Auf der Fachmesse REISEN & Caravaning Hamburg 2026 präsentierte der Hersteller Thitronik sein aktuelles Sortiment an Gaswarnlösungen für Reisemobile und Caravans. Da Gasinstallationen zur Standardausstattung der meisten Freizeitfahrzeuge gehören und die Prävention von Narkosegas-Überfällen ein Thema in der Branche bleibt, stehen technische Lösungen zur Früherkennung im Fokus.
Wir haben uns die Details der Modelle und deren Anwendung angesehen.
Inhaltsverzeichnis
Der bewährte Standard: G.A.S.
Das Modell G.A.S. ist ein eigenständiger Gaswarner für den Festeinbau, der an das 12 V- oder 24 V-Bordnetz angeschlossen wird. Er ist für die Detektion von Propangas, Butangas sowie KO- und Narkosegasen konzipiert. Das Gerät verfügt über eine integrierte Sirene mit einer Lautstärke von 82 dB (gemessen in einem Meter Abstand).
Um die Funktion unter verschiedenen klimatischen Bedingungen sicherzustellen, arbeitet das System mit einer dynamischen Temperaturanpassung und einem kontinuierlichen Sensorselbsttest. Die Montage erfolgt über eine Einrastbefestigung an einer senkrechten Fläche.

Die unverbindliche Preisempfehlung für den Thitronik Gaswarner G.A.S. liegt bei 99 Euro.
Die neue Generation: G.A.S.-pro III
Als modular erweiterbares System wurde die G.A.S.-pro III vorgestellt. Diese ist in zwei Basis-Konfigurationen erhältlich: Entweder mit einem integrierten Sensor für Flüssig- und Betäubungsgase oder in einer Ausführung mit CO-Sensor für Kohlenmonoxid.
Im Vergleich zum Basismodell bietet die Pro-Serie zusätzliche technische Merkmale zur Steigerung der Zuverlässigkeit:
- Fehlalarm-Prävention: Ein integrierter Alkoholfilter reduziert die Wahrscheinlichkeit von Auslösungen durch Reinigungsmittel oder Atemalkohol.
- Umweltanpassung: Ein Feuchtigkeitssensor optimiert die Messgenauigkeit bei hoher Luftfeuchtigkeit im Innenraum.
- Erweiterbarkeit: Über einen zusätzlichen Sensoreingang kann ein zweiter externer Sensor (Gas oder CO) angeschlossen werden, um unterschiedliche Gastypen gleichzeitig zu überwachen oder räumlich getrennte Bereiche abzusichern.
- Alarmierung: Die interne Sirene erreicht eine Lautstärke von 94 dB. Zudem kann das Gerät kabellos in bestehende Funk-Alarmsysteme des Herstellers eingebunden werden.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Thitronik G.A.S.-pro III Gaswarnsystem liegt bei 279 Euro.
Das Thema Fehlalarme
Gas-Sensoren reagieren bauartbedingt auch auf Substanzen, die Flaschen- oder Narkosegasen chemisch ähneln. Dazu gehören unter anderem Deodorants, Rasierwasser, scharfe Reinigungsmittel oder bestimmte Körpergase.
Thitronik begegnet dieser Sensibilität in der G.A.S.-pro III mit einer Softwareauswertung und Filtern, um die Anzahl unerwünschter Auslösungen zu minimieren, ohne die Zuverlässigkeit im Ernstfall zu beeinträchtigen.
Warum die Montage über die Wirksamkeit entscheidet
Die Wirksamkeit eines Gaswarners hängt maßgeblich von der korrekten Platzierung ab, da Gase unterschiedliche physikalische Eigenschaften aufweisen.
Die im Freizeitbereich üblichen Flaschengase (Propan/Butan) sowie Narkosegase sind im gasförmigen Zustand schwerer als Luft und sammeln sich zuerst am Fahrzeugboden. Daher sollten diese Sensoren unterhalb der Schlafplätze in einer Höhe von etwa 10 bis 30 cm über dem Boden montiert werden.
Im Gegensatz dazu wird Kohlenmonoxid (CO) bevorzugt deckennah detektiert. Beim Einbau ist zudem auf einen ausreichenden Abstand zu Heizungsausströmern und gasenden Batterien zu achten, um Messfehler zu vermeiden.
Hintergrund: Die Kontroverse um Narkosegas-Überfälle
Das Thema Narkosegas-Überfälle sorgt in der Camping-Community regelmäßig für emotionale Diskussionen. Während Skeptiker aufgrund der benötigten Mengen und der medizinischen Komplexität an der Umsetzung zweifeln, berichten Betroffene von Einbrüchen, die sie trotz Anwesenheit im Fahrzeug nicht bemerkt haben.
Laut Herstellerberichten werden bei Einbruchsversuchen mit Betäubungsgasen häufig chemische Substanzen wie Chloroform oder Ether verwendet. Diese Substanzen werden in flüssiger Form durch Schwachstellen wie Gummidichtungen oder Zwangsentlüftungen in das Fahrzeug eingebracht.
Da sie bei Raumtemperatur verdampfen und im gasförmigen Zustand schwerer als Luft sind, füllen sie das Fahrzeug von unten nach oben aus. Ziel solcher Angriffe sei es, die Insassen in einen Dämmerschlaf zu versetzen, der es Einbrechern ermöglicht, trotz Anwesenheit der Bewohner unentdeckt vorzugehen.
Die Schutzfunktion der Sensoren basiert auf ihrer Platzierung: Durch die Montage etwa eine Handbreit über dem Boden (10–30 cm) wird das Gas detektiert, sobald es sich am Boden sammelt. So kann der Alarm ausgelöst werden, bevor das Gasgemisch die Schlafplätze erreicht und eine betäubende Wirkung entfaltet.
Mehr Informationen zum Thema Narkosegas-Überfälle findest du in diesen Podcastfolgen:
Fazit
Die in Hamburg gezeigten Lösungen decken verschiedene Anforderungsprofile ab – vom autarken Einzelgerät bis hin zum vernetzten System mit erweiterter Sensorik. Die Wahl des passenden Systems richtet sich nach der Fahrzeuggröße und dem gewünschten Umfang der zu detektierenden Gase.

