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Zelte Von Rhinowolf Als Dorf Aufgebaut

Rhinowolf – einfach zelten statt schwer schleppen

Die Isomatte hängt schräg befestigt am Rucksack, der Schlafsack sieht aus wie ein explodiertes Kissen und wenn jetzt noch das Zelt obendrauf kommt, ist nicht mal mehr Platz für die Unterhose. Besonders Backpacker kennen das leidige Problem, allein für die Übernachtung drei verschiedene Gegenstände herumzuschleppen. Kostet Gewicht, Raum und Nerven. Das Unternehmen Rhinowolf hat dafür ein Konzept entwickelt – mit seinem 3 in 1 Zelt. Ein Zelt mit integriertem Schlafsack und Matratze, das so viel wiegt wie eine Feder. Na ja. Nicht ganz.

„Zum ersten Mal kann man zum Campen eine Komplettlösung, minimalistisch zusammengepackt, mitnehmen“, erklärt Haim Ganz, Chef und Mitbegründer von Rhinowolf. „Egal ob zum Wandern, für eine Radtour, einen Motorradtrip oder für den Notfall.“ Keine Ahnung, was er mit Letzterem meint, aber es spart definitiv Geld, wenn man nach dem Ehekrach über Nacht auf den Zeltplatz zieht statt ins Hotel.

Kleinster und kompakter Raum im Rhinowolf Zelt

Das Zelt an sich ist nicht viel mehr als kleinster Raum zum Schlafen. Es besteht im Grunde nur aus dem Boden, an dem Isomatte und Schlafsack befestigt sind und zwei Seiten, die zu einem Dach zusammenlaufen. Mit einer Regenschutzplane könnt ihr den Platz nach außen hin minimal erweitern, doch viel Stauraum gibt es trotzdem nicht. Jedes Zelt ist für eine Person geeignet, lässt sich aber mit Reißverschlüssen zu weiteren „Units“ zusammenschließen, sodass ihr mit Freunden ein Zeltdorf bauen könnt, das wie eine Röhre miteinander verbunden ist.

Die Maße des Rhinowolfs betragen im aufgebauten Zustand 2,16 Meter mal 0,70 Meter mal 0,96 Meter. Reines Packmaß sind 40 cm mal 20 cm mal 20 cm. Zugegeben: Das ist fast unschlagbar für Zelt, Isomatte und Schlafsack. Dabei wiegt das Gesamtpaket auch nur zwischen 2,3 und 2,7 Kilo.

Regen oder Sturm: gerüstet mit Rhinowolf!

Die Hülle besteht aus reißfestem Nylon-Material mit Silikon an beiden Seiten. Es soll laut Rhinowolf gegen Regen und Sturm beständig sein. Mit dabei ist ein Moskitonetz und bereits erwähnter Regenschutz, der sich über das Zelt spannen lässt. Der Stoff ist atmungsaktiv, was laut Hersteller „das klebrige Gefühl am Morgen“ verhindern soll. Was für eine Tragödie – wären Stoff und Haut besser verbunden, könnte man sich gleich selbst zwischen die ganzen Zelt-Bestandteile packen und als Fracht verschicken. Oder so.
Ein besonderer Clou: Das Zelt kommt mit einer einzigen Stange aus, die aus belastbarem Aluminium besteht und die Konstruktion sowohl an den Seiten stützt, als auch aufrecht hält.

Der Schlafsack oder die Decke – je nachdem wie man es betrachtet – ist 2,05 Meter lang. Die gute Nachricht also: keine kalten Füße für große Menschen! Die schlechte Nachricht: damit ist das Zelt dann auch voll. Bei diesem Posten kommt es nun darauf an, wo und wie ihr den Rhinowolf nutzen möchtet. Es gibt nämlich Modelle für zwei, drei oder vier Jahreszeiten. Wer nur im Sommer oder im Süden campt, kommt mit dem Schlafsack mit einer Federfüllung von 150 Gramm aus, die bis etwa 10 Grad warmhält. Die Harten, die auch im Dezember im Garten zelten, sollten auf die 560 Gramm starke Daunendecke bis -10 Grad zurückgreifen.
Der Schlafsack ist fest mit dem Zeltboden vernäht. Wer aus dem Bett fällt, schmeißt also gleich die ganze Hütte um.

Da freut sich der Orthopäde: bequem liegen auf der eingebauten Luftmatratze

Letzter Teil des Rhinowolfs ist die Luftmatratze. Dieses leidige Ding, das immer zu dünn ist, ewiges Aufpumpen verlangt und dann noch ein unauffindbares Loch hat. Rhinowolf bestätigt dagegen, dass die integrierte Isomatte in 10 bis 15 Atemzügen fertig aufgeblasen ist. Außerdem befinden sich kleine Kammern in V-Form überall auf der Liegefläche, die das Herumwobbeln der Luft beim Schlafen verhindern sollen und gleichzeitig noch den Körper stabilisieren. Alle Kammern sind mit synthetischem Material gefüllt, das gegen Kälte isoliert. Die Dicke der Matratze beträgt 6,4 cm. Klingt nach schrecklich erholsamem Schlaf.

Da sich alles so einfach und kompakt anhört, sollte auch der Aufbau schnell gelingen. Ist der Rhinowolf einmal ausgerollt, müsst ihr nur die Zeltstange durch den vorgesehenen Tunnel im Stoff schieben und die Isomatte aufpusten. Klingt ein bisschen nach Loriots Familie Hoppenstedt und dem Staubsaugervertreter. Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann.

Abhängig von der Dicke des Schlafsacks liegt der Preis eines Rhinowolfs zwischen 305 Euro (für die Sommer-Version) und 370 Euro (für die Yeti-Version). Der Versand nach Deutschland ist kostenlos.

Rhinowolf: eine Erfindung im Feld

„Wir haben das Rhinowolf-Zelt so kreiert, dass es besonders lange hält“, erklärt Haim Ganz. „Dazu haben wir Material verwendet, das in sämtlichen Klimazonen nutzbar ist. Camper können es auf ihren Reisen überall auf der Welt einsetzen.“ Na ja, vielleicht nicht im sibirischen Winter oder in der Wüste Gobi. Doch wer als Backpacker nach einer minimalistischen 3 in 1 Lösung sucht, nicht zu viel Stauraum benötigt und allgemein gern mit leichtem Gepäck reist, hat mit dem Rhinowolf nichts zu verlieren. Zumal alles angenäht ist.

Die Gründer von Rhinowolf haben sich überraschenderweise draußen beim Campen getroffen. „Wir sind alle viel gewandert und hatten dieselben Probleme beim Zelten“, erinnert sich Haim Ganz. „Man wünscht sich einfach möglichst wenig Gewicht, nichts Sperriges und etwas, das leicht aufzubauen ist. Doch um halbwegs gut zu schlafen, haben wir immer drei Sachen mit rumschleppen müssen.“ Hinzu kam, dass sich die Gruppe auf manchen Trips aufgeteilt hat, um verschiedene Routen zu gehen. „Dann mussten wir immer vorausplanen, wer welches Equipment trägt und mitnimmt.“
Daraus ist schließlich die Idee zu den unabhängigen aber voll ausgestatteten Einzelzelten entstanden.

Fotos (c): Rhinowolf

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