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Gesundes Camping Essen

Gesundes Camping-Essen: DIY Trocknen, Dörren und Backen statt Dosenfutter


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Nicht ist im Campingurlaub praktischer, als Lebensmittel, die lange haltbar sind und obendrein nicht gekühlt werden müssen. In diesem Artikel verrate ich dir daher tolle Rezepte für deinen Vorratsschrank im Camper. Natürlich kannst du einfach zur Raviolidose im Supermarkt greifen, aber es geht auch leckerer und nachhaltiger, wenn du dir ein bisschen Zeit nimmst, deine eigenen Lebensmittel haltbar zu machen.

In diesem Artikel geht es aber noch nicht ans Eingemachte, denn im ersten Schritt möchte ich dir ein paar super unkomplizierte und vielseitige Rezepte vorstellen, die ganz ohne Einkochen funktionieren. Seit Jahrtausenden trocknen und dörren Menschen ihre Lebensmittel, um sie tiefkühlerfrei haltbar zu machen. Und diese Methoden sind für uns Camper:innen heute noch ein wertvolles Wissen. Das Beste daran: Bei Selbstgemachtem weißt du ganz genau, was drin ist, woher es kommt und die Liebe, die drinsteckt, schmeckt man eben auch. Nachhaltig, ehrlich und superlecker!

Alle Rezepte in diesem Artikel sind campingtauglich, jahrelang erprobt und unkompliziert vorzubereiten. Außerdem bekommst du einige Tipps und Anregungen, auf welchen Wegen du an Lebensmittel kommen kannst, ohne alles im Supermarkt kaufen zu müssen. Im Folgeartikel dieser Miniserie, wagen wir uns dann gemeinsam an die Einmachgläser.

Luftgetrocknet: Äpfel und Birnen

Wenn du gerade neu in das Thema einsteigst, willst du dir vielleicht nicht gleich einen Dörrapparat zulegen, sondern erst einmal ausprobieren, ob der Umgang mit selbstgemachten Lebensmitteln überhaupt dein Ding ist? Wie wäre es mit Trockenobst, bei dem du völlig auf den Einsatz eines Dörrgerätes verzichten kannst? Apfelringe und Birnenscheiben eignen sich ganz wunderbar, um auch in unseren Breiten an der Luft haltbar gemacht zu werden. Falls du kein geeignetes Netz zum Trocknen besitzt oder basteln möchtest, tut es auch eine einfache Schnur. Äpfel und Birnen lassen sich außerdem ganz unkompliziert mit Schale trocknen.

Und so geht’s: Wenn du einen Apfelausstecker besitzt, kannst du das Gehäuse ausstechen, den Apfel in feine Scheiben schneiden und auf eine Schnur auffädeln. Dünne Birnenscheiben kannst du auch mit Nadel und Faden aufreihen, da sich diese nicht so gut für Ringe eignen. Hänge die so vorbereiteten Obstscheiben in lockerem Abstand an einem luftigen aber nicht vollsonnigen Ort auf. Bei zu starker Sonneneinstrahlung verliert das Obst seine Farbe und sein Aroma. Dein Trockenobst ist fertig, wenn sich die Ringe lederartig und nicht mehr nass anfühlen. Dasselbe gilt natürlich auch für die Trocknung auf einem Netz oder Gitter.

Packe dein Trockenobst in luftdichte Behälter und lagere sie kühl und dunkel im Campingschrank. Sie sind ein gutes Jahr haltbar und passen hervorragend ins Müsli, als Snack für Wandertouren im Urlaub oder als gesunde Beilage zu einem Glas Weißwein unter Sternenhimmel am Abend vor dem Camper.

Kleiner Tipp: Apfelringe sind so unkompliziert zu trocknen, dass du sogar einfach unterwegs über dem Campingbett eine Schnur aufhängen kannst.

Mit dem Dörrgerät: Pflaumen, Aprikosen und Tomaten

Für andere Obstsorten wie Pflaumen, Beeren oder Aprikosen reicht die Luft nicht aus. Hier gibt es die Möglichkeit, in einem Backofen bei niedriger Temperatur zu trocknen. Allerdings benötigt diese Methode sehr viel Energie und rechtfertigt sich daher meiner Meinung nach nicht wirklich. Die Anschaffung eines Dörrgerätes lohnt sich also schnell, wenn du Beeren gerne selbst in freier Wildbahn sammelst, Zugang zu einem Aprikosen- oder Pflaumenbaum hast, oder eigene Tomaten im Garten oder auf dem Balkon heranziehst.

Und so geht’s: Pflaumen und Aprikosen aus dem Dörrgerät sind wunderbar süß und weich. Damit eine echte Bereicherung im Campingurlaub. Sie sollten bei 42° für ca. 24 Stunden im Dörrgerät bleiben und ab und an gewendet werden. Auf unsere eigenen getrockneten Tomaten möchte ich nirgends mehr verzichten. Sie sind vielseitig einsetzbar, halten sich ewig und schmecken dabei einfach phantastisch. Tomaten sind im Dörrgerät bei 65° nach ca. 10 Stunden fertig.

Zur Vorbereitung solltest du die Tomaten waschen und größere Exemplare vierteln. Fette die Gitter des Dörrgerätes mit etwas Öl ein und lege die Tomaten mit der angeschnittenen Seite nach oben auf die Gitter. Die Stücke sollten sich nicht berühren. Wenn sie fertig sind und sich zäh und ledrig anfühlen, lasse sie abkühlen und lagere deine getrockneten Tomaten kühl und trocken im Schrank.

Am liebsten nasche ich die getrockneten Tomaten direkt eingemacht aus dem Glas. In etwas Olivenöl vom letzten Campingurlaub in Spanien oder Italien, sind die Tomaten im praktischen Schraubglas ein Hochgenuss. Sie machen sich gut auf Brot, im Salat, in Soßen oder als Beilage zum Grillen. Ich übergieße die getrockneten Tomaten vor dem Einlegen immer kurz mit etwas heißem Wasser, sonst bleiben sie auch im Öl zäh und ledrig. Dann würze ich mit Knoblauch, Salz und Rosmarin aus dem Garten. Eine echte Delikatesse und ein perfekter vielseitiger Begleiter unterwegs!

Tees und Gewürzkräuter

In meinem Campingschrank finden sich viele selbst getrocknete Gewürze und Tees, denn gerade im Urlaub möchte ich nicht jeden Tag ausschließlich mit Gemüsebrühe würzen. Neben Rosmarin kannst du zum Beispiel Thymian, Liebstöckel, Dill, Petersilie, Salbei, Holunderblüten, Zitronenverbene oder Minze ganz unkompliziert an der Luft trocknen.

Und so geht’s: Hänge die Kräuter dazu in Büscheln an einen halbschattigen luftigen Ort, oder breite sie auf einem Netz aus. Wenn sie beim Anfassen bröseln und knistern, sind sie fertig. Ziehe Blätter und Blüten von den Stängeln ab und fülle deine Gewürze in saubere Schraubgläser. Vergiss nicht, sie gut zu beschriften.

Rosmarin, Thymian, Salbei und Minze sind selbst auf einem Stadtbalkon pflegeleichte Zeitgenossen. Holunder blüht in Deutschland im Frühjahr (Mai) mit seinen hellen Dolden an allen Ecken. Achte allerdings darauf, nicht direkt neben großen Straßen zu sammeln und nimm immer nur so viel mit, wie du auch wirklich brauchst. Einen selbstgemachten Tee aus Minze, Ingwer, Holunder und Zitrone trinke ich zusammen mit einem Schuss Agavendicksaft auch liebend gerne als kühles Getränk an Urlaubstagen, direkt aus dem Campingkühlschrank.

Selbstgemachte Nudeln für unterwegs

Meine persönliche Spezialität im Camper sind nicht nur getrocknetes Obst und Kräuter, sondern auch selbstgemachte Nudeln. Wir haben den Vorteil, die Eier unserer eigenen Hühner verarbeiten zu können, aber auch wenn du keine eigenen Hühner hast, lohnen sich getrocknete Nudeln, weil du Freilandeier verarbeiten und damit auf die Eier aus Käfighaltung in herkömmlichen Eiernudeln verzichten kannst. Oder du stellst deine Nudeln gleich als vegane Variante her und verzichtest komplett auf die Eier im Teig. Hauptsache Nudeln, denn was bitte ist campingtauglicher, als Pasta mit Pesto? Für die grüne würzige Beilage findest du im Folgeartikel einige Ideen.  Nun aber zurück zu den Nudeln.

So geht’s: Stelle einen Nudelteig aus Mehl (ca. 500gr), Wasser (ca. 150ml) und Eiern (ca. 2-3 Stück) her und verknete alles gut miteinander. Möchtest du auf die Eier verzichten, solltest du etwas mehr Wasser verwenden. Schütte lieber langsam nach. Verzichte für getrocknete Nudeln aber auf die Prise Salz im Teig, denn sonst schimmeln deine Nudeln später, weil das Salz immer wieder Feuchtigkeit anzieht. Möchtest du die Nudeln hingegen frisch verarbeiten, ist die Prise Salz ein geschmackliches I-Tüpfelchen.

Wir stellen ausschließlich Dinkelnudeln aus regionalem Dinkelmehl her, da wir gerne auf überzüchteten und damit relativ unverträglichen Industrieweizen verzichten. Möchtest du sogar regelmäßig eigene Nudeln herstellen, empfehle ich dir die Anschaffung einer Nudelmaschine, da das Ausrollen und Formen ansonsten sehr mühsam ist.

Nudeln trocknen sehr schnell und das ist meist auch schon das einzige Problem mit ihnen, denn so werden sie porös und brechen in tausende kleine Stücke. Bei mir funktioniert die Trocknung am besten, wenn ich viele kleine Nester recht eng auf ein Gitter lege und die Nudeln langsam zwei Nächte an der frischen Luft und tagsüber im Schatten trockne. So kann sich das Mehl gut mit den flüssigen Zutaten verbinden und die Nudeln erhalten beim Trocknen eine bessere Statik. Geschimmelt sind sie mir dabei noch nie, wie in vielen Artikeln über die Herstellung von eigenen Nudeln gemunkelt wird. Fertig getrocknet, packe ich meine Pasta in große Papiertüten und lagere sie im Campingschrank.

Kekse, Kekse, Kekse

Für mich dürfen selbstgemachte Kekse auf keiner Wanderung und in keinem Campingschrank fehlen. Haferkekse sind ganz unkompliziert selbst gemacht und außerdem lange haltbar. Du kannst das Grundrezept abändern und mit Schokolade, Rosinen, Nüssen oder deinem selbst gedörrten Trockenobst erweitern. Wie es dir am besten schmeckt. Das Rezept, das ich dir für selbstgemachte Haferkekse vorschlage, ist keine starre Vorgabe, sondern eher eine Inspiration. Haferkekse sind nämlich viel zu vielfältig für starre Rezepte! Bei ihrer Herstellung lassen sich wunderbar auch Reste anderer Lebensmittel verarbeiten. Außerdem verrate ich dir, wie du Haferkekse auch noch spontan unterwegs auf einer Gasflamme „backen“ kannst, wenn die Zeit zuhause vor dem Urlaub nicht mehr gereicht hat.

Und so geht’s: Die wichtigste Zutat sind natürlich Haferflocken. Klar. Ich mische gerne gröbere mit feineren Haferflocken, weil das für eine interessante Konsistenz sorgt. Auf ca. 500gr Haferflocken kommen ein paar wenige Esslöffel Mehl zum Binden. Für den süßen Geschmack der Kekse nehme ich gerne Honig, Ahornsirup oder Kokosblütenzucker. Du kannst aber natürlich auch einfach Zucker verwenden, wenn du nicht wie ich den Plan hegst, Industriezucker aus dem Essen zu verbannen, wo immer es geht. Mit etwa 200gr Zucker werden die Kekse süß (und schmecken den meisten Menschen daher am besten). Mit Vanille, Zimt und einer Prise Salz verfeinert, mag ich Haferkekse am liebsten. Ist aber kein Muss.

Nun kneten wir Fett oder Flüssigkeit in die trockenen Zutaten, damit die Haferflocken und das Mehl zusammenkleben. Gerade wenn du die Kekse erst unterwegs zubereitest, musst du meist verwenden, was der Campingschrank gerade hergibt. Hier also ein paar Vorschläge: Hast du vielleicht ein offenes Glas Apfel-, oder Rhabarbermus, das nicht leer geworden ist, kannst du es unter den Teig mischen. Außerdem macht sich eine Banane im Teig ganz gut. Wenn du ohne Kühlschrank verreist oder nicht mit dem Camper sondern mit Rucksack und Zelt unterwegs bist, kannst du einen ordentlichen Schuss Olivenöl beimischen. Die Olive schmeckt man nachher nicht mehr raus. Normalerweise nimmst du aber ca. 250g Butter oder vegane Butter. Ich mische gerne einen ordentlichen Löffel Tahin (Sesampaste) bei.

Weitere mögliche Zutaten sind Nüsse, Rosinen, Trockenobst, Datteln oder Kokosraspeln. Sei mutig, probiere aus und du hast mit den Haferkeksen ab jetzt für den Rest deines Lebens einen Trick an der Hand, mit dem du jederzeit ganz flexibel Proviant zauberst. Ob Zuhause vorbereitet, oder unterwegs.

Hier nochmal die wichtigsten Zutaten im Überblick:

  • Haferflocken
  • Etwas Mehl
  • Zucker
  • Butter

Den fertigen Teig formst du zu kleinen Kugeln, drückst diese mit den Handflächen platt und legst die rohen Kekse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Bei 180°sind sie schon nach ca. 15 Minuten bei Umluft im Backofen fertig. Haferkekse werden also auch eher kurz getrocknet, nicht stundenlang gebacken. Wenn du vor deiner Reise zu faul warst, oder unter all den anderen Dingen, die noch organisiert werden mussten einfach keine Zeit hattest, auch noch Haferkekse zu backen, ist es selbst unterwegs nie zu spät. Für diese Kekse brauchst du nämlich genaugenommen nicht einmal einen Backofen. Eine einfache Gasflamme auf dem Campingkocher oder sogar ein Lagerfeuer genügen. Lege die fertig geformten Kekse in eine nicht gefettete Pfanne und backe sie langsam von beiden Seiten, bis sie goldbraun werden (für mein Foto habe ich natürlich prompt etwas zu lange gewartet). Nehme sie vom Feuer oder schalte die Gasflamme ab und lasse die Kekse in der heißen Pfanne abkühlen. Jetzt kannst du sie in eine Dose, eine Papiertüte oder ein Stück Zeitungspapier packen und vernaschen, wann immer du einen kleinen Energieschub brauchst.

Popcorn. Überraschend vielfältig

Dieser Tipp hat mein Urlaubsleben im Camper in den letzten Jahren bereichert. Ich bin vielleicht sogar ein bisschen süchtig danach geworden: Popcorn. Ja, genau. Wenn du abends gerne noch ein bisschen naschst, oder die neuen CampingnachbarInnen mit etwas exklusiverem als gesalzene Erdnüsse oder Chips beim gemeinsamen Spieleabend überraschen willst, solltest du unbedingt in die Kunst des Popcornpoppens eingeweiht werden.

Popcornmais gibt es in jedem guten Supermarkt und er lässt sich im Gegensatz zu luftigen Chipstüten wunderbar platzsparend im Camper lagern. Popcorn kannst du ganz einfach in einem geschlossenen Topf auf dem Gasherd oder über dem Feuer zubereiten (letzteres braucht aber ein wenig Übung). Popcorn ist ungepoppt beim Transport nicht nur platzsparend, sondern auch extrem vielseitig. Am liebsten esse ich diese Nascherei mit Salz und gleichzeitig karamellisiert (geht auch mit Kokosblütenzucker). Du kannst aber zum Beispiel auch ein Öl mit selbst getrocknetem Rosmarin ansetzen und das fertige Popcorn mit Salz und Rosmarinöl besprühen. Wirklich sehr zu empfehlen!

So geht’s: Damit der Popcornmais richtig poppt, gebe etwas Öl in einen Topf und dazu so viel Mais, dass der Boden des Topfes fast bedeckt ist. Hier ist weniger mehr, weil man das Volumen fast immer unterschätzt, das die kleinen unscheinbaren Körnchen beim Poppen annehmen. Lege den Deckel auf den Topf und erhitze den Popcornmais. Ab und an kannst du den Topf mitsamt dem Deckel etwas über der Flamme schwenken, damit nichts anbrennt. Nach einigen Minuten, solltest du der Popcornparty im Inneren des Topfes lauschen können. Öffne den Deckel erst, wenn die Popgeräusche fast verstummt sind. Hier ist Timing gefragt, damit nichts anbrennt.

Für karamellisiertes Popcorn (am Leckersten mit einer Prise Salz!), gibst du jetzt Zucker oder Kokosblütenzucker in den noch heißen Topf und beginnst sofort damit, alles zu verrühren. Gebe vorsichtig wieder etwas Hitze hinzu und rühre ständig so lange weiter, bis der Zucker flüssig und hellbraun wird. Schalte die Flamme jetzt wieder aus, damit nichts anbrennt. Achtung, der Zucker ist heiß! Fülle das Popcorn in eine kalte Schüssel um und serviere es frisch. Popcorn passt fast immer und jeder mag es. Außerdem ist es so einfach wie platzsparend und überraschend. Damit praktisch unterwegs.

Selbstgemachtes Granola (Knuspermüsli)

Ein unkompliziertes und gesundes Frühstück ist wichtig für einen aktiven Urlaubstag. Müsli ist unterwegs und zuhause immer eine feine Sache. Egal ob mit Hafermilch, Sojamilch, Kuhmilch, Joghurt, Quark, Obst oder Saft. Natürlich liebe auch ich die süßen knusprigen Cornflakes aus dem Supermarkt, dabei ist es so einfach, ein leckeres Knuspermüsli selbst herzustellen. Granola heißt das Zauberwort und da wären wir auch schon bei der lange haltbaren und dabei zuckerfreien Alternative zu Cornflakes. Für Granola gilt, wie auch für Haferkekse, dass es lediglich einige Grundzutaten gibt, die es braucht, um anzufangen. Alles Weitere findest du in deinen Küchenschränken. Granola solltest du allerdings wirklich schon Zuhause vorbereiten und abfüllen, da du in jedem Fall einen Backofen benötigst.

Und so geht’s: Im Grunde genügen drei einfache Zutaten für dein erstes hausgemachtes Granola:

  • Haferflocken
  • Honig (etwa ½ Glas pro Backblech)
  • Einige Esslöffel erwärmtes und somit flüssiges Kokosöl

Diese Zutaten gibst du in eine Schüssel, verknetest sie gleichmäßig miteinander und verteilst alles flach auf einem mit Kokosöl eingefetteten Backblech. Das Granola sollte nicht zu dick auf dem Backblech liegen, da es dann nicht mehr schön knusprig wird. Das Blech schiebst du bei 180°Umluft für ca. 20 min in den Ofen. Während der Backzeit solltest du es einige Male wenden und genau beobachten. Je nach Ofen geht es schneller oder langsamer. Bleibe lieber dabei, denn das Knuspermüsli brennt schnell an. Wenn das Granola leicht braun wird, nimmst du es heraus und lässt es auf dem Blech abkühlen. Keine Sorge, den Knuspereffekt erhält es erst in kaltem Zustand. Dann aber so richtig!

Als feste Zutaten eignen sich neben Haferflocken auch Soja-, oder Dinkelflocken, Kokosraspeln, Nüsse aller Art (ich nehme am liebsten meine selbst gesammelten Walnüsse), gepufftes Quinoa, Sesam und was du noch so magst oder eben gerade im Küchenschrank findest. Als Klebstoff eignen sich nicht nur Honig oder Kokosöl sondern auch als vegane Variante Agavendicksaft, Ahornsirup, Stevia oder Kokosblütenzucker zum Süßen. Kokosfett lässt sich mit Raps-, Sonnenblumen und sogar Olivenöl ergänzen oder austauschen. Ich nehme sogar meist ein bisschen Wasser, um die Masse vor dem Backen klebriger zu machen, weil ich größere verklebte und angebackene Stückchen im Müsli sehr gerne mag. Eine Prise Salz, Vanille und Zimt sind auch im Granola gute Begleiter. Knuspermüsli wird mit Kakaopulver zum Beispiel auch ganz einfach schokoladig. Zum Süßen kannst du natürlich auch Zucker oder Rohrzucker nehmen. Bei mir landet zumindest meist ein Päckchen Vanillezucker in der Mischung. Datteln und Rosinen geben zusätzlich Süße. Die Rosinen solltest du allerdings erst nach dem Backen untermischen, da sie im Ofen schnell anbrennen.

Abgekühlt fülle ich das Granola in große verschließbare Einmachgläser, wo es sich für mindestens vier Wochen, je nach Lagerung und Verwendung von Zucker aber auch länger, hält.

Linzertorte

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, eine Linzertorte für den Urlaub vorzubereiten? Im ersten Moment klingt das vielleicht abwegig, aber Linzertorte ist auch ungekühlt unglaublich lange haltbar, lässt sich aufgrund ihrer Festigkeit gut zwischendurch mit den Fingern essen und erfreut alle beim Nachmittagskaffee vor dem Camper. Gerade im Urlaub möchten wir uns mal ein Stück Kuchen gönnen und dafür ist die Linzertorte optimal geeignet. Für mich gehört dieser Kuchen außerdem schon lange nicht mehr nur in die Weihnachtszeit. In Indien zum Beispiel trinkt man Nelken und Zimt bei weit über 30° im Schatten als belebenden Chai Tee. Meiner Meinung nach darf die lange haltbare Linzertorte mit ihren wohltuenden Gewürzen also auch ohne Weiteres im Sommerurlaub auf den Tisch.

Für meine Linzertorte verwende ich selbst eingemachte Marmelade (das Rezept dazu findest du im Folgeartikel). Dabei muss es nicht immer Himbeere sein. Auch Erdbeere, Aprikose oder Quitte schmecken wunderbar auf der unkonventionellen Camping-Linzertorte. Anstatt gekaufter Mandeln und Haselnüsse verwende ich selbst gesammelte Walnusskerne. Das schmeckt genauso gut.

Und so geht’s: Für die Linzertorte vermischt du 250g Mehl (ich nehme immer Dinkel) mit ebenso viel Zucker oder einem süßen Ersatzprodukt. Außerdem ebenfalls 250g gemahlene Walnusskerne (oder Mandeln und Haselnüsse, wenn dir das lieber ist). Zu den trockenen Zutaten mischt du Zimtpulver, Nelken, Muskat, eine Prise Salz und mit einem mutigen Gaumen auch noch gemahlenen Kardamom (ich liebe es!). Mit 250g Butter und einem mittelgroßen Ei, verknetest du alles zu einem festen Teig. Zwei Drittel des Teigs drückst du als Kuchenboden in eine mit Butter eingefettete Springform. Dann bestreichst du den Kuchenboden dick mit einer Marmelade deiner Wahl. Zum Schluss rollst du den restlichen Teig ca. einen Zentimeter dick aus und schneidest ihn in Streifen oder was dir sonst so einfällt (ausgestochene Sterne, Herzchen oder Elefanten). Belege die Marmelade mit den Teigstücken und bestreiche den Teig (nicht die Marmelade!) mit einem verquirlten Ei. Schiebe den Kuchen nun bei ca. 180°Ober/Unterhitze für 45 Minuten in den Ofen. Denke daran, dass jeder Ofen etwas anders arbeitet und beobachte deinen Kuchen lieber öfter.

Lasse deine Linzertorte abkühlen und schlage sie Luftdicht in ein wiederverwendbares Wachstuch ein (Bioladen oder selbst machen). So sparst du dir und der Umwelt die Frischhaltefolie und hältst die Linzertorte trotzdem schön saftig. Gut verpackt und kühl gelagert ist die Linzertorte einige Tage haltbar.

Lagerung

Selbst gedörrte, getrocknete oder gebackene Zutaten solltest du trocken und dunkel lagern. Soviel ist klar. Allerdings musst du bei deinen eigenen Lebensmitteln auch eigene Verpackungen finden. Hier bekommst du ein paar Ideen:
Trockenobst und Granola lagere ich immer luftdicht in großen Einweckgläsern, um die Lebensmittel vor Motten und Luftfeuchtigkeit zu schützen. Im Camper sind wegen des Gewichts jedoch auch luftdichte Plastikdosen oder ausgespülte Joghurteimer mit Deckel geeignet. Getrocknete Nudeln landen bei mir in großen Papiertüten, selbstgebastelten Tüten aus Zeitungspapier oder in großen Keksdosen aus Blech.

Denke daran, dass selbstgemachte Lebensmittel nicht mit Etiketten daherkommen. Aus Erfahrung ist es jedoch enorm wichtig, dass du all deine Lebensmittel gut beschriftest, damit du auch in ein paar Wochen oder Monaten noch weißt, wie alt die Apfelringe sind oder ob die getrockneten Tomaten von diesem oder dem letzten Jahr stammen. Für die Beschriftung kaufe ich schon lange keine teuren und meist viel zu kitschigen Etiketten im Schreibwarengeschäft mehr. Stattdessen liegen in unserem Küchenschrank immer eine Rolle mattes Kreppband und ein schwarzer Filzstift bereit. So sind meine Etiketten auch über Jahre hinweg einheitlich, schick und trotzdem simpel.

Wenn wir schon beim Selbermachen sind, möchte ich dir auch die Verwendung von wiederverwendbaren Wachstüchern anstatt Frischhaltefolie ans Herz legen. Die Tücher gibt es entweder fertig im Bioladen (oder sogar schon im Drogeriegeschäft), oder du wagst dich selbst an die Herstellung. Bienenwachstücher bereiten schon in ihrer Herstellung große Freude und das Internet ist voller Anleitungen dafür. Schau dich um und lass dich inspirieren. Bienenwachs bekommst du bei fast jeder Imkerei oder in der Apotheke.

Woher bekomme ich meine Lebensmittel?

Einige Zutaten wie Nüsse, Äpfel oder Birnen kannst du mit etwas Glück und einer höflichen Nachfrage oft selbst pflücken oder sammeln. Eine weitere gute Anlaufstelle für Obst und Gemüse sind die Abo-Kisten von Bio oder Demeter Gärtnereien. Bei selbstgemachten Lebensmitteln solltest du sehr auf Qualität achten und auf Pestizide verzichten, da du zum Beispiel die Schalen von Tomaten oder Pflaumen dörrst und mitisst. Achte ansonsten auf saisonales und regionales Gemüse im Supermarkt. Tomaten solltest du beispielsweise lieber im Sommer dörren, nicht etwa zu Weihnachten. Das schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Geschmackserlebnis. Außerdem ist es gut, auf günstige tierische Produkte aus dem Supermarkt zu verzichten, wann immer es geht. Honig bekommst du in Imkereien, Eier aus Freilandhaltung im Biomarkt oder sogar beim Bauern um die Ecke.

Auch Reisen mit dem Camper sind immer eine gute Gelegenheit, landesspezifische oder regionale Spezialitäten wie Olivenöl, Tomaten oder Pfirsiche auf dem Rückweg einzupacken und zuhause haltbar zu machen. So hast du nicht nur ein schönes Geschenk für Freunde und Verwandte, sondern auch eine lange haltbare Urlaubserinnerung.

Nun wünsche ich dir viel Freude und Experimentierlust beim Dörren, Backen und Trocknen. Im nächsten Artikel geht es dann wie versprochen ans Eingemachte!

Fotos: (c) Geraldine Schüle

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