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Mini-Camper von Vanderer (c)VandererGmbH

Mini-Camper – günstige Alternative zum Wohnmobil

Träumst du davon, deinen Camper bequem vor deiner Stadtwohnung zu parken? Auf Reisen auch südeuropäische Städte mit kleinen, engen Gassen entspannt besuchen zu können? Die entlegensten Spots zum Wildcamping erreichen zu können? Dich unterwegs wirklich auf das absolut notwendigste zu beschränken? Möchtest du nicht den Preis für eine Luxus-Limousine in einen Camper investieren? Soll dein Camper nicht nur Camper, sondern auch als Alltagsauto geeignet sein? Dann könnte ein Mini-Camper das richtige Reise-Vehikel für dich sein.

Mini-Camper sind die kleinsten unter den kleinen Camping-Fahrzeugen. Als Mini-Camper kommen insbesondere Hochdachkombis infrage (zum Beispiel VW Caddy, Citroën Berlingo, Fiat Doblo, Renault Kangoo usw.), aber auch Mini-Busse wie der Suzuki Carry, Daihatsu Hijet oder der Mitsubishi L300. Natürlich lassen sich auch viele andere Fahrzeuge mehr oder weniger komfortabel zum Camper umbauen. Als Klassiker für Gelände-Fans sei noch der Landrover Defender genannt, für den es inzwischen ebenfalls viele Anbieter von Campingausbauten gibt.

Es gibt diverse Modelle und Anbieter, die mit immer intelligenteren Lösungen auf kleinem Raum punkten und die wachsende Zielgruppe der Gelegenheitscamper bzw. der Camper abseits der klassischen Wohnmobile bedienen. In dieser dreiteiligen Serie stelle ich dir Modelle, Ausbauer und auch DIY Lösungen für dein Mini-Wohnmobil vor. In diesem ersten Teil erhältst du zunächst einen groben Überblick über diese spannenden Camping-Fahrzeuge.

Mini-Camper – Anbieter und Modelle im Überblick

Es gibt einige Hersteller, die Mini-Wohnmobile komplett ausgebaut bereits ab Werk anbieten. Das heißt, hier musst du das Basisfahrzeug nicht selber auftreiben, sondern kannst deinen Camper fix und fertig abholen und quasi direkt in den Campingurlaub aufbrechen.

Die Volkswagen Gruppe hat mit dem VW Caddy California eine kleine Alternative zum klassischen VW Bulli im Programm. Der Camping Caddy bietet eine ausziehbare Mini-Küche, ein ausklappbares Bett, Schubladen und vieles mehr, das den kleinen VW zum vollwertigen Camper macht.

Alpin Camper bietet für diverse Fahrzeuge Ausbauten an und verwandelt diese sehr geschmackvoll in Mini-Campervans. Allerdings bietet das bayerische Unternehmen auch einige fertige Mini-Camper an. Im Angebot sind zum Beispiel ein komplett ausgebauter Citroën Berlingo oder ein VW Caddy. Individuelle Ausbauten werden für den Dacia Dokker, Opel Combo und diverse andere Fahrzeuge angeboten.

Reimo bietet einen fertig zum Camper umgebauten VW Caddy an, den VW Caddy Maxi Camp. Dieser verfügt über eine Möbelzeile und sogar eine Sitzgelegenheit mit Tisch im Innenraum sowie ein Einzel- bzw. Doppelbett. Bei Reimo kannst du auch einzelne Module für deinen Caddy oder andere Hochdachkombis und Campingbusse kaufen. So kannst du dir deinen Mini-Camper je nach individuellem Bedarf zusammenstellen.

Die Firma Vanderer baut einen Urban Camper auf Basis des Citroën Berlingo. Der schicke Minivan ist alltagstauglich, begleitet dich aber auch problemlos bei allen kleinen und großen Outdoor-Abenteuern. Durch das Aufstelldach, eine ausziehbare Küche und ein Möbelmodul kann der Vanderer im Handumdrehen in einen Mini-Camper verwandelt werden.

Fotos: © Vanderer GmbH

Mini-Camper – Ausbaumöglichkeiten im Überblick

Hersteller einzelner Campingmodule gibt es inzwischen einige am Markt. Damit kannst du dir dein Fahrzeug genau nach deinen Wünschen und individuellen Anforderungen gestalten.

Die einfachste Variante einen PKW in einen (Teilzeit-) Camper zu verwandeln, sind die sogenannten Campingboxen. Hierzu habe ich bereits einen ausführlichen Artikel verfasst, in dem ich dir einige Hersteller von Campingboxen und deren Lösungen vorstelle.

Wenn du aber einen Schritt weiter gehen möchtest, gibt es als Alternative zu den smarten Boxen einige Anbieter, die von Komplettausbauten bis zu einzelnen Ausbaumodulen ein umfangreiches Angebot für nahezu jeden Fahrzeugtyp bieten. Einige stelle ich dir nachfolgend vor:


Landy Ausbau

Einen Landrover Defender in einen komfortablen Camper umzubauen, ist gar nicht mal so leicht. Mit den Modulen von Landy Ausbau gelingt das allerdings ziemlich gut. In der kompletten Ausbauvariante hast du ausreichend viel Stauraum, eine Spüle mit Frisch- und Abwassertank sowie eine Sitzmöglichkeit im Innenraum. Richtig bequem wird es, wenn du deinen Defender mit einem Hubdach ausstattest, um Stehhöhe im Auto zu erreichen.

C-Tech Campingvan

C-Tech Campingvan hat Campingausbauten für diverse Hochdachkombis im Programm. Das Unternehmen baut Einrichtungssysteme für VW Caddys, Peugeot Partner, Peugeot Rifter und viele andere. Eine Schlaffläche für ein bis zwei Personen, ein Essplatz im Auto sowie Stauraum verwandeln dein Fahrzeug in wenigen Minuten in einen Camper.

Smart Camper

Ein kompaktes Schlaf- und Kochmodul baut der Hersteller Smart Camper. Mit Küchenauszug, großzügigen Schubladen, Gaskartuschenkocher, Wassertank sowie einer Liegefläche kannst du deinen Dacia Dokker, Landrover Discovery, Mercedes G-Klasse oder andere Fahrzeuge zum Camper umgestalten.

Highcamper

Die Module von der Firma Highcamper sind für Hochdachkombis geeignet und bestehen aus einer Liege für ein oder zwei Personen und einem Universalschrank mit Spüle. Als Zusatzmodule gibt es Tische für außen und innen. Passend sind die Möbel für den VW Caddy und den VW Caddy Maxi.

Fotos: © Highcamper

Flex Camper

Bei der Firma Flex Camper kannst du dein Fahrzeug individuell ausbauen lassen. Es stehen ein Komplettausbau mit Küche, Schlafplatz und Tisch sowie zwei verschiedene Einzel-Module zur Auswahl. Mit dem Bett- und dem Küchenmodul kommen Camping Einsteiger auf ihre Kosten. Die Ausbauten eignen sich zum Beispiel für den Dacia Dokker oder den Fiat Doblo.

Fotos: © Flex Camper

Vor- und Nachteile von Mini-Campern

Du hast es vielleicht schon beim Lesen gemerkt – ich bin ein Fan von Mini-Campern. Mich begeistert vor allem die überschaubare Fahrzeuggröße, die auf Reisen aber auch im Alltag, zum Beispiel beim Parken in der Stadt, viel mehr Flexibilität bietet als größere Wohnmobile. Ich finde gerade das Erkunden von einsamen Stränden und die Möglichkeit unauffällig im Fahrzeug zu übernachten sehr reizvoll. Viele Parkplätze in touristischen Regionen sind inzwischen durch Höhenbeschränkungen für größere Fahrzeuge gar nicht mehr befahrbar. Ein großes Plus sind zudem die niedrigeren Anschaffungskosten im Vergleich zu den großen Mobilen. Gerade für die jüngere Campergeneration kann ein Mini-Camper ein toller Einstieg ins Campingleben sein, indem vielleicht das Alltagsfahrzeug temporär zum Wohnmobil umgewandelt wird. Für mich ist ein sehr reizvoller Aspekt des Campings zudem, mit wirklich leichtem Gepäck zu reisen und mich auf das Wesentliche zu beschränken. Bei den Mini-Campern kommst du nicht in Versuchung, doch viele unnötige Dinge einzupacken, die am Ende des Urlaubs wieder ungenutzt in die heimischen Schränke wandern. Ich habe dabei immer wieder festgestellt, wie befreiend das sein kann und wie wenig Dinge ich eigentlich wirklich brauche. Zudem bist du mit einem kleinen Camper noch mehr draußen. Das kann manchmal unbequem sein, wenn das Wetter so gar nicht mitspielt. In aller Regel wirst du aber mit den tollsten Momenten unter freiem Himmel belohnt, die du vielleicht nicht erlebt hättest, wenn du dich in die komfortable Sitzecke eines großen Wohnmobils zurückgezogen hättest.

Die Nachteile der kleinen Campingwagen möchte ich natürlich auch nicht unterschlagen. Sie sind vom Platzangebot her überschaubar und können dir unterwegs vor allem einen Schlafplatz, Stauraum, je nach Modell bzw. Ausbau eine Küchenlösung und ggf. eine kleine Sitzgelegenheit im Innenraum bieten. Du musst ein gewisses Maß an Kompromissbereitschaft mitbringen und darfst nicht den Komfort eines großen Campers erwarten. Teilweise gibt es Platz für eine Not Toilette (in der Regel ein Porta Potti), eine Nasszelle suchst du in diesen Modellen aber vergeblich. Die Volumina der Wassertanks, die du mitführen kannst, sind begrenzt. Du bist daher in gewissen Abständen auf eine externe Infrastruktur angewiesen. Wie schön aber ein Bad in einem See, Fjord oder im Meer sein kann, muss ich hoffentlich nicht erwähnen.

Fotos: © Ali Ramthun

Im nächsten Teil der Serie stelle ich dir einige Mini-Camper ausführlicher vor und du erhältst einen Überblick, welches Modell zu dir und deinen Anforderungen passen könnte. Bis dahin wünsche ich dir erstmal viel Freude beim Träumen von deinen nächsten Camping-Abenteuern.

Titelbild: © Vanderer GmbH

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Der Beitrag ist sehr informativ und klar strukturiert! Kompliment!
    Als selbstständige Dozentin in der Erwachsenenbildung gebe ich Kurse zum Thema
    „Minicamper selbst gebaut – individuell, kompakt, günstig“.
    Auf diesem Weg möchte ich mich nochmals dafür bedanken, dass ich die so wunderbar strukturierten Unterlagen in meinem Kurs verwenden darf, sie sind für viele Interessenten sehr wertvoll!

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