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Wildcamping Und Camping In Schottland

Camping in Schottland: Tipps für das Reisen und Campen im Norden

Schottland ist ein Land mit reicher Geschichte, vielen Traditionen und einer Natur von sagenhafter Schönheit. Ein Land, das als Reiseland nicht erst seit Braveheart und Outlander unheimlich beliebt ist. Wie sieht es hier, in dieser rauen Gegend mit ihren drastischen Temperaturunterschieden, aber mit Camping aus? Ich verrate es dir direkt: Es sieht sehr gut aus! In diesem Artikel möchte ich dir Schottland deshalb vor allem als Camping-Destination vorstellen.

Mit über 300 Campingplätzen, die über das ganze Land verteilt sind, ist die Auswahl für Camper wirklich groß. Willst du den Wind an den rauen Klippen von Orkney im Norden spüren? Oder willst du dich lieber in den alten gepflasterten Gassen der kulturträchtigen Metropole Edinburgh treiben lassen? Vielleicht fährst du auch an der langgezogenen Uferlinie des Loch Ness entlang und hältst die Augen offen? Eigentlich ist es egal worauf du Lust hast, und wie du unterwegs bist, ob mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt, Camping in Schottland geht immer. Du kannst hier einfach dein Zelt aufschlagen wo es dir gefällt oder du mietest eine recht luxuriöse Glamping-Hütte mit Whirlpool. Ich denke, so vielfältig wie die Landschaft Schottlands, ist auch sein Campingangebot.

Wildcampen in Schottland

Schottland ist eines der wenigen europäischen Länder, in denen das Wildcampen nicht verboten ist. Laut dem „Land Reform Act Scotland“ darfst du dein Zelt auf den meisten nicht eingezäunten Flächen gerne aufschlagen. Eine Ausnahme gilt hier für den East Loch Lomond, der so beliebt geworden ist, dass es hier mittlerweile spezielle Verordnungen zum wilden Zelten gibt. Zusätzlich gibt es den „Scottish Outdoor Access Code“, sozusagen ein Leitfaden dafür, wie man sich in der schottischen Flora und Fauna verhalten soll. Zum Kochen solltest du demnach immer einen Gaskocher verwenden und kein Lagerfeuer machen, da dies zu gefährlich ist. Es dürfen keine Bäume abgeschlagen oder beschädigt werden und deinen Müll musst du wieder mitnehmen und anständig entsorgen. Du solltest auch vermeiden, dass zu viele Menschen am selben Ort campen. Such dir deshalb am besten einen anderen Platz, wenn der Standort schon von Campern genutzt wird. Es ist auch immer ein guter Tipp einfach mal die Landbesitzer zu fragen, da diese dir oft die besten Plätze zum Zelten zeigen können. Mit einem motorisierten Untersatz ist das Wildcampen schwieriger, denn da greift der „Scottish Outdoor Access Code“ nicht. Auch hier gilt, wenn du mit den Landbesitzern sprichst, und die Erlaubnis zum Parken hast, kein Problem. Ansonsten ist das Parken über Nacht nur an ausgeschilderten Plätzen erlaubt. Falls dich dieses Thema generell interessiert, lies doch auch mal unseren Artikel „Wildcampen in Europa“.

Tourentipps für Camping in Schottland

Isle of Skye

Die Insel Skye hat im Laufe der Zeit sehr viele Menschen kommen und gehen sehen. Angefangen mit dem Volk der Pikten, den Wikingern, den Römern und den Clanfamilien sind es mittlerweile auch viele Touristen, die auf den ausgetretenen Pfaden dieser größten Insel der inneren Hebriden wandeln. Und das ist auch vollkommen verständlich. Denn die Isle of Skye ist eine ganz besondere Naturschönheit, die bei keinem so schnell (wenn überhaupt jemals) in Vergessenheit gerät.

Der westlichste Punkt der Insel wird markiert durch den Neist Point Leuchtturm nahe Glendale. Ein guter Tipp ist es, hier einen Sonnenauf- oder Untergang anzuschauen. Allerdings solltest du dir diesen aussichtsreichen Punkt an einem Tag mit guten Wetterverhältnissen vornehmen, denn der Weg der zum Leuchtturm führt verläuft recht nah an den Klippen und wird in beide Laufrichtungen benutzt. Wenn es also neblig ist oder regnet, ist die Sicht sehr schlecht. Wenn du nicht den Pfad runter zum Leuchtturm nimmst, sondern stattdessen den Hügel weiter hoch läufst, findest du die besten Plätze um die gesamte Landzunge zu sehen. Im späten Frühling oder in den Sommermonaten, wenn die Sonne unter geht, wird alles in ganz besonderem Licht angestrahlt! Die Anfahrt zum Parkplatz dauert von Portree, der Hauptstadt der Insel Skye, etwa eine Stunde. Die Straße zum Parkplatz ist eine sogenannte „single-track-road“. Kommen dir also Autos entgegen, muss der ausweichen, beziehungsweise rückwärts fahren, der näher an einer der seitlichen Haltebuchten ist.

Auch empfehle ich dir unbedingt einen Stopp beim Aussichtspunkt Quiraing, nicht weit von der kleinen Stadt Uig im Norden der Insel. Hier ist es besser, bereits morgens da zu sein, weil die Landschaft abends komplett im Schatten liegt. Vom Parkplatz aus kannst du entweder in nördlicher, oder südlicher Richtung zu Fuß losgehen und die Gegend erkunden. Der südliche Weg ist ziemlich steil, wenn du also einen gemütlicheren Spaziergang bevorzugst, gehe den nördlichen Weg. Egal für welche Route du dich entscheidest, pack unbedingt deine Wanderschuhe ein, denn die Pfade des Quiraing wollen gelaufen werden. Wenn du nicht super gut zu Fuß unterwegs bist, kannst du eine spektakuläre Aussicht bereits vom Parkplatz aus genießen.

Die Isle of Skye ist für einen Campingurlaub ein El Dorado. Im Norden der Insel liegt in schöner Landschaft am Loch Greshornish in Edinbane, der Skye Camping and Caravanning Club. Hier bezahlst du in der Hauptsaison (Juli) für einen Wohnmobil-Stellplatz mit Stromanschluss pro Fahrzeug, Person und Nacht etwa 18 Pfund. In der Nebensaison (September) wird es mit etwa 16 Pfund, für die gleiche Konstellation nur minimal günstiger. Der Platz ist mit allem ausgestattet, was du so brauchst. Hier findest du zu diesem Platz noch mehr Infos.

Foto: © Paul Tomkins | Visit Scotland

Durch die Highlands von Glencoe bis Culloden

Der Startpunkt einer weiteren schöne Rundreise, bei der du neben der wunderschönen Landschaft auch noch ein bisschen in die Geschichte Schottlands eintauchen kannst, ist Glencoe. Du durchfährst hier das Herz der schottischen Highlands mit tiefen Tälern und steil ansteigenden Bergen. Diese Gegend ist wirklich atemberaubend. Ich fühlte mich hier in eine frühere Zeit versetzt und konnte fast die alten Clansmänner, die echten Highlander, in ihren Tartans, den Clanfarben, über die Bergrücken reiten sehen. Die Straße führt dich weiter in den Norden Richtung Fort William. Der Hausberg von „Fort Bill“, und auch der höchste Berg Großbritanniens, ist der Ben Nevis, den du von hier aus in einer Tagestour besteigen kannst. Allerdings sind schnelle Wetterwechsel in den Highlands immer ein Risikofaktor. In der Stadt kannst du dich aber bestens ausrüsten und informieren. Auch für gemütlichere Touren eignet sich dieses Gebiet, und zum bummeln ist Fort William ebenfalls gut geeignet. In den vielen Pubs und Cafés kannst du dich zudem gut entspannen. Bevor du nach Norden weiterfährst, empfehle ich dir unbedingt noch einmal abzubiegen, um dir das Glenfinnan Viadukt anzusehen. Für alle Harry-Potter-Fans ein absolutes Muss, aber auch ohne Potter-Hintergrund ist diese märchenhafte Brücke wirklich eine Sehenswürdigkeit, vor allem wenn die rote Dampfeisenbahn darüber hinweg fährt. Natürlich kannst du auch selbst einen Ausflug mit der Dampflok machen. Pass nur auf, vielleicht landest du am Ende doch in Hogwarts.

Der A82 weiter folgend, fährst du weiter durch die Highlands, wo es sich immer mal wieder lohnt anzuhalten, auszusteigen und ein paar Schritte zu gehen. Einfach diese unverwechselbare Landschaft zu genießen, die auf den ersten Blick vielleicht karg erscheint, mit den Moosen und dem Heidekraut, aber doch so reichhaltig ist. Besonders an Pflanzen, Tieren, Wetter, Kultur und Geschichte. Wenn du auf der Straße weiterfährst, kommst du an einem sehr geschichtsträchtigen Ort vorbei: Culloden. Vor 1715 waren die Highlands von den Clanfamilien besiedelt. Sie waren sehr verbunden mit diesem Land, es gab in ihrer gälischen Sprache dutzende verschiedener Wörter die genutzt wurden, um die Hochebenen zu beschreiben. Die Menschen waren den Clanfamilien zu denen sie gehörten, treu ergeben. Sie nahmen den Namen des Clanführers an (zum Beispiel MacLachlan oder MacLean) und trugen deren Kiltfarben, die Tartans. Dafür bezahlten sie allerdings Anfang des 18. Jahrhunderts einen hohen Preis. Die Unterdrückung der Highlander durch die englische Krone wurde übermächtig. Es bildeten sich Rebellengruppen, die Jakobiter, die bis zuletzt versuchten, die Kultur und das Leben der Highlander zu schützen. Leider blieb deren Bestreben vergebens, und die Schlacht von Culloden (1746) war der blutige Beginn der systematischen Auslöschung der Highlandkultur. Währen der Schlacht auf dem Culloden-Moor starben 1.600 Menschen innerhalb einer Stunde, davon waren 1.500 Jakobiten. Das Schlachtfeld von Culloden kann bis heute besichtigt werden. Das Besucherzentrum ist ganzjährig  von 9.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Falls du dir dort etwas mehr Zeit nehmen möchtest, gibt es gar nicht weit entfernt den Culloden Moor Caravan Club. Der hundefreundliche Campingplatz befindet sich auch in idealer Lage zum Wandern oder Fahrrad fahren. Auf diesem Platz bezahlst du in der Hauptsaison (Juli) pro Person und Stellplatz pro Nacht 19 Pfund. In der Nebensaison wird es mit 13 Pfund etwas günstiger. Hier gibt’s mehr Infos.

Foto: © Kenny Lam | Visit Scotland

Loch Ness nach Inverness

Als dritten Tourentipp will ich Loch Ness nicht unerwähnt lassen. Einfach, weil mich dieser See so sehr beeindruckt hat. Als wir daran vorbei fuhren, fragte ich mich die ganze Zeit: Ist das jetzt schon Loch Ness? Nach 20minütiger Weiterfahrt am See entlang fragte ich mich immer noch dasselbe. Weitere 20 Minuten später, stand immer noch dieselbe Frage im Raum. Spätestens wenn du also über eine halbe Stunde am gleichen See entlang fährst weißt du, ja, das ist tatsächlich Loch Ness. Mit seinen 36 Kilometern Länge und 227 Metern Tiefe gibt es in diesem sagenumwobenen See tatsächlich ziemlich viel Wassermasse. Die Frage ist nun: Ist dieses natürliche Becken groß genug um einem Seeungeheuer eine artgerechte Unterbringung zu ermöglichen?! Ich denke schon! *Vergib mir, ich musste das Monster erwähnen*

Ob Nessie nun darin herum schwimmt hin oder her, wer am Ufer des Sees spazieren geht, an einem verregneten Tag, an dem der Nebel ganz nah an die Wasseroberfläche heran kommt, der versteht sofort, warum diese Sage sich so vehement hält. Nimm dir ausgiebig Zeit, um diesen mystischen Ort zu erkunden, denn er hält was er verspricht. Wenn du also doch eine kleine Flosse aus dem See ragen siehst, empfehle ich dir, direkt nach Inverness weiter zu fahren und dein Gemüt bei einem schönen schottischen Single Malt Whisky im Pub zu beruhigen. Meine Vorfahren kommen aus Irland, deshalb ist der einzig wahre Whisky für mich persönlich der Irische. Der beste Whisky-Leitfaden gilt aber in beiden Ländern: „One warms the heart, two warm the brain.“ Daran halte ich mich gern! Die Gegend um Inverness hat viel zu bieten. Wenn du in der Stadt bleiben willst, könntest du zum Beispiel durch den botanischen Garten spazieren. Wenn du etwas mehr Action brauchst, wäre doch ein Ausflug mit dem Kanu mal zu überlegen. Auf dem stillen Wasser der tiefen schottischen Lochs lautlos entlanggleiten, oder actionreicher durch die Stromschnellen navigieren, Genuss ist auf die eine oder auf die andere Art dabei.

Foto: © Sandra Meissner

Der Norden Schottlands

Für eine ergänzende tolle Wohnmobiltour kannst weiter in den Norden Schottlands fahren, und solltest von Inverness aus der A9 folgen. Du kannst die nördliche Spitze des Landes erkunden und weiter entlang der Küste fahren. Wenn du hier unterwegs bist, empfehle ich dir das kleine Dorf Scourie, in der Landessprache auch Scobharaidh genannt, zu besuchen. Hier, in den nordwestlichen Highlands, liegt dieses sogenannte „Crofter“ Dorf auf dem ehemaligen Clanland der McKays. Mit dem Meer direkt vor der Tür, gibt es hier in mehreren Restaurants frischen Fisch und Meeresfrüchte zu genießen. Zahlreiche kleine Seen liegen in dieser einsamen Moorlandschaft, eingebettet in die umliegenden Berge und Täler. Hier findest du vor allem eins: Ruhe. Hier gibt es Weitblick, Wind, Wasser und frische Luft im Überfluss. Einen schönen Campingplatz in überragender Lage gibt es hier auch! Unweit vom Strand, kannst du auf der Caravan- and Campingsite Scourie Sutherland übernachten. Scourie ist übrigens berühmt für die unglaublichen Sonnenuntergänge, die man dort, praktischerweise direkt vom Campingplatz aus, beobachten kann. Scourie liegt außerdem auch direkt auf der sogenannten NC500. Die Route North Coast 500 ist ein legendärer Roadtrip, ähnlich bekannt wie die Route 66. Aber Achtung: Die klassische Route ist mit Reisemobilen oder Vans die größer sind als ein ausgebauter VW Bulli echt kompliziert bis unmöglich. Unter Umständen musst du hier bei Gegenverkehr auch mal längere Streckenabschnitte rückwärts fahren, das kann schwierig werden. Aber nicht verzagen: Es gibt auch alternative Reiserouten für Wohnmobile und Caravans. Einfach auf der Webseite Northcoast500.com einmal nachlesen, zurücklehnen und auf 500 Meilen Küstenlandschaft freuen. In einem Rund-Trip, kannst du dann ganz entspannt zurück zum Ausgangspunkt Inverness fahren.

Foto: © Sandra Meissner

Was kostet Camping in Schottland?

Übernachtungskosten in Schottland

In Schottland wird in Pfund Sterling bezahlt. Beim momentanen Wechselkurs liegt der Euro bei 0,87 Pfund. Schau aber erneut nach, denn der Wechselkurs schwankt schon mal etwas. Und wir alle wissen nicht, was der Brexit bringt.

Die Kosten für einen Stellplatz mit Strom auf dem Campingplatz liegen durchschnittlich bei etwa 18 Pfund. Ein Zeltplatz liegt im Sommer etwa bei 12 Pfund pro Nacht. Hier sind natürlich Saisonpreise und Feiertage zu beachten. Wenn Rabattkarten für dich ein Thema sind, dann check doch mal unseren großen Rabattkarten-Artikel darüber. Auch noch hilfreich: Wenn du mal bei ACSI Campingcard vorbeischaust, kannst du dein Reiseland, also in dem Fall Schottland auswählen, und dir werden alle Campingplätze angezeigt, bei denen du in deiner ausgewählten Reisezeit mit der ASCI Campingcard noch ein bisschen was sparen kannst.

Spritkosten in Schottland

Wenn du mit dem Auto oder mit dem Campervan unterwegs bist, gehören Spritkosten natürlich auch zu deinen Ausgaben. Diese liegen momentan bei etwa 1,62 Pfund (1,86 Euro) für den Liter Diesel und 1,25 Pfund (1,44 Euro) für den Liter Benzin. Wenn ich gerade beim Thema Tanken bin: In den schottischen Städten findest du viele Tankstellen die 24/7 geöffnet sind. Ganz anders sieht es in ländlichen Gegenden aus, die in Schottland oftmals nicht sehr dicht besiedelt sind. Wenn du also durch die schottische Landschaft fährst, dann würde ich dir empfehlen stets an der nächst möglichen Tankstelle zu tanken sobald dein Tank weniger als 1/3 voll ist.

Lebensmittel in Schottland

Um dir einen kleinen Überblick über die schottischen Lebensmittelpreise zu geben, habe ich mal die Preise für die Zutaten einer Spaghetti Bolognese herausgesucht:

Zwiebel: 0,85 Pfund
Knoblauch: 0,16 Pfund
Hackfleisch (500g): 4,00 Pfund
Olivenöl (1l): 3,00 Pfund
Tomatenmark: 0,65 Pfund
Rotwein: 8,00 Pfund
Tomaten (Dose á 400g): 0,35 Pfund
Spaghetti (500g): 0,53 Pfund
Parmesan (100g): 2,20 Pfund
Basilikum (frisch im Topf): 1,25 Pfund

Foto: © Kenny Lam | Visit Scotland

Anreise nach Schottland

Wenn du über Südengland nach Großbritannien einreisen willst, kannst du die Fähre von Dunkerque oder Calais nach Dover nehmen. Alternativ kannst du auch mit dem Autozug durch den Eurotunnel fahren. Wenn dich diese beiden Überquerungswege interessieren, empfehle ich dir den Artikel „Camping in Wales“, dort habe ich bereits ausführlicher über die Vor- und Nachteile geschrieben.

Um mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil nach Schottland zu reisen, gibt es aber noch andere Möglichkeiten, die ich dir hier näher vorstellen will:

Mit der Fähre von DFDS kannst du zum Beispiel von Ijmuiden nach Newcastle upon Tyne übersetzen. Newcastle liegt etwa 100 Kilometer unterhalb der schottischen Grenze in England. Von dort aus sind es noch etwa 240 Kilometer bis nach Glasgow.

Die einfache Fährüberfahrt kostet in der Hauptsaison für zwei Personen mit einem kleinen Wohnmobil (weniger als 4 Meter Höhe und weniger als 7 Meter Länge) insgesamt etwa 277 Euro. Der Preis setzt sich zusammen aus den Kosten für die Wohnmobilüberfahrt (160 Euro) plus denen für die Innenraumkabine zum Übernachten (117 Euro). Da die Überfahrt über Nacht geht, muss eine Schlafkabine gebucht werden. Weitere Leistungen, wie zum Beispiel Frühstück, können je nach Wunsch dann noch dazu gebucht werden. Bei dieser Fährverbindung gibt es sogar haustierfreundliche Kabinen. Wenn du Schottland also mit Wohnmobil UND Hund bereisen willst, kann er auf dieser Route auch bei dir in der Kabine schlafen. Super oder? Auf www.dfds.com findest du viele Infos und kannst deine Überfahrt buchen.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Fährstrecke von Rotterdam nach Hull. Ein Anbieter dieser Überfahrt ist P&O Ferries. Ich habe dort mal nach dem Preis für eine einfache Überfahrt für zwei Erwachsene mit Auto (maximal 1,80 Meter hoch und 6 Meter lang) und Wohnwagen (gleiche Maße) in der Hauptsaison (August) geschaut. Auch diese Überfahrt geht über Nacht und kostet etwa 261 Euro. Wenn du lieber eine Außenkabine bevorzugst, kommen nochmal 147 Euro dazu. Ein Frühstück für zwei Personen liegt bei 27 Euro. In Hull angekommen sind es dann noch etwa 300 Kilometer, bis du die „Grenze“ zu Schottland erreichst.

Von Belgien aus, genauer von Zeebrugge, kannst du mit P&O Ferries ebenfalls nach Hull übersetzen. Diese Überfahrt kostet in der Hauptsaison für zwei Personen mit einem Campervan, mit Innenkabine und ohne Frühstück bei etwa 488 Euro. Genauere Informationen zur Überfahrt und Buchung findest du bei www.poferries.com.

Foto: © Sandra Meissner

Weitere schöne Gegenden für Camping in Schottland

Wenn du mit dem Zelt unterwegs bist, hast du in Schottland wirklich viele Freiheiten und kannst einfach ganz ursprüngliche Abenteuer erleben. Wann hast du denn eigentlich zum letzten Mal unter freiem Himmel geschlafen? Ich sage dir, die Sterne so lange anzuschauen, bis dir die Augen zufallen ist eines der schönsten Erlebnisse die man haben kann. Und das Beste ist: Schottland ist dafür prädestiniert. Es gibt dort so viele ländliche Gebiete mit geringer Licht- und Luftverschmutzung, die optimal geeignet sind, um dein Zelt aufzubauen und den besonders dunklen Nachthimmel zu beobachten. Es gibt in Schottland sogar einen „Dark Sky Park“ im Galloway Forest. Über diesem großen Wald sieht man, dank der geringen Besiedelung, einen außergewöhnlich dunklen Nachthimmel. Dort sind besonders geeignete Plätze gekennzeichnet. Es gibt zum Thema „Stargazing“ auch spezielle Besucherzentren in Glentrool, Kirroughtree und Clatteringshaws.

Vielleicht findest du den nahegelegenen Campingplatz Loch Ken Holiday Park schön, dort kannst du schon ab 14 Pfund pro Stellplatz und Nacht (für zwei Personen) übernachten. Auf der Website findest du alles Wissenswerte. Direkt am See gelegen, gibt es hier auch tagsüber viel zu tun und zu entdecken. Wassersport wird hier ebenfalls groß geschrieben. Du kannst einen schönen Segeltörn machen oder über den Loch Ken rudern. Auch auf Wasser-Skiern kannst du hier unterwegs sein. Auf dem Campingplatz selbst gibt es zwei Abenteuerspielplätze für Kinder. Ein Tagesausflug lohnt sich zum alten Schloss Douglas, mit seinem historischen Markt „food town“. Auch das Künstlerstädtchen Kirkcudbright, mit seinen zahlreichen Festivals, lädt rund ums Jahr zu einem Besuch ein.

Apropos rund ums Jahr, wer in den Herbst- oder Wintermonaten nach Schottland in den Urlaub fährt, hat die Chance auf ein einmaliges Erlebnis. Vor allem im Norden des Landes, also zum Beispiel in Shetland, Orkney, Caithness oder Aberdeenshire sieht man in den kalten Winternächten mit ein bisschen Glück Polarlichter über den Himmel gleiten.

Ein paar der schottischen Inseln habe ich ja oben schon erwähnt. Wenn du in Schottland unterwegs bist, empfehle ich dir unbedingt eine der Fähren zu nehmen, und dir Orkney oder die Shetland Islands anzusehen. Zugegeben, es ist ein recht weiter Weg. Aber er lohnt sich! Die Inselgruppe der Shetlands liegt im subarktischen Archipel und bietet einfach Natur pur. Gerade der Weg zu St. Ninians Island ist hier interessant, weil ein schmaler Strandstreifen zur Insel führt, an dem der Sand von beiden Seiten durch die Wellen angespült wird. So ein Naturphänomen ist unglaublich sehenswert. Und einen Parkplatz zum Übernachten gibt es dort auch. Die Fahrt mit der Fähre von Aberdeen zu den Shetland Islands dauert etwa zwölf Stunden. Man kann diese lange Reise aber auch noch gut mit einem Besuch auf den grünen, leicht hügeligen Orkney Inseln kombinieren. Dort sind sehr bedeutsame Stätten der Jungsteinzeit zu sehen. Als UNESCO Weltkulturerbe liegt im „neolithischen Herzen Orkney“ zum Beispiel der Steinkreis Ring of Brodgar, der dem südenglischen Stonehenge in Mystik, Schönheit und Magie in nichts nachsteht.

Ein schöner Übernachtungsplatz auf der Insel Orkney ist zum Beispiel bei Hoxa Beach (Koordinaten: 58.826448 – 3.001703). Dort kannst du eine schöne Aussicht aufs Meer genießen. Dazu gibt es auch noch einen Badestrand und ein nahegelegenes WC.

Wenn du dir einen guten Überblick über die schönsten Campingplätze in Schottland verschaffen willst, schau doch mal bei unserer Partnerseite www.pincamp.de vorbei.

Um Wohnmobilstellplätze vor Ort zu finden benutze ich immer die App Park4Night, welche ich dir auch sehr empfehlen kann. Die App kann ganz einfach im App-Store runtergeladen werden und zeigt dir alle Stellplätze in der Nähe mit Bewertung verschiedener Nutzer. Es gibt auch einen GPS-Button, mit dem du ganz einfach zum Stellplatz navigiert wirst.

Foto: © Sandra Meissner

Camper mieten in Schottland

Damit du einen ersten Eindruck über verschiedene Preislagen und Angebote bekommst, habe ich für dich ein paar Angebote zur Camper-Vermietung in Schottland herausgesucht.

Bei Easicampers kannst du zwischen verschiedenen Camper-Modellen wählen, je nachdem wie groß der Camper sein soll, beziehungsweise mit wie vielen Leuten du unterwegs bist. Einen VW California kannst du in der Hauptsaison für 132 Pfund und in der Nebensaison für 79 Pfund pro Tag mieten. Einen etwas größeren Fiat Tolena mit Dusche und Toilette vermietet Easycampers für 152 Pfund in der Haupt- und für 90 Pfund pro Tag in der Nebensaison. Hier muss der Fahrer zwischen 30 und 70 Jahren alt sein. Praktischerweise kannst du den ausgewählten Camper gleich am Flughafen in Edinburgh abholen und losfahren. Auch auf dem Flughafen in Glasgow hat Easicampers eine Abholstation.

Ebenfalls ein spannendes Angebot gibt es bei ScotlandOverland. Hier kannst du statt dem klassischen Campervan einen Landrover Defender oder einen Toyota Hilux jeweils mit Dachzelt für 4 Personen mieten. In der Hauptsaison bezahlst du hier für die Offroad-Mobile 190 Pfund pro Tag, in der Nebensaison werden es 175 Pfund pro Tag. Wenn die Mietdauer länger als sieben Tage ist, werden die Tagesraten nochmal günstiger. Für 40 Pfund extra, kannst du ein „dog package“ dazu mieten, um deinen Vierbeiner mit zum Camping durch Schottland nehmen zu können. Dann wird die Rückbank mit einer Hundematte ausgekleidet, es gibt extra Futter- und Wasserschüsseln und eine warme Hundedecke dazu. Ins Dachzelt darf dein Hund leider nicht mit. Auch ein Navigationssystem, ein kleiner Holzofen oder ein Fahrradträger sind zubuchbar. Bei ScotlandOverland muss der Fahrer zwischen 25 und 75 Jahren alt sein. Auf der Website gibt es alles Wichtige zum Nachlesen.

Wenn du deine Reise von Aberdeen aus starten willst, wäre der Camper-Vermieter VDUB Adventures etwas für dich. Dort kannst du einen VW T5 in der Hauptsaison für 115 Pfund pro Tag und in der Nebensaison für 112 Pfund pro Tag mieten. Der Fahrer darf hier schon ab 21 fahren. Außerdem sind bei diesem Anbieter unbegrenzte Kilometer inklusive.

Als letztes möchte ich dir noch Wee Vintage Campers vorstellen. Hier werden verschiedene VW Westfalia Modelle, Baujahr 1972 oder 1973 vermietet. Sehr cool! Die alten Damen mit den schönen Namen Bluebell, Jasmine und Lilly sind zwar richtig vintage, bieten aber tollen Komfort, mit gut ausgebauter Küchenfunktion, Stromanschlüssen für deine Elektrogeräte sowie eingebauten USB Ladekabelbuchsen. Für 90 Pfund pro Tag kannst du einen kleinen Bus in der Hauptsaison mieten. Bereits für 75 Pfund pro Tag wird in der Nebensaison vermietet.

Infos zum Verkehr in Schottland

Gut für alle Auto- und Camperfahrer ist die Tatsache, dass es in Schottland keine mautpflichtigen Straßen oder Brücken gibt. Wenn du dich trotzdem über Mautpflicht und Vignetten in Europa informieren willst, lies doch mal unseren großen Maut-Artikel. Dort findest du viel Info zum Thema.

In Schottland herrscht, genau wie im restlichen Großbritannien Linksverkehr. Daran gewöhnst du dich ziemlich schnell. Wenn du in Schottland ein „Linksfahrzeug“ mietest, bleibt für deine Füße schon mal alles gleich, allerdings ist natürlich das Lenkrad auf der anderen Seite. Die Gangschaltung mit der linken Hand zu bedienen fühlt sich erst einmal etwas fremd an, das Gehirn schaltet aber ruck zuck um. Ein wichtiger und sehr hilfreicher Anhaltspunkt für Linksverkehr-Neulinge ist die Fahrbahnmarkierung. Mit etwas Konzentration ist es aber auch für Fahrer, die zum ersten Mal auf der anderen Straßenseite fahren kein Problem sich gut in den Verkehr einzufinden. Erhöhte Aufmerksamkeit empfehle ich dir beim Einfahren in die zahlreichen Kreisverkehre. Links in den Kreisel reinzufahren ist am Anfang echt ein komisches Gefühl. Auch beim Überholmanöver ist zunächst ein erhöhter Fokus gefragt, aber auch das gibt sich schnell.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung in Schottland liegt innerorts bei 30 miles per hour (mph), was 48 kmh entspricht. Außerorts darfst du maximal 50 mph (80kmh) fahren und auf der Autobahn ist die Geschwindigkeit für Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen auf 80 mph (112 kmh) beschränkt. Wenn dein Gespann oder Wohnmobil schwerer als 3,5 Tonnen ist, darfst du auf der Autobahn mit maximal 60 mph (96 kmh) unterwegs sein. Innerorts und auf den Landstraßen unterscheiden sich die Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht.

Umweltzonen sind in Großbritannien noch nicht so weit ausgedehnt wie in Deutschland. Bislang gibt es nur eine konkrete Umweltzone in London. Weitere Zonen in größeren Städten sind zwar geplant, aber noch nicht umgesetzt. In Schottland sollen die sogenannten Low Emission Zones (LEZ) in Edinburgh, Glasgow, Dundee und Aberdeen entstehen. Wenn du dich über den derzeitigen Stand informieren willst, findest du alles Wichtige auf www.urbanaccessregulations.eu.

Foto I: © Kenny Lam | Visit Scotland / Foto II & III: © Sandra Meissner

Camping- und Reiseführerempfehlungen für Schottland

Falls du einen Reiseführer mit vielen Tourenvorschlägen und reicher Bebilderung suchst, kann ich dir „Schottland mit dem Wohnmobil“ von Michael Moll empfehlen. Darin findest du unter anderem auch viele Tips für die Inseln Orkney und Shetland.

Ebenfalls reich an wunderschönen Bildern, überzeugt mich der Reiseführer „Scottish Bothy Walks“ von Geoff Allan total. Dieses Buch ist etwas für alle, die gerne zu Fuß unterwegs sind und die die oft recht verlassen daliegenden, schottischen Bothys so bezaubernd finden wie ich. Das Wort „Bothy“ leitet sich vom gälischen „bwthyn“, und bezeichnet nicht-bewirtschaftete Berg- und Wanderhütten, vor allem in den schottischen Highlands. Einblicke in die Geschichte, die Kultur, die Flora und Fauna Schottlands gibt es in diesem englischsprachigen Reiseführer natürlich ebenfalls.

Zuletzt möchte ich dir noch den ADAC Reiseführer für Schottland empfehlen. Neben vielen Tipps und Erfahrungen, zeigt der Reiseführer auch die schönsten Traumstraßen mit spektakulären Aussichten. Zusätzlich gibt es auch noch eine Faltkarte, die natürlich auch immer mal nützlich sein kann.

Allgemeine Informationen

Was du bei der Planung deines Urlaubs in Schottland noch beachten musst sind die „Midges“. Die winzigen Mücken sind etwa zwei bis drei Millimeter groß und sind in Schottland heimisch. Wenn du in der Mücken-Saison draußen unterwegs bist, wirst du leider innerhalb von Sekunden zum All-you-can-eat-Buffet. Die Bisse tun zwar nicht weh, aber jucken leider echt wahnsinnig. Die typische Saison der kleinen Highland-Mücken beginnt etwa Ende Mai, endet im September und variiert in ihrer Intensität je nach Wetterlage. Ist der Frühling beispielsweise kalt und trocken, dann verspätet sich die erste Mückenwelle. Warmes und feuchtes Wetter treibt die Zahl der Mücken in die Höhe. Es gibt speziell entwickelte Mückensprays die dir in dieser Zeit helfen können. Auf den sogenannten „Midge-Maps“ kannst du auf einer Karte erkennen, wo das Aufkommen der Mücken gerade sehr hoch ist, beziehungsweise welche Orte man umgehen sollte. Als Pendant zum Wetterbericht, gibt es in Schottland auch den „Midge-Forecast“, den solltest du stets im Auge haben. Auf www.smidgeup.com findest du alles Wissenswerte über die Mücken auf Englisch. Ich fand die deutschsprachige Seite auch sehr informativ zu diesem Thema.

Führerschein und Krankenversicherung

Für das Fahren in Großbritannien benötigst du nur deinen deutschen Führerschein, keinen internationalen.

Um im Krankheitsfall abgesichert zu sein, erkundige dich vor deiner Reise bei deiner Krankenkasse, ob sie für die Kosten aufkommt. Wenn dies nicht der Fall ist, solltest du eine Auslandskrankenversicherung abschließen.

Weitere Informationen wie zur Einreise mit Haustieren und dem Telefonieren mit dem Handy findest du auf der Seite des ADAC.

Brexit und Urlaub in Großbritannien

Durch den Brexit ergeben sich für Besucher Großbritanniens ein paar Änderungen: Bis zum 30. September 2021 kannst du als EU-Bürger weiterhin mit deinem Personalausweis nach Großbritannien einreisen.

Ab dem 01. Oktober 2021 ist dies nicht mehr möglich. Du brauchst ab diesem Zeitpunkt einen gültigen Reisepass, jedoch kein Visum. Der Reisepass darf nicht älter als zehn Jahre sein und muss noch eine Gültigkeit von mindestens sechs Monaten haben. Aufhalten darfst du dich in Großbritannien der Regel bis zu sechs Monate.

▶▶ Achtung: Bei einer geschäftlichen Reise können andere Bestimmungen gelten. In diesem Fall kann ein Visum vorgeschrieben sein. Nähere Informationen findest du auf dieser Seite.

Denke bei der Einreise und Ausreise zudem daran, dass du als Privatperson nur eine bestimmte Freimenge an Waren mit dir führen darfst. Die genauen Bestimmungen stehen auf der Seite des deutschen Zolls.

Fazit zum Reisen in Schottland

Schottland ist ein wunderbares Reiseland, egal auf welche Art. Ob du nun über die heidebewachsenen Hochmoore wanderst, an den vielen Lochs entlang durch die Highlands läufst, oder dir auf einer der Traumstraßen die Meeresluft um die Nase wehen lässt, eine Reise in den Norden Großbritanniens lohnt sich immer. Am meisten beeindruckt hat mich die überwältigende Ruhe in den Bergen Schottlands. Wenn du, so wie ich, einen frischen Wind, eine weiten Blick und eine einzigartige Kultur liebst, dann ist Schottland definitiv etwas für dich!

Titelfoto: © Kenny Lam | Visit Scotland

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