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Camping macht glücklich: Das sind die Trends für die Saison 2021

Spätestens seit letztem Jahr ist klar: Camping erlebt weiteren Aufwind. Der Hype um den Urlaub mit Wohnmobil und Caravan steigt nach wie vor an und auch 2021 scheint die Saison trotz Corona wieder erfolgreich zu werden. Laut Caravaning Industrie Verband (CIVD) wurden im vergangenen Jahr erstmals mehr als 100.000 Reisemobile und Caravans in Deutschland neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 32,6 Prozent, Tendenz steigend. Doch bevor für Camper-Enthusiasten die Saison nun wieder so richtig losgehen kann, gilt es erst mal vieles zu klären. Wie jedes Jahr erwartet die Naturliebhaber ein Meer aus Möglichkeiten, gefüllt mit den neusten Camping-Trends, Gadgets und Ideen. Das sind die angesagtesten Highlights für 2021.

Fahrzeugtypen: von retro bis luxuriös

Bei jungen Familien beliebt: Vans und Kastenwagen

In diesem Jahr punkten vor allem die kompakten Vans und Kastenwagen. Die Besonderheit dieser Modelle ist ihre Alltagstauglichkeit. Nicht zu groß für die Stadt, aber auch nicht zu klein für den Familientrip ins Grüne. Sprich, die Fahrzeuge kommen nicht nur während der Urlaube zum Einsatz, sondern auch im „familiären Normalbetrieb“. „Dieser Trend war bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten und hat in Corona-Zeiten noch weiteren Aufschwung erhalten“, erklärt Torge Ramm, stellvertretender Leiter der Camping-Messe Caravan und Co in Rendsburg. Beliebte Modelle sind hier beispielsweise der VW California oder Mercedes Marco Polo. Aber auch immer mehr liebevoll restaurierte Kultfahrzeuge wie der Bulli finden den Weg zurück auf die Straße. Preislich gehen die Spannen sehr weit auseinander. Sie sind abhängig von Alter, Zustand und Status des jeweiligen Modells.

Foto: (c) Nadine Zwingel

Alles für den Kult: Caravans aus einer anderen Welt

Der Retro-Look ist auch bei Caravans wieder voll im Trend. Besonders originell und wie eine Mischung aus amerikanischem 50er-Jahre-Charme und Raumschiff kommt beispielsweise der luxuriöse Airstream International IB 25 daher. Mit seinen spacigen Rundungen und verdunkelten Scheiben versetzt er optisch zurück in die Zukunft. Ein auffälliges Design mit luxuriöser Innenausstattung, für das man eher tiefer in die Tasche greifen muss. 110.000 Euro kostet hier allein der Basispreis. Ebenso retro, dafür wesentlich günstiger sind die Modelle der amerikanischen Marke Happier Camper. Besonders praktisch sind ihre modularen Möbeleinbauten. Klein, fein und dabei so wandlungsfähig wie ein „Transformer“. Ein Neuzeit-Vintage-Wagen, der so bisher leider nur in USA zu haben ist und dort ab 16.950 Dollar verkauft wird. Aber so interessant, dass er geradezu danach schreit, auch den europäischen Markt zu erobern – oder zumindest zu inspirieren.

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Möglichst leicht unterwegs: Kompakte Wohnwagen mit viel Komfort

Gewicht und Geld gespart werden kann dieses Jahr beim Wohnwagen-Modell Weinsberg CaraCito. Denn gekocht, geheizt und gekühlt wird hier vollends mit Strom. Er gilt als Nachfolgermodell des Caratwo und wirkt auf den ersten Blick eher unspektakulär. Doch gerade für Neueinsteiger-Pärchen oder Solo-Camper bietet der Wohnwagen alles, was man braucht, ohne sich finanziell zu verausgaben. Durch sein geringes Gewicht von 810 Kilo lässt er sich leichter rangieren. Und wer doch nicht auf Gas verzichten möchte, kann gegen Aufpreis mit Truma-Heizung und Absorber-Kühlschrank aufrüsten. Das Modell gibt es bereits ab 10.713 Euro.

Ebenfalls ein Leichtbau (1.293 kg im fahrbereiten Zustand) und noch familienfreundlicher ist der neue Aero 510 ER von Dethleffs. Er bietet neben einer großen Liegefläche auch ein Stockbett für den Nachwuchs. Ein Wohnwagen, der sich in die Dethleffs „Familien-Baureihe“ einreiht und sich dabei verstärkt auch auf die Kinderschlafbereiche konzentriert. So gibt es beispielsweise praktische Stofftaschen und Stoffblenden an den Betten. Wortwörtlich „aufgestockt“ werden kann das Modell bei der Wahl des Grundrisses. So sind insgesamt bis zu sechs Schlafplätze möglich. Ein komfortables Camping-Zuhause, das ab 19.499 Euro erhältlich ist.

Der Fendt-Caravan Bianco Activ 390 FHS ist ein toller, wendiger und vielseitig einsetzbarer Reisewohnwagen, der sich perfekt für das mobile Campingabenteuer eignet. Mit einer Leermasse von 1.156 kg ist er zwar etwas schwerer, bietet aber dank der Auflastungsmöglichkeiten auf bis zu 1.700 kg jede Menge zusätzliche Zuladungsreserven. Neben einer umfangreichen Grundausstattung, die vom beidseitig zu öffnenden 133-Liter-Kühlschrank bis zur hochwertigen Kombi-Heizung mit Warmwasserboiler inkl. iNet-Box zur Steuerung der technischen Komponenten an Bord reicht, steht eine große Auswahl an Zusatzoptionen zur Verfügung. Ab 19.300 Euro ist dieser kompakte Caravan zu haben.

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Mini-Camper

Unter dem Begriff „Mini-Camper“ werden in der Regel zum Campingmobil ausgebaute Hochdachkombis oder Geländewagen geführt. Diese kleinen Alltagsfahrzeuge erleben aufgrund ihrer relativ geringen Anschaffungskosten und der vielseitigen Nutzbarkeit derzeit gerade unter jungen Campingbegeisterten einen regelrechten Boom.

Als Basisfahrzeuge für Mini-Camper sind vor allem die Fahrzeugmodelle VW Caddy, Renault Kangoo, Citroen Berlingo, Fiat Doblo oder der günstige Dacia Dokker beliebt. Aber auch Geländefahrzeuge wie der kultige Landrover Defender oder süße kleine Suzuki Jimmy lassen sich campingtauglich machen.

Im Innenraum werden dafür – je nach Platzangebot – multifunktionale Sitz-Bett-Kombinationen mit Tisch und Stauräumen verbaut, im Heck findet häufig eine kleine Küche mit Kocher, Frischwassertank und Schubladen, manchmal sogar eine Außendusche Platz.

Noch praktischer als eine fest integrierte Campingausstattung sind die so genannten Campingboxen. Diese Modulsysteme können mit wenigen Handgriffen montiert oder demontiert und in campingfreien Zeiten in der Garage oder dem Keller verstaut werden.

Fahrzeugausstattung: Altbewährtes, aber bitte modern kombiniert

Höher streben: Aufstelldächer und Dachzelte

Ein richtiger Trend zeichnet sich durch den immensen Zuwachs an Aufstelldächern und Dachzelte bei Kleinbussen, Geländewagen und sogar Kleinwagen ab. Nicht nur, dass die praktischen Ergänzungen mehr Schlafraum bieten, sondern auch das Einfahren in Parkhäuser gestaltet sich nicht weiter zum Problem. Einmal weggeklappt, abgebaut und verstaut, ist der Van sofort wieder alltagstauglich. Beliebt sind die flexiblen Bauweisen vor allem bei Jüngeren und Einsteigern. Ist ja auch sehr aufregend, in einem Bett zu schlafen, das den Sternen näherkommt.

Beliebte Campingbusse sind hier Langzeitklassiker wie Original-VW-Bullis, aber auch Mercedes Vitos oder der Renault Trafic. Dachzelte werden inzwischen von zahlreichen Herstellern angeboten und sind je nach Verarbeitung ab 1.500 Euro erhältlich.

Hybrid und Elektro statt Diesel

Zum Trend für kultige Retro-Diesel gesellt sich inzwischen auch das verstärkte Interesse für umweltbewusstere Alternativen. Deshalb rüsten Campingplätze inzwischen auch bei Parzellen mit Ladesäulen auf. Eine Entwicklung, die bisher zwar noch sehr vorsichtig daherkommt, aber mit deren Zuwachs binnen kürzester Zeit gerechnet wird. Beispielsweise, wenn der vollelektrische VW-Bulli ID. Buzz auf den Markt kommt. Man darf gespannt sein, was das Jahr 2021 so alles hervorbringt. Spätestens 2022 sollte die Bezeichnung „Hybrid“ dann wohl auch in der Campingbranche eine gängige sein.

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Smart und ferngesteuert ist gefragt

Neben dem Wunsch nach alternativen Antrieben wächst auch der Hype um smarte Technik. Per App Heizungen und Klimaanlagen steuern oder digital die Füllstände von Gasflaschen und Batterien ablesen, Konnektivität ist ein riesiger Pluspunkt bei der Kaufentscheidung. Ist ja auch wirklich angenehm, wenn es nach der Rückkehr von der ausgiebigen Winterwanderung bereits schön warm ist im Gefährt.

Digitale Vernetzung hilft auch bei der rechtzeitigen Erkennung von Fehlermeldungen. So gehört es inzwischen in vielen Campermobilen zur Standardausstattung, Funktionen vor Fahrtantritt elektronisch zu prüfen und über etwaige Störungen zu informieren. Ebenso wie Rückfahrkameras, Navigationsgeräte, ferngesteuerte Rangierhilfen oder automatische Nivellierfunktionen. Ein Tipper aufs Touchpad und schon stehen Wohnmobil, Wohnwagen oder Co. wie eine Eins da.

Mieten und teilen

„Sharing is caring“

In der heutigen Generation hat der gesellschaftliche Wert des Teilens wieder einen höheren Stellenwert. Nicht aus der Not, sondern aus Liebe zur Gemeinschaft und Überzeugung. Frei nach dem Motto „Sharing is caring“ schaffen sich deshalb immer mehr Menschen Campingfahrzeuge an, die dann mit Freunden oder Familien geteilt werden. Das spart nicht nur Kosten, sondern reduziert auch die Umweltbelastung durch weniger Fahrzeuge auf den Straßen. Parallel dazu verbreiten sich immer mehr Mietplattformen auf dem Markt. Ob nun klassische Wohnwagenverleihe oder Websites, auf denen Privatpersonen ihre Camper zum Mieten anbieten. Gerade wer sich erst einmal langsam ans Campieren herantasten möchte, ist mit Ausleihen und Mieten gut bedient.

Campingausrüstung, Gadgets und Zubehör

Das Bike im Gepäck

Auch die Fahrradbranche ist großer Pandemie-Profiteur. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich vor allem beim Transportzubehör für Bikes ein zunehmender Trend nach oben verzeichnet.

Neben altbewährten Klassikern wie den Garageneinzugssystemen, Anhängern oder Heckträgern der Firma SAWIKO gibt es auch ganz neue Konzepte. Ein Beispiel ist die Trailer-Reihe der Firma Eiler. Dabei handelt es sich um Zweirad-Anhänger, die absenkbar, zusammenfaltbar und mit Bremsen ausgestattet sind. Die Anhänger gibt es in verschiedenen Formaten, sodass auch E-Bikes darauf Platz finden. Der Kaufpreis beginnt bei 1.390 Euro. Alternativen gibt es auch hier viele. Der Fokus bei der aktuellen Entwicklung von Fahrradträgern liegt verstärkt auf dem Schwerlast-Segment, damit möglichst viele bzw. auch schwere Fahrräder und E-Bikes mitgenommen werden können.

Foto: (c) Fa. Eiler / 4LIVINGBRANDS

Tierische Gadgets

Auch das Campen mit Hunden zählt nun zum gewohnten Bild für Urlaubsreisende. Seit Beginn der Pandemie herrscht nicht nur Stadtflucht, sondern auch die Sehnsucht tierischen Spielkameraden ist gewachsen. Die wuscheligen Zeitgenossen sind ja auch willkommene und lustige Begleiter. Deshalb sind sogenannte mobile Hundebetten im Kommen. Zum Beispiel das Pet Bed, das im Sommer das Fell schneller trocknen lassen soll und dem Hund einen gemütlichen Schlafplatz bietet. Aber auch anderes Zubehör wie Hundenetze, Hunderampen oder faltbare Fressnäpfe sind sehr gefragt.

Foto: (c) CamperStyle

Autark ist stark

Wer sich noch gut an letztes Jahr erinnern kann, weiß, wie relevant autarkes Camping inzwischen geworden ist. So duften noch zu Beginn der Saison und pandemiebedingt ausschließlich autarke Wohnmobile und Wohnwagen auf die deutschen Campingplätze. „Nur mit eigenem Sanitär an Bord“, hieß es. Deshalb zählen mobile Campingtoiletten inzwischen zu den absoluten Nachrüstungshighlights in der Branche. Immer beliebter sind dabei vor allem ökologisch nachhaltige Lösungen. Also ohne Chemie. Und wer dann lieber noch auf Papier verzichten will, anstatt es zu hamstern, freut sich über eine mobile Po-Dusche, bspw. von happypo.

Beliebte Reiseziele und Kurztrips

Sind wir schon da? Ja!

Das Ziel ist nah. Denn ebenfalls der Pandemie zu verdanken, haben wir eine Neuausrichtung bei der Wahl des künftigen Urlaubsortes. Beliebt sind Deutschland und seine Nachbarländer, Hauptsache nicht zu weit weg und bestens geeignet, um auch mal einen Kurztrip dorthin zu wagen. Schließlich weiß man nie, wann sich die Corona-Auflagen wieder verändern. Flexibilität und schnelles Handeln sind deshalb besonders wichtig geworden. Zugenommen hat auch das Bedürfnis nach Abgeschiedenheit, weshalb die Nachfrage nach privaten Stellplätzen steigt. Zum Beispiel in Gärten, auf Bauernhöfen oder privaten Feldern und Wäldern.

Thematisch für jeden was dabei

Die Welt findet wieder draußen statt. Deshalb verlagern sich immer mehr Freizeitaktivitäten an die frische Luft, wo genug Abstand und Sauerstoffaustausch herrscht. Ein Trend, der zwar nicht freiwillig entstanden ist, jedoch inzwischen eine Chance bietet für viele neue Ideen und thematisch ausgerichtete Campingplätze. Von Yoga-Retreats über Zeichenworkshops, Sprachkurse oder Outdoor-Kochen, im Jahr 2021 werden wohl noch so einige Ideen zu erwarten sein. Mit gutem Beispiel voran geht hier der Pop-up-Campingplatz „Camping de Wereld“ in den Niederlanden. Wie eine Art Zirkus wechselt er den Ort und erscheint dort, wo lokaler Zusammenhalt gefragt ist. Da werden dann heimische Foodtrucks für die Verpflegung der Gäste eingeladen oder Stände mit regionalen Produkten aufgebaut. So wie man es von klassischen Musikfestivals bereits kennt.

Fazit: Es bleibt spannend!

2021 verspricht, eine spannende Camping-Saison zu werden, bei der wieder einmal mehr Kreativität und Fantasie gefragt sind, um letztendlich einen unbeschwerten Urlaub genießen zu können. Viele der hier genannten Trends sind natürlich keine neuen mehr. Doch wer weiß, was dieses Jahr für Verrücktheiten und Veränderungen aus dem Campinghut gezaubert werden. Eins ist sicher: Langweilig wirds nie.

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