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Camping mit dem Wohnwagen - Tipps für Anfänger

Camping mit dem Wohnwagen – was du als Einsteiger wissen musst

Du hast keine Lust mehr auf Zelt, Hotel oder Ferienwohnung? Du möchtest Freiheit genießen und trotzdem komfortabel Urlaub machen? Dann ist womöglich ein Wohnwagen-Urlaub genau das Richtige für dich. Wie du das passende Modell für dich findest, welchen Führerschein du benötigst, wie du sicher durch die Lande kutschierst und worauf du sonst noch achten solltest, erklären wir dir gemeinsam mit unserem Partner PiNCAMP in diesem Artikel.

Über PiNCAMP: PiNCAMP ist das große Campingplatz- und Buchungsportal des ADAC. Hier findest du mehr als 11.000 traumhafte Plätze in ganz Europa und kannst viele davon ganz bequem und mit wenigen Klicks buchen. Anhand der ADAC-Klassifikation und vielen hilfreichen Gästebewertungen findest du sicherlich das passende Fleckchen für deinen Urlaub. Sobald also dein Wohnwagen vor der Tür steht, kann es losgehen!

Zugfahrzeug und Wohnwagen – es muss passen

Um es ganz einfach zu machen: Ein Wohnwagen oder Caravan ist ein für den Campingurlaub ausgestatteter Anhänger, der an einen PKW oder auch an einen Kastenwagen oder Campingbus  angehängt wird. Das heißt, dass du ein geeignetes Zugfahrzeug benötigst, um einen Wohnwagen zu bewegen. Dabei müssen das Zugfahrzeug sowie Gewicht und Größe des Anhängers zueinander passen. Eigentlich versteht sich von alleine, dass ein Fiat 500 keinen 1.500 kg-Anhänger durchs deutsche Mittelgebirge ziehen kann. Du fragst dich, welcher Anhänger zu deinem Auto passt? Wer könnte dir die Frage besser beantworten als die Niederländer. Deshalb wirf doch mal einen Blick auf diese Internetseite, wo du per Zugwagenrechner ausrechnen kannst, ob PKW und Caravan zusammen passen.

Solltest du mit der Idee eines eigenen Wohnwagens liebäugeln, dann ist es wichtig, nicht nur einen Blick auf die Wunschobjekte zu werfen, sondern genauso darüber nachzudenken, ob dein Auto als Zugfahrzeug geeignet ist. Hast du bereits eine Anhängerkupplung oder muss diese noch nachgerüstet werden?

Warum eigentlich ein Wohnwagen?

Früher war die Frage Wohnwagen oder Wohnmobil eindeutig auch eine Prestigefrage: Wohnwagen waren etwas für Familien und spießige Dauercamper; Bullis und Wohnmobile symbolisierten Freiheit und Abenteuerlust. Doch diese Zeiten sind zum Glück längst vorbei. Auf den Campingplätzen triffst du Menschen aller Art – sowohl im Wohnwagen als auch im Wohnmobil oder Zelt – und selbst beim WOA (Wacken Open Air) können die Besucher heute Wohnwagen vor Ort mieten oder reisen mit dem eigenen an.

Das haben auch die Hersteller erkannt und setzen bei der Innenausstattung ihrer Modelle immer mehr auf ein junges Publikum. Geblieben ist, dass besonders Familien den Wohnwagen-Komfort zu schätzen wissen. Gerade wenn du länger am selben Ort bleibst, kannst du z.B. mit einem passenden Wohnwagen-Vorzelt ordentlich Urlaubsquadratmeter schaffen und trotzdem Ausflüge unternehmen, ohne abbauen zu müssen. Und es gibt inzwischen auch barrierefreie Wohnwagen, die mit einem Rollstuhl befahrbar sind. Mehr zu Vor- und Nachteilen findest du in unserem Artikel Wohnmobil, Kasten oder Campingbus.

Mit welchem Führerschein darf ich einen Wohnwagen ziehen?

Leider hält sich noch immer hartnäckig das Gerücht, man brauche für einen Wohnwagen einen speziellen „Anhängerführerschein“. Das ist nicht bzw. nicht in allen Fällen zutreffend. Grundsätzlich gilt zunächst einmal, dass du mit dem normalen B-Führerschein Gespanne (also Auto + Caravan) bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von insgesamt 3,5 t fahren darfst. Erst darüber hinaus benötigst du den Führerscheinzusatz B96 oder BE. Alle Infos zu diesem Thema findest du in unserem Beitrag Führerschein für Wohnwagen und Gespanne.

Wohnwagen mieten oder kaufen?

Am besten erst das eine, dann das andere! Hast du bereits Urlaub im Wohnwagen gemacht oder ist das ganz neu für dich? Viele von uns werden ja bereits im Mutterleib mit dem „Campervirus“ infiziert, aber wie sieht es mit deiner Partnerin/ deinem Partner aus? Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob Camping im Wohnwagen das Richtige für euch ist, dann probiert es doch erst einmal mit einem Mietwohnwagen. Den kannst du relativ einfach mieten, zum Beispiel fest auf einem Campingplatz stehend. Schau dich mal unter den diversen Wohnwagenvermietungen im Netz oder in den Kleinanzeigen um. Etwas schwieriger wird es, wenn du mit dem Mietwohnwagen auf Reisen gehen möchtest, aber auch hier gibt es Anbieter: Über PaulCamper zum Beispiel kannst du deutschlandweit vollausgestattete Wohnwagen mit der kompletten Campingausstattung von Privatleuten mieten oder – wenn du inzwischen stolzer Besitzer bist – natürlich auch selbst vermieten und so deine Urlaubskasse aufbessern. Weitere Anbieter wie zum Beispiel der ADAC, aber auch lokale Händler, bieten Wohnwagen zur Miete an.

Selbst wenn du überzeugt bist und der Kaufimpuls bereits da ist, kann mieten erst einmal sinnvoll sein, um beispielsweise Größe, Grundriss und Ausstattung auszuprobieren. Hier gibt es tatsächlich riesige Unterschiede, wie du spätestens dann feststellst, wenn du dich auf dem Markt umschaust. Das Angebot reicht vom Mini-Wohnwagen für ein bis zwei Personen, ausgestattet mit Sonnensegel, aber ohne WC und Dusche, bis hin zum zweigeschossigen Luxusmodell mit Wellnessbereich und Sonnenterrasse – alles eine Frage des Budgets und Anspruchs. Und selbstverständlich kannst du deinen Wohnwagen auch gebraucht kaufen. Der Markt ist auch hier groß.

Wo darf ich mit dem Wohnwagen übernachten?

Bevor es endlich losgeht, solltest du dir Gedanken über die Strecke zum gewünschten Ziel machen. Schau vorher nach geeigneten Plätzen für Zwischenübernachtungen, wenn der Weg nicht in einem Rutsch zu machen ist. Gerade für Wohnwagen sind die Regeln ziemlich starr. Freies Stehen/Wildcampen ist damit nahezu überall verboten.

Ausnahme: Zur sogenannten „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ darfst du eine Nacht übernachten – offiziell allerdings nur auf Park- oder Rastplätzen und ohne den Campingtisch und die Stühle nach draußen zu stellen oder gar das Vorzelt aufzubauen. Bei einer Kontrolle zu erklären, dass dich die Fahrtüchtigkeit ausgerechnet auf diesem abgelegenen Picknickplatz am See verlassen hat, könnte schwierig werden. Im Zweifelsfall wirst du einfach weggeschickt; es kann aber auch ein Bußgeld drohen.

Der Übernachtungsplatz deiner Wahl sollte also ein zugelassener Campingplatz oder zumindest ein Wohnmobil- oder privater Stellplatz, auf dem Caravans ausdrücklich erlaubt sind. Bei PiNCAMP kannst du aus einer unendlichen Anzahl verschiedenster Campingplätze auswählen – entweder online auf dem PiNCAMP-Portal, in der ADAC Camping- und Stellplatzführer-App (hier geht’s zum Download) oder in gedruckter Form. Das Angebot reicht vom kleinen naturnahen Platz mit einfachen Sanitäranlagen bis hin zum Luxusplatz mit Spaßbad, Wellness-Oase und Kinderanimation.

Und noch eine dringender Sicherheitshinweis: Verzichte bitte möglichst darauf, auf Rastplätzen zu schlafen. Auch wenn in Foren und Gruppen immer Camper propagieren, dass sie das seit vielen Jahren tun und ihnen nie etwas passiert sei – wann immer man doch von Überfällen hört oder liest, sind diese praktisch ausschließlich an Raststätten oder Autobahnparkplätzen geschehen. Das ist für die Betroffenen, von denen wir einige auch persönlich kennen, überaus traumatisch (abgesehen vom materiellen Verlust).

Sparen mit der ADAC CampCard

Wenn du deine Reisekasse etwas schonen möchtest, können wir dir die ADAC CampCard empfehlen. Diese nutzen wir selbst seit Jahren und können so von teils erheblichen Rabatten profitieren. Das gesparte Geld fließt dann umgehend in leckeres Essen oder gemeinsame Ausflüge.

Wo kann ich meinen Wohnwagen abstellen, wenn ich ihn nicht nutze?

In Deutschland darf ein abgekuppelter Wohnwagen nur maximal 2 Wochen an einer öffentlichen Straße geparkt werden. Deshalb solltest du dich frühzeitig, am besten schon vor dem Kauf, um einen Unterstellplatz für die campingfreien Tage kümmern. Auch im Winter kann der Caravan durchaus im Freien stehen, ein Hallen- oder Scheunenplatz wäre aber natürlich ideal. So bleibt dein Schätzchen schön trocken und sauber.

In jeder Stadt und vor allem auch in den Dörfern ringsherum gibt es Anbieter, solche Stellplätze vermieten. Diese Kosten dafür bewegen sich je nach Art des Platzes und deiner Region in der Regel zwischen 30 und 70 Euro monatlich, in Ballungszentren können es auch mal über 100 Euro werden – das solltest du bei einer Neuanschaffung bereits im Kopf haben.

Jetzt geht’s los – richtig beladen, fahren und abstellen

Nun bist du für den ersten Campingurlaub vorbereitet. Also alles rein, was rein passt, und los geht’s? Halt, so einfach geht das nicht. Wichtig ist, den Wohnwagen sorgfältig zu be- und vor allem nicht zu überladen. Wir haben im Artikel „Wohnwagen richtig beladen – eine Frage der Sicherheit!“ dazu viele wichtige Tipps zusammengetragen; schau am besten mal rein.

Bist du überhaupt schon einmal mit einem Gespann gefahren? Geradeaus geht vielleicht gerade noch, aber rückwärtsfahren, abbiegen und auch Fahrten am Berg sollten unbedingt vor der ersten richtigen Fahrt geübt werden. Aber keine Angst: Das alles kann man lernen. Der ADAC und andere Organisationen bieten extra Fahrertrainings für Wohnwagengespanne an. Wenn du dich nicht für ein Fahrertraining begeistern kannst oder es zeitlich nicht schaffst, kannst du mit einer Begleitperson auf einem großen Parkplatz in Ruhe einige Manöver ausprobieren und das richtige Einweisen üben.

Besonders Rückwärtsfahren ist mit einem Anhänger eine Herausforderung, weil der Anhänger auch dann nach rechts und links ausweicht, wenn du starr gerade rückwärts lenkst. Das richtige Gegenlenken ist aber mit etwas Übung kein Problem.

Eine Sorge, die Wohnwagen-Gespann-Fahrer immer wieder plagt, ist die Angst vor dem Aufschaukeln des Anhängers. Eine vorausschauende, behutsame Fahrweise ist ein möglicher Schutz. Du kannst dir aber auch unseren Bericht zu einer technischen Lösung ansehen: Ein Antischlingersystem wie z.B. das ATC lässt sich nachrüsten und verhilft zu deutlich mehr Stabilität.

Wichtig vor Fahrtantritt ist ebenfalls, dass du dich mit den besonderen Verkehrsregeln für Fahrzeuge mit Anhänger vertraut machst. So gilt für Gespanne normalerweise auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Eine Ausnahme stellt die so genannte „100er-Regelung“ dar. Diese besagt, dass du bis zu 100 km/h fahren darfst, wenn Zugfahrzeug und Anhänger bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Schau dir zur Sicherheit außerdem noch einmal die Verkehrszeichen an, die du bisher mit einem PKW getrost ignorieren konntest. Diese gelten jetzt auch für dich, wenn du mit einem Gespann unterwegs bist – z.B. die mit den Nummern 277 und 1048-11. Eine Übersicht aller Verkehrszeichen nach StVO findest du hier.

Endlich da – die ersten Handgriffe auf dem Campingplatz

Hast du endlich das schönste Plätzchen auf dem Campingplatz gefunden, trennen dich nur noch wenige Handgriffe von Entspannung und/oder Abenteuer. Gerade Anfängern können wir das richtige Ausrichten nicht oft genug ans Herz legen. Nicht nur, dass sich Schranktüren wie von Zauberhand alleine öffnen und das Wasser hartnäckig in der Spüle stehenbleibt – es benötigt tatsächlich nur sehr wenig Gefälle in eine Richtung und schon rollt man in der Nacht durchs Bett oder wacht mit Kopfschmerzen auf. Erholsamer Schlaf adé. Eine alte Camper-Binsenweisheit besagt: Je schöner der Platz, desto unebener ist der Boden …

Deshalb ist der Griff zur Wasserwaage keinesfalls übertrieben. Eine gute Hilfe sind so genannte Kreuzwaagen, die dir zwei Richtungen gleichzeitig anzeigen. Für das Ausrichten solltest du dir schon vorher so genannte Nivellierungshilfen zulegen, die es von verschiedenen Herstellern in zahlreichen Ausführungen gibt. Das Angebot reicht vom klassischen Auffahrkeil bis hin zu Steckplatten oder Luftkissen. Übrigens: Die Kurbelstützen werden erst zum Schluss ausgefahren. Sie heißen nämlich zu Recht „Stützen“ – und nicht „Heber“ oder „Ausrichter“ :-)

Jetzt kannst du den Strom anschließen und den Kühlschrank darauf oder auf Gas umstellen. Wenn du noch Tipps zur Gasversorgung benötigst: Auch da haben wir bereits Hinweise zusammengestellt, die du unter dem Stichpunkt „Gasflaschen beim Camping“ findest.

Falls du es noch nicht getan hast, kannst du nun noch die Toilette einsatzbereit machen und abschließend das Vorzelt oder die Markise anbringen (denk am besten auch direkt an die richtige Sicherung).

Falls dein Caravan eine Diebstahlsicherung hat, nimm diese direkt in Betrieb, dann kannst du es später nicht vergessen. Dass du den Wohnwagen verschließen solltest, auch wenn du ihn nur kurz verlässt, ist eine Selbstverständlichkeit. Zwar ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich Camper nicht gegenseitig schaden oder beklauen, aber so ein Campingplatz ist keine uneinnehmbare Festung.

Fazit

Es liest sich komplizierter, als es tatsächlich ist. Die Erfahrung zeigt, dass du die meisten Regeln und Handgriffe ganz schnell verinnerlichst. Und dann heißt es: Füße hoch, die Natur genießen und einfach tun, was dir und deinen Mitreisenden Spaß macht!

Fotos: (c) CamperStyle

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen umfangreichen und informativen Blogbeitrag! Ich selbst habe mich schon viel mit der Thematik beschäftigt und finde, dass der Beitrag sehr gut gelungen ist.

    Liebe Grüße
    Elli F.

  2. was ist eigendlich der sicherheits afstand von einem campingwagen wen der auf dem camping stad. von campingwagen tot campingwagen

  3. Erst mal ein Lob für die gut aufbereitete eher trockene Materie wie z.B. Gewichte und Führerscheine usw. Beim Zugfahrzeug möchte ich anmerken, man kann einen 500er dafür nutzen, allerdings muss man den richtigen 500er aussuchen! Mit unserem Fiat 500X mit 103kW sprich 140PS lässt sich unser schnuffiger Weinsberg 400LK bis max.1200kg beladen bis 100km/h regulär und wunderbar ziehen. Nele und Jalil, ihr konntet Euch ja live davon überzeugen im Oktober, als wir uns durch Zufall in Eurem „Basislager“ getroffen haben und danke auch nochmal für den Hiweis mit den 100km/h ich habe es geprüft, wir dürfen so schnell fahren! 🙂

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