden, die uns lesen, die uns hören. Dann haben wir das erste Produkt geschenkt bekommen von dem Hersteller, haben da auch Ja gesagt, weil wir's tatsächlich gut finden und weil wir's gebrauchen können und weil wir's testen wollten. Und jetzt haben wir aber schon so 'n bissl die Psychologie, ähm, die hier einsetzt, ne. Das ist jetzt dieses Reziprozitätsprinzip. Ähm, gibt 'n Buch von, ich glaub, Roberto Cialdini. Ähm, das war auch so meine erste Berührung mit, mit, äh, menschlichen Gehirnfunktionen. Ähm, das ist übrigens 'n Buch, was ich nach wie vor empfehle. Ähm, die, ich glaub, die Psychologie des Verkaufens von, von Cialdini.Ähm, superspannende Lektüre, um einfach so ganz schnell so 'n bissle den Gefühl dafür zu bekommen, wo uns unser Gehirn alles im Weg stehen kann bei, beim Kauf. Also das kann ich natürlich als Verkäufer lesen. Ich kann das aber natürlich auch als Käufer lesen. Und ich finde, für beide Seiten ist das superspannend. Ja, und, und wenn ich 'n Geschenk bekomme, dann setzt dieses Reziprozitätsprinzip ein. Das heißt, ich bekomm's geschenkt und fühl mich irgendwie be-verpflichtet, was zurückzugeben, ne. Und das ist bei jedem Menschen auch unterschiedlich stark. Und das ist auch gar nix Schlimmes. Das ist wichtig für uns, weil das ist wichtig für unser soziales Zusammenleben, dass wir eben, äh, quasi 'ne Verantwortung oder 'ne, 'ne, 'ne, was Positives fühlen, wenn wir was geschenkt bekommen. Das, also in dem Buch kann man das sehr schön nachlesen. Und dann ist man eher auch dabei, sehr positiv über das Produkt zu, zu reden und unter Umständen auch vielleicht so kleine Schwächen, das Produkt hat, nicht zu erwähnen oder runterzuspielen. Kann, ne. Das sind alles immer Kann-Geschichten und das ist bei jedem Menschen anders. Aber das ist etwas, was durchaus passieren kann. Und dann gibt's halt auch noch so 'n, äh, motivated reasoning nennt man das, ähm, dass das Gehirn quasi das Produkt gut finden will und dann eben nur die Stärken raussucht und die Schwächen übersieht. Das ist übrigens auch was, was passiert, wenn man ein Produkt gekauft hat und danach jemand kommt und das kritisiert. Oder, ähm, ne, also auch wenn man was gekauft hat und was vermeintlich vielleicht ein Fehlkauf war, das eigene Gehirn versucht, das immer gut zu reden. Und, äh, quasi, ja, das Gehirn verarbeitet eben die Informationen so, dass sie eben zum gewünschten Ergebnis passen. Und wenn ich jetzt Geld ausgegeben habe, dann ist das gewünschte Ergebnis: Ich finde das gut. Unser Gehirn verarscht uns da sozusagen selber im Sinne, dass es uns gut geht. Frank: Das ist der Ich-Filter, ne. Mhm. Ja, da ist was dran. Da ist was dran, da m-muss ich mich auch, äh, da kann ich mich nicht ganz von freireden. Ja, absolut. Sebastian: Keiner kann das. Also wir alle, äh, sind da, also uns allen passiert das, weil das sind einfach Dinge, die sind in unserem Hirn verdrahtet, die sind da, mal mehr, mal weniger stark, auch nicht immer gleich und man kann da, wie gesagt, drüber reflektieren und damit reflektierter umgehen, aber wir haben alle Momente, wo wir unreflektiert sind, wenn wir im Stress sind, wenn's schnell gehen muss und da passieren diese Dinge einfach. Ähm, ne, dann sind das auch so choice supportive bias zum Beispiel wie oder bias, wie man's nennt. Also dass man, wenn man einmal gesagt hat, die Marke ist super, dann wird das zur eigenen Position. Also viele dieser Dinge kann man auch schön in der Politik, äh, beobachten, ne. Wenn, wenn, also Politiker sind ja Menschen, die halt in der Öffentlichkeit stehen. Frank: Mhm. Sebastian: Man spricht dann von dieser Salamitaktik, ne, dass die dann erst mal bei ihrer Meinung bleiben, obwohl sie ganz klar wissen, dass sie gelogen haben. Frank: Mhm. Sebastian: Aber es wird dann zur eigenen Position, es, es wird zur eigenen Realität und zur eigenen Wahrheit und das Gehirn baut sich das alles so im Nachhinein und blendet auch alles andere aus. Frank: Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort. Sebastian: Aha. Frank: Barchel oder I never had a sexual relationship to that woman. Sebastian: Wir, wir wissen nie, also, äh, i-im Zweifel, es heißt ja, beim Zweifel für den Angeklagten, da bin ich auch 'n großer Fan von. Ähm, es gibt eben tatsächlich ganz viele Dinge in unserem Hirn, die dazu führen, dass diese Dinge völlig unbewusst bei Menschen passieren und dass man nur dann so Stück für Stück irgendwie, weil's gar nicht anders geht, mit der Wahrheit rauskommt. Aber das Gehirn baut das tatsächlich für uns selber auch häufig so. Und, äh, äh, das wirkt natürlich auch wieder nach außen, wenn wir jetzt wieder 'n bissl in Richtung Influencer und Camping, ja, und welche Wirkung wir so haben, äh, wenn wir eben sagen, die Marke XY, das ist die beste, die es gibt. Also ich hatte noch nie 'n geileres Wohnmobil. Ähm, dann ist es superschwer, die Meinung zu ändern. Also ihr könnt ja selber mal gucken, wie schwer es für euch ist, Fehler zuzugeben. Das ist ja letzten Endes nichts anderes. Also da, da, da schließ ich mich auch nicht aus, ne. Also Fehler zugeben und auch die Meinung ändern, ist was sehr, sehr Positives, aber was sehr Schweres. Und das noch Fiesere ist, wenn wir unsere Meinung ändern, dann wirkt das auch noch negativ auf andere Menschen, weil wir dann nicht konsistent sind in unserem Verhalten. Ja, das ist tatsächlich auch wieder so 'ne hart verdrahtete Geschichte, ähm, weil Konsistenz ist eigentlich etwas, was, was in uns drin ist, also dass wir quasi konsistentes Verhalten an, an den Tag legen. Das heißt nicht heute hier und morgen da, sondern wenn wir heute sagen, diese Firma ist geil, dann können wir nicht morgen sagen, das ist nicht so. Weil dann das, also dann wirken wir auf andere Menschen nicht mehr konsistent und das ist negativ. Frank: Aber das hängt doch von meinen Erfahrungen ab, oder? Sebastian: Natürlich. Und es ist, spricht doch überhaupt nichts dagegen, die Firma morgen kacke zu finden, wenn du halt negative Sachen ge-äh, gesehen hast. Aber schau dir mal an, wie Menschen auf dich wirken, die so sind. Ich hab 'n paar Freunde, die sind w-wirklich gut darin, ihre Meinung immer anzupassen, wenn sie neue Fakten haben. Und das war am Anfang etwas, was ich sehr, also was in meinem Kopf sehr negativ gewirkt hat. Da musst ich wirklich dran arbeiten, z-- erst mal zu lernen, dass es nichts Schlechtes ist, seine Meinung anzupassen, wenn man neue Faktenlage hat, ähm, aber mein Gehirn dazu zu bringen, quasi auch diese feste Verdrahtung, äh, wegzu- oder zu unterdrücken, dass das gut ist. Frank: Also es kommt, kommt doch auf die Häufigkeit auch an und auf die, auf die Intensität, ne. Ich mein, wenn ich, äh, heute, ähm, SPD-Fan bin und morgen plötzlich AfD-Fan bin, äh, dann kann ja irgendwas nicht stimmen innerhalb eines Tages. Dann, dann ist ja was kaputt, aber das ist jetzt vielleicht 'n sehr extremes Beispiel. Aber ich denke grade über meinen eigenen Fall nach, wo ich von einer, eine Stromfirma, die ich oder eine, eine Umbaufirma, ein, ein Campingbetrieb am Niederrhein, den ich eigen, den ich immer noch gut finde, wo ich auch, über den ich positiv berichtet hab. Ich hab aber, so wie du das erwähnt hast, mit 'm Titel, mit 'm Thumbnail offensichtlich 'ne negative Konnotation ausgelöstUnd das könnte der Grund sein, dass die Leute so hart verdrahtet sind und sagen: „Wieso schießt du denn jetzt gegen die und die Firma?" Und, äh, hab ich gesagt: „Hä, mach ich doch gar nicht, ne. Aber ich geh halt nur zu 'ner andern. Ich lass die zurück, ich probier was Neues aus." Aber das ist, das war mir jetzt noch nicht bewusst. Das ist interessant. Da guck mal, again what learned hier im Podcast. Sebastian: Ja, da kommen ja dann auch noch Sachen rein wie, wie eben dieses Sender-Empfänger-Thema, ne. Das, das, das, was du sagst, ist nicht das, was beim anderen auch so ankommen muss, weil ja dieses Gesagte im Kontext des anderen verarbeitet wird. Frank: Ja, absolut. Sebastian: Und, und das ist die Gefahr und auch die Chance von, also 'n bisschen Kontext für euch da draußen. Der Frank hat 'n, hat Video gemacht und hat da, ähm, also wir Medienschaffenden wissen, dass es gar nicht so leist ist, die Aufmerksamkeit von Menschen zu bekommen. Und wir wissen auch, so wie wir hier euch jetzt ganz viele Dinge mitgeben, dass es natürlich Mechanismen gibt, die dafür sorgen, dass mehr Menschen auf ein Video klicken, dass mehr Menschen auf 'n Artikel klicken. Wir können das jetzt Clickbait nennen. Das ist, also Clickbait ist eigentlich für mich was Negatives. Beim Clickbait versprechen wir etwas, was wir nicht halten können. Frank: Genau. Sebastian: Ähm, und, ähm, nichtsdestotrotz nenne ich gerne clickbaity Titel oder clickbani-baity Thumbnails so. Das bedeutet, die sind schon übertrieben, ganz bewusst, weil wir wissen, dass menschliche Gehirne da eben besser drauf reagieren, ne. Also 'n Beispiel ist, wenn ich etwas Negatives anspreche, wird das besser funktionieren, als wenn ich etwas Positives anspreche. Das sind einfach Sachen, die sind so, dass es auch, es gibt ja auch Gründe, warum bestimmte Medien in Deutschland so erfolgreich sind, weil die genau diese Dinge ganz bewusst spielen. Frank: Mhm. Sebastian: Und auch wir, also wenn ich übrigens wir sage, meine ich Camper Style, ja. Für Frank kann ich nicht sprechen, weil in seinen Videos und so weiter hab ich keinen Einfluss. Deswegen meint wir Camper Style, aber wir bei Camper Style spielen in manchen Artikeln auch ganz bewusst Überschriften übertrieben, weil wir wissen, wir kriegen dann Leute zum Klicken. Das kann man jetzt schlecht finden, weil man sagt, ihr manipuliert die Menschen. Fair enough. Warum tun wir das? Weil wir davon leben, wenn wir 'ne hohe Reichweite haben und weil wir, weil sonst manche Menschen unsere Artikel gar nicht lesen, wenn die Überschrift nicht so formuliert ist. Können wir alles diskutieren. Bin ich völlig fine, dass Menschen das anders sehen und, äh, das, das ist auch völlig in Ordnung, aber s-solche Dinge tun wir eben mal bewusst. Und Frank hat, und da hör ich jetzt auf abzuschweifen, Frank hat das quasi im Video auch gemacht, ne. Auch, auch Video-Thumbnails sind, äh, müssen klickstark sein, weil wenn w-unsere Videos in der Vorschau geklickt werden, dann merkt der Algorithmus das und wir bekommen eben mehr Reichweite. Also das ist einer der vielen Punkte, die es quasi zu spielen gilt. Und das wiederum hat natürlich, je mehr wir da übertreiben bewusst, um das ans, auszuspielen, desto mehr passiert's natürlich auch auf der Gegenseite der Leser, der Zuhörer, der Zuschauer, Zuschauerinnen, Hörerinnen und so weiter, dass etwas in den falschen Hals kommt, um's mal auf Deutsch zu sagen. Also sprich, dass etwas anders aufgenommen wird, wie's gemeint war. Und das ist bei dir mit Sicherheit passiert. Frank: Ja. Sebastian: Dann kam noch 'n bisschen Ego von bestimmten Menschen dazu, die das sehr persönlich genommen haben. Also auch das mein ich nicht negativ. Wir haben alle ein eigenes Ego. Das steht uns manchmal stark im Weg und es gibt Menschen, den, bei denen ist das größer, bei anderen ist das kleiner. Ähm, auch 'n ganz eigenes Thema und das sorgt dann dafür, dass eben Reibung entsteht. Und auch Reibung ist was Positives für den Algorithmus, ne. Auch für uns Medienschaffende ist wieder, wenn viele kommentieren, wenn viele, äh, da 'ne Meinung abgeben, ist das für uns positiv. Das, ähm, und das nutzen zum Beispiel auch Parteien, die am, an den Rändern fischen, aus, indem sie Dinge genauso krass immer zuspitzen, weil sie genau wissen, dass dann Reibung passiert, dass dann Kommentare passieren, ähm, und die Algorithmen der sozialen Medien, der Videoplattformen und so weiter genau darauf reagieren. Also das kann und werden Menschen und Medien auch bewusst einsetzen und auch wir sind ein Teil davon und auch wir sind, nutzen diese Dinge. Frank: Sebastian, w-w-Influencer hin oder her. Sebastian: Ja. Frank: Aber es, es, bin ich jetzt nur einer, der 'n Produkt, ähm, vorstellt und eigentlich keine Ahnung davon hat. Also sagen wir mal, 'ne Handyhalterung brauch ich jetzt kein Fachwissen. Aber wenn ich jetzt anfange, ähm, 'ne komplexe Technik hinzustellen aus 'm Strombereich zum Beispiel, da sollte ich schon 'n bisschen Basiswissen haben. Bin ich denn als Influencer automatisch mit Fachwissen ausgestattet, wenn ich, ähm, das Ding mir besorge und lass mir was einflüstern? Oder ich lern ja auch dazu oder nimmt man mich als, als Experten auch wahr oder nur als der macht nur Werbung? Hm. Sebastian: Mhm. Das ist 'ne spannende Frage. Frank: Manchmal denk ich immer so, ich hab, ich hab eigentlich, man, oh, hab ich überhaupt Ahnung? Ich bin ja erst seit 'n paar Jahren mit 'm eigenen Wohnmobil unterwegs, ne. Aber jetzt sind's seit zehn Jahren mit, mit Teilintegrierten fahr ich un-unterwegs, äh, bin unterwegs und man lernt ja auch dazu. Auch, ich hab ja schon mal gesagt, ich bin Fotograf, aber auch das hab ich mir in Kursen und so bei selbst beigebracht. Da lernt man auch dazu. Aber gibt's Grenzen? Ist, äh, hm, ü-überschätze ich mich zum Teil? Sebastian: Also jetzt ist ja erst mal die erste Frage: Ab wann, also, ab wann ist man denn eigentlich ein Experte in 'nem bestimmten Thema? Frank: Ja genau, das mein ich ja. Gibt's da 'n Punkt? Sebastian: Es, es gibt da so keine, also s... Wir können natürlich bei Wikipedia gucken. Ähm, Wikipedia sagt eben, man ist Experte, wenn man überdurchschnittlich tiefes Fachwissen, praktische Erfahrung und die Fähigkeit für komplexe Probleme in bestimmten Bereich selbstständig zu lösen. Frank: Aha. Sebastian: So Expertise entsteht durch jahrelange Praxis, ständige Weiterbildung und Anerkennung, äh, durch Dritte, wobei oft von etwas ze, von etwa zehn Jahren intensiver Beschäftigung ausgegangen wird. Wenn man jetzt danach geht, ähm-Na, sind wir jetzt Experten? Weil wir machen das jetzt seit über zehn Jahren beide. Okay, wir sind also Experten. Ähm, wenn man's 'n bisschen runterbricht, dann heißt das letzten Endes, also nur weil Experte ist nicht ganz hart definiert und es gibt auch keinen geschützten Begriff, jemand, der besser als der Durchschnitt ist und verlässliche Ergebnisse liefert. Und das kann man sehr schnell sein. Ja, ich kann also quasi auch nach, nach zwei Jahren Camping durchaus Campingexperte sein, wenn ich mich einfach intensiv mit dem Thema beschäftige, wenn ich eben die, wenn, wenn mein Gehirn einfach so gestrickt ist, dass ich 'ne superschnelle Auffassungsgabe habe, dass ich Probleme superschnell lösen kann, schneller als andere. Wir haben ja alle Eigenschaften, die, die helfen uns total und dann haben wir Eigenschaften, die bremsen uns eher aus, ja. Und das ist bei jedem an anderen Stellen verortet. Der eine ist eben da gut, der andere dort. Und ich mein, ich, ich würde uns schon auch selbstreflektiert, also uns mein ich jetzt wiederum uns beide, als Experten bezeichnen, weil wir das schon lange machen und weil wir uns auch übermäßig mit dem Thema beschäftigen. Also Camping ist ja für uns, vielleicht für mich noch 'n bisschen mehr als für dich, nichts, was wir nur in unseren Urlauben oder in unseren Campingreisen machen, sondern was, also bei mir ist es der Alltag. Also bei mir ist jeden Tag gibt es Stunden, wo ich mich mit Camping beschäftige. Frank: Mhm. Sebastian: Das macht mich definitiv zu jemandem, der sich viel mehr damit beschäftigt als jemand, der eben nur, wenn er in Urlaub fährt und so 'n bisschen dazwischen sich damit beschäftigt. Frank: Mhm. Sebastian: Hab ich das Wissen der Welt darauf gepachtet? Nein. Frank: Nein, und trotzdem kann ja auch der, der nur in Urlaub fährt oder dann vielleicht dann mal zu Messen und da steht, mich auch entwickeln zum Experten, weil ich mich in einigen, in einige Sachen tiefer reinknie als du das machst, ne. Sebastian: Ja. Und, und, äh, was ist denn ein Campingexperte? Was ist denn Camping? Ja, das, da fangen wir schon wieder an. Also ich, ich, äh, hab wenig Ahnung vom Zelten, weil ich das einfach bis jetzt sehr selten gemacht habe, ne. Camping ist ja wieder so 'n allgemeiner Begriff. Also und das Thema Expertentum, da haben wir natürlich auch den, den Dunning-Kruger-Effekt, den vielleicht jeder schon mal gehört hat, ja. Diese, diese Kompetenzillusion, also dass du quasi, ähm, also Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet: Wer wenig weiß, überschätzt sich am meisten. Also Menschen, die eben wenig wissen oder vielleicht auch nicht so intelligent sind, denen fehlt die eigene Kompe... oder denen fehlt quasi das Wissen und das Metawissen, ihre eigene Inkompetenz zu erkennen und die halten sich dann halt für die größten Experten. Ähm, und auch diese Menschen haben unter Umständen, ähm, sind sehr charismatisch, sind vielleicht auch hübsch und haben auch Wissen in bestimmten Bereichen und sind dann eben in der Wahrnehmung durch andere Experten. Das kann sein. Ob sie wirklich Experten sind, kann man schlecht beurteilen. Das muss man dann in der Sache gucken, ne. Aber wir, wir haben eben auch Menschen, die auch von anderen als Experte oder für Experten gehalten werden, die das vielleicht nicht sind. Aber dieser Begriff ist einfach so schwammig. Frank: Mhm. Sebastian: Ähm, und, und für mich auch egal. Ich weiß, dass ich in vielen Campingthemen unheimlich viel mehr weiß als viele Menschen. Das merke ich, wenn mir jemand 'ne Frage stellt. Ja? Und, ähm- Frank: Das, das hängt ja auch ab vom, vom Publikum. Du hast ja, äh, sagen wir mal, wenn du da zehn Leute hast und da ist, äh, ein Experte, der ist, ähm, Gastechniker oder der, der kennt sich mit Gasinstallationen aus, der spielt mich an die Wand. Aber die anderen fünf, die noch nie, äh, 'n Gashahn geöffnet haben, die nicht wissen, dass man links rechts verwechseln muss beim, beim Zuschrauben und so weiter, für die bin ich dann plötzlich der Experte, ne. Und ich versuche aber auch immer, mich dazwischen einzusortieren und manchmal klappt das, manchmal klappt das aber auch nicht. Dann überschätze ich mich, dann sage ich was Falsches oder ich lerne durch Kommentare dazu. Und das ist aber dann, das macht mich dann wieder zum, äh, Experten für drei Leute mehr, denen ich wieder mehr erklären kann, als ich's vorher konnte. Sebastian: Und das ist 'n wichtiger Punkt: Wir machen Fehler. Immer wieder. Frank: Mhm. Sebastian: Und, ähm, 'n, 'n, 'n Bekannter aus der Online-Branche sagt immer: „Du kannst ganz viele Fehler machen, weil das ist unheimlich wichtig. Also es ist schlau, Fehler zu machen, weil daraus lernst du. Was dumm ist, ist 'n Fehler zweimal zu machen, weil dann hast du nichts gelernt." Frank: So ist es. Sebastian: Das heißt, ja, wir machen Fehler. Auch ich hab schon in Artikeln Dinge geschrieben, die waren Blödsinn. Ich war der Meinung, das ist richtig und das ist so. Es war vielleicht auch schon eins, zweimal der Fall, dass ich, äh, etwas in der Recherche mitgenommen habe und nicht richtig, äh, gecheckt habe und nicht noch mal gegenvalidiert habe. Bestes Beispiel heute: Ich, äh, Abfluss in der Küche, äh, lief nur noch super langsam ab. Ich also kurz im Internet geguckt: Was kann man machen? Ja, auf den ersten zehn Plätzen steht, äh, Soda und Essig. Das wirkt, das bubbelt und das macht sauber. Und ich denk mir so: Warte mal, Soda ist basisch, Essig ist sauer. Wenn ich 'n Base mit Essig mische, dann, also entsteht da in dem Falle CO2. Ja, deswegen bubbelt's, aber die Wirkung ist ja weg, weil die heben sich auf. Frank: Mhm. Sebastian: Ähm, und ich denk mir: Und trotzdem steht das halt in, äh, den ersten zehn Ergebnissen bei Google, ja. Frank: Mhm. Sebastian: Mhm. Wa-- Und, und wenn jetzt der Nächste kommt und das, das recherchiert, dann wird er in diesen zehn Ergebnissen recherchieren und wird quasi denselben Bullshit, äh, wieder schreiben. Und viele Menschen glauben das auch, weil dieses Schäumen ist ja für uns 'n Zeichen, da passiert ganz viel. Frank: Mhm. Sebastian: Deswegen schäumt übrigens Zahnpasta. Also wir bräuchten den Schaum nicht. Also ja, es gibt ein, zwei positive Effekte von Schaum. Wir hatten das Thema, glaub ich, schon mal tatsächlich in der Episode, aber die schäumen primär, weil Menschen nicht Zähne geputzt haben früher und man hat diesen Schaum eingebaut, um uns, weil, also würde die nicht schäumen, würden wir ja nicht merken, dass da was sauber ist und was passiert. Deswegen schäumt Zahnpasta. Frank: Ja, wichtig ist, wenn man recherchiert, dass man möglicherweise auch das mal selber dann ausprobiert, ne, dass man seine eigenen Erfahrungen macht.Oder dann eben 'ne gute Recherche macht, ne. Sebastian: Ja, und trotzdem machen wir dabei Fehler, weil wir sind nicht vollkommen, wir wissen nicht alles und, ähm, das, das wird uns einfach passieren und da können wir uns trotzdem Experte nennen und können trotzdem Fehler machen und das ist 'n wichtiger Punkt. Experten machen Fehler und Experten liegen nicht immer richtig. Und es gibt Experten, die sind sich dessen bewusst und es gibt Experten, die sind sich dessen nicht bewusst. Die glauben, dass sie alles wissen. Ist das eine besser als das andere? Nein, das ist einfach menschlich. Frank: Sind wir denn 'n besserer Influencer, wenn wir als Experten für Experten gehalten werden? Sebastian: Wir können erfolgreicher sein und mehr Geld verdienen. Wann sind wir denn gute Influencer? Frank: Ich bin ganz ehrlich und das sag ich auch immer, es haben mir einige drunter geschrieben: „Wieso hast du nur 17.000 Abonnenten?" Ähm, ich bin ganz ehrlich, mei-mein Ziel ist eher, d-dass das Vertrauen zu mir oder dass, dass, dass ich positiv bei den Leuten ankomm. Das kann-- Nicht, dass ich jetzt möglichst viel verdiene. Das ist so sekundär, das fällt ab. Ich leb nicht davon. Bei mir macht der YouTube-Kram ungefähr so bis ein Sechzehntel, ein Achtel meines monatlichen Gehalts aus. Sebastian: Mhm. Frank: Ähm, für die, die's nicht wissen, ich war Fluglotse. Ich arbeite nicht mehr seit ungefähr zwei Jahren. Ich bin im Prinzip freigestellt, altersfreigestellt und, äh, in so 'ner Übergangsversorgung, so 'ne Art Vorruhestand, bekomm aber trotzdem noch, ähm, 'n Salär. Und das ist das auch, warum mich das so trifft, wenn, wenn Leute plötzlich mich angehen wegen der Titel und dann das Vertrauen zu mir verlieren, ne. Das, das wollte ich nämlich nicht. Bei mir kommt's dann wirklich: Ja, ich bin vielleicht als, als Experte oder teilweise werd ich als Experte angesehen und plötzlich bin ich das nicht mehr, weil ich mich im Titel vergriffen hab. Das ist schade. Sebastian: Gibt ja zwei Punkte. Du kannst dich natürlich selber Experte, als Experte bezeichnen und so framen und so darstellen. Frank: Tu ich nicht. Sebastian: Und du kannst ja als Experte quasi von andern genannt werden, weil sie das so wahrnehmen. Und du hast es vorhin so schön gesagt, ne: Wenn du in 'nem bestimmten Bereich Dinge mehr weißt als andere, bist du für sie der Experte. Jetzt gibt's aber wieder andere, die haben eben mehr Wissen als die andern- Frank: Ja. Sebastian: -und bist du dann für die auch noch der Experte. Also Expertenstatus liegt immer im Auge des Betrachters, wie so viele Dinge. Und, ähm, wir können natürlich jetzt rumrennen und sagen: „Wir sind die Campingexperten, wir wissen alles." Da begebe ich mich auf dünnes Eis, weil, äh, keiner weiß alles. Frank: Ja. Sebastian: Ähm, aber an der Wahrnehmung und wie andere das bezeichnen, kann ich nichts ändern. Und dass da auch Menschen mal enttäuscht sind davon und das anders sehen, das wird eben auch immer so sein. Und deswegen ist mir das auch relativ egal, was, äh, die Menschen von mir glauben und über mich denken. Ähm, ich versuche, Menschen zu helfen und es gelingt mir und es gelingt mir manchmal auch nicht und manchmal sind eben auch der Meinung, Menschen der Meinung, ich erzähl nur Quatsch. Ist auch okay. Das ist für völlig in Ordnung. Frank: Wichtig ist, dass wir mit offenen Karten spielen, ne. Dass wir mal irgendwann sagen können: „Boah, da hab ich keine Ahnung. Ähm, ich kann euch das und das berichten. Das sagen, das und das sagt der Hersteller oder der, das steht in der Werbung. Ähm, ich probier das jetzt mal. Wenn ihr da Ahnung habt, schreibt in die Kommentare oder schickt bei euch 'ne E-Mail hin oder sonst was." Oder ich such mir halt jemanden, ne. Sebastian: Da muss ich bei meinem Gehirn sehr stark aufpassen. Ähm, ich bin ein Mensch, der ... Also es gibt ja so Menschen, die können wenige Dinge richtig, richtig krass gut. Frank: Mhm. Sebastian: Und gibt's andere Menschen, die können ganz viele Dinge so okay. Frank: Mhm. Sebastian: Ich gehör eher zur zweiten. Frank: Ich auch. Sebastian: Muss dann, muss dann stark aufpassen, äh, weil ich doch irgendwo gefährliches Halbwissen habe, dass ich da mich nicht selber überschätze. Das hab ich schon gelernt, da muss ich definitiv aufpassen. Frank: Ja. Sebastian: Weil mein Gehirn ist dann auch ganz schnell zu sagen: Klar kenn ich mich da aus, ähm, weil ich überall was weiß, aber hier und da ist das manchmal doch nicht der Fall. Und da, da darf man dann selbstkritisch sich gegenüber sagen, sein und sagen, und das gelingt mir jetzt immer besser, zu sagen: „Du kannst mal die Frage stellen. Ich weiß zwei, drei Dinge, aber es kann sein, dass wir da doch noch mal jemand anders fragen müssen, weil ich komm da nicht weiter." Ähm, aber wir sehen da zum Beispiel in der Politik sehr häufig auch das Gegenteil. Frank: Mhm. Sebastian: Ähm, also ich will gar nicht Politiker bashen. Sind am Ende auch nur Menschen, die eben ja auch häufig aus verschiedenen Gründen Politiker geworden sind, aber da beobachte ich das halt ganz gerne, weil die natürlich auch offen oder häufig in der Öffentlichkeit rumrennen und sehr viel sagen, ne. Dann nehmen wir das besser wahr, als wenn jemand eben nur so im Kleinen im Büro quasi der Experte ist. Frank: So ist es. Gut. Sebastian: Ähm, und also auch dieses, dieses Ganze, diese, dieses ganze Menschliche, dieses, diese, ja, Feedbackblase, ne, so Biased-Geschichten, das ist halt auch sehr, sehr gefährlich. Ich, ich kann da 'n schönes Beispiel nennen: Einer unserer, ja, Lieblingsstell-, Wohnmobilstellplätze in, in Malaga, ähm, der wird für die meisten oder für viele Camper total abschreckend sein, weil da steht man supereng nebeneinander. Ja, der Platz ist liebevoll gestaltet, aber, äh, der ist in 'nem Wohngebiet, ist eigentlich viel zu weit weg vom Meer. Man muss da weit hinla-, also zum Meer irgendwie zehn Minuten laufen. Gut, das ist Jammern auf hohem Niveau. Ähm, aber ich weiß ga... von ganz vielen, dass sie den Platz gar nicht schön finden und wir lieben diesen Platz. Und, ähm, warum lieben wir diesen Platz? Weil die beiden Menschen, die den betreiben, die herzlichsten Menschen sind, die wir kennen und die uns auch genauso empfangen haben, obwohl wir die nicht kannten. Und weil halt auch die andern Menschen, die auf dem Platz sind, das Gleiche sind. Das heißt, für uns sind wir wie in so 'ner Echokammer auf diesem Platz gewesen. Frank: Mhm. Sebastian: Ähm, ja, finden den total toll, haben den auch vielen Menschen empfohlen. Ich sag aber auch immer dazu: Wir mögen den Platz, weil die Menschen sind total toll. Man steht ansonsten aber da sehr, sehr eng und du musst eben zum Meer weiterlaufen, als irgendwie, wenn du zehn Kilometer weiterfährst, da hast du 'n Platz, der ist direkt am Meer. Da kannst du quasi aus'm Wohnmobil fallen und bist am Strand. Frank: Mhm. Sebastian: Und da gehört dann auch wieder so 'n bisschen Selbstreflexion dazu, das zu erkennen, ne, dass man in so 'nen, in solchen Blasen quasi auch selber gefangen ist. Das passiert halt einfach. Und das passiert uns auch mit Marken, die uns Produkte schicken, wo wir Produkte testen. Ähm, undVielleicht das auch ganz wichtig an der Stelle: Die sozialen Medien bauen auch ganz viele dieser Echokammern um uns herum, weil wir ja auf Dinge reagieren. Wir, wir gucken uns Videos an, die spannend sind. Wir wischen Videos weg, die wir nicht so spannend finden. Wir kommentieren Videos, die wir spannend oder auch richtig kacke finden. Wir liken oder disliken Videos, die wir gut oder richtig kacke finden. Und aus diesen Reaktionen schiebt uns der Algorithmus mehr von diesem Content rein und sorgt dafür, dass wir immer mehr von diesen Dingen sehen, die wir bis jetzt nicht geglaubt haben, aber plötzlich anfangen zu glauben. Also auch so Sebastian: rechtspopulistische Parteien arbeiten sehr, sehr stark damit und die Algorithmen unterstützen dieses quasi auch. Frank: Wirklich? Auch wenn ich sie sofort weg-, also wenn ich die gar nicht anschaue? Also ich weiß bei YouTube, wenn ich irgendwas anschaue länger, wenn ich da länger verweile, dann kommt mehr davon. Das ist klar. Ähm, manchmal helf ich mir, dass ich auch mal den, den Daumen nach unten anklicke. Mag ich nicht, weil wenn ich das nicht mag, dann weiß der Algorithmus ja sofort Bescheid. Aber wenn ich das, das, ich hab das Gefühl, wenn ich bei einigen Sachen gar nicht mehr hängen bleibe, dann ändert sich das auch wieder. Bestes Beispiel war- Sebastian: Definitiv. Frank: Bestes Beispiel war irgendwas war, irgend-, meine Tochter hatte mir für, für meine Enkelin irgendso 'n Babyspielzeug, äh, hat sie mal gesagt: „Guck mal hier, ist ganz lustig." Und zack, bin ich da am Han-, hab mir das angeguckt und dann kam bei Instagram immer mehr von Baby-Content. Und dann hab ich irgendwann gedacht: „Hallo?" Sebastian: Falsch. Frank: Hab aufgehört, hab auch nicht mehr reingeguckt oder hab das weggewischt und dann hat sich das wieder beruhigt. Deswegen frag ich nach. Sebastian: Ja, ja, da, also das ist vollkommen richtig, ne. Also das ist einer der Gründe, warum ich TikTok liebe. Also wir müssen jetzt nicht über TikTok diskutieren, dass das, äh, warum man das eigentlich nicht nutzen sollte. Was ich aber an TikTok liebe, ist, ich, ich wische dreimal 'n Video weg und dann sind die aus meinem Feed raus und ich guck mir drei Videos lang an und dann sind die drin. Ich kann also mein, mein Gehirn, was ständig neue, neue Impulse braucht, ist halt, also da ist TikTok quasi wie für geschaffen, ne? Weil wenn ich, wenn ich drei Rezeptvideos gucke, dann, äh, ist mein ganzer Feed voller Rezepte und wenn mir das langweilig ist und ich jetzt plötzlich, ich überlege grade, jetzt bin ich tatsächlich in der Camping-Bubble wieder 'n bisschen drin, äh, hier in den, in Freistierern, dann hab ich das superschnell und wenn mich das nervt, bin ich da auch superschnell wieder raus. Gleichzeitig nutze ich das aber extrem reflektiert und bin mir dessen bewusst. Wenn ich jetzt aber überlege, ich folge vielleicht Kanälen, die mir, ich, und ich versuch jetzt grade mal irgendwie nicht in 'ne politische Ecke zu gehen, weil da wird's natürlich sehr, sehr intensiv gespielt. Aber beispielsweise, ich würde mir jetzt, äh, fünf, sechs Videos angucken, wo mir jemand erzählt, warum die Erde flach ist. Frank: Ist sie rund oder was? Sebastian: Ja. Ja, Frank. Frank: 'tschuldigung. Sorry, den musst, den konnt ich jetzt nicht. Sebastian: Ähm, dann, äh, ich guck mir zwei, drei Videos an, weil ich's spannend finde. Dann wird der Algorithmus mich da rela-, mich da relativ schnell reingießen und wird mir mehr von diesem Content zeigen. Und wenn ich jetzt nicht reflektiert dadrauf gucke, weil ich weiß, das ist aus meiner Sicht Quatsch, dann fang ich vielleicht an, das zu glauben, was da steht und was da mir erzählt wird. Und das meine ich damit. Also nicht, nicht wenn du wegwischst, dass es nicht mehr kommt, sondern wenn du nicht wegwischst, kommt mehr davon. Frank: Ja, das ist richtig. Ja, genau. Sebastian: Und, ähm, also diese, diese Feedbackblase ist spannend und die bildet sich halt eben auch um Influencer herum. Und da sind wir jetzt wieder bei uns. Wir haben ja Fans, wir haben Menschen, die uns gut finden, die uns gerne gucken, die uns vertrauen, die auch so 'ne parasoziale Beziehung mit uns führen, die uns als Freunde unbewusst wahrnehmen. Und jetzt überleg dir: Ja, du, du, du oder da kommt jetzt jemand und kritisiert uns. Was passiert denn dann? Dann werden wir verteidigt. Manchmal vielleicht zu Recht, manchmal vielleicht aber auch zu Unrecht, weil die Beziehung eben ja gebiased ist, also das heißt, die ist beeinflusst, ne. Und das passiert natürlich auch. Und je größer der Influencer ist, desto größer ist ja die, äh, diese, diese Fanbase, die außen herum ist und desto mehr Menschen sind da, die, wie soll ich denn sagen, die keine Kritik dulden oder keine Kritik üben. Frank: Mhm. Sebastian: Und dann begebe ich mich immer mehr in so 'ne Bubble rein. Ähm, das, lustigerweise hab ich heute Morgen eine, ich hab zwar vorhin, glaub ich, gesagt, es war 'ne E-Mail, aber ich glaub, es war keine E-Mail, sondern es war 'n, 'n Beitrag bei LinkedIn. Ähm, ich kann das mal kurz vorlesen und das, das passiert auch oder das kann auch uns Influencern passieren und ich glaube, das ist ganz spannend und wir, das wird heut 'ne lange Folge. Also wenn euch das Thema Langweiligkeit, dann skippt weiter. Die wird auch wieder 'ne reine Campingfolge kommen, aber da wir halt nun mal jetzt beide im Campingbereich publizierend unterwegs sind, fanden wir's ganz spannend, euch da mitzunehmen. Gebt uns gern mal Feedback, ob wir das nie wieder machen sollen oder ob ihr das auch mal spannend fandet. Also, ähm, die Folge bringen wir trotzdem zu Ende. Also die, die, die Nachricht war, äh, LinkedIn-Nachricht war: „Wie Macht korrumpiert, ohne dass wir's merken. Macht verändert Wahrnehmung schleichend. Man hält eigene Ziele für wichtiger, man fühlt sich weniger abhängig von anderen, man glaubt, Regeln gelten weniger für einen selbst. Das Problem dabei ist: Je höher die Position, desto weniger erhält man ehrliches Feedback. Korruption beginnt oft mit Isolation." Und da gibt's eben, äh, Keltner, D. Keltner, ein, ein, ein Forscher, also, äh, der oder ich glaub, es sind sogar zwei, Dacher und Keltner, die da 2016 zu geforscht haben und die schreiben eben, wie Macht auf vierfache Weise korrumpiert. Macht führt zu Empathieverlust und einem verminderten moralischen Empfinden. Macht führt zu egoistischer Impulsivität, Macht führt zu Unhöflichkeit und Respektlosigkeit und Macht führt zur Erzählung von Überlegenheit. Und das ist was, wo wir Influencer auch nicht gefeit vor sind, weil uns dasselbe passieren kann. Das sind auch wieder ganz normale menschliche Verhaltensweisen, die da stattfinden. Vielleicht ist man reflektiert und es passiert einem nicht. Vielleicht ist man auch einfach nicht groß und bekannt genug als dass einem das passiert, aber die Gefahr ist immer da.Ähm, und da sollten wir uns auch selber immer versuchen zu kontrollieren. Was meinen wir denn mit Macht hier? Also, ne, ist ganz einfach. Der, der Frank hat jetzt nicht mehr nur, äh, wie viel, wie viel, wie viel Follower hast du, äh, wie viel Fans hast du bei, äh, YouTube? Frank: 17.000 sind's jetzt. Sebastian: 17. So, jetzt bist du irgendwann bei 'ner Million. Also alleine die Zahl ist gigantisch, ne. Dann hast du ja auch plötzlich eine viel, viel größere Macht, weil wenn du jetzt das falsche Thumbnail machst, dann hat das wahrscheinlich richtig krasse wirtschaftliche Auswirkungen für das Unternehmen, was du tust. Jetzt bei 17.000 wird noch nichts so Schlimmes passieren, ja. Davon gehen die nicht pleite. Bei 'ner Million, die vielleicht auch noch alles Camper sind, sprechen wir dann von andern Geschichten. Frank: Ah ja. Sebastian: Und natürlich auch andersrum. Wenn du jetzt irgend'n Müll in den Himmel lobst, hat das eben auch 'nen ganz positiven Effekt auf das Unternehmen. Und das mein ich mit Macht. Je mehr Reichweite wir haben, desto mehr Macht haben wir ja auch. Und desto größer ist eben auch die Gefahr, dass wir in so 'ner eigenen Echokammer landen und Dinge sich verändern. Und, ähm, das kann man durchaus auch bei Influencern hier und da und immer mal wieder beobachten, ähm, wie so was passiert. Frank: Gut. Boah. Sebastian: Ja, jetzt, jetzt ist die Frage: Was könnt ihr da draußen dafür mitnehmen oder was, was könnt ihr da machen? Ähm, also die ganzen Sachen, die wir euch jetzt so'n bisschen erzählt haben, ne. Und im Endeffekt ist halt versuchen, immer noch mal so 'ne Denkschleife einzuziehen letzten Endes. Also beispielsweise ich heute Morgen, ne, als ich auf das, auf das TikTok, äh, TikTok Shop geklickt habe und gekauft habe. Ich hab ja gesagt, ich hab relativ reflektiert gekauft. Wenn das nicht passiert wäre, könnte man immer noch überlegen. Also wenn jetzt nicht der Frank mir grade das Produkt gezeigt hätte, würd ich's mir dann auch kaufen, wenn's mir 'n Fremder empfohlen hätte? Wenn die Antwort nein ist, dann kann es sein, dass hier 'n Halo-Effekt stattfindet. Es kann aber auch sein, äh, dass der Frank einfach die richtigen Punkte angesprochen hat zu dem Produkt. Ähm, ja. Frank: Was ich, was ihr auch noch mitnehmen könnt, ist – so handhab ich das immer – ist eigentlich, wenn-- Ich bin ja selber auch Konsument und Follower von andern Kanälen. Wenn ich irgendwo was kommentiere, krieg ich 'ne Antwort. Ähm, wenn ich was kritisiere, sachlich, konstruktiv aus meiner Perspektive natürlich, krieg ich 'ne Antwort? Geht derjenige darauf ein? Ja, nein? Das sind für mich so'n bisschen die, die, ähm, Prüfpunkte: Wie geh ich mit diesem, mit diesem Follower um? Ähm, es gibt jetzt nicht viele, wo ich so drunter kommentiere, aber ich, ich hab auch viele andere Interessen, auch in der Luftfahrt. Da hab ich dann schon Reaktionen gekriegt. Aber so auch im Campingbereich, Jürgen setzt sich da auch positiv ab, ähm, also von Womo.blog. Ähm, da, da wir schreiben dann auch schon mal da drunter, dann kommen Antworten. Und das ist immer für mich dann auch so diese Guideline. Oder das ist erstens für mich ist das der Punkt, wo ich sag: Doch, ich find den in vielen Aspekten immer noch gut. Ich muss nicht jeden auch in allen Aspekten gut finden. Auch du weißt, Jürgen ist auch kantig, haben wir auch schon oft vor-vorgestellt oder drüber gesprochen, grad nach den Messen. Ähm, das schätz ich auch. Ich bin da nicht mit allem einverstanden, was er bringt, aber das muss auch nicht sein. Aber wenn für mi-mich jemand so rüberkommt, auf mich eingeht, sich auch noch die Zeit nimmt, dann ist er authentisch, dann macht er das vielleicht auch noch gerne, dann macht's nicht nur die KI, sondern, äh, dann hab ich eher dazu Vertrauen. Und das ist eben genau und jetzt der zweite Punkt ist: Das versuch ich genauso umzusetzen. Ich antworte eigentlich auf, auf jeden Kommentar und, ähm, das mach ich nicht nur, weil das Video dann hochgespült wird, sondern weil's mich echt interessiert. Ich treff Leute auf Messen, ich, ähm, wir unterhalten uns, ich werd angesprochen, auch erst gestern wieder. Äh, das, das freut mich. Ich hab gerne die Netzwerke zu Herstellern, aber eben dieser, der, der größte Anteil macht eben, die machen eben die Kommentare aus, wo ich dann auch als Mensch wieder rüberkomm. Ich bin anfassbar. Ich kann direkt auf die Person reagieren, die mir was schreibt. Ich kann nicht nur einfach 'n Video abspielen, wo ich irgendwas rausblase, sondern da bin ich in Interaktion und das ist für mich immer so'n Prüfpunkt. Sebastian: Aber wie würdest du dann damit umgehen, wenn du jetzt vielleicht wirklich 'ne Million Fans hättest und das einfach nicht mehr schaffen würdest, alle Kommentare selber zu beantworten? Was ist denn dann? Frank: Dann, okay, dann muss das, ja, ja. Also pass auf: Ich folge einem jungen Piloten bei, bei Condor, das ist AeroNews Germany. Hat, kennt vielleicht der ein oder andere. Ähm, hat sich hochgearbeitet von quasi Kabine über, äh, rechten Sitz Copilot. Er ist auch immer noch Copilot, ist allerdings jetzt Senior First Officer auf Langstrecke und macht extrem gute Videos und wird also jetzt auch dann, auch die großen Firmen sind aufmerksam auf ihn geworden, ne. Ähm, verschiedene Airlines, die dann ihre B... First und Business Class, äh, ihn abfliegen lassen. Er wird hier von der Lufthansa eingeladen in die First Class Lounge in, in Frankfurt, sich das anzuschauen. Das eröffnet uns Einblicke, die wir sonst nicht bekommen. Das find ich toll. Der macht das extrem gut, macht extrem gute Schnittbilder. Ähm, wenn er also redet, dann zei... dann sieht man, worüber er grade redet. Er hat 'ne extrem gute Ausdrucksweise. Er ist jung, sympathisch, gut aussehend, all diese Sachen. Und der steht, glaub ich, jetzt schon bei, lass mich lügen, aber 'ne Viertelmillion Abonnenten und der hat dann auch neulich 'n Video gemacht und hat gesagt, er liest alle, er kann aber nicht alle beantworten. Und das ist, wäre für mich auch der Punkt, wo ich sage: Okay, ähm, so könnt ich vielleicht auch damit umgehen. Ich, ich lese alles, ich schaff es nicht, alles zu beantworten. Das werdet ihr sicherlich verstehen. Wenn, wenn ihr 'n ganz besonderes Anliegen habt, dann schreibt mich an per, keine Ahnung, E-Mail, ne. DieSteht in der Kanalinfo, ähm, oder sprecht mich an, wenn ihr mich seht oder ihr könnt mich auf den und den Wegen erreichen. Das ist ja für viele schon mal wieder 'ne weitere Hürde. 'N E-Mail-Programm aufmachen, äh, und 'n Text verfassen. Vielleicht würd ich so damit umgehen, aber ich würd das nie aus'm Fokus verlieren. Das wär immer mein, mein großes Ziel, ansprechbar zu sein, anfassbar zu sein, als Mensch rüberzukommen. Und das, das versuch ich eben. Komischerweise hab ich deswegen auch dieses zweite Video zu dem, darf man das sagen, Fuck-up gemacht mit dem, mit dem Titel, wo ich mich 'n bisschen erklären wollte und ich mich auch von meiner menschlichen Seite zeigen wollte, wo ich sag: „Versteh ich nicht ganz. Mittlerweile versteh ich etwas mehr.“ Und auch dazu gibt's dann vielleicht noch mal irgendwann 'ne kurze Stellungnahme, aber keine Ausweich-- Jetzt sind wir 'n bisschen abgewichen. Also ich würde versuchen, immer noch, mmm, ja, auch wenn ich 'ne Million Follower hätte, weiß ich nicht, müsste man da, hätt ich vielleicht aber auch zwei, drei Leute, die die abscannen, die Kommentare, wo wenn nur Informationen benötigt werden, die man ran schaffen kann, aber wenn's pers..., um persönliche Meinungen geht, auch ein Bundeskanzler oder ein Bundespräsident kriegt Themen vorgelegt, die nur er beantworten kann und die er dann kurz beantwortet. Sebastian: Hast du ja gra..., auch grade gesagt, ne. Du hast ja dann durchaus auch, ähm, mehr Budget und kannst dir auch ein Team sozusagen für dich arbeiten lassen und kannst das tatsächlich sicherstellen. Das find ich ganz spannend. Du könntest natürlich auch sagen: „Ist mir scheißegal, ich streich die ganze Kohle für mich ein und beantworte nichts.“ Ähm, das, ich wollte jetzt mal gucken, wie du, wie du darauf reagierst. Ich-- Gleichzeitig kann ich auch noch 'ne andere Ebene mit reinbringen. Ähm, ne, also was, was du machst, wir 'n bisschen weniger, aber auch mit dem Podcast, ist ja auch, dass wir zu so 'ner Personenmarke werden, ne. Die Menschen gucken ja deine Videos, hören unseren Podcast wegen uns an, weil sie uns sympathisch finden, weil sie unsere Stimmen mögen, weil sie das, was wir tun, mögen. Und aus meiner Erfahrung hat das auch 'ne große Gefahr, weil das ja auch sehr viel Druck aus uns, auf uns erzeugt. Jetzt hast du noch den Vorteil, dass du dein Einkommen aus anderen Quellen beziehst. Frank: Ja. Sebastian: Ähm, ich hab dieses, dieses, diese Chance oder diese Möglichkeit auch. Ich hab noch zwei andere Unternehmen, wo ich unterwegs bin. Ich muss also nicht alleine von Camper Style leben. Nee, nun hallo. Bei denen ist Camper Style die einzige Einnahmequelle. Das heißt, du hängst halt dann mehr an diesem Thema dran. Und dann haben wir immer noch die Gefahr als Menschen, wenn wir dann mehr verdienen, fangen wir an, unseren Lebensstil zu verändern. Ja, dann kommt hier 'ne größere Wohnung und dann kommt hier mal noch das dazu und dann 'n Auto und dann ... Das ist auch bei jedem Menschen unterschiedlich, ne. Dann, dann neigt man dazu, dann hast du mehr Miete, dann hast du noch 'ne Leasingrate fürs Auto, dann hast du 'n Leasingrate für die Videoausrüstung, dies, das, jenes. Deine Ausgaben werden immer höher. Das erzeugt natürlich immer mehr Druck, immer mehr zu machen. Das sorgt wiederum schon dafür, dass du Deals annimmst, die du sonst nicht angenommen hättest oder das kann dafür sorgen. Ähm, und das baut auch mehr Druck auf dich aus, immer weiter zu wachsen, immer mehr Reichweite zu machen und so weiter und so fort. Das darf man auch nicht vergessen. Das ist auch übrigens einer der Gründe, warum wir bei Camper Style sehr früh gesagt haben: „Mhm, wir wollen schon als Menschen auch wahrgenommen werden, aber wir wollen unsere Gesichter eigentlich gar nicht so in den Vordergrund stellen.“ Ich mein, mit dem Podcast hat das nicht geklappt, weil da sind wir nur immer mit unseren Stimmen sehr stark sichtbar, aber das ist auch einer der Gründe, warum unser YouTube-Kanal nicht so richtig gut gepflegt wird, weil wir da halt sehr, sehr stark mit unseren Gesichtern auch vertreten sind und eigentlich diese Abhängigkeit von unseren Personen gar nicht so stark wollen, weil die diesen Druck erzeugt, den wir gar nicht wollen, weil wir sind ja mit so 'nem unabhängigen Leben, wo wir selber bestimmen, was wir tun, sehr, sehr glücklich. Frank: Mhm. Sebastian: Und was hilft euch das jetzt da draußen? Relativ wenig, außer vielleicht so 'n Geschichten, wie Frank das grade gesagt hat. Wenn ich sehe, dass dieser Influencer oder das Unternehmen oder, äh, das Magazin oder der Podcast oder wer auch immer, der YouTuber, die YouTuberinnen, wenn die eben mit 'nem Team zusammen dann immer noch versuchen, alle Nachrichten zu beantworten, dann ist das natürlich 'ne ganz andere Wahrnehmung und Geschichte, als wenn jemand das nicht mehr tut und sagt: „Nee, ist einfach viel zu viel, schaff ich alles nicht mehr.“ Ähm, das find ich, fand ich noch mal 'n ganz spannenden Punkt von dir grade. Sebastian: Also und viele Dinge seht ihr auch gar nicht, ne. Ihr, ihr wisst nicht ... Also da haben wir dann auch so Geschichten, dass manche, manche YouTuber zum Beispiel unter jede oder he..., auf jedes Video draufschreiben „Dauerwerbesendung“, ne, weil sie halt, ähm, einfach sagen: „Ja, ich weiß ja nicht, was Werbung ist und dann erzähl ich oder nenn ich irgend'n Namen und dann ist das vielleicht Werbung und dann werd ich abgemahnt.“ Ähm, für manche ist das vielleicht 'ne Ausrede, für manche ist es Unwissen. Im Endeffekt ist, was Werbung ist, relativ klar. Wenn, wenn 'ne Sachleistung oder 'ne Geldleistung für irgendwas geflossen ist und ich darüber berichte, dann ist es Werbung. Das heißt, wenn, wenn ich 'n Produkt geschenkt bekomme und darüber berichte, dann ist es Werbung. Dann muss ich das auch ganz klar so kennzeichnen und muss das auch dazu sagen. Das tun wir auch. Ähm, wenn ich mir das Produkt selber gekauft habe, dann ist das keine Werbung. Das ist relativ einfach und klar. Frank: Genau, ei-eigentlich, eigentlich schon. Und dann hab ich mir gedacht, das ist so klein in der Ecke, ich hau das jedes Mal rein. Ich mach bloß bei, sagen wir mal, bei, bei YouTube den Haken „wurde, es wurde gesponsert oder wird bezahlt, ist bezahlte Werbung“, wenn ich tatsächlich was bekomme, da um noch mal das doppelt abzusichern und den Rest würd ich aber auch. Jetzt mach ich das ja seit fünf Jahren oder vier, fünf Jahren. Ist noch nie was passiert. Ja, weiß ich nicht, ne. Sebastian: Ich, ich find das auch völlig okay, wenn Leute, äh, der Meinung sind, sie macht das mit der Dauerwerbesendung einfach zur Vorsicht. Das, das, Unwissenheit ist ja völlig in Ordnung. Keiner weiß alles. Ähm, aber es kann eben auch, äh, 'ne Sache sein, die man bewusst macht, weil dann muss man sich nicht mehr Gedanken machen, ob ich Werbung jetzt kennzeichne oder nicht. Es verschwimmt alles irgendwie. Frank: Ja, stimmt schon, ja. Sebastian: Kann durchaus negativ sein, muss es nicht. Es ist, es sind einfach so, ne, quasi ganz viele Dinge zum Nachdenken, die ich, die mir hier so aufgefallen sind. Frank: Mhm. Sebastian: Wir schreiben an unsere Artikel ran Werbung, also Advertorial oder Werbung, wenn's geza-bezahlt worden ist. Wir sagen das auch im Podcast. Wir gehen auch damit offen um, ähm, wenn wir Produkte gestellt bekommen, dass wir die gestellt bekommen. Und, äh, ja, auch wir kaufen uns Produkte. Es, du hast das vorhin auch so gesagt, ne, du kaufst dir Dinge selber. Bei uns ist es auch tatsächlich oft so: Manchmal kommt, du, wir kriegen auch jeden Tag zig Mails, was wir nicht alles testen sollen und haben sollen und dann kriegst du 'n Produkt und, äh, dann wird dir ganz großzügig angeboten, du kriegst das geschenkt, äh, du darfst es behalten, wenn du darüber schreibst. Wir sind uns über unsere Reichweite bewusst und wissen ganz häufig: Nein, also wenn die dafür Geld bezahlen müssten, dann wär das das Zehnfache des Produktwertes, ne. Und ganz häufig bremsen wir uns auch selber ein und sagen: „Nee, pass mal auf, lass uns doch mit dem Kunden einfach 'n ganz klaren Deal machen. Der bezahlt für diese Dienstleistung, dass wir das Produkt vorstellen. Ähm, und wenn wir das Produkt haben wollen, dann kaufen wir uns das einfach, weil dann ist es klar getrennt voneinander. Frank: Mhm. Sebastian: Ähm, weil's auch wirtschaftlich einfach... Also da bin ich auch ganz offen, ne. Manchmal macht's wirtschaftlich für uns auch viel mehr Sinn, dass wir's ordentlich uns bezahlen lassen und das Produkt, wenn wir's halt doch haben wollen, uns kaufen. Deswegen, äh, wir kriegen auch jeden Tag so viel Kram, der nichts mit Camping zu tun hat, wo man sich irgendwie schönreden konnte, das passt schon irgendwie mit rein. Ja, das ist ja 'n Balkonkraftwerk, das ist ja Solar, das ist ja irgendwie was, was man auch beim Camping mal benutzt. Aber nein. Frank: Aber auf der anderen Seite, Sebastian, manchmal muss man auch die Grenzen seiner eigenen, brrr, nee, nicht Strategie, aber die, seine eigenen Grenzen auch mal austesten. Und das, was du gerade sagtest: Man kann sich auch schon mal was einreden, dass das fürs Camping taugt. Äh, ich hab in letzter Zeit auch mal Produkte ge-getestet, wo ich sag: Ja, die erwartest du nicht im Campingfachhandel, aber die kann ich beim Camping gebrauchen. Das war so 'ne mobile Espressomaschine, mobile Kaffeemühle und, äh, 'n Wassersprudler für unterwegs. Ähm, Haupt oder andere, ähm, Einsatz-Einsatzbereiche waren dann auch zum Beispiel in der Bahn, auf 'ner Wanderung und, und, und. Ich hab das trotzdem getestet. Am Ende ist auch was Gutes bei rausgekommen. Ich find die Dinge auch wirklich gut. Ich nutz die auch. Aber ich sage, das war jetzt 'ne Erfahrung, wo ich sage, die haben auch nicht so gezogen. Das, das hat auch nicht-- D-d-die Leute, also die, die Zuschauer haben das mit Camping nicht so verbunden wie ich. Sebastian: Ja. Frank: Und das ist dann für mich wieder der Effekt, wo ich sage: „Nee, lass mal." Ich hab gestern 'n Topfset gekauft. Ich kam mir vor, ich war, oh, ich war hier auf der Kaffee-Fahrt, jetzt kommen wir mit 'ner, mit 'm Topfset zurück. Toll. Was hast du denn da wieder gekauft, Frank? Nee, aber es ist, es ist wirklich gut. Ich hab auch heute Morgen schon, äh, die ersten Erfahrungen, positiven, äh, Erfahrungen damit gemacht. Ist klasse. Es, äh, schafft Platz bei mir im Wohnmobil. Jetzt bin ich schon in der Werbung. Nein, will ich nicht. Ich hab dann das Angebot, das war 'n ge..., sehr guter Messepreis und die, mit der ich das Video gedreht hab, die hat dann gesagt: „Komm, ich geb dir eins mit. Ähm, du musst, machst aber 'n bisschen Content darüber." Und dann hab ich gesagt: „Nee, lass mal." Also ich, äh, ich zeig das gerne, weil, weil ich, weil mich das interessiert. Ich bin immer vorne vorbeigelaufen. Heute hast du mir das mal gezeigt. Das bring ich gerne in meinem Video. Die Zuschauer kriegen 10 %. Ähm, ihr habt auch 'n bisschen was davon und fertig. Aber, ähm, ich bin jetzt kein großer Wohnmobilkocher und ich werd mich nicht so verbiegen, dass ich sag, ich muss jetzt hier dann alle, äh, drei Wochen bring ich, äh, 'ne Insta-Story oder 'n, 'n YouTube-Short, wo ich dann das wieder nutze. Das, das will ich nicht. Das, das glaubt man mir nicht. Das kauft man mir nicht ab. Ich hab immer gesagt, ich, im Urlaub koch ich kaum. Passt schon. Ich zahl selber. So, und ich hab dann den Messepreis bezahlt. Bum. Und, ähm, das war der erste Schritt weg von diesen Sachen, die ich unbedingt, also die nicht viel mit Camping zu tun haben. Ja, so 'n Kochset kann man sich natürlich auch noch eindrehen, kann ich aber auch für zu Hause gut gebrauchen. Und da muss man immer wieder... Wir finden auch immer wieder unseren Weg, ne, wie ihr vielleicht auch. Jeder muss mal rechts und links an die Bande stoßen, um zu sagen: „Puh, Kratzer im Lack, aber Karre fährt noch. Ich fahr weiter." Sebastian: Ja, wir sind ja auch nur Menschen, ne. Es ist, äh, nur natürlich, wenn, wenn, wenn du dann cooles An..., 'n cooles Produkt angeboten bekommst und das, du willst es grade haben, dann ist auch die Verlockung immer groß zu sagen: „Ja, das mach ich." Ähm, das, ne, wir sind im Team, das ist immer ganz, ganz vorteilhaft, weil da, da ist dann bestimmt immer jemand anderes auch, der sagt: „Ja, das versteh ich, aber das ist kein Camping, das, das, das, äh, Fitnessfahrrad, was du dir grade dir entgegennehmen willst. Ich versteh das, ähm, aber das kann so nicht funktionieren." So, das ist bei uns im Team ganz, ganz angenehm, dass wir uns dann aneinander reiben und miteinander diskutieren und dann die, die Meinung sozusagen abgleichen und, ne, spätestens dann wir auch sagen: „Ja, nee, passt. Das ist, das ist nicht Camping. Können wir, mach mal anders", oder so. Frank: Ja, vielleicht, äh, muss ich der Schizophrenie verfallen, dass ich mit mir dann auch Diskussionen führen kann. Aber Entschuldigung, das war wahrscheinlich nicht angebracht, aber, äh, du weißt, was ich meine. Das ist schön, dass ihr das habt, ja. Sebastian: Natürlich, das hast du jetzt nicht und das ist auch völlig in Ordnung. Die meisten Influencer, die ja so One-Man-Shows sind, ähm, haben eben diesen Vorteil nicht. Das, das mag ich sehr, dass, dass wir da, äh, uns immer wieder auch aneinander reiben und fi... und es gibt immer wieder Streitpunkte bei uns auch, wo wir einfach in der Sache auch manchmal hart diskutieren. Ähm, und, und es gibt auch Dinge, wo wir immer diskutieren werden, äh, so grad in Richtung Design und so weiter. Da wird's für uns immer Reibung geben, weil's unterschiedliche Ansatzpunkte gibt. Aber das, ich mach das auch manchmal, dass ich mich einfach mit, mit verfremdeten Menschen über Dinge unterhalte, weil man muss ja immer nicht immer mit seinem Team sprechen. Man kann ja auch mit anderen Menschen sich unterhalten und noch mal was reflektieren und noch mal was machen. So, jetzt lass aber noch mal gucken, was können wir denn euch da draußen noch mitgeben? Also ich hab ja grad schon gesagt, also hätt ich mir das Produkt gekauft, wenn's mir 'n Fremder empfohlen hätte, ne? Da kann man so 'n bisschen so diesen Halo oder diesen, diese parasoziale Beziehungen ein bisschen, äh, quasi ausmerzen. Ähm, woher kommt denn das Gefühl, dass dieses Produkt, was ich jetzt habe, wirklich gut ist? Selber nur getestet, hab ich's vielleicht ganz oft einfach gesehen und ich red's mir schön. Ähm-Dann ist auch die Frage: Wenn mir jetzt einer 'n Produkt vorstellt, ist da Geld für geflossen? Ja, wurde der dafür bezahlt? Hat er das Produkt kostenlos bekommen? Dann wird oder dann kann das eben immer auch einen Einfluss auf die Meinung des Menschen haben. Gar nicht mal, dass das irgendwie bewusst und negativ gestört ist, aber das kann eben sein. Und dann hilft es mir einfach noch mal drüber nachzudenken. Ähm, such ich grade Gründe, warum der Kauf, den ich getätigt habe, schon richtig war, ja? Auch da, das kann ein Zeichen dafür sein, dass ich irgendwie grade mich selber versuche zu überreden, dass das richtig war. Und hab ich vielleicht auch im Umfeld jemanden, dem ich da echt die Kritik zutraue, also der mir vielleicht noch mal das Campingfahrzeug, was ich jetzt unbedingt haben will, auch noch mal, äh, was zu sagen kann und dann noch mal kritisch drauf kauft, äh, draufgucken kann. Also das wären so Methoden, die ich nutzen kann, um quasi noch mal was zu hinterfragen. Und letzten Endes können wir auch nicht den ganzen Tag immer über alles nachdenken. Deswegen ist ja unser Unterbewusstsein so riesig und das, was es tut, so riesig. Weil würden wir über jede Entscheidung, jedes Ding, alles, was wir tun, immer nachdenken müssen, dann würden wir erstens so riesige Mengen Energie verbrauchen, weil unser Hirn halt einfach unheimlich energiehungrig ist. Denken ist super anstrengend, super aufwendig. Ähm, wir würden viel, viel mehr Zeit brauchen, die wir nicht haben. Und, ähm, bei manchen Sachen ist es das einfach nicht wert, darüber mehr nachzudenken. Und manchmal ist es auch okay, sich was schönzureden, weil wenn man damit glücklich ist, ist das auch fein, ne. Solange ich jetzt nicht für 100.000 Euro irgend'n halb kaputtes Wohnmobil gekauft hab, ist ja die Welt auch völlig in Ordnung, wenn ich auch mal was gekauft hab, was vielleicht nicht ganz perfekt ist, solang ich's mir schönrede. Ähm, aber so'n bisschen kann man quasi, wenn man diese Dinge kennt, die auch selber hinterfragen und schauen: Warte mal, bin ich da grade irgendwas aufgesessen oder ist das vielleicht auch, ist es in Ordnung, was da passiert ist? Frank: Ja. Sebastian: Ne, und, ähm, vielleicht auch dieser Dunning-Kruger-Effekt. Ich beobachte das sehr häufig. Da, da haben dann Leute, äh, waren dreimal am Wochenende campen und sind jetzt halt die riesigen Campingexperten, die allen erklären wollen, wie's geht. Ähm, das ist halt schwierig. So, und das beobachte ich halt im Online-Marketing sehr stark, ne. Das-- Die sind dann heute Krypto-Experten, weil sie jetzt mal irgendwie 'n halben Bitcoin gehalten haben für 'ne Woche. Frank: Ja. Sebastian: Ähm, jetzt sind's grade alle, sind sie alle grade KI-Experten. Davor waren sie alle was weiß ich für Experten. Ähm, das ist sehr, sehr weit verbreitet in ganz vielen Branchen, dass die Leute quasi immer dann Experten von irgendwas sind, was halt grade gut funktioniert und die Langzeiterfahrung halt meistens fehlt. Frank: Trotzdem sind sie Experten für die zwei Leute, die nur einmal campen waren. Sebastian: Die gar nichts dazu wissen, ne. Frank: Genau, ne. Ja, aber auch das ist natürlich wieder der Tipp, ne. Wo, wo schätze ich mich selber ein? Und, ähm, muss ich auf den Erstbesten hören oder guck ich mir vielleicht noch drei andere Meinungen an? So wie man nicht auch nur der Bild-Zeitung glauben sollte, sondern vielleicht einfach mal auch kreuz und quer und selbst renommierte Medien verhauen sich, ne. ZDF-Diskussion mit der KI-Sache oder dem alten Bild oder auch, ähm, renommierte Zeitungen, ja, recherchieren auch schon mal schlecht, das passiert. Also immer wieder schön Medienkompetenz zeigen. Sebastian: Weil da arbeiten halt immer Menschen. Frank: So ist es. Sebastian: Die alle dieselben Probleme haben, die machen alle Fehler, die sind alle nicht perfekt. Die haben genau diese Dinge, über die wir grad gesprochen haben. Und deswegen ist es so wichtig, mir auch wirklich verschiedene Perspektiven anzuhören, mit verschiedenen Menschen zu sprechen, verschiedene Medien, ähm, zu hören, zu lesen, anzuschauen, um da wirklich ein breites Bild zu haben und nicht etwa vielleicht nur Medien, die alle schon dasselbe sagen, weil sie, weil sie in derselben Strömung halt mitschwimmen. Und das ist halt super anstrengend. Das ist genau der Punkt. Deswegen machen wir Menschen es so selten. Frank: Genau. Sebastian: Weil's anstrengend ist. Frank: Ja. Sebastian: Was können wir für uns mitnehmen, Frank? Frank: Es ist nicht leicht. Also, äh, das, das Geld ist hart verdient. Boah, ja, also ich, ich hab für mich jetzt aus dieser Geschichte, die mir jetzt auch da passiert ist, mitgenommen, für die Zukunft etwas sorgfältiger zu arbeiten. Ähm, grade so bei Titelauswahlen zu überlegen: Könnte ich jemanden damit persönlich verletzen, was ich ja gar nicht machen will, was ich auch nicht machen wollte. Ähm, mir bewusst zu sein, dass ich Leute tatsächlich beeinflusse, ähm, im Positiven wie im Negativen und mir immer wieder auch die Frage stell in, in der Zukunft: Ist das für mich geeignet? Nimmt man mir das ab? Glaubt man mir, glaubt man mir nach wie vor noch? Bin ich noch für die Leute ehrlich und authentisch genug? Das ist immer noch mein Ziel und daran muss ich dann, daran muss ich weiter arbeiten. Und wenn ich jetzt, äh, irgendwo im mittleren vierstelligen Bereich was gestellt bekomme, dann ist der Aufwand für mich doppelt so hoch, den Leuten auch darzulegen, dass ich das nicht nur einfach einbaue und jetzt damit durch die Gegend fahre, sondern dass ich auch sage: Das interessiert mich. Hier guck ich unter den Deckel, da schaue ich den Leuten bei Garantie- und Serviceversprechen auf die Finger. Das wissen die Hersteller auch. Genauso hab ich's, ähm, so, genauso hab ich's angesprochen bei denen. Ich sag: Ansonsten, wenn ihr sagt: „Nee, äh, das, das wollen wir nicht“, dann findet keine Kooperation statt. Also für mich ist einfach genauer hinschauen, authentischer, ehrlicher sein, sorgfältiger arbeiten. Sebastian: Zum Beispiel das ist so einer der Gründe, warum's bei uns keine Wasserfilter- oder Gaswarner-Tests gibt, weil, äh, wir überhaupt keine Labore haben, um so was realistisch abbilden zu können. Frank: Mhm. Sebastian: Und weil wir's uns auch ehrlicherweise überhaupt nicht leisten können, so was abbilden zu können. Frank: Mhm. Sebastian: Weil so 'n, ne, wenn wir so, keine Ahnung, Wasserfilter testen wollen würden mit Laboren- Frank: Das ist übel Sebastian: ... dann, dann, dann, dann sprechen wir da vielleicht von 10, 20, 30, 40, 50.000 Euro, die der ganze Spaß kostet, wenn wir das halt ordentlich machen.Und das können wir halt einfach nicht realisieren. Das, das ist auch der Grund, warum wir so 'ne Sachen nicht empfehlen. Ähm, bei anderen Produkten, also ich teste jetzt zum Beispiel grade, äh, zwei verschiedene Verschweißtoiletten. Da kann ich nichts darüber sagen, wie langzeitkompostierbar die Tüten sind, ne. Also darüber kann ich nichts sagen, aber ich kann natürlich da also mein Testgeschäft reinmachen. Also ich werde sozusagen mit Sebastian: Fäkalersatzstoffen arbeiten, um, äh, was Sinn zu bekommen und kann dann praktische Dinge daran testen, ne. Das kann ich realisieren. Ähm, 'n Wasserfilter kann ich schlicht nicht testen, weil ich, äh, äh, nicht prüfen kann, ob er wirklich die Dinge rausfiltert, die er verspricht und ich auch nicht gucken kann, ähm, was davon wirklich funktioniert. Also das, das sind auch noch so Geschichten, dass man halt auch wirklich schaut, welche Dinge wurden sich denn da angeguckt und konnten die überhaupt genau angeguckt werden? Frank: Aber was du sagen kannst bei 'nem Wasserfilter, ich hab das auch mal probiert. Ich hab dann gesagt: „Ha, ich hab 'ne Wasserprobe eingeschickt und siehe da." Und dann wurde mir aber drunter geschrieben: „Ja, aber du musst gucken, bei der Entnahme hast du schon ein Problem, ne, mit dem, äh, mit dem Wasser, also mit dem, äh, wie heißt das? Perlator, genau, mit dem Perlator an der Armatur. Und dann musst du dies und jenes sicherstellen und dann Temperaturen und ich so: „Oh, okay." Äh, ich ruder zurück und hab mir dann auch ein System einbauen lassen, was mit UV bestrahlt. Hab ich selber bezahlt. Und ich sage seitdem immer nur: „Kann ich nur empfehlen, seit ich das nutze. Ich hab bisher noch nie 'n Problem gehabt." So, das ist meine Erfahrung. Wer da, wem die, wem diese Aussage reicht, der möge sich das überlegen, aber mehr sag ich dazu nicht mehr. Der Hersteller sagt 99,99 Dingenskirchen, das sagen alle bei UV. Ähm, der Rest liegt in der Leitung, aber, ähm, ich hab das bisher eingebaut, damit gute Erfahrungen gemacht und das war's. Mehr sag ich dann auch nicht. Sebastian: Das ist-- Genau, das muss man halt sich ganz genau angucken, was die Menschen halt getestet haben, ne. Bei dem, bei dem UV-Thema zum Beispiel, ich hab mich mal mit jemandem unterhalten, der arbeitet, äh, in Frankfurt für die Wasseraufbereitung der Stadt, also die sorgen fürs Trinkwasser und der hat mir halt gesagt: „Ja, so UV-Themen, das machen wir definitiv." Ähm, aber das Problem dabei ist, dass diese UV-Strahlen... Ich mein, klar, die arbeiten dort mit ganz anderen Größenordnungen als du in einem Campingfahrzeug, ne. Der sagt aber, diese, diese, äh, Leuchtmittel, die UV-Strahlen, äh, produzieren, die nutzen sich relativ schnell ab. Die muss ich also relativ häufig austauschen. Und wenn ich dann sehe, dass diese Filtersysteme im Wohnmobil dieses UV-Leuchtmittel nicht testen, sondern sagen, funktioniert eigentlich ewig, dann kann das sein, weil wir in 'nem kleinen Rahmen unterwegs sind. Frank: Genau. Sebastian: Es kann aber auch sein, dass das dann schlicht und einfach nicht funktioniert. Ähm, und das ist eben das, was halt wirklich so schwierig-- Ich will jetzt gar nicht sagen, dass du da irgendwie Mist gemessen hast, ne. Ist, weil ich wusste das auch nicht und ich wusste auch, auch viele Dinge über Wasserfilter nicht. Ähm, und ich hab jetzt Gott sei Dank 'ne Frau, die ist Mikrobiologin, die hat da noch 'ne ganze Ecke mehr Wissen als ich in die Richtung Wasser. Aber nichtsdestotrotz brauchst du da Experten für, die sind teuer, die sind selten. Du brauchst Labore für und das können wir alles gar nicht realisieren. Deswegen gibt's auch so manche Produkte, wo wir einfach nicht selber testen können, ähm, und wo's auch am Markt sehr schwer ist. Da wird demnächst übrigens auch noch ein, zwei Podcasts kommen, grad das Thema Gaswarner. Frank: Ja. Sebastian: Äh, da gibt's ein paar ganz spannende Sachen auch zu erzählen drüber. Frank: Ja, ja, absolut. Um da vielleicht noch eben das Thema rundzukriegen mit dem UV-Filter, falls jetzt einige Hörer sagen sollten: „Äh ja toll und jetzt?" Ähm, der Hersteller gibt natürlich 'ne, äh, Lebensdauer für die Lampe an, auch eine Wirk, eine Wirksamkeitsdauer. Sebastian: Okay. Frank: Und die liegt, glaub ich, im, im vierstelligen Stundenbereich. Und natürlich, wenn man, äh, die Wasserwerke, die wahrscheinlich permanent bestrahlen. So, und ich hab jetzt 100 Liter Wasser bei mir drin und dann zapf ich morgens für den Kaffee, ne, 20 Sekunden oder ich dusche fünf Minuten und wenn du das mal aufaddierst, dann kommst du schon echt gerüttelt maß weit. Und die haben dann eben auch Vorkehrungen da drin, wo's dann heißt: Betriebsdauer erreicht, Lampe tauschen. Sebastian: Okay. Frank: Okay, das aber nur, um das rund zu machen, ähm, und fertig, sollen wir da den Haken dran machen. Sebastian: Ja, ja, aber ihr seht, wie, wie schwierig das ist und, und man ist schnell dabei, dass man glaubt, äh, wenn der Hersteller einem das erzählt, dass das alles schon in Ordnung ist und es ist schwierig, das alles zu hinterfragen und so weiter. Also ihr merkt, dieses ganze Thema ist, ist nicht einfach. Ähm, jeder, der mit dem Thema Geld verdient, ist letzten Endes nicht gefeit davor, Fehler zu machen, nicht gefeit davor, irgendwie mit dem eigenen Bias quasi zu erliegen. Ähm, das ist alles nicht eine reine Campinggeschichte. Der Campingbezug ergibt sich über uns, weil wir nun mal jetzt im Campingthema unterwegs sind. Das gibt's aber in jeder anderen Branche, in jedem anderen Themenbereich genauso, wie es das hier gibt. Frank: Und selbst die, denen man eigentlich vertrauen sollte, ich sag nur Knaus Tabbert und Gewicht. So, dann, damit können wir, glaub ich, 'n Haken dran machen, ne. Sebastian: Ja, es ist also... Äh, ja. In diesem Sinne, ich hoffe, ihr habt 'n bisschen was vielleicht über euch gelernt, über andere Menschen, über Influencer, über Medien. Ähm, ich hoffe, es hat euch geholfen. Ähm, ich fand das Thema super spannend, als Frank die Idee dazu hatte, ähm, und weil ich auch gerne euch hinter die Kulissen schauen lasse bei uns, was so Dinge sind, über was wir nachdenken, was wir tun. Vielleicht seht ihr's auch so. Schickt uns gern euer Feedback, äh, unter der, äh, also in den Show Notes gibt's unseren WhatsApp-Link. Es gibt, äh, ihr könnt an podcast@camperstyle.de schreiben. Wir verlinken auch natürlich Franks Channel noch mal drunter. Es ist keine bezahlte, nee, es ist keine Werbung, weil wenn's bezahlt ist, ist immer Werbung. Frank ist hier. Äh, Franks Kanal ist cool, deswegen empfehlen wir ihn. Ist auch so 'n Thema, ne, ist keine bezahlte Werbung. Wenn's keine bezahlte Werbung ist, ist keine Werbung. Nein, ich mein- Frank: Aber wir verstehen uns auch menschlich, ne. Sebastian: Wir verstehen uns auch menschlich, deswegen warst du der Erste, wo ich überlegt habe, wen, wen kann ich jetzt mal schnell anrufen und fragen, ob er nicht Bock hat, mit mir im Podcast zu schnacken. Frank: Ja. Sebastian: Solang Nele noch nicht, noch nicht reden kann.Ähm, und ich, wie gesagt, find, fand auch die, die Videos ganz spannend. Könnt ihr euch ja selber angucken, könnt ihr ja mal überlegen, welche Videos gemeint sind und, und euch da eure eigenen, äh, Gedanken zu machen. Uuund also hast du noch Gedanken dazu? Die, ich hab heute wirklich die größeren Redeanteil gehabt. Sorry dafür. Hast du noch Gedanken dazu? Frank: Du musst dich nicht entschuldigen. Ich bin da ja ab und zu 'n bisschen zur Seite gesprungen, wenn ich, äh, gemerkt hab, du hast den größeren Redeanteil. Dann haben, wir haben ja ein paar Sachen vorher besprochen und dann konnten wir das auch gut steuern. Ich glaube, das war so weit in Ordnung. Es hat mir... Also ich fand das schön, dass du jetzt dann doch auf das Thema eingegangen bist, ähm, obwohl's kein klassisches Campingthema ist und am Ende doch wieder, weil's jeder irgendwie damit Erfahrungen gemacht hat. Ähm, nee, mir bleibt eigentlich nur, das hab ich schon gesagt, ich, ich führ, führ Gutes im Schilde. Ich, äh, vertue mich auch ab und zu. Ich tret auch mal daneben. Ähm, ich werde dafür, wenn ich dafür sachlich kritisiert werde, ist das in Ordnung, dann nehm ich das mit und, ähm, steuer um. Und mich freut's immer noch wahnsinnig, dass wir diese beiden Welten miteinander vereinigen können, also Podcast und Video, und dass wir uns auch menschlich so gut verstehen und dann auch so offen reden können. Ähm, deswegen, ja, wenn ihr was mitnehmen wollt, glaubt nicht jedem. Ihr müsst auch mir nicht glauben. Seid kritisch, hinterfragt und wenn ihr irgendwas vorgestellt bekommt, guckt doch mal, ob's jemand anders noch getestet hat und vielleicht noch jemand und noch jemand. Und wenn vier Leute sagen, das und das ist prima und der Fünfte sagt, ja, an der Stelle ist nicht so gut, dann bildet euch eure eigene Meinung. Und ihr müsst auch mir nicht alles glauben. Und, ähm, das nennt man dann, glaub ich, einfach, ja, wie bei Medien, 'ne Medienkompetenz oder Kaufkompetenz. Und dann, glaub ich, kommt man auch ganz gut mit dieser, mit dieser Influencer-Sache klar, der wir uns gar nicht mehr groß entziehen können. Ja. Sebastian: Das ist auch 'n Satz, den ich, äh, den, das find ich ganz gut, ist 'n Satz, den ich auch häufig sage, wenn ich so Schulungen oder so was gebe: Ich hab zwar viel Ahnung, aber hinterfragt mich gerne und kritisiert mich auch gerne für Dinge, die ich sage- Frank: Ja Sebastian: ... denn ich weiß nicht alles und bei Weitem nicht alles. Und ich bin da auch sehr dankbar und forder das auch immer ein, dass Menschen kritisieren, Menschen hinterfragen und auch Menschen richtigstellen, ähm, weil das brauchen wir. Das haben wir vorhin gesagt, warum. Ja, in diesem Sinne vielen Dank, Frank, dass du da warst. Äh, ich hoffe, da draußen, wie gesagt, es hat euch gefallen. Wir hören uns nächste Woche zur nächsten Episode. Bis dahin, macht es gut. Tschüss. Frank: Tschau.

Sebastian Vogt

Ich bin Sebastian Vogt, der Technik-Experte und Redakteur für smarte Lösungen und Gadgets bei CamperStyle. Meine Expertise ist fundiert durch sechs Jahre dauerhaftes Leben im Wohnmobil als Digitaler Nomade. Ich weiß aus First-Hand-Experience, welche Technologien im mobilen Alltag zuverlässig funktionieren und welche nicht. Daher schreibe ich hauptsächlich über Stromversorgung, Fahrzeugzubehör und die Digitalisierung unterwegs. Ein wichtiges Kapitel dieser Reise waren unsere drei geretteten Hunde – so teile ich zusätzlich meine fundierten Erfahrungen und Tipps rund um das Thema Camping mit Hund. Meine Lieblingsspots? Immer dort, wo ich einen Stellplatz am Wasser finde.

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