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Der Jurgens Safari Xplorer Mit Küche Und Bettzelt

Call of the Wild – der Jurgens Safari Xplorer

Beim Camping gibt es diese Fahrzeuge, von denen jeder gleich ein bestimmtes Bild im Kopf hat. Ein Bulli mit Prilblumen, ein Luxusmobil mit vergoldeter Motorradgarage oder eben auch ein Expeditionsmobil mit Tarnfarben und Reserverad am Heck. Genau so eines ist der Jurgens Safari Xplorer. Im fahrenden Zustand fast ein ganz normaler Wohnwagen – im ausgeklappten Zustand das Basecamp für die nächste Löwenbeobachtung. Was er kann und warum man hier nicht aus Zucker sein darf.

Von weitem sieht der schwarz-weiße Caravan aus wie ein nettes Urlaubsmobil. Ferien am Strand in den Niederlanden. Ein näherer Blick zeigt, dass der untere Teil des Anhängers mit robustem Riffelblech verkleidet ist. Am Heck ist ein Reserverad befestigt und die Paneele sind korrosionsfest und rüttelfest. Der Xplorer wartet nicht auf grüne Campingwiesen, sondern auf Steinschlag, Matsch und Pisten.

Insektenschutz und Pop-Top

In der Länge misst der Camper 5,78 Meter, in der Breite 1,96 Meter und in der Höhe mit aufgestelltem Dach 2,70 Meter. Doch selbst wenn die Luke geschlossen ist, wird mit 2,30 Meter noch immer eine komfortable Höhe erreicht. Wenn man schon den ganzen Tag mit Tarnnetz durch den Busch gekrochen ist, kann man wenigstens im Caravan aufrecht stehen. Das Leergewicht beträgt 1,4 Tonnen, das zulässige Gesamtgewicht 1,6 Tonnen.

Praktisch: Die Schiebefenster an den Seiten und am Heck sind getönt und mit Insektenschutz versehen. Da können einen die Viecher nicht mal sehen, geschweige denn rein. Doch der Jurgens Safari Xplorer hat noch mehr Tricks parat. Kommt der Anhänger zum Stehen, können an den Seiten Badezimmer, Küche und Bett ausgefahren werden. Wie bei einem amerikanischen Luxusliner. Nur mit mehr Stoff statt Chrom, mehr Tarnung als Glitzer und mehr Wildnis statt Luxus.

Das Bett befindet sich im Heck des Fahrzeugs in einem ausklappbaren Zelt. Damit es darin bequem ist, gibt es dicke Polster. Außerdem kann die obere Lage der Zeltwand heruntergeklappt werden – mit Blick auf Serengeti und Sterne. Dann können allerdings auch die Viecher reingucken. Die kleinen und die großen.
Macht aber nichts, denn wer im Jurgens Safari Xplorer unterwegs ist, kommt ohnehin nicht darum herum, Alltägliches wie Kochen und Duschen draußen zu erledigen. Es gibt keine nette Küchenzeile und kein Mini-Bad im Inneren wie in vielen anderen Campern.

Der Jurgens Safari Xplorer: Küche und Bad draußen

Die Küche befindet sich unterhalb des Betts hinter einer Außenklappe und muss herausgezogen werden. Sie umfasst einen Zwei-Flammen-Gasherd, eine 80 Liter Kompressor-Kühlbox und eine Spüle. Zum Schnippeln der Campingmahlzeit wird der Deckel der Kühlbox verwendet. Damit es nicht zu der Szene kommt, in der Rudi Carrell in peitschendem Regen Spagetti isst, gibt es eine Markise, die sich über die mobile Küche spannt. Trotzdem: muss man mögen.

Auch das Bad im Jurgens Safari Xplorer ist unkonventionell. In einer weiteren Außenklappe stecken eine Duschbrause mit Regler, ein kleiner Spiegel und ein Fach für Zahnbürste und Duschgel. Etwas weiter unten könnt ihr eine Wanne befestigen und als Waschbecken nutzen. Außerdem gibt es Stauraum für eine mobile Toilette, doch die ist nicht im Basis-Lieferumfang dabei. Das Bad wird nicht von einer Markise geschützt. Da muss man sich dann etwas anderes einfallen lassen, um beim Zähneputzen nicht vom Blitz getroffen zu werden.

Auch wenn Küchenblock und Spa etwas rudimentär ausfallen, hat der Xplorer eines umso mehr: Stauraum. Rund um das Bett gibt es Ablagemöglichkeiten für Handys und Bücher; dazu kommen Kleiderschränke, Hängeschränke und Netze. Der Clou: Es gibt keine Schranktüren, sondern aufgrund unwegsamen Geländes und viel Gerüttels feste Boxen mit Reißverschlüssen. Sieht ein bisschen aus wie Tropenforscher bei Ikea.

Preis und Unternehmensstandort

Geeignet ist der Xplorer für bis zu vier Personen. Denn zusätzlich zum Zeltbett im Heck kann die Rundsitzgruppe zu einem Doppelbett umgebaut werden. Damit auch alle geduscht, gewärmt und mit Strom versorgt sind (was wäre das sonst für ein Outdoor-Abenteuer…), gibt es einen 110-Liter-Wassertank, zwei Gasflaschen und Steckdosen mit 12 Volt und 220 Volt. Ein bisschen Kleingeld sollte man außerdem auch mitbringen, denn der Caravan kostet rund 130.000 Euro.

Jurgens Campworld gehört zu den größten Herstellern von Wohnwagen in Südafrika und hat inzwischen eine knapp siebzigjährige Firmengeschichte. Das Unternehmen ist bekannt für seine Offroad-Trailer. Produziert wird in Ga-Rankuwa, nordwestlich von Pretoria.

Der Xplorer ist sicher kein Fahrzeug, das man sich anschafft, um einen entspannten Urlaub in der Provence zu verbringen. Wer jedoch das Outdoor-Leben in allen Facetten liebt und bei Alltäglichem, wie Kochen und Duschen, auch ungemütlichem Wetter trotzt, findet in dem Anhänger ein solides Basecamp für den nächsten Trip in die Wildnis.

Fotos (c): Jurgens Campworld

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