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Zelten Zu Zweit

Camping-Romantik für Paare: Übernachten im Zelt

Wir sind ja nun schon eine Weile verheiratet (siebeneinhalb Jahre, um genau zu sein) und beinahe ebenso lange auch gemeinsam im Wohnwagen unterwegs. Doch so sehr wir unsere rollende Knutschkugel lieben, so gerne denken wir auch an unsere ersten Zelturlaube zurück. Denn dem Schlafen unter fast freiem Himmel, nur durch ein Stück dünne Plane von der Natur getrennt, wohnt ein besonderer Zauber inne. Und gerade in der aktuellen Situation, wo die Campingplätze immer voller und die Freistehverbote immer mehr werden, juckt es uns in den Fingern, mal wieder für ein paar Tage „back to the roots“ zu gehen und irgendwo in einem schönen Wald unser kleines Lager aufzuschlagen.

Vorweg: In Deutschland und auch in vielen Nachbarländern ist Wildcamping verboten oder nur unter relativ strengen Voraussetzungen erlaubt. Anders sieht es derzeit zum Beispiel in Polen aus, wo mehr als 400 Wälder probeweise zum Wildcampen freigegeben wurden. Aber auch die baltischen Staaten Litauen, Lettland und vor allem Estland bieten noch reichlich Möglichkeiten, dieses Abenteuer zu erleben. Schweden, Norwegen und Finnland mit seinem „Jedermannsrecht“ sowieso.

Falls auch du planst, dich mit deiner Partnerin oder deinem Partner mal in die Wildnis zu schlagen, haben wir einige Tipps für dich gesammelt.

Das passende Zelt

Zunächst einmal braucht ihr natürlich eine passende Unterkunft. Zelte für Zwei gibt es reichlich auf dem Markt, in unterschiedlichen Ausführungen, Größen sowie Qualitäts- und Preisstufen. Als Jugendliche im Zeltlager quetscht man sich auch zu viert noch auf gefühlt 1 Quadratmeter. Aber im Erwachsenenalter möchtet ihr vielleicht etwas mehr Raum für euch und euer Gepäck. Deshalb bieten sich hier Zelte für mindestens zwei, eventuell sogar für drei Personen an. Besonders praktisch sind Modelle mit einem kleinen aufstellbaren Vordach, das den Eingang vor Regen und Sonne schützt, oder solche mit einem richtigen Eingangsbereich für Schuhe oder Ausrüstung.

Die günstigsten Zweimannzelte sind schon ab ca. 25 Euro zu haben, jedoch lohnt es sich definitiv, hier etwas mehr Geld zu investieren. Empfehlenswert ist es beispielsweise, ein Modell mit Überzelt zu wählen, das nicht nur eine bessere Isolation, sondern auch zusätzlichen Schutz vor Regen und Kondenwasser bietet. Wenn dann noch die Fenster und eventuell der Eingang mit Fliegengittern versehen sind, die lästige Mücken fernhalten, kann nicht mehr viel schiefgehen. Für ein solches Modell musst du um die 100 Euro auf den Tisch legen.

Falls Stangen-Einfädeln nicht so euer Ding ist, könnte ein Wurfzelt oder ein Luftzelt eine Alternative sein. Das Wurfzelt ist im Nu aufgebaut, es wird nämlich, wie der Name verrät, einfach ausgepackt und „geworfen“. Das Wieder-Zusammenfalten nach der Nutzung ist anfangs eine Herausforderung, lässt sich mit etwas Übung (und dem einen oder anderen Videotutorial) aber gut meistern. Beim Luftzelt ist noch ein bisschen Muskelkraft fürs Aufpumpen gefragt, dafür geht der Abbau einfacher. Gute Wurfzelte sind ab ca. 80 Euro erhältlich, für ein Luftzelt musst du etwa 100 bis 300 Euro einplanen.

Wer nicht gerne direkt auf dem Boden nächtigt, sei es wegen des Schlafkomforts, der Feuchtigkeit oder der zu befürchtenden krabbelnden Besucher, kann auch auf ein Feldbett mit Zelt zurückgreifen. Dafür werden allerdings bei entsprechender Qualität schon mindestens 300 Euro fällig. Die Konstruktion ist sehr stabil, dafür aber auch recht schwer und definitiv eher für motorisierte Reisen als für Trekkingtouren geeignet.

Ganz gleich, für welche Variante du dich entscheidest, solltest du beim Kauf auf die Verarbeitung achten: Damit alles dicht bleibt, sollten die Nähte verklebt oder verschweißt sein. Auch die so genannte Wassersäule spielt eine wichtige Rolle: Je höher dieser Wert ausfällt, desto besser die wasserabweisenden Eigenschaften. Maßgeblich hierfür ist die Norm DIN-EN-20811-1992 (Bestimmung des Widerstandes gegen das Durchdringen von Wasser bei Textilien). Ab einer Wassersäule von 1.500 mm gilt demnach ein Zelt als „kurzzeitig wasserdicht“, ab 3.000 mm beim Zeltboden bist du ordentlich vor Nässe von unten geschützt. Noch entspannter kannst du bei 5.000 mm oder mehr sein.

Wie genau das Messverfahren aussieht, haben die Kollegen von Smartercamping sehr ausführlich zusammengefasst.

Die Ausrüstung

Wenn ihr nicht gerade mit Feldbetten unterwegs seid, benötigt ihr gute Isomatten. Wir haben mit selbstaufblasenden Modellen sehr gute Erfahrungen gemacht, diese bieten auch für strapazierte Ü30- bzw. Ü40-Knochen einen tollen Schlafkomfort. Um Platz zu sparen, könnt ihr außerdem aufblasbare Kopfkissen verwenden, hiervon stehen mittlerweile ebenfalls zahlreiche Ausführungen zur Verfügung. Alternativ gibt es Kissenhüllen, in die man weiche Pullis oder Handtücher packen kann – und wir wissen ja: Multifunktionales Equipment ist beim Campen immer ein Plus!

Besonderes Augenmerk solltet ihr zudem auf den Schlafsack legen. Je nach Reiseziel und Jahreszeit können verschiedene Formen und Materialien besser oder schlechter geeignet sein. Worauf es hier ankommt, haben wir in unserem Artikel „Den passenden Schlafsack finden“ ausführlich dargelegt. Aber ein kleiner Tipp vorweg: Bei Frischverliebten sorgen koppelbare oder Doppelschlafsäcke für die Extraportion Romantik!

Damit das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt, muss natürlich auch ein Campingkocher oder ein kleiner Grill mit an Bord. Wer es besonders minimalistisch mag, kann auf so genannte „Hobo-Kocher“ zurückgreifen, die sich mit Brennpaste, aber auch mit selbst gesammeltem Holz, Reisig oder Blättern befeuern lassen. Etwas bequemer sind Gaskocher, hier müsst ihr aber natürlich entsprechende Gaskartuschen mitschleppen. Wir selbst haben immer unseren CADAC 2-COOK dabei, eine kompakte Mischung aus Grill und Kocher mit zwei Flammen – vergleichbare Modelle mit ebenso geringem Packmaß gibt es auch von anderen Herstellern.

Gekocht wird entweder mit normalen Pfannen und Töpfen von Zuhause oder mit speziellen Camping-Topfsets. Letztere sind natürlich deutlich platzsparender, weil sie sich perfekt ineinander stapeln lassen. Häufig sind im Lieferumfang auch noch Tassen enthalten.

Weitere nützliche Ausrüstung zum Zelten haben wir in dieser Packliste aufgeführt.

Goldene Regeln fürs Wildcamping

Falls ihr euch fürs wilde Zelten entscheidet, beachtet bitte die Gesetze der jeweiligen Gastregion und haltet euch darüber hinaus an einige ungeschriebene Regeln:

  • Wählt euren Übernachtungsort so aus, dass wilde Tiere oder Anwohner nicht gestört und Pflanzen nicht beschädigt werden.
  • Achtet darauf, keinen Privatgrund zu betreten, außer ihr habt die ausdrückliche Erlaubnis des Eigentümers.
  • Hinterlasst keine Spuren und nehmt euren Müll wieder mit – auch den vermeintlich „kompostierbaren“.
  • Benutzt eine Campingtoilette oder Kotbeutel und entsorgt eure Hinterlassenschaften an dafür gekennzeichneten Stellen (Raststätten, Campingplätze, etc.)
  • Achtet auf Hinweis- und Verbotsschilder und nehmt Abstand von Natur- oder Landschaftsschutzgebieten.
  • Entzündet kein offenes Feuer und benutzt ausschließlich sichere Campingkocher. Besondere Vorsicht bei akuter Trockenheit oder Waldbrandgefahr!
  • Haltet euren Platz auch während des gesamten Aufenthaltes sauber.
  • Bleibt aufbruchsbereit, falls euch ein Ordnungshüter oder ein Anlieger anspricht, und vermeidet lange Diskussionen.
  • Vermeidet Social-Media-Tagging, sonst ist es mit dem schönen Wildcamping-Spot bald vorbei.

Weitere Informationen zu den Bestimmungen in einzelnen Ländern findet ihr in unserer Kategorie Wildcamping.

Konfliktfreier und entspannter ist es, gerade für Camping-Anfänger, sicherlich auf einem Camping- oder einem ausgewiesenen Zeltplatz. Auch hier finden sich mit etwas Glück ganz wundervolle, naturnahe Locations, auf denen ihr gemeinsam den Sternenhimmel genießen und romantische Nächte verbringen könnt. Hier schickt euch garantiert keiner weg und ihr müsst euch nicht um Outdoor-Dusche, Toilette und Müllentsorgung kümmern, sondern könnt die Zeit zu zweit zum Relaxen nutzen.

Titelbild: (c) VitalikRadko / Depositphotos.com

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