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Gasdruck bei Camping-Grills: 50 oder 30 mbar?

Ob nach einer langen Wanderung, einem entspannten Tag am Strand oder einer ausführlichen Sightseeingtour – das gemütliche Grillen am Abend gehört für viele Camper zum perfekten Tagesausklang dazu. Je nach Vorliebe haben sie die Wahl zwischen Gasgrill, Elektrogerät oder dem klassischen Grillen mit Holzkohle. Gasgrills werden immer beliebter, da sie zum einen flexibel auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon einsetzbar sind, zudem verbieten einige Campingplätze die Verwendung von Holzkohle. Was es beim Grillen mit Gas zu beachten gilt, welche Anschlüsse möglich sind und mit wie viel Druck gearbeitet werden muss – diesen und noch mehr Fragen haben wir uns gemeinsam mit unserem Partner CADAC ausführlich gewidmet.

Was ist Gasdruck und was sagen die Werte aus?

Per Definition ist Gasbetriebsdruck, so der korrekte Begriff, der Druck, der für eine fehlerfreie und sichere Funktion von Gasgeräten und Gasanlagen benötigt wird. Gesteuert wird dieser Druck über einen Druckregler.

Die Einheit zur Messung dieses Drucks ist Bar. 1 Bar (bar) entspricht dabei 1000 Millibar (mbar). Im Campingbereich sind in Deutschland und Europa Geräte mit einem Druck von 30 beziehungsweise 50 mbar Standard. Die betriebenen Geräte und der an die Gasquelle angeschlossene Druckregler müssen dabei jeweils den exakt gleichen mbar-Wert aufweisen – sonst drohen bei Überdruck im schlimmsten Fall Brand- und Explosionsgefahr oder Leckagen, bei zu geringem Druck kann es zu einem Leistungsabfall kommen.

Soll ich einen Grill oder Gaskocher mit 30 mbar oder 50 mbar kaufen?

Vor dem Kauf stehen Camper oft vor der Entscheidung: 30 mbar oder 50 mbar? Eine Wahl hat man hierbei nicht, denn es gibt nur eine klare Antwort: Es kommt darauf an – auf die Auslegung des Grills oder Gaskochers selbst, auf den Länderstandard, auf die Anschlussstelle (direkt an der Gasflasche/Kartusche oder am Außenanschluss des Fahrzeugs) und für welchen Druck die Gasanlage ausgelegt ist. Alle Komponenten müssen zusammen harmonieren, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Was ist der Unterschied zwischen 50 mbar und
30 mbar?

Die unterschiedlichen Drücke sagen nichts über die Leistungsfähigkeit des Gasgrills oder anderer Geräte aus. Der Standarddruck für Gasgrills aus Deutschland liegt bei 50 mbar – aber nur für den Betrieb im Freien direkt an der Gasflasche oder Gaskartusche. Gasanlagen in Wohnmobilen oder Wohnwagen – und damit auch der Gas-Außenanschluss – sind dagegen auf 30 mbar ausgelegt. Dieser Standard gilt für die neuen Modelle ab Mitte der 1990er Jahre, bis dahin waren sie noch auf 50 mbar ausgelegt. Im restlichen Europa sind Gasgrills meist mit 30 mbar erhältlich.

Wie bereits erwähnt, hat das nichts mit der Leistungsfähigkeit des Grills zu tun, denn: Bei einem 30-mbar-Gerät sind die Düsen größer, sodass mehr Volumen (Gas) ausströmt, um die notwendige Leistung zu erreichen. Umgekehrt ist der Volumenstrom bei 50-mbar-Grills geringer. Der Unterschied liegt also in der Auslegung des Gerätes, nicht in der Leistung.

In welchem Land benötige ich welchen Gasdruck?

Deutschland:

  • Betrieb an der Gasanlage: 30 mbar (für Wohnmobile und Caravans mit Baujahr ab Mitte der 1990er
  • Betrieb direkt an der Gasflasche oder Gaskartusche: 50 mbar
  • Betrieb an der Gasanlage: 50 mbar (für Wohnmobile und Caravans mit Baujahr bis Mitte der 1990er Jahre)

Andere europäische Länder:

  • üblicherweise Betrieb an der Gasanlage: 30 mbar
  • üblicherweise Betrieb direkt an der Gasflasche oder Gaskartusche: 30 mbar

Diese Werte zeigen: Im Zweifelsfall benötigen Camper zwei verschiedene Grills oder Gaskocher – je nachdem, an welchem Anschluss die Geräte genutzt oder in welchem Land sie betrieben werden.

Was würde passieren, wenn ich ein 30-mbar-Gerät an eine 50-mbar-Gasanlage anschließe?

Zuerst das Wichtigste: Auf keinen Fall tun! Zum einen ist es nicht erlaubt, zudem kann es schlimmstenfalls zu Unfällen kommen. Beim Grillen oder Kochen würde das angeschlossene Gerät überhitzen und es kann ein Brand entstehen. Anders sieht das aus, wenn ein entsprechender Druckregler dazwischen geschalten ist, der den Gasdruck von 50 mbar auf 30 mbar regelt – dann ist der Anschluss zulässig und sicher.

Was würde passieren, wenn ich ein 50-mbar-Gerät an eine 30-mbar-Gasanlage anschließe?

Auch hier gilt: Das ist nicht zulässig. Geräte mit 50 mbar sind auch nur für den Betrieb mit entsprechend hohem Gasdruck geprüft und zugelassen. In der Praxis würde diese Kombination auch nicht funktionieren, da durch den zu geringen Druck die notwendige Leistung fehlen würde, um das Grillgut gar zu bekommen oder das Wasser zu erhitzen.

Darf ich Gasgrills mit 30 mbar Betriebsdruck im Ausland kaufen und an meinem Wohnmobil betreiben?

Die Antwort lautet hier ganz einfach: Ja. Die Geräte dürfen an der Gasanlage (also am Außenanschluss) des Wohnmobils oder Wohnwagens mit 30 mbar betrieben werden. Zur eigenen Sicherheit sollten Camper allerdings darauf achten, dass die Gasgrills oder Gaskocher eine CE-Kennzeichnung aufweisen. Zudem müssen sie an die entsprechenden Adapter denken, um die Anschlüsse miteinander zu verbinden.


Ist der Umbau eines Gasgrills von 30 mbar auf 50 mbar oder umgekehrt möglich?

Da die Geräte für den entsprechenden Betriebsdruck hergestellt und damit entsprechend zertifiziert sind, ist ein Umbau nicht möglich. Die einzige Stellschraube, an der Camper hier drehen können, ist das Einsetzen eines entsprechenden Druckminderers, um den Druck von 50 mbar auf 30 mbar zu reduzieren.

Wie funktioniert ein Druckregler?

Ein Druckregler (auch Gasregler, Gasdruckregler oder Druckminderer genannt) bewirkt im Grunde genau das, was schon im Namen steckt: Durch diesen wird der (hohe) Gasdruck, der aus der Gasflasche, der Gaskartusche oder dem Gastank kommt, heruntergeregelt. Und zwar so, dass alle an die Gasanlage angeschlossenen Geräte wie Kühlschrank, Heizung, Herd oder Boiler im Bordnetz von Wohnmobilen und Caravans – oder eben auch externe Gasgrills – störungsfrei und vor allem gefahrlos betrieben werden können.

Das Gas aus der Gasflasche strömt dabei durch die kleine Öffnung des Druckreglers, wodurch der Druck reduziert wird. Durch einen speziellen Gummiring, auch Membran genannt, bleibt der erzeugte Druck konstant.

Wichtig ist, dass der Druckminderer immer dem Betriebsdruck des Grills oder Gaskochers entspricht, also:

  • 50-mbar-Grill = 50-mbar-Druckregler
  • 30-mbar-Grill = 30-mbar-Druckregler

Tipp: Für den Außenbetrieb genügt ein Standard-Druckregler. Die im Wohnmobil oder Caravan verbauten Druckminderer müssen über ein Ablassventil verfügen (meist ein roter Knopf).

Wie viel Druck hat eine Gasflasche, wie viel eine Gaskartusche?

Der Druck in einer Gasflasche ändert sich mit der Temperatur derselben. Bei etwa 20 Grad Celsius steht eine Standard-11-kg-Stahlflasche gefüllt mit Propan(-Butan-Gemisch) unter einem Druck von etwa 8 bar (=8.000 mbar). Eine Gaskartusche dagegen hat einen Druck von 10 bis 15 bar, ebenfalls temperaturabhängig. Der Prüfdruck ist bei beiden Arten um ein Vielfaches höher und liegt meist bei etwa 30 bar, so dass eine hohe Sicherheit gewährleistet ist.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Luftdruck, der auf der Erde herrscht, liegt bei etwa 1 bar. Der Druck in einer Gasflasche ist also etwa um acht Mal höher und in einer Gaskartusche sogar um das 10- bis 15-Fache höher als der durchschnittliche Luftdruck auf der Erde.

Wie schließe ich einen Gasgrill an die Gasflasche an?

Entspricht der Gasdruckregler dem Betriebsdruck des Geräts, kann der Grill oder Gaskocher angeschlossen werden. Hierzu sind folgende Schritte notwendig:

  1. Bei erstmaliger Inbetriebnahme: Schlauch am Druckminderer anschrauben und anziehen. Hinweis: Normalerweise reicht das „handfest“. Da die persönliche Muskelkraft jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, raten wir, einen Schlüssel („Reglerlöser“) zu Hilfe zu nehmen – damit die Mutter weder zu locker sitzt noch überdreht wird. Denn beides kann zu Undichtigkeiten und damit zu einem Entweichen von Gas führen.
  2. Nach demselben Prinzip Druckregler inklusive Schlauch mit der Gasflasche oder dem Außenanschluss verbinden. Achtung: Falls für die Nutzung des Geräts die Flasche aus dem Camper ausgebaut wird, muss sichergestellt werden, dass das Ventil der Flasche geschlossen ist!
  3. Gasregler am Grill auf Null stellen.
  4. Das andere Ende des Schlauchs an den Gasgrill anschließen und ebenfalls gut festziehen.
  5. Und nun kann es losgehen: Ventil an der Flasche öffnen und den Gasgrill in Betrieb nehmen. Tipp: Mit einem Lecksuchspray kann vor dem Anschalten des Grills geprüft werden, ob alle Verbindungen dicht sind. Würde hier Gas entströmen, wären kleine Bläschen zu sehen.

Wie schließe ich einen Druckregler an eine Gaskartusche an?

Gaskartuschen unterscheiden sich von Gasflaschen in zwei wesentlichen Faktoren: Sie sind kleiner und nicht wiederbefüllbar. Doch gerade für das mobile Unterwegssein sind sie oft eine gerne gewählte Alternative zum Betrieb von Camping-Grills und Gaskochern.

Es gibt zahlreiche Modelle von Druckminderern für Gaskartuschen von unterschiedlichen Anbietern auf dem Markt. Für den Anschluss sind die Schritte 1 und 2 aus vorherigem Absatz durchzuführen. Es existiert jedoch auch die Möglichkeit, den Druckregler direkt an die Gaskartusche anzuschrauben – ein solches Modell führt beispielsweise CADAC in seinem Sortiment.

Der Camping-Grill-Experte CADAC bietet noch eine weitere Alternative zur einzelnen Nutzung von Gasflasche und Gaskartusche: die Power Paks. Mit dem Dual Power Pak lassen sich zwei, mit dem Trio Power Pak sogar bis zu drei Kartuschen koppeln, sodass du mehr Gasvorrat zum Grillen oder Kochen verfügbar hast. Wichtig: Es entsteht dadurch keine höhere Leistung!

Fazit: Der „richtige“ Gasdruck hängt von verschiedenen Faktoren ab

Nun hast du viele Informationen zum Thema „30 vs. 50 mbar“ erhalten und erfahren, dass die Frage nach dem richtigen Gasdruck gar nicht so einfach zu beantworten ist. Je nachdem, aus welchem Land du kommst und ob du deinen Gasgrill direkt an der Flasche oder am Außenanschluss des Fahrzeugs nutzen möchtest, kann die Antwort unterschiedlich ausfallen. Außerdem spielt auch das Baujahr deines Wohnwagens oder Wohnmobils eine wichtige Rolle, denn die Gasanlagen waren bis in die 90er Jahre hinein auf 50 mbar ausgelegt, danach durften nur noch 30-mbar-Systeme verbaut werden. Bitte informiere dich daher vor dem Verkauf deines Grills und lass dich am besten im Fachhandel beraten. Sorge außerdem dafür, dass du – ganz gleich, für welche Variante du dich entscheidest – der Druckminderer immer zum Gasdruck des Grills passt.

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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Liebe Sandra, dein Artikel war sehr hilfreich für mich.
    Ich habe schon länger einen Cadac mit 50mbar, Den ich immer an der Flasche hatte und mein neues Wohnmobil hat nun einen AußenGasAnschluss.
    Nun weiß ich, dass das nicht passt.
    Du hast es toll erklärt, vielen Dank
    Liebe Grüße Martina

    1. Vielen Dank für dein Lob. Zur Schlauchlänge haben wir folgende Info von unserem Partner CADAC bekommen:
      In der Regel ist die Schlauchlänge egal. Je länger der Schlauch ist, desto mehr verliert der Grill an Druck. Als optimale Schlauchlänge empfehlen wir tatsächlich max. 1m. Bieten jedoch auch Schläuche für die Gasaußensteckdose in 1,5/3 und 6m an.
      Liebe Grüße Sandra

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