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Anhängerkupplung Bei Einem Modernen Fahrzeug

Anhängerkupplung für Pkw oder Wohnmobil

Nicht nur im Wohnwagenbetrieb, sondern auch für den Pferde- und Hundetransport oder für bestimmte Fahrradträger bzw. -anhänger benötigst du eine Anhängerkupplung, kurz AHK. Am Markt sind verschiedene Ausführungen erhältlich, bei PKW und Wohnmobilen ist die Variante mit Kugelkopf am gängigsten.

Hinweis: Die fachlich korrekte Bezeichnung lautet „Anhängekupplung“ (ohne „r“) – wir verwenden jedoch in diesem Artikel den Begriff „Anhängerkupplung“, der sich im allgemeinen Sprachgebrauch eingebürgert hat und mit dem du die entsprechenden Produkte und Anbieter bei einer Internetsuche auch viel besser findest.

Verschiedene Typen von Anhängerkupplungen

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen folgenden Systemen:

  • feste (starre) Anhängerkupplung
  • abnehmbare Anhängerkupplung
  • schwenkbare Anhängerkupplung
  • Anhängebock
  • Fahrradträger- Anhängerkupplung

Starre Anhängerkupplung

Starre Anhängerkupplungen mit angeschraubtem oder angeschweißtem Kugelkopf gibt es schon sehr, sehr lange. Sie werden fest am Fahrzeug montiert und eignen sich daher besonders gut für den häufigen Einsatz. Eine Nachrüstung ist meist problemlos möglich und sie sind für fast alle Zugfahrzeugtypen erhältlich.

Abnehmbare Anhängerkupplung

Abnehmbare Anhängerkupplungen können bei Nicht-Benutzung mit wenigen Handgriffen entfernt werden. Der Vorteil ist dabei nicht nur optischer Natur, sondern auch ganz praktisch: Du musst beim Einparken nicht auf die Anhängerkupplung achtgeben, bei einem Auffahrunfall wird das gegnerische Fahrzeug meist weniger stark beschädigt, und du verursachst beim Ein- und Ausladen keine Flecken an deiner Kleidung, weil du an der Anhängerkupplung hängen bleibst.

Schwenkbare Anhängerkupplung

Schwenkbare Anhängerkupplungen vereinen die Vorteile der starren und der abnehmbaren Variante in sich: Die Kupplung verschwindet unter der Stoßstange, wenn du sie nicht benötigst, ist aber ohne Aufwand sofort wieder einsatzbereit. Außerdem musst du den Kugelkopf nicht extra verstauen und vor dem nächsten Einsatz suchen.

Anhängebock

Anhängeböcke sind eine Sonderform der Anhängerkupplung, die sehr hohe Zuglasten ermöglicht. Statt einer Kugelstange lassen sich hier unterschiedliche Kupplungsformen anbringen, z.B. Flanschkugel, Maulkupplung etc. Auch Wechselsysteme stehen zur Verfügung, sodass du theoretisch mehrere unterschiedliche Kupplungen damit verwenden könntest, ohne jedes Mal aufwendig umbauen zu müssen. Anhängeböcke besitzen jedoch ein hohes Eigengewicht und werden in der Regel nur im Nutzfahrzeugbereich eingesetzt.

Fahrradträger-Anhängerkupplung

Fahrradträger-Anhängerkupplungen sind eine Entwicklung für Kleinst- und Elektro- bzw. Hybridfahrzeuge und dienen lediglich dazu, Fahrradträger zu befestigen. Eine Nutzung mit Anhängern darf nicht erfolgen.

Anhängerkupplung nachrüsten

Anhängerkupplung beim PKW nachrüsten

Falls du bei deinem PKW nicht schon ab Werk eine Anhängerkupplung als Zusatzausstattung bestellt hast, lässt sich dieses Manko relativ einfach beheben: Die meisten heutigen Benziner oder Dieselfahrzeuge – zumindest diejenigen, die sich aufgrund ihrer Anhängelast prinzipiell als Zugfahrzeug eignen – sind für eine Anhängerkupplung vorbereitet. Du kannst dir einen solchen „Haken“ also in einer Werkstatt einbauen lassen oder mit etwas handwerklichem Geschick vielleicht sogar selbst die Montage übernehmen.

Dann muss nur noch der Elektrosatz verlegt und angeschlossen werden. Bei vielen Kfz-Modellen ist es zudem nötig, die Bordelektronik freizuschalten.

Den Elektrosatz brauchst du, damit der Anhänger eine elektrische Verbindung zum Zugfahrzeug bekommt und sichergestellt ist, dass die Beleuchtung funktioniert, also Licht, Blinker, Bremsleuchten, Begrenzungsleuchten etc. In den letzten Jahren hat sich hierbei die 13-polige Steckverbindung durchgesetzt, sie ist bei allen neueren Fahrzeugen verbaut. Nur kleine und ältere Anhänger sowie Fahrradträger besitzen noch das 7-polige System. Für diese Fälle gibt es Adapter.

Achtung: Häufig sind an der Steckvorrichtung des Zugfahrzeugs nicht alle Pins belegt. Während die Verkehrsbeleuchtung in aller Regel dennoch problemlos funktioniert, ist dies z.B. beim Wohnwagenkühlschrank nicht unbedingt der Fall. Wenn dir der Kühlschrankbetrieb oder das Laden der Bordbatterie während der Fahrt wichtig sind, solltest du diese Funktionen ggf. mit einem Testgerät überprüfen (lassen). Dauerplus und Ladeleitung sollten idealerweise im Wohnwagen ankommen.

Dauerplus vs. Ladeleitung

Dauerplus bezeichnet alle Kontakte im Bordnetz, die sowohl bei ein- als auch bei ausgeschalteter Zündung mit dem Pluspol der Fahrzeug-Starterbatterie verbunden sind. Hiermit werden vor allem Innenbeleuchtung und Wasserpumpen betrieben. Kühlschränke eher selten, da sie die Batterie bei ausgeschalteter Zündung schnell leersaugen können.

Die Ladeleitung (auch Ladeplus genannt) dagegen wird über ein Trennrelais mit der Starterbatterie gekoppelt, sodass nur Strom fließt, wenn die Zündung eingeschaltet ist. Für Kühlschränke und andere stärkere Verbraucher wäre das die bessere Wahl.

Sind die relevanten Pins, meist die Nummern 10–12, nicht belegt, kann man dies je nach Fahrzeugmodell mehr oder weniger einfach beheben. Im ungünstigsten Fall muss jedoch, wie bei unserem Auto, ein zusätzlicher Kabelstrang gelegt werden. Wenn du einen Neuwagen kaufst, ist es häufig möglich – und preiswerter –, die „Vollbelegung“ direkt ab Werk mitzubestellen.

Montage einer Anhängerkupplung bei E-Autos

E-Autos werden zwar immer beliebter, hier sieht es in puncto Anhängerkupplung allerdings noch etwas mau aus. Nur sehr wenige Modelle lassen sich bisher als Zugfahrzeuge für schwerere Anhänger (v. a. Wohnwagen) nutzen. Bei einigen anderen, jedoch längst nicht bei allen, sind Anhängerkupplungen für Fahrrad- oder Skiträger ab Werk bestellbar oder lassen sich später nachrüsten. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich hier in absehbarer Zeit etwas tut – frag also immer mal wieder nach und recherchiere bei den Anbietern, vielleicht steht ja schon in ein paar Monaten ein Nachrüstsatz für dein Modell zur Verfügung!

Anhängerkupplung beim Wohnmobil nachrüsten

Wenn du bei deinem Wohnmobil eine Anhängerkupplung nachrüsten willst, solltest du zunächst einige wichtige Daten für dein Fahrzeug prüfen und dich am besten auch in einer Fachwerkstatt beraten lassen. Denn manche Reisemobile dürfen nur ganz wenig oder gar nichts mehr „ziehen“, da sich keine ausreichende Anhängelast aufweisen. Hier wird es also darauf ankommen, was du genau transportieren möchtest. Während Fahrräder oder sehr kleine Anhänger häufig noch problemlos möglich sind, kann es bei schweren Motorradanhängern oder gar Wohnwagen schon ganz anders aussehen.

Christian Wuttke, Experte für Reisemobil-Anhängerkupplungen bei der Firma SAWIKO, erklärt, wie du hier richtig vorgehst: „Um zu prüfen, ob die Nachrüstung einer Anhängerkupplung in Frage kommt und um die für das Wohnmobil und den persönlichen Bedarf am besten geeigneten Komponenten zusammenzustellen, sollte der Kunde beim Aufbauhersteller bzw. dem Chassis-Hersteller folgende Informationen vorlegen:

  • Um welches Basisfahrzeug handelt es sich?
  • Von welchem Wohnmobilhersteller stammt der Aufbau?
  • Wie lautet die Modell- oder Handelsbezeichnung?
  • Aus welchem Baujahr stammt das Wohnmobil?
  • Wie lautet die Fahrgestellnummer?

Diese Angaben finden sich im Fahrzeugschein, eventuelle zurückliegende technische Eingriffe wie zum Beispiel Auflastungen oder Rahmenänderungen sind in der Regel im Fahrzeugbrief dokumentiert.“

Maßgeblich für die Montage einer Anhängerkupplung ist laut dem Fachmann die Anhängelast. Sie bestimmt, wie viel Gewicht das Wohnmobil ziehen darf. „Hier kommt es jedoch nicht auf die zulässige Gesamtmasse des Anhängers an, sondern darauf, wie viel er beladen tatsächlich wiegt“, so Christian Wuttke weiter.

Das bedeutet konkret: Auch wenn die zulässige Gesamtmasse des Anhängers beispielsweise bei 1.700 kg liegt, er beladen aber nur auf 1.400 kg kommt, reicht theoretisch eine Anhängelast von 1.400 kg. „Empfehlenswert ist aber immer, hier eine Reserve einzuplanen, damit es zum Beispiel beim Überholen nicht plötzlich zu unangenehmen Situationen kommt, oder das Fahrzeug am Berg schlapp macht“, rät Christian Wuttke.

Weitere Auswahlkriterien

Stützlast: Da dieses Thema bei sehr vielen Caravanern Dauerstress erzeugt, sollte ihr Wert bei der Neuanschaffung besondere Beachtung finden. Wähle optimalerweise eine Anhängerkupplung, bei der von vornherein mehr zulässig ist als die üblichen 75–80 kg.  

Willst du auch Räder auf der Deichsel transportieren, benötigst du vermutlich eine noch höhere Gewichtsgrenze, vor allem, wenn dein Wohnwagen buglastig gebaut ist. Größer als die Deichsellast deines Wohnwagens braucht die Stützlast der Anhängerkupplung aber nicht zu sein, da im Gespannbetrieb immer der kleinere Wert maßgeblich ist.

Öse für Abreißseil: Falls du auch in die Niederlande oder die Schweiz reisen möchtest, sollte an der Anhängerkupplung bzw. am Zugfahrzeug eine Öse, eine Schelle oder ein Langloch angebracht sein (oder nachgerüstet werden können), durch die der Feder- oder Karabinerhaken des Abreißseils geführt werden kann. Denn in den genannten Ländern muss das Abreißseil durch diese Öse gezogen und dann wieder am Seil eingehakt werden. Zuwiderhandlungen können mit hohen Geldbußen geahndet werden!

Steckverbindung: Ein unscheinbarer Punkt, der jedoch den Alltag mit dem Gespann erleichtert, ist die Lage der Steckverbindung: Je bequemer du sie erreichen kannst, desto besser!

EU-Zulassung: Sollte deine Anhängerkupplung keine haben, muss sie zuerst durch eine Prüforganisation wie TÜV oder DEKRA abgenommen und eingetragen werden. Mit EU-Zulassung ist dies normalerweise nicht nötig.

Qualität: Bitte kaufe dieses sicherheitsrelevante Zubehör nicht bei Billiganbietern und sei auch bei gebrauchten Produkten vorsichtig. Greife lieber auf die Produkte namhafter Hersteller wie SAWIKO, Westfalia, Brink, Rameder oder Bosal zurück. Auch diverse Autozubehörfirmen bieten hochwertige, solide Anhängevorrichtungen. Ihnen allen gemeinsam ist der Vorteil, dass Garantieleistungen inklusive sind.

Titelbild: (c) AleksandrKondratov / Depositphotos.com


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